'n i». > Restaurant k Bier der ie. -llner Itle. N 8 Uf)t, llle: nentScapelle. It. CD Wittmmg: zsbrunnm. .^mittags 3 Uhr. Vierhalle. r Vorstand. tsmein. tag bet 16. Juli. ,8 t Kratz, Mber-, ,) md tzem Kos. bergs. - unscht. — ^aste el Trapp) i Mk 1.50» Dieterich, Ludwig- 6844 4975 t M Ji, k »MMr» * ibrung- anang- Nr. 157 Zweites Blatt. Freitag den 8. Zuli L8D8 frftetnt tügNch ■rft Ausnahme des Montags. Die Gießener MamIlieußtStter »erden dem Anzeiger »Achentlich viermal beigelegt. Gießener Anzeiger »ierteljLtzrttch 2 Mark 20 P^. m-atlich 76 mit Bring ertsha. Bei Poftbepr, 2 Mark 60 oierteljjchrüch. M»«ahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den ßalgeadm Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. General-Anzeiger Alle Anzeigen-BermittlungSstellm de» In- und Anssi«chM nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger mtWW» Amts- und Anzeigeblntt für den Ttreis Gieren. Rebectien, Expedition und Druckerei: -4-tßraße Nr. 7. Gratisbeilage: Gießener Familienblätter. «dreffe für Depeschen: Angerger Gieße». Fernsprecher Nr. 51. TheU. Bekanntmachung. @» wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß nach § 12 des Regulativs vom 26. Februar 1875 der Proviuzialausfchuß wahrend der Zett vom 21. Juli biS 1. September Ferien hält. Während dieser Ferien könne« in öffentlicher Sitzung emr schleunige Sachen zur Verhandlung gelangen. Auf den Lauf der gesetzlichen Fristen find dieselben ohne Einfluß. Gießen, den 5. Juli 1898. Der ProvinzialauSfchuß der Provinz Oberheffeu. v. Gageru, Provinzial-Director. Bekanntmachung. ES wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß nach § 10 des Regulativ» vom 26. Februar 1875 der Kreisausschutz während der Zeit vom 21. Juli bis 1. September Ferien halt. Während dieser Ferien können in öffentlicher Sitzung nur schleunige Sachen zur Verhandlung gelangen, dagegen wird der Lauf der gesetzlichen Fristen dadurch nicht unterbrochen. Gießen, den 5. Juli 1898. Der KretsauSschuß des Kreises Gießen. v. Gagern. Bekanntmachung. Brtr.: Sprechstunden. Großh. Gewerbe-Jnsprction Gießen ertheilt Jnterrffenteu im Bureau (Westanlage 39) mündliche Auskünfte an Wochen- tagen jederzeit von früh 8 bis Abend» 8 Uhr und Sonntag Bormittags. Gießen, den 7. Juli 1898. Engeln. Die Großmächte und die Vereinigten Staaten. Immer naher kommt der Zeitpunkt heran, in welchem c» die europäischen Mächte für angezeigt halten werden, vermittelnd in den spanisch-amerikan schrn Covfliet eiuzugreifen. Und wenn sich Spanien jetzt solchem Anfianen gegenüber auch stolz ablehnend verhält, die Z»it dürfte doch nicht mehr allzu fern sein, wo es gerne die Vermittelung der Staaten au- nimmt, um zu retten, was noch zu retten ist. Dann muß sich auch zeigen, ob die Bereinigten Staaten sich der Vermittelung zugänglich erweisen und einer solchen gegenüber sich nicht ablehnend verhalten wird. Da» letztere ist bekanntlich bisher der Standpunkt der maßgebenden Kreise Washington», aber man darf wohl annehmen, daß diese Haltung im Laufe der Zeit sich Ludern und die Regierung der Vereinigten Staaten einen etwaigen Versuch der Großmächte, den Frieden herbeizusühreu, acceptiren wird. Bekanntlich neigt man in Amerika der Ansicht zu, daß die Sympathien Europas mehr auf Setten der Spanier find, und es ist noch in frischer Erinnerung, wie besonder» Deutschland im Verdachte stand, gegen einen Erfolg der Amerikaner sich aufzulehnen und namentlich ihnen auf den Philippinen die SiegeSbeute zu schmälern. Dieser Meinung ist von deutscher Sette vua so oft entgegengetreten, daß schlteßltch auch die AankeeS von ihrem Vorurthetl hätten zurückkommeu müssen. Ob da» letztere der Fall ist, erscheint fraglir, kann un» im Uebrtgen auch ziemlich gleichgültig fein. Jedenfalls würde Deutschland, käme e» tu die Lage, zu vermitteln, seiner Rolle al» „ehrlicher Makler" treu bleiben und ohne jede eigennützige Nebenabsicht der guten Sache seine Dienste weihen. Auch Frankreich stand in dem Gerüche, auf der Seite der Spanier zu stehen, wa» schließlich bei den nahen Beziehungen der beiden Länder nicht allzu verwunderlich wäre. Aber die französische Regierung hat sich doch veranlaßt gesehen, dieser Meinung offictell entgegeuzutreten, und zwar nahm der Haudelsmtatster am Montag die Gelegenheit wahr, auf dem Festessen der amerikanischen Colonie in Pari» zu erklären, daß die Sympathien Frankreichs den Amerikanern gehörten. Za welchem Zwecke diese feierliche Erklärung abgegeben wurde, erscheint vorläufig noch dunkel,- vielleicht handelt e» sich nur um eine nichtssagende Höflichkeitsphrase, die aber doch in Spanten stark verschnupfen wird, wo mau fest darauf gerechnet hatte, daß