tten "Meidet 1898) e Wkh 11 <, J® Vf«. li'dsch nut (e B ^9tn onj d°° 1 Uhr ,u —___880 Hule m. I» SoftiBtl, n. ?n an - ommen. 38?j ember. >r. Lehrerin. 6912 für den Wer !elt an braucht ächt von gedrückte ias „oep i sie an» ionell zn lebet zu it Eäug- rs heran» r's zahl» enährt! iealino tzsteinstrahe 45 und daraut gefeit« u. Seiöläng.i V 1; ib billigst W«f > Damenbloai^ n la. emaiöiiltft e zu bekannt kHi-l sweg »Men w» nienb- vbl- s ft* BI " ml 0^ r 1898. Ibertente -Rente )bl- 0? Si>" ’’ ilt .. ßt!« Nr 211 Zweites Blatt. Freitag den 9. September t04et<1 UgM ■rtt Nllsnabmk bei iRentog«. Die Wietzener BewHItalfiftir »erben btm Anzeiger W-cheuttich viermal brigrirgt Gießener Anzeiger »n*e»FT* viertel S Mark 30 mwctli4 75 ff» mit Bringertvtz». W MWr I Warf 50 W*g. vkrteitMrt* ■ eee|me een Anzeigen zu brr Nachmittags für bea Mylrn t«g erscheinen bell Nummer bis Harm. 10 Uhr. Generat-^n^eiger Ur Anzeigen-verouttlurrgAKelleo bM 9w» anb ■-“l^g nehmen Anzeigen Hx den Wietzener Anzeiger ew*^» Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Giefzen. lUbecttoe, Ggpebittvn wnb Druckerei: Ach- ßra». >t. 7. Gratisbeilage: Gießener Familienblätter. Äbreffe für Depeschen: >i|dgn Fernsprecher Wr. kL Amtlieh-r Tbeil. Großherzogtiche Jachschute für tztfenbeinschniherei und verwandte Gewerbe zu Grbach t. Odenw. Die Anstalt stellt sich die Aufgabe, tüchtige Elfenbein- uvd Holzschnitzer heranzubilden, denen eine vollständige theoretische und practische Ausbildung geboten wird; in gleicher Weise dient sie zur Ausbildung von Drehern, Ciseleuren, Stuckateuren und verwandten Berufsarten. Das Wintersemester beginnt Montag de« 10. Oktober. Unterrichtet wird von drei Fachlehrern und zwei Hilfslehrern in folgenden Lehrfächern: Freihand- und Linearzeichnen, kunstgewerbliches Zeichnen nnb Entwerfe», Modellir-n nach ornamentalen und figürlichen Motiven, Vorträge über plastische Anatomie, Stillehre, Materialienkunde, Aufsatz, Buchführen, Rechnen, Geometrie, veranschlagen und Wechsellehre; Schnitzen, Drehen und Fasoitren in Elfenbein, Horn, Holz, Perlmutter, Schildpatt; sterb- und Flachschnitt, Holzbrand, Einlegearbeit (Intarsia, voulle); Eiseliren tu Silber, Treiben in Kupfer, Montiren in Edelmetall in Verbindung mit Elfenbein, Glas, Achat n s. w. Der Unterricht wird durch eine reiche Modell« und vorbtldersammlung, sowie gut ausgestattete Werkstätten iitterstützt. Da» Schulgeld beträgt zehn Mark im Halbjahr. Unbemittelten Schülern kann die Entrichtung des Schulzeides nachgelasien, sowie Auswärtigen der Besuch der Schule bard) einen Unterstützungsbeitrag erleichtert werden. Bei besuchen um Gewährung der einen oder anderen Art dieser trletchterungen werden neben der Vermögenslage des Schülers mch die Vermögensverhältnisie der Heimathsgemeinde oder bae Vorhandensein geeigneter Stiftungsmittel in Betracht gezogen. Anmeldungen und Gesuche find an die Unterzeichneten zu richten, welche weitere Auskunft erthetlen. Erbach, im September 1898. Dar Vorsitzende des Aufsichtsrathes: Der Großh. Hauptlehrer: St eg müll er. Görig. Deutschlands neueste Kolonie von Eapitän Han» Hensen. (Rachdruck verboten.) (Fortsetzung.) n. Die Provinz Schontung. Die Bucht von Kiau- Tschou. Landwirthschaft und Industrie. Die Stadt Nü-ku-kau. Die Stadt Kiau-Tschou. Die Provinz Schantung, zu welcher Kiau-Tschou gehört, liegt im Nordosten de» Reich», nördlich vom Golf von Pet- schilt und der Bucht von Korea, östlich und südöstlich vom Gelben Meer, südwestlich ungefähr vom Kaiserkanal, nordwestlich vom Hoangho begrenzt, jedoch theilweise noch über denselben hinausgehend. Im Osten und Westen ist die Provinz von Bergland eingenommen, da» mehr al» zwei Drittel der etwa 150000 Quadratkilometer großen Provinz bedeckt, welche fast 30 Millionen Einwohner zählt. Es ergibt die» eine Bevölkerungsdichtigkeit, welche nahezu doppelt so groß als diejenige de» deutschen Reiches ist. Sie ist am stärksten in der