erhalten soll. Da» Monument wird in weißem Marmor außgeführr. Berlin, 7. September. Kaiserrede in Oeynhausen. Bei der Galatafel für die Provinz Westfalen im Kurhause zu O ynhausen brachte Se. Majestät der Kaiser folgenden Trtnkspiuch au»: Umgeben von Erinnerungen Meiner Jugend, noch unter dem Eindruck de» Jubel» de» schönen Festes au der Porto, freue Ich Mich, Meine treuen Westfalen am heutigen Tage au Meiner Tafel zu begrüßen. Beiden nahen Beziehungen der Provinz zu Meinem Hause ist e» stets für Mich eine Freude, wenn Ich mit den Westfalen zusammen- kommen kann, und doppelt freudig begrüße tq Sie am heutigen Tage, der in da» 250. Jahr fällt, da diese» schöne Land au da» Hau» Brandenburg und Hohenzolleru fiel. Die Geschichte hat gezeigt, daß eine hervorragende Tugend der Westfalen die eiserne, unentwegt festhalteode Treue ist, die sie bewiesen haben in ihren Regimentern auf dem Schlachtfelde, die fie bewiesen haben in guten und in bösen Tagen zu Meinem Hause. Ich begrüße Sie daher von ganzem Herzen. Bon den Arbeiten, denen Ich al» König und Laude»herr tu Meinem schweren Berufe obliegen muß, ist derjenige Thetl, der die Provinz Westfaleu betrifft, immer für Mich eine Freude, denn tu threu Grenzen sind tu gleicher Weise, gleich mächtig, gleichwerthig und gleich arbeitsam vertreten eine blühende Laudwirthschaft uud eine oufwärt» strebende Industrie, und wie Ich eben schon dankersüllt die Vertreter ihrer Bauern habe empfangen können und von Neuem Grüße und Versprechungen und Treue um Treue habe au»tauscheu können, so begrüße Ich auch die Gelegenheit, vou Neuem der westfälischen Industrie Meine vollste Theilnahme und Anerkennung außsprecheu zu können. Wie Alle, die industriellen Betrieben obliegen, so haben auch Sie ein wachsame» Auge auf die Entwicklung unserer socialen Berhältniffe, und Ich habe Schritte gethan, soweit e» in meiner Macht steht, Ihnen zu helfen, um Sie vor wtrthschaftlich schweren Stauden zu bewahren. Der Schutz der deutschen Arbeit, der Schutz Derjenigen, der arbeiten will, ist vou Mir im vorigen Jahre in der Stadt Bielefeld feierlich versprochen worden. Da» Gesetz naht fich seiner Vollendung und wird den Volksvertretern in diesem Jahre -ugeheo, worin Jeder, er wöge sein wie er will und heißen wie er will, der einen deutschen Arbeiter, der willig wäre, seine Arbeit zu vollsühren, daran zu hindern versucht oder gar zu einem Strikc anreizt, mit Zuchlhau» bestraft werden soll. Die Strafe habe Ich damal» versprochen, uud Ich hoffe, daß da» Volk in seinen Vertretern zu Mir stehen wird, um unsere nationale Arbeit in dieser Welse, soweit e» möglich ist, zu schützen. Recht und Gesetz müssen und sollen geschützt werden, und soweit werde Ich dafür sorgen, daß fie aufrecht erhalten werden. Sie aber, Meine Herren, fordere Ich auf, mir Mir auf da» Wohl dieser blühenden und Herr- I ltchen Provinz zu trinken, die ausgebreitet liegt in ihrer landschaftlichen Schönheit mit ihre« treuen Volke unter der segnenden Hand de» großen Kaiser». Ich wünsche Ihnen von Herzen, daß Sie Ihre hohen Eigenschaften bewahren mögen,- vor allen Dingen wünsche Ich dem westfälischen Bauer, daß er fich seine Arbeitsamkeit, seine alte Tracht uud seinen alten westfälischen Bauernstolz bewahren möge. Die Provinz Westfalen Hurrah! Hurroh! Hurrah! — Ober- präfident Studt sagte hierauf Namens der Westfalen ehrfurchtsvollsten Dank für die gnädigen Worte de» Kaiser»: Unter dem Scepter de» Hohenzollernhauses habe Westfalen fich zu einem bedeutung»- und kraftvollen Bestandtheil der Monarchie entwickelt. Bon der Weser bi» zur Steg und den grünen Auen de» Münsterlaude» durchglühe da» Gefühl tiefster Dankbarkeit uud unbegrenzten Bertrauen» die Söhne der Rothen Erde. Sie blickten zu Sr. Majestät dem Kaiser empor al» dem Schtrmherrn de» Reiche», tn dessen starker Hand da» kostbare Gut de» Frieden» wohl verwahrt sei. In dieser Zuverficht führe der Laudwaua den Pflug, schreite die Industrie de» Laude» zu neuen Unternehmungen, seude der Handel die mustergültigen Erzeugnisse de- westfälischen Gewerbefleiße» unter dem Schutz der deutschen Flagge tn die entferntesten Weltthetle. Ebenso bringen die Westfalen Ihrer Majestät der Kaiserin begeisterte Verehrung entgegen, deren Vorbild eine unerschöpfltche Quelle de» Ansporn» zur Förderung de» Wohle» der Leidenden und Besitzlosen bUde. Die Westfalen brächten da» Gelöboiß unverbrüchlicher Treue io de» Rufe dar: Se. Majestät der Kaiser, unser König und Herzog, lebe hoch! Berlin, 7. September. Die ^Bosfische Zeitung" meldet au» Kandta: Der furchtbare Braud äscherte Hunderte vou Häusern ein. Da» ganze Hafenviertel, sowie die entfernt liegenden christlichen Häuser wurden ein Raub der Flammen. Ueber 150 Muselmanen wurden getödtet, größtentheil» durch Engländer, welche die Katastrophe herbeigeführt hatten durch Schießen io eine wehrlose tausrndköpfige Menge vou Musel« mantn. Biele Christen find gefallen. E» herrscht Verzweiflung. Schreckliche Kämpfe außerhalb der Stadt stehen bevor. Die Lage ist furchtbar ernst. Bon den englischen Truppen und Matrosen fehlen über 30 Mann, worunter ein Osfizter. Zwei Osfiziere wurden verwundet. Neun Kriegsschiffe liegen auf der Rhede von Kandia. Der englische Loosul ist gefallen. Sämmtliche Consulate außer dem russischen und österreichischen find uiedergebrauut. — Die Kaiserin empfing Dienstag Nachmittag eine Abordnung de» Zweigverein» de» Baterländischeo Frauen- verein» und besuchte hierauf da» Johanniter-Asyl. Der Kaiser empfing den Vorstand de» Westsältschen Bauernverein» unter Führung de» Freiherrn v. Landsberg. Abend» faud eine Festtafel für die Provinz im Kurhause statt, zu welcher die Spitzen der Behörden und hervorragende Personen au» der Provinz geladen waren. Den Majestäten zur Seite saßen die anwesenden Fürstlichkeiten, ihnen gegenüber Oberpräsident Studt zwischen dem Fürsten vou Bentheim Steinfurt uud dem Fürsten Bentheim-Tecklenburg, recht» Frhr. v. Landsberg und General-Superintendent Rebe, link» der Fürst Salm-Horstmar, Geh.