11082 trnbttt Sivder. e n el und ^u. ,u „ o nbr V05 Nachrnlttag * nach Nttn, ^rottttt Tmie mibt We. MW Nr. 262 Zweites Blatt Dienstag den 8. November 18S8 U|H4 ■it luZllahmr M Äentagl. Di« •itfrnrr »e*trt«elC4t(et ■erbat bte Snjrigrr Wschoitlich e 11 r m e ( bog rügt Gießener Anzeiger MaegeyreW oirrtrljäbrlrtb 8 Korf 20 Vf» meeothd) 75 n eit I?nngrr1e#e. öd Po»b«z»H 3 Kork 50 •ifrifljlbrlt* ■•••!■• in Injcigew z» ba f?e*mtrtafl« fir bat Mtzaibai tef eschnvkndr» Thunmrr bii Bem. 10 llhr. General-Anzeiger Vit lnjftg«n«8rnnitttunfll8tflm H In- uni •uiUMei ■tbmra Injdgat für ben Bitjma Ingn^T Zlints- und Anzeigeblutt für den Kreis Gieren. Gratisbeilage: Gießener Familienblätter. lUbeeMee, Erpkbitisn unb Druckerei: >4nflre|c Mr. 7. Amtlicher Theil. Programm für die Feier der Enthüllung bei zum Andenke» tut Seine Königliche Hoheit den Grotzherzog Ludwig IV. zn Darmstadt errichteten Denkmals. Allerhöchster Bestimmung gemäß findet die Feier der Enthüllung des Lud wigsd eukmals »unmehr am Geburtstage Ihrer Königlichen Hoheiten des Großherzogs und der Großherzogin Freitag, de« 25. November 1898 »ach dem folgenden Allerhöchst genehmigten Programm statt. 1. vormittags 8 Uhr: Geläute aller Glocken. 81/4 Uhr Choralmufik vom Stadtthurm. 2. vormittags 10 Uhr: Versammlung der Thetluehmer am Fcstzuge und Aufstellung des Zuges auf dru von der Leitung des Festzugs näher zu bestimmenden und bekannt zu gebenden Plätzen der Stadt. 3. vormittags 11 Uhr versammeln sich die zur Ent« hüllungsfeier etugeladenen Personen auf de« Denkmals- p atz und nehmen unter Führung von Mitgliedern der Festcommisfion daselbst die sür sie bestimmten Plätze ein. 4. Um dieselbe Zett setzt sich der Fettzug tu Bewegung und nimmt auf dem zwischen Schloß und Jagdhaus gelegenen Theil der Rheiustraße sowie auf dem Ernst Ludwtgsplotz Aufstellung. D>e Aufstellung muß bis 11 Uhr beendet sein. Dir zur Feier befohlenen Truppentheile stellen fich von der Ecke des Jagdhauses au, der an letzterem hiv- sühreudeu Straße entlang, auf. 5. vormittags 12 Uhr treffen Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin, die Prinzen uod Prtuzesfioueu des Großherzogltcheo Hauses sowie die sonstigen an der Enthüllungsfeier theilnehmeudeu Fürstlichkctten aus dem DeukmalSplatz ein und werden durch den Vorstand des LaudeSauSschuffes auf die sür d'e Grobherzogliche Famtlte bestimmte Estrade geführt. Bci Eintreffen der Allerhöchsten Herrschaften spielen die Militärmustkkapellen. 6. Der 1. vorfitzende deS LavdeSausschnffes bittet Getue Königliche Hoheit den Großherzog um die Genehmigung zum Beginn der Enthüllungsfeier. 7. Die Frier beginnt mit einem Vortrag der Gesangvereine. 8. Ansprache eines Vorstandsmitgliedes. 9. D:r 1. Vorsitzende deS Landesansschuffrs ersucht Getue Königliche Hoheit den Großherzog um Genehmigung zur Enthüllung des Denkmals. 10. Auf das mit Genehmigung Geiuer Königlichen Hoheit des Grohherzogs gegebene Zeichen fällt die Hülle des Standbildes unter Leitung des aulführeudeu Künstlers Professor Schaper. Ja diesem Augenblick setzen alle Glocken mit ihrem Geläute ein und beginnt die auf dem kleinen Exerzierplatz aufgestellte Batterie etn Salutschießen von 101 Schöffen. 11. Der 1. Vorsitzende des Landesansschnffes übergiebt da- Denkmal der Großherzogltchen Regierung mit einer kurzen Ansprache und schließt mit einem Hoch auf Ihre Königlichen Hoheiten den Großherzog und die Großherzogin. Die ganze Festversawmlung finge mit Musikbegleitung „Heil unser« Fürsten Heil.* 12. Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin sowie die Prinzen und Prinzessinnen des Großherzogltchen Hauses halten mit den fürstlichen Gästen einen Rundgang nm das Denkmal. 13. Inzwischen setzen fich die zur Enthüllungsfeier befohlenen Truppentheile, sowie der Festzug in Bewegung, um durch das Grohherzogliche Refidenzschloß über die Parforeebrücke vor den Allerhöchsten Herrschaften und dem Denkmal zu desiltren. 14. Die Truppentheile und der Festzng maschtren durch die Rheinstroße ab, der letztere bis zu de« dafür näher zu bestimmten Punkte, woselbst er fich anflöst. 15. Die Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften werden hierauf von den Mitgliedern deS Vorstandes von der Estrade znrückgeleitet. Hiermit endigt die Enthüllungsfeier. 16. Nachmittags 2 Uhr wird im Saalbau ein Festesten abgehalten. 17. Bei eintretender Dunkelheit wird das Denkmal festlich beleuchtet. 