Frankreich schlteßltch doch einmal seinen Einfluß zu Gunsten der Spanier geltend machen würde. Die freundschaftlichen Beziehungen, welche gegenwärtig zwischen England und den Bereinigten Staaten herrschen, find zu bekannt, als daß wir darauf besonder» htnzuweisen brauchten. Sind doch dir Meldungen, daß eine Allianz der beiden Länder im Werke sei oder gar schon bestehe, unwtder- legt geblieben und haben doch englische Minister mehrfach offen erklärt, daß die Interessen des Königreich» mit denjenigen der Bere'ntgten Staaten correspoudiren! Ja Betracht kommt noch bei einer Erörterung de» Verhältnisse» der letzteren zu den europäischen Großmächten Rußland. Dessen Stellung liegt keineswegs schon offen dar und wird jedenfalls ganz davon abhäagrv, wie die Bereinigten Staaten in der Philipptueufrage vorgehen werden. E» ist kaum anzunehmen, daß Rußland in eine einfache Aunec- ttrung dieser Inselgruppe Setten» der Union willigen wird, ohne Compensationen zu verlangen. Hoffentlich gelingt e» den Großmächten recht bald, dem Blutvergießen zwischen Spanien und den Bereinigten Staaten ein Eide zu machen. (xx) Deutsches Reich. Berlin, 6. Juli. Nordlaudreise des Kaiser». Ein Telegramm au» Koppernig vom Dienstag Abend meldet: DaS Wetker klärte sich Montag Abend vollständig auf, so daß die Reise bei Bollmondschein verlief. Heute spiegelglatte See und herrlicher Sonnenschein. Der Kaiser ist Mittwoch früh 9 Uhr bet schönem Wetter in Odde ein- getroffen. Da» deutsche Cadettenschulschiff „Moltke" und da» norwegische Küstevpauzerschtff „Haralt Haarfager" waren anwesend. — Am Dienstag arbeitete Seine Majestät mit den Vertretern der Eabiuete. Berlin, 6. Juli. Die Kaiserin ist auf ihrer Nacht „Iduna" von Grünholz, wohin fie zum Besuch de» Herzog» Friedrich Ferdinand gefahren war, heute wieder nach Kiel zurückgekehrt. Dort treffen auch die Prinzen au» Plön ein. Berlin, 6. Juli. Dem General Monet soll e», wie in amtlichen Kreisen versichert wird, gelungen fein, nach Manila eiozudringev. Berlin, 6. Juli. Umformiruug der Artillerie? Au» Metz wird der „Boff. Ztg." geschrieben: Während der Feier de» 25jährigen Bestehens de» Sächsischen Fußartillerie- Regiments ist theils in den offictellen Reden, thetl» in privaten Gesprächen in Osfizierkreisen vielfach die bevorstehende und, wie von zuverlässig erscheinender Seite behauptet wurde, auf dem Papiere bereits festgestellte Umformiruug der Artillerie besprochen worden. Wa» die Fußartillerie augeht, so sollen zunächst alle die Regimenter, die zur Zeit noch nicht voll drei Bataillone haben, auf diese Stärke gebracht werden. Dazu sollen die überschiebenden Compagnien al» Stamm für das 3. Bataillon dienen. Diese Neuformation oder richtiger Berstäikuug der Fußartillerie dürfte etwa 20 bi» 25 Compagnien umfassen und soll, wie e» heißt, zum 1. October 1899 in Kraft treten. Zur Bildung der 10. bi» 12. Compagnie soll ferner jede der bestehenden 9 Compagnien 20 Mann abgeben, fodaß die Etatsstarke der einzelnen Die Ireierprove. Humoreske von Aug. Schacht. (Nachdruck verboten.) „Weißt Du, liebe Bertha, e» ist ja ganz schön, mit jungen Leuten zu tanzen, aber nm einen von ihnen zu hei- rathen, mvß man doch etwa» näher in seine Verhältnisse ein- gedrungen sein. Au» diesem wohl auch Dir einleuchtenden Grunde fällt mir die Entscheidung sehr schwer." Die Sprechende, Margarethe Herbert, war eine hübsche Brünette. Sie lag bcquem in dem Lehnstuhl und ging mit ihrer Freundin Bertha die Erlebnisse de» letzten Gesellschaft»- abend» durch. Beide gehörten den besseren Gesellschaftsklassen on, hatten deßhalb recht oft Gelegenheit, Soireen zu besuchen. „Weßhalb denn nicht?" erwiderte Bertha, die in un» gesähr demselben Alter stand wie ihre Freundin, aber an Schönheit mit ihr keinen Vergleich bestehen konnte. „Er ist doch wirklich nicht so schwer, den wahren Character eine» Menschen zu erkennen. Ich würde e» können, wenn ich in die Verlegenheit käme," setzte sie halb humoristisch, halb weh- müthig hinzu. Margarethe lachte. „Für Dich wird sich auch schon Jemand finden- bann wird Dir die Entscheidung leicht, denn Dir nahen sich nur ernste Männer, während ich die Schmetterlinge anzuziehen scheine." „Vielleicht kann ich Dir helfen, den Character de» Manne», der Dich liebt, zu erkennen, ich werde mir die größte Mühe geben." „De» Manne»? Es bewerben sich drei junge Herren um meine Hand." „Drei? Dann hast Du ja erst recht die Wahl!" „Gerade deßhalb weiß ich nicht, welchen ich nehmen soll." „Aber sehr wahrscheinlich ziehst Du doch einen von den Dreien vor?" „Nicht im geringsten. Doch um Dir mein Vertrauen zu Dir zu beweisen, will ich fie Dir alle Drei schildern. Wir wollen einmal