*** Buchbinderei Galvanoplastik **w iterpensionat rstr. 24. «ie. ff ; Urer °°(i W™® itteKW gurt. . Ti*»*- M !lg 96g S4.H lOLg lv&< । n* ,fl1 £*• f allet Art ' kail,mi"nischM *’“* 66^. J»W. A"“’lto2^ _______ ! ' *a«en. Klagen. Nr. 6 Erstes Blatt Samstag den 8. Januar 1S9S Hrscheiut täglich nut Ausnahmc des Montags. Die Gießener Aamitienvlätter werden dem Anzeiger wöchentlich viermal bcigelegt. (Eichener Anzeiger ZLezugspreis vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorn,. 10 Uhr. General-Anzeiger Alle Anzcigen-VcrmittlungSstellen des In» und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gieren. Redaction, Expedition und Druckerei: Schutstrahe Ar. 7. Gratisbeilage: Gießener Familienblätter. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hießen. Fernsprecher Nr. 51. Deutscher Erfolg in China. Schneller, als man erwarten durste, ist die deutsch- chinefische Angelegenheit geregelt worden. Die hierauf bezügliche Mittheilung des ReichSanzeigerS kam völlig überraschend, da Niemand glauben konnte, daß die Affaire bereits ihre Erledigung finden würde, ehe das unter dem Befehl des Prinzen Heinrich nach Ostafien unterwegs befindliche Geschwader vor Ktao-Tschau Anker geworfen hätte, umsomehr alS der Gang der Verhandlungen mit der chinesischen Regierung sich von jeher als ein äußerst schleppender erwiesen hat, und es immer schwierig gewesen ist, von China Zugeständ- niste zu erlangen. Unsere Regierung muß der festen Ueber- zeugung von vornherein gewesen sein, daß die Angelegenheit ohne jede Complication mit anderen Mächten sich regeln lasten würde, denn sonst hätte fic sich kaum so kühl den Anzapfungen von englischer Seite gegenüber verhalten, welche uns allerlei Gefahren an die Wand malte, die unser Vorgehen in Ostafien mit sich führen würde. Wie wir wiffen, ist die deutsche Expedition von dem weitaus größten Thetle des Volke« freudig begrüßt worden - nach dem Bekanntwerden deS Vorhabens machte sich sofort ein frischer nationaler Zug bemerkbar, der in einer lebhaften Autheiluahme deS Volks an dem Unternehmen seinen Ausdruck fand. Deutschland muß seinen Platz unter den Völkern bewahren, daS ist die Ansicht aller nationalgefinnten Kreise, eS muß die seinen Landsleuten in fernen Gebieten zugefügten Beleidigungen rächen und unserem Handel und unserer Industrie neue Wege öffnen und neue Märkte erschließen. Daß dies heute bei der scharfen Coucorrenz, welche die Mächte sich gegenseitig machen, äußerst schwierig ist, liegt auf Hand denn fast überall, wo wir noch anklopfen konnten, heißt es „besetzt". Das große, bisher noch so wenig erschlossene chinesische Reich bot noch solch' einen Punkt, auf den wir unsere Hände legen durften, denn China ist unS noch immer die Zahlung der Rechnung schuldig geblieben, die wir ihm für unsere wirksame Unterstützung bet dem Frieden von Shimonesek übersandt haben. Alle übrigen dabet bethetligten Länder hatten bereits Eorschädigung erhalten, Rußland im Norden, Frankreich im Süden, nur Deutschland war noch leer auSgegangen. „W«r beanspruchen ebenfalls unfern Platz in der Sonne, ohne Jemanden verdrängen zu wollen-, so sagte StaatSsecretär v. Bülow im Reichstage in se ner Jungfernrede, als er wegen der Expedition interpelllrt wurde. Aber er führte schon damals aus, daß wir mit China in einem freundschaftlichen Verhältniffe leben, welches voraussichtlich durch daS Vorgehen Deutschlands nicht gestört werden würde. Und er hat Recht gehabt- streng nach den Bestimmungen deS Völkerrechts haben ro t unsere neuen Beziehungen zu China durch einen Vertrag geregelt, der von großer Vorsicht und Umsicht zeugt, Deutschland große Vor- theile gewährt und dabet doch dar Ansehen Chinas in keiner Weise herabwürdigt. Mag auch baß Wort „Pachtvertrag" nut formell gebraucht worden sein, und die ganze Angelegenheit thatsächlich auf eine wirkliche Erwerbung der Kiao-Tschau- bucht hinauSlaufeu, so ist gegen den Vertrag doch von keiner Seite eine Einwendung zu machen, er geht nur Deutschland und China an- England wird jeder Vorwand genommen, sich benachtheiligt zu sehen, ebenso hat Japan keinen Grund, unserem Vorgehen irgendwie Mißtrauen entgegenzusetzen. Der Abschluß deS Vertrages bedeutet unzweifelhaft einen Sieg der deutschen Politik gegenüber der englischen, denn England hat Alles aufgeboten, die Schritte Deutschlands zu Lurchkreuzeu. Auf friedlichem Wege haben wir also eine Errungenschaft gemacht. Ohne prahlerische Vorbereitungen haben wir mit festem Entschluß uns eine Interessensphäre in Ostafien gesichert, die unserem Handel eine Basis schaffen soll, auf welcher er sich au-dehuen und entwickeln kann. Nicht auf einen Läudererwerb ist eS abgesehen, sondern, wie es im Vertrage ausdrücklich heißt, auf Erlangung eines Stützpunktes für Handel und Sch fffahrt- und die Berechtigung dieses Wunsches wird von China besonders anerkannt. Wir haben schon mehrfach Gelegenheit gehabt, auf die feste, zielbewußte Polst ' hinzuweisen, welche augenscheinlich wieder von deutscher Seite betrieben wird- der Erfolg in Ziiao-Tschau ist ein Zeichen derselben. Mit froher Zuversicht können wir in die Zukunft blicken, da ersichtlich unsere Regierung nicht geneigt ist, fich auf eine Abenteuerpolitik ein- zulaffen, sondern bei allen Gelegenheiten umsichtig und mit Vorbedacht vorzugehen. Diese Erkenntniß wird auch da» Ausland erlangt haben und dazu beitragen, unser Ansehen im Rathe der Völker zu heben, unfern Credit zu steigern und unserem Handel und unserer Industrie neue Wege zu ebnen im Jntereffe der Gesammtheit des deutschen Volke», (xx) Deutsches Reich. Berlin. 