$11! It« Balle nder' MCorn 88 Ovmi^. Mw m lgs. --—-Jü? Hub Schaft die Mttheilung, ^kr Lorstaytz. OAk , Tapezier. 'ßriefe, injeyen ’honojramm ‘Umschläge ! ui su billige» ferung iruektw toten z-sL it,Selten ss.iv 101.8* HÜ 91.6t1 43.9» 101.6° 1009° Kriek A>"-S ^J168.^ ;ht „ et 1898. zi!dH ■tbmrn Anj-igrn für bm »ir^rna Xngrigrr rwgrym. 2lints- und Anzeigeblatt süv den Tkveis Gieszen. »U*«4Me«, Bfiirbthon und Tradern: $<5nffir*|e Nr. 7. Gratisbeilage: Gießener Familienblätter. Äbreffc für Depeschen: Anzeiger Htetze». Fernsprecher Rr. 5L Deutscher Reich. Berit®, 6. Oktober. Der Rotier hörte gestern Abend den Vortrag de» Reichskanzler» und heute Vormittag um 9 Uhr deajeotgeo de» Rrteg-mtntster» und de» Ehes» de» Militär Labinet», General v. Höhnte. Berit®, 6. Oktober. Prinz Friedrich Leopold von Preußen wird den Raiser bei den Vetsetzung»feterlich. ketten tn Kopenhagen vertreten. Berit®, 6. Oktober. Da» StaatSmivisterlum trat heute Nachmittag 3 Uhr unter dem Borsttz de» Reichskanzler» Fürsten Hohenlohe in seinem DtevstgebSude zu einer Sitzung zusammen. Berit®, 6. Oktober. Bei der R eich »tag S» Ersatzwahl im hannoverschen Reich»tag»wahlkreise Nienburg ist der welfische Eaudtdat Freiherr von Scheele gewählt worden. Berit®, 6. Oktober. Ein Berichterstatter will von zu- verlässiger Seite erfahren haben, daß der Reich»tag um die Mitte nächsten Monat» etnberusen werben soll. Ein bestmmeer Tag sei noch nicht festgesetzt, doch gelte der 16. November al» wahrscheinlich. Berit®, 6. Oktober. Die internationale Lage entwickelt sich allmählich weiter tn den vor einigen Tagen an dieser Stelle aogedeutetrn Richtungen- die hierbei hervortretenden Aeuderoogeo, so unbedeutend sie auch sein mögen, zu marktreu, ist Pflicht de» Ehronisten. Die Dinge in Fa- ichoda uad tu Peking treiben einer Rrtsi» und damit, so paradox die» auch klingen mag, einer friedlichen Lösung entgegen. Rctne der betheiligten Großmächte wird die schwere veraut- Wartung eine» krtegertscheu Zusammenstöße» auf fich laden »ollen, und gerade solche anscheiuend bedenklichen Zwischen- fälle bringen Allen die Nothwendigkeit zvm Bewußtsein, die chronisch fortwuchernden confl ctschwangeren Fragen durch friedliche An»etnaodersetzung zu schlichten, damit fie nicht plötzlich zu acuten Rrtseu sühreo. — Die Haltung der Amerikaner tn der Frieden»frage Ist einfach brutal- vielleicht da« erste Mal in der Geschichte tritt die Erscheinung auf, daß der Sieger dem Befiegteu mehr abfordert, al» er that- sächlich tn Besitz genommen hat. S» muß die» nachdrücklich hervorgehoben werden, weil e» durchaus charakteristisch ist für die Art, wie die Union ihren Einzug in die Welt- Politik zu gestalten beliebt. Der Politiker fleht fich bet diese« Eorfl ct von widerstreitenden Gesühlen bewegt- da» Verhalten der Amerikaner kann unmöglich sympathisch berühren, und doch kann man auch nicht wünschen, daß die bodenlos erbärmliche Herrschaft der Spanier über die Philippinen Bestand habe. — Die Frteden»eonferenz ist nicht aussichtsreicher geworden, die sich mit der Abwehr der auarchist scheu Gefahr beschäftigen soll, auch nicht- bet beiden verlaufen die Doge, wie man vorau»gesehen hat. — WaS endlich da» deutsch- englische Abkommen anbelangt, so weiß man darüber zur Stunde nicht »ehr al» vor acht Tagen- zu verzeichnen wäre hier nur die Meldung der „Reuen Züricher Ztg.", wonach da» Abkommen alle orientalischen Dinge nicht umfaßt, und der Zar von diesem Abkommen im ganzen Umfange vom deutschen Raiser al» Erster auf» Genaueste unterrichtet wurde, nicht nur weil Raiser Wilhelm hören wollte, ob Rußland irgend welche Ansprüche und St sichten dort habe, sondern auch um jede Möglichkeit eine» Mißverstäidviffe» oder da» Mißtrauen gegen Deutschland wegen dieser Verständigung mit England au»zuschließen. M. N. N. — Die Anregung der italienischen Regierung zur toter« nationalen Berathung der gemeinsamen Maßnahmen zur B e- kämpfung de» Anarchismus ist nicht nur grundsätzlich von sämmtlicheo Mächten angenommen, sondern e» hat auch, wie au» Rom gemeldet wird, der formelle Vorschlag, daß die Angelegenheit auf einer Eonferenz und nicht, wie e» eine Zeit lang hieß, von Eabinet zu Cabinet berathen werde, die allseitige Zustimmung gefunden. Au» den verschiedenen Mit- theilungeu über da» Programm der Eonferenz erfährt man noch Folgende»: E» dürfte fich kaum um eine besondere Abmachung über gemeinsame Maßnahmen handeln, sondern e» soll darum zu thuu sein, daß bezüglich der Handhabung de» öffentlichen Rechte» und der Gesetze ein Zusammenwirken gesichert und durch ein feierliche» Ueberetntomnten bekräftigt werde. Zur Feststellung dieser gegenseitigen Verpflichtung wird die Eonferenz dienen, sei e» nun, daß hierfür die Form eine» vertrage», einer Eonveotton und eine» Protokoll» gewählt werde. Diesem Uebereinkommen werden dann die von der Polizei der verschiedenen Länder, der die Ausführung der praktischen Maßnahmen zufallen wird, zu treffenden Vereinbarungen zu entsprechen haben, um durch eine iuetoauder- greifeude Thatigkeit die einzelnen Staaten von auöläudischeu anarchistischen Verbrecher» zu säubern und wenn diese tn die Staaten, denen sie angehören, zarückbefördert sein werden, ihrer tn diesen Herr werden zu können. — Ein Nachtrag zum Fall Peter». Noch immer war unklar, von wem eigentlich Bebel die Legende de» Tucker- Briefe» an Dr. Peter» bezogen habe. Die „Rhein.-Wests. Zfg." erhält au» einer angeblich durchweg zuverlässigen Quelle darüber einige nähere Mitteilungen. Da» genannte Blatt schreibt: ,8» ist sestgestellt, daß der bekannte Reisende und Berichterstatter de» „Verl. Tagebl.*, Engen Wolf, an jenem Tage im Reichstag war und mit Engen Richter und daun mit Bebel sprach. Bebel selbst hat bekanntlich erklärt, er habe über den Tucker-Brief erst am selben voimittag Genauere» erfahren. Wenn mau heute fich der Aufführung Eugen Wolf» in China erinnert, ist e» nicht gewagt zu ver- muthen, daß Bebel da» Material damal» von Eugen Wolf erhalten habe. Wolf war seiner Zeit kausmäonischer Beirath von W ßmanu während deffen Feldzuge» gegen Buschiri. Peter», welcher Engen Wolf kannte, warnte Wißmavn vor diesem und daher stammt Eugen Wolf» dauernde Abneigung gegen Peter»." — lieber die soctaldemokratische Presse tn Deutschland gab der Roffirer Gertsch auf dem social- demokratischen Parteitag tn Stuttgart eine Ueberficht. Die täglich erscheinenden socialdemokratischen Blätter haben jetzt einen festen Abouneutenstand von 290000, im letzten Jahre haben fie 84000 Abonnenten gewonnen. Alle Tagesblätter haben an diesem Aufschwung theilgenommen. Der geringste Gewinn eine» Blatte» beträgt 43 Abonnenten. Die Ge- sammtetonahrneu der TageSblä'.ter Krtrugeu L90LL52 Mk., gegen da» Vorjahr mehr 328000 Mk., und zwar au» Abonnement» 1877022 Mk., au» Inseraten 1 018830 Mk., die dreimal wöchentlich erscheinenden Blätter haben 69000 Abonnenten, gegen da» Vorjahr 800 mehr. Eine» dieser Blätter hat 49 Abonnenten verloren, alle übrigen haben zu- genommen. Die Gesammteinnahme dieser Blätter betrug 289 394 Mk., gegen da» Vorjahr mehr 42517 Mk. und zwar au» Abonnement» 199916 Mk. und an» Inseraten 89478 Mk.