Nr. 158 Erstes Blatt. Samstag den 9. Juli 1898 «Men Ns I. ***<*taai Erscheint ILgNch mir Ausnahme des Montags. Die Gießener Mamikienotätter »erden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigelegt. Gießener Anzeiger 38ejWflsyrtU vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerloh». Bei Postbezug 2 Mark 50 Pf,. . vierteljährlich. Nnnahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. General-Unzeiger Alle Anzeigen-VerminlungSstellen d«S In- und AuSlaubeS nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Amts- »ttd Anzeigeblatt für den 'Kreis Giefzen. Gratisbeilage: Gießener FamilienblKtter. Adresse für Depeschen: Anzeiger Kte-e«. Fernsprecher Nr. 51. 40 Mark, eine eine halbe Teile t indrnckerei Amtlicher Theil Redaction, Expedition und Druckerei: Schntftraße Nr. 7. bi te drehbare del-, Preissel-, läften, Gelees. Mk. 10.-. the für Haus, , Erfurt. t Auswahl Md ge eisen. 8f -lager. > an. [4428 $tiw191 Ml Echtheit des »eain-lan^n 1888. 964 1881 & ittfl gofi W &B- -0tt8 I tea । 181- nur .jin-Cream ,ht «13*^ 10L0- etfbcnc*1- £* äJ jrfjS,s Bekanntmachung, betreffend: Die Ausführung des Gesetze» vom 1. Juni 1895, den Ersatz de» Wildschaden» betr. Herr Müller Georg Keil in Grünberg ist zum Mitglied und Vorsitzenden der Sachverständigen Commission für die Abschätzung von Wildschaden im V. Bezirk de» Kreise» Gießen ernannt und als solcher verpflichtet worden. Gießen, den 5. Juli 1898. Großherzogliches Kreiramt Gießen. v. Gagern. Gießen, den 5. Juli 1898. Betr.: Wie oben. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen att die Grotzh. Bürgermeistereien Grünberg, Harbach, Lauter, Queckborn, Stockhausen, Weickartshain, Stangenrod, Lumda, Weiters- Hain, Saasen, Beltershain, Göbelnrod, Rein- hardshaiu, Lindeustruth, Loudors, Allertshausen, Keffelbach, Climbach, Odeuhauseu, Geilshausen, Rüddiugshauseu. Die vorstehende Bekanntmachung wollen Sie ortsüblich veröffentlichen. v. Gagern. Die Polenfrage. Wir haben erst vor Kurzem die Bestrebungen der Slaven besprochen und ihre» Haffe» gegen da» Deutschthum erwähnt, welcher bet der Palaczkyseter in Prag so offen zum Durch« druch gekommen war. Heute wollen wir un» speciell mit den Polen beschästigeu, wozu mehr al» ein Anlaß vorltegt. Wie bekannt, hatten die slavtschen Aerzte und Naturforscher die Absicht, sich in der Stadt Posen ein Stelldichein zu geben und man vermuthete, vielleicht nicht mit Unrecht, daß diese Zusammenkunft weniger wiffenschaftlichen Zwecken dienen al» der polntsch'slavtschen Propaganda gewidmet werden sollte. Diese Annahme muß nicht ganz ohne Grund gewesen sein, denn die Regierung hat angeordnet, daß au jenem Aerzte« und Naturforscher«Congreffe Ausländer nicht theiluehmen dürfen und im Falle ihre» Erscheinen» erforderlichen Fall- zwangsweise entfernt werden sollen. Daraufhin hat man bekanntlich von der Zusammenkunft in Posen überhaupt abgesehen und Krakau al» Coufereuzort gewählt. Diese» scharfe Vorgehen der deutschen Regierung ist immerhin beachteuSwerth- man ersieht daran», daß der antideutschen Agitation von vornherein die Spitze abgebrochen werden soll, und daß man in maßgebenden Berliner Kreisen nicht Willen» ist, bei den Polen die Hoffnung aufkommeu zu lassen, die Bestrebungen derselben hätten irgend welche schonende Rücksichtnahme zu erwarten. Seit M tte der achtziger Jahre ist e» wie eine Er« keuntntß über die deutsche öffentliche Meinung gekommen, daß in Posen und Westprenßen ganz im Stillen eine durch« greifende Veränderung de» Verhältnisse« zwischen Deutschthum und Poleuthum eiugetreten war. Man war auf deutscher Sette recht arglo» gewesen und hatte geglaubt, daß dort an der Ostgreuze da» Deutschthum vermöge seiner größeren wirthschastlichen Tüchtigkeit dem Poleuthum überlegen sei,- mit Erstaunen und Schrecken erkannte man aber mit einem Male, daß da» Poleuthum einen sehr breiten Raum ein« genommen und das Demschthum auch wtrthschaftlich mehr und mehr in den Hintergrund gedrängt hatte. Es war ein polnischer Bürgerstaud entstanden, der die Garantie bot, daß da» Poleuthum festen Fuß gefaßt hatte und im Begriff war, die Deutschen ganz und gar bei Seite zu schieben. Die Polen hatten damit eine doppelte OperationSbafi» sich ge« bildet: auf dem Laude wirkte der Clerus nach wie vor auf die Bevölkerung ein, und in den Städten gewinnt jetzt da» polnische Bürgerthum immer mehr an Boden und an Einfluß. Zu jener Zeit entstanden da» Ansiedelungsgesetz und die übrigen Maßregeln zur Stärkung de» Deutschthum». Bekanntlich kehren aber nur neue Besen gut, und al» die erste Hitze verflogen war, da griff wieder eine gewisse Lässigkeit in der Polenfrage Platz, und die Wirkung der getroffenen Maßnahmen wurde wesentlich abgeschwacht. Da» war besonder» in der Zeit der Fall, al» Herr v. KoScielSki rinen Einfluß auSzuübeu vermochte, der vielfach unterschätzt worden ist. Seit einigen Jahren ist ja nun wieder ein Um* chwung in der Stimmung eiugetreten,- man hält gegen« Ibet den Polen die Zügel straffer, aber Bersäumntffe taffen sich nicht so leicht einholeu, und immer von Neuem ergaben sich Beweise dafür, daß die Polen nicht nur wirthschaftliche Eroberungen gemacht hatten, sondern auch auf dem besten Wege waren, eine politische Gefahr über Deutschland heraufzu« beschwören. Da» hat die Regierung erkannt und au» den letzten Sessionen de» deutschen Reich»« und de» preußischen Parlament» find noch manche erwähoen»werthe Debatten in der Erinnerung, während welcher Reichskanzler und Minister eine warnende und drohende