irel). 5837 Mw bei bewirt. Adler Mhibt mit ll,El «"d Stau. 5865 2 Uh', tat. Jn mpsehle einem verehr!. Garten Pilsener, stets eisfrisch, hocolade und diverse rtfen ,u jeder Lagerzeit. i i -immer. el und Kurhaus Wiesbaden. r» tot 13, Di mgertest Miveihe. tag dm 12. Juni, Mittag» ASM- * * dlUl Bte wird bestens gefotgt. $et Vorstand. I beiR daller"' in de" :he le-Anstalt. 7hShu«g M9eW * ..men Ww8> beit w«. JL f* 'S» 20 * giften- tiSppW6"' M. 133 Zweites Blatt. Freitag de» 10. Juni 1808 Erscheint tägtich mit Ausnahme des Montag«. Die Eichener A«mitte«VtLtter »erden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigelegt. Gießener Anzeiger NezngspreiA vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pf-, mit Bringerloha. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. U«»ahm« von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Lag erscheinenden Nummer bis Norm. 10 Uhr. General-Anzeiger Alle Anzeigen.VermittlungSstellen deS In« und Ausland«« nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Amts- und Anzeigeblntt für bat Ürtis Gictzcm Gratisbeilage: Gießener Familienblätter vermochten. UetzwMm, Expedition und Druckerei: -chntfiratze Nr. 7. schwer verbefferliche Deutschenfreffer, wie Komarow, der Herausgeber de- „Swjet", befleißigen fich einiger Mäßigung, weil fie sehen, daß mit dem Deutschenhaß kein Geschäft mehr zu machen ist. Hingegen hat die — gelinde gesagt Ab- ueiguug gegen England einen so bedenklichen Grad erreicht, daß au- den ZeituugSspalten ziemlich unverblümt der Wunsch pricht, die Regierung möchte den Engländern so bald al- möglich in Indien tüchtig aus die Finger klopfen. Diese Stimmung scheint der Regierung selbst nicht ganz unbequem zu fein, denn fie hat, entgegen ihrer sonstigen Gepflogenheit, der Preffe bis jetzt keinen Maulkorb vorgelegt, auch nicht, al- nach der berauSforderudeu Rede EhamberlatoS auf eine deutliche Sprache der Zeitungen wohl zu rechnen war. Man ist fest davon überzeugt, daß England zur Zeit keinen Bunde-- geoofien findet und daß seine Macht in Indien gegen die ruffischen Streitkräfte nicht aufzukommeu vermag. Darum findet auch jetzt die türkenfeiudliche Politik der Regierung allgemein Beifall, während man ihr noch zu Anfang de- vergangeueu Winter- nirgend- rechten Geschmack abzugewiuueu Adresse für Depeschen: Anzeiger Hirte«. Fernsprecher Nr. 51. Aus Serbien. Die Wahlen in dem Lande der Dynastie Obrenowitsch find wieder einmal vorüber und haben natürlich zu eine« Siege der Regierung geführt. L- geht hier wie in anderen parlamentarisch regierten Ländern, die jeweilig am Ruder befindliche Partei fiegt gewöhnlich mtt großer Majorität, und ob auch gestern die Liberalen ein gewaltiges Uebergewtcht an Stimmen aufgewtesen hatten, so würden doch heute, wenn die Radicaleu die Zügel in Händen haben, für fie ebenso große Mehrheiten vorhanden sein. Die serbischen Regierungen haben fich anscheinend in dieser Beziehung Spanien al- Muster genommen, wo bet den Wahlen ebenfalls immer diejenige Partei fiegt, welche in dem Cabtuet vertreten ist. Auch in Serbien wird von den Unterliegenden stet- über Wahlbeein- fluffung geklagt, aber alle derartigen Beschwerden bleiben erfolglos, da selbstverständlich die Regierung nicht ge^n ihre eigenen Machenschaften eiuschreitru kann, und fo werden denn auch die-mal die in der Minderheit gebliebenen Parteien am Besten thun, die Faust iu der Tasche zu ballen und abzuwarten, bi- — fie selbst wieder am Ruder find. Mau hatte den diesmaligen Wahlen mit größerem Jutereffe eutgegengeseheu, weil durch deren Ausfall die Entscheidung de- Königs, seinen Vater Milan dauernd wieder nach Serbien zu berufen und ihm da- Oberkommando über die Armee anzuvertrauen, sanettouirt werden würde. Bis jetzt hat mau von einer besonderen Thätigkeit Milan- noch nicht viel wahrgenommeu, er bezieht vorläufig nur sein recht hohes Gehalt und hat nur au seinem alten „Freund", den Führer der Radicaleu, Paste, sein Müthchen gekühlt, indem auf seine Veranlaffung gegen diesen die Anklage wegen Majestät-beleidiguvg erhoben worden war. Die erste Instanz hatte Pasic freilich fretgesprochev, aber iu der eingelegten Berufung erfolgte daun bekanntlich die Berurtheilung. Daß dieser Vorgang zur Erschwerung der iuuerpolttischeu Situation und zur stärkeren Bekämpfung der Dynastie beitragen wird, ist selbstverständlich, und nach der Ansicht besonnener Kreise thut Milan nicht gut daran, den Bogen zu straff auzuspanuen. Er glaubt aber, der Armee unbedingt sicher sein zu dürfen und fich daraufhin schon etwa- leisten zu köoueu. Vielleicht befindet er fich tu einem schweren Jrrthum, und eine Ent« tauschuug tritt ein, wenn Milan einmal in die Lage kommt, an da- Heer appelltreu zu müffeu. Die Reise bei Fürsten von Montenegro, der trotz aller FreuudschaftSverficheruugen all ein Widersacher Serbiens auzusehen ist, nach London hat iu serbischen RegterungSkretsen große- Unbehagen heroorgerufeu. Seine Pläne auf dem Balkan find zu sehr in Dunkel gehüllt, als daß mau iu den übrigen Balkaustaaten nicht Mißtrauen gegen seine Abfichten hegen könnte. Der „einzige Freund" Alexander- III. ist immerhin ein Nicht zu übersehender Factor, umsomehr al- auch der jetzige Deutsches Reich. Berlin, 8. Juni. Der Kaiser besichtigte heute früh auf dem Bornstedter Felde daS Garde-du-CorpS und das Letb'Garde'Husocell'Regiment, woran sich ein Exerciren im Feuer anschloß, zu welchem dal Füsilier-Bataillon deS ersten Garde-RegimentS, die Uuteroffizierschule uud das