-Rath v. Ohetmb uud Bischof Stmar vou Paderborn. — Der Kaiser traf in Bückeburg Mittwoch früh 7 Uhr ein und begab sich sofort tuS Manövergelände. — Bei dem Manöver am Mittwoch setzten beide Eorp» den Angriff fort. Schließlich wurde das 7. Armee-Eorp» zum Rückzug gezwungen. Der Kaiser wohnte den Manövern 61» zum Schloß bet. — Bom Katsermaoöver. Bet dem Manöver am Dienstag rückte das siebente Armeecorps zum Schutz der ltukeu Flanke der Wrstarmre gegen Bückeburg vor. Da» 10. Corps, welches am Montag den Bormarsch fortgesetzt hatte, beschloß ebenfalls auf Bückeburg vorzugeheo. Die Bortruppeu nahmen früh Fühlung und kamen nordöstlich von Bückeburg ins Gefecht, an dem fich die Artillerie lebhaft be- theiligte. Die Kaiserin wohnte zu Pferde dem Manöver bei. Gegen 11% Uhr ertönte das Signal ,Da» Ganze Halt". Bald darauf verließ der Kaiser nach kurzer Besprechung das Manöverfeld, während da» Gefecht wieder ausgenommen wurde. Während des Gefechts wurden verschiedene Luftballon» verwendet. Köln, 7. September. Die „Köln. Ztg." meldet an» Berlin zu den kretischen Wirren: Da Deutschland fich von der Action der Mächte auf Kreta zurückgezogen hat, fo befindet e» fich in der angenehmen Lage, io keiner Weise durch die neuesten Ereignisse politisch berührt zu werden, die e» lediglich au» ruhiger Beobachtung verfolgen wird. Wenn die Lage in Kreta schwieriger geworden sein wird, so wird eS lediglich Sache der dort allein bethetltgten Mächte sein, die Mittel zu finden, um einigermaßen Ordnung tn den von ihnen besetzten Orten herzuftellen. Köln, 7. September. Die „Rölu. Ztg." schreibt zu de« deutsch-englischen Abkommen: Wenn r» fich bestätigt, daß England von dem Vorkaufsrecht der Delagoabai infolge de» jüngsten Abkommeu» mit Deutschland Gebrauch machen werde, so liege eS auf der Hand, daß England in diese« Falle Deutschland Vortheile gewähren müsse, über deren Bedeutung heute nur Eingeweihte urtheilen können. Jetzt ver* «mhuugeu auSzusprechen, daß wir durch unsere Zugeständnisse nur Minderwerthige» etngetauscht hätten, sei zum allermindestnr verfrüht. Die Letter unserer auswärtigen Polttik hätten bisher nicht so ungünstig gearbeitet, daß man ihnen ohne Weiteres einen solchen Fehler zutranen sollte. Auch die Thatsache, daß die portugiesischen Beamten tu de« Abkonnnen eine Rolle spielen, deute darauf hin, daß Portugal als Ersatz für seine finanziellen Unternehmungen Zusagen in seinen Colonien wachen mußte. Wien, 7. September. Die Polizei v er hastete den Kaufmann Mannel auS Frankfurt a. M., welcher in Offenbach große Wechselfälschungen begangen hatte und dann flüchtete. Wien, 7. September. Die Bermuthung, Graf Thun werde «tt einer Sn« gleich Sv orl ag e vor da» Parlament treten, ohne vorher «tt den deutschen und den anderen Parteien überhaupt zu verhaudelu, scheint sich zu bestätigen. Nach Alle«, waS bisher über die vorberathnug zur Eröffnung der Session mitgetheitt wird, hat es den Anschein, als ob Nr. 211 Erstes Blatt. Freitag den 9. September 1S!>S Gießener Anzeiger General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblcrtt füv den Aveis Gieszeir. Gratisbeilage: Gießener Familienbliitter , h. Ri"", ■■ee»m< l«| ff tf M n f> H ff ff ff ff ff tf ff u Konstantinopel, 7. September, der neuesten Vorgänge in Kandia Die Pforte wird infolge ein Rundschreiben an darauf aufmerksam gemacht Echzell, Fauerbach bei Friedberg (Heffen), Friedrichsdorf (Taunus), Gambach, Geilshausen, Gettenau, Griedel, Großen- Buseck, Grünberg (Hessen), Heuchelheim, Hofgüll, Hunger^ Kesselbach, Köppern, Krosdorf, Sich, Lollar, Londorf, Lumda, Mainzlar, Melbach, Münzenberg, Nidda, Nieder Florstadt, Niederkleen, Nteder-Mockstadt, Nteder-Weisel, Obbornhofen, Ober-Florstadt, Ober-Mockstadt, Ober-Mörlen, Ober-Roßbach (Heffen), Ockstadt, Odenhauseu, Offenheim, Ranstadt, Reichels- heim (Wetterau), Rockenberg, Rodheim (Bieber), Schwalheim, Södel, Staden (Heffen), Staufenberg, Stetofurth, Treis (Heffen), Villiugeu (Heffen), Wteseck (Heffen), Wölfersheim und Wohnbach. Die Gebühr für ein gewöhnliches Drei- miuutengespräch beträgt 25 Pfg. Muß die zu sprechen gewünschte Person nach dem betreffenden Postamte herbetgerufen werden, so werden dafür im Voraus 25 Pfg. besonders erhoben. — Gleichzeitig ist auf dem hiesigen Haupt-Postamte eine öffentliche Ferufprechstelle in Betrieb genommen worden. Die Anmeldungen zum Sprechen von der öffent- lichen Fernsprechstelle au» haben bei der Telegrammannahmr des genannten Postamt» zu erfolgen. •» Ueberfahreu Gestern Nachmittag wurde in der Bahnhofstraße ein sieben Jahre alter Junge von einem Roll- wagen überfahren und au Hand und Arm leicht verletzt. Die angestellten Erhebungen haben ergeben, daß den Fuhr- mann eine Schuld nicht trifft,- der Junge ist rückwärts in das Fuhwerk gelaufen. •• Deutsche Laudwirthschafts-Gefellschaft. In Frankfurt a. M. hat am 22. August auf Etaladuug der Deutschen Landwirthschafts-Gesellschaft und in Anwesenheit ihres Haupt- geschaftsführerS eine Versammlung von Juterrffeuteu au der Ausstellung 1899 bezw. aus den Thirrzüchterkreiseu statt- gefunden, tu der eine Aussprache über die Grundsätze der Beschickung und Ausgestaltung deS Preisausschreibens stattfand. Die Ausstellungslust in den in Betracht kommenden Kreisen ist sehr lebhaft, und die örtlichen Vrrhältniffe find möglichst günstig, so daß dem begtuneudeu