Sprache gegen die Polen führten und scharf und deutlich in nicht mißzuverstehender Weise erklärten, eine Großpolen«Politik unter keinen Umständen dulden zu wollen. Bekannt ist noch zur Genüge, daß besonder» erregte Verhandlungen durch da» verbot von Versammlungen, in denen man fich der polnischen Sprache bedient hatte, hervor- gerufeu worden waren. Auch au» anderen Maßnahmen der Regierung konnte man ersehen, daß aus der ganzen Linie eine energische Betonung de» StaatSgedanken» gegenüber den polnischen Bestrebungen stattfinden soll, aber immerhin bleibt die Aufgabe, welche der Regierung in dieser Beziehung obliegt, eine äußerst schwierige und delikate. Große Hoffnung setzt mau bekanntlich auf die Erhöhung de» Fond» für AnfiedelungSzwecke, und neuerdiug» wird al» Beweisgrund dafür, daß die polnische Bewegung jetzt wieder ihren Höhepunkt überschritten habe, der Ausfall der Wahlen zum deutschen Reichstage angeführt, welcher einen Verlust von etwa 50000 polnischen Stimmen und einiger Mandate brachte. Ob hieran» wirklich aus einen Rückgang de» PoleuthumS geschlossen werden kau», steht aber noch dahin,- e» können bei dem Ausfall der Wahlen ganz zufällige Momente mitgewirkt haben. Jedenfalls geht aus der zu Beginn dieses Bericht» erwähnten RegterungSmaßnahme hervor, daß man in Berlin die Augen offen hält und fich nicht nochmal» überrumpeln zu lassen gedenkt. (xx) Deutsches Reich. Berlin, 7. Juli. Die versuche mit einer Sommer« kleidung für Postunterbeamte werden immer noch fortgesetzt. Die allgemetne Einführung der Sommerröcke ist von 1899 ab in Ausficht genommen. Welche Sorte von Röcken in Gebrauch genommen werden wird, hängt von den Ergebnissen der diesjährigen Trageversuche ab. — Wie die „Deutsche VerkehrSztg." hört, haben die Ober-Postdirectioneu Anweisung erhalten, die bisherigen Verträge wegen Lieferung von Dienstkleidern für Unterbeamte sämmiltch zu kündigen, damit bei der Neuverdingung vom 1. April 1899 ab die Beschaffung von Sommerröckeu berücksichtigt werden kann. — Der diesjährige Deutsche Juriftentag findet, wie jetzt feststeht, in der Zeit vom 12. bis 14. September in Posen statt. — Englische Vorbereitungen zum Handelsverträge mit Deutschland, von der „Ceutralftelle für Vorbereitung von Handelsverträgen" geht die Mittheilung au», daß fich zur Zeit handelspolitische Agenten der englischen Regierung in Deutschland aushalten. Diese, mit Empfehlungen osfizieller Persönlichkeiten versehenen Herren, meist Industrielle, HaudelSkammermitglieder u. s. w., bereisen da» Deutsche Reich, um an maßgebenden Stellen Fühlung zu gewinnen, die wirthschaftliche Lage kennen zu lernen und für freundliche Handelsbeziehungen mit England Stimmung zu wachen. An fich ist man daselbst von der für beide Theile vorliegenden Nothweudigkeit einer Erneuerung de» Handelsvertrags durchaus überzeugt, doch trug mau fich, wie die Seudlinge durchblicken lassen, ursprünglich mit der Hoffnung, von deutscher Seite Concessionen zu erlangen. Durch die neuere Wirth« schastSpolitische Action in Deutschland ist man indessen einiger« maßen in Besorgniß versetzt. Schillingsfürst, 7. Juli. Heute früh um 10 Uhr fand ein Trauergottesdienst für die Fürstin Hohenlohe in der Friedhofscapelle in Anwesenheit des Reichs« kanzlerS, der Prinzessin Elisabeth, der Prinzen Alexander und Moritz, der Diener des Fürstenhauses und Vertreter der Gemeinde statt. Nach dem Gottesdienst sang am Grabe der Kirchenchor. Der Sarg war geschmückt mit Kränzen und die Fürstengruft mit Lorbeer mit weißen Rosen. Russische Beamte hatten einen mächtigen silbernen Kranz mit Inschrift gesandt. Der Reichskanzler Fürst von Hohenlohe spendete ! der Gemeinde Schillingsfürst 4000 Mark zu Armenzwrcken. Der Fürst bleibt noch mehrere Tage in Schillingsfürst und reist dann nach München. Ausland. Brünn, 7. Juli. Beim Scheibenschießen der Cadetten« schule zu Königsfeld wurde durch die Selbstentladung eine» Revolvers ein Cadett getödtet. Gablonz, 7. Juli. Der GlaSarbeiterstrike im Riesengebirge ist infolge Intervention der Behörden bei- gelegt. Pari», 7. Juli. Gleichzeitig mit einem aus Odde datirten Telegramm des deutschen Kaiser» traf eine Condolenz- Depesche de» russischen BotschaftrrS Urusvff ein, welcher vorläufig in seinem eigenen Namen die Theilnahme ganz Rußlands an dem Unglück der „La Bourgogne" aus- drückte. London, 7. Juli. Die „Central New»" melden, daß der spanische Dampfer „AlfonS XII." vor Muriel, verfolgt von drei amerikanischen Schiffen, auf Strand lief und der- b rannte. London, 7. Juli. „Daily Mail" berichtet au» New- York: Hier ist die Bestätigung eingetroffen, daß der Kreuzer „Alfons XIII." zerstört worden ist. Madrid, 7. Juli. Die Minister beschlossen, weitere Nachrichten über die Kämpfe bei Santiago abzuwarten, ehe fie Beschlüsse wegen Frieden»verhandluugen fassen. Madrid, 7. Juli. General Linares, der Commaodant der Truppen von Santiago, der das Commando infolge einer leichten Verwundung abgegeben hatte, ist wieder hergestellt und hat das Commando wieder übernommen. New-York, 7. Juli. Bei dem Untergang de» Schiffes „La Bourgogue" soll die Mannschaft mit unglaublicher Rohheit vorgegangen sein. Al» die Passagiere den Rettungsbooten zutratev, sollen fie von der Bemannung mit Rudern und Bootshaken zurückgedrängt worden sein. Italienische Zwischendeck» Passagiere haben von ihren Messern Gebrauch gemacht, um die Boote zu erreichen. Locales nnd j)rovlnrleUes. Gießen, 8. Juli 1898. •• Ordensverleihung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, zum 