M. 57 Erstes Blatt. Mittwoch den 9. März 1S9S Hrscheiut täglich mit Ausnahme des Montag-. Die Gießener MamMenvkLtter werden dem Anzeiger wSchentlüh viermal beigelegt. Gießener Anzeiger Mezugsprei- vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. Annahme von Un-eigen zu der Nachmittag- für dm fügenden Tag erfcheiumdm Nummer bis Borm. 10 Uhr. General-Anzeiger Alle Anzeigen-Bermittlung-flellm de- In» und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger mtgegen. Amts- und Anzeigeblatt für den Areis Gietzen. «ebocttott, Expedition und Dnttlcrei: -chnkftraße Ar. 7. Gratisbeilage: Gießener Familienblätter. Fernsprecher Nr. 51. Amtlicher Tbeil. Bekanntmachung. In den Voranschlag des landwirthschastlichen Bezirksvereins des Kreises Gießen sind pro 1897/98 Mittel zum Bezug von Gaatkartoffelu aus fremden Gegenden vorgesehen. Es werden die Kartoffelsorten: Professor Märker, Brüce, angeboten zu 3 Mk. pro Centner, blaue Magnum bonum, angeboten zu 6 Mk. pro Gentner, zur Anschaffung empfohlen. Außerdem sollen noch nachverzeichnete Kartoffelsorten: Schneeflocken, angeboten zu 3 Mk. pro Centner, Magnum bonum, angeboten zu 3 Mk. pro Centner, bei Bestellung von 200 Centner 2 Mk. 76 Pfg. pro Centner, Weltwunder, blaue Riesen, Sächsische Zwiebelkartoffel und Imperator, angeboten zu 3 Mk. pro Centner, bei Bestellung von 200 Centner zu 2 Mk. 50 Pfg. pro Centner, Früh-Rosa, angeboten zu 3 Mk. pro Centner, auf Wunsch bestellt werden. Bestellungen auf andere Kartoffelsorten sollen jedoch auf Wunsch der Landwirthe auch, aber nur dann ausgeführt werden, wenn ein Waggon (200 Centner) Kartoffeln von den verschiedenen Landwirthen bestellt werden sollten. Es wird dies unter dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß gebracht: 1) daß Anmeldungen bis Ende dieses Monats bei dem Unterzeichneten einzureichen sind. 2) daß bei Bestellungen von Vereinsmitgliedern, welche den Betrag von 40 Mk. nicht übersteigen, die Kosten des Transportes der Saatkartoffeln bis zur Eisenbahnstation Gießen, Grünberg, Hungen und Lang- Göns auf die Bezirksvereinskasse übernommen werden. Bei größeren Bestellungen haben die Vereinsmitglieder die Kosten des Transports der Saatkartoffeln insoweit zu übernehmen, als die Bestellung den Betrag von 40 Mk. übersteigt. Bei Bestellung eines Waggons Kartoffeln werden sich die Kosten des Transports bis Gießen auf ca. 1 Mk. 50 Pfg. pro Malter berechnen. Da sich die Transportkosten bei Bezug einzelner Malter wesentlich höher belaufen, so können Bestellungen, welche erst entlaufen, wenn bereits zwei Waggons Kartoffeln (400 Centner) bestellt sind, nicht mehr berücksichtigt werden. Ich ersuche daher die Herren Landwirthe um möglichst baldige Einreichung ihrer Bestellungen. 3) daß Bestellungen von Landwirthen, welche nicht Mitglieder des landwirthschastlichen Beztrksvereins sind, ebenfalls ausgeführt werden. Dieselben haben aber, wenn sie nicht noch vorher Mitglieder des landwirthschastlichen Bezirksoereins werden und sich zu diesem Behufs bei dem Unterzeichneten anmelden sollten, den vollen Kostenbetrag für Ausführung ihrer Bestellungen zu vergüten. 4) daß die Zahlung bei Empfang der Saatkartoffeln zu erfolgen hat, und daß für den Sack noch 30 Pfg. pro Stück zu vergüten ist. Die Herren Bürgermeister werden hierdurch ergebenst ersucht, vorstehende Bekanntmachung veröffentlichen zu lassen, Anmeldungen entgegen zu nehmen und umgehend an den Unterzeichneten einzusenden. Gießen, den 7. März 1898. Der Director des landwirthschastlichen Bezirksvereins. C. Jost, Regierungsrath i. P. Deutschem Reichstag. 56. Sitzung vom Montag den 7. März 1898. Tagesordnung: Postoortage. Staatssecretär v. PodbielSki begründet die Borlage. Er verweist daber auf die ungeahnten Verkehrsfortschritte seit 25 Jahren und auf die Verdienste seines Amt-Vorgänger». Die Vorlage sei keineswegs nur dazu bestimmt, daS Privat- poftwefen zu beseitigen, wie in der Presse behauptet worden sei. ES kann nicht auf einmal Alles erreicht werden- es müsse schrittweise vorgegangen werden. Die j-tzigeu Vorschläge brächten einen Ausfall, wenigstens für die erste Zeit, von über 5 Millionen Mark. Die Angaben über die Ab- fichten der Poftverwaltung in Bezug auf die Privatposten seien ungeheuerliche Entstellungen. Offen erkläre er, diese PrivatbeförderungSanstalten seien ein Pfahl im Fleische des l ReichSpoftwesenS. ES werde