Mittwoch den 9. Februar Mr. 33 Erstes Blatt L8N8 Gießener Anzeiger General-Anzeiger An»tr- und Zlnzeigeblatt für den Kreis (Sieben. Gratisbeilage: Gießener Familienblätter. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pf,, vierteljährlich. Ae,«g-»rei- vierteljährlich 2 Mark 20 Pf,, monatlich 75 Pfg. mit Bringerloh«. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den tilgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. Alle AnzeigeN'Vermittlungsstellen deS In- und Ausland«» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger ent,eG«, = s s Erscheint tägNch mit Ausnahme des Montags. Die Gießener Kamikierrvlätter werden dem Anzeiger wSchentlich viermal beigclegt. Adresse für Depeschen: Anzeiger $te|em Fernsprecher Nr. 51. Redaction, Expeditton und Druckerei: Schulstraße Nr. 7. S M . II* (lll! i ii l« u ix k. lit \a bc b. 2 8 L 153.60 1’-' 88.10; 86 117."!I1U 29/1JJ1 r Boailion. Ln« 676 nicht, war er machen solle. Man verlange Verbilligung deS WLllephonbetriebS, und daun verlange man wieder, daß er die Achälter erhöhe. DaS sei doch ein Widerspruch. Abg. Prinz Carolath (b. k. F) will diese Angelegenheit vertrauen-voll in die Hände des StaatSsecretär» gelegt r iffen. Abg. Müller-Sagan (frs. Vp.) bittet dringend, nicht bm8 eine Hörrohr zu beseitigen und wünscht Herabsetzung der U Z-rrnsprechgebühren, aber nicht auf Kosten der Gesundheit der H-chilfinnen. Geh.>Rath Sydow protestirt dagegen, daß die Ver- i'iltung auf die Gehilfinnen nicht genug gesundheitliche Rückst, hten nehme. Die Beschaffung nur eines Hörrohrs bet ten Neuanschlüffen erkläre sich ausreichend durch die jetzige gmte Beschaffenheit deS Telephons. Schweden, die Schweiz lieferten nur ein Hörrohr, Frankreich sogar gar ketnS. Der Titel wird genehmigt. Zum Titel „Unterbeamte und Landbriefträger" liegt die Jll'folutloR der Budgetcommisfion vor betr. Erhöhung des L ffangSgehaltS der Uuterbeawten von 800 Mk. auf 900 Mk. md des Maximalgehalt- der Landbriefträger von 900 Mk. imf 1000 Mk. auf dem Wege deS NachtragSetat«. Abg. Singer (Soz.) befürwortet einen Antrag, von bett Nachtragsetat abzusehen und dieselben Gehaltserhöhungen feilort in den Etat etnzustellen. Das budgetmäßige Bedenken zszes feinen Antrag verstehe er nicht. Es sei Zett, daß der SNtchStag sich auf feine parlamentarische Macht besinne und ft men Antrag aunehme. Geh. Rath Neumann stellt fest, daß pro Kopf sämmt- li.her Postbeamten daS Gehalt in dem ersten Jahre deS ISllterSstufenfhstemS 29 Mark mehr betragen habe als tm litten Jahre vorher. Abg. v. Kardorff (Rp.) betont, die Landbrtefträger- Men seien auf dem Laude die gesuchtesten Stellen. Eine jh,n zugegaogeue bäuerliche Petition bitte geradezu darum, )aS Gehalt der Landbri.,träger nicht zu erhöhen. Abg. Müller-Fulda (Centr.) will budgetrechtlich Mauf aufmerksam machen, daß tm preußischen Landtage die Lnhöhuug der Uoterbeawtengehälter mit Zustimmung der Aigiernng gleich in den Etat eingestellt worden sei. Aber ollche außerordentlichen Einstellungen in den Etat seien immer E Ausnahmen gewesen, und wenn man auf andere Weise u n Ziele kommen könne, so sei das vorzuziehen. Deßhalb Me er die Resolution für daS Richtigere. s»-90 X SS 221 9 tast ■ ■ ■ : 153.60 rr^‘ UM e^Ö-io mSv-19 Deutscher Reichstag. 