«t. 287 Erstes Blatt. Mittwoch den 7. Tcmnbcr 1S98 NNMUd uen4 $K luineNwir »es ■letH-lgl. *t «Himer ®e*t(t«elfattcr •trbre Rnzngn »ijmtjHt »i er mal Vnetltfli. Gießener Anzeiger W’MT*- WirrttljMrtH., 1 »ar? 80 i*i ■aeerti* 78 V* ■U Bnngedee-w. ID » ----- 1 Kart 60 HV» tirrteiN*«** **««!«• In jagen zu 6er NachmiNa§- ftr 6« Hg-nf— t*< «scheu« adru Vhiemrr bii Bereu 10 Uhr General-^lnzeiger RI» Injngm-8cnnintun| leAeeM e*Bra Injeigra ben •i*ncr V*|<*f . wr> —T— l ' 1 ' — —--------------- ■ ~ ' — Gnüisdeiülgk: Gießener JFamtlitnblätttr. | “’SSK"* T___■—iu m ■ n ■ i ■■■—U Deutsche» Reich. M.P.C. Berit«, 6. Drcrmber. Die Frage kann bi» zu einem gew'ffen Grade auch jetzt noch al» eine offene betrachtet werde«, ob r» räthlicher sei, einen besseren Schutz ber Arbett»«illigeu auf be« Wege ber Grwerbeorbnuug oder ber allgemeinen Strafgeirtzgebung herbeizusühren. Sollte die letztere Anffaffaog znm Siege gelangen, wo» nach Lage der verhältniffc augenblicklich nicht sehr wahrscheinlich ist, so würbe eine Ergänzung ber Bestimmungen übet die verbrechen nab vergehen wider bie persönliche Freiheit in Frage kommen. I« anderen Falle stände die Lösung der vielbesprochenen Aufgabe mittelst der Erweiterung de» § 163 der Gewerbe- •ibnune in erwarten. M.P.C. Berit«, 6. December. Bekanntlich wurde unlängst eine aus Mitgliedern verschiedener preußischer Ministerien zusawmengeirtzte Cammisfiou nach Oesterreich-Ungarn entsandt, um die Biehmarktsverhältnisse namentlich in den beiden Reichshauptstädten ber österreichisch-ungartschen Doppel- Monarchie za stnbiren. Ja Wien und in Pest ist man vor wie nach geneigt, fich ber Hoffnung hinzugeben, im Zusammen- Hang mit dieser Jnfolmattonsreise werbe eine Eeleichtetung ber vieheinsuhr nach Deutschland sehr bald Platz greifen, wir glpudeu gut unterrichtet zu sein, wenn wir der Meinung Ausdruck geben, daß eine solche Hoffnung sehr schwach begründet sei. Es fehlt in Oesterretch-Uvgarn nicht ttwa an dem guten Willen der oberen Instanzen, die hhgiinische vteh- «ntersuchung auf einen defferen Stand zu bringen; indessen gebricht es durchaus an den Hilfskräften und Ausfübrung»' organen, die im Stande wären, dem guten Willen der Oberen zur richtigen Nachachtung zu verhelfen. Berlt», 5. December. Nachdem in der deutschen Marine eine neue Chargenbezeichunug etngeführt worden ist, indem an Stelle ber vor mehreren Jahren geschaffenen Bezeichnung »Corvetteucapttän mit Oberstlieutenanlsrong" bie Bezeichnung »Fregattencaptläa- tritt, haben wir in bet Marine jetzt solgenbe Chargen: Unterlteuteoant zur See (Srconbe- Ueutenaut) Lieutenant zur See (Premierlteutenart), Capttän- lieutenant (Hauptmann), Corvettenecpitän (Major), Fregatten- eapttän (Oberstlieutenant) und Eapilän zur See (Oberst), Eontreadwttal (Generalmajor), Vizeadmiral (Generallieutenant) und commnnbUenber Admiral. M.P.C. Berlin, 5. December. Auf brm Gebiete ber Beleuchtuugstechntk ist ein großer Wetteifer rege, nm bie beste Spiritusglüdlichtlampe zu coustrutren. Einst- weile« aber bildet die Höhe des Spirttuspretses ein Hinder- «iß, um die Verwendung des Spiritus an Stelle von Breun- »len augezeizt erscheinen zu laffeo. D e Laodwirthschast ist natürlich mir den hohen Spirituspreisen ganz zufrieden. M P C. Berlin, 5. December. Die vom Minister für Handel und Gewerbe nnici« 20. September d. I. erlaffene Verfügung wegen Auflösung dezw Schließung kleiner Juuuugen wird voraussichtlich bald zurückgenommeu «erden, virß dürfte wefevtlich zurückzuführen fein auf das energische Vorgehen des Vorstandes vom Central Ausschüsse der ver- einigten JuuungSverbände Deutschlands, welcher io einer Vorstellung au den Minister auf die folgenschweren Wirkungen des Erlaffes hinzuweisen fich verpflichtet erachtete. Die auf vrranlaffung der Provinz^aldehörden Seitens vieler Ausfichts- behördeu an eine große Anzahl von Innungen erlaffearn Verfügungen, biouru eiurr bestimmteu Frist fich über ihre Auflösung schlüsfig zu machen, dürften demnach schon in allernächster Zett als gegenstandslos zurückgezogen werden und damit die den Innungen gesetzlich gewährleistete