Lehr-Ja- fanterie-Bataillon heraogezogen wurden. Nach der Rückkehr nach Potsdam nahm der Kaiser an dem Frühstück im Eafiuo des Garde-du Corpk-Regiments Theil. Berlin, 8. Juni. Der Kreuzer „K a i s e r i n A u g u st a" ist gestern in Nagasaki augekomme« und heute mtt dem Bice- Admiral von DtederichS nach Manila in See gefahren. Das Schiff „Arcoua" ist von Nagasaki gestern nach Ktautschou in See gegangen. Berlin, 8. Juni. Das Staatsministerium trat heute Nachmittag unter dem Vorsitz seines Bicepräsidevten, Ftnanzmtntster Dr. Miquel, zu einer Sitzung zusammen. Berlin, 8. Juni. Die „Nordd. Allgem. Ztg." schreibt in osficiösem Druck: Die „Berl. Reuest. Nachr." bringen in ihrer Abendnummer vom 7. d. M. die Mittheiluug, daß die Anwesenheit del StaatlsecretärS de- Reichr-Marineamte- im Gefolge Sr. Majestät deS Kaisers bei der Stettiner Reise in Verbindung zu bringen sei mit der Entwickelung de- Reichr-MartueamteS, iu der Richtung eines Reichl- Marine- und SchifffahrtS-AmteS. Wie uns von maßgebender Stelle bekannt geworden ist, beruht diese Nachricht auf Jrrthum. ES besteht keineswegs die Absicht, Geschäfte iu das Reichlwariueamt zu übernehmen, welche in dal Rtffort anderer Reichlämter fallen uud bisher dort bearbeitet worden find. Der Einfluß der Kriegsmarine und ihrer Organe auf die weitere Entwickelung uud Vertretung der allgemeinen See-Jntereffeu ist durch die Stellung des Staatssekretär» des RetchS'MartueamteS innerhalb der RetchSregieruog uud durch seine Thetlnahme an den Berathungen des preußischen StaarSwinisterumS hinlänglich gewahrt, — Aus St. Petersburg wird der „Tgl. Ruodsch." geschrieben: Die Stimmung gegen England ist hier in allen Kreisen so ungünstig, wie seit Jahren nicht. Die rufftsche Preff. ist jetzt von der alten, seit dem letzten russisch- türkischen Krieg immer wieder und in allen Tonarten äuge- stimmten Litanei, daß Deutschlands Diplomatie den Ruffeu überall den Knüppel zwischen die Beine werfe, ganz abge- | kommen. Mau wird der Gradheit der deutschen Politik von Arrrlatrd. Wien, 8. Juni. Wie daS „Neue Wiener Tageblatt" aus parlamentarischen Kreisen erfährt, will Ministerpräsident Graf Thun keineswegs die Partie aufgeben, sondern einen letzten Versuch machen, um durch Abschluß der Sprachen- Debatten und die Einsetzung eines Spracheu-AuSschuffeS eine Verständigung herbeizuführen. Das genannte Blatt bemerkt jedoch, daß nach den bisherigen Dispositionen des Präsidium» del Abgeordnetenhauses die Aussichten auf einen Erfolg dieses Versuchs sehr gering seien. Loudon, 8. Juni. „Daily Mail" zufolge ist die Lau- düng von amerikanischen Truppen auf Porto- rico für spätere Zeit verschoben worden. Locales and ^provinzielles. m. Von ben Lahn, 8. Juni. SS darf auch für diese» Sommer auf den so schön gelegenen Staufenberg (eine Viertelstunde von Bahnstation Frtcdelhausen) aufmerksam ge- macht werden. Sonntags ist die Restauration in der Burg (deren Wirth recht aufmerksam die Gäste bedient und gute Speisen und Getränke bietet) von den benachbarten Dörfern aus mitunter stark occuptrt- deshalb ratheu wir den Ausflug für die Werktage an mit der Anhetmgabe, etwa vorher noch von der Haltestelle Friedelhausen aus die Altenburg zu besteigen (eine halbe Stunde weit), von wo man die beiden Universitäten Marburg uud Gießen, Amöneburg, Glei- berg sehr nett liegen sieht. -1- Salzhausen, 8. Juni. Obgleich dar Wetter immer noch nicht beständig ist, hat fich die Zahl der Badegäste be» Zar die Sympathien für den Fürsten der schwarzen Berge | Tag zu Tag mehr gerecht und ^lbst so grundsätzlich und g-erbt zu haben fdtetnt. Deshalb plaldiren auch all- au,.'—- "" richtigen Vaterlandsfreuvde in Serbien für einen rückhaltlosen Anschluß an Oesterreich, bei dem die serbischen Jutereffen am besten gewahrt sind, da dieses selbst an den Zuständen jenes Landes lebhaft betheiligt ist uud ihnen infolge dessen fort- gefetzt lebhafte Aufmerksamkeit widmen muß.(xx) Feuilleton. Mcrgmannslod. Von Rudolf CurtiuS. (Nachdruck verboten.) Ein alter Kircheugesavg beginnt mit den Worten „Mitten wir im Leben find von dem Tod umfangen". Diese Wahr- beit gilt von Jedem unter unS, denn Niemand weiß — und wohl zu seinem Glück und inneren Frieden — wie nahe ihm oft der Tod ist. Täglich melden uns die Zeitungen von nah und sern, daß blühende Menschenleben einem tückischen Zufalle oder einer jener Katastrophen zum Opfer fallen, wie fie in unserem Jahrhundert der Technik uuo Maschinenarbeit, der Eisenbahnen und der Dampfschiffe leider trotz aller BorfichtSmaßregeln immer zahlreicher werden. Niemand aber ist häufiger iu der Lage, dem Tod in» Au- geficht schauen zu wüffen, al» der Bergmann, den sein harter Beruf zwingt, in den Eingeweiden der Erde zu graben, wo stürzende Steine mu schlagende Wetter seinem Leben nur zu oft ein jähes uud fürchterliches Ende bereiten. Noch war daS entsetzliche Unglück auf der westfälischen Zeche „Carolinen- glück", da» mehr als hundert wackere Bergleute iu der Voll- kraft ihrer Jahre uud Gesundheit dahiugeragt, frisch unS im Gedächtuiß, da meldeten die Zeitungen schon wieder von ähnlichen Katastrophen. Wen dort unten in der finsteren Tiefe daS Geschick nach einem Todeskampfe von nur wenigen Secundeu oder Minuten dahiurafft, der ist fast noch glücklich zu pressenl im Vergleich zu Denjenigen, welchen durch niedergehendes Gestein der Ausweg versperrt wird. Ohne Speise und Trank find fie im Berge eingeschlossen; schließlich verlischt daS sorgsam aufgesparte, letzte Grubenlicht- ein fernes Pochen