zwischen den beiden Gebirgscomplexen liegenden Ebene. Die Gebirge waren früher stark bewaldet, jetzt aber find die Wälder nahezu gänzlich al» Feucrungsmaterial verbraucht, wa» um so ausfallender erscheint, als Steinkohle in den Gebirgen an den verschiedensten Stellen vorkommt. Aus Mangel an guten Wegen kann fie aber nur in unmittelbarer Rähe der Fundorte verbraucht werden. Diese find bet Poschan, etwas nördlich vom Zentrum de» westlichen Gebirgslande», bei Wichsten, an der Rordostecke, und bei Tschou fu, an der Südspitze desselben gelegen. In unmittelbarer Nähe von Kiau Tschou stnd bedeutendere Kohlenlager bisher nicht gefunden worden, indessen ist das Vorkommen derselben nicht unmöglich, da die Chinesen selbst von den zu Tage liegenden Flötzen nur einen Theil abgebrannt, Forschungen nach von der Erdoberfläche verborgenen „schwarzen Diamanten" aber nirgend» angestellt haben. Zweierlei Umstände traten dem Tiefbau hindernd entgegen: Einmal der Holzmangel, dem jedoch durch Einfuhr aus Kanada leicht abgeholfen werden kann, und sodann die Unbekanntschaft der Chinesen mit der Kunst der Wasserhaltung, der Einrichtung von Pump- werken. | Hafen. Eine von hier nach Norden und sodann nach Westen, in noch gänzlich unaufgeschlossene und an natürlichen Schätzen reiche Provinzen geleitete Eisenbahn würde und — wir dürfen es wohl sagen, nachdem Kiau-Tschou in deutschen Besttz übergegangen ist — wird zu einem Verkehrsweg allerersten Ranges werden. Denn der einzige Hafen, der an der Südküste noch existirt, Tfchifu, hat den Nachtheil, daß fich zwischen ihm und dem in da» Auge zu fassenden Ausbeutungs- gebiet da» Gebirgsland befindet, ein Verkehrshinderniß, da« sich unter den obwaltenden Verhältnissen kaum bewältigen ließe. Der Wasserweg aber, der schon von den Kaisern au- mongolischem Geschlecht mit ungeheurem Aufwand an Menschen, kräften angelegte Kaiserkanal, ist nur für Schiffe von ganz geringem Tiefgang und auch für diese nur zeüweise fahrbar, da er im Winter vereist, und die vorhandenen Schleusen- werke nicht entfernt imstande find, Ueberschwemmungen zu verhindern, durch welche seine Ufer immer mehr zerstört und die ganze Anlage einem jetzt kaum noch zu hemmenden Verfall entgegengeführt wird. Die Bucht von Kiau-Tschou hat zunächst den außer- ordentlichen Vortheil, daß sie durch die Höhenzüge, welche sich auf beiden Seiten der Einfahrt erheben, gegen die am häufigsten auftretenden Stürme, den Südwest' und den Nord- ost-Monsum, gedeckt ist. Nach zwei Richtungen hin muß noch Fürsorge getroffen werden: durch weit in die Bucht hinauslaufende Dämme, zu denen übrigen» bereit» der Anfang gemacht ist, muß der infolge der großen Ausdehnung der Bucht bisweilen noch zu lebhafte Seegang innerhalb derselben so weit gemildert werden, daß auch kleinere Fahrzeuge jederzeit ungehindert innerhalb dieser neu zu schaffenden Hafenanlagen verkehren können, und es muß zweitens durch weitere Deiche der Gefahr der Versandung durch die in die Bucht sich ergießenden kleineren Flüsse und Bäche vorgebeugt werden. In letzterer Beziehung würde auch die anzustrebende Wiederbewaldung der Höhenzüge an der Bucht gute Dienste leisten, indem fie den Boden zum Zurückhalten der Regenmengen befähigt und die Abspülung verhindert. Es fragt fich nun, von welchem Punkte aus die Ausbeutung der Kohlenlager am besten begonnen werden kann. Die Nordküste mit dem jetzt in englische Hände übergegangenen Weichai'wei kann kaum in Betracht kommen, da Schiffe mit bedeutenderem Tiefgang an ihr nicht landen können. An der Südküste ist die Bucht von Krau Tschou der einzige gute See- Zn der Bucht selbst ragen zwei Riffe hervor, der Horseshoe-rock und Womans-Zsland. Besonders das erstere kann bei hohem Seegang gefährlich werden, da es nur sehr wenig über die Wasserfläche emporragt. Es wäre indessen wohl ebenso wie Womans-Zsland entweder durch Sprengungen unschwer zu beseitigen oder vielleicht durch