dadurch einTheil des Betriebes i der RetchSpost gerade in denjenigen Orten entzogen, wo der * Verkehr am beträchtlichsten sei. Man spreche immer von den Verdiensten der Privatposten. Da müsse er auf Köln verweisen, wo die Privatpost die Vororte nicht berücksichtige, weil dos nicht lohnend sei. Die VerkehrSeiurichtungeu der Reichspost feien vorzügliche, man bedürfe demnach nicht der Privat- austalten. Man habe gesagt, die Ausdehnung des Postregals vernichte Taufende von Existenzen, 5000 Familien. Thatsäch- ltch seien in den Privatposten nur 2570 Personen beschäftigt, darunter aber auch 300 Kutscher bei der hiesigen Packetfahrt, so daß es sich nur um 2200 Angestellte handle. Hier komme also kein wohlerworbenes Recht der Privatanstalten in Betracht, also auch kein Recht auf Entschädigung. Letztere könne höchstens aus BilltgkeitSrückfichten gezahlt werden. Letzteres fei aber gefährlich wegen seiner Eansequenzen. Was die Unterbeamten anlauge, so werde die Postverwaltung bei denen, die schon eine Reihe von Jahren bei den Privatposten angestellt seien, soweit mau sie brauchen könne, die Altersgrenze nicht so genau eivhalten, sondern ihnen Gelegenheit geben, bei der ReichSpost eiuzutreten. Em Recht darauf aber hätten sie nicht. Am Schluß seiner Aussührungen betont Redner ausdrücklich, daß die Ausdehnung des Pollregals im Interesse der Allgemeinheit liege, weil dadurch eine fernere Ermäßigung der Tarife ermöglicht werde. Man könne dann auch an eine Ermäßigung der Fernsprechgebühren heran- treten. Abg. Hasse (nl ) kann in Bezug auf die Erweiterung de» PostregaiS, bezw. die SntschäoiguugSfrage, nicht ohne Weiteres den Standpunkt der Regierung theilen. Anzuerkennen fei, daß die Privatanftalten etwas Anomale» seien. Jedenfalls hätten sie aber nicht nur ein Recht, zu erwerben, sondern sie hätten sich auch öffentlich verdient gemacht, indem sie dem Verkehr billigere Satze grwLhrUn, als die Reiche post gewähren konnte oder wollte. Er meine, es liege mindesten» ein Billigkettsauspruch auf Entschädigung seitens der Privatanftalten vor. Er bitte um Verweisung der Vorlage an eine Commission. Abg. v. Bernstorff (Rp.) ist mit der Vorlage ein- vrrstauben und zwar in allen Punkten. Für uothwendtg aber halte er es, daß die RetchSpost die Angestellten der Privatanstalten sämmiltch übernehme, soweit sie brauchbar seien. Abg. Rintelen (Ceutr.) erklärt für seine Person, daß er der Vorlage zwar im Uebrigen, aber nicht hinsichtlich der Ausdehnung des PoftregalS, zuftiwmen könne. Redner unter- ziehe nunmehr die Privatanstalten einer längeren Besprechung und kommt dabet zu dem Schluffe, daß die Reich-post gewiß niemals zu billigerer Beförderung sich veranlaßt gesehen haben würde, wenn nicht die Möglichkeit dazu gerade durch die Privatanftalten nachgewiestn worden wäre. Deßhalb dürfe man die Coucurrenz nicht unterbinden- mau müffe vielmehr an ihr festhalten, damit die RetchSpost geuöthigr bleibe, Leu Wünschen des Publikum» zu folgen. Er bitte daher, den ganzen Artikel II zu streichen. Staatssecretär v. PodbielSki äußert infolge einer Bemerkung des Vorredners, daß die Absicht, das Porto für kleine PostanwetsungSbeträge herabzufetzen, ja schon tu den Motiven erwähnt sei. Abg. Fischbeck (frs. Vp.) bekämpft Namens seiner Partei ebenfalls die Ausdehnung des PostregaiS und führt daun weiter aus, für das Bedürfuiß solcher Privatanftalten fei deren Entwickelung der beste Beweis. Durch die Aufsaugung der Privatanstalteu werde dir ReichSpost gar nicht einmal einen so großen Etnuahmezuwachs erhalten, denn viele Sachen, die bisher zu den billigen Privatportosätzen befördert worden seien, vertrügen gar nicht das höhere Reichspostporto. Werde § 2 doch angenommen, daun fei eine Entschädigung unbedingt uothwendtg. Abg. Rettich (cous.) erklärt Namen» seiner Partei, daß dieselben für die Vorlage als Ganzes eiuträteu und er sehr bedauerten, wenn etwa wegen Streichung des § 2 die Vorlage scheitern würde. Von einem EntschädiguugSrecht köune keine Rede sein, ob eine Entschädigung auS Billigkeit zu geben sei, darüber behielten sich seine Freunde ihre Entschließung vor. Abg. Wurm (Soe.) tritt dafür ein, daß die Brief- beförderuug nur durch eine RetchSaustalt, welche der Cou- trole de» Reichstages unterstehe, erfolgen solle. Wenn die Vorlage aber wirklich dem Gemeinwohl dienen solle, daun wüßten die, welche jetzt einen