uud Hämmern zeigt ihnen an, daß ihre Kameraden am Werke find, ihnen zn Hilfe zu kommen, aber in der finsteren Nacht dehnen fich die Minuten zu Ewigkeiten, und in die zagende Seele zieht der bange Zweifel ein, ob die rettende Hilfe noch zur rechten Zeit kommen wird, bevor die letzten Kräfte aufgebraucht find uud der ewige Schlummer der Qual ein Ende macht. Wer vom Leben uud Treiben des Bergmannes nichts weiter kennt, als dessen nette und adrette Sountagstracht, oder vielleicht nur der Schaulust zu Liebe, wie man fich ein Theaterstück anfieht, einmal, in schützende Ueberkleider gehüllt, in ein Salzbergwerk eiugefahren ist, um die au gewissen Tagen übliche Illumination zu besichtigen, weiß von dem harten Leben de» Bergknappen so gut wie nicht». Im vollen Betriebe de» Werktage» muß man die Schächte und Gänge, die schwitzenden, nur auf daS Notdürftigste bekleideten, geschwärzten Gestalten gesehen haben, wie sie bei dem schwachen Scheine des Grubenltchte» zusammengekauert oder liegend den Kohlenflötz bearbeiten, um eine richtige Vorstellung von ihren Mühsaleu zu gewinnen. El find nun allerdings, wie die Statistik des preußischen Bergbaues zeigt, durchaus nicht die Explosionen schlagender Wetter, welche die Mehrzahl der Unglücksfälle verursachen. Von allen unter Tag vorkommenden Unglückssällen werden nämlich nicht weniger als 37 Procent durch niederstürzende Stein- und Kohleuwassen verursacht, welchen nur 11 Pro- cent als durch Schlagwetter hervorgerufen gegeuüberstehev. Immerhin haben aber iu dem 24jährigen Zeiträume von 1861 bi» 1884 iu Preußen allein nicht weniger al» 437 Explofionen schlagender Wetter stattgefuvden, bet welche» Verluste an Menschenleben zu beklagen waren, und wenn auch die meisten derselben nur kleine Verlustziffern auf- weisen, und Katastrophen, wie diejenige in „Earoltnenglück", Gott sei Dank zu deu Ausnahmen gehören, so mahnen doch die immer wiederkehrendeu UnglückSfälle an die Pflicht der Allgemeinheit, Diejenigen, welche uns die unentbehrlichen schwarzen Diamanten heraufholen, nach bestem menschlichem Können vor den sie bedrohenden Gefahren zu sichern, uud eS ist nur ein schwacher Trost in dem Umstande gelegen, daß el in allen anderen Staaten in diesem Punkte noch schlimmer auSfieht als bei uns, und daß namentlich die tieferen nordböhmischen Braunkohlengruben, sowie einige Berg- werke im österreichisch -ischlesischen Kohlendtstrtct Ostrau- Karwin eine bedeutend höhere Zahl von Opfern fordern. Begleiten wir einmal den Bergmann auf seiner Fahrt inS Reich der Gnomen uud Zwerge. ES ist ein Montag, jener Tag der Woche, an welchem erfahrungsgemäß die weiften Explofionen erfolgen, weil die Gruben über Sonntag stillstanden und fich brennbare Gase in größeren Menge» anzusammeln Gelegenheit hatten. Von allen Seiten streben die Arbeiter in früher Tagesstunde durch die noch von nächtigem Grauen bedeckte Gegend der über dem Schacht- aulgange sich wölbenden, matt erhellten Halle zu und eine Menschenlast nach der andern wird in schneller Folge durch den mächtigen Förderkorb in die Eingeweide der Erde entführt. (Schluß folgt.) deutend vermehrt und zwar durch Zugang au» der Um« gegeod. In der nun zu Ende gegangenen ersten Juniwoche stad mehr Badekarten verkauft worden, als in der vorigen Saison während der ganzen Monarß. Hier haben wir einen trefflichen Beweis dafür, daß durch die neue Bahnverbindung daS kleine, reizend gelegene Bad wesentlich gehoben wird. Die Heilquellen kommen auch ganz besonders der Umgegend und den weniger bemittelten Kranken zu gute. Alltäglich erscheinen Badegäste aus Hungen, Echzell, Gettenau, Reichelsheim, Büdingen und au- wetter an den Bahnlinien liegenden Orten. Das Waffer der Lithiumquelle zu trinken, soll besonders empfehlenSwerth sein. Die verehrliche Eisenbahnverwaltung in Gießen würde sich den leb- haftestenDank der W etterauer Bevölkerung verdienen, wenn ein Personenwagen an den 4-Uhr- NachmittagS-Güterzng gehängt würde, wodurch die Badegäste nicht gezwungen würden, bis zum Abendzug in Salzhausen zu bleiben. — Nächsten Sonntag findet hier großes Militärconcert statt. N. Nidda, 8. Juni. Im hiesigen Oberförstereibezirke liegt eine selbständige Waldgemarkung von über 8000 Morgen, die fast ganz aus Laubwaldungen besteht und ein wundervolles Jagdgebiet für sich abgibt. Seither hat die Jagdpacht kaum 200 Mark betragen. Herr E. aus Frankfurt, der sich zwischen hier und Salzhausen eine Billa baut, hat 3000 Mark Jagdpacht für diesen Bezirk, der den Namen die »Harb" führt, geboten, und nun soll diese selbständige Wald- und Jagdgemarkung im Nachsommer öffentlich verpachtet werden. DaS Angebot ist, wie bemerkt, 3000 Mk. - jetzt haben die hiesigen Jagdfreunde ein Consortium zu bilden in AuSficht genommen, daS bi» zu 5000 Mark mttbieten will. So bringt die neue Bahnlinie Leben, Verkehr und Geld in die Gegend. — Bet Salzhausen find wettere 8—10 Bauplätze öffentlich versteigert worden. n . Nieder-Rosbach, 7.Juni. Unsere bedeutenden Ktrschrn- anlagen liefern dieses Jahr nur eine Mittelernte, da der Hagel viele junge Früchte in der ersten Entwickelung abgeschlagen hat. Aus anderen Gegenden mH namhafter Kirschen- zücht lauten die Nachrichten günstiger. Wir werden deshalb keine hohen Preise erzielen können und darum doppelten AuS- fall haben.