ihre guten und schlechten Eigenschaften betrachten. Da ist zunächst Walter. Er ist Junior-Partner eine» bedeutenden Geschäft», von ganz angenehmem Aeußeren, nur etwa» zu selbstbewußt. Er bestürmt mich mit seinen LtebeSbetheuerungen und möchte mich am liebsten ohne Verzug heirathen. Dann kommt Fritz. Er hat eine ausgezeichnete Stellung in einem großen Geschäft und schwärmt wich an, daß e» einen Stein erweichen könnte. Er ist ungemein bescheiden, wie ich fast noch keinen jungen Menschen kennen gelernt habe, hält aber beim Abschied meine Hand fest, al» ob er in den Krieg ziehen wollte oder al» ob ich ein höhere» Wesen sei. Drittens Richard. Er ist auch sehr bescheiden, wenn auch nicht in dem gleichen Maße tote Fritz. Er ist Architect und hat fich erst kürzlich etablirt. Alle drei find von angenehmem Umgang und ungefähr in dem gleichen Alter, genug, fie haben gleiche Aussichten. Für welchen von den Dreien soll ich mich nun entscheiden?" Bertha schwieg einige Minuten und schien nachzudenken. »Kannst Du nicht eine Wette oder etwa» dergleichen in Scene setzen?" sagte sie endlich. „Vielleicht läffrst Du fie etwa« vollbringen, woran» Du ersehen kanrst, wer von ihnen den besten Character hat." „Nein, Bertha, daS ist zu altmodisch. Die Z tt de» RitterthumS ist vorüber, e» muß etwa» Praktisches fein." I „Etwa» Praktische»?" rief Berrha au» und sprang so erregt auf, daß Margarethe sie erstaunt ansah. „Ich habe etwa». Der Gedanke wird Dir auch gefallen. Mathilde muß helfen." „Wer ist Mathilde?" „Eine Bekannte von mir, die den größten Blumenladen besitzt, in welchem man alle seltenen Blumen bekommen kann. Hierher kommen alle jungen Leute, um fich ihre Blumen für» Knopfloch zu kaufen. Ich werde Mathilde bitten, Dich für einen Tag unter die Verkäuferinnen aufzunehmen. Du mußt Deine Freier nur veranlassen, an dem bestimmten Tage den Blumenladen zu besuchen." „DaS ist in der That ein herrlicher Gedanke!" rief Margarethe au», die fich schon al» Blumenverkäuferin die Entscheidung treffen sah. „Wann fiehst Du Deine Anbeter wieder?" „Ich hoffe heute Abend, denn fie verkehren ja bet un»." „Dann äußere den Wunsch, eine seltene Orchidee zu haben. Sage gleichzeitig, daß Du sie in dem Laden meiner Freundin gesehen hast. Ich weiß bestimmt, daß Jeder morgen hingeht, um Dir die Blume zu kaufen." „Ausgezeichnet! Du bist ein Genie. Kann ich morgen schon die Probe machen?" „Gewiß.! Ich" gehe nun zu Mathilde, um Alle» zu ordnen. Vergiß nur nicht, Dein Aussehen zu verändern, damit Du nicht erkannt wirst. Ordne Dein Haar ander», setze einen Klemmer auf, genug, suche Dich auf alle mögliche Weise zu verstellen." Mit einem herzlichen Händedruck schieden die beiden Mädchen, und Bertha ging, um da» Nöthige zu besprechen. Regimenter zu 3 Bataillonen nicht allzusehr von der jetzigen zu 2 Bataillonen mit 9 Compagnien abweichen würde. Berlin, 6. Juli. Vom Fürsten BiSmarck wissen die „Leipz. R. N * * wieder mancherlei BrmerkenSwerthe« zu erzählen. ES wird bestätigt, daß der Fürst wegen seine» Befindens fast gar keine Besuche empfangen könnte. Die Schmerzen zwängen ihn dazu, fich die größte Schonung auf- zuerlegen. Noch dieser Tage habe eine Abordnung chilenischer Offiziere, welche den Fürsten vor ihrer Abreise begrüßen wollten, das Schicksal Aller theileu und darauf verzichten müssen, den Altreichskanzler zu sehen. „Die Herren haben ihm aber, obgleich er seit dem Jahre 1892 oder 93 nicht mehr in den Sattel gestiegen ist, ein Paar prächtige chilenische Sporen, Steigbügel u. s. w., die da» Herz jedes Reiters- mauneS erfreuen müssen, zum Geschenk gemacht." UebrigenS habe, so berichtet der Gewährsmann Wetter, Fürst BiSmarck trotz seines schmerzhaften Leidens seinen Humor und seine Getstesfrtsche bewahrt, sei auch körperlich bei gutem Appetit. Dagegen scheine unter den obwaltenden Umständen leider wenig Aussicht vorhanden zu sein, daß fich der Wunsch deS Fürsten, einen Theil de» Sommer» in Varziu zu verleben, verwirklichen läßt. — BemerkeuSwerth erscheint auch, was über die Theilnahme des Fürsten au den kriegerischen Ereig- nissev in Amerika gesagt wird. Daß ihm der spanisch- amerikanische Krieg die Ruhe seiner Nächte rauben würde, wenn sie sonst nur vorhanden wäre, glaube ich nicht. Er beobachtet natürlich den Gang der Ereignisse mit Aufmerksamkeit, aber mit der ganzen Kühle des vollständig unbe- theiligteu Zuschauers. Für durchaus unwahrscheinlich glaube ich e» halten zu müssen, daß er für die eine oder die andere der beiden kriegführenden Mächte eine besonder» stark entwickelte Sympathie empfände. WaS die Vereinigten Staaten betrifft, so meine ich nicht fehl zu gehen, wenn ich annehme, daß der