84. Sitzung vom Montag den 7. Februar 1898. Zunächst wird in dritter Lesung der Gesetzentwurf wegen Aufhebung der Cautionöpflicht der Reichsbeamten bi-ftaitiv genehmigt. ES folgt die Weiterberathung des Postetats. Beim Titel „Postamt-Vorsteher" befürwortet Abg. K o p s ch ton' d. .DU / Ist sott ick. wlt ünMtM veil . jinltl da» Schloß AnSbach iu Betracht. Das Signalement ist folgendes: etwa 25 Jahre alt, 1,65 Meter groß, runde», ziemlich volle» Gesicht, blonde Haare, röthlicher kleiner Schnurrbart, auf der rechten GeflchtShälfte zwei verkrustete, etwa Fünfztg- pfenuigstück große Hautabschürfungen, eine dritte verkrustete Hautabschürfung an der linken Schläfe, schielt auf dem rechten Auge, spricht bayerischen und Frankfurter Dialect. und waren diese Vorräthe nicht verfichert. Man vermuthet, daß da» Feuer in einem Kamin zum ÄnSbruch gekommen ist. Mainz, 7. Februar. An Emile Zola ist heute fol- genbe Depesche abgegangen: „Eine Vereinigung von sechzig Mainzer Anhängern de» großen Meisterschriftsteller-, bewegt von seinem hochherzigen Vorgehen und dem Muth, mit dem er für den Triumph deS Lichte-, der Gerechtigkeit und der Menschlichkeit in- Feld zieht, drücken ihm ihre lebhafte Sympathie und tiefste Bewunderung auS." ------------- ■ - " Vermischtes. * Berlin, 7. Februar. Dte Staatsanwaltschaft tn Heidelberg theilt dem hiefigen Polizeipräfidium mit: Heute Nacht wurde in Heidelberg die Dirne Katharina Eübler au» Schlierbach durch Erdrosseln am Burgwegr beim Alten Schlosse ermordet und ihr der Unterleib aufgeschlitzt. AlS Thäter kommt ein angeblicher Backer an» . Sliläss 8«ß"' HS Lh Mi- 1 xl\; neuen w 1C. ei*1 Mert, i a- 5it noch dA f lüine von außerh Piet”®* f $ S. 6i«biu” t« ist tobt." * Oberkirch. 4. Februar. Im Nachbarorte Ringelbach lanbete heute Mittag ein großer Fesselballon, der fich auS Straßburg „widerrechtlich entfernt" hatte. In Straßburg hatten nämlich heute früh 8»/, Uhr bie Hebungen ber militärischen Luftschifferabtheilung unter Führung bi» Lieutenants Fingerhut vom Fußartilleric-Regiment Nc. 10 begonnen. Da ober ber SBiab sehr stark unb ungünstig war, so riß kurz vor 11 Uhr ba» veil de» Fesselballons, und ber Ballon flog in die Höhe uab in östlicher Richtung über den Rhein dem Schwarzwald zu. TS gelang der Mannschast, glücklich in Ringelbach bei Oberkirch zu landen. In der Gondel befanden fich Lieutenant Waiblinger vom Jnf.-R gt. Nr. 143 und Lieutenant Pfuhl vom Fußart.-Regt. Nr. 10. Der Ballon wurde gut geborgen und heute noch wiedir nach Straßburg verbracht. • Straßburg, 6. Februar. Ueber eine verschärfte Grenzbewachung auf französischer Seite wird der „Straßburger Poft" au» Metz geschrieben: „Allen Reisenden, die nach Frankreich fahren, sei der gute Rath gegeben, sich mit auSretchenden AuSweißpapieren zu versehen. Wahrscheinlich infolge ber DreysuS Bewegung scheinen selten» ber französischen Grenzpolizei bie Ueberwachungsmahregeln gegen Reisende tn letzter Zeit strenger gehandhabt zu werden al» früher. Nicht nur werden die Reisenden jetzt an den französischen Grenzstationen sehr häufig angehalten und nach ihren Papieren gefragt, sondern efl scheint sogar, daß in manchen Fällen, namentlich bet solchen Reisenden, deren AenßereS einen militärischen Anstrich hat, noch eine besondere Uebcrwachung an- geordnet wird." E» wird bann von einem Kölner Herrn von martialischem Aeußern berichtet, der in dieser Beziehung unangenehme Erfahrungen in Nancy machte. * Berliner Glossen zur Illumination. Ob man sich