____________ Dernrifcfrits» ♦ Marburg, 7. Juni. Bei Roda ging ein Wolken- bruch nieder, wodurch das WettschastSthal überschwemmt wurde. Der Landwirth Hainer in Oberasphe wurde auf feinem Hofe vom Blitz erschlagen. * Marburg, 8. Juni. Auf einer UebnngSfahrt begriffen pasfirte heute Morgen eine Radfahrer-Abtheilnng des 116. Regiments »Kaiser Wilhelm" aus Gießen, bestehend au» 1 Offizier, 2 Unteroffizieren und 12 Manu, unsere Stadt. * Berlin, 7. Juni. Das tragische Ende de» Professors Geselschap in Rom beschäftigt noch immer kunstsinnige Kreise. Im September vorigen Jahres war er nach Italien gereist, begleitet von der Tochter seiner Wirthschafterin, da er in Folge seines Fußleidens nicht ohne Hilfe auskommen konnte. Im März erkrankte er an der Influenza und war drei Wochen bettlägerig. Bald nach seiner Wiederherstellung traten Entzündungserscheinungen an seinem kranken Bein auf und verschlimmerten sich derartig, daß die Aerzte ihm dringend zur Amputation riechen. Geselschap glaubte jedoch nicht an seine Wiederherstellung und befürchtete, den Bildercycluü für die Friedenskirche in Potsdam, den er gerade in Rom zu vollenden gedachte, nicht mehr fertigstellen zu können. Dieser Gedanke drückte den Künstler seelisch sehr nieder und trieb ihn unter namenlosen Seelenqualen dem Selbstmorde entgegen. Der Sectionsbefund ergab eine Erkrankung des Gehirns. Die Beerdigung sollte Sonntag Nachmittag auf dem Cestius.Friedhof in Rom, der Ruhestätte der deutschen Künstler daselbst, erfolgen. Die Berliner Akademie der Künste, deren Mitglied Geselschap seit 16 Jahren gewesen ist« hat chren Vertreter in Rom, Bildhauer Professor Ger- Hard, beauftragt, am Sarge des verstorbenen Künstlers einen Lorbeerkranz niederzulegen. Ueber die letzten künstlerischen Arbeiten Geselschaps erfährt die „Rat. Ztg." noch von geschätzter Seite: Professor Geselschap hatte vor einigen Jahren vom Staat den bedeutenden Auftrag erhalten, das Mittelschiff der Friedenskirche in Potsdam mit einem Cyclus von Darstellungen aus der biblischen Geschichte zu schmücken. Die von ihm ausgearbeiteten Skizzen, welche die malerische Decoration des ganzen Raumes umfaßten, haben bei den maßgebenden Factoren ungeteilten Beifall und lebhafte An. erkennung gefunden. Geselschap widmete sich mit freudigem Eifer der Durchführung der von ihm übernommenen großen Aufgabe, er hatte die Cartons zu einigen Bildern bereits vollendet und war in Rom mit Ausführung der Gemälde auf Leinwand beschäftigt. Außerdem hat er in letzter Zeit im Auftrage der Stadt Hamburg Skizzen für die Ausmalung des Hauptsaales des dortigen neuen Rathhauses entworfen. Auf andere ehrenvolle Anträge, die an ihn herantraten, konnte er mit Rücksicht auf die von ihm bereits übernommenen umfangreichen Arbeiten nicht näher eingehen. * Hamburg findet in diesem Jahre vom 10. Sep- ttmbcr bis 2. October eine allgemeine Ausstellung für VolkSernährung und Gesundheitspflege, verbunden mit einer Sonderausstellung für Kochkunst, Brauerei und Wirth« schaftSwesen, statt. Sie wird in särnrntlichen Räumen bei auf StaatSgrunde stehenden ConcertbauseS Hamburg, St. Pauli, und auf dem anstoßcnden Heiligengeistfelde in einer eigens zu erbauenden Maschinenhalle veranstaltet. Dem Ausschüsse der Ausstellung gehören die hervorragendsten Männer aller in Frage kommenden Fachkreise Hamburgs an, sodaß ein Gelingen bei Unternehmens außer Frage steht. e Der verband deutscher Fahrradhandler beabfichtigt eine Fahrrad messe. Sie wird in der Zeit vom 3. bis 9. November in den Räumlichkeiten del Crystallpalastes zu Leipzig abgehalteu. Die Vorarbeiten schreiten rüstig vor- wärtö, und schon jetzt läßt sich mit Sicherheit eine um- faffende Betheiligung der deutschen Fahrradindustrie und der mit dieser in Beziehung stehenden Geschäftszweige erwarten. e «ulschreibeu. Die Firma G. Leh kauf, kunstgewerbliches Magazin, Nürnberg, erläßt, ein Preisausschreiben zur Erlangung eines künstlerisch aulgefütrten Gegenstände», der all Andenken an Nürnberg geeignet ist. ES ergeht deßhalb an Künstler wie auch Kunsthandwerker die Aufforderung zur Be« theilignng und können die betr. Bedmgungen bei obiger Firma erholt werden. All Preise find 500, 300 und 200 Mk. an- kttsetzt, wie auch die Prämiirten fofort Aufträge auf mehrere Tausend Mark erhalten. * Auszeichnung. Dem Ingenieur Hugo Luther in Braunschweig wurde durch einstimmigen Beschluß der jetzt in Ehemnitz tagenden Generalversammlung del Verein» deutscher Ingenieure (ca. 12000 Mitglieder) als höchste Vereins- auSzeichnung für hervorragende technisch-industrielle und fachwissenschaftliche Leistungen die Gralhof-DeakmÜnze zuerkannt. Inhaber der GraShof-DenkmÜnze waren seither der Baudirector und Professor des MaschinentngenieurwesenS an der technischen Hochschule Stuttgart C. v. Bach, der Professor deS Bauingenieurwesens an der tchnischen Hochschule Aachen O. Jntze, der Commerzienrath G. Krauß-München, der Professor an der technischen Hochschule München Dr. Earl Linde, der Geh. RegiemngSrath und Profeffor an der technischen Hochschule Berlin A. Riedler, der Geh. RegiemngSrath A. Wöhler-Hannover, der königl. sächs. Geh. Rath und Profeffor an der technischen Hochschule Dresden Dr. Gustav Zeuner, sowie die Geh. Commerzienräthe Fabrikbesitzer H. Gruson- Magdeburg und F. Schichau-Elbing, von denen die beiden Letztgenannten bereits verstorben find. * Mau nimmt gewöhnlich an, daß die Schreibmaschine eine ganz moderne Erfindung sei,- dem ist aber nicht so, vielmehr findet .fich, wie uns da» Internationale Patent- bureau Carl Fr. Reichelt, Berlin NW. 6, mittheilt, in den englischen Patentacten vom Jahre 1714 ein Patentgesnch, welche» sich auf eine »Maschine zum Schreiben mit gedruckten Characteren" bezieht. — Genau hundert Jahre später findet fich eine zweite von Sain & Wright eingereichte Anmeldung, die fich gleichfalls auf Schreibmaschinen bezieht. Diese (Son* struction bildete die Bafis, auf welcher Thurber in Worcester weiter baute. 