Fürst, der bet uns Deutschen landläufigen Neigung, den Yankee» eine gehörige Tracht Prügel zn gönnen, wenigsten» nicht allzu schroff gegenübersteht, andererseit» aber dürften die Spanier ebenso wenig seine Liebe sein, au» G-Ünden, die ich in Ihrem Blatte früher schon einmal au« gedeutet zu haben glaube. Auch haben die Spanier fich nach Friedrich»ruher Auffaffung bisher doch mtnderwerthtg gezeigt- sie sind überdie» fanatische Deutschenhasser, und es ist nicht einzusehen, weshalb man fich für fie irgendwie in» Zeug legen sollte. Mit großer Befriedigung wird e» in Friedrich»- ruh jedenfalls ausgenommen werden, wenn jetzt der Anschein, der kürzlich bestand, al» ob auf deutscher Sette irgend eine Einmischung tu den spanisch-amerikanischen Streit unter Umständen tu Frage kommen könnte, zu weichen beginnt. Der Fürst hält die strengste Wahrung der Neutralität für die einzig richtige Politik Deutschland» und ist, glaube ich, der Meinung, daß wir mit der größten Gelassenheit ruhig zusehen können, wenn Spanien und Amerika fich gegenseitig gründlich das Fell gerben. Leipzig, 6. Juli. Bor dem Reichsgericht wurde heute der Sptouage-Proceß gegen den Bildhauer Friedrich Steinleu aus Luzern und gegen Albrecht Dussard auS Metz verhandelt. Ersterer wurde zu 18 Monaten Zuchthaus und zwei Jahren Ehrverlust, Letzterer zu zwei Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust ver- urtheilt- ferner wurde auf Stellung unter Polizeiaufsicht erkannt. Arrsknr-, Wien, 6. Jult. Der „Neuen Freien Presse" zufolge soll die Regierung den Entwurf eines ISprachengefetzeS bereits fertiggestellt haben. Dasselbe Blatt meldet aus Madrid, daß dort unbeschreibliche Aufregung herrsche. Die Hauptstadt Spaniens stehe am Vorabend der Proclamirung des Belagerungszustandes und ernster Ereignisse in den inneren Verhältnissen. Infolge der verschärften Censur fei die telegraphische Berichterstattung fast unmöglich. Triest, 6. Juli. Die Erdstöße in Dalmatien dauern fort. In mehreren Ortschaften sind neuerdings Häuser ein- gestürzt. Sämmtltche Brunnen sind versiegt, und unter der Bevölkerung herrscht Panik. Am anderen Morgen hatten die HabituöS der Stadt eine neue Entdeckung gemacht. „Im Blumenladen ist eine neue Verkäuferin!" rief einer dem andern zu, „Flora ist entlassen." Margarethe waltete in dem abgeschlossenen Raume, in welchem die frischen Blumen verkauft wurden, ihres Amtes schon seit früher Stunde, damit fie die Freierprobe vornehmen könne. Angenehm war die Beschäftigung gerade nicht, denn jeder Käufer fragte nach Flora, der sonstigen Verkäuferin. „Flora muh recht beliebt sein", dachte Margarethe bet fich, wunderte fich aber über den familiären Ton, den fast alle Herren anschlugen. Eine Stunde war vergangen. Da nahte ein eiliger Schritt, und vielleicht zum zwanzigsten Male befestigte Grethe Ihren Kneifer. Gleich darauf erschien Walter. In nachlässigem Tone fragte er: „Nun, Flora, wie geht» Ihnen heute?" Augenscheinlich hatte er noch gar nicht bemerkt, daß Flora nicht anwesend war. Er iah auf, bemerkte seinen Jrrthum und fuhr dann fort: „Verzeihen Sie, ich wußte nicht .... Aber wie heißen Sie, schöne» Kind--Kitty? Margarethens Blut kochte. „Nein!" sagte fie kurz. Dies war für fie genügend- einen solchen Mann wollte fie auf keinen Fall heirathen. Walter sah fie groß an. Da» war ihm noch nicht pasfirt, daß ein Mädchen ihn so kühl behandelte. Der Gedanke war für ihn schrecklich, aber er wußte bestimmt, daß fie unter seinen Blicken bald austhauen würde. „O, Sie find recht kurz angebunden!" entgegnete er. „Wollen Sie mir bitte die Orchidee geben, ich glaube, fie heißt Orchis peciliaris." Klagenfurt, 6. Juli. Nach mehrtägigem Regen ist in den Kärntner Bergen heftiger Schneefall etngetreten. Madrid, 6. Jult. Der Mintsterrath beschloß, nicht in FriedenSverhandlungen eiuzutreteu, sondern den Krieg so lange fortzuführen, wie noch ein spanischer Soldat fich auf Cuba befindet._________________________ Locales rrrrd provinzielles. Gießen, den 7. Juli 1898. •• Fürsorge für verwahrloste Mädchen. Wie mitgetheilt wird, ist seitens der Inneren Milsion schon seit längerer Zett beabsichtigt, eine Anstalt für gefährdete und verwahr- loste confirmtrte Mädchen ins Leben zu rufen. Schon seit Jahresfrist ist der RettungShauSverband Hessen und Hessen- Nassau dieser Arbeit näher getreten- leider war eS noch nicht möglich, das für Neu-Isenburg geplante Fraueuhetm zu eröffnen, eS wird nun wahrscheinlich demnächst inLangeu errichtet. •• Arbeitsnachweis für Reservisten. Die in der Frage der Etnsührung de» Arbeitsnachweise» für entlassene Reservisten im vorigen Jahre angeftellten Versuche haben nach einer Mittheilung deS