den „Rummel" mal ansieht — schließlich ist es ja doch immer dieselbe Geschichte. Aber es ist so'n richtiges Hohenzollern- roetter und da muß man schon was für den nothleidenben Mittel- und Handwerkerstand thun und sich die Stiebet n bischen caput treten. Also muthig „rin in'S Verjnügen - was die überfüllte Pferdebahn fein soll und dann mitten» mang in die Stadt, eine bunte Gesellschaft hier." Das ech« Berlinerthum herrschte vor; denn „was ein Bischen wat ist", „macht den Großkeizigen" und kaust sich eine „Weitz' lackirte" (Droschken). Aber desto ungemüthlicher. Geravt Bei der tlM tu des Angabe ihrer L ansyrüche bir Meschen. Biehn Behördl «fa btt k °W btt a. *1 21«Ötaj । Ä.‘ o'öi&iet «k. , taen a 5. z Dar g lern 1 [ibtnSlänqlld)ii oct am fitbtn bei tbuttb 6hnfon( baut Ittta Kolben, Pnj, ht Ununidjtlminljin Wertheim hat nämlich als Erster Pfennigpreise, wie 38 Pfg., 24 Pfg. rc. eingesührt. In Schaaren ging's natürlich auch ,am Hause Hertzog. Selbst die Kleinsten waren nicht zu haus geblieben, und meistens war es „Vater", der die süße Last trug. — Eine resolute Bürgerssrau, die stark ins Gelänge kam, fährt einen neben ihr stehenden Herrn mit den Dorten an: „Sie, hier wird nicht „verdrängelt", hier sind Dir nicht bei die Chinesen in Kiautschau", worauf der Andere prompt erwidert: „Schade vor Ihnen, mit die „Schnute" mären noch Viele ausgerissen und wir hätten „Port Arthurn" vielleicht noch dazu gekriegt". Den Ausruf einer jungen Dame von außerhalb über die schöne Ausschmückung beant- märtet ein Großstadt Philosoph lakonisch mit: et ist ja Aliens ba, et is ja nich wie bei arme Leute. Aengstlich ruft eine : iltere Frau, nach ihrer, ihr im Gewühl abhanden gekommenen Tochter. Ein baumlanger Jüngling wendet sich tröstend an bte aufgeregte Mutter, indem er sagt: „wehre man nich, schlimmsten Falls kriegst sie auf die Polizei wieder, dorthin nehmen sie jetzt alle anständigen Mädchens mit". Dann reckt er sich über die Köpfe der Menge hinweg und brüllt: „Klara, ftlttra — wo mag das Mädchen sein?" Ein Schutzmann fLhrt ein paar Droschkenkutscher in denkbar kürzestem „Arnts- tM* an. „Du", sagt da ein Berliner Junge, „wenn der jo fort macht, wird er och mal in ein Amt jleicher Jüte mit llinzugSgelder versetzt. Na, so armer Schutzonkel". „Wie dunkel das Schloß ist", meinte ein kleiner, etwa 10jähriger iei solchen Anlässen zeigt sich der für so unliebenswürdig verschriene Berliner von seiner besten Seite, nämlich der humorvollen. „Ach", meinte eine mir gegenübersitzende Arbeiterfrau treuherzig, „was sie doch dem alten Kaiser fttr’n . .nobles" Denkmal gebaut haben, wenn er's doch wenigstens blos einmal sehen könnte, namentlich heule". Am dichtesten tift das Gedränge vor dem Wertheim in der Leipzigerstraße, ' dessen Prachtbau durch mächtige Lichtbogen eigenartig beleuchtet Dirb. Aber da oben wollen zwei Flammen partout nicht -rennen, und sofort hat das eine echte Berlinerin bemerkt and erklärt: „Du Vater, der will andeuten, daß er's auch :rt der neuen Kluft nicht mit die Decimalstellen hält". 7?" 8i4-> * SV*1 bcl" hUt' §ÜDhl|, Ml t’*“ 111 6,1 ^«iDrttr Dialrct. ' °Tbta Ungrbrfidten ötinfitlb MtnrabStmontoh. * Ml viü @tlb Leine BtlobBani HStnr. 