1851 erhielt ein Franzose, Foucault, ein englisches Patent auf eine sehr finnreich ausgedachte Schreibmaschine, welche auch im Modell auf der großen Weltausstellung desselben Jahres figurirte und Aufsehen erregte. — Unter den derzeit gangbaren Schreibmaschinen nimmt die BlickenSderfer einen hervorragenden Platz ein. Die Jury in Chicago, welche der BlickenSderfer auf der Ausstellung im Jahre 1893 die höchste Auszeichnung zuerkannte, äußert fich in ihrem Gutachten dahin: »BlickenSderfer, eine vorzügliche und handliche, den Erfordernissen des Geschäfts- und Privat* gebrauche- entsprechende Schreibmaschine. ES ist eine au» sehr wenig Theilen bestehende Thpenradmaschine mit stet» sichtbarer Schrift, die Thpenräder find au»wechselbar und billig, die Zeilenweite kann beliebig reguliert werden. Die Maschine eignet fich gut zum vervielfältigen und hat ein leicht Übersichtliche», gut angeordnete» Griffbrett. Sie zeichnet sich durch Einfachheit, geringe» Gewicht, LeiftungSfähigkett, Billig* kett und Dauerhaftigkeit aus und bedeutet einen außerordentlichen Fortschritt in Fabrikation, Leistungsfähigkeit und Schnelligkeit von Schreibmaschinen." — Die BrÜhl'sche Uni* verfitStS, Buch« und Steindrnckerei in Gießen hat den Allein- vertrieb der BlickenSderfer für daS Großherzogthnm Hessen übernommen und steht mit Auskunft gern zu Diensten. • Aul Jerusalem wird berichtet: In der deutsch- evangelischen Kirche find gegenwärtig zwei deutsche Maler mit Herstellung der Wandmalereien beschäftigt, Kuppel und Decke find nahezu vollendet- bis aber die Malerei an den Seitenwänden fertig fein wird, werden noch Monate vergehen. Altar und Kanzel werden aus dem besten Gestein des benachbarten Gebirges hergestellt, und zwar find es zwölf ge* schickte arabische Steinhauer auS Bethlehem, Betschala und Ramalla, die diese feinere Arbeit liefern, wie ja die Bau- Handwerker Bethlehems von alter Zeit her einen guten Ruf haben. Die Orgel baut Orgelbaumeister Dinse in Berlin. Die türkischen Behörden Jerusalems find infolge höherer Weisung vor Kurzem zusammengetreten, um unter Mitwirkung eines Beamten des deutschen Lonsulats eingehend über Alle» zu berathen, waS wegen deS bevorstehenden Besuche» des deutschen Kaisers in» Werk gesetzt werden soll. Der deutsche Consul Dr. v. Tischendorf ist vom Auswärtigen Amt nach Berlin berufen worden, um ebenfalls die Reise des Kaiserin die rechten Wege leiten zu helfen. * 3n Pari! beabfichtigt man, nach einer Mittheilung des Patentbureaus von H. L W. Pataky in Berlin, die Wasserkünste der öffentlichen Plätze leuchtend zu machen, und hat schon Versuche in dieser Richtung angestellt. Man hat dabei nicht die Mannigfaltigkeit der Farben angestrebt, wie sie von Zeit zu Zeit bei den Fontänen der internationalen Ausstellungen entfaltet und durch auf einer Anhöhe angebrachte Apparate erzielt wird; in Paris soll nur eine Art Goldgelb zur Anwendung kommen. Dafür aber werden die Springbrunnen das Ansehen von Caskaden aus Diamanten und Topasen haben. Diele Wirkung soll mittels elettrischer Lichter und farbiger Gläser erreicht werden, die in solcher Weise um das Bassin geordnet find, daß die Schönheit des Springbrunnens auch bei Tageslicht sich nicht vermindert. Die zu Versuchen verwendeten Fontänen waren die am Place du Theätre fran^ais und am Place de la Concorde, und bis jetzt sind alle diese Versuche vom besten Erfolge gekrönt gewesen. * Für Wirthe. Wirthe sollten, nachdem da» Radeln tu großartigem Maßstabe zunimmt, barem denken, fich den Be* such der Radler zu sichern. Hierzu gehört neben preil- werther und guter Verpflegung ein trockener, sicherer Raum zur Aufbewahrung der Räder, Vorhandensein von Reparatur* Werkzeug, größere Luftpumpe, wie solche für wenig Geld zu erhalten. Dal Vorhandensein von Karten der nächsten Umgebung, Fachschriften wird angenehm Überraschen, noch mehr aber, wenn der Radler über Nacht bleibt und am Morgen sein Rad von der sachverständigen Hand bei Haulknechtl sauber geputzt, eventl. ausgepumpt und nachgesehen vorfindet. Ist der Wtrth selbst Radfahrer, so wird er seinen dienstbaren Geist leicht unterweisen können, sonst laffe er diel von einem Radfahrer thun. Genaue Kenntniß über die Straßenverhältnisse auf Grund eigener oder fremder Erfahrung dürfte auch von großem Bonheil sein. Der Wirth sorge dann dafür, daß keine Belästigungen der Radler In Orten durch Kinder ober Erwachsene (solche Orte werden gemieden) statt- finden, und ein Radler wird el dem andern sagen, wie gut aufgehoben, und wie zufrieden er war. Der Besuch wird steigen zum BoNheil deS WinheS, der Gemeinde und der ganzen Gegend. Wirthe, welche geeignete Schllber anbringen, z- B. „Radlerheim", »Gute Verpflegung", „Aufbewahrung!