zweiten Ruudgaug der Wauder-Ausstellungen der Deutschen LandwtrthschastS- Gesellschaft durch daS Reich sich die besten Aussichten eröffnen. *• Ueber den Gebrauch der Fahrradkliugel im groß- städtifchen Straßenverkehr giebt der Breslauer Radfahrer-Schutzverband in einem längeren, Radfahr-Hnfälle und andere Gefährdungen im Straßenverkehr betitelten Aufsatz folgende beherzigenswerthe Anweisungen. Der rücksichtsvoll vornehm gesinnte Radler wird die Klingel nur höchst selten gebrauchen, wenigstens wenn er ausgelernt hat. Lieber dreimal die Bremse, al» einmal die Klingel ziehen. Wir kennen eine Anzahl Radfahrer, die bet fortwährendem Stadtfahren doch wochenlang die Glocke nicht aurühren und die ihren ganzen Eifer darein setzen, stets ohne Belästigung der Fußgänger ihren Weg zu finden, bald eine Weile fast stillsteheud, bald vorsichtig durch den einzig freien Spalt sich hindurch- windend. Dazu gehört allerdings ersten» guter Wille und Tact und zweiten» sehr viel Uebuug. Und an der Hebung fehlt es leider den meisten Radfahrern ganz außerordentlich. Dazu kann in erster Linie nicht warm genug da» Saalfahrea im Winter empfohlen werden, aber nicht nur „ganze Bahn \\xxW, sondern systematische Exercitien nach Eommando und in Gesellschaft. Dazu führt auch ganz besonder» der An- । schluß an einen Verein durch Corso-Hebungen, gemeinsame Ausflüge, Commandofahren, Quadrillen u. s. w. Das Publikum hat sich mit der Klingel noch gar nicht abgefunden. Folgende Grundsätze haben sich in langer Hebung bewährt: Bor Allem: Fahre stet» so langsam uud aufmerksam, daß Du in jedem Augenblick, eventuell mit Hülfe der Bremse, das Rad zum stehen bringen kannst! Wer da» nicht kann, soll überhaupt noch nicht auf die Straße sich wagen. Gehen oder stehen Personen so abgewendet, daß sie den Radfahrer nicht kommen sehen, so erschrecke fie beileibe nicht durch unangebrachte» Klingel, fie würden sonst fast ficher nach der falschen Seite springen und Dir den vorher freien Platz ver- sperren. Nur achte genauesten» auf jede ihrer Bewegungen, um Dich gegebenenfall» schnell danach einrichten zu können. Gehen Fußgänger quer über die Fahrbahn, und kannst Du hinter ihnen vorbeikommeo, so laffe ebenfalls das Klingeln, kannst Du dagegen nicht mehr hinter, sondern nur vor ihnen vorbeikommen, so bitte fie durch ein Glockenzeichen um Platz. I Kommen Dir Fußgänger entgegen, so beobachte genau den I Moment, in welchem Du gesehen wirst. In diesem Moment I mußt Du eine kleine, aber deutliche Bewegung nach der Seite machen, au welcher Du durch willst, also meisten» nach rechts. I Diese Bewegung versteht jeder Fußgänger sofort und wir» | richtig ausbiegeu. Sind die Entgegenkommenden gedankenlos, I so müssen fie durch ein Glockenzeichen aufmeksam gemacht und I daun sofort über die freizugebeude Richtung orientirt werden. I Fahren um die Ecke, Einfahrt in Häuser und dergleichen I müssen entweder sehr langsam oder unter Läuten "folgen. I Wenn ein in der Längsrichtung auf dem Fahrdamm befind- I licher Fußgänger ein Glockenzeichen hört, so stelle er durch I einen Blick fest, ob recht» oder link» von ihm noch genügend I Raum für einen Radfahrer ist- in diesem Falle weiche er nicht aus, sondern sehe fich nur um, um zu wissen, wo der I Radler vorbei will, allerdings muß er dabet berücksichtigen, I daß der Radfahrer nicht nur einen Weg, sondern einen fahrbaren Weg braucht, und daß Schienen, schlechte- Pflaster, I Schmutzhausen für denselben gefährlich werden können. JP I kein genügender und geeigneter Platz vorhanden, so mutz er I natürlich sofort ausweichen- denn -um Gehen ist der Bürger« I steig angelegt, der Fahrdamm gehört den Fahrenden. Gey - I der Fußgänger quer über die Fahrbahn, so stehe er auf das I Glockenzeichen vorläufig still und sehe dann erst, ob ve I Radler vor oder hinter ihm Platz braucht. Vor allen Dinge» I aber betrete ein Fußgänger nicht uuuöthig den FahrdavM uud wenn es schon geschehen muß, so bleibe er gleichmatzt I in der einmal angenommenen Richtung und Bewegung, e fange weder plötzlich an schnell zu laufen, noch still zu stehev^ , I noch biege er unerwartet aus seiner Richtung, jedenfalls w I stimmt nicht, ohne fich umgesehen zu haben, ob keine Hebei , \ raschuug droht, denn Fuhrwerke und Radfahrer haben M M.P.C. Die im Hafen von Ta-Lten-Wan unternommenen Arbeiten erstrecken fich zunächst auf den Bau einer Mole, um den Hafen vor den schweren Stürmen zu schützen - ferner auf solche Einrichtungen, welche ein leichtes Verladen von Handelsgütern bedingen. New-York, 7. September. Im Staate Louisiana stob mehrere Fälle von gelbem Fieber vorgekommen. 10 Kranke wurden ins Spital gebracht, 36 find bereit- gestorben. Die Regierung ergriff Maßregeln zur Verhütung der Krankheit. Manila, 7. September. Die Führer der Eingeborenen haben fich gestern versammelt, um über den Vorschlag der Annexion der Philippinen durch die Vereinigten Staaten oder Bildung einer selbständigen Republik zu be- rathen. Von 20 Anwesenden erklärten fich 18 für die Annexion durch die vereinigten Staaten uud nur 2 für die Bildung einer selbständigen Republik. Kanea, 7. September. Sämmtliche hier befindlichen Kriegsschiffe sind gestern Abend nach Kandia abgegangeu. Die Rädelsführer werden energisch bestraft und mehrere türkische Functtonäre ihre- Amte» entsetzt werden. Locale- unfc provinzielle-. Gießen, 9. September 1898. •• Empfang. Seine Königliche Hoheit der Groß- herzog empfingen am 7. September u. A. den Amt-richter Römheld von Nidda. •• Aus dem Großh. Ministerium. Seine Königliche die Mächte richten, in welchem wird, daß die jetzige Regteruugsform auf Kreta eine unhaltbare sei. ES werde keine Ruhe eintreten, bevor