Schaden erlitten, entschädigt werden. Redner verlangt die bindende Erklärung, daß nicht etwa bet Uebernahme von Privatbeamten auf die ReichSpost erst Nachforschungen nach etwaigen politischen Agitationen der Betreffenden augestellt werden. Abg. Lieber (Centr.) sührt auS, die Vorlage enthalt* keine Reform des Zrttuug-tartsS und verlange noch dazu den sehr hohen Preis einer Ausdehnung des Monopols Da» Ceutrum stehe in Bezug auf die EntschädtgungSfrage nicht auf dem starrjuristtschen Standpunkt der Postverwaltung. Die Rechte der Privatanstalten seien unantastbar und wohlerworben und eine Entschädigung müsse stattfindeu. Abg. Barth (frs. Bg.) wünscht Verwerfung des § 2. Die Eutfchädigungsfroge sei schwer zu lösen- aber ohne Ent- fchädtguvg könne keinesfalls den Privatanstalten daS ihnen jetzt zustehende Recht genommen werden. Abg. Zimm-rmann (üntis.) äußert ebenfalls lebhafte Bedenken gegen § 2. Abg. v. Buchka (conf.) ist für die Zahlung einer Entschädigung sowohl an dre Gesellschaft, wie an die Angestellten. Hierauf vertagt sich daS Haus auf morgen 2 Uhr. — Tagesordnung: Fortsetzung der heutigen Berathung. Freiwillige Gerichtsbarkeit tu dritter, Entschäd-gnug unschuldig Berurtheilter in zweiter Lesung Schluß gegen 5 Uhr. OeZstsches Reich» Berlin, 7. März. Der „Reichsanzeiger" schreibt: Die von dem deutschen Gesandten mit der chinesischen Regierung geführten Verhandlungen find zum Abschluß gelangt. Der Vertrag, welcher auch die an Deutschland in Schantung gewachten wtrrhschaftlichru Zugefiäodniffe umfaßt, ist am 6. d. MtS. von beiden Theilen unterzeichnet worden. Berlin, 7. März. Das Abgeordnetenhaus setzte die Berathung des CultuS-Etat» fort. Derselbe wurde noch nicht erledigt, sondern steht morgen wieder ans der Tagesordnung. Berlin, 7. März. Minister Thielen ist von seiner Erkrankung völlig wieder hergestrllt. Berlin, 7. März. In parlamentarischen Kreisen verlautet, daß Staatssecretär PosadowSkh morgen tn der Commission für die Marine-Vorlage für daS Plenum eine bindende Zusage der verbündeten Regierungen im Sinne der Resolution Hammachrr in Aussicht stellen werde. Berlin, 7. März. DaS Mitglied de» Herrenhauses Graf Wilhelm zu Stolberg-Wernigerode ist auf seinem Wohnsitz tn Alt Janoowttz, Kreis Htrschberg, g e - storbeu. Berlin, 7. März. Dem „Berl. Tagebl." wird au» Peking telegraphirt, daß eine copitalkräftige Minen-Gesellschaft die kaiserliche Concesfion für den Süden der Provinz Ktaotschau erhielt. Berlin, 7. März. Der Kaiser empfing heute Vormittag um 9 Uhr den Chef des CtvilcabtnetS v. Lucauu» und hierauf den commandireuden Admiral v. Knorr und den Staatssecretär des ReichS-MariueamtS TirPitz zum Vortrage. Berlin, 7. März. Wie au» Hamburg gemeldet wird, hat der Kaiser seine Thetlnahme an der diesjährigen Regatta des Norddeutschen RegattavereiuS auf der Uuterelbe zugefagt, welcher er auch im vorigen Jahre beiwohnte. Berlin, 7. März. An der Weltausstellung in Pari» 1900 wird sich auch das deutsche Reichö-Berfiche- rungSamt, und zwar in Gemeinschaft mit den Selbstverwaltungskörpern der Arbriterverficherung, in einer besonderen Gruppe betheiligeu. Die dortige Aufgabe wird es sein, nicht allein in statistischen Ueberfichteu, sondern auch in plastischen und bildlichen Darstellungen ein Gefammtbild der deutschen Arbeiterverficherung und ihrer Erfolge in Bezug auf Organisation, Verwaltung, Rechtsprechung, Finanz- und VolkSwirth- schäft vorzuführen. Die einleitenden Schritte dazu sind geschehen. Berlin, 7. März. Der „Gneiseuau", Commaudaut Capitäv zur See Hofmeier, ist auf der Ueberfahrt von Keh West durch schwere Stürme aufgehalten, am 6. d. in Horta auf Loyal (Azoren) eiugetroffen und hat heute die Weiterfahrt nach Rotterdam angetreten. Breslau, 7. März. Wie der „Bresl. Generalanzeiger" erfährt, ist es nunmehr gelungen, ein Mitglied der Falsch - wüuzerbande, die in Breslau zahlreiche falsche Ein- und Zweimark Stücke tn den Verkehr brachte, in der Person eine» Stellmachers NameuS Carl Lehnert zu verhaften. Köln, 7. März. Von den Mannschaften de» drttten Bataillons des 70. Infanterie-Regiments au» Saarbrücken, die seit einiger Zeit in Baracken im benachbarten Wahn untergebracht find, find bi» jetzt 12 Mann an Typhus erkrankt und dem Lazareth in Deutz zugeführt worden. Ausland. Wie», 7. März. Heute Nachmittag 2 Uhr wurde der Fürst von Bulgarien vom Kaiser in Audienz empfangen. Angeblich stattete der Fürst dem Kaiser seinen Dank für besten Theiluahme au der Krankheit der Prinzessin Clementine ab. Wie», 7. März. Da« Befinden der Kronprin- zessin-Wittwe Stefanie ist recht zufriedenstellend. Der locale Befund ist unverändert. Prag, 7. März. Anläßlich der neuerlichen deutschfeindlichen Demonstrationen herrscht hier lebhafte Besorgung. Man verurtheilt die Untätigkeit des Statthalter«, der die Ruhe nicht wieder Herstellen könne. Plünderungen werden befürchtet. Da« Militär ist configntrt. Lemberg, 7. März. In der laudwirthschafrlichen Hochschule zu Pzeroichow find Studentenexcesse vorgekommeu. 