Fr,st dis zu« 1. April 1899 zu ihrer Umgestaltung nach den Sn- forderungen des Handwerkergesrtzes vom 26. Juli 1897 gewahrt bleiben. Berlin, 5, December. Coloniale», von der für coloniale Aufgaben bestimmten Wohlfahrtslotterie, deren erste Zlehnog vor wenigen Tagen staltgesunden hat, find dem vernehmen nach 250 000 Mk. für die Expedition des Pre- mierlieutenauts Schloiier bewilligt worden, der bekanntlich den Dampfer »Hedwig v. W ffmann" über den Sombefi, Schirr und Nyaffa nach dem Tanganjika bringt. Es ist vo» in Erinnerung, daß der Beginn der Expedition nach Fertigstellung des Dampfer» wiederholt h,nau»geschoben »erden wußte, weil das gesammelte Kapital bei Weite« richt für den Transport ausreichte. Dte Expedition ging -erst an die Ausführung des llnterneh«eos, al» die Abhaltung )tr Lotterie beschlossen und gesichert war. Somtt trat hier derselbe Fall ein wie 1892, als der Major von W'ffmann Seinen Dampfer nach dem Nyaffa zu bringen im Begr-ffe staub. Damals fand bie sogenannte Autisklaverei Lotterie statt, nnb bas bezügliche Eomitee besteitt dir sämmtlichen Kosten bes Dampferunternehmeu»; diese betrugen 873116 Mark ohne die 280000 Mark aus früheren Sammlungen. Da das Schloifersche Unternehmen noch 400 Kilometer weiter geht, so wird r» mindestens auf dieselben Kosten kommen. — Deutsche Rationalfeste. Am 4. Decewbrr fand in Berlin eine Stznug des Vorstandes vom Reichs- ausschuß für die deutschen Natioualfeste iw Reichstagsgebäabe statt. Es berichteten Oberbürgerweister Beutler - Dresden, ReichStagSabgeordueter Proseffor Dr. Haffe - Leipzig und Bürgermeister Heyne - Görlitz. Rach längerer Erörterung wurde eine vollständige Uedereinstimmung herbeigeführt. Danach soll eine schärfere Organisation tu einem deutschen Verein für vaterländische Festspiele geschaffen werden, der fich tu Ortsveretae und nach Befinden in Provinzial- und Landes« vereine gliedert. Darauf berichtete der vorfitzende über das verhältoih zur deutschen Turnerschaft, und e» wurde eine Beschließuog einstimmig angenommen, wonach man eine Verständigung mit der deutschen Tnrnerschnft für erwünscht hält. — verkrhrstruppen. Die weitere Ausaestaltuug des Heere», wie fie io der Heere»organtsatton für 1899 vorgesehen ist, wird de« deutschen Heer eine bt» bahin noch nicht vorgenornmene Zusawwensaffuug eine» Theil» ber technischen Truppen bringen, für welche bie zeitgewähe Bezeichnung ver- kehr»truppeo angenommen worden ist. An die Spitze derselben toirb ein Jnsptcieur gestellt, ber ben Rang eine» Divifion» Commandeur» erhalten wird, da ihm bie Eisenbahn» brigabe nnb bie Trlegraphentruppen unterstellt sein werben. Die Annahme, baß bie lttztereu bem Ingenieur- unb Pionier- corp» zugetheilt werden, bürste nicht zutreff.u, vielmehr liegt e» in ber Abficht, sämmtliche verkehrStrdppeu bem General- stab aazugliedern. Dabet soll gleichzeitig bie L-lstsch ffer- adtheiluag von ber Eiseubahabrigade losgelöst und ben Tele- grapheotruppen überwielev «erben, ba ihre Thätigkett mehr in ba» Fach des Rrchrichtendtenstes al» in da» der Eisenbahn- besördernug gehört. Die Neuanfftellung einer Eisenbahn- betriebsabtheiloug hat fich al» nothwenbig h-rauSgestellt, weil ber Betrieb der Milttäreiseubahu durch wechselnde Comwando» au» den drei Regimentern der Sisenbahnbrigabe al» süe die sachgemäße Au»bildung der letzteren unzweckmäßig fich heran»- gestellt hat. Die Militärtelegraphenschnle in ihrer jetzigen Zusammensetzung wird nicht bestehen bleiben nnb bie Cavallerie- celegraphenschule basür an ihre Stelle treten, welche auch fernerhin nöthig bleibt, um die Reiterei in ber verweobuug ber Cavallerietelegraphie auszubilbev. Dagegen scheint die Einrichtung ber Festnogstelegraphie nicht mit auf die Tele- graphenttvppen übernommen werden zu sollen, weil diese mit der Feldarmee iu keinerlei Beziehung steht, wie dies auch mit dem Militärbriestaubeuwesrn ber Fall ist, welche betbeu Dienst- zweige also auch iu Zukunft bem Jngenteureöip» erhalten bleiben werben. Uebrtgen» find bie ausgestellten Neuformationru der Telegrapheutroppeu so an»reicheud bemtffen, daß