nicht die türkische Herrschast über die Insel accreditirt sei. •* Aus dem Verwaltungsdienst. Seine Königliche j Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, den I Krei-amtmarm bet dem Kret-amt Dieburg, Heinrich Leonhard Gräf, zum KreiSamtmauu bet dem Kret-amt Heppenheim, I mit Wirkung vom 15. l. M. an, zu ernennen. Justizperfonalien. Seine König!. Hoheit der Grotz- herzog haben Allergnädigst geruht, am 7. September den Amt-richter bei dem Amtsgericht Seligenstadt, Amtsgerichts- rath Rudolf Keiber, zum Oberamt-rtchter und den Gerichts- affeffor Carl Rummel au- Darmstadt zum Amtsrichter bet diesem Gericht, letzteren mit Wirkung vom 18. September I. I. au, zu ernennen. , ** Ernennungen, Charaeterertheilungen re. Seine Köntgl. Hoheit der Groß Herzog haben Allergnädigst geruht, am | 7. September den Obersteueriuspector de- Hauptsteueramt- Gießen, Conrad Ferdinand Bornscheuer, zum Vortragenden Rath bet dem Mtntstertum der Finanzen, Abtheiluug für Steuerweseu, mit dem Amtstitel „Obersteuerrath", — den Mintsterialsecretär bet dem Ministerium der Finanzen, Carl Freiherr« v. Di em ar, zum Steuereommtffär de» Steuer- commissariat- Darmstadt II, — den Steuercontroleur, Steueraffessor Ferdinand Welcker zu Friedberg, zum Steuer- commiffär de- Steuereommiffartat- Zwingenberg, — die SteuercommiffariatSasfistenten bet dem Steuercommiffartat Worm», bezw. Offenbach, Dr. Rudolf Blum und Carl Jäger, zu Steuercommiffären be» Steuercommiffartat» Osthofen, bezw. de» Steuercommiffartat» Wörrstadt, — den Steuercontroleur, Steueraffeffor Carl Fetk zu Lauterbach, zum SteuercommiffariatSasfistenten bet dem Steuercommiffartat SBotm», — den Steuercontroleur, Steueraffeffor Adam Frenz zu Babenhausen, zum SteuercommiffartatSasfisteuten bei dem Steuercommiffartat Offenbach, — den Steuer- | eoutroleur, Steueraffeffor Georg Hellwig zu Darmstadt, I zum SteuercommiffartatSasfisteuten bei dem Steuercommiffartat Mainz, — den Steuercontroleur, Steueraffeffor Heinrich Ltndenstruth zu Mainz,-um Steuereommiffartat»assistenteu I bei dem Steuercommiffartat Gießen, — die Steueraffrfforen | Fritz Dölp au» Darmstadt, Otto Müller au» Darmstadt, Georg Hoo» au» Al»feld und Jultu» Walther au» Offenbach zu Steuercontroleuren zu ernennen- — sowie ferner den DistrictSeinuehmer der DistrictSeinuehmerei Darmstadt, Rendant Conrad Reh, mit Wirkung vom 28. d. M. ab, unter Anerkennung feiner langjährigen treugeleisteten Dienste auf fein Nachsuchen in den Ruhestand zu versetzen und demselben au» diesem Anlaß den Charaeter al» „Rech- la» Cabiuet direct darauf los arbeite, den Beweis zu erbringen, I daß das Hau» action-unfähig fei. Budapest, 7. September. Der „Magyar OrSzag" meldet, die Regierung beabsichtige, die Civilliste des Kaiser» um eine Million Gulden zu erhöhen. Eine gleiche Erhöhung sei auch in Oesterreich geplant. Diese Erhöhungen sollen bereits in das nächste Budget ausgenommen werden. Paris, 7. September. Die Enthüllungen dauern fort. Kriegsminister Zurlindeu hat im Miuisterrathe mit. gethetlt, daß die in Folge der Fälschung Henrys eingeleitete Ermittelung die Spur anderer verbrecherischer Handlungen gewiffer Geueralstabs-Offiziere blosgelegt habe. Der Kriegsminister legte ferner den Entwurf zur Reorganisation be» Erkundungsbüreau» vor. Nach bemselben sollen Generalstabs- offtziere zu ben Polizeidiensten, welche bisher von dem Er- kuudunaSbüreau verrichtet wurden, nicht mehr verwendet werden. Der „Aurore" zufolge sei die Verhaftung Dupath de Clam» beschlossen worden. Esterhazy ist, wie mehrere Berichterstatter behaupten, seit zwei Tagen auS der Wohnung, welche er mit seiner Geliebten Pay» inne hatte, verschwunden. Er sei in» Ausland entflohen. Da eS feftsteht, daß die französische Regierung die Wiederaufnahme de» Proceffe» will, beginnt man fich in Frankreich mit der Rückkehr de» Haupt- mann» Dreyfu» zu beschäftigen. Drehfu» würde über Holländisch Guyana nach Frankreich gebracht. Die» ist der kürzeste Weg, der zwanzig Tage in Anspruch nimmt. Die, Entscheidung de» Cassation-Hofe» ist nicht vor Mitte October zu erwarten. Da» neue Kriegsgericht tritt vorauSfichtlich in den letzten Novembertagen zusammen. Pari», 7. September. Das gestern Abend aufgetretene Gerücht, Esterhazy fei aus Pari- entflohen, tritt immer bestimmter auf, obwohl die Geliebte Esterhazys, Madame Pays, einem Journalisten erklärte, Esterhazy befinde fich noch in Pari-, er laffe fich aber nicht sehen, um nicht Au-fragern in die Hände zu fallen. Paris, 7. September. Die vom „Matiu" angekündigte Untersuchung de- Kriegsministers Zurliuden gegen die Hmgebung Henry« soll zwei Actenstücke betreffen, welche im Zusammenhang mit der Henry scheu Fälschung stehen. / Lille, 7. September. 200 Arbeiter, die in einer Wollspinnerei in HollemmeS beschäftigt waren, find infolge Lohu- differenzen ausständig. Madrid, 7. September. Der Krieg-Minister hat ein Telegramm au- Cuba erhalten, wonach der Dampfer Leo XIII. demnächst mit 1600 Mann, darunter 500 Kranke, von Caimanera an Bord abgehen wird. Der KriegSmiuister hat sofort ein Telegramm dorthin abgesaudt, um festzustellen, in welchen Hafen der Dampfer eiulaufen wird. Man bet* muthet, daß fich auch General Torr al an Bord befindet, da man von demselben seit dem 2. September keine Nachricht erhalten hat. M.P.C. Rußland. In einem Hkas vom 18. (30.) Mai d. I. werden für die dte-jährig e Rekrutevetnstel lung im Landheere und tu der Marine folgende Zahlen festgelegt: Für die Theile de- Reich-, welche dem allgemeinen Au-« hebung-gesetz unterliegen: 286800 Mann. Für die Eingeborenen deS Terek, Kuban und von Kaukasien 6 600 Mann. In früheren Jahren waren die Zahlen geringer. Im Jahre 1897 282900 Mann und 4500 Mann, nuugSrath" zu verleihen. I •• Kirchliche Dieustuachrichtm. Seine Königl. Hoheit der I Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 31. August I den von Sämmtltchen Rtedesel Fretherrn zu Eisenbach auf die I evavg-ttlchi Planstelle ju All-nlchltrs, Decanat Lauterbach, I präsentirten Pfarrverwalter Heinrich Kullmauu daselbst I und den von der Gesammtfamilie der Freiherrn von Nordeck zur Rabenau auf die evangelische Pfarrstelle zu Obborn- I Hofen, Decanat Hungen, präsentirteu Pfarrverwalter Johanne- Eugel daselbst sür diese Stellen zn bestätigen. ** Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten- I Versammlung Montag den 12. September 1898, I Nachmittags 3^Hhr pünktlich: 1. Dieusteinsührung I de- Beigeordneten Georgi. 