58 Schüler wurden rrlegirt. Die Hochschule kann al« ge- schlost'n gelten. Genua, 7. März. Heute Nachmittag trafen etwa hundert deutsche Studenten auf einer Studienreise hier ein. Die Studtreudeu der hiesigen Universität bereiteten ihnen einen herzlichen Empfang- fie werden ihnen einen Ehrentruvk reichen und andere festliche Veranstaltungen treffen. Paris, 7. März. Mehrere Blätter bestätigen, daß die beiden Zeugen Esterhazts dem Oberst Picquart eine Herausforderung übersandt haben, nachdem er ihren Brief nicht beantwortet hat. Lyon, 7. März. Dem Jagdzug Lyon-Wien ist ein Unfall zugestoßen, wodurch etwa 10 Personen verletzt wurden. itoeale» «ird provinzielle»* Gießen, den 8. März 1898. Postperfoualnachrtchte». Versetzt find: die Posträthe Maunich von Darmstadt nach Dortmund, Fuhrkeu von Dortmund nach Darmstadt, der Postiuspector Gerckeu von Königsberg (Pr.) nach Darmstadt, der Postkasfirer Drees von Darmstadt nach Oberstein als c. Postdtrector, der Ober- I PostdirectionSsecretär Zott von Köln (Rhein) nach Mainz । als c. Postkasfirer, der Ober-Telegraphenfecretär de Ahva von Mainz nach Frankfurt (Main), der Postsecretär Rauch- fuß von Dortmund nach Friedberg (Heffen) als c. Ober- j Postsecretär, der Postasfisteut Spitz faden von Offenbach (Main) nach Darmstadt unter Ernennung zum Bureau- aifistenten, die Postasfistenten Appel von Büdingen uach Gießen, Quick von Köln (Rhein) uach Darmstadt. Uebertrag en ist zunächst probeweise: eine Ober-Telegrapheu- secretärstelle in Mainz dem Telegraphensecretär Walker. Ernannt find: zu Bureauasfistenten die Ober-Postasfifteuteu Keller und Lippert tu Darmstadt. •* Konrad Dreher tritt im hiefigen Stadttheater am Sonntag den 13 d. Mts. in der ausgezeichneten Poffe von Anton Anno „Die beiden Reicheumüller" al« „Schlegel" zum ersten Male auf. Als zweite Vorstellung mit Herrn Dreher al« Gast folgt am Montag das neue Karlweis'sche Do'kSstück „Da« grobe Hemd". Uebec letztere« Stück lassen wir eine Berliner Kritik de« „Kleinen Journals" folgen: „C. Karlwet«, der sich schon mit seinem „Kleinen Mann" so erfolgreich in Berlin eiugeführt hat, errang auch mit seinem neuen Lustspiel „Da« grobe Hemd" einen fröhlichen Steg. Et ist bekannt, daß Karlwet- zu den wenigen Wrener Poeten gehört, die mit kluger Hand und warmem Herzen das eigentliche Wiener VolksstÜck mit blühendem Leben zu erfüllen wissen. Wa« in Berlin fast unmöglich erscheint, ist in Wien noch immer schöne Wahrheit. Wir be- fitzrn kaum einen einzigen Schriftsteller, der sich von den überlieferten Berliner Typen loszulösen vermag, um auch das moderne Berlin mit seinem mannigfaltigen Reichthum au originellen Figuren auf die Bühne zu bringen. In Wien dagegen lebt wenigsten« ein kleiner Kreis von Dichtern, die e« sich zur Aufgabe gemacht haben, die alten Formen mit neuem, zeitgemäßem Inhalt zu erfüllen. In jener Wiener Gruppe aber ist C. Karlwet« unbedingt der Feinfühligsten und Begabtesten einer. Er weiß scharf zu beobachten und vor Allem ist ihm auch der glückliche Humor eigen, der unter der glitzernden Oberfläche von Menschen und Dingen ein wahre« Wesen lachenden Sinnes herauSzuspüreu weiß. In seinem „Groben Hemd" hat cr einem sehr heiklen Stosst mit scharfer Intelligenz die lustigsten Wirkungen abzugewtunen vermocht. Er hat die sociale Frage auf die Bühne gebracht, aber nur jenen Talmi-Soctalismus, der mit im Grunde sehr ernsten Fragen ein harmloser Spiel treibt, um fich ein bischen in volksbeglückende Pose zu setzen. (Folgt Inhalt.) In diese Haupthaudlung find mit großem Geschick und viel I Humor noch einige Nebenfiguren gewoben, In denen sich sehr glücklich daS naive und ein ganz klein wenig beschränkte | Wesen des mittleren Wiener Bürgerstandrs widerspiegelt, der bei aller