sie für die Aufstellung ber Telegrapheoabtheiluugen im Krieg mit Rückfichc auf ben vereinfachten Leltungöbau vollständig ans- reichen, wobei zu berücksichtigen ist, daß auch Boyern, Sachsen und öüittemberg ihre besonderen Telegropheoformattoven erhalten. Aus dieser Gestaltung der verhältaiffe eine Ber- äuderung io der Organisation be» Ingenieur- unb Pionier, corp» herlelteu zu wolleu, erscheint um so weniger zutreffend, al» eine solche Aevderung in dem kleinen Rahmen diese» technischen Corp» nicht einmal angezeigt erscheint. — Zu den Bi »m ar ck'scheu Erinn er uv geu schreibt die »Magdb. Z'g." in einer vergleichenden Betrachtung: »Weich' ein Schriftsteller ist dieser Manu! Fast sämmtUche politischen ober militärischen Männer der höchsten Klaffe in der neueren Zett find sehr federmächtig gewesen: Gustav Adolf, der große Preußeoköaig, Napoleon I, in der jetzt dahingegangeneu deutschen Generation Mottke und Bismarck. ES liegt nahe, die beiden letzteren miteinander zu vergleichen; fie beide führen Federn ersten Range», aber übrigens find fie gründlich verschieden. Der große Mar'chall ist ein Schrift- stiller von klasfischer Klarhelr und Reinheit des Sttls, äußerst wirksam in seiner genialen Nüchternheit und eben deshalb In den seltenen Momenten des fich meldenden Gefühles unwiderstehlich fortreißeud. VSlllg anders ber große Kanzler. Er ist wie ein ausgezeichneter Feutllctonist neben einem großen Historiker: an Leichtigkeit, Relchthum nnb Schärfe des WtzeS unvergleichlich, ein touristischer Darsteller nnb vor Allem ein humorlstischer SrMer ersten Ranges, mtt einer an die Amerikaner erinnernbell trockenen Bitterkeit und brastischea Wirkung. Dann wieber bie ge- wattige Wucht seiner Staatsjchrtfteu, von dem »Pachtbericht" ber Frankfurter BuudestagSzeit bis zu jenen mächtigen Roten aus bem Reichskanzler Palais ber Berliner «»lhelmsstraße. Es ist etwas Vulkanisches in dieser Schreibweise; wie ein ; Lavastrom bringt diese Darstellung vornäets, gewaltsam in Leidenschaft, Zorn, Diatride und Spott, enttprecheud ungleichmäßig und hier und da bei einem Anstoß stockend. Weben bem großen Generalstabschef steht Fürst Bismarck als Schrift- strller wie ein Romantiker neben einer antiken Gestalt. Wenn «an wollte, könnte man bas auch in ber physischen Sprechweise ber beiben Reichstagsredner wlederfiaven: dort eine bis in das 91. Lebensjahr kraftvolle, klare und tiefe Stimme, hier ein Heller, hoher unb scharfer Ton, der gelegentlich halbversagend in ein Murmeln verfallen konnte, um bann wieber gewaltig in bas athemlo» lauschende Auditorium hiueinz«- schmettern." eine abendländische Erziehung gevießen könnten. Man will mit den elementarsten Gegenständen beginnen und erst nach und nach zu höheren Fächern, bis hinauf zur Technik und Medizin übergehen. Sämmtliche Lehrkräfte sollen Engländer sein und der Unterricht im Englischen die Hauptrolle spielen. Damit soll verhütet werden, daß da- Französische in Ober- Aegypten fich so feftsetze wie in Nieder Aegypten, wo er trotz der britischen Occupatio» noch immer vorwtegt. Die Königin hat das Protectorat der Anstalt übernommen, und Lord Salisbury hat in Form eines Schreibens an Lord Kttchener dem Plane das Siegel der amtlichen Billigung aufgedrückt. Man kann also füglich von einer TtaatSacÜou sprechen, obwohl die Umstände verlangen, daß da- geplante Institut aus freiwilligen Beiträgen, nicht aus Staatsfonds entstehe. ES werden 100000 Pfund gefordert, und nach der Begeisterung zu schließen, mit der Kttchener seit seiner Ankunft tu Eoglaud — fast möchte man sagen: zu kämpfen hat, sollte die Unterschrift KitchenerS den Aufruf rasch erfolgreich machen. Selbstverständlich ließ man auch diesen Anlaß nicht vorübrrgeheu, um für die auglo-amerikaotsche Freundschaft etwas abfalleu zu lasten. Der Aufruf KitchenerS wendet fich nämlich auch oo »die amerikanische Schwesternattou". CeeMee *tt* pyooinsitöes« Sießeu, 6. Deeemder 1898. ** Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordutteu- Lersaunnlnug Donnerstag den 8. December 1898, Nachmittags 31/, Uhr pünktlich: 1. Den Besuch des 7. Städletages für da» Großherzogthum Hrsteu am 12. December 1898 zu Offenbach; hier: dir Wahl von fünf Bertreterv. 