- raum für Räder", »Reparaturwerkzeug vorhanden", „Reinigen der Räder" rc., werden sicher dadurch manchen Radler ver- aulaffen, einzukehren und wiederzukommen. * Fürst BiSmarck ist bekanntlich kein Freund der neuen Orthographie — manch liebel Mal hat er feiner Abneigung dagegen Anldruck gegeben. Neu ober ist, wal Po- schinger im vierten Bande seine» Werke» »Fürst BiSmarck und der BundeSrath" aus den Erinnerungen de» weimarischen StaatSminister» Dr. Stichling mittheilt. Darauf, so berichtet Stichling über eine Kaffeeunterhaltung aus den ersten Monaten deS Jahre» 1880, brachte der Fürst da» Gespräch auf die neue Orthographie, gegen die, als eine ganz unnütze Beengung der persönlichen Freiheit, er gewaltig zu Felde zog, zur großen Verlegenheit de» anwesenden Minister» Hofmann, der die Unvorsichtigkeit begangen hatte, die neue Putt- kamer'sche Orthographie den 8unbe»regterungen zu empfehlen, ohne dem Reichskanzler darüber Vortrag erstattet und seine Genehmigung eingeholt zu haben. In seiner Auffassung von der persönlichen Freiheit jede» einzelnen Deutschen in Betreff der Rechtschreibung ging der Fürst allerdings weit. Er erkannte namentlich auch gewiffe Schreibarten innerhalb der Familien an, sprach die vorau»setzung au», daß ich doch gewiß so schreiben würde, wie Herder geschrieben habe (Stichling war der Sohn der einzigen Tochter Herder»), und erzählte au» seiner Familie von der eigeuthümlichen Sprachbildung seine» Vaters. Der habe für baß Wort „jagen" zwei Imperfecta gehabt: wenn er auf ber Jagd gewesen sei, habe er gesagt: »ich jagte"; wenn er aber recht scharf geritten fei: „ich fug". Unb da» schien ber Sohn al» ganz berechtigt anzusehen. * Die erste Kirche in Klorrdyke. Aus dem neuen Goldlande kommt dem Patentbureau von H. L W Pataky in Berlin die Nachricht, daß Klondyke seit Kurzem im Besitz einer Kirche und zwar einer sehr wohleingerichteten ist. Noch im August vorigen Jahres hielten die dort anwesenden beiden Missionäre in einem kleinen Häuschen Gottesdienst. Als dieses durch einen Zufall abbrannte, predigten sie im „Opernhause", dem größten Saal in Klondyke; bald aber regte sich bei den Missionaren und bei den Goldgräbern selbst der Wunsch nach einer eigenen, würdigen Stätte der Andacht, und mit vereinten Kräften unternahm man den Kirchenbau. Derselbe stellte sich ziemlich theuer; zum Maaß- stabe für den hohen Preis jedes einzelnen Zubehörs fei erwähnt, daß eine gewöhnliche Thürhaspe nicht unter 2 Pfund Sterling — 40 Mark beschafft werden konnte. Nachdem aber diese Opfer gebracht worden, bietet die Kirche Annchm- lichketten und Vortheile, die man sonst in Gotteshäusern vergeblich sucht. Immer wohlgehetzt, dient sie den Goldgräbern, wenn kein Gottesdienst ist, zum Versammlungslocal und enthält ein Lesezimmer und eine Bibliothek mit etwa 1500 Büchern und den gelesensten Zeitschriften. Dies hat einen ganz besonderen Werth für diese Minenarbeiter, die sonst aus das verwlldernde Wirthshausleben angewiesen waren, und schon zeigt sich bei ihnen ein reges Interesse für Lectüre und geistige Unterhaltung. Endlich steht in directer Verbindung mit der Kirche ein Arbeitsnachweisbureau, ebenfalls eine sehr nützliche Einrichtung, denn seltsamerweise sind die ArbeitS« und Stellenlosen in Klondyke, der Stadt des Goldes, ebenso häufig, wie in anderen Großstädten Amerikas und in denen Europas. • Chinesische Dienstboten. Da gegenwärtig China, bal „Reich ber Mitte", gewissermaßen bal Zentrum ber allgemeinen Aufmerksamkeit bilbet, dürfte e» von Interesse sein, ,u erfahren, wie man in »competenten Kreisen" über jenem Riefenreid) entstammenbe dienstbare Geister benkt unb urtheilt. Chinefische Dienstboten finb in Amerika keine Seltenheit - von bort kommt un» daher auch bie maßgebende Kritik: „Ein Kreuz unb Leiben", so schreibt man au» San Francisko, „hat man hier zu Laube mit chinesischen Dienstboten- sobald ie fich bei einer Herrschaft befinden, die ihnen nicht zusagt, iflegen fie vor dem Abzüge ihren Nachfolgern durch allerlei geheime Zeichen auf den Töpfen und sonstigen Küchengeräthen ;anz bestimmte Mittheilungen über die Eigenheiten der Herrschast zu geben. Sie bringen zu diesem Zweck auch an den Wänden unb Thüren kleine, kaum sichtbare Zettel an, welche oft die unerbaulichsten Warnungen enthalten. Ein Herr in San Francisko, der seine Dienerschaft häufig wechselte, latte vor Kurzem einen neuen Koch angestellt- doch kaum gatte dieser die Küche betreten und einige Kächengegenstände a Augenschein genommen, al! er sofort Kehrt machte und davoneilte. Der Herr folgte dem fort eilenden Kochkünstler und fragte ihn, warum er seinen Dienst nicht antrete. „Me no wanto stop here* antwortete der bezopfte Sohn Chinas - „Frau böse Zunge — den ganzen Tag Arbeit — kein Lohn zahlen — me go." * Antichambrirende Königinnen. Daß auch Königinne» bisweilen antichambriren müssen und doch keine Audienz erlangen können, haben die holländischen Königinnen kürzlich n Arth.Goldau erfahren. Am Tage vor Pfingsten wollten ie ihrer „Coufine", der Königin der Berge, einen Besuch abstatten unb theilten die» ber Direktion der Arth-R gi Bahn in Goldau von Schönfel» aus telephonisch mit. Director »'TlÄ 6 it°, tte'i«. «Sf *i» ' Nt, £ > l«n, 'Wb« S 2ta' »'N. A> dn ©twi nb? tt^hb »fiDtlt §*ju. *?b dn r*$ "* »Mn »Im 10 ««um. ” 8,,M|' *> i'Ä"®b ‘"'M L^r rKL SL‘“ »ta fc J" JM d°> @*H I-°I Wch ' " l,»‘Üi| 10 S,i , »ö «“ f“', llt WH ^»l “Nrn #nb feint 3“ Ie!°n iluffchll-o« tln‘D Deotschkll in8ttnr 1 -nrd'Mt tttit. -r n, intbarttn innti^olb in D8 uni/ bah ich doch gtrij rschrikbev habe (SW, “ Httbnt), llllb erM ^L-lichea Sprachbiiiij Don »jagen* gwci > 3a|b gtioefen sei, °dn recht scharf gnntm : Toha all gong bllchip !. Aus dm neuen M- non h. L W Pataky n)le seit fiunm im 8M >ohleingmchteten iß. Noch en die hort Wesenden m Häuschen Sotteidünst. 