6. Januar. Der Kaiser hörte heute Vormittag den Vortrag deS Chefs de» Militär-CabinetS, Generals v. Hahnke. Berlin. 6. Januar. Prinz Heinrich setzte nach der für seine Ausreise festgesetzten Segelordre bereits heute mit der „Deutschland" von Port Said aus die Reise durch den Suezcaval fort. Da» nächste Reiseziel ist Aden, da» am 12. d. MtS. erreicht wird. Nach eintägigem Aufenthalt daselbst geht Prinz Heinrich alsdann nach dem indischen Ocean in See. Berlin, 6. Januar. DaS Befinden de» Fürsten Bismarck ist neuerdings, wie der „Localanzeiger" aus Friedrichsruhe meldet, befriedigend. Die Schmerzen In den Füßen haben nachgelaffen und auch daS Gesammtbkfinden hat fich gehoben. Berlin, 6. Januar. Auch in diesem Jahre scheint eine Zusammenkunft deS Deutschen Kaisers mit dem Zaren in AuSficht genommen zu feto. Wie der „Local- anzetger" aus Kopenhagen meldet, wird da» rusfische Kaiserpaar anläßlich deS 80. Geburtstage» de» König» lm April d. IS. dort anwesend sein und voraussichtlich mit dem Deutschen Kaiser zusammentreffen. Berlin, 6. Januar. DaS StaatSwinisterium trat heute Nachmittag 2 Uhr in seinem Dienstgebäude zu einer Sitzung zusammen. Es handelte fich um die Durch- berathung von dem Landtage zu unterbreitenden Vorlagen. Die Nachricht, daß Finanzminister v. Miquel dem Kaiser über eine Novelle zum VereinSgesktz Vortrag gehalten habe, wird von einer Berliner Correspondenz insofern bestätigt, als thatsächlich im Ministerium de» Innern eine solche Novelle ausgearbeitet worden sei. Berlin, 6. Januar. Wie verlautet, ist die bekannte Eingabe der Berliner UniverfitätSprofefforen an den akademischen Senat um Verwendung zur Herbeiführung einer staatlichen Unterstützung für Errichtung volkSthümlicher Hochschul- curse abschlägig beschieden worden. Der Gedanke soll jetzt in anderer Form Gestalt gewinnen. Berlin, 6. Januar. Zu dem Gerücht über eine geplante Novelle zum Vereinsgesetz schreibt die „Post": Nach unseren Informationen darf eS als vollständig ausgeschloffen erachtet werden, daß die Frage, ob eine Novelle zum Bereins- gesetz abermals dem Landtage vorzulegen ist oder nicht, überhaupt an maßgebender Stelle noch zur Erörterung steht. Wir würden eß begreift ch finden, wenn nach der Ablehnung der vorjährigen Vorlage daß Sraatöministerium fich bei seinem Wiederzusammentritt nach den Gommerferien nochmals mit der Frage beschäftigen würde, ob eine neue Novelle vorzubereiten wäre oder nicht. Ader nach dem, waS wir erfahren haben, scheint eine Entscheidung darüber und zwar in verneinendem Sinne schon vor längerer Zeit gefallen zu fein. Die Erklärung, die der Herr Reichskanzler In der Reichstags- fitzung vom 11. December zur Vereinsgesetzfrage abgegeben hat, dürfte als eine Bestätigung dessen anzusehen sein. Berlin, 4. Januar. Ueber die Pariser Welt-Au»- stellnng und die dort beabflchtigten Einrichtungen machte der ReichScommissar in einer in Berlin abgehaltenen Versammlung von Vertretern deS deutschen Jngenieurberuf» einige nähere Mittheilungen, die von der „Deutschen Bauztg." wiedergegeben werden. ES sollen in der Ausstellung 18 Fachgruppen gebildet werden, für deren jede ein befondere» Gebäude bestimmt ist- doch find die Gebäude mehrerer Gruppen zufammengezogcn worden- die deutsche Ausstellung erscheint oarnach an 15 bi» 16 Stellen deS AusstellungS-GebieteS. Letzteres erreicht bei 109 Hectar Größe noch nicht die Hälfte der Größe der Chicagoer Ausstellung. Man hat auch die Enge der Ausstellung in Paris lebhaft empfunden und Er- weiterungSpläne in Betracht gezogen, für die aber da» Gebiet weit außerhalb der Stadt gesucht werden muß- e» ist sogar an die Verlegung eine» Stücke» der Ausstellung nach Versailles gedacht worden. Aber es scheint wenig AuSficht für ErweiternngSpläne vorhanden zu fein. Die Haupt- fchwierigkeit geht von der Stadt Paris aus, die für das Ausstellungswerk 20 Mill. Fr», hergibt, daran aber die Erwartung eine» entsprechenden Nutzens knüpft, den sie geschmälert steht, wenn Thetle der Ausstellung nach außerhalb verlegt werden. Dte räumliche Trennung der Gruppen bringt neben dem Vorzüge der leichten Ueberficht über ein bestimmtes Gebiet mehrere Nachtheile für die Aussteller mit sich. Neben dem breiten Raum, den Frankreich belegt, werden die engen Plätze der fremden Nationen in ihrer Wirkung sehr herabgedrückt. Die Schaffung großer wirk'amer Gesammtbilder ist erschwert- e» werden vorwiegend Einzelbilder entstehen, mit welchen keine großen Eindrücke zu erzielen find und die trotzdem kostspielig werden- es ist auch möglich, daß bei dem Hineinpreffen großer und kleiner Ausstellungsstücke in denselben engen Raum recht ungünstig wirkende Ausnutzungen desselben entstehen. Hierbei ist insbesondere daran zu denken, daß —- mit Ausnahme der Motoren gewiffer Arten — keine Zusammenfassung der Maschinen zu einer gemeinsamen Ausstellung stattfindet, vielmehr alle Specialmaschinen In den betreffenden Gruppen mit zur Ausstellung kommen. Der Reichs- commiffar warnt davor, „breit" auszustellen- die auf Local- AuSstellungen sehr begründete Breite gehöre auf Welt-AnS- stellungen nicht. Auf diesen sollte nur daS zur Schau gebracht werden, was für Besucher anS dem AuSlande Jntereffe erregt und zur Förderung des Verkehrs mit dem AuSlande dienen kann, wogegen Alle», was nur auf den engeren heimischen Kreis berechnet ist, fern bleiben muß. ES müffe bei der Auswahl unserer Ausstellungsstücke