- die zweimal wöchentlich erscheinenden Blätter haben mit 18000 Abonnenten um 8000 gegen da» Vorjahr -ugenornrnen- ihre Jahreseinnahme betrug 62000 Mk., Abonnement» 64 000 Mk., Inserate 8000 Mk., gegen da» Vorjahr weniger 2435 Mk. Diese Verminderung ist aber nur scheinbar, sie erklärt fich daraus, daß in der Buchführung mancher Geschäfte die Einnahmen für da» Tageblatt und da» zweimal wöchentlich erscheinende Blatt nicht getrennt gehalten werden. Die einmal erscheinenden Blätter haben 11880 Abonnenten, gegen da» Vorjahr mehr 2292- die Einnahmen betrugen 20 722 Mk. (Abonnements 18317 Mk., Inserate 2405 Mk.), gegen da» Vorjahr mehr 120 Mk. Vie Partei- prrffe hat demnach ioSgesammt 378 880 Abonnenten, gegen da» Vorjahr mehr 46000, ihre Gesammteinnahme betrug 8277 968 Mk. und zwar au» Abonnement» 2161225 Mk. und au» Inseraten 1116 713 Mk. — D er Papst und der Abrüstung»-Vorschlag. Nach einer Meldung de» „Daily Lhronlcle" ist die Antwort de» Papste» auf den Abrüstungsvorschlag de» Ezaren ein sehr ausführliche» Schreiben. Leo III. erklärt darin, daß die päpstliche (Iurie schon feit langer Zeit von der Nothweudig- kett einer Abrüstung durchdrungen sei und deshalb zu wiederholten Walen, besonder» in der Eonfistorial-Allocution vom Februar 1889 auf die Gefahr de» Militärshstem» und deffen erdrückende Lasten ausdrücklich hingewteseu habe. Der Papst werde mit Freuden der hochherzigen Initiative de» Ezaren alle mögliche moralische Unterstützung zu Theil werden laffeu. Wa» die Betheilignng des BaticanS an der Abrüstungskonferenz betrifft, fo ist ein diesbezüglicher Entschluß noch nicht gefaßt worden. Aber man hofft, daß der Batican zu deren Beschickung eingeladen werden wird, zumal e» in Petersburg bekannt ist, daß ber Papst hohen Werth darauf legt, in der Eonferenz vertreten zu feto. Jeder Gedanke, die römische Frage vor die Eonferenz zu bringen, sei ausgegeben. Der Papst sowie die italienische Regierung geben bi*. Möglichkeit zu, daß Vorschläge auf Grund de» etatuB quo und eoentl. beiderseits angenommen werden könnten. Stuttgart, 4. October. (Socialdemokratischer Parteitag.) Bebel brachte heute folgende Resolution ein: „Die tm Laufe des letzten Jahre» seitens der ungarischen und der italienischen Regierung gegen die Anhänger der Socialbemo- hatte und oppositioneller Richtungen verübten Verfolgungen fordern durch ihre Grausamkeit und Gemeinheit die Entrüstung aller rechtlich Denkenden heran». Die sogeoanuten Rechtsnormen, die hierbei gegen die unglücklichen Opfer tn Anwendung kamen — die brutale Polizeigewalt tn Ungarn, die Farce der Militärgerichte in Italien —, qualificren die beiden Staaten all Halbbarbarenstaoteu und ihre herrschenden Riaffen, unter deren BeifallSgehenl die Gewaltakte vollzogen wurden, al» bar jeden MenschlichkritsgesÜhlS, wofür auch der in jeder Beziehung entsetzliche Zustand ber unteren Volks- schichten in Ungarn und Italien spricht, der da» arbeitende Volk zur Maffenflncht an» einem Vaterland uöthigi, da» nur Elend und Roth, grausame Unterdrückung und Ausbeutung in den scheußlichsten Formen für fie übrig hat, und ber halb- verthierie M> ff:,siecher und Attentäter wie Luccheni erzeugt. Diese Zuflände find ein adschreckeobe» Beispiel für ein jede» Eulturland, denn fie zeigen, wa» eine raubgierige und unter- brückungssüchtige Aristokratie und Bonrgeoifie au» einem fleißigen Volke und einem fruchtbaren Lande zu machen vermögen. Der Parteitag bennncirt biete Zustände ber Aufmerksamkeit aller ehrlichen Leute." Ansla»- Wie®, 6. October. In ber heutigen Sitzung be» Ab- georbnetenhause» mürbe bie erste Lesung ber Aul- gleich»vorlage erledigt unb sodann ein Antrag ber Rechten, bie AulgleichSvorlage einem au» 48 Mitgliebern bestehenden AnSschvffe zu überweisen, angenommen. Budapest, 6. Oktober. Die Meldung eine» Wiener Blatte», daß durch die Uebernahme be» österreichischen Hanbel» - Ministerium» Seiten» be» Abgeordneten Dipauli erhebliche Äenberungtn bei den Ausgleichs Vorlagen zu gewärtigen seien, wird cvmpetenterseits al» voll- stäubig unrichtig bezeichnet. GrafThun habe ber ungarischen Regierung gegenüber bie binbenbe Verpflichtung für bie uu- beiSnberte Annahme be» Badeoi-Bieltnski schen Ausgleich» übernommen unb werbe bie ungarische Regierung unbedingt auf strengster Einhaltung blefer Verpflichtung bestehen. Budapest, 6. Oktober. Der Finanz Ausschuß im Ab- georbnetenhause nahm in erster Lesung bie Vorlage über die Valuta-Regulirung und baS Bauwesen an. Lemberg, 6. Oktober. Der Weihbischof Matzke ist gestorben. Weiß, 6. Oktober. Der holländische Pianist Siedeking wurde von dem hiesigen Rreisgericht wegen der bekannten Jschler Affaire zu drei Tagen Arrest verurtheilt. AaarhnS, 6. Oktober. Bei einer Artillerie-Schieß- Uebung ejplo birte beim Laben eine» Geschütze» ein G e- schoß. Dasselbe schlug hinten heran» und brachte noch mehrere andere Geschoffe, welche die Bedienungsmannschaft herbeigebracht hatte, ebenfalls zur Explosion. Ein Artillerist, welchem ein Arm außgenfftn wurde, blieb tobt, sieben wurden schwer verwundet. — Samoa. Die letzte australische Post hat Einzelheiten über den Tod Röntg Malietoa» nach England gebracht. Malietoa bekam den Typhus und wurde nach ber früheren Wohnung be» verstorbenen englischen Schriftsteller» Robert Loni» Stevenson gebracht. Da keine Befferung ein- trat, wurde er nach seiner eigenen Wohnung geschafft, wo er am 22. August starb. Der britische, der deutsche und der Eonsul der vereinigten Staaten erließen sofort gemeinsam eine Proklamation, in welcher fie den Tob be» Röntg» an- küobigtev unb bie Eingeborenen ermahnten, bi» zur Wahl feine» Nachfolger» ruhig in ihren Häusern zu bleiben. Malietoa hat kein Testament hinterlaffen unb keinen Nachfolger angegeben. i totale» und provinzielles. Biegen, 7. Oktober 1898. •• Aus dem Verwaltung!dienst. Seine Röalgliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, den Gehilfen bet dem Kreis amt Mainz, Philipp Griesheimer, zum