2. Baugesuch der Gebrüder Bär für die Marktstraße- hier: Dtspensatiousgesuch. 3. Gesuch de» Heinrich Keßler dahier um käufliche Ueberlastuvg von städtischem Gelände au der Grüudergerstraße. 4. Gesuch der Carl Spruck Wittwe um Abtretung einer kleinen Fläche neben ihre« Erb- begräbuiß auf dem hiesigen Friedhof. 5. Gesuch des Philipp Jacobi um Verpachtung eines Platzes auf der Bach. 6. Erweiterungsbau für da» Realgymnasium und die Realschule - hier: Einfriedigung betreffend. 7. Anbringung von Inschriften an den städtischen Schulgebäuden- her: Arbett»- Vergebung. 8. Umänderung der Südanlage zwischen Plock- und Goethestraße- hier: Gruudauffülluug durch M. Abermanu. 9. Das Befahren der KaplanSgaffe und Erweiterung derselben. 10. Lieferung von Pflastersteinen. 11. Die Erbauung rtueS ThurmeS auf der Hochwarle- hier: ArbeitSoergebuug. 12. Den Wtefeugaug im Frühjahr 1898- hier: Ausfüllung eines Kolkes im Mühlgraben bei der Nrumühlr. 13. Den Betrieb der Schlachthauses- hier: Abgabe von Schweinsborsten. 14. Die Prüfung der Rechnung der Plocktschen Stiftung pro 1897/98. 15. Voranschlag derselben für 1899/1900. 16. Gesuch der Ehefrau des W. Poppelsdorf um Erlaubuiß zum WirthschaftSbetrieb im Haufe Grünberger- straße 32. 17. Desgleichen deS H. Srrth zum Ausschank von Branntwein im Hause Fravkfurterstraße 165. *• Zur Verbesserung der Gießener Effenbahuverhältuiffe. Wie wir hören, kommt da- am 23. November entwickelte Project im Laufe dieser Woche in einer Reihe von größeren Bereinigungen GtrßevS, welche Interesse daran haben, zur Berathung. Hoffen wir, daß dieselben fich ebenso einstimmig für daffelbe aussprechen werden, wie die von einzelnen Personen aller Stände etnlaufeudeu Zu- sttmmuugSrrkläruugeu, deren Zahl fich nachträglich noch um ea. 100 vermehrt hat. ES empfiehlt fich, daß fich aus deu Vertretern derjenigen Bereinigungen, welche fich für den vorliegenden Plan in seinen wesentlichen Zügen auSsprechen, ein Somits bildet, von welchem die nächsten wetteren Schritte, besonder» die Einberufung einer öffentlichen Versammlung zur Beratung der an die betreffenden Behörden (Etsenbahuverwaltung, StaatSrrgieruug und Stadt) zu wachenden Eingabe auSzugehen hätten. *• Gefchichtlvereiu. Ueber die jüngst gemeldete weitere Oeffnung von Hünengräbern am Euleukopf find wir in der Lage, Folgendes zu berichten: In dem am Freitag Mittag bloßgelegteu Grab, da- in der Anlage wesentlich von dem zuerst geöffneten abwich, fand fich der Rest von einem Brouceschwrrt nebst Scheide, außerdem eine Anzahl kleiner Etsentheile und eine Urne. DaS am SarrrSta^ geöffnete große Grab hatte einen Umfang von 18 bis 20 Mtter bei einer Höhe von ungefähr 2 Metern. Bo« großem Jntereffe Wt bei diesem die kunstreiche Anlage. ES war mit verschiedenen UmfaffungSgrabeu, die ganz mit rotheu und Weißen Kieselsteinen gepflastert waren, versehen. In der Mitte zeigte fich eine trichterförmige Bertirfnng, 2 Meter in die Erde gehend. Zu derselben führten zwei breite Zugänge. Sie enthielt eine große Steivpackuug au» weither geholten Steinen, daneben Brandstellen mit Über handhohrr Kohlen- und Aicheu- schicht. Unter der Steinpackung fand man am Montag Mittag sämmtliche Thetle eine» Scrlette», sowie ein großes Eisen- schwert mit Scheide. Ein drittes Grab wurde gestern (Montag) in Angriff genommen und wird heute Dienstag Mittag blohgelegt fein. Damit werden voraussichtlich die diesjährigen Ausgrabungen ihr Ende erreichen, sofern nicht von interrsfirter Seite weitere Mittel zur Verfügung gestellt werden. — Dank gebührt der städtischen Bauverwaltung, namentlich Herrn Stadtbaumetster Schm and t für Ueberlaffung geübter Erdarbeiter, wie auch Herrn städtischem Wiesenwärter Bellof, der bei Anstellung der Arbeiter große Umsicht au den Tag legte. • • Stadttheater. Felix Philippi'- neues sensationelle» Schauspiel «Da» Erbe", welche» im hiefigm Stadttheater am nächsten Freitag den 9. d». zum ersten Male zur Aufführung gelaugt, steht in dieser