1. Juli dem katholischen Pfarrer Johanne» Kumpf in Horchheim das Ritterkreuz 1. Klasse de» Verdienstordens Philipp» des Großmüthigen zu verleihen. •• Leichenfeier. Gestern Vormittag um 11 Uhr wurde die sterbliche Hülle des Stadtverordneten Meier Homberg er vom Trauerhause Marburgerstraße zur ewigen Ruhe geleitet. Ein stattliches Gefolge erwies dem Ver- ewigten die letzte Ehre,- kostbare Blumenspenden wurden im Zuge mitgesührt. Zwei kunstvolle Blumengewinde wurden durch die beiden RathSdtener Moll und Ochs vor dem Trauerwagen einher getragen. Auf dem Friedhöfe hielt der Provinzial-Rabbiner Dr. Sander die Grabrede. Der erste Vorfitzende der israelitischen Gemeinde, Commerzieurath Heichelheim, tief am offenen Grabe dem dahingegangenen Meter Hornberger den Dank nach, für das, waS er als sein Vorgänger für die Gemeinde gethan, sein verdienst sei es, derselben eine geordnete, festgefügte Verwaltung gegeben zu haben, womit er fich ein bleibendes Denkmal geschaffen. Hierauf nahm Herr Oberbürgermeister Guanth Namens der städtischen Verwaltung daS Wort: Als die Stadtverordnetenversammlung vor sechs Wochen daS 25jährige Amtsjubiläum ihres Senior» beging, da dachte wohl Niemand daran, daß dieser nur noch einmal an den Berathungen derselben theil- nehmen würde, daß man sobald au seinem Grabe stehen würde. WaS der nun Entschlafene für da» Gemeinwohl gewirkt, es sei bei jenem Anlaß öffentlich zum Ausdruck gekommen, die städtische Verwaltung und die Collegen würden über daS Grab hinaus ihm ein treues Gedächtniß bewahren. Als letztes äußeres Zeichen der Anerkennung wolle er noch am Grabe die Kranzspenden der Stadtverordnetenversammlung und der städtischen Verwaltung niederlegen. •» Knnstverein. Wie aus dem Jnseratentheil dieser Nummer ersichtlich, wird die Gemälde-AuSstellung im ThurmhauS am Brand vom Freitag kommender Woche, dem 15. Juli au, auf einige Wochen geschlossen. Die gegenwärtige Ausstellung ist, wie wir bereits vor Kurzem au dieser Stelle berichteten, eine sehr reichhaltige, über hundert ! Gemälde zählende. • • Concert. Da« gestrige vierte Abonnement-- Loncert der htefigen Regimentöcapelle unter Leitung de» Großh. MuflkdirectorS Herrn C. Krauße war gut besucht und fand die exacte Ausführung de- Sptelplaue- allgemeinen zum Thetl stürmischen Beifall. * • Der Beret« zur Züchtung retuer Hunderassen in Gießen hält am Montag, den 11. d. Mts. Abend- 8 Uhr im Lenz'schen Felsenkeller seine Monat-Versammlung ab. Wir verfehlen nicht, Interessenten darauf aufmerksam zu machen, tn-besondere auf die Tagesordnung, welche den Rechnungsabschluß der Hundeau-stelluvg, Berloosung von Welpen und verschiedenes aufwetst. • • Eine nachahmen-werthe Einrichtung hat da» Cafö Heitler gtroffen. Der Besitzer hat eine verschließbare Aufbewahrungsstelle für Räder eturtchten lassen. Den Schlüffe! hierzu führt der Kellner. • • Größe der Postkarten. Bon allgemeinem Jntereffe ist ein von der Oberpostdirection in Danzig einem Groß- industriellen WestpreußeuS zugegongener Bescheid. Der Herr hatte am 5. Mai d. I. eine Anzahl auf privatem Wege hergestellter Postkarten, von denen schon seit vielen Jahren Hunderttausende in die Welt gesandt waren, ohne jemals beanstandet worden zu sein, francirt an Geschäftsfreunde nach Danzig geschickt und erhielt von einem Geschäftsfreunde eine solche Karte zurück, welche mit einem Strasporto von 15 Pfg., weil sie nicht die vorschriftsmäßige Größe gehabt hätte, belegt worden war. Die Empfänger der anderen Postkarten sollen da» gleiche Strafporto zu tragen gehabt haben, haben sich aber nicht gemeldet. Auf die eingereichte Beschwerde bei dem Herrn StaatSsecretär de- ReichSpostamt», welcher die Beschwerde zur Erledigung an die Oberpost- direction Danzig übersandte, ist ihm von dieser folgender Bescheid zugegangen: „Nach § 14 der Postordnung vom 11. Juni 1892 müssen Formulare zu Postkarten, welche nicht von der Poft bezogen werden, in Größe und Stärke de- Papier» mit den von der Poll gelieferten übereinftimmen; Postkarten, welche den äußeren Anforderungen nicht entsprechen, unterliegen dem Porto für unfrancirte Briefe. Immerhin find die Postanstalten angewiesen, bet den auf privatem Wege hergestellten Postkarten über kleinere Abweichungen von der vorgeschrtebenen Größe hinwegzusehen. Da- Postamt ist angewiesen worden, den erhobenen Porto- betrag dem Empfänger der Postkarte zu erstatten. Um derartigen unliebsamen Weiterungen für die Folge vorzubeugen, wird Ihnen anhetmgestellt, Ihren Postkarten die vorgeschriebene Größe geben zu lasten. □ Darmstadt, 7. Juli. Unerwartet früh, an deusFolgeu eine» inneren Leiden- ist Herr Geh. RegierungSrath Hechler hier, ein geborenerOberheste, verschieden. Ein in'wetten Kreisen beliebter und hochgeschätzter Mann, ein vorzüglicher Staat-beamter und Bürger geht mit ihm in die Gruft. Seit langen Jahren, und mehrmalig gewählt, vertrat er den Groß- Gerauer Wahlkreis in der Zweiten Kammer, zu deren ersten Schriftführer er vor mehreren Jahren ernannt wurde. Treu und unentwegt vertrat er die nattonalltberale Sache gegenüber dem antisemitischen usw. Ansturm. Im Mat v. I. wurde er Borfitzender der Großh. BcaudverficherungSkammer, welches Amt er leider nicht lange bekleiden sollte., X. Darmstadt, 7. Juli. Bei der günstigen BerkehrS- lage Darmstadt« waren in den letzten Jahren in der Ein- quartierungsache mancherlei Mtßltchkeiten zu verzeichnen. Nunmehr wurde seitens de» Magistrat» ein OrtSstatut, da» die Frage der Einquartierung de» Genaueren in 20 Para« graphen