2. Au-loosung der zurück- I zuzahlendeu Obligationen der Avlehen au» den Jahren 1893, I 1894 und 1895. 3. Gesuch de» Emil Schwall um Er- laubniß zur Errichtung einer Ei»halle. 4. Gesuch der Firma I Btrkenstock u. Schneider um Erlaubniß zum Bauen einer I Scheuer im Neustädterfeld. 5. Gesuch de» Georg Btchler I um Erlaubniß zum Bauen auf der Hardt. 6. Gesuch de» I Emil Bender um Ertheilung der Concesfion zum Betriebe I einer Seifensiederei. 7. Baugefuch de» Benno Wertheim für die Nordanlage- hier: Geläudeaustausch. 8. Kaufvertrag I mit K. Klingspor- hier: Fristverlängerung zur Aufführung I eine» Wohnhauses. 9. Gesuch de» Conrad Roth um Er- I laubniß zur Belassung be» Eingänge» zu seinem Garten in I der Norbaulage. 10. Den Au-bau der Kirchstraße- hier: I Veränderung der Krllrrtreppe am Hause Ktrchenplatz 13. I 11. Die in diesem Jahr abgehalteue Grummetgraa-Ber- I steigerung. 12. Anschaffung von Kragen für die städtischen I : Taglöhuer. 13. Hnterhaltung der Baumpflanzungen- hier: I die Beschaffung von Baumkörben. 14. Decretur einer Rech« I uung sür Bedienung der Pumpstation. 15. Da» Erbbegräbniß I de» Rentner» Wilhelm Braun- hier: die Erwerbung einer wetteren Grundfläche. 16. Verpachtung de» Obstverkauf-- stände» am Seltersthor an Johanne» Weber V. von Großen- I Linden. 17. Verpachtung de» Rawpeuabschlußbaue» au den Bahnhöfen. 18. Einbringen von Vieh in das Schlachthaus außerhalb der Dienststunden. 19. Die Moltkestraße- hier: den Bau einer Holzbrücke über die Wteseck durch Handwerker I de» Regiment». 20. Die Benennung der Straßen- hier: der I Straße von der Moltkestraße ab nach den Eichgärten. I 21. Die Zugänge zu dem Stadtbach- hier: den Zugang am Canzletberg. 22. Gesuch de» Ludwig Zierlein um Erlaubniß | zum Wirthschaft-betrieb im Hause Schloßgaffe 7. 23. Ge- i I such de» Han» Förtsch um Erlaubniß zum Wirthschastsbetrieb im Haus: Wetzsteingaffe 21. 24. Gesuch de» Wilhelm Hos- ! mann um Erlaubniß -um Kleinverkauf von Branntwein über I die Straße im Hause Ederstraße 4. 25. Gesuch de» Martin I Flender um Erlaubniß zum Wirthschastsbetrieb im Hause I Frankfurterstraße 83, 26. Gesuch des SpecereihändlerS Adam I Geisel um Erlaubniß zum Kleinverkauf von Branntwein über die Straße im Hause Asterweg 43. 27. Gesuch de- Ludwig I Hwkler um Erlaubniß zum Wirthschastsbetrieb im Hause Westanlage 21. 28. Desgl. be» Wilhelm Amend für bo» Hau» Bahnhofstraße 62. 29. DeSgl. be« Wilhelm Mauk für | da» Hau» au den Bahnhöfen 21. vmntn oct I ** Fernsprechverkehr, vom 1. September ab ist der 7 September den Ministerialsecretär bei dem Ministerium! Sprechverkehr zwischen der Stadt-Fernsprecheülrtchtnng in I nnern, Dr. C.ufl SiSu, Ul Gießen und den nachfolgenden Orten zugelaffeu worden: dem Staatswinisterium, den Krei»amtmann bei dem Kreisamt Allrvdorf (Lumda), Alten-Buseck, Arnsburg (Oberhrffru), ^evvrubeim, Leopold v. Werner, zum Ministerialsecretär Bellersheim, Beltershain, Berstadt, Beuern (Hessen), Bingen- d.i Kroüber»oal. Ministerium de- Innern zu ernennen. heim, Dorheim, Dornaffenheim, Eberstadt (Kreis Gießen), Vor 1( Bologna her yboten. E md nannte bi Bologna Wkalish Nrt 189 Jahre Irisch b, NiMt, iwtituxt, Mi Tüürv.Lhu •Mai Bauer dein Er fand ni Ballonen u Werihpnpie! btn Zähren und find in • Uöfei unsere- fat Tei^nlf^ । »ewahrt eine Ausbildung | i««“ “'n k’S» A i« i* fich deren M Ebenso ist i« Depression "I Heiter und w Ulftll( Srohherzok haliungsschnle Frelplotz zu bemitteltes h« welchen der * Mver Prlis> Bad-diaul hiesigen S ad r bettagen. Sriedberr gut erhalten, -enovineneu 8 Mainz nöligen Kais> belauseu sich «elfter In der der Kredit bett die Gelegenheil lomnen und d »amen Ewpi Wn, Aei! theilung, daß i die Zusage gew tagtabgeordnet niichftsihrige S der Reftaurati werde. Well der neue im Jahre 18$ eröffnet und △ Ma der hiesigen worden, hau DieFalfifika fich von bei schwere. Mo bee >°«it ohne j unb iulegep. . Sin l ?ttl. Tagb She sich Str- ? ®ast. Ja graul, •abung btr trnt^i: Niti ih«s Htk^ iniertfitnttn au tit lMttiklttltll ftat< die ©runbiagt bti laulUrtlbtul stv!. Betrat! fommtnbe tu BlrMllifft st: n itotlttn Rallbzv! n LaMitthschA rAuMtll n öffne Wllgtl la grei' ; btr Brttlautl M Rabsahr-Uasallt c: hr btliltlltn Äoffq i. Dtr tütfflty?::: gtl nut höchst fdic rat hat. Siebte bi» ziehen, ölt tau ihrenbtlll 0tabi|e)m sthren nnb ble ijtu Lelastlgung btr$- Wellt säst feite' Spalt stch W*1 'Dl guter Killt e' Inb an btr litte; janj auheiME ty M h flontt V.' nad) üommanio * ,z besonders bet b Itbungtn, gtwrirr len u. s- »• gar nicht abgeM gtr Ukbllllg bi-:'.' aQb anfwetkiaiii, iit M *■* Wer das nich>!- se st» «I» ia§ sie den W eileide nicht dnit-' x fast sicher M or te freie-- Wl* ,öe ihrer nf«M 118 °°d«°«“ y beobachte t. 3»*“^ ’ÜL tA*11 tornmeobtn g f chtung ott n hb(I6i^ d.« - i>i” -XjlW* :««/ I® ‘ tilH» ? i «-"d ° ,, $rv • "ft t den pari; *8 ‘b”i -°>2 Ä *? A i« ‘“'“k -««MS »«, " ? .Illi1?