ferner die Eifersucht beachtet werden, mit der besonders seitens Frankretch» und England» die deutsche industrielle Entwickelung Überwacht wird. Minderwerthe Ausstellungsstücke würden geradezu schädigend wirken- jede» englische und französische Winkelblättchen würde davon Anlaß nehmen, die Leistungsfähigkeit Deutschland» herabzusetzen. Straßburg i. S., 6. Januar. Heute Nachmittag um 4Vs Uhr stürzte ein vierstöckiger Neubau am alten Weinmarkt, der lediglich auS Eisen und Hausteinen aufgeführt war, in sich zusammen. Die Ursache deS Unfalls tst unbekannt. Zwei Tobte, drei Schwerverwundete und sechs Leichtverwundete sind geborgen, einige Personen werden noch vermißt. Die Feuerwehr besorgt mit großer Aufopferung die im höchsten Grade gefährlichen Rettungsarbeiten. Der Einsturz der stehengebliebenen Theile wird jeden Augenblick erwartet. Der kaiserliche Statthalter Fürst zu Hohenlohe- Langenburg begab fich sofort an die UnglückSstelle. Tiedenhofe», 6. Januar. Gestern stürzte in der Friedenshütte in Knenttlingeu der Schornstein eine» Hochofens ein. Bisher wurden sechs Todtt und drei schwer Verletzte unter den Trümmern hervorgezogen. München, 6. Januar, von der au» Rom gemeldeten angeblich bevorstehenden Verlobung de» Grafem von Turin mit einer bayerischen Prinzessin ist hier in unterrichteten Kreisen nichts bekannt. Mannheim, 6. Januar. Amtlich wird gemeldet: Heute Vormittag 91/* Uhr entgleisten fünf Wagen vom Schluß de» Zuge» 562 bei der Ausfahrt auS der Station Gernsheim an einer Weiche. Beide Fahrgeleise waren gesperrt, daS östliche Nachmittags um 1 Uhr wieder fahrbar. Die Reifenden mußten umsteigen. Die Personenzüge erlitten zwei Stunden Verspätung. Personen wurden nicht verletzt. Da» östliche Geleise wurde durch die umgefallenen Wagen auf 50 Meter lang zerrissen. x Arislaud. Prag,6. Januar. Die Führer der Jungtschechen find für morgen Vormittag zur Conferenz mit dem Minister- Präsidenten Gautsch nach Wien eingeladen worden. Rom, 6. Januar. Wie die Blätter melden, herrscht unter der unter italienischer Herrschaft stehenden Bevölkerung in Erithrea die größte Unzufriedenheit. Die Bevölkerung droht, fich zu erheben. Benedig, 6. Januar. Auf dem adriatischen Meere herrscht großer Sturm. Man befürchtet Schiffbrüche. Ein Lloyd- dampser ist mit fieben Stunden Verspätung eingetroffen. Paris, 6. Januar. Der bekannte Historiker Senator Hamel ist gestorben. London, 6. Januar. In einem Artikel Über die Kiao- Tschau-Angelegenheit sagt die „Time»": „Wir dürfen annehmen, daß Deutschland die Pachtung von Kiao-Tschan, waS alle practischen Zwecke anlangt, al» endgiltige Abtretung in voller Souveränetät betrachtet, und die Chinesen im Grunde ihre» Herzen» derselben Meinung find." Belgrad, 6. Januar. Wie amtlich gemeldet wird, ist Exkönig Milan zum Commandanten des activen Heere» ernannt worden. Athen, 6. Januar. Der Kriegsminister verbot nochmals auf da» Strengste die Betheiligung der Offiziere an geheimen Gesellschaften. (Fortsetzung folgt.) 19,118,000 Zur CrgS am der der mit Deutsche Magyaren Romanen 10569000 7435000 5472000 3719000 3488000 1271000 i 3256000 1910000 2799000 696000 2000 96000 125000 uns die Deutschen als Deutsche Magyaren Czechen und Mähren Polen Ruthenen Slowenen Kroaten Serben Slowaken Rumänen Italiener und Ladiner Armenier Zigeuner und Bulgaren Andere Nationalitäten Nach dieser Tabelle zeigen sich der zahlreichste und mit Recht einflußreichste Volksstamm, und das Verhältniß verbesiert sich noch wesentlich zu ihren Gunsten, wenn man an jede einzelne der hier aufgeführten Völkerschaften den culturellen Maßstab anlegt. Selbst die Magyaren mit ihren 7'/, Millionen stehen noch erheblich gegen die Deutschen zurück, was die Namensbrüder der letzteren im Norden angesichts der anmaßenden Haltung des ungarischen Volkes einigermaßen verwundern dürfte. Ungarn im Ganzen besitzt wohl eine Kopfzahl von 15 133 000, davon gehören jedoch nur die Hälfte, 7 356 000, zu der magyarischen Raste. Die andere Hälfte besteht aus Deutschen (1988 000), Slowaken (1 896 000), Rumänen (2 589 000), Ruthenen (379 700), Kroaten (183 600), Serben (495 100), Wenden (70 900) und Angehörigen verschiedener Völker (172 000). Der bunten Völkernatur entspricht natürlich auch die Sprachen» und Religionskarte. Soviel einzelne Völker, soviel Gasglühlichtlaternen erklärt. Die Zahl der LeuchtgaSabuehmer betrug 1. April 1897 781 mit 10020 Flammen, die Zahl HetzgaSabnehmer 196 mit 856 Flammen, die Anzahl Gasmesser 1022, die Zahl der ^GaSkraftmaschineu 36 Dem von Herrn Dtrector Bergen erstatteten Bericht Über die Berwaltungsergebnisse des städtischen GaS- und Wasserwerkes Gießen für 1896/97 entnehmen wir Folgendes: 1. Gaswerk. Der Gesamrnt-GaSverb rauch des BetriebSjahreS vom 1. April 1896 bi« dahin 1897 betrug 995164 Cbm. gegen 921215 Cbm. im vorhergehenden Jahre, somit Zunahme 73949 Cbm. Kohlend erbrauch im Betriebsjahre zur Gaserzeugung 3390000 Kgr., zum Schmieden (Bchmtedekohlen) 3500 Kgr., zusammen 3393 500 «gr. — 100 Kgr. Sohlen ergaben im «etriebsjahre 29.44 Cbm. GaS, 67.09 Kgr. CokeS, 5.64 Kgr. Theer, 7.60 Kgr. Ammoniakwafler. — 100 Kgr. vergaster Kohlen erforderten zur Unterfeuerung der Retorten 21.50 Kgr. LokeS. — Auf 100 Cbm. Gaserzeugung waren erforderlich zur Unterfeuerung 73.04 Kgr. CokeS. Der Gesammt-Gasverbrauch vertheilt sich auf die einzelnen BerbrauchSgruppen wie folgt: Privatbeleuchtung 545 556, Kraft», Hetz- und KochgaS 162 696, Straßen- beleuchtung 192720, GaS» und Wasserwerk 33116, Verdichtung und Verlust 61 076, zusammen 995164 Cbm. Die Gesammtzunahme gegen das Vorjahr beträgt 73 949 Cbm. --- 8.03 pCt. gegen 10 09pCt. im Vorjahre. Die Zunahme für die Privatbeleuchtung allein beträgt 5.59pCt., deSgl. für GaSkraftmaschineu 17.84pCt., desgl. für Koch- und Heizgas 45.24pCt. Die Zunahme au Koch- und Heizgas mit 45 24pCt. war hiernach besonders erfreulich.