Herzlichkeit auch recht brutal egoistisch sein kann. Und ist auch die Grundidee, auf der daS Lustspiel bafirt, nicht gerade neu und verschmäht Karlwet- auch nicht immer, namentlich im letzten Acte nicht, die besterprobten possenhaften Scherze, so hat er doch nach anderen Richtungen hin fein künstlerische- Können glänzend erwiesen. Zunächst hat er mit dem „Groben Hemd" ein gutes und außerordentlich wirksame- Theaterstück geschaffen, und daS ist eine Kunst, die man weit höher schätzen muß, als e« heutzutage in der Zett der undramatischen Milieuschilderungen Mode ist. Auch Karlwet« befitzt tu reichstem Maße die Fähigkeit, durch eine Fülle kleiner, lebendiger Züge da- Milieu zu veranschaulichen, aber wichtiger ist ihm die Characteristik der Menschen, die er auf die Bühne bringt, und nie vergißt er, daß ein Theaterstück fich nicht in breite Schilderungen verlieren darf, sondern daß e« un« in erster Linie Geschehnisse vorzuführen hat. Mit ganz besonderer Liebe hat er die Figur de- alten Schöllhofer auSgestattet und gerade für diese Rolle hatte er fich von Wien aus einen Künstler mitgebracht, den wir von Berlin nicht gern wieder scheiden sehen möchten, nachdem wir | Ihn endlich einmal kennen gelernt haben. Mit den Darstellern wurde auch der Dichter nach jedem Act immer wieder 1 gerufen und der Abend bedeutete für ihn einen glänzenden, durchschlagenden Erfolg." Stenographisches. W>r nehmen hiermit Veranlassung, nochmals auf den am morgigen Mittwoch beginnenden Anfangsunterricht in der deutschen Einheits-Stenographie (System Babelsberger) hinzuweisen. Besonder« den Herren auS dem Kaufmanv«stande, vom Gerichte usw., sei die Erlernung der Stenographie besonder« warm empfohlen. Eine Anzahl Beamten der hiefigen Gerichte haben mit bestem Er- folg den nun abgeschlossenen Unterricht besucht. Zahlreiche Meldungen gerade au« diesen Kreisen liegen wieder vor, also ist auch älteren Herren Gelegenheit zum Anschluß geboten. Gleichzeitig gereicht e« un« zur besonderen Genug- thuung, mitthetleu zu können, daß der Anfangsunterricht an der Capitulantenschule de« hiefigen Regiment« durch eine Prüfung unter Borfitz deS Herrn Major Gold mann äußerst günstig abgeschlossen. Der Herr Major legte den Schülern besonder« warm an« Herz, da« nun Gelernte durch fleißige Weiterbildung au«zubauen und zu befestigen. Wir schließen un« diesen Worten au« vollem Herzen au und hoffen, bet Wiederbeginn de« Unterrichts die Zahl 100, die wtr diesmal erreichten, überschreiten zu können. *• Schnee-Einfuhr. Wie durch Inserate in Vogelsberger Blättern bekannt gemocht ist, sucht die hiesige Brauerei Röhrle Schnee in Waggonladungen. •• Warnung für tznudebefitzer. In den letzten Tagen find mehrfach Hunde unter Symptomen von Vergiftung verendet. ES empfiehlt fich, die Thiere nicht allein herum- laufen zu lassen, da nämlich im SelterSberger Feld, im Bergwerkswald und im Felde längs de« Schiffenbergerweg« Fallen aufgestellt und Gift gegen Raubzeug gelegt ist. " Kein Feldbergfest? Die „Frkf.Ztg." schreibt: Bei dem am 6. d. MiS. stattgefundenen Turntag zum Feld- berg fest in Homburg v. d. H. kam e« wieder zu ledhastrn Debatten über die Erhöhung der Punktezahl bet den Wettbewerben, die man auf der einen Seite nöthig erachtet, um die Zahl der Wettbewerber zu verringern. Die Erhöhung wurde mit 38 gegen 26 Stimmen ab gelehnt, worauf der Homburger Turnverein erklärte, er sei nicht mehr in der Lage, der umfangreichen Arbeiten wegen, die durch die überaus zahlreichen Anmeldungen entstehen, das Fest zu leiten. Somit ist das diesjährige Fest in Zweifel gestellt. Butzbach, 5. März. Von den diesmaligen acht Abiturienten der Großh. Realschule wurden vier von der mündlichen Prüfung befreit. Von diesen beabfichtigeu vier auf das Realgymnasium überzugehen, rin Pharmaceut und zwei Kaufmann zu werden. — Der CorpSarzt deS 11. Ar- meecorp«, Generalarzt Dr. Jarofch, traf heute Mittag zur Besichtigung und Revifion der Krankenzimmer und der Übrigen Räume de« hiesigen Kafernement« hier ein. Saubach, 6. März. Die Trauung des Herrn Erbgrafen mit Prinzeß Emma von Büdingen ist im dortigen Schlosse auf den 14. April festgesetzt- einige Tage später wird daS hohe, neuvermählte Paar seinen Einzug in hiesiger Stadt halten und späterhin in Schloß Arnsburg bei Lich dauernd Wohnung nehmen. — Die hiesige Stadt hat sich bereits für ein werthvolle« HochzeitSgeschenk