611 M 3',/ h, 1 Mi Itbenben Mn. i«l« ■entf ton 1848/49 ; In btr Seife, s|t ber öioffnnng bei ßn’aBinmhmft hab», ktvrrßübllch kein poli- • • ^ffri^img bei punrei oas cyeov i|i , nieiiuc cm iwuki, ciwu ivjuyuön, -- -c geribsikt sein. Bursche zu seinem noch jüngeren Schwesterchen. „Na, Kaisers itr bei Frachmtk «tnö doch in's Opernhaus", lautete die prompte Entgegnung >trb rin T)u|enb lau« bei zukünftigen „sparsamen Hausfrau". Der einzelne Berliner illuminirte gestern auf ganz besondere Art: kleine Laternen, die auf den Straßen feilgeboten wurden, fanden nefigen Absatz und wurden ingeniös am Hute befestigt. Ein -lgenartiges Bild, das einen feisten Budiker zu der Bemerkung (veranlaßte: „So'n „unlauterer" Wettbewerb. Am Kopf sind fie auch illuminirt, aber, wo bleibt die „Bettschwere" für's viele Jeld". Auf dem Nachhausewege hörte ich eine behäbige dtdsWznU/,Jch < öLrgersfrau ihren neben ihr daherhumpelnden Ehegatten J, tu btm er dna fragen: „Na Vatern, war's nicht scheen, die „Kaserlumi- tem Braibt bü§ta natton" ? worauf er — dem man das schönste Hühnerauge cb bei vmbtl h-«r Ordentlich getreten — stillseufzend antwortete: „Mutter, Du nb fetynt chnst es nicht!" Üaüi m fianft k* * «uftichtig. Stammgast: „Fritz, war ist denn aus rr Tir M 8500fflt bem Kaier geworben, den Sie hier immer harren?" — Kellner (dem Gaste in» Ohr flüsternd): „Hasenbraten!" Verkehr, £an6« VoUrwirlhschaft. eutm, 8. Februar. Marktbericht. Auf dem heutige« Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. vM 0,80-095, Hühnereier pr. 6t. 7-0 4b, 2 St. 13—154b, Enteneier 1 St. 0—004b, Gänse eier pr. 6L 00-00 4b, Käse pr.6t.4-9 4b, Käsematte pr. St. 3 4. Erbsen pr. Liter 18 4b, Linsen pr. Liter 32 ,4, Tauben pr. P-m JL 0,93 bis 1,00, Hühner pr. Stück 0,90 bis 1,10, Hahnen pr. 6töd X 0,60-1,00, Enten pr. Stück JL 1,60-2,00, Gänse pr. Pfu». X 0,00-0,00, Ochsenfleisch pr. Pfd. 66-74 4 Kuh-und Rtndstefftz pr. Pfd. 60—66 4b, Schweinefleisch pr. Pfd. 72 bte 76 4, Schweine fleisch gesalzen, pr. Pfd. 80 4b, Kalbfleisch pr. Pfd. 60—64 A Hammelfleisch pr. Pfd. 50-66 Kartoffeln pr. 100 Kilo 6,006b 7,00 X, Weißkraut pr. Stück 0-00 4b, Zwiebeln pr. Centnei 6,00—0,00 X, Milch pr. Liter 16 4b. Neueste Nachrichten. Depeschen de« Bureau „Herold". Berlin, 8. Februar. Redakteur Trojan vom „Kladderadatsch" dementirt die durch Provinzblätter verbreite-e Nachricht, der Verein Berliner Presse beabsichtige, in Verbindung mit literarischen Körperschaften au« Anlaß der Ver- urtheilung TrvjanS ihm zu Ehren ein Festbavket zu veranstalten. Brunn, 8. Februar. Infolge des SemesterschlusieS wollea viele Studenten ihre Studien in Deutsch land fortsrtzen. Pari«, 8. Februar. Esterhazy erschien gestern kurz vor Schluß des ersten VerhandlungStagcs im Sitzungssaale. Er war erdfahl und scheint sehr krank. Kriegsminister Billot erschien nach einer halben Stunde im Zeugenzimmer. Er sprach mit General Gouse und entfernte sich, im Eorridor mit Senator Scheuerer einen kalt höflichen Gruß austauschend. Während der Pause ließ eine Dame Zola Ehocoladeboabons reichen. Zola nahm sie an und offerirte auch Clewenceau und Cabori davon. Abends wurde von Verehrern ZolaS ein Kranz an der Statue VoltairS niedergelegt, mit der Inschrift: „Vertheidiger CalaS Dein leuchtendes Beispiel findet Nachahmung." PariS, 8 Februar. Prozeß Zola. Labori legt die Gründe dar, welche ihn veranlassen, auf den so wichtigen Zeugen Paly du (Siam nicht verzichten zu können, welcher genaue Auskunft über die verschleierte Dame ertheilen soll. Hier sei der Angelpunkt der ganzen