'rannte, predigten Re In in ÄlwNe; halb aber ) bei den Goldgräbern n, würdigen Stätte der u Mrrnahw man den M theuer , M Maah. midncn Zubehörs fei er- rtpe nicht unter 2 Pfund tttbm tonnte. Nachdem bietet die Kirche Annehm- : sonst in Gotteshäusern ml, dient Re den Sold- ; tun LersaninilungSM inu Kbltothek mit etoi i Zntschriften. Dies b diese Minenarbeiter, " ethchmSleben aogemrs Ml M» Ml m b,t2 bnti*M*m * . Wfdiiomtw * btr Stabt M « ®ro6ftäbten w-n>" tfu II -?**Ä ' ftrHitn wer \w* ' «» Will r.TSfc htt ,L*$11,4 “ tfSscs rOrl I-i i ozniiio^ rij'S Xjtf** Dudler fragte sofort bei dem Hofmarschall der Regina montium, dem Dr. Schreiber auf Rigi-Kulm au, ob „AuS- ficht" vorhanden sei, und als die Antwort lautete: „Rigi hell", bestiegen die Königinnen in Zug den Zug und trafen gegen zwölf Uhr Mittag- tu Goldau ein. Inzwischen wurde der Bahnhof der Arth Rigi-Bahn schleunigst decorirt und lustig flatterten die Wimpel im Winde. Arth-Goldau ist bekanntlich der EmpfangSsalou der Königin der Berge für alle Diejenigen, welche die Rigi von ihrer schönsten und erhabensten, liebreizendsten und majestätischsten Seite kennen lernen wollen, und der Ausgangspunkt der herrlichsten aller Rigifahrten. Nunmehr kündigte Dr. Schreiber seiner Königin den hohen Besuch an; aber ein böseres Gesicht, als er jetzt zu schauen bekam, hat er wohl Zeit seines Lebens nicht ge» sehen. Köntgtn-Rtgt, welche sich gerade beim Anfang der Pfingsttoilette befand, war entsetzt, daß sie sich tu diesem Zustande vor der liebreizenden, jugendlichen Königin der Niederlande präsentiren sollte, weil sie bei einem Vergleich mit dieser gar zu sehr zu kurz zu kommen fürchtete, und erklärte deshalb ihrem Hofmarschall bündig und kategorisch, vor Wilhelmine wolle sie sich nur in dem vollen Glanze ihrer Schönheit zeigen; darum sei sie heute unter keinen Umständen zu sprechen. Zur Bekräftigung dessen hüllte sie sich denn auch plötzlich von Kopf bi» Fuß in dichte, undurchdringliche Nebelschleier. Die holländischen Königinnen warteten noch ein Viertelstündchen, ob die Königin der Berge sich doch nicht noch erweichen lassen würde; da diese aber, wie Jedermann weiß, ein Herz von Stein besitzt, warteten sie vergebens. Sie ließen der „Cousine" also ihr lebhaftes Be- sauer» aussprechen, versprachen jedoch in der nächsten Woche wieder zu kommen, wenn die Regina besserer Laune wäre. * Mozart« Ohrmuschel eine Mißbildung. Diese merk- würdige Thatsache wird vom Privatdocenten Dr. P. H. Gerber-Königsberg in der „D. Med. Wochenschr." festgestellt. Unter den Erinnerungen, die zu Salzburg im Geburtöhause Mozarts, Gerretdegaffe 9, aufbewahrt werden, befindet sich ein kleines Aquarell, das weiter nichts darstellt, als zwei menschliche Ohren. Die Nummer des Catalogs sagt hierzu: „Mozarts Ohr und ein gewöhnliches Ohr." Dr. Gerber gibt eine Abbildung, die er im Mozarteum an Ort und Stelle angefertigt hat, und gehr auf die Zahl der anatomischen Abweichungen ein, die das Ohr deS Tonmeisters kennzeichnen. „ES find nicht nur Varietäten des Knorpels, welche die Ohrmuschel stellenweise verkümmert und character- loS erscheinen lassen, eS fehlte Mozart auch völlig das dem Menschenohr eigentümliche Läppchen, das nur aus einer Hautduplicatnr und Fettgewebe besteht. DaS vorhandene Rudiment erscheint nur als eine Fortsetzung des äußeren Randes der Muschel; eS trägt einen kleinen Ohrring. Daß die äußere Umrandung des Ohres statt einer continuirlichen schönen Rundung eine oder mehrere Abknickungen zeigt, kommt häufig und auch bei sonst normalen Ohren vor. Auffallender schon ist die rudimentäre Eotwickiuug des Anthelix und das Fehlen des Antitragus. Beides kommt besonders bet einer bestimmten Kategorie von Ohren vor, den sogenannten Breitohren. Anthropologisch steht das Breitohr tiefer alS daS I Langohr, denn bei den niederen Menscheuraffen (Negern) ist I der Ohrindex größer als bei der kaukasischen Raffe, und J noch größer bei den Anthropoiden und den Affen überhaupt. Hiernach also würde MozariS Ohr auf einer tieferen Entwicklungsstufe stehen. Dazu fällt nun noch das Fehlen des Ohrläppchen- schwer ins Gewicht. Denn eben so wie die äußere Nase halten bje meisten Anthropologen auch daS Ohrläppchen für effle charakteristische Eigenthümlichkeit des menschlichen OhreS. Denn wenn sich auch eine Andeutung davon bei den Anthropoide^ findet, so ist es bei den niederen Menscheura^eu entschieden geringer entwickelt als bei den höheren. Nach alledem habm wir eS in Mozarts Ohr mit einer Mißbildung zu thvn, die nicht nur sehr unschön — nach Maßgabe der Anpaffung.unsere- ästhetischen Empfinden- au da- gegebene Normale —sondern auch auf einer tieferen EntwickelungSstuse stehen geblieben ist." Aber das innere Ohr--. * Ibsen und die Frauenfeoze. Der Norwegische Frauenverein in Christiania veranstaltete vor Kurzem zu Ehren Dr. Henrik Ibsens im Grand Hotel ein Fest, bei dem nach der Begrüßungsrede der Frau Staatsminister Biehr ein hübsches Intermezzo folgte. Es erschienen im Saale, nachdem er Halbdunkel gemacht worden war, in langem Zuge die Jbsen'schen Frauengesialten, zusammen 27, die beim Dichter vorüberwandelten und ihm je eine Rose überreichten, wobei sie nannten, wen sie darstellten. Als dann Fräulein Gina Krog eine Rede gehalten hatte, worin sie Ibsen für das, was er durch seine Dichtungen für. die Frauen und die Frauensache gewirkt hätte, dankte, erwiderte Ibsen unter Allgemeiner Spannung Folgendes: „Ich bin nicht Mitglied des-Vereins für die Frauensache. Alles, was ich gedichtet habe, ist nicht von einer bewußten Tendenz ausgegangen. Ich war mehr Dichter, weniger Sozialphilosoph, als man im allgemeinen zu glauben geneigt scheint. Ich danke für den