— Der Gasverbrauch der Straßenbeleuchtung hat fich um 6094 Cbm. verringert, trotzdem durchschnittlich 13 Laternen mehr als im Vorjahre brannten, welche Crsparntß fich durch die weitere Umänderung von 125 gewöhnlichen Laternen in bereit stellten, sodaß eS den Fuhrleuten unmöglich war, Alles in einem Tage zu überwältigen. Um die regelmäßige Abfuhr zu fördern, ist es geboten, daß die Kehrichtkasteu an jedem der drei Fahrtage in der Woche zur Abholung bereitgestellt werden. ___________ R. Reichelsheim i. W., 6. Januar. In unserem Städtchen hat fich ein Instrumental verein gebildet, an dem sich bereit« 22 active Mitglieder betheiltgen, worunter acht begabte junge Leute find. Mainz, 5. Januar. Bor einiger Zeit fand die Der- st ei g er un g eine« CarouffelplatzeS auf dem Meßplotzr statt, der (bei nur zwei erschienenen Concurreutev) um den Preis von 1500 Mk. an einen Carouffelbcfitzer für die Dauer der nächsten Frühjahrsmesse überging. Mittlerweile stellte es fich heraus, daß der eine der damals erschienenen Agenten von seinem Prinzipal den Auftrag erhalten hatte, den Platz für daS Caroussel zu steigern und bis zu einem Betrag von 3000 Mk. für die Dauer der Frühjahrsmesse zu bieten. Die beiden Agenten hatten fich aber mit einander verbunden und gegen eine Abfindungssumme von 500 Mk. bot der andere Agent nicht auf den umstrittenen Platz, so daß der andere Agent denselben für den Preis von 1500 Mk. erhielt, für welchen er beauftragt war, bis zu 3000 Mk. zu bieten. In dieser Manipulation, die zur Kenntniß der Stadt Mainz gekommen ist, erblickt dieselbe einen BerrugSfall, und die Staatsanwaltschaft hat gegen die beiden Agenten, welche den Vorfall bestreiten, eine Untersuchung einaeleiiet. 91>/z Pferdekräften. Eine Leuchtgasflamme verbrauchte im Jahresdurchschnitt 54 Cbm. GaS. Die 36 GaSkraftmaschineu vertheilen fich auf die einzelnen Gewerbe wie folgt: Bäckerei 1, Brauerei 1, Cigarrenktstenfabrik 1, Bau- und Möbelschreinerei 4, Wasserpumpeubetrteb 4, Druckereien 4, SelterSwasserfabrik 1, Messerschmiede und Schleifereien 2, Physikalisches Institut 1, Instrumentenmacher 2, Lampenfabrtk 1, Hutfabrik 1, Metzgerei und Wurstfabrtkeu 5, Wäscherei 1, Farbfabrik 1, Kassen- schraukfabrtk 1, Glaserei 1, zur Erzeugung elektrischen LichtS 1, Gaswerk, GaSsauger 2, Cokesbrecher 1. Der Gasverbrauch einer Pserdekraft obiger 36 Motoren betrug im Jahresdurchschnitt 877 Cbm. Die Anzahl der öffentlichen GaSlarernen betrug wh 1. April 1897 558, hiervon find 184 RichtungSlatrrnen. Diese 558 Straßenlaternen fitzen fich zusammen aus 364 gewöhnlichen Abeudlaternen, 49 gewöhnlichen RichtungSlaterneu, 10 Abendlaterneu und 135 RtchtuugSlateruen mit IuerS Glühlichteiurichtung. — Jeder der 11 Lateruenwärter hatte durchschnittlich 51 Laternen zu bedienen. — Die Anzahl der öffentlichen Petroleumlampen betrug am 1. April 1897 14 Stück. Die Kosten der Straßenbeleuchtung betrugen: für Gasbeleuchtung 25662.38 Mk., für Petroleuwlaterueu (einschließlich Herstellung und Bedienung) 523.22 Mk., in Summa 26185.60 Mk. — Eine gewöhnliche Richtungslaterue brauchte in 3670 Brennstunden A 160 Liter 587 Cb«. GaS A 12.856 Pfg. — 75.46 Mk. im Jahre,- eine Richtung-- latente mit Glühlicht (ohne Zündfl.) in 3670 Brennstunden A 110 Liter, dazu das immer brennende Zündflämmchen in 8760 Brennstunden A 10 Liter: 491 Cbm. GaS A 12.856 Pfg. ---- 63.12 Mk., hierzu für Glühlicht-Eksatztheile durchschnitt- ltch für eine Laterne im Jahre 4 Glühkörper, 2 Chliuder und 1 Magnesia-Träger mit Aufsetzen 7 Mk., zusammen 70.12 Mk. im Jahre- eine gewöhnliche Abendlaterne brauchte to 1777 Brennstunden A 160 Liter 284 Cbm. GaS A 12.856 Cbm. — 36.51 Mk. tm Jahre- eine Abendlaterue mit Glühltcht (ohne Zündfl.) in 1777 Brennstunden A 110 Liter, dazu daS immer brennende Zündflämmchen in 8760 Breun- stunden a 10 Liter: 283 Cbm. GaS A 12.856 Pfg. ----- 36.38 Mk., hierzu für Glühlicht-Ersatztheile durchschnittlich für eine Laterne tm Jahre 4 Glühkörper, 2 Cylinder und 1 Magnesia Träger mit Aufsetzen 7 Mk., zusammen 43.38 Mk. im Jahre. Tägliche GaSabgabe (in 24 Stunden) stärkste am 12. December 1896 mit 5081 Cbm., geringste am 25. Mai 1896 (2. Pfiagstfeiertag) mit 990 Cbm., durchschnittliche 2726 Cbm. gegen 2516 Cbm. im Vorjahre. Die größte stündliche Gasabgabe fand am 13. December 1896 zwischen 5 und 6 Uhr AbendS statt mit 569 Cbm. Die Lichtstärke des Leuchtgases soll nach Stadt- verordnetenbeschluß vom 13. Mat 1890 bei einem stündlichen Gasverbrauch von 150 Liter 13 bis 15 sog. deutsche VereinS- Parafinkerzeu betragen. Neuherstellungen im Gaswerk. In dem abge- laufenen Betriebsjahre kam der für die gesteigerten Anforderungen des Gaswerks so dringend benöthigte Bau eines neuen Gasbehälters zur Ausführung. 