Ausmauerung bei niedrigem Wasserstand erhöht, gut als Stützpunkt für gegen den hohen Seegang schützende Deiche zu gebrauchen. Zwischen beiden Riffen ist die größte Tiefe und der aus diesem Grunde geeignetste Platz zur Anlage eines Hafens an der Ostküste ^miUeivn. Moderne Städteöilder. Ortgtnalbericht für den .Gießener Anzeiger". ("Nachdruck verboten.) IV. Eine Schweizer Studeuteuftadt. Dr. M. Da» ist Zürich und zwar in erhöhterem Vtrße wie etwa Basel oder Bern. Richt etwa deßhalb, weil Iti Blick de» Fremden wie in Heidelberg oder Jena sofort ms eine Menge Buntkappen trifft — die farbentrngenden Verbindungen verlieren fich hier ziemlich in der Menge der licht Eonleur-Studenteu — sondern weil seine Hochschnle p den jüngsten und blühendsten deutscher Zunge gehört, weil tor ihr au» ein Strom der Bildung und de» Wohlstände» b den ganzen Lauton und darübrr hinaus geleitet wird. Schon die domintrende, da» Stadtbild beherrschende iaze der Universität, nach de« Zürichberg hin, ans der -ä-e der Plattenstraße, könnte ihre Machtstellung auzeigen. Bit eine Festung steht fie da, aber eine Festung de» »eiste» I Der deutsche Gelehrte David Strauß konnte fich an ha herrlichen Bau und dem entzückenden Blick auf See ml Stadt, den man von der Terrasse au» genießt, nicht |t«ag laben, und prie» die Jugend glücklich, der e» vergönnt fcS-rt, da» Andenken an ihre Studien mit der Erinnerung tt diese Pflegestätte der Wissenschaft zu verflechten. In Zürich selbst spricht übrigen» kein Mensch von der ^lniverfttät*. Die übliche Benennung ist ^Polytechnikum^. 6o hört und liest man überall. Denn da» eoloffale Doppel- »binde schließt beide Lehranstalten ein- der südliche Quer« 1 stgel gehört der Univerfität. Rach den Plänen dr» genialen üarmeister» Gottfried Semper wurde in den sechziger | Jahren der imposante Bau hergestrllt, der dawal», al» e» noch kein „Darmstädter Polytechnika«^ gab, wett und breit seine»gletchen suchte. Wer vou hier kam, verglich unwillkürlich den dortigen Prachtbau mit den dürftigen räumlichen Verhältnissen daheim und ließ fich'S nicht träumen, daß nach einigen Jahrzehnten am Herrengartrn in Darmstadt ein Hochschulgebäude dasteheu würde, da» fich mit jenem Züricher nicht nur messen, sondern t» tu mancher Hinsicht überholt haben dürste. Da» ist die geheimnthvolle Macht de» Fortschritt», die i« Verborgenen an den Dingen rüttelt, fie wetter führt und keinen Stillstand duldtt. Do ich gerade vom Fortschritt rede, darf ich nicht versäumen, zu bemerken, daß die Benennung, die Flagge, unter welcher diese Plauderet segelt, eigentlich eine kleine Unge- nauigkeit enthält. Zürich ist nicht nur die Stadt de» Student«, sondern auch die der „Studentin*. Ehewal» verband man mit diese« Begriff, namentlich i« „Reich*, die sonderbarsten Vorstellungen, die fich «eisten» «tt den Tarrieaturen in den „Fliegenden* deckten. Da» ist schon lange ander» geworden. Wer fich einiger« «aßen sür da» Thema interesstrt, weih, daß die weiblichen akademischen Bürger seit dkw Jahre 84, da fie fich in corpore en dem Ehrengeschenk für die Universität bei der Feier ihre» fünsuudzwanzigjährigen Bestehen» betheiligten, al» eine vollwerthige, den männlichen Eommilitonen au Pflichten und Rechten durchau» gleichgestellte Klaffe gelten. Der kosmopolitische Eharactrr der Züricher Hochschule bringt e» mir sich, daß anch unter den Studenttunea so ziemlich alle Eulturnaiionrn vertreten find, aber fast immer mit eine« starken llrberwtegen de» germanischen Sie« «entS. Unter diesem haben dann wiederum Schweizerinnen und Deutsche die Oberhand. Da» russische Element ist seit den 80er Jahren in sichtlicher Abnahme begriffen. Die von Frauen am stärksten frequeutirle Faeultät ist natürlich immer die wedieiutsche. Au dieser Thatsache werden auch so und so viele „Aerztetage* nicht» ändern können. Früher war der Aufstieg von der unteren Stadt au» zum Polytechnikum für kurzathmige Menschenkinder gar