KriegSmintsterium» zu einem abschließenden Ergebntß noch nicht geführt, weßhalb dieselben im laufenden Jahre fortgesetzt werden sollen. §§ Aus der Wetterau, 6. Jult. Aus dem Rücken etnes Stahlrosses durchquerten wir dieser Tage die Wetterau, und hatten reichlich Gelegenheit, den Stand der Saaten dort zu beobachten, sowie dem Fortgänge der laudwirthschastlichen Arbeiten unsere Ausmerksamkeit zu widmen. Bor allem fällt die Verspätung der Heuernte in der Wetterau auf. Das fortwährend regnerische Wetter ließ e» nicht zu, die Heuernte früher zu bewältigen. Im nördlichen Oberheffeu hat man doch viel schönes, uuberegueteS Heu tu die Scheuer fahren können, aber in der Wetterau, hauptsächlich in den Wiesengründen von Echzell nach Reichelsheim, lagert noch viel, ja sehr viel Heu in den Wiesen. Seine abgeblaßte Farbe verräth die lange Lagerung und Beregnung. In den dortigen Wiesen bemerkt man auch noch deutlich die Spuren der diesjährigen Ueberschwemmuugen. Gutes, erstklassige» Heu dürfte unserer Beobachtung zufolge wenig in diesem Jahre tu der Wetterau gemacht werden können. Wohl konnte auch tm Vogelsberg — abgesehen vom höheren, wo die Heuernte erst beginnt — die Heuernte noch nicht beendigt werden, allein der größte Theil derselben ist doch tu vorzüglichem Zustande unter Dach und Fach gebracht worden. Da wir gerade au der Heuernte find, so müssen wir eines etgenthüm- licheu Anblicks gedenken, der un» auf unserer Wanderschaft unmittelbar vor Hungen rechts ward. Dort sahen wir auf einer großen Wiese etwa 16 bi» 18 Heumacher und Heu- macherinneu barfuß auf dem keiueufallS trockenen Wiesenboden arbeiten. Die rothen Röckletu der feschen Arbeiterinnen ließen die Vermuthung aufkommen, daß dies Ausländer feien. Eine diesbezügliche Anfrage an einen daherfahreuden Dienst- knecht bestätigte diese Vermuthung. Nach des letzteren Mit- theilung waren die Heumacher Franzosen, welche der in Hungen wohnende Herr v. Oven hatte kommen lassen. Wie wir weiter erfuhren, arbeiten diese Ausländerinnen und Aus- länder für einen Taglohn von 1.30 bis 1.50 Mk. bei freier Kost und Logis. — WaS den Saat eustand in der Wetterau betrifft, so muh gesagt werden, daß derselbe, wie wir ihn von Echzell, Bingenheim, Reichelsheim bis Affenheim und weiter bezüglich des Weizens gesehen, ein wunderbar üppiger ist. Mannshoch find die Wetzenhalme emporgewachsen, dabei von einem erstaunlichen Umfange und dichtestem Bestände. Nein, solche Weizenfelder giebt eS in unserem nordwestlichen Vogelsberg nicht. Auch Gerste und Hafer steht prächtig. Wohl steht mau auch hta und wieder Lagerfrucht, aber doch im Allgemeinen ausnahmsweise. So weit wir auch voa unserem Stahlrößlein den Blick über die Saatfelder der Wetterau schweifen ließen, er weckte unsere Bewunderung. Schotte», 4. Juli. Der gestrige Hauptausflug des „Vogelsberger Höheu-Club»" auf den Hoherods- „Gern." Sie nahm die Blume und händigte fie ihm ein. Er warf ihr wieder einen erstaunten Blick zu. „Flora pflegte die Blumen mir int Knopfloch zu befestigen. ES ist mir angenehmer, wenn ein hübsche», junge» Mädchen die Blumen befestigt." Margarethe lächelte über da» Cowpliment und befestigte die Blume in seinem Knopfloch. „So ist» recht!" rief er au» und legte da» Geld hin. „Sie haben sehr hübsche weiße Zähne. Aber ich muß gehen, ich werde jedoch bald wiederkomweu. Leben Sie bis dahin wohl." „Lebewohl!" murmelte Margarethe und beobachtete den sich Entfernenden. „Nun kommt Nummer zwei." • ♦ Aber Nummer Zwei ließ einige Zeit auf fich warten. Grete nahm inzwischen ein kleines Frühstück ein und wollte fich wieder an ihren Platz begeben, al» fie den Architecten bemerkte, der recht gemüthlich daher kam und die Construction de» Ladens genau zu betrachten schien. Er schien fich um Nicht» weiter zu kümmern, und Margarethe athmete auf. Er forderte ebenfalls eine Orchis, die Grete ihm mit Vergnügen anheftete. Sie knüpfte ein Gespräck mit ihm an, um ihn auszuforschen, während er sich stillschweigend einen Stuhl nahm. „Ist dies nicht ein hübscher Ring?" fragte fie und zeigte auf einen einfachen, schmalen Reif, den sie an den dritten Finger gesteckt hatte. „Ausgezeichnet. Sie find doch verlobt?" „Ich vermuthe, Sie auch!" entgegnete fie, ohne seine Frage zu beantworten. „Noch nicht", erwiderte er, „wenn ich hetrathe, sehe ich । auf» Geld." köpf war trotz vorhergegangeuer sehr regeuerischer Tage diesmal auffallend vom Wetter begüafttgt und von mehreren Hunderten frequentirt. Die kraftvolle Festansprache hielt Herr Pfarrer Koller von Herchenhain- fie schloß mit einem begeistert aufgenowwenen dreifachen Hoch auf den hohen P o- teetor des Clubs, Seine König!. Hoheit den Großherzog. Bon