Bureauvorsteher bei dem Rrei»amte Offenbach zu ernennen. — ttruenunagen, Beförderungen rc. Seine Röuigliche Hoheit der Grotzherzog haben Allergnädigst geruht, am 5. Oktober L I». den Hauptsteueramtscontroleur bet dem Hauptsteueramt Offenbach, Adam Ofen loch, zum Haupt- steueramtsrendanten bet dem Hauptsteneramt Bingen, — die Steuercomroleure Leonhard Petry zu venShei« und Heinrich Hellwig zu Mtchelstadt, sowie den ReotfionScontroleur Ludwig Melchior zu Gießen zuHaLptsteueramtScontroleurm bet dem Hau pt steuer amt Gießen, dezw. Mainz, bezw. Offenbach, — den Geometer 1. Rlaffe Hermann Faul zu Dieburg zu« Geometer bei dem bautechnischen Bureau ber Adthetlung bei Ministerium» ber Finanzen für Bauwesen, mit Wirkung vom 15. SDctober d. I»., zu ernennen; — den Oberförster der Oberförsteret Jugenheim a. d. B., Oberforstmeister August Joseph zu Jugenheim, in die Oberförsteret Gießen zu versetzen. * ♦ Höherer Schulamt. Durch Entschließung Großherzog« licheu Ministeriums des Innern wurden die Lehramts« aeeesfisten Carl Zimmer in Bingen, Dr. Max Zimmermann in Ober-Ingelheim, Bruno Aschenbrenner in Mainz, Eduard Decker in Lauterbach, Dr. Philipp Männchen in Bingen, Georg L ul eh in Wimpfen, Dr. Fritz Meyer in Gau-Odernheim, Jacob Reuter in Alzey, Georg Bock in Bingen, Friedrich Wenzel in Roßdorf, August Hirsch in Nidda, Jacob Curschmann in Büdingen, Carl Völzing in Büdingen, Theodor Koch in Granberg und Markus Simon in Alsfeld zu Lehramtsaffefforen ernannt. * * Ernannt wurden Joseph Köhler in Offenbach zum Gehilfen bei dem KreiSamt Offenbach, Heinrich Decher in Friedberg zum Gehilfen bei dem KreiSamt Alzey. * * Gießener Volksbad. Gegebener Anregung zufolge wird nunmehr au Sonntagen die Schwimmhalle Vormittags von 8 bis 1 Uhr nur für Männer geöffnet. Damit ist den jungen Leuten, welche in Geschäften thätig find, Gelegenheit gegeben, das Schwimmbad auch Sonntags besuchen zu können. * * Adreffeulose Postkarten. Wie uns mitgetheilt wird, werben durch die Postbrieskasten Postkarten ohueAdress^e in kaum glaublicher Zahl aufgeliesert. Derartige Postkarten werden seitens der Postverwaltung, sofern auch der Absender nicht zu ersehen ist, nach Ablauf von drei Monaten als uu- aubringlich vernichtet. Dem Vernehmen nach ist die Zahl der also zur Vernichtung gelangenden Postkarten, die in den Augen des Publikums natürlich als durch die Schuld der Post verloren gegangen angesehen werden, eine sehr große. ES dürfte sich daher die von vorsichtigen Briefschreibern längst angeweadete Methode: bei Briefen, und insbesondere bei Postkarten, zuerst die Adresse und dann erst den Text zu schreiben, zur allgemeinen Angewöhnung dringend empfehlen. • • ZeituugSbestelluug durch die Post. Biele Leute glauben noch immer, daß die Briefträger nur am Anfang eines Vierteljahres ZeitungSbestellungen eutgegeuuehmen. Dies ist ober ein großer Jrrthum. Wer an die rechtzeitige Erneuerung feiner Zeitungsbestellung nicht erinnert ist, wer sie vergeffen hat oder wer sich erst nach Anfang des Vierteljahres zum Bezüge der Zeitung entschließt, der kann seine Bestellung auch dann noch ohne jede^Weitläufigkeit und ohne Mehrkosten bei dem Briefträger oder der Postanstalt machen. Nur wer die bereits erschienenen Nummern nachgeliefert haben will, hat dafür 10 Pfg. mehr zu zahlen. Ebenso können nach Ablauf deS ersten Monats auch Bestellungen auf zwei Monate oder später auf einen Monat im Laufe des Vierteljahres gemacht werden. Da man immer im Publikum nicht genügend Senntuiß davon hat, daß auch nach .Beginn des Vierteljahres — also jetzt nach dem 1. October — die Briefträger noch zur Annahme von ZeitungSbestellungen stets bereit find, so wollen wir durch diese Zeilen ganz besonders darauf hingewiesen haben. • * Reform der Perfonenlarife. In verschiedenen Blättern wurde vor Kurzem mitgetheilt, daß die Reform der Eisen- bahn-Personentarife nunmehr in daS letzte Stadium der gemeinsamen Berathnngen eingetreten sei, und daß im Monat December im ReichSeiseubahnamt eine Generalcouferenz deutscher Eisenbahnverwaltungen stattfinden werde, in der über die Durchführung der Reform endgiltiger Beschluß gefaßt werden solle. Die „Zeitung des Vereins deutscher Eisenbahnverwaltungen kann dem gegenüber feststellen, daß die Angelegenheit von den betheiligteu Regierungen zwar unausgesetzt betrieben wird, aber noch nicht so weit gediehen ist, daß die Anberaumung einer Schlußconfereuz zur Fassung endgiltiger Beschlüffe in Frage kommen könnte. * • lieber die Personalreform im inneren Postdienste wird Folgende» bekannt: Die Annahme von Postgehilfeu erfolgt künftig nur in beschränktem Maße. Die Bewerber, welche im Besitz deS einjährig«freiwilligeu ZeugniffeS fein müssen, legen nach vier Jahren die Secretärprüfnng ab und werden zunächst als Asfiftenten diätarisch beschäftigt, später etat-mäßig angefiellt. Von dem ursprünglichen Plan, Unterbeawteustellen mit einem Gehalt bis zu 1800 Mk. zu schaffen, ist man neuerdings zurückgekommen, weil dadurch viele Berufungen der Unkerbeamten anderer BerwaltnugSzweige zu erwarten wären und eine Schädigung des Ansehens der Subaltern» beamten befürchtet wird, dagegen soll in vermehrtem Maße die Heranziehung weiblicher Kräfte erfolgen. Die vom Reichspostamte beantragte anderweitige Festsetzung der Gehaltsstufen für die Assistenten auf 1500, 1800, 2000 Mk. re. hat die Finanzverwaltung für da» nächste Etatsjahr abgelehnt, dem ReichSpostamte aber anheimgestellt, die Forderung für da» Etatsjahr 1900 zu wiederholen, da bann auf Berücksichtigung zu rechnen sei. * * Da» verbot der Verwendung künstlicher Süßstoffe, insbesondere der Saccharins, ist mit dem 1. ds. Mts. in Krast getreten. Da» neue Gesetz verbietet nicht nur, künstliche Süßstoffe bet der gewerbsmäßigen Herstellung von Bier, Wein oder weinähnlicheu Getränken, von Fruchtsäften, Con« serveu, Llqueuren, sowie von Zucker- und Stärkesyrup zu verwenden, sondern untersagt auch, NahrnngS« und Genußmittel oben gedachter Art, denen künstliche Süßstoffe zugesetzt find, zu verkaufen ober feil zu halten. Während der Der- trieb künstlich versüßter Maaren bisher theils völlig erlaubt war, theilS als eine Uebertretuug des NahrnugSmittelgesetzeS angesehen wurde, wird er von jetzt ab durchweg mit erheblichen Strafen belegt. Riefeukarten. Ja neuerer Zeit werden Karten in großem Format mit dem Ausdruck „Riesenkarte" in den Handel gebracht und von dem Publikum vielfach als Druck- fachen frankirt zur Post gegeben. Daraus entstehen Weiterungen und Kosten für die Absender. Zur Verhütung der« J selben wird