nicht leicht. Aber Niemanden fiel e» ein, daß diese Arbeit vermieden werden könnte. Jetzt führt vom Limmatquai eine Drahtseilbahn in wenig Minuten auf die Anhöhe. Ehe man fich'» versteht, ist man vor der Front deS Polytechnikum». Such der entlegene »Zürichberg* mit seinen Sommer« Villen und Gartenwirthschasten, in dessen Waldungen e» früher sür einsame Spaziergänger eigentlich nie recht geheuer war, ist durch electttsche Bahnanlage dem Verkehr nähergerückt. Da» „Waldhau» Dolder* am Zürichbeeg, dessen elektrische» Licht man vom lletli au» gewahrt, ein prächtige» Vergnügung»local, zeugt, daß derartige VerkehrSerleichterungen au» der bescheidenen „Wirthschaft", die für den einfachen Touristen etwa» weit Anheimelndere» befltzt, da» ^Etablissement" entstehen lassen. Doch auch auf SFuren de» Rückgänge» find wir gestoßen bei unserem dteSsommerlicheu Abstecher nach Zürich. Der Uetli, der höchste Paukt der AlbiSkrtte, gegenüber von Stadt und See, der einst al» Eoncurrevt des „Rigi" au»« gerufen wurde, übt zwar noch immer seine Anziehungskraft auf die studirende Jugend, hat ober an Fremdenzuspruch in den letzten Jahren bedeutend eingebüßt, vielleicht find drei Hotel» auch etwa» viel für das kleine Plateau. Die Haupt- Ursache aber ist die, daß die Menge der neuen Bergbahnen der Reiselust eine Fülle anderer, ebenso leicht zu erreichender Ziele eröffnet hat. Und da» Neue lockt von jeher. für größere Schiffe, während solche mit geringerem Tiefgang östlich von der Insel Potatoisland bei der kleinen Stadt Nü-ku-kau gut anlegen können. Auch hier sind natürlich noch Verbefferungen der vorhandenen, ziemlich primitiven Hafenanlagen nöthig. c . Am Eingang der Bucht sind die User an der Südseite steil, an der Nordseite zwischen Strand und Berg sandig, beiderseits die Vegetation spärlich. Je weiter man indeffen in die Bucht hineinkommt, desto mehr Vegetation zeigt sich, desto zahlreicher werden die chinesischen Dörfer. Hier ist der natürliche Eingang in die außerordentlich fruchtbare Ebene, welche die Mitte der Provinz Schantung bildet. (Fortsetzung folgt.) 1. August erhielt man die Nachricht, daß Fürst Bismarck gt* storbeu sei. Heute, am 7. August, wurde aus diesem Anlaß TrauergotteSdtenst abgehalteu und die Kirche war so besitzt, wie ich eS noch nie gesehen seit ich hier bin. Die Deutschen gehen hier sehr wenig zur Kirche, aber um ihren BiSwarck trauern sie alle. Auf dem Regierungsgebäude und dem deutschen Vereinshause waren die Fahnen aus Halbmast. * Der erste große deutsche Gasthof in Kiantfchon. Ein Hamburger Kapitalist, der mit den Verhältnissen tm fernen Osten vertraut ist, wird binnen Kurzem ein größeres Gast- hofuuternehmeu in Kiautschou inS Leben rufen, daß in Größe und Einrichtung in weitgehendster Weise den Ver- haltniffeu Rechnung tragen wird, wie fie eia aufblühender Platz wie Kiautschou wünscheußwerth erscheinen läßt. Ja de, Person des Herrn Buscheudorff ist bereits eia Leiter für den Gasthof gewonnen. • Einfache» Mittel gegen Blntvergiftnng. ES kommt oft vor, daß man fich mit dem Stich einer Feder mit Tirne irgend eine Verletzung an einer offenen Stelle des Finger» zazieht, oder auch kann durch abspriageudea Phosphor eines Zündhölzchens, der fich unter dem Nagel logirt, eine Blutvergiftung entstehen. Das Glied schwillt sofort an und schmerzt auch. Nicht» ist dabei bester und mehr von Erfclg begleitet, als wenn man den verletzten Thetl in sauere Milch oder Buttermilch eintaucht, welche davon gooz warm wird, daher etwa dreimal erneuert werden muß. Sogleich fühlt man Erleichterung und in Zett von 1—2 Stunden, je nach der Größe des Glieder, ist alle Gefahr beseitigt. * Eine merkwürdige Quelle ist beim Dorf Eichenderg im Grenzgebiet der Provinz Sachsen, Hannover und Hrfl n zu sehen. Sie fließt zwei Stunden lang stark und daun die gleiche Zeitdauer wieder schwach, so daß fich hierin gewiff-r- maßen eine starke Ebbe und Fluth wiederspiegelt. Diele