Herrn Pfarrer Briegleb in Darmstadt (früher in Wingershausen) ging folgender Festgruß ein: „Dem gesawmten B. H. C. ein herzliches „Frischauf!" vom 80jährigen Kameraden Briegleb." Die Wege waren so abgetrocknrt, daß die nächstliegenden Höhen Taufstein, Geiselstein, Landgrafenborn rc. das Ziel vieler Besucher wurden. Mainz, 6. Juli. Wie dem „Mainzer Anz." mitgetheilt wird, ist ein hiesiger Weinhändler wegen zu niedriger Selbsteinschätzung seiner Einkommen» auf Antrag der Steuerbehörde vom Gericht zur Zahlung einer Strafe von 50000 Mk. verurtheilt worden. Der Betreffende ist in der glücklichen Lage, daß er die Summe ohne Widerrede sofort gezahlt haben soll. ♦ Berlin, 3. Juli. Zu dem tödtlichen Unfall des Lieutenants v. Kap-Herr auf dem Bahnhofe von Rathenow berichtet dem ,,Berl. Tagebl." ein Augenzeuge: Lieutenant v. Kap-Herr hielt an der Spitze der 4. Schwadron mit feinem Pferde direct vor der Barriöre, als das Pferd infolge des Pfiffs der Locomotive plötzlich scheu wurde, über die Barriöre setzte und seinen Reiter vor die Räder der Locomotive auf die Geleise warf. In demselben Augenblicke ging der Zug über den Körper des Offiziers hinweg. Als die Maschine zum Stehen gebracht war, zog man aus den Rädern Körperteile und Uniformstücke der Unglücklichen hervor. Die Umstehenden waren vor Entsetzen wie gelähmt. Offiziere und Mannschaften des Regiments kamen sofort in grober Zahl heran. Die Gliedmaßen des auf so entsetzliche Weise Getödteten wurden zusammengetragen und in einem rasch herbeigeholten Lazarethkorbe in das Militärlazareth gebracht. Premierlieutenant v. Kap-Herr war seit 5 Monaten verheirathet. * heiteres von der Wahl. Der Restaurateur K. in Rosenberg in Westpreußen erläßt im dortigen Stadtblatt folgendes Inserat: „Zehn Mark Belohnung zahle ich Demjenigen, der mir den namhaft macht, der bei der Reichstagswahl den auf meinen Namen lautenden Stimmzettel abgegeben hat." — Herr K. scheint die ihm zugedachte Ehre für eine schwere Beleidigung zu halten. * Ob's was hilft? In Höxter wurde ein neuer Todtenwagen angeschafft. Das Stadtoberhaupt erließ dieserhalb im dortigen Kreisblatt folgende Bekanntmachung: „Die Einwohner werden ersucht, den Todtenwagen mehr als bisher zu benutzen!" Eine schöne Zumuthung. • Die Veranstaltung eines WettfchlachtenS beabsichtigt die „Allg. Fl.-Ztg." zum Herbst za vrranftaiten, für welche» natürlich genaue Bedingungen über die Art des Schlachten» vorgeschrieben werden sollen. Denn es kommt nicht allein auf die Schnelligkeit an, mir der ein Thier geschlachtet wird, sondern auch darauf, wie die Schlachtung sich vollzieht. Deßhalb haben die Meldungen über die Schnelligkeit, mit der einige Fleischer in Amerika geschlachtet haben, nicht viel Bedeutung, wenn diese Herren sich auf ihre Schlachtrefultate hin jetzt auch als die „Schlachtwelimeister" bezeichnen. Wir find überzeugt, daß man in Deutschland und besonder» in Berlin, wo die EagroSschlächtergesellen eine bedeutende Hebung int Schnell- und Gutschlachten besitzen, zu sehr günstigen Resultaten kommen, und daß ein solcher Schlachtwettkampf auf das ganze Fleischergewerbe sehr förderlich einwirken wird. Die „Allg. Fleischer-Ztg." in Berlin fordert daher Gesellen, die fich für außerordentlich gewandt im Schlachten halten, zur Theilnahme an dem geplanten Wettkampf auf und ersucht die zu einem solchen Wettkampf geneigten Gesellen — nicht nur Deutschlands, sondern auch de» Auslandes — ihr zunächst ihre Namen und Adressen mitzutheilen. • Line Bitte an die Dameawelt richtet die „Elbinger Ztg." ES wird ja AllrS getragen, was Mode ist, sogar Margarethe sah ihn an und brach dann die Unterhaltung kurz ab. Al» er gegangen war, blickte fie ihm einen Augenblick nach, rief bann aber aus: „Der Elende! Also Geld will er haben. Aber so haben wir nicht gewettet. Er mag sehen, daß er eine Andere findet, ich will auch von ihm Nlch'S mehr wissen. Es ist eigentlich schade, denn er gefiel nttr von Allen noch am besten." Nun wartete fie auf Fritz, aber dieser kam nicht. Der Geschäftsschluß nahte, Fritz war noch nicht dagewescn. Margareihe dachte schon bei sich, daß er fich Nichts aus ihr mache, weil er die Blumen nicht holte, als er endlich kam. Heute war von Schüchternheit nicht daS Geringste zn bemerken, im Gegentheil machte er ziemlich ungenirte Redensarten. „Dor einigen Wochen war ich hier, aber nun werde ich jeden Tag kommen, wenn es hier solch hübsche Mädchen gibt. Uebrigen» wie ist e», wir wollen tu den nächsten Tagen einen größeren Ausflug machen, barf ich einladen? Hübsche junge Mädchen werden immer gern gesehen." Nau konnte Margarethe nicht länger an fich halten. Sie riß ihren Kneifer von der Nase und sagte bitter: „Nein, ich danke, Herr Schrader, ich glaube, es ist das Beste, wenn wir un» Überhaupt nicht wehr sehen." Sie wandte fich um und ließ den verblüfften Fritz stehen. ♦ • An demselben Abend hörten zwei Herren zu ihre« großen Leidwesen, daß Fräulein Herbert nicht zu sprechen sei. Auch in den nächsten Tagen wurden sie nicht vorgelaffen. Fritz aber gab fich nicht einmal die Mühe, noch einmal bei seiner Angebeteten zu erscheinen, die fich bald daraus mit de« Sohne eines Geistlichen verlobte. Die Freierprobe hatte ihr die Augen geöffnet. i zugedachte Ehre für Uchen Unfall de» e„m Bahnhöfe von .