von der Postbehörde darauf aufmerksam gemacht, daß „Riesenkarten" zur Beförderung durch die Post als Drucksachen nur unter Steif- oder Kreuzband oder unter offenem Umschläge, mithin in einer den Vorschriften der Postordnung entsprechenden Verpackung, zulässig find. *♦ Wetterbericht. Der Luftdruck hat heute allenthalben abgenommen und beschränkt sich der Kern des barometrischen MarimnmS auf ein kleines Gebiet an der Westküste Scandi- navienS. Gleichzeitig scheint von Westen her niederer Druck weiter nach dem Kontinent Vordringen zu wollen. Auch im äußersten Osten hat eine Depression wieder mehr am Raum gewonnen. In Central-Europa dauert die Herrschaft des hohen Druckes vorerst noch an und ist das Wetter vielfach nebelig. Die Hochstationeu verzeichnen jedoch noch andauernd wolkenlosen Himmel. — Voraussichtliche Witterung: Vorerst noch wenig Aeudernng, später Zunahme der Trübung von Westen her. □ Ans dem westlichen Vogelsberg, 6. October. Gute Geschäfte machen in diesem so segensreichen Jahrgang die Genossenschaften und Besitzer von Dreschmaschinen. Der schlechten Jahrgänge waren eS aber auch genug gewesen; denn häufig mußten die Mitglieder der Maschinengesellschaften in den eigenen Sackei greifen, um die sich ergebenden Differenzen zu decken. In diesem Herbst dagegen dürfte fich ein erklecklicher Verdienst ergeben. Wohin man auch in ein Dorf kommt, darinnen brummt die Dreschmaschine, ja oft deren zwei. Dabei hat daS Dreschen häufig schon im August begonnen, und sein Ende ist noch nicht abzusehen. Die Bediensteten für Dreschmaschinen waren sehr gesucht, besonders in der Wetterau. Ganze Schaaren solcher Leute find deßhalb auS unseren Gegenden zu den Dampfdreschmaschinen geeilt und finden alle einen beachtenSwerthen Lohn. Insonderheit werden unter den Arbeitern die Heizer gesucht, die bekanntlich ihre Befähigung durch ein Examen beweisen müssen, dafür aber auch einen höheren Verdienst als die übrigen Arbeiter erhalten. Wo die Dreschmaschinen so stark arbeiten, da füllen fich naturgemäß die Speicher mit reichen Getreidevorräthen. Und daß nicht bloS der Landwirth, sondern auch alle anderen Beruf»« zweige den Bortheil einer guten Ernte genießen, zeigen klar die Mehl- und Brotpreise. Letztere standen zur Zeit ihrer höchsten Stufe im verflossenen Winter und Frühling auf 50 Pfg. für den vierpsundigen Laib gewöhnliche» Brot, jetzt kostet dasselbe nur 42 Pfg. ES braucht wohl nicht betont zu werden, daß eine Preisdifferenz von 8 Pfg. pro Laib für den kleinen und kleinsten Gewerbetreibenden, der auf den Brotkauf angewiesen ist, von Bedeutung fich erweist. Auch daS Weizenmehl ist per Doppelcentner um 2 Mk. gefallen und dürfte, nach Aussage der Mehlhändler, im Spätherbst noch bemerken»« werth billiger werden. 4- Nidda, 6. October. Am Sonntag Abend gerieten in dem eine halbe Stunde von hier gelegenen Chauffee- wirthshau» zwei Burschen, angeblich wegen eine» Mädchen», in Wortstreit. Als nun der Eine — WilhelmBingel — auf dem Nachhauseweg begriffen war, überfiel ihn sein Gegner — Müllergehülfe Brann — und schlug ihn mit einem dicken Stock zusammen, so daß Bingel noch schwer verwundet und bewußtlos barnieberliegt. Der Vorfall ist felbstverstäudlich bei der Staatsanwaltschaft zur Anzeige gebracht. B. Büdingen, 6. October. Die hiefige landwirth- fchaftliche Winterschule hat au» der Staatskasse den namhaften Zuschuß von 1900 Mk. erhalten. — In der zu Ende gehenden ersten Octoberwoche ist die Nachfrage nach Obst, da- durch die herrliche, sonnige Herstwitterung be- beptenb an Güte gewonnen, lebhafter geworden. DaS Schütel- oder Kelterobst erreicht gar nicht den hohen Preis, den viele Leute fich auSgedacht oder gewünscht hatten. Man zahlt 13—15 Mk. für den Doppelcentner Aepfel. Zwetschen werden mit 6 Mk. per Doppelcentner bezahlt. Große Preise legt man für Tafeläpfel an. Goldreinetten finden zu 30 Mk. gern Abnehmer. Zimmtreiuetteu, weiße Wintermadäpfel und ähnliche Sortimente erzielen 50—60Mk. — Da» Zwetschen- houigkochen ist in vollem Gang. Da der Most an» Birnen fehlt, pressen die Hausfrauen Runkel« oder Zuckerrüben ans. — Die Kartoffelernte ist fast überall beendigt, die Kartoffelpreise finken, der Weizen hat etwas angezogen. Das leidige Verbrennen des Kartoffelstrohes wird zur großen Belästigung vieler Leute weiter betrieben; die Unvernünftigen vernichten dadurch ein sehr werthvolleS ißiefenbungmittel, daS manchen Centner trefflichen Heue» erzeugen könnte. Bingen, 5. October. In der am Markt hierfelbst belegenen Colonial- und Matertalwaarenhandlung von Cämmerer & Specht entstand heute Morgen 7y2 Uhr durch Entzünden von Benzin ein unbedeutender Kellerbrand. Durch hermetische» Verschließen der KellerthÜr und sämmtlicher Zuglöcher glaubte man die Flammen erstickt und alle Gefahr beseitigt zu haben. Gegen 11 Uhr begaben fich der Sohn de» Hauses nebst dem Commis an die Brandstätte, um fich von der Sachlage zu Überzeugen, waren aber so unvorfichtig, eine brennende Lampe mitzunehmen. Kaum hatten fie den Keller betreten, als sich die daselbst noch vorhandenen Gase an der Lampe entzündeten und zu einer heftigen Explosion führten. Ein gewaltiger Druck schleuderte die beiden jungen Leute nach rückwärts und ihre Kleider fingen Feuer. Am ganzen Körper brennend liefen fie auf die Straße, wo man Decken Über fie warf und die Flammen erstickte; Beide erlitten schwere Brandwunden, der Commis schwebt sogar in Lebensgefahr. DaS auf» Neue entfachte Feuer fand an den großen Mengen von den in dem Keller lagernden Spirituosen, Deien usw. reiche Nahrung. Bon Zeit zu Zeit erfolgten weitere Explofiouen bi» um 4 Uhr Nachmittag», al» e» der Feuerwehr gelang, durch enorme Einführung von Wassermaffen be» Brandes Herr zu werden. Kostheim, 4. üciober. Unsere Gemeinde ist zur Zeit von einer schrecklichen Feldmäuseplage heimgesucht. Die Mäuse, die zu Huuderttausenden bat ganze Feld unter» I miniren, machen fich jetzt auch in den Weinbergen unangenehm | ; bemerkbar. Nachdem schon einige Abende einzelne Feld« nutz- Weinbergbefitzer bei Lateruenscheiu den Mäusefang betrieben und viel Gift gestreut haben, ist nunmehr auch die Gemeinde helfend eingeschritten. Sie hat nicht allein eine Prämie auf den Fang der Mäuse ausgesetzt, sondern auch Gift in größerer Menge auf Gemeindekosten an die Interessenten auStheileu lassen. Seit den 60er Jahren war die Mänseplage hier nicht mehr so fürchterlich, wie fie e- Heuer ist. Guntersblum, 4. October. Bevor noch der ßefeterml« bestimmt ist, wurden bereit» Verkäufe von Trauben auf dem hiesigen und Gimbsheimer