18. Jrn Großherzoglichen Hostheater findet eine Festvorstellung statt. Büdingen und Offenbach a. M., den 1. November 1898. Der Vorstand des LandesdeukmalsanSschusseS. Der 1. vorfitzende: Bruno Fürst zu Usenburg und Büdingen, 1. Präsident der 1. Kammer der Landstände. Der 2. Vorsitzende: Dr. Weber, Justizrath, lebenslängliches Mitglied der 1. Kammer der Landstände. Der Schriftführer: Haas, Geh. Regierungsrath, 1. Präsident der 2. Kammer der Landstände. Anmeldungen zur Thetlnahme am Festzuge können noch bis Montag, den 14. November bei dem Vorsitzenden der FestzugScommisfion Oberstlieuteuant a. D. Eramoltnt tu Darmstadt erfolgen. Der Vorstand des Landesdenkmalsansschusses. Deutsches Reich. Berlin, 6. November. Wie aus Jerusalem gemeldet wird, soll die Rückreise des Kaiserpaares uach dem Norden wegen der in Palästina und Syrien herrschenden tropischen Hitze nicht unvermittelt, sondern auf dem mehr auSgleichenden Seewege erfolgen. Berlitt, 6. November. Der „Local-Anzeiger" meldet aus London: Die Erregung der letzten Tage hat einer vollständigen Beruhigung Platz gewacht. Die Zeitungen warnen zwar davor, daß man schon alle Schwierigkeiten für überwunden halte, aber die friedliche Beilegung der Differenzen mit Frankreich wird allgemein betont. Mit den Rüstungen fährt man trotzdem ununterbrochen fort. Nach Telegrammen aus Plymouth und Portsmouth wurde an der schleunigen Fertigstellung zweier fliegender Geschwader gestern eifrig weiter gearbeitet. Dies bestärkt die vermmhung, daß England die Rüstungen benutzen will, um auch in Ehina gewisse Ansprüche durchzusetzen und Rußland zu verhindern, anS dem anglo-franzöfischen Conflict Nutzen zu ziehen. Der russische Botschafter reiste gestern Abend nach Hatfield zum Besuche Lord Salisburys ab. Berlin, 6. November. Bald nach der Erwerbung unserer Eolonten wurde es nöthig, sowohl die einzelnen Küstenplätze unter einander telegraphis ch zu verbinden, als auch dort, wo es möglich war, das gewonnene Nitz au die unterseeischen Kabelsystewe anzuschließen. Unsere Postverwaltung hat mit einem großen Geschick dies in verhältniß- mäßig kurzer Zeit durchzuführen gewußt. Wir haben in einigen afrikanischen Colonien telegraphische, zu« Theil telephonische Verbindungen zwischen den Hauptpunkten der Küste und eine Kadelverbindnng mit Sansibar, und neuerdings werden auch in Güdwestasrika Anstrengungen gewacht, eine bessere Verbindung zwischen der Küste und dem Innern herzustellen. ES ist dies bei der Natur der Eingeborenen, welche uns noch manche Ueberraschungen bereiten können, eine sehr nothwendige Einrichtung. Aber es fehlte immer noch die Möglichkeit, Güdwestasrika mit dem Weltverkehr in Verbindung zu bringen, sei es, daß «an Anschluß an die Kap- ländische Telegraphenlinie gewinnt, welche in Klein Nawaland einige Stationen hat, oder Gwakopmund durch ein unterseeisches kabel «it MoffamedtS verbindet, wo es Anschluß an das große englische Kabeloetz hätte. Wie wir hören, dürften die Anstrengungen, welche feit längerer Zeit gemacht worden find, eine bessere Verbindung mit dem Schutzgebiet herznstellen, von Erfolg gekrönt zu sein. Es wäre das wieder ein großer Schritt weiter auf de« Wege, die einzelnen deutschen Colonien durch direkte Kabel zu verbinden, nachdem durch das direkte Sabel zwischen Emden und vgo eine Art Anfang gemacht worden ist. Im Laufe der Jahre werden wir ja dahin kommen, unsere (Kolonien als Stützpunkt für eine größere Politik der Vertretung überseeischer Interessen zu entwickeln, und man sollte von vornherein den Fehler vermeiden, welcher die Franzosen jetzt sehr schwer drückt, nämlich durch Ueberlaffung der Kabelverbindungen an die Engländer deren politisches und commercielles Urbergewicht in der ganzen Welt zu sichern. Die englischen Telegraphen- cowpagvien sind mit die hauptsächlichsten Mittel, durch welche Ibrtffc fir DrprschkN: >M|«t|et Stegs». Fernsprecher Nr. 6L : London der Mittelpunkt des Welthandels geworden ist. Wenn auch dazu die englische Handelsflotte unb die Verbreitung der Angelsachsen Über die ganze S.de deitiägt, so ist doch klar, daß in handelspolitischer Beziehung London einen großen vortheil schon dadurch hat, daß alle Nachrichten von irgend welcher Bedeutung Über London telegrophirt werden müssen. Berlin, 5. November. Die Abkürzung des katser- lichen Aufenthaltes in Syrien hat in der ausländischen Pr'ffe allerlei unsinnige Gerüchte gezeitigt, die als fremde LUare auch Absatz bei gutgläubigen deutschen Lesern hatten. Das Einfachste und Natürlichste findet die Welt im politischen Leben stets unglaubwürdig. Keine andere äußere Veranlassung hat das Saiserpaar bewogen, die geplanten Ausflüge nach Jericho und dem Tobten Meere, die auch landschaftlich kerne verlockenden Reize bieten, aufzugeben, als die augenblicklich in Syrien herrschende tropische Hitze. Wenn durch Unterlassung dieses Ausfluges der Aufenthalt de» Kaiserpaares und seines Gefolges in Syrien selbst um einige Tage verkürzt, so bedeutet dies doch keineswegs eine frühere Rückkehr nach Deutschland. Einfache hygienische Gründe sprechen zudem gegen eine etwaige beschleunigte Rückreise, die den Uebergang von der tropischen Hitze Syriens zu unserem unfreundlichen nordischen Novemberklima zu schroff empfinden lassen müßte. Deshalb wird vorauSfichtlich das Kaiserpaar die durch ben aufgegebenen Besuch gewonnenen Tage dazu benützen, sich durch eine verlangsamte