Woche nicht weniger al» dreimal auf dem Spielplan de» Frankfurter Schau- spielhause». Am 27. October d». Js. im Berliner Theater zu Berlin zum ersten Male aufgeführt, hat da» Stück schnell seinen SieoeSzug über die maßgebendsten deutschen Bühnen gemacht. Daffelbe gelangte u. A. mit sensationellem Erfolge zur Darstellung an den Stadttheatern zu Leipzig, Magdeburg, Kölu a. Rh., Lrrfeld, ferner am Hoftheater in Oldenburg, amRefidenztheater in Hannover, am Thaliatheater in Hamborg, am Lobetheater in BreSlau u. s. w. • • Sin Schadenfeuer entstand gestern Abend in einem Hause deS Neuenweges dadurch, daß das Dienstmädchen tu seiner Grube unvorsichtiger Weise die Lampe vom Tische herunterwarf und fich das Feuer dem Bett wittheilt«. • • Zn vorläufige Haft mußte in verfloffeoer Nacht der Student Ferdruaud Pfannmüller au» Lauterbach genommen werden, weil er fortgesetzt Lärm verübte und die Schutzleute bei ihrer DienstauSübunz behinderte. Au» gleicher Ursache wurde auch der BerficherungS-Juspeetor Hild von hier festgenommen. Beide wurden heute Morgen wieder auf freies Fuß gesetzt. • * Zu Amerika verstorbene Hessen. Ju Louis Ville, Kh., Frau Barbara Schnatz, geb. Buhl, 64 Jahre alt, aus Lampertheim. — In Bellevi lle, Jll., Adam Georg, 65 Jahre olt. aus dem Kreise Dieburg. — Ju Albany, N.-D, Valentin Ahlhteim, 78 Jahre alt, aus Heffeu- Darmstadt. • • Kaufmännische Stellenvermittelung. Ju deu abgelaufeneu neun Monaten diese» Jahre» wurdea durch Vermittelung deS Über ganz Deutschland verbreiteten, jetzt 50,000 Mitglieder zählenden Verbände» Deutscher HaudluugSgehülfru 3185 Stellen besetzt, gegen 2743 im gleichen Zeitraum der Vorjahre». Am 14. September d». JrS. kam die 26,000. Stellenbesetzung (seit Gründung de» Verbände» im Jahre 1881) zu Stande. Diese Erfolge zeigen dcuilich, daß die BerbaudSleituug die Hände nicht in den Schooß legt, sondern fortgesetzt emsig weiter arbeitet am Ausbau der wohlthätigeu, gemeinnützigen BerbandSeiu- richtuuges, insbesondere der Stellenvermittelung, die bekanntlich süe Prinzipale wie Gehülfeu völlig kostenfrei ist, und der die Firmen Deutschlands ein von Jahr zu Jahre wachsendes Jutereffe entgegeubriugen. So wurden im Jahre 1897 10566 offene Stellen zur Besetzung gemeldet, im laufenden Jahre ist diese Ziffer schon bi» Ende September erreicht worden. Zur Erleichterung de» Verkehres wurdeu an fast allen größeren Plätzen de» Reiche» Geschäftsstellen errichtet, während der gejammte Stellender- mittelungSbetrieb in Leipzig centralifirt ist. Da jederzeit ein durchschnittlicher Bestaub von 2000 Bewerbern au» sämmt- licheu Geschäft»zweigeu und aus allen Gegenden Deutschlands vorhanden, können dem B. D. H. aus Priucipals- kreifen zugehende Aufträge sofort in fach- und fachgemäßer Welse Erledigung finden. Wie sehr der Verband seine Stellenvermittelung fördert, geht au» der Thatsache hervor, daß er seit 1891 ungesähr 150000 Mk. dafür aufgewendet hat. E» ist somit jeder Firma, die einen offenen Posten zu besetzen hat, und einem jeden Kaufmann, der Stellung sucht, zu empfehlen, fich au den verband Deutscher Haudlung»- gehülfeu zu wenden. Die übrigen Einrichtungen im B. D. H., wie Gewährung von Rechtsschutz in streitigen Fällen, Unterstützung bei Stellenlosigkeit (bis Ende 1897 gelangten rund 38000 Mk, zur Auszahlung). Kranken- und Begräbnißkaffe, der über 17000 Mitglieder angehören, und die Leistungen aufweist, durch die sie vl» die größte und leistungsfähigste kaufmännische HülfSkaffe im Deutschen Reiche bezeichnet; werden kann, ferner PenfiouSkaffeu für Wittwrn und Waisen, wie für Altersschwache und Invaliden, endlich Genesungsheime, wovon ein- im sächsischen Erzgebirge schon nächstes Frühjahr seine Pforten öffnen wird, alle diese Einrichtungen finden in den weitesten Kreisen größte Beachtung und schaffen dem V. D. H. fortgesetzt neue Freunde im KaufmannuSstaude. Auch in Gießen besteht ein KreiSvereiv, welcher jeden ersten Donnerstag im Monat feine Znsammeukünfte im Kaufmännischen Be^inShause abhält. Außerdem findet jeden Freitag im Golwser Hof ein Kegelabend statt und find auch