#! *,’S feinen Platz nnb feine Bewegung berücksichtigt und können ihn mit großer Wahrscheinlichkeit anfahren, wenn er nnvor- hergesehener Weise Richtung oder Geschwindigkeit ändert. •• Wetterbericht. Hoher Druck beherrscht fortgesetzt den größten Theil Europa«, doch schwindet sein Maximum all» mählich zusammen. Eine Depression über Rußland hat sich heute In südlicher Richtung etwa« auSgebreiiet und erstreckt stch deren Einfluß bi« zur Ostseeküste nnb bi« nach Galizien. Ebenso ist Im Nordwesten der britischen Inseln eine flache Depression erschienen. — voraussichtliche Witterung: Heiter und war«. Alsfeld, 6. September. Ihre Königliche Hoheit die Fran Großherzogin hat die Gnade gehabt, der kleinen Hau«- haltung«schule für Bauernmädchen zu Nteder-Ofleiden einen Kreiplatz zu schenken, welcher an ein brave«, tüchtige« unbemittelte« hesfische« Mädchen vergeben werden soll und welchen der Vorstand der Schule zu Nieder-Osleidea nach genauer Prüfung der Persönlichkeit zu vergeben hat. Bad-Nauheim, 6. September. Die Gesammtfrequenz de« hiesigen Bade« wird in dieser Saison rund 1V000 Personen betragen. Friedberg, 6. September. Ein römische« Bad, noch gut erhalten, wurde aus der KaperSdurg bei den dort vorgenommenen AufräumungSarbeiten entdeckt. A Mainz, 7. September. Die Gesammtkosten de« erstmaligen Kaiser-Besuche« in Mainz am 3. vor. Monat« belaufen sich nur aus etwa 30000 Mk., wofür dem Bürgermeister in der heutigen Stadtverorduetenfitzung nachträglich der Eredit bewilligt wurde. Der Oberbürgermeister benutzte die Gelegenheit, nochmal« auf den Kaiser-Besuch zurückzu« kommen und der Bevölkerung von Mainz den Dank für den warmen Empfang, welchen sie dem Kaiser bereitet, ou«zu- brücken. Gleichzeitig machte der Oberbürgermeister die Mit- «Heilung, daß ihm bei seiner jüngsten Anwesenheit in Berlin die Zusage geworden, daß in Folge der Anregung de« Reich«- tag«abgeordneten Br. Schmidt die Reich«regierung in da« nächstjährige Budget 300 000 Mk. al« Beitrag zu den Kosten der Restauration de« kurfürstlichen Schlöffe« hier einstellen werde. Weiter theilte der Oberbürgermeister noch mit, daß der neue Schlacht- und Viehhof hier, mit besten Bau man tm Jahre 1890 begonnen, bestimmt den kommenden 1. October eröffnet und dem Betrieb übergeben werde. A Mainz, 7. September. In der letzten Zeit ist in der hiesigen Gegend wieder viel falsche« Geld verausgabt worden, hauptsächlich 1 Markstücke und 50 Pfennigstücke. Die Falsifikate find ziemlich gut nachgemacht und unterscheiden sich von de« ächten Gelbe nur durch geringere Gewicht«, schwere. Aus der Leit für die Lett. Vor 161 Jahren, am 9. September 1737, wurde zu Bologna der berühmte italienische Physiolog Luigi Galvani geboren. Er ist der Entdecker de« nach ihm benannten Galvanismus, besten Wirkungen er 1789 zuerst beobachtete. Galoani verlegte den Sitz der Kraft in dm thierischen Körper imb nannte sie thierische Electricität. Er starb al« Professor in Bologna am 4. December 1798. X>ermifd?te». • Marburg, 5. September. In Lohra machte ein Bauer beim Abbruch eine« Keller« einen merkwürdigen Fund, vr sand nämlich unter einem Balken ein Päckchen mit Oblt- gationea und einer großen Anzahl ZinS-Coupon«. Die Derthpaplere, die jetzt natürlich werthlo« find, stammen au« ten Jahren der sranzöfischen Fremdherrschaft 1808 bl« 1812 enb find in Marburg auSgegeben. • Unsere Leser machen wir auf die im Annoncenthell unsere« heurigen Blatte« enthaltene Bekanntmachung der Technischen Hochschule in Darmstadt aufmerksam. Dieselbe gewährt eine vollständige wissenschaftliche und künstlerische Su«bildung für den technischen Beruf. In besonderen Ab- Heilungen «erden Architecten, Bau-Ingenieure, Lultur-Ju- gmieure, Maschiuen-Jugeuieure, Sleetro-Jngenieure, Chemiker, Alectro-Chemiker und Apotheker ausgebildet- desgleichen in »er allgemeinen Adtheilung Lehrer sür Mathematik und Natur- wistenschaften, sowie Geometer. Auch Fabrikanten, Kunst- nnb Gewerbetreibenden ist die Hochschule zur Erlangung der »erforderlichen Kenntniffe behilflich. Da« neue elektrotechnisch- physikalische Institut, sowie da« neue Hauptgebäude find im Jahre 1895, da« neue chemische und electrochemische Institut br Jahre 1896 eröffnet worden. Alle diese Gebäude find alektrisch beleuchtet durch eine eigene elektrische Centrale der Hochschule. Besonder« ist noch hervorzuheben, daß durch die »mgerichteten Herbst- und Osterkurse e« ermvgl cht ist, im Herbst oder zu Ostern mit dem Studium zu beginnen und Fimit ohne Zeitversäumniß nach je vier Semestern die vor- Prüfung und nach je acht Semestern die Hauptprüsung ab» «liegen. * Lin Besuch bei Treysas ans bet Teuselsinfel. Dem »Berl. lagbl." wird geschrieben: Ein Marineoffizier, welcher Dreyfu« kürzlich gesehen, schildert den Eindruck mit folgenden Worten: ,Al« ich Dreyfu« zum ersten Male gegenüberstand, krampfte sich «ein Herz zusammen, Dreyfu« ist entsetzlich abgemagert — geradezu ein lebendes Scelett. Sein Erficht ist tief verbrannt von der schrecklichen Tropensonne. I« ist ganz fleischlo«. In diesem furchtbar verwitterten Antlitz hat nur Eine« noch Leben: die Augen, von unsag- brre» Leid erfüllte Augen, die Einem di« auf den Grund btr Seele blicken, die Einem verzweifelt, hoffnung«lo« beflogen. Denn Dreyfu« weiß, daß mau ihm nicht antworten würde. E« ist verboten, mit ihm zu sprechen. Die Gesundheit von Drtysu« ist schwer erschüttert, sowohl infolge de« Lima«, wie infolge der Nahrung. Auf dem von der Sonne verbrannten Eiland ist nicht« al« die nackte Erde und zer- bröckelte« FelSgesteln. Seit vier Jahren lebt Dreyfu« nur een Conserven. Seine Energie ist gleichwohl ungebeugt. Er ist ruhig und macht seinen Wächtern keinerlei Schwierig- feiten. Er