regelt, den Stadtverordneten vorgelegt und von ihnen heute mit einigen Abänderungen genehmigt. Als Maßstab für die Bertheilung der Quartier-Pflicht ist da» Gemeindesteuereapltal genommen und zwar ist je 1 Mann zu übernehmen bet Gemeindesteuercapitalten, die lediglich Eiokommenstruercapttal in fich begreifen, auf je 400 Mk., bet solchen, tn welchen noch Grund-, Gewerbe- und Capital- rentensteuercapttalien mitenthalten find, auf je 450 Mk. Steuercapital. Auf Grund de» OrtSstatut» wird ein Ein- quartierungskataster geführt und stets auf dem Laufenden erhalten. Auch in der Stadt nicht Gemeindefteuerpfltchtigr werden zur Quartterpflicht herangezogrn. Da» letzte Statut vom 4. August 1870 war durchaus veraltet. — Dieser Tage hrt fich hier eine „Freie Bereinigung Darmstädter Künstler" gebildet zu dem Zwecke der Au»stellung und Vertreibung der Werke ihrer Mitglieder. Die Bereinigung wurde durch die nachgesuchte Uebernahme de» Protectorat» für die geplante Ausstellung seitens de» Großherzogs erfreut. Im nächsten September gedenkt fie nämlich ihre erste Ausstellung tn der KunstveretnShalle vorzuführen, wobei auch namhafte, außerhalb des engeren Baterlande» wohnende, au» Heften gebürtige Künstler vertreten sein sollen. Mainz, 6. Juli. Die Wiederherstellung des ehemaligen Kurfürstlichen Schlosses tn Mainz ist um einen bedeutenden Schritt gefördert worden, indem durch Beschluß der Stadtverordnetenversammlung vom 23. Juni die Bauleitung dem tu Mainz ansässigen Archttecten Rudolf Opfermann übertragen ward. Der Vorsitzende deS s. Z. zur Begutachtung berufenen AuSschuffeS von Sachverständigen, Geh. RegierungSrath Prof. Raschdorff, hatte auf die Einladung der Großh. Bürgermeisterei, fich über die Einleitung deS Wiederherstellung-Werkes zu äußern, die Wahl des Genannten für durchaus befürworteuswerth erklärt. Opfermanns große baufachliche Befähigung hat ihm einen hervorragenden Antheil an der Bebauung der Mainzer Neustadt, wie die Theilnahme au dem engeren Wettbewerb beim Museumsbau in Darmstadt und namentlich die Berufung zur baulichen Herstellung der mächtigen Stiftskirche in Friedberg seitens der Großh. Hessischen Regierung verschafft. Seine Bezeich- nung für da» tn Rede stehende Werk erschien um so mehr begründet, al» er am Platz anläsfig und mit dem Denkmal durch eingehende Studien vertraut ist. Bet der Wahl de» Bauleiter» mußte, wie tn einer gutachtlichen Arußerung vom Prälaten Dr. Schneider gewiß mit Recht betont worden war, in erster Linie darauf geachtet werden, daß da» Unternehmen in die Hand einer baukünstlerischen Kraft gelegt werde, die in der Durchführung eine Lebensaufgabe erblickt und fich derselben mit voller Hingebung zu unterziehen bereit ist. Denn es handle fich weit weniger darum, den Fall tn kürzester Frist abzuwickeln, als tn gemeffenem Gang mit wetser, bau- technischer Oekonomte und in dtScretem Vorgehen jene Mittel- straße tn der baulichen Erneuerung de» alten Schlöffe» einzuhalten, die von den Sachverständigen schon im Borjahre hervorgehoben worden war. Bei der ganz vereinzelten Stellung de» Baudenkmal» in der Reihe unserer deutschen Palastbauten erfordere deffen Behandlung liebevolle Vertiefung in seine Eigenart und ein eingehende» Studium seiner Zierformen. Die Herstellung der fast gänzlich veränderten inneren Anordnung endlich gehöre so wie die Frage der richtigen Unterbringung der vielgestaltigen und umfangreichen städtischen Sammlungen ficher zu dem schwierigsten Thetl der ganzen Aufgabe. Im Hinblick auf diese Erfordernifte vereinigten fich die beiden, getrennt abgegebenen Gutachten tn dem Vorschlag Opfermanns. In der Au»sührung soll bei dem ältesten Bautheil, der gegen da» Großherzoyliche Palais gerichteten Südsront, begonnen werden. Da gerade hier etnestheils schwere Bauschäden vorltegen und anderutheilS die vorhandenen Räume de» Erdgeschoffe» zu Museumszwecken nicht verwandt find, ergiebt sich gerade diese Stelle al» An- grtffspunkt von selbst- fie gewährt zugleich die Möglichkeit, die äußere Herstellung mit dem inneren Ausbau und seiner künstlerischen Schmückung in organischer Weise zu verknüpfen. Auch hier wird schließlich Alle» von dem Manne abhängen, tn deffen Hände daS Unternehmen gelegt wird- einer glücklichen Lösung der bedeutungsvollen Aufgabe durch Opfermaun darf mit berechtigten Erwartungen entgegengesehen werden. Meutralbl. d. Bauverw. Worm», 6. Juli. Der zum Finanzmintster unseres Großherzogthum» ernannte Herr Oberbürgermeister Küchler nahm in der gestrigen Stadtverordnetenversammlung Abschied von den Stadtverordneten, da er am kommenden Freitag sein neue» Amt antritt. Herr Küchler war so bewegt, daß er am Schluß feiner Rede abbrechen mußte. Auch tn den Reihen der Stadtverordneten machte fich eine große Bewegung geltend, die den Beweis lieferte, daß ihnen der Abschied von Herrn Küchler sehr schwer fällt. Herr Oberbürgermeister Küchler stand 16 Jahre dem Gemeinwesen der hiesigen Stadt vor und hat während dieser Zeit für da» Gedeihen und die Größe von Worm» ungeheuer viel gethan. Die Stadtverordneten haben den einstimmigen Beschluß gefaßt, Herrn Oberbürgermeister Küchler zum Ehrenbürger der Stadt Worm» zu ernennen. Gestern Abend fand eine Besprechung der Stadtverordneten und der Vorstände sämmtlicher hiesiger Vereine statt. Man beabsichtigt, am Donner-tag Abend einen großartigen Fackelzug, an dem fich sämmtliche Vereine be- theiligen, zu Ehren de» scheidenden Oberbürgermeisters zu veranstalten. Bei dieser Gelegenheit soll Herrn Oberbürgermeister Küchler