Quelle, „KarlSbrunnen" genannt, entspringt im höchsten The» de- Dorfes und ist insofern historisch geworden, als fie schon im vorigen Jahrhundert die Aufmerksamkeit deS Laubnrafru Karl von Hrsten auf fich gezogen hat. Dieser ließ die Quelle grottenhaft überbauen und an der Front der Quellensastung die in Stein gemeißelte Inschrift L 1765 0 anbringen. Touristen aus aller Welt suchen die Quelle auf und be- obachteu mit regem Interesse den Uebergang von der schwachen zur starken Strömung. Nach einem plötzlich erfolgenden dumpfen unterirdischen Getöse steigt das Master im Grotten- decken schnell um 25 Ctm., und die AuSlaufröhre, die eben nur zu V5 gefüllt war, vermag jetzt die anstürmeuden Master nicht zu fasten. Nach zwei Stunden nimmt der Quell eben so plötzlich, wie er gestiegen ist, wieder ab. Die in den Stunden starken Quellens auSgespieenen 200 Liter Master auf die Minute fpeifen eine für das Dorf angelegte Master- leitung. Solcher iutermittireuder Quellen gibt e» unseres WistenS in Deutschland nur wenige. » Sin schnarchendes Reh. In „Wild und Hund" (Parrh, Berlin) finden wir folgende interestante Wahrnehmung eine» Jägers: Gelegentlich eines ReviergaugeS am 23. Juli d.I. auf einem begrasten Schleichwege hörte ich Plötzlich in einiger Entfernung in einer dichten, von Kiefern und Rothtannen be- staudeueu Schonung lautes Schnarchen. In der Annahme, es habe fich dort ein Bummler, wa» unweit der Chaussee nicht ausgeschloffen war, eingeschoben und sei eingeschlaseo, j birschte ich mich ganz nahe au die Stelle heran, von wo die Töne immer lauter und stärker fich vernehmen ließen- dachte ich doch, diesem einsamen Schläfer ein etwas ungewöhnliches Erwachen zu bereiten. Da ich wegen der Dichtheit der Schonung Nichts fehen konnte, trotzdem ich auf einige Schritte heran war, fc birschte ich, eine Lücke suchend, im Bogen herum und stand hier plötzlich dicht vor dem lauten Schnarcher — einer Ricke. Diese, im Bette sitzend, hob in diesem Anger- blick den Kops und drehte ihn schlaftrunken nach mir. fest fie geschlafen haben muß und wie fchlaftrunkeu sie noch war, geht daraus hervor, daß fie erst nach einiger Zeit, zumal fie jetzt vollen Wind von mir und dem hinter mir stehenden Hund hatte, fich ihrer Lage bewußt wurde und abspravg. Auch war mein Btrschen, da ich ja kein Rothwild vermuthete, nicht ganz lautlos, da mehrfach kleinere Zweige unter meinen Füßen brachen. Bisher habe ich diese Wahrnehmung noch nicht gemacht, habe auch nie gehört, daß dieses öfter beobachtet worden. ES waren keine Klagetöne und auch kein Hasten, sondern ein regelrechtes Schnarchen, wie bei einem fest schlafenden bezw. schnarchenden Menschen. ES wäre iutereffant, seflzu- stellen, ob Schnarchen des Rehwildes öfter vorkommt. • Ein neuer Planet. Aus Berlin wird geschrieben: I Als eine hochbedemfame astronomische Entdeckung hat fich am 13. August d. I. auf der Urania-Sternwarte erfolgte I photographische Auffindung eines neuen Planeten heraus- I gestellt. Die photographische Aufnahme und die weitere Ber« I folgung der durch eine ungewöhnlich große Bewegung aus« I gezeichneten Himmelskörpers am großen Refractor gefaah I durch den bekannten Astronomen des Instituts, Herrn Gustav I Witt. Die durch Herrn A. Berbertch, Mitglied des hiefign I Kgl. RecheuinstitutS, auSgefühNe Berechnung ergab das merr. I würdige Resultat, daß der Planet n'cht zu den sogenannt n I Asteroiden gehört, die die Sonne in dem Raum jw J I MarS und Jupiter umkreisen- vielmehr liegt die Bahn zwifchev I derjenigen der Erde und des MarS, sodaß daS neue Gestm entweder nach der üblichen Auffaffnng ein neue»i Glied u I der Reihe der sogenannten großen Planeten darstellt oo I als Vertreter einer bisher unbekannten Gruppe von Manor I sternen zwischen Erde und MarS auznseheu ist. Sine genam- I Bahnbestimmung wird zwar erst in geraumer Zeit in AnM I genommen werden können, doch laßt fich auS den bisher g I