Toast, muß aber auf die Ehre, daß ich bewußt für die Frauensache gewirkt haben soll, verzichten. Ich bin nicht einmal im Klaren darüber, was eigentlich die Frauensache ist. Für mich gibt es nur eine Menschensache, und liest man aufmerksam meine Bücher, so wird man dies verstehen. Es ist gewiß wünschenswerth, neben den anderen Fragen auch die Frauiüfrage zu lösen, das ist aber nicht die ganze Absicht gewes en. Meine Aufgabe bildete die Menschenschilderung. Ist diese nun einigermaßen treffend, dann legt der Leser seine eigenen Empfindungen und Stimmungen hinein. Man schreibt dies dem Dichter zu; aber nein, so ist es nicht. Man dichtet es hübsch und fein um, ein Jeder nach seiner Persönlichkeit. Nicht allein Diejenigen, die schreiben, sondern auch Diejenigen, die lesen, dichten; sie sind Mitdichtende. Oft sind sie poesievoller, als der Dichter selbst. Ich will mir erlauben, mit einer Aenderung für den Toast, der an mich gerichtet war, zu danken. Denn das sehe ich ja, daß die Frauen eine große Aufgabe auf den besonderen Gebieten haben, für welche dieser Verein wirkt. Ich will dem Verein für die Frauensache einen Dankspruch ausbringen und wünsche ihm Glück und Fortgang. Ich empfand es stets als eine Aufgabe, das Land zu heben und dem Volke eine höhere Stellung zu geben. Hierbei machen sich besonders zwei Factoren geltend; es liegt den Müttern ob, durch ange- strengte und langsame Arbeit ein bewußtes Gefühl von Cultur und von Disciplin zu erwecken. Dies muß in den Menschen hervorgerufen werben, ehe man das Volk weiter heben kann. Die Frauen müssen die Menschenfrage lösen, als Mütter müssen sie es thun, und nur als solche können sie es. Hier liegt eine große Aufgabe für die Frauen. Dank und Hoch für den Verein der Frauensache." ♦ Der Deutsche Eymnafialverein hielt am 31. Mai seine siebente Versammlung zu Stuttgart in der Aula des Karlsgymnafiums, unter Vorsitz des Geheimraths Schrader aus Halle. Die Versammlung war sehr gut besucht. Sie hörte zuerst einen höchst interessanten Vortrag von Oberlehrer Dr. Schrader aus Hannover über die Grenzen der Anwendung naturwissenschaftlicher Forschungsmethoden auf allgemeine Fragen der Erziehung und des Unterrichts, an den sich eine Besprechung schloß, die wohl geeignet war, allzu kühnstrebende Forscher und Messungsfanatiker zu äußerster Vorsicht zu mahnen. Alsdann sprach Geheimrath Jäger aus Köln über die Bedeutung des griechischen Unterrichts im Organismus des Gymnasiums. Der Vortrag, dem sehr bestimmt formulirte Thesen beigegeben wurden, rief eines unserer hervorragendsten wissenschaftlichen Häupter, den hochbetagt, aber noch in voller Frische in Stuttgart lebenden Geheimralh Eduard Zeller, den Verfasser des classischen Werkes über die Geschichte der griechischen Phllosophie, auf den Platz, der nun in seiner Rede mit unvergleichlicher Klarheit das gute Recht und die Unentbehrlichkeit des Griechischen für unsere Gymnasialjugend darlegte, die Noth- wendigkeit, mit demselben früh und nicht nach der Weise des Reformgymnasiums erst in Untersecunda zu beginnen, betonte und seine rückhaltlose Zustimmung zu den Thesen Jägers aussprach, die denn auch die einhellige Zustimmung der Versammlung fanden. Am folgenden Tage trat im Saale des Stadtgartens die Landesversammlung des württembergischen Gymnasiallehrervereins zusammen, der auch der Cultusminister v. Sarwey beiwohnte. Sie erhielt eine besondere Weihe durch den Abschied des hohen verdienten Ministerialdirectors Präsidenten Max Planck, der genau fünfzig Jahre nach dem Antritt seiner ersten öffentlichen Stellung im württembergischen Schuldienst in den Ruhestand tritt. Die Verhandlungen betrafen äußere und innere Angelegenheiten des würltem- bergifchen Schulwesens, deren Erörterung aber auch die anwesenden Gäste aus dem übrigen Deutschland und der Schweiz mit großem Interesse folgten. Bei beiden Versammlungen und dem jeder folgenden gemeinsamen Mahle trat es sehr deutlich und unter tiefer und lebhafter Begeisterung zu Tage, wie schön sich hier die besondere Landes- und Stammesart mit dem allgemein deutschen Bewußtsein vereinigte. In Württemberg ist die Idee des humanistischen Gymnasiums im besten Sinne volksthümlich und wird von der Ueberzeugung der ungeheueren Mehrheit der gebildeten Kreise getragen. Der Verlauf der beiden Tage war in dieser Hinsicht sehr ermuthigend, ja man darf sagen erhebend. 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Juni 1898, Vormittags 11 Uhr, im Saale des alten Rathhauses öffentlich versteigert werden. Die Großh. Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden um Veröffentlichung dieser Bekanntmachung ersucht. Gießen, den 7. Juni 1898. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 5784 Bekanntmachung. Anmeldungen zum Bezüge der aus der Ebel-Stiftung für 1898 an arme Kinder zu verabfolgenden Kleidungsstücke sind bis zum 1. Juli d. IS. bei dem Armenamt (Zimmer Nr. 2 des Bürgermeisterei-Gebäudes) vorzubringen. Gießen, den 3. Juni 1898. 5750 Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. Tutti-Frutti halte ich f r die beste und practischste drehbare Fruchtpresse für Kirschen, Stachel-, Johannis-, Hirn-, Heidel-, Preissei-, Hollunderbeeren, Tomaten etc. zu Fruchtsäften, Gelees. Solide, rasch und bequem. Stück Mk. 10.—. Man verlange illustrirte Liste über Geräthe für Haus, Hof, Garten und Feld J. C. Schmidt, Hoflieferant, Erfurt. Aachener Badeofen D. R.-P. Ueber 50 000 Oefen im Gebrauch. 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