schlüssig gemacht. Friedrich»hütte, 3. März. Gestern war da« Großh. Amtsgericht Laudach hier, um die Verunglückung des Arbeiters Stöhr auf der hiesigen chemischen Fabrik einer genaueren Untersuchung zu unterziehen. Dieselbe ergab, daß ein Selbftverschulden den Verunglückten nicht trifft. Derselbe war mit Holzeinladen beschäftigt, al« eine in der Nähe sitzende neun Meter hohe Holzaufschichtung in6 Rutschen kam und ihn, ehe fich derselbe noch rechtzeitig retten konnte, voll- stäüdig unter fich begrub. Der Verletzte erlag bekanntlich seinen Verwundungen, die Wiuwe wird au« der Uofallver- ficherungSkasse 60 pCt. des ortsüblichen Taglohn«, etwa« über eine Mark täglich, erhalten- auch wird derselben noch auS einer Kasse der chemischen Fabrik Unterstützung zuflteßen. A Mainz. 7. März. Die folgen des gestrigen Eisen- bahn uns alle- bei der Brückcnauffchrt auf der Gustavs- burg find insoweit beseitigt, daß fett heute Mittag beide Geleise frei find und die Züge auf den Strecken Mainz- Frankfurt, Mainz-Darmstadt und Mainz—Mannheim ihren regelmäßigen Verkehr wieder aufgenommen haben. Urber die Ursache der Entgleisung verlautet, daß der von Frankfurt kommende Güterzug infolge starker Belastung die Steigung nach der Brücke nur mit Hilfe einer zweitep, hinten auf den Zug gesetzten Locomotive erreichen konnte und bei diesem theilweisea Drücken des Zuge« einige Wagen aus noch un« bekannten Gründen au« dem Geleise geriethen. — Nach kurzem Krankenlager ist gestern der in weiten Kreisen bekannte Bezirksgerichtsrath t. P. Dr. Heinrich ttirftein ge» I storben. Der Verschiedene, der ein Alter von 86 Jahren erreicht hat, war noch rin Richter aus der alten franzöfischrn Schule- seine Pevfionirung erfolgte mit der Einführung der neuen Justizorganisation im Jahre 1883. Schwurgericht. W. Gieße», 7. März 1898. Schluß der Verhandlung gegen Joh. Rost von Gießen I wegen Urkundenfälschung. Den Geschworenen waren I 26 Fragen vorgelegt und zwar sechs Hauptfragen, ob dem I Angeklagten die Verfälschung von öffentlichen Urkunden con- I curirend in vier Fällen mit Betrug, in zwei Fällen mit Be- trugSversuch zur Last falle- im Fall der Verneinung dieser I Fragen, ob die Verfälschung einer Privaturkunde in den vor- I liegenden sechs Einzelfällen vorliege, in allen Fragen war I die Hilfsfrage nach mildernden Umständen gestellt. Ferner hatte die Jury die Frage zu prüfen, ob in dem einen oder andern Fall ein fortgesetzte« Dellet vorliege. Nach kurzer I Berathung verkündete der Obmann Bürgermeister Behl von Rainrod den Spruch der Geschworenen, welcher verneinte die Fälschung von öffentlichen Urkunden, dagegen bejahte, daß Privaturkunden vom Aoaeklagten verfälscht seien, bejahte das Vorliegen mildernder Umstände und bejahte, daß die That des Angeklagten eine einheitlich fortgesetzte sei. Staatsanwalt Koch beantragte, auf sechs Monate Gefängniß zu erkennen. Der Vertheidiger bat um eine Strafzumessung unter drei Monaten und Aufrechnung der erlittenen Untersuchungshaft, denn der Angeklagte sei von vornherein geständig gewesen und zwar im vollen Umfange, er sei auch noch unbestraft, der Bermögensvortheil, den er davon gehabt, feien jvenige Pfennige gewesen. Der Gerichtshof erkannte auf fünf Monate Befängniß, von denen zwei Monate von der Untersuchungshaft al« bereit« verbüßte Strafe in Abzug kommen. W. Gieße», 8. März 1898. Heute wird in die Verhandlung gegen den 23jährigen Weißbinder Karl Keil von Gießen wegen Ver'ucds der Brandstiftung in drei Fällen eingetreten. E« find 35 Zeugen zu hören. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Koch. Die Vertheidigung führt Rechtsanwalt Spohr. Die aus der Urne gezogenen Gießener Geschworenen werden von der Ver- theidigung abgelehnt. Der Angeklagte erklärt, zwei Mal wegen Diebstahls, wegen eine« SittlichkeitSdelict« und wegen Sachbeschädigung vorbestraft zu fein. Er sei vor zwei oder drei und vor sechs Jahren wegen Braodstiftung in Untersuchung gewesen. Heute handelte es fich um die Brär.de der Lotz'schcn Hofraithc, in der Lonyschen Hofraithe uod das letzre Mal wieder in der Lotz'schen Hofraithe. Der Vorfitzende Übergibt den Geschworenen den amtlichen Plan der Stadt Gießen und bemerkt, daß eS fich heute nicht um die Bräude handelt, wegen welcher der Angeklagte verdächtig in Untersuchung gewesen, sondern um drei BrandstiftungSveriuche, und zwar derjenigen in der