Rückfahrt allmählich wieder bem Heimathlande zu akklimatifiren. — Zu einer beschleunigten Rückkehr liegen keinerlei, am allerwenigsten politische Beweggründe vor. Allerdings bereitete die hohe Politik gerade während der bisherigen Dauer der Orientfahrt des Kaisers der Welt große Ueberraschung und gibt ihr durch noch nicht ausgektärte Erscheinungen manches Räthsel zu lösen auf. Aber Deutschland braucht fich vorläufig durch die uervöie Unruhe anderer Länder und die Rüstungen Englands nicht au» seiner bisher beobachteten gleichmäßigen Haltung bringen zu lassen, wennschon die ernsthaft gemeinte Mobilifirung der englischen F orte das deutsche Interesse ebenfalls anregen muß. Gegen Wen richtet fich der große maritime Ktiegsapparat der Engländer zu einer Zeit, in der nach den veificherungen Murawjrsfs gegenüber der Heroldin des ewigen Friedens, Frau Bertha v. Suttner, jeden Tag die beglückende (Konferenz aller Staaten zusammentreten kann, um mit der Parole: „Die Waffen nieder!* auseinander zu gehen? Geaen Frankreich wegen der Faschoda Frage? Faschoda befindet fich im Besitze Englands, und Frankreich wird sich hüten, an seinen Küsten und im Mittelmeer um einen öden Platz im Innern Afrikas zu kämpfen, zumal es an seinem Freunde Rußland in dieser Angelegenheit unb auch in der ägyptischen Frage keinerlei Rückhalt stöbet. Die An- nähme, Rußlanb habe, um bem französischen Wunsche auf Faichoba Nachdruck zu verleihen, bte ägyptische Frage wieder aufrolleo wollen, kann füglich als eine hübsche politische Seifenblase gelten, an der die Franzosen einen Augenblick ihre kindliche Freude haben, die aber im Nu wieder zerplatzt. — vorläufig läßt fich der Eifer der englischen Marine- behördeu nicht anders deuten, als der Wunsch durch eine große Flottenschau der kriegsfertigen englischen Marine der Welt zu iwpouiren. Rußland mag vielleicht durch eine solche eindrucksvolle Friedens-Demonstration am empfindlichsten betroffen werden- drohen doch jetzt in den ostastatischen Gewässern fich Dinge zu vollziehen, die das erträumte lieber- gewicht Rußlands in Ostasien gänzl ch in Frage stellen können. Bisher lag es in der amerikanischen Politik, mit Rußland so viel als möglich Hand in Hand zu gehen oder wenigstens seine Interessen in Ostafien nicht zu verletzen. Bestehen die vereinigten Staaten aber auf ihrer Absicht, die sömmtlichen Philippinen zu aunectiren, so dürften sie darin an England eine Aufmunterung finden, während Rußland fich schwerlich mit einer solchen Thatsache so schnell abfiodet, bte auch nur bte Gegensätze zwischen Rußland und England in Ostasien verschärft. Berlin, 5. November. Festlegung atlantischer Dawpferwege. Dem vernehmen nach wird der Deutsche Nautische Verein auf feinem nächsten Bereinstage einen Antrag berathen, welcher darauf abztelt, die Reichsregierung -ur Zusarnmenberufuog einer internationalen Confereuz wegen der Feysetzurg bestimmter Routen Mr den D-mpferverkehr zwischen Europa uod den oordamerikauischeu Häfeu zu ver- anloffeu. Der Verkehr ist in ben letzten Jahren stark gewachsen nab bte von Narben treibenden Etsmaffen gesährdeu bte Sicherheit der Schifffahrt beständig. Des Weiteren weist auch auf eine Aenderung der bestehenden Verhältnisse die Anwesenheit großer Fischerflottillen ans den New-Fundloob- Baak« hio. Diese selbst find namentlich im Nebel gefährdet wie sie andererseits auch der Schifffahrt Gefahr bringen. Durch Schaffung fester Fahrrouteu glaubt mau zu erreiche», daß diese Flottillen im Nebel zur eigenen Sicherheit auS der ihnen bekannten Route herauSgehen und so sich selbst, wie die Schifffahrt vor Gefahren bewahren werden. Ganz be- sonderer Nachdruck wird schließlich auf die schon seit Jahren bestehenden, wenn auch privaten Bereinbarnugen der großen, am nordamerikauischen Verkehr betheiligten SchifffahrtSgesell« schäften gelegt, nach welchen diese Gesellschaften ihre Dampfer auf bestimmten Routen laufen laffen und so gute Resultate damit erzielt haben, daß im laufenden Jahre eine Reihe bisher nicht einbegriffener Rhedereien sich der Urberetukuuft angeschloffen haben. — Die b evorstehevde Militärvorlage. Dem Reichstag wird als Hauptaufgabe in der nächsten Session die Militarvorlage zugehen, wie eS nicht anders sein kann, da das lausende Milttärquinquennat am 31. März kommenden Jahres sein Ende erreicht, und das Heerwesen somit eine neue gesetzliche Basis erhalten muß. So erwacht denn auch die alte Opposition gegen die Wehrhaftigkeit des Reiches aus ihrem fünfjährigen Schlummer und greift nach dem alten Rüstmatertal, der Abg. Richter nach dem Rechenstift, womit dem Steuerzahler tu solchem Fall bewiesen wird, daß es um die Finanzen zu jämmerlich bestellt ist, und „Genosse" Bebel nach den Heften, in denen geschrieben steht, daß das Deutsche Reich nur mit einer Miliz sich auf die Dauer im Rathe der Völker behaupten kann und daß in militärischen Fragen außer den