machten zahlreichen Beobachtungen bereits übersehen, daß mitgetheilte Resultat eine wesentliche Aenderung nicht nw» erfahren wird- wegen der von der KreiSform ätemlid) I lich abweichenden Gestalt feiner Bahn kann der neue Pla°^ (der Erde bis auf eine Entfernung von drei Millionen Mei« nahe kommen, wahrend die Nachbarwelt des MarS vn günstigsten Falle immer noch fieben Millionen Meilen vM ihr entfernt vleibt. — Za tiefer sensationellen Meldung Vermischtes. ♦ Sin ehemaliger Berliner Million euerbe, der Schlosser Albert Rudloss, hat sich, wie amerikanische Blätter berichten, im Michigansee ertränkt. R., ein gebürtiger Pommer, war in einem Berliner electrotechnischen Institut mit einem mäßigen Wochenlohn angestellt. Unverhofft trat eine Wendung in seinem Schicksal ein. Ein Bruder seiner Mutter, den er zeitlebens nicht gekannt, starb in Amerika mit Hinterlassung eines, wenn auch nicht allzu bedeutenden Vermögens, aus dem die geschwätzige Fama bald eine „Millionenerbschaft" machte. Der glückliche Erbe reiste, ohne nähere amtliche I Nachrichten abzuwarten, mit Kind und Kegel übers Meer. Die Enttäuschung, welche seiner hier harrte, überwand er leicht, zumal er im Vergleich zu seinen Berliner Verhältnissen sich immerhin ein kleiner Krösus dünken mochte. Allein so tüchtig auch R. als Arbeiter gewesen war, mit Geld verstand er schlecht umzugehen. Er fiel bald Schwindlern und Projectenmachern in die Hände, die dazu beitrugen, daß die Erbschaft in nicht allzu langer Zeit beträchtlich zusammen, schmolz. Mit den Resten seines Vermögens gründete R. in Illinois eine Kabelfabrik, die Anfangs ganz gut prosperirte. Allein das Glück blieb dem vom Arbeiter zum Fabrikanten Gewordenen nicht treu. Der spanisch-amerikanische Krieg legte das Geschäft für längere Zeit völlig lahm. Der „Millionenerbe" nahm sich seine Verluste so zu Herzen, daß er, auf einer Reise nach Chicago begriffen, sich in den Michigansee stürzte und den Tod fand. • BiSmarck-Shrnng in Transvaal. Ein junges Mädchen aus Speier weilt zur Zeit in Prätoria. Dort traf die Nachricht von dem Tode Bismarcks am 1. August ein. Hier- | Über schreibt da» Mädchen seinen Eltern in Speier: Am verurthellt, und wenn diese beiden Erkenntnisse in unlösbarem I Widerspruche zu einander stehen; 3. wenn einer der gehörten Zeugen nach einer Verurtheilung verfolgt und verurtheilt wird wegen falscher Zeugenaussage gegen denselben Be- schuldigten. Falls dieser Zeuge verurtheilt wird, kann er in der neuen Verhandlung nicht mehr vernommen werden; 4. wenn nach einer Verurtheilung eine Thatsache sich herausstellt oder wenn neue Beweisstücke sich ergeben, welche zur Zeit der Verhandlung unbekannt waren und geeignet sind, die Unschuld des Verurthellten zu bekunden. Von dem Generalprocurator soll es abhängen, ob das dritte oder vierte Alinea als Revisionsgrund geltend gemacht wird, obschon der dritte Punkt bei strenger Auslegung nicht anwendbar scheint, da Henry seiner Verurtheilung durch Selbstmord zuvorgekommen ist. Dem Revisionsgesuch der Frau Dreyfus an den Justizminister Sarrien entnehmen wir folgende bemerkenr- werthe Stelle: „Ich habe die Ehre, mich heute zum zweiten Male an Sie zu wenden, weil das Gesetz mir nicht gestattet, direct an die Justiz zu appelliren und weil der Justizminister allein das Recht hat, die Revision eines Richterspiuches wegen eines neu aufgekommenen Factums anzuregen. Außer allen anderen Enthüllungen, welche seit mehreren Monaten ihr Licht auf den Rechtsirrthum warfen, welcher 1894 begangen ward und welcher so große Bewegung hervorgerufen, haben gewiß insbesondere zwei Tatsachen Ihre Aufmerksamkeit erregt: vor Allem das Gutachten der Sachverständigen im Processe vor dem Kriegsgerichte im Januar 1898. Wenn ich auch offizieller- weife keine Kenntniß von diesem Gutachten habe, weiß ich ! doch aus sicherer Quelle, daß das Gutachten über das: Bordereau keineswegs zu denselben Schlüssen kam wie