Sand abgeschlossen. Die Preise waren zuerst 14 Mark per Aiche zu 56 Liter und erhöhten fich, nachdem die Coucurrenz aufgetreten, auf 15 Mark. Vermischtes. * Marburg, 5. October. Dem hiesigen Stadtbau- m ei st er, dem Bademeister und dessen früheren Gehülfen ist au» Anlaß des bekannten Unglücksfalles in der neuen städtischen Badeanstalt Hierselbst die Anklageschrift auf fahrlässige Tödtnng zugestellt worden. * vom Xaunnl, 5. October. Feldbergthurm. Der „Rhein. Kurier" schreibt: Während alle deutschen Mittelgebirge bereit» mit einem Thurm gekrönt find, fehlt ein solcher bis jetzt auf dem höchsten Gipfel des Taunus. Nicht weniger al» drei Wirthe haben fich da oben augefiedett, aber von keinem der Häuser ist e» möglich, nach allen Richtungen hin Umschau zu halten, vielmehr muß der Feldbergbesteiger, wenn er erhitzt oben angenommen ist, auf dem zugigen Plateau einen Rundgang machen, um die zu seinen Füßen liegende Landschaft nach allen Seiten hin beschauen zu können. Ja immer breiteren Schichten der Bevölkerung wurde daher von Jahr zu Jahr der Wunsch laut, der TaunuSclub al» der hierzu berufenste Verein möge der Au»arbeitung eines Felb- bergthurm-ProjectS näher treten. Dem Vorstände gelang es, einen der bedeutendsten Frankfurter Archittcten, Herrn HSnle, zur Ausarbeitung zweier Entwürfe zu gewinnen. Man entschied fich für den Entwurf mit dem viereckigen Thurm. Dieser fteinere Thurm ist al» burgartiger Ban gedacht, bei dem auch architectouische Motive Anwendung finden, wie fie bei mancher TaunuSburg Vorkommen. Der Thurm ist von einem Zwinger umgeben, durch dessen Heber» bauung eine gewölbte Halle von bedeutender Größe geschaffen werden kann. Diese wird, wohnlich eingerichtet, ein passende» UuterkuuftSlokal für Versammlungen werden, lieber der Halle befindet fich nach dem vorliegenden Plane eine Terrasse in einer Höhe von acht Metern über dem Feldbergplateau, die für etwa 120 Personen Platz gewährt und schon einen ganz hübschen Rundblick bieten wird. Durch den fünf Meter breiten Thurm gelangt man auf breiten Stelutreppen zu einem in der Höhe von 24 Meter liegenden geschloffenen Thurmzimmer mit Ausblick nach allen Himmelsgegenden. Darüber liegt, 27 Meter hoch, die oberste Plattform, die noch Raum für 30 bl» 40 Personen bietet. Der Thur« wird auf die Homburg und Frankfurt zugekehrte Seite be» Feldbergs zu stehen kommen, well hier wegen des rasch abfallenden TerralnS ein Vorbauen anderer Gebäude auSge- schloffen ist. Wa« die Genehmigung des Bauwerkes betrifft, so hatte ein Frankfurter Blatt in einem aus Lronberg batirten Artikel auSgeführt, die Kaiserin Friedrich habe fich mißbilligend über da- Project des FeldbergthnrmeS geäußert und wolle ihre Genehmigung versagen. Diese Mittheilung beruht auf Unkenutniß der Thatsachen. Da die Kaiserin ihren Wittwenfitz im Taunu» aufgeschlagen hat, so ist anzunehmen, daß diejenigen behördlichen Organe, welchen die Genehmigung zur Ausführung eines FeldbergthnrmeS zusteht, fich mehr -oder weniger in ihren Entschließungen nach den Wünschen der Kaiserin richten, und deshalb hat es der Vorstand de» TaunuS- clubS für gut befunden, der Kaiserin Friedrich zuerst den Plan de» Thurmes vorzulegen. Die Kaiserin hat bet dieser Gelegenheit Wünsche in Bezug auf den architectonischen Ausbau be» Thurme» geäußert, bte — soweit thuulich — berücksichtigt werben. ES steht zu hoffen, baß die eiuzuholeudea behörblichen Genehmigungen nicht auSbleiben werden und mit dem Bau im nächsten Jahre begonnen werden kann. Die Kosten des monumentalen Thurme» werden fich auf 30,000 Mk. belaufen. Außer einem Legat von 5000 Mk. stehen dem TaunuSclub bereit» ansehnliche Mittel zur Verfügung und es wird jedenfalls gelingen, die ganze Bausnmme aufzubringen. * Herten (Westfalen), 6. October. Durch den Genuß von Ptlzen ist hier eine ganze Familie gestorben. • Bremen, Anfang October. Der Norddeutsche Lloyd wird mit dem am 2. November b. I. von Bremerhaven nach Ki aut schon abgehenden ReichSpostdampfer „Prinz Heinrich" Weih nach tspackete für die Besatzungen der deutschen Kriegsschiffe in Ostafien und für die Besatzungstruppen in Kiautschou zu ermäßigten Frachtsätzen befördern lassen. Die Annahme der Packete erfolgt in der Zeit vom 20. bi» 27. October einschließlich in Bremen beim Norddeutschen Lloyd, Papenstraße 8, in Bremerhaven bei der Agentur de» Norddeutschen Lloyd, in Kiel bei den Herren Sartori und Berger und in Wilhelmshaven bei Herrn Beruh. Dirks. Mittelst einer Begleitadresse dürfen bis drei Packete befördert werden. Die Fracht betragt für jedes Packet bis zum Gewicht von 5 Kgr. 2 Mark, für jedes weitere Kilogramm ober den überfchießenden Theil eines Kilogramm» 40 Pfg. Die Fracht ist bei Auflieferung zu zahlen. Die Packete dürfen in irgend einer Ausdehnung 1 Meter nicht Überschreiten. Gute Verpackung ist nöthig und für Gegenstände, die dem Verderb ausgesetzt find, empfiehlt fich die Verpackung in verlötheteu Blechgesäßen mit Holzumhüllung. Nachnahmen und Werthangaben find nicht zulässig. Der Norddeutsche Lloyd haftet im Falle eine» Verlustes höchstens bis zu« Betrage von 20 Mark für jede» einzelne Packet. Vordrucke zu Begleitabreffen werden vom 10. October atz bei den obengenannten Annahmestellen ausgegeben. Die iyA ° "«i», ÄhUlto« iittt tj, 'n61» Sfls£ s I» staa •*»5S SJFtt »><&.*» ' “««WM, oblt I M »Qtn MgaM. "limiilliinNiai >°d>" R-° litgubt ^QDtn W tönntn. Jll trung wurde daher ton ' Tamuielllb all der tabtliung ttoti Feld- )fm Lorstandr gelang ter Architecteo, Herrn rtwürjr za gewwrrw. mW bim Mfytn all bnigatligit Ban i)t Motive «ntoinbnni >urg vorkowmea. Der )in, durch deffen Utbe> Sender Größe grschosteR lvgnichtet, tln p-ffeode» i werden. Utbtt der den Plane eine Tmasse r de« Feldhrrgplateau, ewöhrt und schon einen Durch den fünf Meter retten Steintreppen zn liegenden geschloffenen illen Htmmel-gegenden. oberste Plattform, die bittet. Dir L-uru znge/chtt Sdtt bei r witziv btS xa\ti ab« ibtxtx Gebäude QnSgf btl ®auwttttl betriff', m auS Lronbrrg batirt« :ty habe fich «i§blfltgiiib er geäußert und volle Mittheilung beruht aus katserin ihren ft anzunehmeu, daß dir« n die Genehvisung zusteht, fich «rhr ober ach den Vorstand des Taunui. n Friedrich zuerst -i „aidittiftoa t'««* foetit lioiM-* gleite >«*’ ®” M „f ftjjf Ml »iiie Mittel 8lt, j bt. 6«»»'®* , ®u<4 ®"’"i * Der Rorddem« . », l4. baepf'1 wtlin Me 8lititnrf* 20. H» io b,,J' --1 gjio«’ll? : Ks« !!