socialdemokrattschen Führern allenfalls noch Herr Bleibtreu als Sachverständiger auzusrhen sei, alle Anderen aber klägliche Stümper find. Minder bequem, als diese Gegnerschaft find die Mittheiluugen, die über die künftigen Forderungen der Militärverwaltuog bereits durch die Blätter gehen und insbesondere bezüglich der Erhaltung der militärischen Dienstzeit und die künftige Präsenzstärke Beunruhigung erregen. Dem gegenüber ist die Erinnerung am Platz, daß nach dem Stande der Arbeiten der zunächst entscheidende Factor der BuudeSrath bisher noch keine Gelegenheit gehabt hat, sich Über die künftigen HeereSforderungeu schlüssig zu machen. Daraus ergiebt sich, daß die bisherigen Mittheiluugen nur Bermuthungeu oder Anregungen privater Natur find, da es den Traditionen der Militärverwaltung nicht entspricht, durch vorzeitige Veröffentlichung ihrerseits die verfaffuugSmäßige, freie Entscheidung der verbündeten Regierungen zu vinculiren. Lehe, 3. November. Bei der dritten Matrosen Artillerie- Abtheilung wird eine Stamwcowvagnie für Kiau- tschou gebildet. Heute wurden 65 Ersotzrekruten und 50 Dreijährig.Freiwillige eingestellt. Nach beendigter Ausbildung sollen fie nach Ostafieu in See gehen. Paris, 5. November. Der „Matin" meldet auS New« Aork, daß die gesammte amerikantsche Flotte bereit ist, beim ersten Signal ausgerüstet nach Spanten abzufahren und dort eine Flotten-Demoostration zu orgauisiren, um damit einen Druck auf die Unterhandlungen bezüglich der Philippinen- frage auSzuübeu. Paris, 5. November. In colonialen Kreisen ist man der Ar.ficht, daß Marchand, sobald er von Kairo auS der Regierung seinen vollständigen Bericht eiugesaadt haben wird, auf direktem Wege nach Frankreich zurückkehren werde. War die Senegal-Truppen anlangt, so würden dieselben wahrscheinlich über Abeffyutev nach Frankreich zurückkehren oder aber fich der Expedition Leontiew anschließen. Paris, 5. November. Die gesammte Preffe commentirt die in der gestrigen Kamwrrfitzuog gemachten Erklärungen und drück: drr Regierung ihr Vertrauen auS. Nur „Autorits" ist mit Dupuy nicht zufrieden, alle übrigen Blätter bezeichnen das neue Cabinet als ein energisches, welches ent* schlofieu sei, Wahrheit und Gerechtigkeit zu üben. Pari», 5. November. Ein neues Ministerium ist gestern mit einem neuen Programm vor die Kammer ge- treten, und dieses Programm wird voraussichtlich das Beste an diesem Ministerium sein. Denn wie der Weg zur Hölle ist auch der Pfad eines franzöfischen CabinetS mit guten Vorsätzen gepflastert. Wenn eine Krisis dem Sport der Redekäwpse im PalaiS Bourbon eine natürliche Pause gesetzt hat, pflegt dieser ministerielle Programmsport anzuheben, der dahin zielt, den Vorgänger mit schönen Worten und Redensarten zu übertrumpfen. Eine weitere Bedeutung haben die ministeriellen Erklärungen schon längst nicht mehr,- kein Ministerium der letzten zehn Jahre, das langlebige Cabinet Msline nicht ausgenommen, hat sein Programm wahr gemacht, und allmählich werden auch die Versuche, eS zu thuu, auf- hören, denn die Drputirtenkawmer pflegt nachgrade schon den Anfang der Ausführung mit dem Sturze zu strafen. Deshalb und weil das Parlament wie die öffentliche Meinung über dem Gezänk des Tages längst daS Interesse und die Lust an ernster Arbeit verloren haben, bleiben auch die schönen Dinge, mit denen gestern Herr Dupuy als den yfoclcltn Pflichten der Republik" prunkte, als da find die Altersversorgung der Arbeiter, die Eiusührung der laudwirth« schastlichen Creditaustalten, die Hebung der nationalen Industrie und selbst die Ersetzung der mittelalterlichen Personalsteuer durch eine der Gerechtigkeit entsprechende Einkommensteuer, tobte Buchstaben. Grade diese E^kenntniß der fortdauernden Rückständigkeit in allen Aufgaben des modernen Staates war es, die vor Jahr und Tag die Abkehr von der Covcentration, von den vergeblichen Versuchen der Einigung der uneinigen Republikaner, veranlaßte und den Partei- Ministerien Bourgeois', MölineS und BriffonS den Weg ebnete. WaS selbst diese homogenen Cabinette nicht vermochten, wird aber einem Cabinet Dupuy, der neuen Verkörperung der alten Coucentratton, indem der Eine hott und der andere hü sagt, sicherlich nicht gelingen. Dieses Ministerium ist vielmehr schon seiner Zusammensetzung nach nichts als rin BerlegeuheitScabinet, das nur die etue Aufgabe hat, die zer- fetzende DrehfuSgefchichte auf die eine oder die andere Weife aus der Welt zu schaffen,- wenn es diesen Zweck erfüllt hat, wird es den Weg feiner Vorgänger gehen müssen. Wie die Dinge liegen, ist auch diese Aufgabe schwer genug, und vielleicht scheitert Dupuy schon au ihr, wie daran Brisson und im Grunde auch Msüne gescheitert find. Daneben hat eS fich noch mit einer recht unbehaglichen Lage der auswärtigen Politik abzufinden, denn es scheint, als ob England ent* schlossen sei, fortan eine schärfere Tonart anzuschlagen, nicht nur