^ Augenzeuge: der 4. Schmadron J* Ä das M D Icheu wurde, übet 30r die Räder der emfelben Augenblicke W hinweg. Als R man aus den M Unglücklichen her« Hetzen wie gelähmt, rits lamm sofort in es auf fo entsetzliche agen und in einem l Mttärlazareth ge> Dar seit 5 Monaten Häßlicher. Wir wollen aber dazu auffordern, etwas Hübsches in Mode zu bringen, weil damit ein guter Zweck verbunden ist. Die Zeitung lesenden Damen — und welche liest heute keine — wissen, daß die Bervstetvwerke io Palmnickeu dem bisherigen Besitzer, Gehetmrath Becker, von der Regierung sbgekauft worden find. Die Damen werden auch wissen, daß der Geheimrath Becker durch nicht einwandfreie Machenschaften die einst so blühende Bernstein KuustdrechSleret au den Rand des Abgrundes gebracht hat- so mancher betriebsame Handwerksmeister ist mit seiner Familie ins Elend dadurch gekommen. Das Monopol Beckers ist beseitigt- die Bernsteindrechsler athmen wieder auf, fie hoffen auf bessere Zeiten. Die werden aber nur kommen, wenn wieder echter Bernstein in Mode kommt, sei eS als Schmuck oder in Kunstgegeu' ständen. WaS war nicht schon alles Mode?! Bettelarmbänder, Jet, Tulafilber, Schildpatt, Schmiedeeisen mit Kupfer, Goldbronce, rusfiiche Bronce, Delfter Sachen usw. Sagen wir einfach: Bernstein ist Mode, Haar und Hutnadeln, Brochev, Hals- und Armbänder, Briefbeschwerer, Federschalen, Fächer usw. aus Bernstein. Es giebt wundervolle Kunstwerke aus Bernstein, welche ein fürstliches Hau» zieren können. Den BerosteindrechSlern aber wäre geholfen, nachdem fie in der Staatsverwaltung einen wohlwollenden Lieferanten bekommen haben. Also sagen wir: Bernstein ist die neueste Mode." — Bet dieser Gelegenheit seien folgende strtisttsche Angaben mitgetheilt: Die Berusteinernte tu den Bergwerken von Palmnikeu war tm vergangenen Jahre fast ebensogroß wte 1896. AuS Bergbau wurden gewonnen 4100 Eentner, durch Stechen, Schöpfen und Lesen 100 Centner (gegen 4200 und 180 Centuer im Borjahr). Beschäftigung fanden in der Berosteiviodnstrie zusammen 1200 Menschen. * Die größten MeereStiefeo. In der Zeitschrift „Himmel und Erde" wird Folgendes mitgetheilt: Bisher nahm man an, daß die größte Meerestiefe 8515 Meter betrage. Diese Tiefe ist im Jahre 1874 von dem amerikanischen Schiffe „Tuscarora" 200 Kilometer südöstlich von der Kurilen- Znsel Urup unter 44 Grad 55 Minuten nördlicher Breite und 152 Grad 26 Minuten östlicher Länge gemessen worden. Das englische Kriegsschiff „Pinguin" hat nun zwischen den Gesellschafts- und Kermandek-Jnseln drei große Tiefen von mehr als 9000 Metern gelothet. Sie liegen unter: Südliche Breite Westliche Länge Tiefe 23 Grad 39 Min. 175 Grad 4 Min. 9184 Meter 28 „ 44 „ 176 „ 4 „ 9413 „ 30 „ 28 „ 166 „ 39 „ 9427 „ Beachtenswerth ist, daß diese Orte durch Strecken von weit geringerer Tiefe getrennt sind. Sie bestätigen die Regel, daß die tiefsten Punkte des Meeres nicht auf offenem Ocean, sondern in der Nähe des Landes angetroffen werden. Wissenschaft, Literatur und sinnst. — Ergänzungs- und Register-Band zur fünften Auflage von Meyers Conversations-Lexicon. Man wird sich der lebhaften Sympathiebezetgungen erinnern, die unserem National- werte, dem Meyer'schen ConversationS-Lextcon, anläßlich der Vollendung seiner fünften Auflage im Spätherbst vorigen JahreS aus weiten Kreisen entgegengebracht worden sind. Nach einer kurzen Spanne ^eit treten die Herausgeber heule mit einer neuen erstaunlichen Arbeitsleistung vor die Oeffentlichkeit. Es liegt in der Natur der Sache, daß der Inhalt eines Nachschlagewerkes von so außerordentlicher Vielseitigkeit, das zu seinem Erscheinen eines Zeitraumes von über vier Jahren bedurfte, fortwährender Wandlung und Neugestaltung unterworfen ist. Die Ansammlung der dadurch hervor- gerufenen Neuerungen, Veränderungen, Berichtigungen und Ergänzungen hat die Redaction von Anfang an als eine Hauptaufgabe aufgefaßt, um das Wichtigste davon dem Bestand des ConverfationS- Lexlcons einzuverleiben. Dem soeben zur Ausgabe gelangten 18. (Er- gänzungs- und Register-) Band verdankt