daS Ehrenbürger-Diplom Überreicht werden. Ars- der Zeit für die Zelt. Vor 512 Jahren, am 9. Juli 1386, fand bei Sempach der Sieg der Schweizer über die Oesterreicher statt, mit welchem die österreichische Herrschaft in der Schweiz endete. In der Schlacht, wo nach der Volksüberlieferung der hochherzige Arnold von Winkelried seinen Landsleuten in die geharnischten Reihen der Ritter „eine Gaffe bahnte", indem er eine Menge Lanzen erfaßte und sich in die Brust grub, erlag der stolze Herzog Leopold III. von Oesterreich mit 656 Edlen unter den Kolbenschlägen helvetischer Landleute. • Rude-Heim, 5. Juli. Gestern tagte hier eine Cou- ferenz von Bausachverständigen, darunter Professor v. Thiersch- München, die Bauräche Böckmaun und Schwechten-Berlin, um den Bauplan für die nationale Festftätte zu be- rathen. Heute traten die Mitglieder de» Arbeitsausschusses v. Schenckendorff und Dr. I. Rolf» hinzu, um in gemeinsamer Berathung die Grundzüge einer PreiSbewerbung sür die Anlage der Feststätte aufzuftellen. Eine Commission fördert die weiteren Vorarbeiten. Als erster Preis wurden 10 000 Mk., als zweiter Preis 5000 Mk. in Aussicht genommen. Darauf folgte die Bildung der Bauabtheilung au» sämmrlichen Baufachleuten de» ReichSauSschuffe» unter Leitung von Profeftor Thiersch. Morgen findet hier eine Volksversammlung statt, zu welcher der ganze Rheingau und angrenzende Lande-theile eingeladen find behufs Anregung zur Bildung von Ortsausschüssen. * Auch ein Strikt. Dreitausend Beamte im Haupttelegraphenamt zu London rrbelliren gegen den Zwang der osficiellen „Abfütterung". Sie führen Beschwerde darüber, daß da» von AmtSwegen geführte Restaurant nicht allein schlecht koche, sondern daß die Bedienung auch sehr schlecht sei und fie bei Tische „eingepökelt wie die Häringe" fitzen müffen. Wa» fie jedoch nicht aussprechen, ist wohl der wesentlichste Punkt ihrer Leiden: sie dürfen die AmtSgebäude nicht verlaffen, um zu lunchen. ES wird nun dafür Sorge ge- tragen werden, daß die Speiseräume vergrößert werden und die Angestellten auch zum Frühstück hinan» gehen dürfen. Dann werden fie e» wahrscheinlich vorziehen, im Hause zu bleiben. Einstweilen ging eS Freitag und SamStag dort sehr lustig zu, al» fich männiglich da» Frühstück in Ledertaschen und Papierdüten mitgebracht hatte und nur an den langen Taseln Mefter und Gabel in Gebrauch genommen und nach Pfeffer, Salz und Senf gerufen wurde. • Auf die BahuhosS-Restauratiou zu Bebra, die am 1. September pachtfrer wird, find 42 Angebote erfolgt. Bon der unglaublichen Höhe von 85 000 Mk. jährlicher Pacht bi» herunter zu dem bescheidenen Angebot von 8500 Mk. bewegen fich die Offerten. Die meisten Angebote lauten zwischen 10- und 15 000 Mk., doch waren auch solche von 22 bi» 25000 Mk. darunter. Der Zuschlag ist noch nicht erfolgt und braucht bestimmungsgemäß auch nicht an den Meistbietenden zu erfolgen. • Die Versendung von Aufichtspostkarte», theil» zur Ueber- wittelung von Nachrichten, theil» zu Sammelzwecken, hat in den letzten Jahren einen ganz bedeutenden Umfang angenommen. Dieser läßt sich wohl am Besten an dem Verbrauch der 5 Pfg.-Fretmarkeu nachweisen. ES find verkauft worden: im deutschen ReichSpostgebiete (ausschließlich Bayern und Württemberg) Freimarken zu 5 Pfg., 1893: 282362 771, 1894: 295 116875, 1895: 314682733, 1896 (weiter reicht die veröffentlichte Statistik de» RetchSpostamre» nicht): 352700 312 Stück - gegen da» Vorjahr mehr 1894: 12 754104, 1895: 19 745858, 1896: 37 837 579 Stück- Steigerung in Prozenten rund 1894: 4,5; 1895: 6,7 - 1896: 12,0. Postkarten zu 5 Pfg. 1893: 231278592; 1894: 237 960845; 1895: 250515794; 1896:262 302578 Stück, gegen da» Vorjahr mehr 1894: 6 682253, 1895: 12554949; 1896: 11786784 Stück; Steigerung in Pro- zenten rund 1894: 2,9; 1895: 5,3; 1896 4,7. Einen Anhalt für die Zahl der beförderten AvfichtSpostkarten er- giebt diese Ueberficht allerdings nicht, man wird fich indeß nicht zu weit von der Wirklichkeit entfernen, wenn man fie allein bet un» auf gegenwärtig 100 Millionen jährlich schätzt. Der ReichSpostverwaltung bringt dieser Sport da» nette Sümmchen von 5 Millionen Mark ein, dabet braucht fie nicht einmal baß Papier zu den Karten herzugebrn. Eingesandt. Gieße«, 7. Juli 1898. Einsender dieses freute sich, ohne ein persönliches Interesse daran zu haben, als die Inhaber der Detailaeschafte hier vor einigen Wochen die Vereinbarung trafen, ihre Geschäfte gemeinsam um 9 Uhr Abends zu schließen, um sowohl der Familie, als auch den Angestellten nach der ohnehin langen Arbeitszeit von Morgens 6 oder 7 Uhr bis Abends um 9 Uhr noch eine Erholungsstunde in frischer Luft zu gönnen. „ r „ Dieser Ladenschluß hatte sich Dank der Bereitwilligkeit fast aller Geschäftsinhaber auch so allgemein und glatt einaeführt, ohne daß irgend ein Nachtheil dadurch den Geschäften entstanden wäre und ohne daß derselbe von dem kaufenden Pubikurn als Uebelstand empfunden wurde; hatte man sich doch an die Neuerung rasch gewöhnt und besorgte seine Einkäufe ein halbes Stündchen früher als bisher. Samstags und vor Festtagen sind ja so wie so die Geschäfte bis 10 Uhr geöffnet. Nun scheint es mir, als wenn so ganz vereinzelte Händler sich diesen Ladenschluß zu Nutzen machten, auf Kosten ihrer Collegen die Geschäfte länger offen zu halten, wahrscheinlich in der Erwartung, daß, wenn die anderen Geschäfte geschlossen sind, sie noch Maaren absetzen könnten. Ich möchte hier doch die Frage an den Detailisten- Verein richten, ob er gegen solche Manipulationen