um die nunmehr beendete Faschodageschichte zu begleichen, sondern um ein für allemal auch die Steine wegzuräumev, die ihm Frankreich in jahrelanger stiller Thätigkeit im Osten und int Westen Afrikas in den Weg gerollt hat. Dupuy mag nicht ohne Grund daS „kostbare Büudniß" angerufen haben, dessen die Republik fich erfreut, denn davon, wie Rußland fich entscheidet, wird in der That die Gestaltung der Zukunft abhängen. „K. Z." Petersburg, 6. November. Bekanntlich hat der russische Minister deS Innern vor Kurzem eine Reise nach den mitt- leren Gouvernements des Reiches unternommen, um die Ausführung der Hilfeleistung für die von der Mißernte hart betroffene Bevölkerung zu überwachen. Diese Reise ist auf persönlichen Befehl deS Czaren Nicolaus II. erfolgt, welcher durch den Brief des Grafen Bobrinskij über die Fahrlässigkeit der Gouverneurs von Tula, bei der Bewerkstelligung der Hilfeleistung auf die im Hungergebiete herrschende Gleichgiltigkeit der Beamten aufmerksam gemacht wurde. That- sächlich hat Minister Goremykin die Entdeckung gemacht, daß viele Gouvernements zur Verpflegung der Bevölkerung bis zur künftigen Ernte fast nichts gethan haben. DaS Gouvernement Samara allein benöthigt mehr als fünf Millionen Rubel zur Versorgung der von dem Noihstande Betroffenen mit Lebensmitteln. In Rußland erwartet mau von der Ministerreise, daß sie auch die Regelung der Berpflegungs* frage in den Dörfern endgiltig im Gefolge haben werde. — Nicht mit Unrecht erkennt die spanische Preffe an, daß gegenüber den amerikanischen Ansprüchen auf diePhilippinen jedes Anrufen Europas, das mit anderen Fragen genug zu thun habe, vollständig nutzlos sein und Spanien ganz und gar selber überlassen sein würde. Mac Kinley wird mit der ihm bekannten Zähigkeit auf der Forderung bestehen und zwar aus dem einfachen Grunde, weil ihm seine Partei-Bosse (d. i. Parteiführer) keine andere Wahl lassen. Sie waren mit dem Präsidenten, wie es guten Impresarien zukommt, auf der Agitationsreise für die Wahlen zum Röpräsentantenhause der Vereinigten Staaten und haben dabei die Ueberzeugung gewonnen, daß der Wahlsieg am kommenden 8. November nur um diesen Preis zu gewinnen ist. Die republikanische Partei muß dem Lande die ganzen Philippinen als Angebinde bringen, will sie die Gegner, die Demokraten, nicht ans Ruder laffen. Damit die Sache aber nicht ganz wie ein Raub aursieht, ist ebenso endgiltig beschlossen worden, die Spanier zu „entschädigen", und zwar ist man bereit, ihnen entweder vierzig Millionen Dollars zu zahlen oder in irgend einer verkappten Form die etwa gleich starke Insel- schuld abzunehmen. Uebrigens wird den Spaniern gegenüber die Tactik dieselbe bleiben; man wird ihnen diese „Lösung" in einer Weise vorschlagen, die thatsächlich, wenn auch nicht der Form nach einem Ultimatum gleichkommt. — Trotzdem ist übrigens die republikanische Partei ihres Sieges keineswegs so sicher; es giebt sogar gute Kenner des Landes, die einen Sieg der Demokraten durchaus nicht für ausgeschlossen halten. Türkei. Eine vielumstrittene Frage hat soeben ihre vorläufige Lösung gefunden. Am Freitag ist die Insel Kreta nun auch förmlich in die Verwaltung der vier betheiligten Mächte übergegangen. Am Donnerstag hatte sich der Rest der türkischen Truppen in Kanea bis auf einige hundert Mann eingeschifft und am Freitag früh nahmen die internationalen Truppen Besitz von den Befestigungen der Hauptstadt, wobei die Italiener die Bastion besetzten. Die bisher auf den Wällen gehißten Flaggen der Mächte wurden niedergeholt und statt dessen inmitten der Stadt, vor dem von dm Franzosen besetzten Verwaltungsgebäude, wieder gehißt. Die Verwaltungsbureaus sind von den Admiralen in Besitz ge- nommen worden mit Ausnahme der Post- und Telegraphen- bureaus, welche vorläufig zur Verfügung der türkischen Behörden bleiben. Eine von den Admiralen erlassene Proc- lamation verbürgt insbesondere den Muselmanen Schutz. — Inzwischen ist auch die von Rußland betriebene Ernennung des Prinzen Georg von Griechenland zum Fürst Gouverneur von Kreta als Thatsache zu betrachten. Allerdings bedarf er noch der Bestätigung des Sultans. Aber auch wenn diese ausbleibt, wird Prinz Georg von den Admiralen in fein Amt eingesetzt werden. Der Prinz war bekanntlich zu Beginn des griechisch - türkischen Krieges mit einer Torpedo«Flottille ausgefahren, um für Griechenland Besitz von Kreta zu ergreifen. Damals hat in Folge der Blokade die Insel nicht betreten werden können,deren Fürst- Gouverneur er nunmehr unter dem Schutze der vier Mächte wird, welche allerdings die Wahrung der Suveränetät des Sultans zusicherten. That- sächlich erfolgt durch die Einsetzung des Prinzen Georg der innerste Anschluß Kretas an Griechenland, wenn auch form» lich die Oberhoheit der Türkei andauert. Allerdings harren des Fürften-Gouverneurs und der vier ihn einsetzenden Mächte noch sehr schwierige Aufgaben auf