125 Straßenlaternen wurden für AuerS Glühlichtbeleuchtung umgeändert, sodaß am Ende des Berichtsjahres 145 Glühltchtlaternen vorhanden waren. Soweit bis jetzt hinsichtlich der Straßenbeleuchtung eine eigene Erfahrung vorliegt, bewährt fich das Glühltcht im Allgemeinen gut und wird eine weitere angemessene Ausdehnung dieser Beleuchtung — allerdings mit vorsichtiger Beachtung mehrfach angestrebter neuer Brenner-, einrichtungen — tm Auge behalten. DaS städtische GaSrohrnetz erfuhr auch im Be- triebSjahre 1896/97 wieder eine namhafte Ausdehnung bezw. Verstärkung und Erneuerung. Die Getammtlänge aller Haupt- Hierzu kommen noch _ _ Zigeuner und andere Nationalitäten. Die slavischen Elemente bilden hiernach nur die knappe Hälfte der Bevölkerung, haben also schon aus diesem Grunde keinen Anspruch auf die Verwandlung des Landes in einen ausschließlich slavi- schen Staat. Allerdings ist ihre Zahl beinahe doppelt so groß wie die der Deutschen, trotzdem bedeuten sie — von dem culturellen Uebergewicht der letzteren ganz abgesehen — auch als Nationalität betrachtet, bei weitem nicht so viel wie diese, da sie fich unter einander wieder aus den hete- rogensten, nach Cultur, Sprache und Interessen total verschiedenen Volksstämmen zusammensetzen. Wenn wir nämlich die oben angeführten vier Hauptstämme in die einzelnen ihnen zugehörigen Völkerstämme zerlegen, so gestaltet sich das Bild, das wir erhalten, wie folgt: Es röirj Wuissus das M "Meidet, um * Saale’ Sä!.- Netzen, Don M SS?« gefaxt 386t Msburgel' L D°s 3177000 31*; Seelen. $a' 5000 Arinen« Angehörige a kleinerer W Wenden Mer- und < * Hüt plindkM heutige" öftere Dai von lhni e dieM : breiteten. M . besetzt, die '■ drängenden st den deutschen Wickelung der beobachten wv während sich Theil nieder! geben. 188 1 32*/j B, v 36 pCt. wedi Zahl der 2m 74, unter der 92% M. J Deutschen die arlberg 99 M 55 pCt.) In Mähren ein ki der Bevölkern! Bevölkerung. Die Slai Men der h groben Völkern LölkerftäMe Desterreichr ei' Mähren, im t von hier aus und Macedoni Kroaten und l der eroberten ( aren und Run zechllen in Rc dir Czechen, Mi letzteren die SI bilden 46 pH Czechen bewohn und Schlesiens, die Polen We und der Bukow rnark, Kärnten mtien, Kroatin Hausen ebensallt Die Magy und dar W Deutschland nc Raße an, fonbi uralaltaischen Bekenner der : Are Urheimatk in Pannoi Oesterreichs Völkerstämme. Geographisch-ethnographische Skizze. Von Alexander Bauer. (Nachdruck verboten.) Locale- unb provinzielles. Gietzen, den 7. Januar 1898.. ZustizrathStitel. Nach einer Mittheilung des „N. I M. A." wird in der nächsten Jahresversammlung der I hessischen Anwaltskammer ein Antrag zur Brrathung kommen, I der tm Anschluß au eine Resolution der württembergischen Anwälte empfiehlt, die Annahme deS JustizrathStitelS ab zu- I lehnen. Man hält es, nach dem angegebenen Blatt in Au- waltSkceisen für unvereinbar mit der Würde und Unabhängig- I feit des Anwaltstandes, daß dessen Mitgliedern durchweg in späteren Lebensjahren ein solcher Titel verliehen werden darf, I während andere Beamteucategorien, die weder gesellschaftlich, I noch der Vorbildung nach auf einer höheren Stufe steheu, I eine derartige Auszeichnung meist ungleich früher zu Theil wird- I Theatervereiu. Wenn wir, als behaglich genießende I Zuschauer im Theater fitzen, dann ahnen wir nicht die Sorgen, I die die Veranstalter dieser Aussührungeu vor derselben hatten. I Ob die Unternehmer zünftige Directoren find, oder nur ehren- I amtlich damit betraut wurden, fie alle trifft daS gleiche Ber- I hüngniß. So mühelos vorbereitet, wie die Vorstellung des I Theater'BereivS am 12. Januar, war noch keine, einstimmig I war Gabriel Borgmann gewählt, einstimmig, als Interpret I der Titelrolle, Herr Bauer aus Frankfurt bestimmt worden und umgehend dessen Zusage gegeben. Da kommt, wie ein I Blitz auS heiterem Himmel, fast in letzter Minute die Absage, I selbstverständlich wohl motivirt, man ist in Frankfurt sehr I höflich. Groß war der Schreck, doch nur kurz, der Funke I fliegt, die ReichShaupiftadt hat Erbarmen und eine ihrer I ersten Kunststätten, daS Deutsche Theater sendet unS seinen ersten Helden, Herrn Hermann Nissen. Unmöglich I ist es, von allen den Ehren zu berichten, die dem gottbe- | gnadeten Künstler zu Theil wurden, freuen wir uns, einen I solchen bedeutenden Künstler für Gießen gewonnen zu haben und hoffen wir, daß unS dieser seltene Genuß ungetrübt bleiben möge. Concert bei Kroubauer'scheu QuartettVereiuS am 9. Januar im Clubsaal. Wir kommen heute noch einmal auf das Programm zurück und constatiren hierbei mit Genug- thuung, daß außer der mitwirkenden Künstlerin, über die selbstredend ein Männer-Quartett nicht verfügen kann, Alle S von Mitgliedern ausgeführt wird. Auch Herr Paul Polster, der stets fleißige Helfer am Clavier, gehört als langjähriger Freund dem Quartett an, wenn er auch, wie ein humoristischer Herr sagt, nur A la suite desselben gestellt ist. Von den acht Chören, die der Verein fingen wird, ge- hören nur drei dem Volkstone an, die übrigen find Kunstlieder, darunter einige, die vom Dirigenten und den Sängern ernste Arbeit verlangen, dann aber auch zu den daukbarsteu Aufgaben gezählt werden. Kleine Cabinetstückchen find die Compofitionen von Lizt und Schumann, die vom Solochor ausgeführt werden, auch diese Herren haben fich recht Lohnendes ausgewählt. ♦♦ GetreidepreilNotiruugeu. In einer gemeinsamen । Sitzung des hessischen LandwirthschaftSrathS und der Vertreter der LandwirthschaftSkammer für den Regierungsbezirk Wiesbaden wurde beschlossen, vom 1. Januar ab mit den Noti- : Hingen der Getreidepreise auch die Bi eh preise deS ! Schlachtviehhofes zu Frankfurt a. M. und die Getreidepreise deS Mannheimer Fruchtmarktes zu veröffentlichen. Ferner wurde die Bekanntgabe der Frankfurter Heu- und Stroh- preise, sowie der Futter- und Düngermittelpreise für