nichts zu thun in der Lage ist. In anderen Städten hat die soctaldemo- kratische Partei, welche stets" für das Wohl der arbeitenden Klaffe etntritt, für die Angestellten in der Ladenschlußfrage die Lanze gebrochen; auch dürfte ein Appell des Detailltsten-Vereins an da« Publikum am Platze fein, die humanen Bestrebungen der Geschäftsleute dadurch zu unterstützen, daß es nicht nach 9 Uhr in den Geschäften kauft, deren Inhaber einen Vortheil aus dieser Wohlfahrtseinrtchtung der sämmtlichen Kaufleute herauszuschlagen suchen, indem sie ihre Geschäfte länger offen halten. Auch selbst wenn der betreffende Geschäftsmann kein Personal beschäftigt, so gibt er durch ein solches Verhalten anderen Veranlassung, welche Angestellte beschäftigen, länger aufzuhallen und dürfte dadurch die ganze Vereinbarung des 9 Uhr-Ladenschlusses und mit dieser daß Erholungsstündchen für Familie und Angestellte in Frage gestellt sein. Hoffentlich genügen diese Zeilen, um die Geschäftsinhaber an das gegebene Versprechen zu erinnern, daß sie es als Ehrensache betrachten, strikte an dem 9 Uhr-Ladenschluß festzuhalten. Einer, der kein Detailgeschäst besitzt! Wissenschaft, Literatur und Aunst. — Der Entwickelung deS Fernsprechwesens ist ein längerer illustrirter Artikel gewidmet, den wir in dem soeben auS- pegebenen Heft 26 der allbekannten Familtenzeitschrist »Für Alle Welt" (Deutsches VerlagshauS Bong & Co., Berlin w„ Preis deS Vterzehntagsheftes 40 Pfg ) veröffentlicht finden. Vieles, waS dem Laten an den Vorgängen beim Telephontren noch unklar ist, wird ihm hier von sachverständiger Feder und durch wohlgelungene Bilder vor Augen geführt. Außerdem enthält dieses Heft, neben den Fortsetzungen der beiden, an dieser Stelle wiederholt erwähnten geradezu sensationellen Romane „Schloß Hohenthurm" von B. Corony und „Auf der Landstraße" von Jenny Hirsch und einer abgeschlossenen, recht innigen und humorvollen Erzählung „Eine Hochzeitsreise" von Olga Wohlbrück, eine mit farbenprächtigen Abbildungen erläuterte Skizze „Haussegen Industrie" von M. Friedeberg und eine mit noch nie ve öffentlichten Bildern geschmückte Darstellung des Lebens Kaiser Wilhelms II. während seiner Nordlandfahrten auf der „Hohen- zollern", die dem kürzlich erschienenen, der Kaiserin gewidmeten und vom Kaiser selbst mit einer Devise gezierten Prachtwerk „Unser Kaiser" (Deutsches Verlagshaus Bong & Co., Berlin W.) entnommen ist. Der bekanntlich tn „Für Alle Welt" mit großer Sorgfalt gepflegte technische Theil behandelt in diesem Hefte, außer verschiedenen hauswtrthschaftlichen Gegenständen, eine neue Erfindung, den „Korbrost Kessel-Ofen", „Brünners Kippkessel", die „Balanctr Hängelampe" und bringt kleinere Artikel über Zithern, automatische Laternen, Schneekameele tn Klondyke, über ein physiologisches Experiment mit Hilfe des Radfahrens rc. Der Jlluftrationsschmuck des Hefte« ist ein überaus künstlerischer. Schiftsnachrichte«. Norddeutscher Lloyd, tn Gießen vertreten durch di« Agenten (fcerl LooS und I. M. Schulhof. Bremen, 7. Juli. (Per tranSallantischen Telegraph.) Der Schnellpostdampfer Lahn, Cavt. C. Pohle, vom Norddeutschen Lloyd tn Bremen, ist gestern 7 Uhr Abends wohlbehalten to Newyork angekommen. Bremen, 7. Jult. (Per transallantischen Telegraph.) Der Doppelschrauben-Postdampfer Bremen, Capt. W. Retmkasten, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 7 Uhr Abends wohlbehalten tn Newyork angekommen. Mrchlrche Anzeigen -er Stabt Gietzen. rvau-elische ®eetinlt Sonntag den 10. Juli. 5. Sonntag nach Trinitatis. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 7i/< Uhr: Pfarrer Schlosser. Zugleich Christenlehre für die Neuconfirmirten aus der Matthausgemeinde. Vormittags SV, Uhr: Geh. Kirchenrath Profeftor D. Köstlin. Vormittags 11 Uhr: Kinderkircke für die MarcuSgemeinde. Geh. Kirchenrath D. Köstlin. $orifiitW5 ^iarrallW1 ' @5 2* * iss Samstag A-bmllags um. Sonntag Lonmtlags von um ' Aus um ’ um Nachmittags um Hottksdilllst mittag < & ^mittag i Hochtngollt- verkehr, i - Bliverm nbmlliten Haupt vertreten war, wu Kvilalhtrabfthllng Sitzungen einstirn bewilligte die Bers, rtn'.i Portland-Kea iudi daS Jahr 18f teilte tMesonbm trieb sichende neue l Mm ausweist, b bauten auf bei @i ;u errichten. Temh nach fHeaumur ge: Aci ÄWliehene ( wb jroav. d.MNy "Wit Nie 2. ftafientionati 3. Ausstände 4- Mobilien Die MH Nei . Die Rechn ■’ffl Kassenbureai Lollar, 1 _ H°r- ii Der Sirectot: «3* Neteti; ™lWfa 1. e den 7 ßi Ge; ^6l«le b«' SS1 ® enolQt 9 lm®e n». 7. Juli 1898. SJt^ntereffc daran atu hin oot einigen e Selneinim um 9 Uhr e- 116 auch dm Änze- . von MorgmStz oder -lungtzstmide in irischer der Bereitwilligkeit säst glait einaeführt, ohne Wen entftonben wäre rbiklmi als Utbtlftanb iit Neuerung rasch ge- Slündchen srührr al§ ja so wie so die Gr- leninzelte tzänbln sich sstm ihrer Kollegen die lid) in btt Erwartung, i sind, sie noch Skaten tagt an btn Detalllfien- nlpulallontn nichts zu en hat die soäaldemo- [ bet arbeitenden Klasse rnschluhsrige die Lanze retaillistm-VntinS an 184 * k[. btn u J°' m SRtftJ“n0 Qn’ hi; L bem lltle (auSschUetzi^ in 5 cn( ««Ä5Ä 1894: 837 579 @lül 2’ 18’5: 6.7 ■ 103’• 231278599' *:262$ ßö82253, 1895: ’MMfatn, ““ H initS ,ntn' ivmn man flt Irlich,ch^. ®Poit dar nette ’W braucht fir nicht eben. In bet Johanneskirche. Vormittags 73/< Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Zugleich Christenlehre für die Neuconfirmirten aus der Johannesgemeinde. Vormittags 91/, Uhr: Pfarrassistent Dr. Heußel. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lucasgememde. Pfarrassistent Dr. Heußel. Am Sonntag, den 17. Juli, wird im Hauptgottesdienst der neu ernannte Pfarrer der Lucasgememde, Pfarrer Euler, durch den Großh. Dekan Herrn Wahl in sein Amt eingeführt werden und seine Antrittspredigt halten. Die Pfarrgeschäfte in der Lucasgemeinde besorgt vom 15. Mai ab bis auf Weiteres Pfarrassistent Dr. Heußel. Sprechstunden Dienstags, Donnerstags und Samstags von 12 bis 1 Uhr in der Sacristei der Johanneskirche, sonst in seiner Wohnung Weserstraße 3. Katholische Gemeinde. Samstag den 9. Juli. , Nachmittags um 4 Uhr und Abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Sonntag den IG. Juli. 6. Sonntag nach Pfingsten. Vormittags von 6Vt Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte. „ um 7 Uhr: Die erste heil. Messe; vor und m derselben Austheilung der heil. Communion. „ um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe; „ um 9Ve Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2 Uhr: Andacht. Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesellschast. Sabbathfeier am 9. Juli 1898. Freitag Abend 8 Uhr, Samstag Vormittag 8 Uhr, Nach mittag 4 Uhr, Sabbathausgang 9^ Uhr. Nachmittag 3°o Uhr Schrifterklärung in der Synagoge. Wochengottesdienst Morgens 68° Uhr, Abends 8 Uhr. verkehr, Land, nnd volkrwirthschaft. — Buderus'sche Eisenwerke, Wetzlar. In der außer- irdentlichen Hauptversammlung, In der das gesammte Actienkapttal vertreten war, wurden die Anträge der Verwaltung, betreffend die Kapitalherabsetzung und die dadurch bedingten Aenderungen der Satzungen einstimmig genehmigt. Zu Punkt 3 der Tagesordnung bewilligte die Versammlung einstimmig 600 000 Mk. für den Bau einer Portland-Cementfabrik. Der Vorstand konnte berichten, daß auch das Jahr 1898 ein befriedigendes Erträgnttz liefern wird; er theilte insbesondere noch mit, daß Ker seit November v. I. in Betrieb stehende neue große Hochofen der Sophienhütte so günstige BetriebS- zahlen aufweist, daß die Absicht besteht, bet nöthig werdenden Umbauten auf der Georgshütte daselbst Oesen nach dem gleichen System za errichten. Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemeffen am 8. Juli, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags: Wasser 14°, Luft 13*/2°. Rübsamen'scke Badeanstalt. Neueste Üadwid?tctt. Depeschen de» Bureau „Herold*. Budapest, 8. Juli. Da« gegen Kaiser Franz Josef geplante Attentat scheint nach den bisherigen Ergebnissen der Untersuchung bedeutungslos zu sein. Die Vernehmung der Tchuldigen ergab nicht- Verdächtiges, Budapest, 8. Juli. Im hiesigen Club der Polen kam eß zwischen Christlich-Socialen und Socialdemokrateu zu einem Handgemenge, wobei mehrere Personen schwer verletzt wurden. Der Polizei gelang es nach vieler Mühe, die Ruhe wieder herzustelleu. Lemberg, 8. Juli. Der Redacteur Czaykow-kt der antisemitischen „Nowt Narod" wurde wegen Ehreubeletdigung und Verleumdung jüdischer Kaufleute vom Schwurgericht zu 6 Monaten Arrest und Tragung der GerichtSkosten ver* urtheilt. Die Ruhe ist weder in Oft» noch West-Galizien gestört worden. Pari», 8. Juli. Wenige Stunde vor der Katastrophe der „Bourgogne" stieß ein Packetboot der Hamburg- Amerika-Gesellschaft in der Nähe von Sable Island mit einem Segler zusammen, worauf letzterer untergiug. Pari-, 8. Juli. ES werden immer neue Einzel^ heiten bekannt, welche bestätigen, daß sowohl die Mann« schäften wie Pafiagiere deS untergegaogenen „Bourgogne" beim Versuch ihrer Rettung mit grausamer Rücksichtslosigkeit gegen ihre Unglücksgefährten vorgingev. Die Zahl der Um* gekommenen beträgt nach den neuesten Feststellungen 550. London, 8. Juli. Wie aus Manila gemeldet wird, stürmten die Aufständischen Santa Cruz und Tordo. Caloocao, da- ihnen von den Spaniern abgenommen worden war, haben die Aufständischen wieder zurückerobert. Madrid, 9. Juli. Die Königin-Regentin berief mehrere politisch bedeutsame Männer zu sich, um mit ihnen über die augenblickliche Lage zu berathen. In gut unter* richteten Kreisen versichert man, es sei beschlossen worden, ! ein militärisches Cabinet unter Leitung von Martinez Campos i an Stelle SagastaS zu setzen. Die Regentin ist auf schlimme Nachrichten aus Santiago gefaßt, und eS ist, um die Gährung der Volksbewegung beim ersten Ausbruch zu ersticken, die Bildung eine- MilitärcabinetS vorgesehen. Washington, 8. Juli. Commodore Watson verlaßt Santiago am Montag mit einem Geschwader, um die spant* \ scheu Häfen anzugretfen und den Admiral Samara abzusetzeu, ! General MtleS bricht nach Santiago auf, um einen dtrecten i Einfall auf Portorico zu unternehmen. Die Militärbehörden ; beriethen mit Mac Kinley, ob eS dem Admiral Sampson zu [ erlauben sei, in den Hafen von Santiago eivzudringen und mit General Shafter gemeinsam dar Bombardement zrr eröffnen. DaS StaatS-Departement empfing den Bericht von einem auswärtigen Vertreter, welcher erklärt, daß Spanien wahrscheinlich in dieser Woche um Frieden nachsuchen werde, sowie daß Martinez Campo« sofort zum Mtutsterpräfideuteu werde ernannt werden. New-York, 8. Juli. Ein hiesige« Blatt meldet au« Madrid, daß man die Prtvatgewächer der Königin in die Luft zu sprengen versucht habe. Mehrere Personen wurden deßhalb verhaftet. In aufopfernder Liebe unterlassen junge Mütter in der Regel zur Sommerzeit eine ihnen so nothwendtge Erholungsreise, wert sie sich nicht entschließen ko nen, ihren kleinen Liebling fremden Händen anzuv-rtrauen, und die Mitnahme darum so bedenklich ist, weil ein Milchwechsel immer