unterwirft sich der DiSciplin; er beklagt fich nicht und protestirt nicht. Er wartet! Stundenlang steht er mir gekreuzten Armen vor seiner Hütte und blickt durch die Palli- sadenritzeu hinaus auf da« unendliche Meer. Er wartet, er hofft noch immer !" • Lin Witzwort von Helmholtz, da« wohl kaum in weiteren Kreisen bekannt ist, theilt das „Wiener Frdbl." mit. Er wurde einst in einer Gesellschaft einer Dame vorgestellt, die, hocherfreut, die Bekanntschaft de« berühmten Gelehrten zu machen, fich bemühte, ihm gegenüber ihre Vertrautheit mit seinen Werken und ihr verständniß für fie geltend zu machen. Sie sprach von seinem neuesten Werk, in da« fie, wohl in Erwartung de« Zusammentreffen«, hineingesehen hatte, und sagte: „Oh, Herr Geheimrath, ich habe Alle« darin verstanden, nur der Unterschied zwischen concret und concav ist mir nicht ganz klar geworden- vielleicht machen Sie e« mir in wenigen Worten klar." — „Das ist allerdings ziemlich schwierig," antwortete Helmholtz, ^vielleicht gelingt e« mir, e« Ihnen durch ein Beispiel klar zu machen. Sehen Sie, die beiden Begriffe find ebenso verschieden, wie Gasthof und Gustav." — Ob die Dame nun eingesehen hat, wie sehr fie fich blawirt, ist unbekannt- aber da« ist ficher, daß fie später, wenn fie wieder mit dem Prosessor Helmholtz in Gesellschaft zusammentraf, e« ängstlich vermieden hot, ihm ihre geistreiche Unterhaltung aufzudrängen. • Poetischer Slänbigerhumor. In Breslau erhielt ein Schuldner von seinem Gläubiger die folgende Zahlungsaufforderung : Wesel, den 3. September. Geehrter Herr Kalle! Mein Geld ist allr- Sie würden mich verpflichten, Wenn Sie Ihre Schuld entrichten! Hochachtungsvoll ergebenst: Boll. Da« poetische Schreiben wurde im Original mit der lakonischen Notiz zurückgesandt: Geehrter Herr Boll! E« scheint, Sie find toll! Auch mein Geld ist alle. Ergebenst: Kalle. • Kasernenhosbluthe. Sergeant (al« ein ängstlicher Rekrut die Querbaumstange, an der er hängt, nicht loSlaffen will): „Ich glaube gar, der Kerl betrachtet da« königliche Turn- geräth al« Luftkurort." Universität- - Nachrichten. — Der Director des DeterinälinstttuteS der Leipziger Universität, Profeffor Dr. Zürn, tritt am 1. April n. I. in den Ruhestand. — Prostffor Erhardt in Jena hat einen Ruf an die Universität Rostock al« ordentlicher Professor der Phllofophie angenommen. Schisf-nachvichten. Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Carl LooS und I. M. Schulhof. Bremen, 7. Septbr. sPer transatlantischen Telegraph^ Der Doppelschrauben-Postdampser Königin Luise, Eapttän W. o. Schuckmann, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 8 Uhr Morgens wohlbehalten tn New-Uork angekommen. Bremen, 7. Septbr. (Her transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Dresden, Capilän O. Groß, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern, 10 Uhr Vormittag«, wohlbehalten tn Baltimore angekommen. Bremen, 7. Septbr. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschrauben - Schnellpostdampser Kaiser Wilhelm der Große, Eapttän H. Engelbart, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist heute 1 Uhr Morgens wohlbehalten in New Aork angekommen. verkehr, «and. und volk-wirthschaft. Gießen, s. September. Marktbericht. Auf dem heutigen Wockenmarkt kosteten: Butter per Pfd. A 1.20—1.30, Hühnereier per St. 6—7 H, 2 St. 13—15 Enteneier 2 St. 14—15 Gänse- cier per St. 12—00 H, Käse 1 St. 5—7 Kasematte per St. 3 Erbsen per Liter 18 H, Linsen per Liter 30 H, Tauben per Paar JL 0.60—0.75, Hühner per St. A 0.85—1.20, Hahnen per Stück A 0.65—1.00, Enten per St. A 1.50—1.80, Gänse per Pfund A 0 00—0.00, Ochsenfleisch per Pfd. 66—74 H, Kuh- und Rindfleisch per Pfd. 62—66 Schweinefleisch per Pfd. 68—76 H, Schweinefleisch, gesalzen, per Pfd. 76 H, Kalbfleisch per Pfd. 60—64 Hammeffleisch per Pfd. 80—00 H, Kartoffeln per 100 Kilo 6.00 bis 8.00 A, Weißkraut per St. 0—00, Zwiebeln per Ctr. A 5.00—6.00, Milch per Liter 16 Dauer der Marktzeit von 7 Uhr Morgens biS 1 Uhr Nachmittags. Während der ersten 3 Stunden der Marktzeit darf im Umherziehen nicht feilgeboten werden. gtiMete, 7. September. Frachtmarkt. Roth er Weizee A 14,19, weißer Weizen A 00.00, Korn A 9 59, Gerste A 915, Hafer A 0.00. Temperatur der Lahn und Lust nach Reaumur gemeffen am 8. September, zwffchen 11 u. 12 Uhr Mittags: Waffer 16°, Lust 21°. Rübfamen'fche Badeanstalt. Neueste Nachrichten. Depesche» bei Bureau .Herold*. Berlin, 8. September. Auf der Radrennbahn in Halenfee nahm gestern Abend um 8 Uhr da« 24 Stunden- Rennen feinen Anfang. Um 1 Uhr früh hatte der Belgier Huret die Führung. Berlin, 8. September. Nach hier elngelanfenen Meld- ungen hat der W ah ehe -Auf stand mit dem Tode des Sultan« Quawa fein Ende gefunden. Derselbe war von den Soldaten der Schutztrnppe verfolgt und derart tn die Enge getrieben worden, daß er feine letzten Anhänger und dann fich selber erschoß. Berlin, 8. September. Dem ^Berliner Tageblatt" wird an« Pari« telegraphirt: In politischen Kreisen verlautet, die ftanzöfische Regierung beabsichtige, osficlell in Berlin au< i zufragen, ob Deutschland eine Unzukömmlichkeit darin erblicke, wenn die Dokumente de« sogenannten allergeheimsten Dossier I Im Falle der Revision de« Dreyfu«-Proceffe« an ble Oeffentlichkelt gelange. Die französische Regierung wolle gleichzeitig versichern, daß e« ihr fern liege, an die Echtheit dieser Papiere zu glauben. Hamburg, 8. September. Gestern brach im Kaufmann«- spetcher Neue Burg 9/10, in der Nähe der N'kola'kirche, durch Selbstentzündung von Baumwolle Großfeuer au«. 9?