wünschens- werth erklärt. Trotzdem soll das Abonnement für den Bezug der PreiSnotiruugen nicht erhöht werden. Bis jetzt find 270 Landwirthe, Gemeinden, Confumvereine und sonstige land- wirthschaftliche Korporationen im Großherzogthum Hessen an dem Bezug der Preisnotirungen der Frankfurter Fruchtbörse betheiligt. Bottrage für Landwirthe. Der hessische Land- wtrthschäftSrath hat beschlossen, in Zukunft alljährlich abwechselnd in den Provinzialhauptstädten (zum ersten Male vom 31. Januar bis 5. Februar in Darmstadt) VortragS- curse für practische Landwirthe abhalten zu lassen. Die Curse haben den Zweck, praktischen Landwirthen und sonstigen Interessenten Gelegenheit zu bieten, fich über die neuesten Fortschritte auf dem Gebiete der Landwirthschaft und einschlägiger Fächer von sachverständiger Seite Kenntniß zu verschossen und in DiScusfioneu eine gegenseitige Aussprache über eigene Erfahrung und Klärung gegenseitiger streitigen Fragen in Gegenwart und Mitbetheiligung von Sachverständigen zu ermöglichen. •• Sine Anzahl junger Lehrer auS dem Großherzogthum Hessen hat fich, auf eine Aufforderung des ColonialamteS hin, zum Dienste in die afrikanischen Colonien gemeldet, und wurde auch ein Theil der Bewerber angenommen. Diese Lehrer müssen aber erst einen zweijährigen CursuS an dem orientalischen Seminar in Berlin durchmachen, um die nöthigen Sprachkennlniffe zu erlangen. Die jetzige milde Witterung dürfte, wenn fie noch langer anhält, unseren jungen Qbstbäumen zum Verderben gereichen. Infolge der hohen Tageswärme ist die Saftströmung bereits gestiegen, wa» sich, namentlich bei Fliederbäumen, schon deutlich bemerkbar macht. Den Schaden bringen dann die stets folgenden kalten Frostnächte. Kehrichtabfuhr. In letzter Zett wurden vielfach B e - sch werd en laut, daß die Kehrichtkasten unregelmäßig durch die städtischen Fuhrleute abgeholt würden. Der Grund der verzögerten Abholung war der, daß einestheilS fich vor und nach den Feiertagen größere Quantums Asche und Hausabfälle angesammelt hatten und anderntheilS, daß viele Bewohner die Aschenkasten nicht an jedem Fahrtage, sondern \ nur SamStagS bezw. die Woche nur einmal zur Abholung 10.569,000 7,435,000 3,496,000. einige Hunderttausend Armenier, (Schluß.) Das jetzige Reich umfaßt im Ganzen 622,328 Quadratkilometer mit (nach der Volkszählung vom Jahre 1890) 41,359,000 Einwohnern. DaS Reich ist in zwei Reichshälften getheilt: das österreichische Staatsgebiet (Cisleithanien) und das ungarische Staatsgebiet (Transleithanien) Ersteres umfaßt die im Reichsrath vertretenen Länder Oesterreich, Salzburg, Steiermark. Kärnten, Krain, Istrien, Görz und Gradiska, Triest, Tyrol, Böhmen, Mähren, Schlesien, Galizien, Bukowina, Dalmatien; letzteres die Länder der ungarischen Krone, Ungarn, Siebenbürgen, Fiume, Kroatien, Slawonien, Grenzgebiet. Beide Reichshälften sind durch eine Realunion verbunden, sind gleichberechtigt, besitzen aber jede ihre besondere Verfassung, Gesetzgebung und Verwaltung. Die ungarische Hälfte ist der räumlich größere (322,000 Quadratkilometer), der österreichische Theil ist aber stärker bevölkert (24 Mill, gegen 17 Millionen Einwohner in Ungarn) Im Wesent- lichen setzt sich die Bevölkerung der Gesammtmonarchie au» vier großen Volksstämmen zusammen: dem germanischen, slavischen, magyarischen und romanischen. Das geschieht nun zwar auch in anderen Staaten, in Oesterreich besitzt jedoch nicht einer dieser Völkerfiämme ein besonderes Uebergewicht, sondern alle vier sind in gewaltiger Anzahl vertreten. Ver- theilen wir die 41 Millionen Einwohner lediglich nach diesem Gesichtspunkt, so erhalten wir folgende Ziffern: Slaven 19,118,000 3 NssrHiillunasberickrt. 1 röhren betrug am 1. April 1897 rund 33100 Meter, die 2lus dem städtischen LZerwaitUNgsoe aj Gesammtlänge aller Haus- und Laternenznlettnngen rund (Fortsetzung.) I 5797 Meter, daS Gesammt-GaSrohrnetz rund 38887 Meter oder 5.185 deutsche Meilen. Einladung in der in aller litt» I- —MH' riWiWiiliMBMMB Versteigerungen, i | Holzverkauf Die Slawen hausten in alter Zeit in den westlichen Theilen des heutigen europäischen Rußlands. Während der großen Völkerwanderung drangen eine große Anzahl slawischer Lölkerftämme in Gebiete des heutigen Deutschlands und Oesterreichs ein, im 5. Jahrhundert nahmen sie Böhmen und Mähren, im 6. Jahrhundert Länder nördlich der Donau ein, von hier aus schoben sie sich weiter nach Misien, Thrazien und Macedonien vor. Um dieselbe Zeit etwa eroberten die zur Ergäuzuugswahl des Vorstandes der israelitischen Religiousgemeiude zu Gießen. Es wird zur Kenntniß der Interessenten gebracht, daß in Gemäßheit der Bestimmungen der Wahlordnung für die Wahl des Vorstandes der israelitischen Religionsgemeinde zu Gießen, vom 4. August 1871, in diesem Wfc das Mitglied Herr Nathan Rosenthal aus dem Vorstande ausscheidet, und daß. die hiernach erforderlich gewordene Ergänzungswahl Freitag den 14. Januar 1898 ut dem Saale des alten Rathhauses dahier stattfinden soll. Sämmtliche nach § 2 der Wahlordnung Stimmberechtigten werden in dieser Wahl mit dem Bemerken eingeladen, daß die Abstimmung Vor- lnittags von 9—13 Uhr und Nachmittags von 3—4 Uhr itattfindet. Katholische Gemeinde. Samstag den 8. Januar. Nachmittags um 4 Ubr und Abends um 8 Uhr Gelegenheit zur hl Beichte. Sonntag den 9. Januar: ' ftcfl der Erscheinung de- Herr«, vormittag- von 61/» Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; . um 7 Uhr erste hl- Mesie; vor und in derselben Aus, thetlung der heil