gefährlich und auf der Reise eine einwandfreie Milch gar nicht zu beschaffen ist, und endlich weiß man nie, ob die Landmllch dem Kinde auch gut thut und bekommt. Hier hilft Restles Kindermehl aus jeder Verlegenheit. Mit Hilfe desselben und etwas g.kochtem Wasser läßt sich jederzeit und allerorts augenblicklich eine frische, ganz einwandfreie, stets gern genommene und wohlbekömmliche, wie auch vollkommen ausreichende Säuglings- und Kindernahrung Herstellen, so daß es jeder Mutter möglich ist, die unerläßliche Erholungsreise zu machen, ohne sich von ihrem Liebling trennen zu müssen. Bingen a. Rh. Das hier seit kurzer Zeit bestehende Rheinische Techmkum wird gegenwärtig von 212 Schülern besucht. Die Anstalt befaßt sich ausschließlich mit der Ausbildung junger Leute im Maschinenbau und in der Electrotechnik und steht unter Leitung deq im Lehrfache erfahrenen Regierungsbaumeisters Hoepke. Das neue von der Stadtv-rwaltung erbaute Gebäude wird am 1. October der Anstalt übergeben und ist mit electrtschem Licht und mit Central- Heizung ausgestattct. Programme versendet die Direction kostenfrei. — Seit nun mehr als 30 Jahren bringt die Firma Karl Retter in München ein amtlich geprüftes und begutachtetes Saar* wasser auf den Markt, dessen allgemeine Vorzüge derart sind, daß wir nickt unterlassen wollen, unsere verehrltchen Leser im Interesse einer rationellen Haarpflege hieraus besonders hinzuweisen. Neben anerkannter Billigkeit (40 Pfg. bezw. Mk 1.10 per Flasche) genießt dasselbe den Vorzug, ein wirkliches Mittel zu sein, das die Haare nicht nur dauernd gesund erhalt und deren Wachsthum fördert, sondern auch den Kopf von allen lästigen Hautübeln gänzlich befreit. 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Mobilien 300.— 187648.20 Passiva. JL H 1. Aufgenommene Capitalien 178869.81 2. Geschäftsguthaben der Mitglieder 4800.— 3. Reservefond 2865.53 4. Reingewinn 1112.86 187648.20 48 auf ver- 1898. -Vkisteigmnliltll Mninrtmndjimgm Der Director: C. Geißler. 42 6 Der Rechner: G. Schwalm. Der Controleur: H. Rohrbach IV. Die Lieferung von 60 Gentner Anthracitkohlen und von 170 Centner Nußkohlen 1. Sorte für das hiesige Amtsgericht bezw. das Haftlocal soll im Submissionsweg vergeben werden. Große Versteigerung. Montag den 11. und Diens tag den 12. Juli, jedesmal um 2 Uhr Nachmittags anfangend, versteigere ich im Auftrage der Firma G. PH. Fillmanu hier im Saale des Lony'schen Bierkellers, Schanzenstraße 18 (Eingang zum Saat von der Terrasse): Große Partien Glas-, Porzellan- und Luxus- waaren, Nickel- und vernickelte Gegenstände, Bierseidel, Servierbretter, Jardinieren, Vasen, Wasser-, Bier- und Champagnergläser u. v. A. Günstige Gelegenheit für Wirthe und Wiederverkäufer. 6635 Schneider. schlossen einzureichen. ZuschlagSfrrst eine Woche. Lich, den 7 Juli 1898. Der Gerichtsschreiber Die Zahl der Mitglieder betrug Ende 1896 Während 1897 gingen zu..... ab..... Daher Stand der Mitglieder Ende 1897 Die Rechnung liegt 8 Tage lang zur Einsicht der Interessenten dem Kassenbureau offen. 6887 Lollar, den 30. Juni 1898. Spar- und Vorschußverein, e. G. m. u. H. Großherzoglichen Amtsgerichts. Kohlheyer.6885 Bekanntmachung. An Stelle des aus dem Vorstande bei Spar- und Darlehnskasse, eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht, zu Ettingshausen ausgeschiedenen VorstandS- mlgliedes Johannes Albach IV. von Ettingshausen ist Pfarrer Karl Wagner von Ettingshausen zum Vorstandsmitglied gewählt worden. Wahrung im Genossenschaftsregister ist erfolgt. Laubach, 7. Juli 1898. Großh. Amtsgericht. Zimmermann. 6886 Angebote sind bis zum 15. Juli 1898, Vormittags 10 Uhr, »Irrten «»j «*«#&<*** * ™ burt milMM Mit W M ä*« 'cbng unb ein«: u Datfttttung W s-K W tntnomir-en , 3tT ?6rt' Sorgia« mit „(djttbtnen «.ft«, -llhet oetw tut ie^fllanC Ätriicn, Moutag Sen 11. Juli 1898, Nachmittags 2 Uhr, im Adler — Marktplatz — zu Gießen tierftetgere ich voraussichtlich bestimmt r 1 Handkarren, 1 Bett, 1 neue Nähmaschine, div. Goldsckmuck und div. Bilder. 6898 Engel, Gerichtsvollzieher. -teu- ,|(i MM »•* Inn » UN (i’-inpfflihimidi ML Schlachthaus. Freibank. 6731 Heute und morgen: Schmimfleisch 5V Psg. vorzüglichen Mowtmwein das Liter zu 60 Pfg. (excl. Glas), Samos-Auslese die Flasche 1 Mk. intl. Glas bei Faß billiger, empfehlen unter Garantie der Reinheit A. & 6. Wallenfels, Weinhandlung, 4938 1MB* Markt 21. “"Wl Vorzüglich neue Rosakartoffeln verkauft 6894 Gg. Unverzagt, Kaplansgasse b. Reparaturen und Ueberziehen von Regenschirmen schnell und billig. 6881)_______H. Sack, Neuenweg 58. 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Mohne vmimehr Kirchenplatz 5. | Arau Dürr, Leichenfrau. . in jefer e> Schriftart und luiMMrit varim Visitkarten eäkä;- Btifl eiü> ■rtet 20 Fra»k«-St. 16^0 16.16 Franz. Banknoten — EngL Sovereigns 20.38 20L4 Oesterr. dto. —.— Dollars in Gold 4.20 4.17 Amerie. — ■»•abioeifet Darmst. BL-Lctien OOO.JO Oesterr. Lredit-Lcsie» 9Tede M.utter die ihr Kind gut ernähren will, gebe ihm von der 10. bis 12 Woche ab selbst bte beste Kuhmilch nur mit einem Zusatz (einen Kaffeelössel voll auf jede Mahlzeit)von Mufflers sterili- sirter Kindernahrung. Wenn gute Milch nicht zu haben ist, dann reiche sie ihm 2—3 Kaffeelöffel voll Mufslertz sterilisirter Sindernahrung, einige Minuten in Wasser aufgekocht, in der Flasche. Zn beiden Fällen gedeihen die Kinder so gut als bei der Ernährung durch die Muttermilch. Zu haben tn allen Apotheken und Droguendandlungen. Sttllen-Gesnchk ?di ucrltmtfcit Derslhitdenes