Gäste stets willkommen. Laugen, 4. December. Die außerordentliche Generalversammlung der Creditkasse setzte eine fünfgliedrige Commission ein, welche die vorgelegteu Bilanzen nachprüfeu soll. Gleichzeitig wurde ein Defizit von 180000 Mk. fest- gestellt. A«s LsSt fite Me Kitt. Vor 63 Jahren, am 7. December 1835, wurde die erste deutsche Eisenbahn auf der Linie Fürth-Nürnberg eröffnet, und dann entwickelte fich in wenigen Jahren dieses Beförderungsmittel zu einer Ausdehnung und Wichtigkeit, von der man bei den ersten Versuchen noch keine Ahnung hatte. Heute giebt es sozusagen keine Entfernung mehr, vor welcher die moderne Technik zurückschreckt. Schwurgericht. W. Gieße», 6. December 1898. Der Vorsitzende, LandgrrichtSrath Dr. Ltukenh eld eröffnete um 9 Uhr die Sitzung. ES wird tu die Verhandlung gegen den Landbrtrfträger Philipp Jung aus Lang- Göu» wegen Verbrechen im Amte eiagetreteu. Die Anklage vertritt StaatSavwalt Koch- die Bertheidtgung führt Rechtsanwalt Grünewald. Es find 12 Zeugen zu vernehmen. Vor Eintritt in die Verhandlung erklärt der Berthridiger, fein Client wolle auch alle diejenigen Fälle als geschehen zugrbeu, deren er fich im Einzelnen nicht mehr erinnere. Der Angeklagte erklärt, verheirathet und Vater eines Kindes zu sein, er sei 1895 als Landbriefträger mit 650 Mark Jahre-gehalt angestellt worden und habe zuletzt 700 Mark und 60 Mark WohnuugSgeldznschuß bekommen. Außerdem will der Angeklagte an Trinkgeldern ea. 20 Pfg. pro Tag erhalten , haben. Jung hatte vou Lang-Gön» die PostbrstellgSnge nach Holzheim zu machen und ist geständig, in mehreren Fällen circa 500 Mk. ihm amtlich auvertrauter Gelder unterschlagen zu Haden. Der Angeklagte hat die Register gefälscht und die Postanweisungen unterdrückt. Er hat in vielen Fällen mit den unterschlagenen Beträgen früher unterschlagene Gelder gedeckt. Durch Vorlegung der Annahmebücher wird festgestellt, daß e» lediglich Datumveränderungeu find, die Jung vorgeuommeu hat, um dem Amt gegenüber seine Machioatioueu zu verdecken. Dann find einzelne Eintragungen wieder gestrichen, damit eS so auSfieht, al» ob die Eintragung irrthümlich geschehen sei. Später hat Jung, nachdem er wieder Geld vou anderer Seite empfangen, die Einträge, die er vorher gestrichen, auf anderen Namen gemacht. Durch Vernehmung de» Post-Jnsp-ctor» Johann Hermann Gerbel-Darmstadt wird festgestellt, daß die unterschlagenen Beträge vom Angeklagten resp. deffeu Ehefrau, soweit ihm bekannt geworden, sämmtlich ersetzt find. — Der Gerichtshof derurtheilte deu Angeklagten in eine Gefäuguißstrafe von 6 Monaten uud 14 Tagen unter Anrechnung der erlittenen Untersuchungshaft.. Vermischte». • Osnabrück, 1. December. Berhäuguißvoll ist für einen hiefigeu jungen Maler eine gegen seine Schwester verübte Neckerei geworden. Als daS junge Mädchen damit beschäftigt war, einen Brief zu schreiben, beugte fich der Bruder über ihre Schulter, ihr einige Scherzworte zuflüsterud. Ahnungslos stach da» junge Mädchen nach ihm mit der Feder und traf hierbei da» Auge, welches sofort ausltef. Der junge Monn wurde unverzüglich in ein Hospital geschafft, jedoch ist trotz aller sorgsamen Pflege uro ärztlicher Behandlung zu befürchten, daß auch da» unverletzt gebliebene Auge verloren gehen wird. wlftenschaft, «Ito-atnr XxttfL — Halbmonatsschrift ^Niedersachsen" (Verlag von Karl Schünemann, Bremen), 4. Jahrgang, Nr. 4. — Inhalt: „Freiheit!" Gedicht von G. Müller-Suderburg. — „Das Kaiharinenläuten und daS Schruppen zu Münden." Von Fr. Henze-Hannoo. Münden. — „De falsche Dahler." Von W. K. Saffeini-Celle. — „Eine Probe." Von Vernarb von Brandenburg Schleswig. — „Die Rolandssäulen" (mit drei Illustrationen). Von Heinrich Theen-Söby. — „Worümme de Dompope bat Flatchen verlehrt har." Von Karl Brandt-Osterode. — „Unsere Vogelwelt im Herbst." Von Hermann Lön«-Hannover. — „Kleinstadtleben vor 60 Jahren." Von ***. — Der Sammler. — Literatur. — Gedichte. — Einen besonders illustrativen Schmuck erhielt die vorliegende Nummer durch mehrere Kopfleisten uud Schlußstücke des WorpSweder Malers Heinrich Vogeler. Eröffnung