Communion; „ um 8 Uhr: zweite heil Messe; „ um 91/« Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 5*/i Uhr: Christenlehre, darauf Festandacht mit Segen. und Musikalien. Lieferung Arten Musik-Instrumente. Romanen gehören die Italiener, Friauler, Ladiner und Rumänen. Die Italiener bewohnen die südlichen Thetle Tirols, Triest und Dalmatien, die Friauler Görz und Gradiska, die Ladiner Südtirol. Die Rumänen finden wir außer in der Bukowina in Siebenbürgen und im östlichen Ungarn. Die Juden (P/8 Millionen), verteilen sich n allen österreichischen Staaten, am zahlreichsten sind sie in Ungarn und Galizien vertreten, in Ungarn allein 707,400. Außerdem beherbergt Oesterreich noch in geringer Menge Armenier (In Galizien, Siebenbürgen u. s. w.), Z-geuner (in Ungarn), Albanesen (in Dalmatien) u. s. w. Auf den Character, die Geschichte und den Culturstandpunkt aller dieser Völkerschaften näher einzugehen, gestattet uns der knapp zugemesiene Raum nicht. Das Gesagte dürfte indeß schon hinreichend sein, dem Leser von der ethnographischen und sprachlichen Zerfahrenheit des österreichischen Ländercomplexes einen Begriff zu geben und ihm die Schwierigkeiten klar zu machen, welche sich nicht nur der Cultivirung, sondern allein schon der politischen Zusammen- faffung all der Völkerschaften entgegenstellen. Neueste Nachrichten. Depeschen deS Bureau „Herold". Berlin, 7. Januar. Dr. Richard Wrede, Herausgeber der „Kritik", wird strckbrtefl ch verfolgt. Derselbe',war zu 6 Monaten Festungshast verurtheilt, welche er am 2. November tu Wetchselmünde antrat. Am 31. December wurde er auf seinen Antrag auf vier Stunden beurlaubt und bet dieser Gelegenheit entfloh er. Berltu, 7. Januar. Mit der Reorganisation der Berliner Crtmt nalp oltzet soll, wie offictös gemeldet wird, im nächsten Jahre der Anfang gemacht werden. Berlin, 7. Januar. Der bayerische Hofschauspieler Max Hofpaur hat daS Goethetheater vom 1. December KSmgl. Obttfiirstmi Kroftorf. Freitag d. 14. Januar 1898, Vormitt. IO Uhr, im Freund'schen Gasthause zu Krofdorf. Schutzb. Krofdorf: Distrikte 1 u. 2 (Wettenberg u. Forst): Nadelholz — 8 rm Scheite, 9 rm Knüppel, 305 rm Reiser; Distrtct 10 a (Diebs- faul): Buche — 102 rm Scheite, 16 rm Knüppel, 11 rm Stockholz, 250 rm Reiser; Distrikte 17, 20, 28a, b (Buchwald): Eiche — 28 rm Scheite, 29 rm Knüppel, 225 rm Reiser; Buche — 10 rm Scheite, 6 rm Knüppel, 20 rm Stockholz, 80 rm Reiser; Distrtct 24 c (Kühbett): Eiche = 6 rm Scheite, 3 rm Knüppel, 207 rm Reiser. Der Königliche Obersörster. Zitherlehrer Adolf Arnold Giessen, Ueuen-B&ue 16. Vertretung der vorzüglichen Zithern- und Saiten - Erzeugnisse • von J o h. Jobst in Graz. ■ Lager ■> Zithern, Saiten, Requisiten Gießen, den 7. Januar 1898. Der von Großh. Kreisamt Gießen ernannte Uahl-Commissär. Hach. 368 10569000 ; 435000 5472000 3719000 3486000 1271000 3256000 1910000 0799000 '696000 2000 96000 Sprachen, und wer etwa, wie man dies vielfach findet, der Anficht huldigt, daß Oesterreich ein ausschließlich katholisches Land sei, der ist gewaltig im Jrrthum, denn es gibt daselbst Angehörige aller möglichen Religionen. Das römisch-katholische Bekenntniß überwiegt allerdings mit seinen 27 750000 Anhängern, ihm schließt sich das griechisch-katholische mit 4 482 OOO Bekennern an. Die evangelische Kirche zählt ins- gesammt 3865000 Anhänger, wovon 1519000 auf die Augsburger, 2 345000 auf die helvetische Confession entfallen. Das griechisch - orientalische Bekenntniß ist mit 3177 000 Jüngern vertreten, das Judenthum zählt 1868000 Seelen. Dann gibt es noch etwa 8000 Altkatholiken, 5000 Armenier, 6200 Unitarier, 4000 Confessionslose und Angehörige anderer Religionen oder Religionsschaften in kleinerer Anzahl. Montirtes Gleis u. Kippwagen, n-u, sowie gebraucht, hat billig abzugeben, zum Kauf oder Miethe 18 Hermann Hess. Frisch grschchne Käsen, sowie Pariser Kopfsqlat empfiehlt 373 H. Motz, MSusburg 17. Wenden wir uns nun der Betrachtung der einzelnen Völker- und Sprachenstämme zu, so finden wir, wie wir oben gesehen haben, germanische Stämme seit der römischen Zeit mindestens im vorübergehenden Besitz eines Theils der heutigen österreichischen Länder. Karl der Große besetzte das von ihm errichtete Avarenreich mit bayerischen Colonisten, die sich mehr und mehr südlich und nördlich der Donau ausbreiteten. Auch Böhmen mar zunächst mit deutschen Männern besetzt, die zuerst im 5. Jahrhundert von den nach Süden drängenden slavischen Stämmen verdrängt wurden. Auf den deutschen Elementen beruhte die Gründung und Entwickelung des österreichischen Staats. Unter den Deutschen beobachten wir auch die höchste Entwicklung des Schulwesens, während sich für die übrigen österreichischen Länder zum Theil niederschmetternde Verhältnisse in dieser Hinsicht ergeben. 