«$ fünfstündiger Arbeit der Feuerwehr war der Brand auf feinen Herd beschränkt. E« find zwei Speicher vollständig niedergebrannt. Der Schaden soll eine Million Mark betragen. Wien, 8. September. Der Führer der Rechten de« Herrenhause«, Graf Franz Falkenhayn, der bekannte Parteigänger der Clertcalen, ist auf Schlag Ottenschlag im Alter von 70 Jahren gestorben. Pari«, 8. September. Esterhazy sollte gestern in der von feinem Vetter gegen ihn erhobenen Klage vernommen werden. Da der Ankläger indeß nicht erschienen war, wurde der Termin verschoben. Da« Gerücht, daß Esterhazy au« Pari« geflüchtet fei, bestätigt sich also nicht. Er bat gestern im Gericht«gebäude einen Freund, ihn über den Inhalt der bei ihm beschlagnahmten Dokumente zu unterrichten. Paris, 8. September. Der Procrß Picquart, welcher am 21. September beginnt, wird sensationelle Enthüllungen bringen. Picquart ist eutschloffen, alle seit Jahren vorgekommenen Fälschungen, welche da« Kundschaster- bureau im KriegSministerium begangen hat, schonung«lo« aufzudecken. Die antisemlttsch-chauvinistische Hetzpartei, deren Führung Cavalgnac jetzt übernommen hat, macht verzweifelte Anstrengungen, eine neue Volksbewegung gegen die Dreyfu«- Revision hervorzurufen. Pari», 8. September. Ungeheure Sensation erregt hier ein Artikel der Petersburger Nowostl, in welchem behauptet wird, daß der Czar die Absicht habe, dem Friedenskongreß den Vorschlag zu machen, Elsaß-Lothringen für neutrale« Gebiet zu erklären. (??!) Pari«, 8. September. Die Wahl de« General« Znr- lind en zum Krieg-mlnlster wird von den Dreyfu«freunden al« ein der Revision günstige« Zeichen angesehen, da Zurllnden ein Freund Schenrer Kestner« war, deffen Eingreifen In die DreyfuS'Angelegenheit einschneidend wirkte. Pari«, 8. September. Monniot von der „Sibre Parole" hat den Senator Trarieux und der Depntirte Mi llev oy e den Schriftsteller Mir bau wegen der Dreyfu«- Angelegenheit zum Duell gefordert. Pari«, 8. September. Eine größere Anzahl national- liberaler und antisemitischer Deputirten ist hier eingetroffen, um Agitation behuf« Einberufung der Kammer zu betreiben. London, 8. September. AnS Dmburman eingelaufene Telegramme de« Grneral« Kltchener besagen, daß 500 Araber auf Rameelen den Khalifen verfolgen. Derselbe flieht mit solcher Eile, daß er mehrere seiner Weiber auf dem Wege zurückließ. 100 Kameele, die er für die Flucht benutzen wollte, fielen in ble Hände der Engländer, von den Derwischen find nach einer Zählung auf dem Schlachtfeld 10800 gefallen, außerdem 400 in Dmburman. verwunbet sollen 16000 Derwische sein- außerdem habe Kltchener 8-—4000 Gefangene gemacht. London, 8. September, von unterrichteter Seite wirb nunmehr bestätigt, daß da« eng lisch -deutsche Abkommen, welches die südafrikanischen Jntereffen betrifft, fich auch auf die ostafiatischen Fragen erstrecken soll. Daß parallel mit den politischen Vereinbarungen und im Zusammenhang mit denselben auch finanzielle TranSactivnen, die ohne die Regierung birect zu engagtren, doch unter dem Protektorat derselben bei kräftigen Gelbmächten durchgeführt werden sollen, wobei nach Thunlichkeit auch den Jntereffen Rußlands und Frankreichs Rechnung getragen werden soll, gilt al« sicher. Madrid, 8. September. Die Regierung hat von einigen Carlistenführern die Versicherung erhalten, daß dieselben keine Ausschreitungen gegen die jetzige Regierung unternehmen würden, so lange die FriedenS-Commisfiou in Pari« nicht über alle Fragen entschieden habe. Athen, 8. September. Nach hier eingetroffenen Depeschen dauert die Krisi« in Candia fort. Die Türken find nicht eingeschüchtert und wiederholen fortgesetzt ihre Angriffe. Die Kriegsschiffe haben Candia von Neuem bombarbirt. Die Stabt ist zur Hälfte zerstört. Biele Türken finb getödtet. Die Christen finb auf ble Schiffe geflohen. Ein im Piräu« liegende« russische« Kriegsschiff ist nach Canbla abgebampft. Unter ben hiesigen cretenfischen Flüchtlingen herrscht ble größte Erregung. Athen, 8. September. Bel ber vorgestrigen Revolte in ßanbia finb im Ganzen 200 Mann getödtet unb 45 verwundet worben. Kandis, 8. September. Die fremden Untertanen find au« der Stadt auf die inzwischen elugetroffenen Kriegsschiffe geflüchtet. Abgebrannt find da« deutsche, englische und amerikanische ConsulatSgedäude. Nach einem Telegramm des englische» Consul« au« Ranea wurden 20 englische Soldaten getödtet und 50 verwundet. Ranea, 8. September. Der englische Commandant theilte gestern einem englischen Journalisten mit, daß er Im Falle eine« neuen Aufstande« der Muselmanen die Stadt ben christlichen Insurgenten zur Plüuberuug überladen werde. Heute fei in Candia alle« ruhig. Die Jasurgeuten gehen in Begleitung von Soldaten auch vor die Stadt, die von einem militärischen Cordon umgeben sei. Foulard-Seide 95 Pi■ chinesische rc. in ben neuesten DesstnS u Farben, sowie schwarze, weiße unb sarbigeHerrneder-'Set-a von 75 Pf. bis Mk. 18.65 p. Mel. — tn ben mobernsten Geweben, Farben unb DesfinS. Ai Private perte- end steuerfrei Im Hom. Muster umgehend. 22« 6. Hennebergs Seiden-Fabriken Ou k. ho«.), Zürich. ^ersCarls6j ^fee-Gew^ 6972 ernähren, wenn sie den Hafer wieder zu seinem Recht kommen läßt und den Säugling mit Knorr's Hafermehl, das Heranwachsende Geschlecht aber mit K n o r r's zahlreichen anderen Haferpräparaten ernährt! I. C. Schmidts Reform-Hyacintengläser, practisch, bequem, erfolgreichste Cultur, hübsches Aussehen. Grosse Gläser Stück Mk. —,35, 6 Stück Mk. 2,—. Miniaturgläser „ „ — ,25, 6 „ „ 1,20. In allen Blumenzwiebeln-, Samen- etc Geschäften mit Frachtaufschlag zu haben oder, wo nicht vorhanden, direct vom Erfinder J. C. Schmidt, Hoflieferant, Erfurt. Preisverzeichniss mit Abbildungen über Blumenzwiebeln, Herbstaussaaten etc. zu Diensten. IW fit grfenßeti tief'1 !! Lkn W»