nun das siebzehn- bändige Hauptwerk nicht nur eine lückenlose Vervollständigung bis auf den Tag seiner Vollendung, sondern vor Allem auch das für die eingehendere Benutzung überaus werthvolle und unentbehrliche Register derjenigen Namen und Gegenstände, welche im Werke nicht als selbstständige Stichwörter erscheinen konnten und nun mit Hilfe dieses Registers aufgefunden werden können. Aber der Schwervunkt des Ganzen beruht dock auf nicht minder wichtiger Basis. Es ist bekannt, daß düse Fortführungen von Meyers Conversations-Lexicon weit über den Rahmen ihrer ursprünglichen Anlage hinaus zu selbstständigen literarischen Erscheinungen ausgestaltet worden sind, die der Bestimmung gerecht zu werden suchen, durch Aufnahme von Materien und Fragen, die tief in das Tagesinteresse einschneiden, durch die Zusammenfassung der markantesten Aeußerungen des modernen Lebens auf allen Gebieten ein Spiegelbild des Fortschritts unserer heutigen Eultur zu entwerfen. Die fast unerschöpfliche Fülle hochinteressanter Arbeiten, welche das 1086 Seiten starke Buch umfaßt, gestattet eine Kennzeichnung leider nur in Umrissen. So lese man die Artikel: Agrarfrage, Arbetterfchutz, «Versicherung, -Wohn- nungen, Auswanderung, Gewerkvereine, Handwerkerfrage, um sich zu überzeugen, wte erquickliche Wärme und strenge Darteilosigkeit mit den übrigen Vorzügen in der Behandlung dieser wichtigen Themen wetteifen. In ideeller Beziehung zu den letzteren steht die feinsinnige, vergleichende sociologische Studie: Lebenshaltung. Den inneren Strömungen und dem polittfchen Parteiwesen tragen die Aufsätze: Bund der Lanbwirthe, Alldeutscher Verband und eine vertiefende ethnographisch-geschichtliche Abhandlung: Deutsches Volk, Rechnung. Die neuere Gesetzgebung ist in einer Reihe klar und fachlich behandelter Artikel vertreten, voran die über das neue Bürgerliche Gesetzbuch, über Abzahlungsgeschäfte, das Reichsbörsen- geletz, Börfensteuergefetz, die Gewerbegesetzgebung u. a. Die Ergebnisse der neueren Forschungsreisen in Afrika, Asien, Amerika und Australien sind in umfassenden Berichten niedergelegt; der geographisch- geschichtliche Theil verzeichnet außerdem noch in feinen Hauptarttketn die letzten Bewegungen in allen Staaten und Ländern der Erde. Hier finden wir auch ausführlichere Mtttheilungen über die Entwickelung unserer Colonien. Zum großen Theil mit vorzüglichen bildlichen Darstellungen reich ausgestattet wurden die Arbeiten über die neuen Erscheinungen im gefammten Verkehrswesen. Auf technischem Gebiet geben längere Artikel über Acetylen, Aluminium, über die Fortschritte der Electrotechnik (mit zahlreichen Abbildungen), über neue Maschinen (Diesels Wärmemotor, mit Tafel), Fahrrad, Fernrohr (mit vielen Textbilbern) Zeugniß von dem Bestreben der Herausgeber, ihr Werk auf gleicher Höhe mit der Entwickelung der technischen Wissenszweige zu halten. Mit demselben Scharfblick verfolgt die Redaction auch die Resultate der naturkundlichen Forschungen; die Abhandlungen über die hygienischen Ergebnisse der Feriencolonien, über neue Methoden der Heilkunde (Blutferumtherapie, Immunität) lassen die Mitwirkung erster Fachautoritäten erkennen. — Die illustrative Ausstattung des neuen Bandes mit nicht weniger als 580 Abbildungen, Karten und Plänen im Text und auf 42 Tafeln, darunter 10 Farbendrucktafeln und 7 felbststänbige Kartenbetlagen, zeigt dieselbe Planmäßigkeit in der Ausgestaltung dieses Theils, wte bet den Bänden des Hauptwerkes. Von den Sondertafeln in Farbendruck verdienen die Tafeln: „Prachtfische der südlichen Meere", „Luft- spiegelungsgewässer in der Wüste", „Mondnacht in ben Tropen", „Zur Geschichte der Uniformen", Tafel I/II, besondere Hervorhebung. Hervorragend zeitgemäß erscheint aus der Reihe der Holzfchnttttafeln die Tafel „Kreuzer" (Panzerkreuzer und geschützte Kreuzer der wichtigsten Krteasflotten), während die Tafeln „Hohe Häuser" (in Nordamerika), „Felssprenguny unter Wasser", „Tropengebäude", Tafel I/II, „Zur Geschichte der Taschenuhr" Darstellungen von so eigenartigem Interesse vorführen, daß sie der Aufmerksamkeit deS Beschauers besonders empfohlen sein mögen. Schiffs — Der Postdampfer „Kensington" der „Red Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramm am 5. Juli wohlbehalten in Newyork angekommen. ______________________________ kKalte Speisen bei heißem Wetter. Eine kühle und angenehme Speise, stets willkommen Jung und Alt, ist eine Blanc-Mange mit Brown und Polson'S Mondamin (35 Gr. 10 Minuten mit V» Liter Milck, Zucker, Vanille, wenig Sal, gekocht). Derselben kann gekochtes Obst, Fruchtsaft rc. beigegeben werden. 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