des Reichstages. Berlin, 6. Dceewber 1898, 2 Uhr 40 Miw (Privat-Depesche.) Die vom Kaiser anläßlich der heutigen Eröffnung dr» Reichstage» verlesene Thronrede kündigt an: Gesrtz- entwürse, betrrffrud die Invalidität»- und Alter»-Berficherung, die Zulaffung vou Beauftragten zur Vertretung der Parteien im amtlichen Verfahren, eine Novelle zur Gewerbeordnung, zwei Gesetzentwürfe, betreffend den Schutz der gewerblichen Arbeitervereine uud zur Erleichterung und Vereinfachung der Aufgaben der Reichsbank, eine Verordnung über die allgemeine Einführung der Fleischbeschau für Schlachtvieh, eine Novelle, betreffend Aenderungeu auf dem Gebiete btft Patentwesen». Weiter wird angekündigt eine Vorlage, worin der Telegraphen - Verwaltung die Benutzung der öffentlichen Wege mehr al» bisher gesichert wird. Dem Reichstage wird außerdem eine Vorlage zugehen, betr. eine Anleihe zur Aufbesserung der Lage der unteren und mittleren Beamten- ferner zwei Gesetzentwürfe, bstr. die Beseitigung der Lücken im Heer» wesen. Die Beziehungen Deutschland» zu deu auswärtigen Mäch-- teu find unverändert freundlich. Die Thronrede nimmt Bezug auf den Abrüstungsvorschlag drS Zaren und die Reise Kaiser Wilhelm» nach dem Orient, fie gedenkt mit tiefem Abscheu der Ermordung der Kaiserin von Oesterreich, und theilt schließlich mit, daß mit der Neu-Guinea-Compagnie wegen der Uebernahme de» Schutzgebiete» auf da» Reich ein Vertrag abgeschlossen ist. Nenefte Nachvichten. Kspeiche» beS »HrrsldE. Berlin, 6. December. DaS Schwurgericht in Nürnberg hat deu Redacieur eine» dort erscheinenden soeialisttscheu Blattes von der Anklage freigesprochen, durch den Abdruck de» im Simpliciistmus erschienenen Gedichtes über die Kaiser- reise nach dem Orient eine Majestäts-Beleidigung begangen zu haben. Kiel, 6. December. Die gestern gemeldeten Ausschreitungen in Neumünster waren verursacht durch die Zurechtweisung eine» Soldaten, der bet einem Tanzvergnügen mit einem Liviltsten in Wortwechsel gerieth, welcher tu Thätlichkeiten auSartere. Durch da» Dazwischeutreteu anderer Soldaten entstand eine Schlägerei, die fich auf die Straße fortsetzte und, da die Soldaten in der Uebermacht waren, schnell rhr Ende fand. Lebensgefährliche verletzungrn find nicht vorgekommen. Paris, 6. December. Der Senator Fabre und der Abgeordnete Fournier haben im Senat und in der Kammer ihre Interpellationen zurückgezogen. Paris, 6. D cember. Wie der ^Siöcle" meldet, haben die früheren Krteg-mtnister ganz verschiedene fich einander widersprechende Aussagen gemacht. Alle fünf früheren Kriegs- mtuister haben zweifelhafte Meinungen angegeben, aber kein einziger hatte einen definitiven Schuldbrwei» gegen Dreyfus. Paris, 6. December. Die Zahl der gegen den Picquart-Prozeß protestirendrn Personen beträgt nunmehr 175.000. Paris, 6. December. Die hiesigen Blätter besprechen die Nothweudigkeit eiveS deutsch.französischen BÜud- utsseS und heben hervor, daß ein solche» leicht zu Stande äfetei»,, Sfi* Belau Anfang Novt größere Anzahl bei den Seebad gelangen. . Die Dreizahn gemäß § 11, 31 von kräftigem 1,65 cm groß UN sein. Auch wir rrovmdimstsi acheül, da fte Rtout^ou entio Geeignete Lei sendung des D Zeugnisie, sowie große möglich mando des 1. bezw. des Wtlhelmshal ungen ohne di berücksichtigt. Den Meldes bei dem Civi commissron sein bitten und hier zulegen: a) eine fchrf Sater» o, b) eine obri daß er du gebunden gesührt t) c) ein Gebr dem St Geburtsi Gießen, am i Großh. Im Cora des A. Zä weiland Jnha U' Storck dc Verkeilung er| der Gerichts^ Nichts Gieße ^eichnih betra lichtigendenFori Ehrend die n kich auf 580.7 Gläubiger m U/ioq °/ö. Netzen, Der Co za Mtn fel rint 81»', staben ::■» *y?” fichtM, o« befreundeten um W« arbeitete London, tzoldateu nach Mitär.Tiiro 7, HasareU'N verhaftet »ai Washiugi der Sous* 3aflöo „Siooton B-rwittog d-r Stabt Salb, unb s ‘n d°m hiesig werben. b Grünberg, M». Bür- ^edersachsen« («trlig oon te. •rßwg, Nr. < - Jnhtil: ■ ür®' » "®8§ Marüifniäultn eJ & JL^^enn0D^ÜDbm. - K. SaffMMe. - ,@fo( Stobt' MA. - M Vnnnch Them-SSby. - .Worümmi rt hir." SonßnlflttnbiCftcrobt. 