das Gutachten von 1894. Außerdem liegt nun das Geständniß eines der hauptsächlichsten Anstifter und Zeugen des Processes von 1894 vor. Dieser Zeuge gestand, daß er ein Document fabricirt habe, welches, obgleich es nachträglich hervorgekommen, der Kriegsminister am 7. Juli als entscheidenden Beweis für die Schuld meines Gatten hinstellte. Dieser Beweis stürzt nun zusammen und damit wird allen Zeugenaussagen, allen Machinationen ihr Werth entzogen, welche 1894 den guten Glauben der Richter getäuscht. Nachdem dieser Zeuge, welcher die Verurtheilung meines Gatten geschmiedet, des Verbrechens der Fälschung überführt wurde, steht es nicht mir, nicht meinen Kindern, nicht dem unschuldig Verurtheilten zu, die Revision des Processes und die Gutmachung des Rechts- irrthums zu verlangen, sondern Sie allein haben dieses Recht. Herr Minister, ich erlaube mir, Sie deshalb zu bitten, von diesem Rechte unverzüglich Gebrauch zu machen, welches Ihnen das Gesetz gibt, um die Revision des Urtheils herbeizuführen, das weder gerecht noch gesetzlich gefaßt war. Mögen Sie die fast einstimmig sich erhebende öffentliche Meinung hören und den Leiden eines Unschuldigen, welcher immer ein loyaler Soldat gewesen, und der niemals aufgehört hat, selbst inmitten der furchtbarsten Leiden einer unverdienten Strafe seine Liebe für das Vaterland und sein Vertrauen in die Gerechtigkeit zu betonen, ein Ende machen." Zur Frage der Ueberführung Dreyfus' nach Frankreich soll sich der Colonienminister Trouillot in einem Interview nach der „Neuen Freien Presse" geäußert haben: „Ich kann ohne den Minister ^ath nichts thun, aber sowie die Revision entschieden ist, werde ich telegraphisch die Ueberführung des Dreyfus nach Frankreich anordnen." Ueber die Mauer, welche um die Hütte Dreyfus' angeführt worden, sagt Trouillot: „Sie ist so niedrig, daß Dreyfus darauf sitzen könne; sie gestattet ihm den Blick auf den Horizont, dieses Symbol der Hoffnung." Ein Vertreter des „Echo de Paris" sprach mit | Cavaignac, welcher sagte: „Ich bin mehr als je der Meinung, daß die Revision sich nicht empfehle. Sie ist nicht begründet und außerordentlich gefährlich. Wenn das Kabinet auf dem betretenen Wege beharrt, begeht es einen großen Fehler. Das ist eine große Tollheit, an welcher ich nicht theilnehmen mag. Sie werden sehen, in welchem Zustande sich der Staat nach dem neuen Processe befinden wird. Meine Ueberzeugung steht fest, sie ist begründet in der genauen Prüfung der Acten, welche keinen Zweifel an der Schuld des Dreyfus gestatten. A. fit SS R«"“ . ... Mt S'°" V01 A belohnen- »h geblieben. • gesunden. ' ülondy Washington, d eiogrlroffen. Int Betrag vo gebracht Haber rudere Goldklr »Aadeöe fiol«,2. Se Der letzie Hof SadrLr'schen P Fahrt in die 1 den letzten hie vtchtet zu fein wifMaW der MM4 tünstrn fetter besondere Au Land. Thai in der von 13. 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Es mußte deshalb als ein besonder» ge- I , schickter Schachzug der Londoner Regierung betrachtet werden, I ( daß sie, als vor zwei Jahren die Frage der Räumung wieder I , brennender wurde, die sudanefische Frage aufrollte. Da e» I die Wiedereroberung de» den Aeghptern von den Mahdisten I angenommenen Sudans galt, so mußte Frankreich vorläufig I schweigen und konnte nur wegen der Kosten des Feldzuges | i Schwierigkeiten machen. England wollte dieselben dem äzyp- I tischen Reservefonds entnehmen, mußte aber fchließlich in die I eigene Tasche greifen. I Die ägyptischen Truppen standen unter dem Oberbefehl I des englischen Generals Kitchener, und der Feldzug war ur- I sprünglich auf drei Jahre berechnet. Trotzdem die Mahdisten I numerisch ein große» Uebergewicht hatten, wurden fie doch I von Anfang an ziemlich leicht geschlagen, und die Engländer I hatten durch den Bau von Eisenbahnen dafür gesorgt, daß I ohne große Schwierigkeit Truppen und Kriegsmaterial nach I dem Sudan geschafft werden konnten. ES