Affaire. Der Gerichts Hof vertagt die Beschlußfassung. Außer den bereits genannten als Zeugen geladenen Personen weigerten sich zu erscheinen!: Madame de Boulaicy, die frühere Freundin Esterhazys, Capitän Lebrun Renauld, General Mercier und General BoiSdeffre. Labori erklärt, daß ter auf das Erscheinen der Mitglieder des Esterhazy Kriegsgerichts verzichte, aber das Erscheinen der Frau de Boulaucy und der Mitglieder de« KciegSgerichtS gegen Drehfu« fordere. Nach einer kurzen Pause verlas Labori seine Anträge, worin er verlangt, daß die Zeugen gezwungen werden, zu erscheinen. Der Gerichts- Hof wird heute über die Anträge beschließen. Sodann verkündet der Präsident, daß die Verhandlung auf heute vertagt ist. Während der Sitzung gingen Zola unzählige Telegramme zu, Als Zola und Labori nach Schluß der Verhandlung ihre Wagen bestiegen, rief die Menge thells «.Hoch Zola , theil» „Nieder Zola". Paris, 8. Februar. In der Kammer hat gelegentlich der DiScusfion über den gegenwärtigen Etat gestern eia Meinungsaustausch über die internationale Lage stattgefunden. Delafoffe bemängelte daS französisch.russische Bündniß, au« dem Rußland bis jetzt allein Vortheil gezogen habe. Hanotaux antwortete, daß er über das russisch-französische Bündniß feine Erklärung abgeben könne. DaS Bündn ß sei aber eine historische Thatsache, welche bte internationale Lage Frank- reitß gebessert habe. Er theilt ferner mit, daß Frankreich die Candidatur deS Prinzen Georg als Gouverneur von Kreta unterstützen werde. Mehrere Redner warnten vor einer frühzeitigen Theilung Chinas, welche der Anfang vom Ruin Europas sei. Die Debatte wurde sodann geschloffen. Paris, 8. Februar. Sämmtliche Morgenblätter beschäftigen sich an erster Stelle mit den gestrigen Verhandlungen im Zola-Prozeß. „Radikal" schreibt: Man habe gehört, daß sämmtliche Vorsichtsmaßregeln und List ange- wandt wurde, um daß Licht in dieser Sache zu unterdrücken. Der Gerichtshof habe sich selbst vor dieser Arbeit geschämt und wage eß nicht, die Beschlüsse der Vertheidigung zu ver- werfen. „Petite Rtpubl'que" führt au«, die Franzosen müßten sich sagen, daß Bolsdkffre, Pathy du Clam und andere Generäle und Offiziere befürchten, daß einer den anderen vcrrathen könnte, sonst wären sie wie gewöhnliche Leute vor den Assisen erschienen. „Rappel" sagt, ber gestrige Tag war für die Republik ein Tag der Schmach und ein Tag de« Schmerzes. Ehemalige Offiziere find vor den Assisen erschienen, aktive Offiziere, welche eine verächtliche Meinung haben für alles, was nicht Militär ist, find einfach nicht erschienen. — „Störe Parole" sagt, Frankreich werde eine große Erleichterung empfinden, wenn eß von der Zola- Krankheit, von der eß seit 14 Tagen befallen, befreit werde. — „GauloiS" meint, die Geschworenen werden nicht die einzige Frage, die von Bedeutung ist, auS dem Auge verlieren. Ihre Pflicht ist eß, baß Vaterland, die Armee und die Gesellschaft gegen die traurigen Elemente zu der- theidigen, denen Zola seine Unterstützung gewidmet hat. — „Autorits" führt au«: Man hat die gestrigen Antworten gehört, aber noch niemals hat man einen so dummen Staatsanwalt gesehen. — „Figaro" sagt, man müsse erst da« Ende deS Prozesse« abwarten, weil sonst die Angelegenheit zu politischen und Wahlzwecken auSgenützt wird. — 6 Meter Loden solid. Qualität 6 6 6 Master auf Verlangen franco ins Haue. Modebilder gratis. zumKleid für Mk. 3.90 Oettinger & Co., Frankfurt a.M., Vereandh. Separat-Abtheilung) Stoff z. ganz. Anzug Mk. 3.75 für Herrenstoffe: ) Cheviot „ » " b.85 6 Meter Waschstoff zum Kleid Mk. 1.68 „ Sommer-Nouveautfi „ „ *2.10 „ „ dopp. br. „ „ » 2.70 „ Caohemir. reine Wolle, dop. br. B 4.50 Modernste Kleider- und Blousen-Stoffe in grösster Auswahl X 1139 versenden in einzelnen Mustern franco ins Haus tM\tn Wttn ,t in 80W ZK nbto tateann tü n vk. an. 