der Insel. Die Bewohner Kretas sind an eine geordnete Verwaltung nicht gewöhnt und haben allezeit einen starken Mangel an Rechtssinn bekundet. Die Wiedereinsetzung der Mohamedaner in ihren Grundbesitz sowie der Schutz der mohamedanischen Minderheit wird eine wesentliche Obliegenheit der neuen Verwaltung bilden. — Vorläufig wird eine türkische Flagge außer in der Hauptstadt Kanea noch in Kandia, Hierapetra, Grabusa und Rethymo gehißt bleiben. Läßt man dem Sultan irgend ein äußeres Zeichen seiner Suveränetät auf Kreta, so dürfte er sich auch eher zur förmlichen Nachgiebigkeit in der Gouver- neursfrage geneigt zeigen. — Die Russen suchen sich in Rethymo und Umgegend Liebkind zu machen, namentlich auch bei den Mohamedanern. Der Thronbesteigungstag des Zareu ist von ihnen benutzt worden, um auch diesen Bevölkerung»- bestandtheil zu Huldigungen und Freudenbezeugungen zu veranlassen, welche der halbamtliche russische Draht in alle Welt zu melden fich beeilt. CecaUs rrird ^provinzielles. Meße», 7. November 1898. Rene Reichsbanknoten. Neuartige 100- und 1000* Markschrine werden, wie man dem „Berliner Lokal-Auzrtger" meldet, demnächst in den Verkehr gelangen. Diese neuen Reichsbanknoten tragen das Datum 1. Juli 1898 und weisen verschiedene Abweichungen von den alten Scheinen auf. So ist z. B. der Pflanzenfaserstreifen nicht recht», sondern link» vom Datum gesetzt,- bei den lOO-Markscheinen ist er roth, bei den Scheinen zu 1000 Mark grün gefärbt. Ferner haben die neuen Scheine noch ein zweites Wasserzeichen, welches abwechselnd einen großen Buchstaben de» lateinischen Alphabet» in fich birgt. An maßgebendster Stelle wurde hierzu mitgetheilt, daß da» Datum für die Ausgabe noch nicht festgesetzt ist. Dieser Tag wird unter genauer Beschreibung der neuen Noten noch, öffentlich bekannt gemacht werden. Butzbach, 5. November. Mit der Feier de» Geburtstage» Ihrer König!. Hoheiten unsere» Landesfürstenpaare» am 25. November dürste wohl die neue Turnhalle und d-r» Verein»hau» bezw. Kleinkinderschule zum ersten Mal öffentlichen Zwecken übergeben werden. Da» Gebäude ist bi» dahin, nachdem die sehr nmfaffenden RenovationSarbetten nach der Gewerbean»stabtu stch gtüuigt, y» ltn, ttogtgtn btt todal» nhMl mtt tigtntn lanM» lÄtn Gaßwtt! httt vor- bin vachfitn Frtitag ift gt- tcht, tote bltlftitig gtatlbtt jonbern vor der Slrafka»«« gtt trschcktll ans btt Sn» Buchhalter, btt Kasfittt |o» itt. Die Anklage gegen tu W. - Die Sköffaaog bei it aoch bie »läniuni einet zur Folge gehabt, »eiche lern, nm bet Sietzgerioonog Mncktb. DttMM' . btt uw WW i tztttvntveühWg gegrünbet, mb gittimbtoit-Wil» t irtt tat Hi *1 i btt tot««1*' Sialnj i|«t W,ta 6 ' L. »W“HE in M"8’l ° N" "tof ine tln. ti Siit'dÄ N***S l.r , Äet t** »*{ Ää»#5 ,ie -5>d> voll Gebrauch gemacht, so wäre ei mSgUch gewesen, unter den Belagernngitruppen ein fürchtnllches Blutbad anzutichten. Nach weiterer Mitthetlaug tollen nunmehr sogar schon drei solche geheime Gänge bis heute ausgefnuden sein- bei jeder neuen Entdeckung stieg natürlich die Verwunderung, wie ei möglich gewesen ist, daß man aus französischer Veite selbst von de« vocbandeuseiu solch wichtiger vertheidigungimütel keine Rtnrtni§ gehabt hat. • Prtnzesfia Pauline von Württemberg erhielt, wie nachträglich bekannt wird, einige Lage vor ihrer kürzlich stattgehabten Vermählung mit dem Erbprinzen von Wied von einem Landmädchen salzenden originellen Bries: „Liebei Fräulein Prinzesfin Pauline! Vie habm am Samstag Hochzeit, ich wünsche Ihnen viel Glück dazu. Gewiß freuen Tie sich sehr. Ich habe am gleichen Lage Hochzeit und würde mich auch lehr freuen, wenn «ein Barer nicht im Tesäuguitz sähe. Wenn Ihr Vater im Gefängniß wäre, rhäte Ihnen blei gewiß auch »eh. Liebei Fräulein Prinzesfin, ich bitte Sie inständig, sprechen Vie bet Ihrem Vater ein gutei Wort, daß mein Vater begnadigt wird, oder wenn ei nicht sein kann, wenigsteni ein paar Siunden zu meiner Hochzeit kommen dars. Es grüßt Sie herzlich Ihre .. / Die Prinzessin-Braut gab bai eigenartige Schreiben fürbltienb dem König, ihrem Baier, welcher über ben naiven Inhalt deiselben herzlich lachte unb sosort bie Anordnung treffen ließ, daß der Gesungene zur Lheilnahme an der Hochzeit feiner Tochter Urlaub erhielt. W e ferner verlautet, wirb dieser bedingten Fretlaffuug demnächst die völlige Begnadigung folgen. • $al Schloß Werkt bei Wilna ist, wie dem „®erl. Tagebl." mitgethetlt wird, bet dem verkaufe der Hohen- loheschen Güter tn Rußland nicht in andere Hände über- gegangen. Es verlautet, daß der Zar ausnahmsweise btm Reichskanzler Fürsten Hohenlohe gestattet habe, im Besitze des StammschloffeS zu verbleiben, hauptsächlich weil ei der dringendste Wunsch der verstorbenen Fürstin war, Werkt nicht veräußern zu müssen, sondern ihrer Familie zu erhalten. • Neuer deutsch-schwedische» Kabel. Ja den Tagen vom 31. Octoder bti zum 2. November hat im Beisein hoher