mußten wiederholt I Verstärkungen von England zur Absendung gelangen, aber der I Sieg heftete fich dafür auch an die Fahnen der englisch-ägyptifchen I Armee. Von größeren Erfolgen ist zu erwähnen, die Er- | oberung von Dongola im Herbst v. IS., die Besetzung von I Abu Hamed und die Einnahme von Berber im December I v. IS. Nach der Wiederaufnahme der Feindseligkeiten in | diesem Jahre erlitten die Mahdisten am Atbara eine große j Niederlage, welche auf den Fortgang des Feldzugs von er- I hebltchem Einfluß war, da fie das Selbstvertrauen der Anglo- | Aegypter mächtig anfachte und die Mahdisten schwer nieder- I drückte. Durch den nunmehr erfolgten Sieg bei Omdurman I dürfte die Herrschaft de- Mahdi für alle Zeiten zerstört I worden fein, was nicht nur in Europa mit großer Genug- | thuung aufgenommen, sondern auch von der eingeborenen I Bevölkerung freudig begrüßt wird, welche unter den Grau- I samketten und Barbareien des Khalifen arg zu leiden hatte. | Das Auftauchen des Khalifen im Sudan und die dadurch I hervorgerufeue Erhebung der Derwische gegen die ägyptische | Herrschaft hat den Engländern schwere Opfer an Menschen- I leben gekostet. Sie waren im ersten Feldzuge nicht glücklich | mit ihren Operationen, und eine einzige Reihe von erheb- [ licheu Verlusten bedeutet der im vorigen Jahrzehnt geführte I Krieg gegen den Mahdi. Am Schwersten empfunden ward j der Fall ChartumS und der Tod GordonS, welcher schmählich I im Stiche gelassen worden war. Deshalb macht auch der I jetzt erfochtene Sieg in England so großen Eindruck, weil I durch ihn der englische Feldherr, welcher durch die Saum- I seligkeit und Sorglosigkeit der damaligen Heeresverwaltung I fein Leben lassen mußte, gerächt worden ist. Aber auch I außerhalb England ist die Genugthuung darüber berechtigt, I daß der Nimbus, der den Mahdi umgab, geschwunden ist, I und daß europäische Eultur einen Sieg davon getragen hat | über die Barbarei, welche im Sudan seit dem Auftauchen I des Khalifen in so grausamer und unmenschlicher Weise ihr I Wesen trieb. Mit besonderer Freude ist es aufgrnommen I worden, daß nunmehr alle Europär, welche in der Gefangen- I schäft de» Mahdi schmachteten, ihre Freiheit wiedererlangt I haben. Daß die Zurückeroberung de» Sudan noch manche I Schwierigkeiten im Gefolge haben wird, darf al» sicher an- I genommen werden. Die interessirten Mächte werden nicht [ versäumen, England die Früchte de» Siege» streitig zu machen I oder wenigsten» fie ihm möglichst zu vergällen. Es hieß | schon gleich nach dem Bkkanntwerden der Friedensbotschaft | de» Ezaren, daß auf der etwa zu berufenden Conferenz auch I die ägyptische Frage ihre Lösung zu finden hätte. Das er- I scheint jetzt um so sicherer, al» England in den Augen ein- I zrlner Mächte seine Aufgabe in Aegypten erfüllt hat. „Der Mohr hat feine Schuldigkeit gethan und kann nun gehen!" Aber nach allen bisherigen Erfahrungen werden die Engländer gutwillig Aegypten niemals räumen, und es kommt ganz darauf an, ob Frankreich mit feiner alten Forderung bei den Mächten genügende Unterstützung finden wird oder nicht. Für Deutschland ist e» die Hauptsache, daß Ruhe und Ordnung im Pharaonenlande erhalten bleiben und daß der Lredit | Aegypten» keine Einbuße erleidet. Jedenfalls freuen wir j un» ohne Hintergedanken des Erfolg», den England im Sudan erworben hat, und wünschen ihm Glück dazu. (xx) Z«r DreysuS-Sache schreiben die „Münch. N. N.": Die Revision de» Drey- sus-Processes ist, wie schon telegraphisch gemeldet, be- schlossene Sache. Der bereits erwähnte § 443 der Straf- proceßordnung lautet: Die Revision kann vorgenommen werden: 1. wenn nach der Verurtheilung wegen Tödtung eines Menschen sich herausstellt, daß der angeblich getödtele Mensch noch lebt; 2. wenn nach der Verurtheilung wegen eines Verbrechens oder Vergehens ein anderes Urtheil erfließt, welches wegen derselben That einen anderen Beschuldigten Nein,,,, l