->« HlJ* böch^^ Pol' lvstts Pa-ret- Frachtbtträge für solche Packete, welche den Annahme» stelle« Don auleärtl -ngehen, können an letztere tn Brief, maiten der deutschen PostverwaUnngen etogefoudr werde». Die Briefwarten dürfen in solchen Fällen nicht auf die veglettadreffen aufgeklebt werden, sondern stud lose bei« zulegen. • Vt'lchterg, 7. Dctob. Zehn Monate unschuldig im Gefängnrß gesessen hat der frühere Gärtner und Förster Karl Kirchner aus Nieder Schönhausen bei Berlin. Dieser war durch Urihell der ersten Strafkammer del hiesigen Landgericht! am 1. Juni 1897 bei Betrüge! für schuldig erachtet und zu zehn Monaten Gefängniß verurtheilt worden. Kirchner beruhigte sich bei dem Urihell, dal so rechtskräftig geworden war, und hat die gesummte Strafe verbüßt. Später gelang es dem Angeklagten, gewichtige Entlastungsmomente vorzubrtngen, sodaß vom Oberlandesgericht zu Breslau seinem Anträge auf Wiederaufnahme bei Verfahrens stattgegeben und die Sache zur nochmaligen Verhandlung hierher verwiesen wurde. Der Sachverhalt ist kurz folgender: Kirchner war bis Anfang vorigen Jahres bei dem früheren Rittergutsbesitzer Riemann zu Wederau, Kreis Bolkenbain, al! Förster ongestellt und hatte auch die Forstkasie zu verwalten. Zum 1. Juli 1896 waren gegen 189 Mk. Zinsen für die auf dem Gute lastende Hypothekenschuld an die Sparkasse zu Bolkenhain fällig: da in der Forstkaffe nur etwa 30 Mark baare» Geld lagen, Riemann aber angeblich kein baare! Geld besaß, lieh sich der Förster 160 Mark bei dem Kaufmann Klenner zu Wederau mit dem ausdrücklichen Bemerken, e! sei für die Forstkaffe seines Herrn und zur Bezahlung der Zinsen bestimmt. Thal» sächlich ist die Begleichung der Zinsschuld durch den Angeklagten am 2. Juli 1896 erfolgt. Der Rittergutsbesitzer hatte seiner Zeit bestritten, dem Förster einen diesbezüglichen Auftrag er. theilt zu haben; er verweigerte deßhalb die Zurückzahlung der 160 Mark, weßhalb der Kaufmann gegen den Förster Kirchner vorging. Dieser verpfändete dem drängenden Gläubiger seine Möbel und verstärkte gerade dadurch den Verdacht bei verübten Betrüge!. Endlich vermochte er eine Quittung darüber nicht zu erbringen. Die heutige Verhand. lung ergiebt ein wesentlich andere! Bild. Der den Angeklagten am meisten belastende Zeuge Riemann vermag seine Aussagen nicht mehr so sicher abzugeben, da er, wie durch ein ärztliches Attest beglaubigt wird, an Gedächtnißschwäche leidet. Die Quittung über die durch Förster Kirchner erfolgte Bezahlung der Zinsschuld hat sich inzwischen auch unter dessen Rechnung«, belägen voraesunden. Al! Grund dafür, daß er sich in so ungewöhnlicher Weise für eine Schuld seines Herrn mit Ver. Pfändung seiner Möbel verbürgt habe, giebt Kirchner heute glaubhaft und durch Zeugenaussagen unterstützt an, er habe seinen Dienst nicht verlieren wollen. Schließlich wird durch frühere Forstbeamte des Rittergutsbesitzers heute festgestellt, daß die Hypothekenzinsen stet! aus der Forstkasse bezahlt worden sind. Auf Grund der umfangreichen Beweisausnahme hält es der Staatsanwalt selbst für zweifellos, daß eine Vorspiegelung falscher Thatsachen nicht vorliege, ein Manko in der von Kirchner verwalteten Kaffe habe sich auch nicht heraulgestellt. Deßhalb beantrage er, den Angeklagten heute freizusprechen. Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Rosemann, beantragte außerdem noch, für den unschuldig Verurtheilten eine vom Gericht nach Billigkeit festzusitzende Entschädigung au! der Staatskaffe bezw. einen diesbezüglichen Beschluß hierüber festzulegen, wie dies laut Gesetz vom 20. Mai 1898 angeordnet worden ist. Das Gericht hob da» Urtheil der Strafkammer vom l.Iuni 1897 auf, erkannte auf kostenlose Freisprechung und sprach dem Kirchner eine im Verwaltungswege festzusctzende Entschädigungssumme zu. Die Entscheidung hierüber wird demselben später zugestellt werden. • Em Musiker-Sttike. Au« London, 3. October, schreibt man der „Franks. Ztg.": Ein Strike von neuer Art ist unter den Musikern des Orchesters des „Theatre Royal" in Cork ausgebrochen. Diese Musiker sind Mitglieder der „Amalgamated Musicians’ Union" und verlangen all Tradc» Unionisten einen Minimallohn von 30 Schilling pro Woche für erste Instrumente und 27 Schilling 6 Pence für zweite Instrumente. Da die Erfüllung dieser Forderung die Kosten des Orchester! um 38 Schilling pro Woche erhöhen würde, wurde sie von der Theater-Direction rundweg obgelehnt, und die Vkusiker erhielten eine vierzehntägige Kündigung, deren Frist am letzten Samstag ablief. Inzwischen hat die Direction stch bemüht, andere Mufiker zu bekommen, aber die im Orte wohnenden Musiker haben fich geweigert, in das Theater- Orchester einzutreten und dadurch „blacklegs" (Schwarzbeme) ZU werden. Die Bereinigten Trabe Union« von Cork haben die Sache der Musiker zu der ihrigen gemacht und Plakate angeschlagen, wodurch die Arbeiter aufgefordert werden, da« „Theatre Royal" nicht zu besuchen, solange dasselbe keine Trade-Union-Löhne bezahlt. Heute beginnt der populäre Londoner Schauspieler Edward Terry in' dem genannten Theater ein Gastspiel, und man ist gespannt, wie die heutige Aufführung verlausen wird. • Luftschifffahrt. Au« Sitten wird gemeldet: Der Ausstieg der „Vega", de« Ballon« de« Luftschiffen Spelterini, verlief zuerst in verticaler Richtung bi« auf 100 Meter, dann wurde der Ballon von einer Luftströmung ergriffen^ die ihn in der Richtung auf Martigny thalabwarts trieb'. Von hier an erhob er sich wieder bi« auf etwa 2500 Meter und flog in der Richtung auf die Diableret« weiter, fich stet« in gleicher Höhe haltend, bi« Montreux, wo er um 500 Meter fant Von Montreux au« schlug er die Richtung nach Ive^don ein und pasfirte zwischen St. Croix und Pontarlier bie fr an- Jönfäe Grenze. Die glückliche Landung erfolgte bei Prauthoy zwischen Langre« und Dijon. Die höchste Höhe, die der Ballon erreichte, beträgt 6300 Meter. — Der ebenfalls von SUten aus abgelassene Sondtrballon der internationalen äronautischen Gesellschaft stieg während eine« orkanartigen Föhns auf, der ihn ebenfalls in der Richtung auf Martigny fortrw. Nachdem der Ballon eine Höhe von 4500 Metern ^Q£te' verschwand er in der Richtung auf Lausanne. Jüeim Aufstieg hatte der Ballon seinen automatischen Ballast | verloren, al« er an den Bäumen der Promenade entlang • Die Reise btt Prinzessin Heinrich nach Kiaatschou hat ! em« kleine Vorgeschichte, die bisher nicht bekannt । geworden ist. Der Kaiser machte in Kiel gelegentlich der ' „Kieler Woche" eines Tage«, anscheinend scherzend, der i Prinzessin Heinrich den Vorschlag, sie möge doch zum kommen, i den Weihnachten ihren Gemahl in Kiautschou durch ihren ' Besuch Überraschen. Die