1880 konnten von der männlichen Bevölkerung 32>/z pCt., von der weiblichen im Alter von über 6 Jahren 36 pCt. weder lesen noch schreiben. In Galizien betrug die Zahl der Analphabeten unter der männlichen Bevölkerung 74, unter der weiblichen 79 pCt., in Dalmatien sogar 82 und 92% pCt. In der österreichischen Reichshälfte bilden die Deutschen die Mehrzahl (in Oesterreich, Salzburg und Vorarlberg 99 pCt., in Steiermark. Kärnten, Tyrol 68, 72 und 55 pCt.) In Böhmen repräsentiren sie ein reichliches, in Mähren ein knappes Drittel, in Schlesien sogar die Hälfte der Bevölkerung; Ungarn zählt ihrer etwa 13 pCt der Bevölkerung. ab auf fünf Jahre gepachtet und wird daffelbe zu einer Opernbühne umwaudelu. Budapest, 7. Januar. Ja, Torontaler Comitat ist die HungerSuoth auSgebrochen. Ja vielen Ortschaften find bereits Fälle von Hungertyphus vorgekommen. Pari!, 7. Januar. „Petit Journal" zufolge wird der Vertheidiger Esterhazys beantragen, daß bei der bevorstehenden Verhandlung rheilwetse die O.ffeutlichkeit auS- geschloffen werden soll, da unter den Acten fich mehrere Schriftstücke befinden, deren Veröffentlichung schwere Folgen haben dürfte. Mathias Drryfu» befindet sich unter steter polizeilicher Controle. Es wurden Maßregeln getroffen, die eine Flucht desselben unmöglich machen, für den Fall, daß Esterhazy fretgesprochen werden sollte. Parts, 7. Januar. In Sachen Esterhazy soll das Kriegsgericht bevollmächtigt werden, fich sofort nach dem Urtheilsspruch als Ehrengericht zu constituireu, so daß Esterhazy, wenn er vom LaudeSverrath freigesprochen wird, sofort wegen Beleidigung seiner Vorgesetzten, begangen durch seine Briefe, welche er an Frau Boulauger gerichtet hat, ver- urthc lt werden kann. Pari», 7. Januar. Leon DreyfuS ist gestern aus Mülhausen f. E. hier angekommen und sofort von dem Untersuchungsrichter vernommen worden. Marseille, 7. Januar. An der Küste von Beaudöru ist ein großer unbekannter Dampfer gesunken. Ein zur Rettung auSgesandteS Schiff sank ebenfalls. Paris, 7. Januar. In RegterungSkretsen zeigt man fich über das zwischen Deutschland und China getroffene Uebereinkommeu vollkommen befriedigt. Man erwartet nur baldige höfliche Anzeige und die Versicherung, daß Deutschland wettergehende Absichten in Oftafien nicht hegt. Minder optimistisch beurtheilr man an maßgebender Stelle die Ab- fichten Englands. Madrid, 7. Januar. Hier geht daS Gerücht von dem Ausbruch einer neuen Ministerkrist» infolge der Antwort deS General-ProcuratorS auf den Protest deS Generals Weyler. Vielleicht tritt nur der Justtzminifter zurück. Auf heute Abend ist ein Mtnisterrath zusammen berufen. Wien, 7. Januar. In Linz fand gestern ein deutscher BolkStag statt, dem 22 ReichsrathSmitglieder und LandtagSabpeordnete beiwohnten, sowie Tausende Deutscher aus Ober-Oesterreich und Salzburg. Der BolkStag nahm drei Resolutionen an, worin die Haltung dec Deutsch-Cleri» calen scharf verurtheilt wird. London, 7. Januar. We verlautet, will Rußland in Folge der Uederlaffung von Ktao-Tschau an Deutschland von China ein gleiches Recht in Bezug auf Port Arthur und die Halbinsel Liao-Ton g fordern. England und Japan wollen dies aber verhindern und den Besitzstand Chinas aufrecht erhalten. Charleroi, 7. Januar. Die allgemeine Vereinigung der Grubeuarbeiter hat gestern beschloffen, einen Congreß der Grubengewerkschaft für nächsten Sonntag einzuberufen. Die örtlichen Gewerkschaften werden jede für fich zu entscheiden haben, ob wegen der Ausgabe deS neuen Reglement» der Ausstand erklärt werden soll. Man glaubt an eine weitere Ausdehnung des StrikeS. Konstantinopel, 7. Januar. Der Großvezir hat tu den letzten Tagen mehrfach den Wunsch geäußert, zurück- zutreten. Athen, 7. Januar. DaS Herzleiden des Kronprinzen soll sich verschlimmert hob:n weshalb die Reise nach Neapel und der Riviera bereit» in den nächsten Tagen angetreten wird. Loudon, 7. Januar. In Börsenkreisen clrculiite gestern ein bisher unbestätigtes Gerücht, wonach die englische Regierung die Garantie für eine 3procentige chinesische Anleihe von 16 Millionen Pfund zum Emisfionspretse von 110 übernommen habe. MAW UM _ ^'9^ Kliffuhr von vorzüglic ster seLW^ RaigLR^L Qualität. Alleinverkauf für Gleesen bei J. M. 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CONOEBT zum Besten eines Saalbaufonds Sonntag den 9. Januar 1898, Abends 5 Uhr, im grossen Saale des Gesellschaftsvereins unter Leitung seines Dirigenten Herrn Leopold Geller und unter Mitwirkung der Concertsängerin Frau Maria Schott-Mohr aus Mainz (Sopran). Programm: 1) Männerchore: a. Morgen im Waide. Fr. Hegar b. Tief ist die Mühle verschneit. Th. Podbertsky. 2) Arie aus „Hochzeit des Figaro“. W. A. Mozart. 3) Duette f. Tenor u. Bariton. 4) Lieder f. Tenor. 5) - Mannerchöre: a. Spinnt Spinn! H. Jüngst, b In stiller Nacht. Joh. Brahms. o. Wiegenlied. Joh. Brahms. 6) Lieder f. Bariton. 7) Solo-Quartette. 8) Lieder f. Sopran. 9) Männerchöre: a. Mondnacht. Ed. Schultz, b. Waldlied. i*ob. Schumann. 10) Frühlings-Erwachen, Männerchor m. Sopr., Solo- u. Clavier-Begleitung. Th. Gouvy. Eintrittskarten ä Mk. 1.—, Sperrsitz i Mk. 2.— sind in der Musikalienhandlung Ernst Challier (Rudolphs Nachf.) zu haben. 71 Concert-Haus Lonys Bierkeller. Sonntag den 9. Januar 1898: Großes Concert und Vorstellung der süddeutschen Singspielgesellschaft Excelsior. drei Damen und drei Herren, Specialitäten ersten Ranges. Anfang 4 und 8 Uhr. T—IL 378 Es ladet ergebenst ein________________________C. Krnse. Quäker Oats wird morgen GamStag in meinem Geschäfte von sachkundiger Hand zubereitet; hiervon werden Proben gratis verabreicht. Zu flcfl. Besuch ladet ergebenst ein 369 Emil Orbigr, Bahnhofstraße 30. Zn Zolgr günMgen, glötzerm Einkaufs fite, bestgepflegte Holl. Sardelle« sehr vorthetlhast bet 377 Telepho« 46. A. & G. Wallenfels Markt 21. : anerkannt beste Suppenwürze, ist zu haben bei Carl Schwaab, Hoti., 1 _____________Seltersweg.__ in jeder beliebigen Kohriftart und Kuteuerto werde® eu BiUeigen Preisen angefertigt in der Brühl’schen Univ.-Druckerei (Pietsch AScheydi) MAGGI | Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'scheu Universitäts-Buch» und Steindruckerei (Pietsch & Schehda) in Gießen.