Winn'schen Hofraithe (Löber« Hof), in der Kaufmann Arnold'schen Hofraithe und tn der darauf folgenden Nacht in der Huhn'jchen Hofraithe. Die früheren Brandstellen befinden fich ebenfalls tn der Neustadt. Der Angeklagte erklärt, von 1895 an zwei Jahre ßtbtent zu haben. Vor seinem Militärdienst habe er bei seinem Boter als Weißbinder gearbeitet, nach dem an der Bieberthalbadn. Der Angeklagte erklärt, er habe fich bei der Gail'schen io- wohl als bei der Gießener Freiwilligen Feuerwehr f. Z. gemeldet, fei aber von beiden nicht angenommen worden, rote er vermuthet, weil er wegen Brandstiftung in Untersuchung gewesen. Durch die weitere Vernehmung wird festgestellt, daß die Brände, wegen deren der Angeklagte verdächtigt war, stets in der Nacht auSgebrochen find. Auf die BrandstifluvgS- verfuche, um die eS fich heute handelt, erklärt der Angeklagte, er fei in der Nacht vom 20. auf den 21. November im „Pfälzer Hof" tn der Carneval-Gesellichaft „Victoria" gewesen und fei dann in die Ferber'sche Wirtschaft an der Ecke der Neustadt und Tiefenweg gegangen, von dort ollrin spät weggegangen und habe weder die Winn'iche Hofraithe noch die Gaffe „in den Ställen" betreten, er habe von Feuer- lärm tn der Nacht nichts gehört, erst am anderen Tage, MütagS, habe ihm Frau Deckmann, welche in der Winn'schen Hofraithe wohnt, gesagt, daß e« gebrannt habe. Am Vormittag war der Angeklagte tn der Ferber'schen Wirtschaft gegenüber und nahe bei der Brandstätte, er hat dort von einem Feuer, wie er behauptet, nichts gehört. Frau Dieckmann habe ihm die erste Mittheilung vom Brand- auSbruch am SelterSweg gemacht. Am 21. November, spät Abend« sei er nach der Pulvermühle zu, zum Famtlienabend der Gesellschaft Victoria gegangen, dort sei aber nicht- mehr los gewesen und so sei er zurück tn die Ferber'sche Wirtschaft, dort habe e« eine Rauferei gegeben, er habe mit zwei Freunden die Wirtschaft verlassen, fei den Tiefenweg herunter nach ter Wilhelm Huhn'ichen Hofraithe zu gegangen und habe fich dort von seinen zwei Bekannten, die ihn den Abend begleitet, getrennt, er fei bann von der Bahnhofstraße den Weg über den Tiefenweg zurück an HuhuS Hofraithe vorbeigegangen, um nach Oswald« Garten zu gehen, da hi der Schutzmann Kimmel auf ihn gestoßen. Da er fich nicht« Schlechtes bewußt war, set er die Neustadt herunter nach der Pulver- mühle zu und von dort zurück über O-wald« Garten, Knch- straßk, Marktplatz nach der Ritttrgasse gegangen, in welcher er wohne, e« sei Nachts gegen 3 Uhr gewefeu, er habe das Haus, in dem er in der Rittergasse wohne, von Schutzleuten umgeben gefunden und habe fich in die Dreihäusergasse geflüchtet, wo er von einem Schutzmanne verhaftet wurde. Der Angeklagte bestreitet auf vorhalt entschieden, vom Tiefenweg nach der Pulvermühle gelaufen zu fein, als ter Schutzmann Kimmel hinter ihm her war, er fei ganz langsam gegangen. Der Borfitzende macht den Angeklagten auf sein unmottoirtes auffallendes Verhalten in der Nacht aufmerksam. Der Angeklagte erklärt, er habe die fraglichen Brände nicht veranlaßt. Der Angeklagte ßlibt zu, ein Mensch zu sein, der sich für Brände interesfirt. Auf Vorhalt de« Vorsitzenden erklärt Keil, er könne keine Antwort darauf ßtben, ob er fich mit mehreren Leuten über das Brennen unterhalten habe, dar seien höchsten« WirthshauSgespräche gewesen. Dem Angeklagten wird ans den Acten Vorhalt gemacht, daß er in der Voruntersuchung ganz andere Angaben gemacht habe, warum er in der Nacht vom 21. zum 22. November voa der Bahnhofstraße zurückgegangen. Kell erklärt, was er heute gesagt, sei wahr. Der vorfitzende constotirt, daß die Aussagen nicht übereinstimmen und der Angeklagte mindestens einmal gelogen habe. Weiter wird dem Angeklagten Vorhalt gemacht, daß er am 23. November ganz andere üvqaven gemacht, warum er, al« er den Schutzmann Kimmel getcoffm, nach der Pulvermühle zurückgegangen. Damit ist die Vernehmung de« Angeklagten beendet. — Rechtsanwalt Spohr stellt den Antrag, daß den Geschworenen die Oertlichkeit, u« die e« fich hier drehe, gezeigt werden müsse und beantragt I er deshalb Augenscheinseinnahme. (Fortsetzung folgt) „ Dkt N Sem erklären ia elM'stmPreis t,uM »« ßiufindeo- Verkehr, < Steß«, b. ffiUfftnurfi losteie pr, 610-0 4. 2 .