Prinzesfin wehrte lachend ab, indem । str daraus verwies, daß viele Marinefrauen von ihren Männern während mehrerer Jahre getrennt seien. Darauf äußerte der Kaiser, es sei ihm ernst mit seinem Vorschläge, und als auch hierauf die Prinzessin fich ablehnend verhielt, erklärte er, efi fei sein Wunsch, daß die Prinzessin Heinrich ihren Gemahl im fernen Osten einmal besuche, denn der Prinz werde noch ; mindesten « bi« zum Herbst 1 899 das Commando als i Divisionschef behalten. Und um der Prinzessin Heinrich den Beweis zu geben, daß ein solcher Besuch seinen eigenen Wünschen entspreche, stellte er ihr eine Fahrkarte für die Hin. und Rückreise mit einem deutschen Reichspostdampser Zur Verfügung. So willigte die Prinzessin, nachdem die Kaiserin ihr in fteundlichen Worten zugesprochen hatte, denn ein. Zur Uederfahrt wird sie den Postdampfer „Prinz Heinrich" benutzen, denselben Dampfer, welcher die Weihnacht«, spenden de« deutschen Volkes für die deutschen Marinemann, schäften des Kreuzergeschwaders und für die Vesatzungstruppen in Kiautschou überbringen wird. .„^3 • Die Mondschein AnfichtSpostkarlen verspottet in seinem jüngsten Hefte der „Kanstwart" wie folgt: Ganz Deutschland reist neaerblngl zumeist bet Mondschein. Glaubst Du'! nicht, Leser? Dann antworte mir, bitte: wozu verschickt man Anfichtlpostkarten? Um zu zeigen, wie die Welt anlsah, all man fie gesehen hat, nicht wahr? Gut. so steh Dir die Anfichtßpostkartcn an; die meisten find blau, und auf allen, die blau find, scheint der Mond, also muß man doch wohl zumeist bei Vollmond reisen. Bet Vollmond, denn der Anfichtlpostkartenwond ist immer und überall ein Vollmond. Gin merkwürdiger allerdings, nämlich einer, der bald im Süden steht, bald im Westen, Osten oder Norden, nämlich ein mit irgend welchen geheimen Naturkräfteu von der Erde aul transportabler Vollmond, der fich nach del Herrn Photographen Wunsch immer recht freundlich in die Mitte vom Bild stellt. Daß die Schatten auch mitliefeu, wäre freilich zu viel verlangt, diese Moudscheinschatten stellen fich vielmehr eigevfioutg immer gerade so wie die Sonnenlichtschatten, und nun fallen fie allerdtogl dem Anfichtlpostkarten-Vollmond gelegentlich beinahe auf die Nase. Aber dal thnt utchtl, wenn vnr die Poefie gewahrt wird. Denn AnfichtSpostkarteu mit Vollmond, mußt Du bedenken, find so poetisch. * Die Glücksspiele, wie z. B. „Zwicken", „lustige Sieben" und wie fie alle heißen mögen, gehören laut einer Entschei» düng, die dal Oberlandelgertcht all oberste Instanz vor einigen Tagen fällte, nicht zu den verb0 tenen Sptelen. Der diese Spiele verbietende Arttkel del Poltzeistrafgesetz. buche! ist-du«^ dal Reichlstrafgesetzbuch aufgehoben. * Dürfen Herzkranke heiratheu? Nachdem diese wichtige Frage schon vor einiger Zeit zur Erörterung in Aerztekreiseu gekommen war, hat Dr. Pisek aul Lemberg in einem in Wien gehaltenen vortrage alle« vorhandene, zur Beurtheilung der Frage dienende Material nach eigenen Beobachtungen und aul der Literatur zusammengestellt. Er kommt zu dem Schluffe, daß den mit Herzfehlern behafteten Mädchen die Ehe grundsätzlich zu verbieten sei. Wal die Männer betrifft, so sei die gesellschaftliche Lage, da! Alter nnd die Art hei Herzfehler! zu berücksichtigen und unter günstigeren Bedingungen die Ehe zu gestatten. In der Erörterung über diesen Vortrag wie! dagegen v. Widmann darauf hin, daß die Erblichkeit von Herzfehlern noch all ziemlich zweifelhaft ZU gelten hätte. Im Uebr'gen stimmt er darin mit Pisek überein, daß er Männern unter sonst günstigen körperlichen verhältniffen die Heirath gestatten würde, Mädchen aber nicht. El ist feststehend, daß bei Herzfehlern ebenso wie bei Tuberkulose nach der verhetrathung besonder! beim weiblichen Geschlecht eine Verschlimmerung einzutreten pflegt. Att» bet Seii für die -eit. Vor 229 Jahren, am 8. October 1669, starb zu Amsterdam der Maler Rembrandt. Er ist der vorzüglichste Künstler der holländischen Schule. Seine meistens im Dämmerlicht des Halbdunkels dargestellten Bilder vereinigen eine düstere, trotzige Gernüthsstimmung mit einer getreuen und innigen Auffassung der Natur. Rembrandt wurde am 15. Juni 1607 zu Leyden geboren. Schiffsnachrichten« Norddeutscher Lloyd, m Gießen Der treten durch die Agertten Carl Loos und I. M. Schulhof. Bremen, 6. Octbr. fPer transatlantischen Telearaph.1 Der Doppelschrauden-Postdampfei Barbar, ssa, GapitSn A. Richter, vom Norddeutschen Lloyd tn Bremen, tft gestern 9 Uhr Morgen« wohlbehalten tn New-Port engrfemmen. Der Postdamyfer .Somhwark" der „Red 6ter Ltne" tn Antwerpen tft laut Telegramm am 4. October wohlbehalten w New- Dori angekommen. r- kirchliche Anzeigen der Stabt Giehen. Unnngelische Gemeinde. Sonntag den 9. October. 18. Sonntag nach Trinitatis. Gottesdienst. In der Ltadtkirche. Lormittags 9*/, Uhr: Pfarrer Schlosser. Bormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Dr. ©rein. ' Im Confirmandensaal, Neustadt 61: Bormittags 11 Uhr. Äinöertirdje für die MaUhäuSgemeinde. Pfarrer Schlosser. Ter Eonnrmandenunterricht für die Matthäus-, Marcus- und Militärgemeindc wird Montag den 17. October seinen Anfang nehmen. Anmeldungen dazu werden am Mittwoch den 12 Donnerstag den 13. und Freitag den 14. Lctober, jedesmal genommen. Die Eltern werden gebeten, ihre Kinder dazu mit» zuvnngen. vormittag« von 12 bi« 1 Uhr und Nachmittag« von 5 bi« 7 Uhr, 60n &en Pfarrern der Gemeinde in ihrer Wohnung entgegen» In der IodanneOkirche. vormittag« 9'/. Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. KindergoueSdlenft für die Johanne!» gerne,ndc. Pfarrer Dr. Naumann. Sonntag ben 16. Cctober: Erntedankfest. An bef0T?beTf 6<»a"te für die «rmen der Gemeinde erhoben werden nach allen Gottesdiensten. tErntedankfefO an werden Vbendgotte». dienste um 5 Ubr gehalten. Der Confirmandenunterricht für die Luca!» und die Iobannel» gememde soll am Montag den 17. October beginnen. Die An» Meldungen zu demselben für bie LucaSgemeinde werden am Mitt» den 12., Donnerstag den 13. und Freitag den 14 Oct., lebÄm;,n?onn,tla.98 Kn 12 bt« 1 Ubr und Nachmittag! von 5 bl5 7 Uhr, von dem Pfarrer tn seiner Wohnung (Ludwigstraße 46) entgcgengenommen. Die Estern werden gebeten, die Rtnber dazu nntzubrmgen. Die Anmeldungen für die Iohannesgcmeinde wolle man von Montag den 10. bi! Freitag den 14. Cctober, am besten vormittags bi« ‘All Uhr und Nachmittag! von 2 bi« 4 Uhr, an den Pfarrer in seiner Wohnung richten. »«thslische Gemeiube. SamStag den 8. Cctober. Nachmittag« um 4 Uhr und Abend« um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. 