deutscher und schwedischer Beamten bie Auslegung eines neuen Telegraphenkabeli zwischen ber Insel Rügen unb Trelleborg auf Schonen stattgefunden. Das Kabel ist 112 Kilometer lang, enthält vier Leitungen unb kostet einschließlich der Leguugskosten 895,000 Mark. Nachdem bei Saßnitz das vtrandkabel gelegt worben, ging ber Dampfer nach Trelle- borg, wo bas Strandkabei am Montag gelegt worden. Auf bem Dampfer befanden fich Generalpostmeister v. Podbielskl unb vtaatssecretär v. Thtelmann. Die Legung des Kabels selbst begann von Trelleborg aus und wurde unter Ausficht deutscher Beamten von btm Personal eines englischen Kabel- dampfers ausgeführt. ♦ Eine hohe Police. Die New-Yorker Bersicherungs- Gesellschaft hat eine LedensverficherungSpolice für zwei Millionen Dollars ausgestellt. Der Name des versicherten ist nicht bekannt. Es soll der Chicagoer Millionär Eharles Y:rkes sein. Die Prämie beläuft fich auf 100000 Doll. Der Agent, der die Versicherung abgeschloffeu hat, bekommt 75000 Doll. • 20000 Mark fir eiet cdgeschlageue Hand. Eine juuge Dame ans Tungendorf, welcher am 24. März d. I. bei eine« Eisenbahnunfall auf Bahnhof Itzehoe die rechte Hand abgeschlagen wurde, ist vom Eisenbahnfiseus tn sehr conlanter Weise entschädigt worden. Es find ihr nicht nur die Knrkoften erstattet worden, sondern fie hat außerdem noch eine künstliche Hand, sowie die Summe von 20000 Mk. erhalten. • • Eine bedeutsame Bervollkowmnung erfährt daS Auer- licht durch die neuerdings von der Auergesellschaft in Verbindung mit der Aktiengesellschaft Ludwig Loewe u. Eo. in den Handel gebrachten vervollkommneten GaS selb st zünde r „Fiat Lux“, bei denen alle die Unvollkommenheiten und Mängel beseitigt sind, die ben Selbstzündern hinsichtlich der Zuverlässigkeit und Ausdauer früher anhafteten. Die Anbringung des SelbstzünderS sichert zunächst die bisher vermißte Bequemlichkctt des AnzündenS, die nunmehr durch einfaches Aufdrehen des Hahnes, mit gleicher Leichtigkeit wie bei der elektrischen Beleuchtung, erfolgt. Damit gewinnt daS Auerlicht dem elektrischen gegenüber einen erheblichen Vorsprung, zumal es bekanntlich außerdem im Betriebe sich mehrfach billiger stellt. Da die höchst sinnreiche Construction deS SelbstzünderS ferner eine unbedingte Sicherheit gegen das AuSströmen des GaseS gewährt und daö feuergefährltche An- zünden der Gasflamme mit Streichhölzern und dergleichen wegsällt, dürfte in Zukunft die elektrische Beleuchtung durch baß mit Selbstzünder-Vorrichtung verbundene Auerlicht vielfach verdrängt werden. Eine wissenschaftliche Entdeckung. Im bakteriologischen Laboratorium des Heiligen Geist-SpitalS in Rom wurde eine für die Feststellung der Aetiologie der Malaria entscheidende Entdeckung gemacht. Prosessor Grassi stellte im Jahre 1896 die Hypothese auf, daS Malariafieber könne auch durch Impfung erzeugt und besonders durch den Stich einer Art Sumpfmücken dem menschlichen Körper mitgetheilt werden. Professor Koch bestätigte den wissenschaftlichen Werth dieser Hypothese. Jmpsversuche an Thieren blieben aber stets erfolglos. Vor einigen Tagen bot sich nun, wie die ,N. Fr. Pr." meldet, ein Patient Namens Calla zu einem Versuche an seinem Körper an. Er sei sich, sagte er, der möglichen Folgen wohl bewußt, wolle aber den Professoren des EpitalS seine Dankbarkeit bezeigen. Colla wurde nun dem Stiche von Sumpsmücken unterworfen und Tags darauf fieberte er. Bald zeigten sich in seinem Blute Malaria- Bazillen. Er erhielt eine starke Chinindosis. Man hofft nunmehr zuversichtlich, den Weg zur Herstellung eines im- muniftrenben Malaria-Serums gefunben zu haben. " Bon Andree. Von bem Leiter ber zur Aufsuchung Andrees nach Sibirien entsandten schwebischen HilfSexpebitio«^ die fich den Sommer hindurch in ber Nähe deS Venabeltal aushielt, ist der „Boss.-Ztg." zufolge über Irkutsks die Drahtnachricht eingetroffen, daß die Expedition am 15. September im Lenadelta ankam. Bon dort begiebt sie sich mittels Ruderboot ben Dienet hinab, um sodann zu Schlitten nach Chatanga auf ber Taimyrhalbinsel zu reifen. Hierauf geht bie Fahrt bis zur Münbung beS Jenissei, um auch dort Nachforschungen nach den Luftschiffem anzustellen. BIS jetzt hat bie Expedition in Sibirien noch keinerlei Nachrichten über Andröe erfahren. • Miß Shocking aufs Höchste entrüstet zum Hotelbesitzer:) „Uie können Sie anbieten mir zu schlafen in eine Zimmer, darin ist eine Stiefelknecht 1" • Semuthlich. Lehrer: ,Äber ^epi, »al fällt Dir den» ein? Die Schule geht um acht Uhr an, el ist schon neun Uhr und Da kommst jetzt etfll* Schüler: »Gelt da schaugst I* Wissenschaft, Literat«» und A«nst. — Kürschners Jahrbuch 1899, Kalender, Merk unb Nach- schlageduib für Jedermann. HkiauSgcgrbkn von Geh. Hosrath Piof. Josevd Rürfdiner in Eifinach. Verla» von Hermann HUger Berlin, Eisenach, Leipzig. PreiS geheftet 1 Mk., in Leinwand geb. 1,50 Mk., ift foeben erschienen. ES fall eine Werbin'ung sein von Berather, HilfS- und Merkbuch, eine «utfunftci, an bie man sich nicht vergeblich wendet, zugleich ein Rückblick unb eine Erinnerung an baß vergangene Jahr, anziehend für den, der darin zur Unterhaltung blättert, lehrreich für ben, der darin lieft, unmittelbar nützend für den, ber etwa« Bestimmtes sucht. Der zweite Jahrgang ist nicht der oerbefferte erste, er ist ein neue! Buch, ein selbstständiger Charakter bei all feiner Verwandtschaft mit dem erstgeborenen Stuber. — .Deutscher Loldatenhorf, Jllustrirte Zeitschrift für das deutsche Heer und Volk. Herausgeber: General-Lieutenant z D. H. v. Below. Preis pro Quartal Mk. 1 80. Ve lag von Karl SiegiSmund, Berlin 8W., Deffauerstraße 13. 