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Mts. unter Beifügung von Zeugnissen bei uns sinreichen. Gießen, den 7. Februar 1898. Großherzogliche Bürgermeister:! Gießen. Gnauth. 1419 Nebenbahn Niedek.«em»nben— Nleber-Oflelde«. Die Lieferung von 640 Stück Bahn» srenzstelnen und 400 Stück Weg« grenzveinen soll öffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen in dem Amtszimmer der unterzeichneten Eisenbahn - Bauabtheilung zur Einsicht aus. Dieselben können gegen poft- und bestellgelbsreie Einsendung von 50 Pfg. (nicht in Briefmarken) von dorr bezogen werden Angebote mit lentsprechcnder Aufschrift find bis zum Eröffnungstermin am 19. Februar d. I, Vormittags 10 Uhr, post- und bestellgeldfrei einzureichen. 1252 ZuschlagSfrift 8 Wochen. Grünberg (Hessen), den 3. Febr. 1898. Großh Eisenbahn,Bauabtheilung. BehördlicheAnzeigen Berdintzung. Die zum Ausbau der Moltkestraße Mchen der Grünbergerstraße und bwr Wieseck erforderlichen Maurer-, Ghaufsir- n. Pfiafterarbeiten, svoie die Steiuzeuglieferuvg, {den im Wege des öffentlichen Angebots Samstag den 19. d. Mts., Vorm. 11 Uhr, I v'irdungen werden. Pläne, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Oenststunden auf unserem Bureau, Ammer Nr. 7, zur Erficht offen, mselbst bis zum Verdingungstermin bne Angebote auf Vordruck und ver schlossen einzureichen sind. Zuschlagsfrist 18 Tage. Gießen, 5. Februar 1898. Das Stadtbauamt. Schmandt. 1410 Versteigerungen.1 Versteigerung. Donnerstag den 10. Aebruar, Vormittag« 11 Uhr, werden auf dem neuen Güterschuppen herrenlos lagernde Güter, als: 1 Ballot Unterrockstoffe, 1 Kiste Kerzen u. Sago, 1 Ballen Hopfen, 1 Kiste Würfelzucker, 1 Sack Kartoffeln, 1 leeres Spritsaß, verschiedenes altes und neues Eisen, sowie eine Korbflasche, anscheinend Gasstoff, öffentlich meistbietend gegen gleich baare Zahlung versteigert. Gießen, den 8 Februar 1898. Großh. Güterabfertigung. Räuber.1418 : Mpsklilimykn ZWt. MaHthMZ. Freibank. 1417 Heute ««d morgen: Rindfleisch, aicht ladenrein, per Pfd. 52 Psg. Kinder-Nährmittel ©prls Nähr-Dikbaill (Kalkphosphathaltiges Nährmittel). Arrow-root Viseuit Hafermehl Malzextract, auch mit Eisen, Leber- thran oder Kalk, Medlciualweine Reiner Phosphor Kalk Milchzucker Salep Kufekes Kiudermehl Fleischpepton Hafereacao Eichelcacao Eichelkaffee Leberthran re. re. empfiehlt die 1406 Adler-Drogerie Seltersweg 89. __ Otto Schaaf. Kulmbacher Mer Brauerei Mönchsbof, ärztlich empfohlen für Blutarme, Wöchnerinnen und schwächliche Personen, in Flaschen und Faß- 1412 Hg». »empf, Ludwtgstr. 26. Echte Suppenwürze ist soeben wieder eingetroffen bei 1303 Lnvwlg 8oth, Wallthorstr. MAGGI Wafferdichte Dtlefelschmlere, einmal aufgetragen, macht daS Schuhwerk auf lange Zett wasserdicht und geschmeidig Dose 50 Pfg. Kanolin-Merfett, conservirt das Leder und macht es bei öfterer Anwendung wasserdicht. 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