1 Sonntag den 9. Cctober. 19. Sonntag nach Pfingsten. Bormtttag« von 6‘/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte. , um 7 Uhr: Die erste heil. Messe; vor und in derselben Austheilung der heil. Eommuntou. , um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe; , um 9>/, Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittag« um 6*/t Uhr: Christenlehre; darauf Rosenkranzandacht mit Segen. An den Wochentagen ist täglich de« Abend« um 6V, Uhr Rosenkranzandacht mit Segen. Hottrsdirvst in der Synagoge. Samstag den 8. und Sonntag den 9. Cctober 1898: Laudhüttenfest-^ude. «. Tag. Borabend ß'8 Uhr, Morgen« 8« Uhr Predigt, Nachmittag« 4 Uhr, Abend« 6»o Uhr. , Dag. Vorabend 6°" Uhr, Morgen« 8* Ubr. Nachmittag! 4 Uhr, FefteSauSgang 6» Uhr. Bemerk. Während der Wintermonate beginnt der MorgengotteSdienst am Sabbath nm 9 Uhr. Neueste Nachrichten. Depeschen de« Bure« ,$erolb\ ßien, 7. October. Die Verhandlungen der Regierung mit den Parteien der Rechten nehmen einen befriedigenden Verlauf. Gestern kam e! zwischen dem Grafen Thun und dem christlich-slowenischen verband zu einem vollen «in- vernehmen.' Budapest, 7. Oktober. Erzherzog Josef ist an Bronchitis erkrankt. Budapest, 7. October. Im Staatlministerium ist man gelegentlich de! Austausche! von alten Stempel» und Briefmarken großen Untrrschleifrn auf die Spur ge» kommen. Nom, 7. October. Einer offiziellen Meldung zufolge find die vier Mächte entschlossen, ihrem Ultimatum an den Sultan energische Maßregeln sofort folgen zu lassen, wenn der Sultan fich demselben nicht fügen sollte. Hier ist man jedoch überzeugt, daß der Sultan angeficht! der Ent» schloffenheit der Mächte nachgeben wird. Bern, 7. October. Die au! der Schweiz ausgewieseueu Anarchisten Bosfino und Sonoieo wurden in Mülhausen verhaftet, aul Elsaß Lothringen anlgewiesen und wieder nach der Schweiz abgeschoben. Da fünfzig au! Frankteich au!» gewiesene Anarchisten in der Schwei- eingetroffen find, so berieth der Bundeirath gestern Über die Maßregeln, wie die Schweiz fich in Zukunft solcher Individuen «wehren könne. Pari«, 7. October. Der Aulstand der Erd» und Bauarbeiter nimmt täglich an Auldthnung zu und giebt der Regierung Anlaß zu ernsten Besorgntflen. Seit gestern find auch die Fuhrleute, welche den Straßen-Uarath weg» schaffen, theilweise aylständig. Wie verlautet, wollen auch die Eisenbahn.Augestellten die Arbeit niederlegen. Paris, 7. October. Gestern hat tu dem Stadtviertel La VMette eine Versammlung der Soeialdemo» kraten «nb Revolutionäre stattgefunden, von den Führern der beiden Parteien wurden mehrere heftige Reden gehalten und eine Tagesordnung für die Revtfion btl Dreyfu! Processei angenommen. Die Polizei hatte umfassende Sichrrheiti'Vorkehruugen getroffen. Die Rahe wurde indeß nirgend! gestört. Brüssel, 7. Oktober. Einige au! Pari! hier angekommene Boulangisteu werden am nächsten Samstag eine Kundgebung am Grabe Boulanger! veranstalten. Einige Brüffeler Zeitungen beabfichtigen, eine Gegenkuudgrbuug zu iuscenirm. Man glaubt, daß die Polizei die Demonftrattou der Boulangisteu wahrscheinlich untersagen wird. London, 7. Oktober. Au! Kairo wird gemeldet, daß General Sitchener nach vierstündigem Marsch von Omdurman tn Kairo eingetrossen sei. London, 7. Oktober. „Daily Mail" berichtet an! Eon» stantinoprl, da! Ultimatum, welche! die Mächte der Pforte überreichten, enthielt auch die Mittheilung, daß die Mächte da! Leben und da! Ligenthum der Türken schützen wollen. In seiner Antwortnote wird der Sultan erklären, daß die Anwesenheit einiger türkischer Truppen bei der Räumung den Muselmanen gegenüber einen guten Eindruck wachen würde. Ge£en Flieg'en,g-_t,» oen, Mssen und Wanzen lauft nur „Lahr's Dalma". El töbtet in 10 Minuten alle Fliegen im Zimmer. Nicht giftig. Hunderte von Dankschreiben. Nur allein echt zu haben in versiegelten Flaschen zu 30 und 50 Pfg. Staubbeutel 15 Pfg. in Gießen in der Hirsch-Apotheke. 5454 Koncerl-Anzeige! Steins Saalbau. Sonntag den 9. October 1898: Grosses Concert ausgeführt von der 997* SiM des 2. <8roA Kejs. Zof-Regimvls JJr. 116, Lchei WUHel« unter persönlicher Leitung des Großh. Mustkdirectors Herrn C. Krauße. Gießener Bier per Glas 12 Pfg. Münchener Bier „ „ 15 Pfg. Anfang */a5 Uhr.___________________Eintritt 30 Pfg. Giessener Volksbad. Von heute ab ist die Schwimmhalle au den Sonntag-Bor- Mittagen von 8 bis 1 Uhr nur für Männer geöffnet. 9946_________________________________Der Vorstand. Kunstverein. Die Gemälde-Ausstellung im ThurmhauS am Braud ist wieder geöffnet. 9957 vater 4 Uhr, von der Leichenhalle aus statt. 9973 geladen. [9970] 9968] Zwei unmöblirte Zimmer zu vermiethen. 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Pfarrer zu Rodheim, Kreis Gießen, 9898 Ludwigstraße 31. Sonntag den 9. Oetober, Abends Sy2 Uhr: Vortrag* des Herrn Prof. D. Stamm: Deutschland und sein grosser Kanzler. Auch die Bei Heiligung der Angehörigen unserer Mitglieder ist sehr Eiu tüchtiger Schloffergksrlle findet dauernde Beschäftigung. Ludwig Faber, Schlosfermeister, Schotts Weinstube Bahnhofstrasse Ecke Wolkengasse Süsser Traubenmost im 73. Lebensjahre. Um stille Theilnahme bitten: Johanna Oeser, geb. Goertz Theo Eckstein, geb. Oeser Ernst Oeser, Apotheker Dora Dettmann Dr. Karl Eckstein, Professor Wilhelm Eckstein Hans Eckstein. Eberswalde, den 6. October 1898. Die Beerdigung findet Samstag den 8. October, Nachmittags Ortsgewerbeverein Gießen. In Ausführung eines bezüglichen Beschluffes der Generalversammlung benachrichtigen wir die Mitglieder, daß im L. Stock des Kaiserhofes — Schulstraße — jeden Dienstag Abend von 8Vs Uhr ab ein Lesezimmer zur Verfügung steht, in welchem die neuesten technischen und Fachblätter offen gelegt find. Zu recht zahlreichem Besuche dieser Leseabende wird freundlichst ein* in der Turnhalle. Abends 8 Uhr: 1 Neuester vervollständigter Placat-FahrpBan enthaltend die Fahrzeiten der auf den Stationen Glessen Frankfurt a. M., Cassel, Marburg, Friedberg, Lollar, Fronhausen, Wetzlar, Coblenz, Deutz, Fulda, Alsfeld, Gelnhausen, Nidda, Stockheim, Gedern, Schotten, Laubach und Londorf ankommenden und abgehenden Eisenbahnzuge, sowie die Fahrzeiten der Bieberthalbahn, zum Preise von 20 Pfg. in der Expedition des Giessener Anzeigers vorräthig. — Der Fahrplan kann auch durch die Austräger des Giessener Anzeigers bezogen werden. Zlvkl DttilNalmagkN, eine große und eine kleinere, sowie ein Handwagen und ein kleiner Füllofen, gebraucht, zu kaufen gesucht. 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