10. Jahrgang, Nr. 4, erschien soeben unb enthält: Eine Hofintrigue. Historische Erzählung von Max Hiltl. — Ein friedlicher Kreuzzug nach Jerusalem. (Mit Abbildungen.) — Nach dem Dienst Bon General der Inf. D. v. Kretschmann. - Kriegsgeschichten. (Bildertext) — Gute Thaten. Von Emil Hanisch. — Der W in vom Rhein. Von H. von Remagen. (Mit Abbildung.) — DaS deutsche Aeldjäger- ur.d Curierwesen. — Die Eröffnung ber erftm preußischen Eisenbahn vor sechzig Jabren. Don Bruno Emil König. — DaS Vorherbe- stimmen von WitterungSverhältnissen nach Beobachtungen au» der Natur. Zusainmengestellt von G. W. Gehmann. (Schluß.) — Alte VolkSweMptele. Von Pastor R. Reichhardt-Rotia. — Die Wochentag-. Von Robert P. G. Wendlanbt. - Vaterländische Gedenktage. — Vermischtes. — Splitter unb Funken. — Briefkasten. — Jnferate. — Trotz der gegenwärtig billigen Kassee-Preise verdient »Pfeiffer & Diller» Kaffee-Essenz" bie volle Beachtung ber Hausfrau, weit dieselbe bei oolliiänbiger Löslichkeit dem Kastee eme seh ichöne Farbe verleibt unb dessen Aroma unb Wohl gcschmack wesentlich erhöht. UeberaU erhältlich. Vor Nachahmungen wirb gewarnt. Städtischer Arbeitsnachweis Gießen Gartenftraße 2. 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Großherzogliche Bürgermeisterei Trais-Horloff. Bornmann. 11088 -lleistklMMM Versteigerung. Dienstag den 8. November d. I., Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich Neustadt 55 dabier gegen Baarzahlung: 1. 2 SopyaS, 2 Commoden und zwei Bilder: 2. 1 goldene Brocke, 1 gold Medaillon, 2 goldene Armbänder, eine Partie Swuhwaaren, 1 Berticow, 4 Sophas, 1 Nähmaschine, 1 Patentfessel, zwei neue Bettstellen mit Sprungfeder- Matratzen, einen Ballen Barchent, 1 Kleiderschrank und 1 Handwagen. Versteigerung zu 1 findet bestimmt, zu 2 thellweise statt. 11052 Born, Gerichtsvollzieher. Otinpfrhlumien Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Gberftadt für das Jahr 1899/1900 liegt vom 8. November l. I. an acht Tage lang zur Einsicht der Interessenten auf dem Bürgermeisterei-Bürcau dahier offen. Eberstadt, den 5. November 1898. Grobherzogliche Bürgermeisterei Eberstedt. Görlach. 11087 Brillantöl, feinstes, nicht exPlodireudes Petroleum. Vorzüge: B0~* Vollständige Gefahrlosigkeit. ■0** Hellleuchtende, weiße Flamme. Stärkste Leuchtkraft. BT Geringerer, sparsamer Verbrauch. BST* Geruchlos brennend. 9572 Pro Liter 25 Pfg- Submission. Die Füllung des Et-kellers in den »neuen Kliniken in Gießen soll auf dem öffentlichen Submifstonswege veraeben werden. Die Lieferungsbedingungen können auf dem Verwaltung-bureau genannter Anstalt Nachmittags von 3 bi- 5 Ubr eingefehen werden. Offerten find mit entsprechender Aussckrist versehen, versieg-lt bis zum Kreitag den 18.Kov. 1898, Mittags 12 Uhr, dahier einzureichen. Zuschlag erfolgt bis zum 25. November 1898. Gießen, 26. October 1898. Sroßherzogliche VerwaltungSdirection der neuen Kliniken. 10836 Verdingung von Zimmerarbeit. Die zur Errichtung dreier provisorischer Hallen für 100 Haupt Vieh an dem künftigen Viehmarktplatz hinter dem Schlachtbose erforderltchen Arbeiten sollen Tamstag den 12. November d. I., Bormittags 11 Uhr, öffentlich verdungen werden. Plan, Arbeits- beschreibun^ und Bedingungen liegen bet uns, Zimmer Nr. 7, während der Dienststunden offen. Angebote auf Vordruck sind bis zum genannten Termin eintureichen. — Zuschlags- frist: 14 Tage. Gießen, den 5. November 1898. Das Stadtbauamt. Schwankt. 11068 6c( Emil Fischbach. Wohlfahrts• vemberinBerlin Geldgewinne T.nnQP ohne Abzug LlUUiDv, 100,000,50,000 15,000, 2 u 10,000, 4 tz 5000, 10 h 1000 JL u. f. w. Loose ä 3,30 X incL Steuer, Liste 25 Pfg , empfiehlt, fo lange Borrath, Richard Buchacker, Gieße«, 11012 Neuen-Baue n. U * U AL . Uoroinp erbMlteD biUiKe L ♦r V vl vlllv Drocksa^heo, p* Mitgliedskarten. Eintrittskarten, w» Looscnnnunern. UV* Programme L in der IV « Brühl'schen Univ.-Druckerei ar (Pietsch Erben) jL* Giessen, Schulstrasae 7. i'P <1 - Spar- und Jeihkaffe Gießen. Ausschuss - Sitzung Dienstag den 8. Movember I. I., Yachmittags 31/, ?lhr, im Sitzungszimmer der Stadtverordneten, dahier. Der Director: I. 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