(er 1"' jrbsrn pr- M 17 xWW 1-2M 4140-1^- 4 0,00-0,00,0^ pr. i$fb. 60—60 4/ 04, ßtschm, pl himwelfleisj pr. P T00 4, W 700-8,004, W Reinwoll. i Schw in gre Zeil isrel Heute vvi Rind- ^latentem, per Hlvm •* labenrein, pt1 rn 3 «« verscheiden, ä, 5 Priina ‘Äi «chwein ^P'd. 55 * Attia N *’ Psd. irornet ft ,J Psd. 6 «ft* 1.10, ] Mhtr, b6^ bejahte das B die That StaaiSaa« 6D|§ zu». ejjuvg untcx tersllchullg», Äblg ge, i noch uvbe. Wt, feien lrtw»tt ans l6tt btn der i 1898. n 23jLh!igen Btt'urr der vd 35 ßeagm Rod?. Ne Die am der von der Bee« / zwei Mal l urd wegen oi zwei oder S tu Unter« ie 8far.be btt uab dai ietzre :r Borsitzevde n der Stadt m dir Brände iig tn Unter« fluvMmLr, ailhe (LSberS unb in der osraithk. Die : der Nenstadt. jre fltbienf zu feinem Baker tebetthaldadu. ®ail'|d»en io« terwehr V Z. i worden, wie i Untersuchung 5 »•»•»« beaott°» m* 5m. sestgrtzellt, bah erdächtigt war, SrandstifiungS' Art der Änge« 21. November aft »Llelvria' laftanber Scke j hort aßt*n ’idje tzofraithr Äe von^M« »oberen T°ge, der Winn'icheu )be. A-°L°r' m’Mn »Pim, «Jf ul»» November, , zmM°b!°d Mi". “ n* »twy «ewkl^ 0ffb «btt v°° er M Svrh°^ W'über vorbc'gtS°"S"^ -er . Kchlechtcö be e'.5. "’S* ■*Ä ÄS tSS fff- 8« i#’T« M * Itniecrfitäts < Nachrichten. — Drr Professor der Philosophie Dr. Erdmann in Halle wurde nach Bonn berufen; sein Nachfolger ist Professor Dr. Riehl in Kiel. Eingesandt. Gietzeu, 8. März 1898. Gern erklären wir unS bereit, den Versuch mit einer Bolks-Vorstellnng zu ermäßigten Preisen zu macken; dieselbe wird vorauSsicktlick am Sonntag den 13. d. Mts., Nachmittags 3Va Uhr, stattfinden. Hochacktungsvoll Kruse & Helm, Directton des Stadtthealers. öcrfebr, Land« «nd voLi»n»-L».Schaft. •Utttl, 8. März. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochemnarkt kosteten: Butter pr. Pfd. JL 0,85—0,95, Hübnerei-rr zrr. 6L 0-0 4, 2 St. 11—144, Enteneier 1 St. 7—8 4, Gänse der pr. St. 11—12 4, Käse pr. St. 5—8 4. Käsematte pr. St. 3 4, Erbsen pr. Liter 17 4, Linsen pr. Liter 29 4, Tauben pr. Dem X 1,00 bi« 1,20, Hühner pr. Stück 1,30 bis 1,80, Hahnen pr. Dtöö X 1,40—1,80, Enten pr. Stück X 2,00—2,20, Gänse pr. Pfukb X 0,00—0,00, Ochsenfletsch pr. Pfd. 66-74 4, Kuh- und Rtndfleisü Pr. Pfd. 60-66 4, Schweinefleisch pr. Pfd. 72 bis 76 4, Schweine flcifch, gesalzen, pr. Pfd. 80 4, Kalbfleisch pr Pfd. 60-64 4. Hammelfleisch pr. Pfd. 50-66 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo 6,00 bi«! 7.00 X, Weißkraut pr. Stück 0—00 4. Zwiebeln pr. fcattee; 7,00—8,00 X, MUch pr. Liter 16 4- GrLuber«, 5.März. Frucktpreise. WeizmX20,00—00,00, Korn X 15,00-16,00, Gerste 17,00-17,75, Hafers 15,00-15,20, Erbsen X 17-l O, Ansen X 28,00, Wicken X 00,00, Lein X 00,00, Kartoffeln X 000, Samen X 00,CO. Narrest« Nachrichten. Depeschen deS Bureau „Herold". Berlin, 8. März. Die CentrumSfraction des Reichstage- war gestern Abend unter dem Vorsitze des Grafen Hompesch zusammengetreten. Auf der Tagesordnung stand die Stellungnahme zu den Beschlüffen der Budget« Sommtssiou in erster Lesung über das Flottengesetz. Abg. Dr. Lieber erstattete Bericht über die Berhandlung.-n in der Commission. Wie verlautet, ist in der sich anschließenden lebhaften Debatte von den Führern dir Situation sehr kritisch aufgefaßt worden. Die Bayern wollen ihre grundsätzliche Gegnerschaft auch jetzt nicht aufgeben und scheuen vor dem äußersten Mittel deS Austrittes nickt zurück. Wien, 8. März. Das vom Grafen Thun vorgeschlagene neue österreichische Ministerium ist vom Kaiser ge« billigt worden. Daffelbe setzt sich wie folgt zusammen: Graf Thun, Präsidium- WelserShetmb, LandeSvertheidigung; Witteck, Eisenbahn- Rubner, Justiz- Graf Bylandt, Unterricht- Baron Käst, Ackerbau- Bavreweither, Handel, und Kaizel Finanzen. Zum Minister für Galizien ist der polnische Abgeordnete Milercski, Proseffor der Natioualöconomie, er nannt worden. Heute werden die neuen Minister vereidet werden/ Stoff f.M.l 80Pf. 2.10 2.70 3.90 6 Meter Wasohstoff zum Kleid f. M. 1.68 Pf. 6 „ Sommer-Nouveaut6 „ 6 „ „ dop. br. 5 » Loden, vzl. Qual., dop.br. Muster auf Verlangen franco ins Haus. Modebilder gratis. Modernste Kleider- und Blousenstoffe in grösster Auswahl versenden in einzelnen Metern franco ins Haus Oettinger & Co., Frankfurt a.M.,Versandh. Separat-Abtheil IStoff z ganzen Anzug M. 3.75 für Herrenstoffe:)Cheviot „ „ „ 5.85 MESSMER" ij» DF. PW. Beliebte Theemischungen höchster Kreise. Mk. 2.80 q. 8.60 pr. Pfd. vorzüg). Qual. 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