1. Von hnmsm fibnV^mwc. W Von - Dn Stmnür te bsioodntz iluftxetlBin 6d)ty m bmä) mrhinr ko?sltisim - Main» Heinrich Vogeler. des Reichstages. iccember 1898,2 Uhr 40 Mio- illt'Drpkschr.) läßlich der heutigro SrSffmi bn Lhronredr kündigt an: lvaliditätt» und Mttl'SrMnw, ragten zur Vertretung btt Pmeiro -ine Novelle zur Sewerblordonis fftnb bin Scho- bn Macher Witrung nab WifriW ter eine Serordnuug über die allgc- Kr GchlMK^ tut mp «»1 d« W« S|gl eine ü«1”1,1 ® 8e6ui b« bffintlWi« 8'i1 »HW* 6eu. eine «nle>M 1«®*™ b mittleren 8«®'««; f1** Stfeiiignng b« ®° *“ $ Em» je taanieMi«“1®11 ,M $ll ö"”“1' "u, S i Orient/ fie . unt L-S-- iftt «e t, 111 8M., lh . leint ?--K- Ml .““«Selb». ? "«< if .** i ££*5j&k Ä Äft“ • ft in bai h e'S ®*** en Ät. ä; ».-rS Nachrichten. lWi»ü.6iI,lb‘1 . »«» e4Ä*4|wlal*“t i«l|X»«“j4‘^»‘ebli«*' fSS*** ** sfas-l:: ftlÄ*/ **" b[ 1,1 ■..SÄ*1* zu bringen fei, wenn Frankreich Elfaß-Lothriagen aufgeben würde. Pari», 8. Dtcember. Der hiesige Sernttuderaih hat eine Tagesordnung angenommen, worin die Regierung auf« gefordert wird, Pleq uart in Freiheit zu fetzen. Paris, 6 D'crmber. Der „Tempi" veröffentlicht eine Liste, In welcher gegen die Verweisung Pie qaarts vor ein Kriegsgericht protestirt wird. Unter den Unterschriften befinden fich die Namen: Potnearv, vanhou, Walteck- Äouffeau u. A. Im Mnntc>palrath forderte em Mitglied, der Munieipalroth »olle fich dahin verwenden, daß die Verfolgung gegen Picqaan einstweilen eingestellt werde. Paris, 6. Decemder. Ministerprüfident Dupuy der- sicherer, um ein ungünstiges Votum obzuwetiden, wiederum befreundeten Senatoren, daß die Regierung Alles aufbiete, um Ptlqaart Gerechtigkeit zu verbürgen. Frehetnet bearbeitete feine Anhänger in gleicher Weife. London, 6. December. In Norwich meuterten die Soldaten bei 8. Husaren Regiment» vor der Abfahrt nach Indien. Die Aufwiegler schlugen die Fenster der Militär-Turnhalle ein und steckten die Möbel an. Da» 7. Husaren-Regiment zerstreute die Meuterer, von denen fech» verhaltet wurden. Washington, 6. December. Sestern trat Im Eapito l der Kongreß nach seiner Neuwahl zum ersten Male zu- lammen. Sr wurde durch eine Botschaft de» Präsidenten Mae Kinley eröffnet, in welcher fich dte'er Über alle schwe- denken Fragen äußert. Die Begehungen zu Spanien und Shiva, die Angelegenheit de» Rtcaragua-Kanal», die Kanada- Frage, die Regelung der Zollvtthältmffe mit Deuischlcmd und andere Dinge wurden darin eingehend beleuchtet. Der Wunsch, die schwebenden Fragen auf gütlichem Wege in lö en, trat in allen Ausführungen Mae Kinleys deutlich hervor. Die allgemeine Finanzlage der vereinigten Staaten hat durch den Krieg mit Spanten nicht gelitten, weshalb zu rtnrr Aenderung der Währungspolitik in Amerika kein Anlaß vorliear. Drrtc^r, Land- nnd VoltiwMbfcfyaft. Gtrßep, 6. December. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. X 1.00—1.10, Hühnereier per St. 7—10 H, 2 St. 00 -00 4, Enteneier 2 St. 00—00 4, Gänse- eter per St. 11—13 -A, Käse 1 St. 5—8 Käsematte per St. 3 Erbsen per Liter 20 4, Linsen per Liter 30 A, Tauben per Paar X 0.00—0.60, Hühner per St. X 1.00—1.20, Hahnen per Stück X 0.90—1.40, Enten per St. X 1.80—2.50, Gänse per Pfund X 0 44—0.58, Lcksenfleilck per Pfd. 68—74 4, Kuh- und Rindfleisch per Pfd. 46—58 H, Schweinefleisch per Pfd. 68—76 H, Sckweine- fleifcb, gesalzen, per Pfd. 80 L, Kalbfleisch per Pfd. 60—00 H, Hammelfleisch per Pfd. 50—66 Kartoffeln per 100 Kilo 6.00 bi» 6.50 X, Weißkraut per St. 10—20, Zwiebeln per Etr. X 5.00—5.50, Milch per Liter 16 H. Dauer der Marktzeit von 8 Uhr Morgen» bi» 2 Uhr Nach, mittag». Während der ersten 3 Stunden der Marktzeit darf im llmherziehen nicht fellgeboten werden. nptfifar bet fcnfe in bochclcg. Marlon» zum verkauf. — Wir machen alle Hausfrauen, Hert schatten, die Damen- und Herrenwelt aus diele günstige Gelegenheit auftreit fern und betonen, daß fich auch die diesjährigen Carton» tadel wie p, attisch, nützlich u. wlllkomm. ist. Jeder Weih- nachtkcar- lon enthält 3Stückächte Doering» Seife mit der Eule, ist in allen unseren Verkaus»st«ll«n zu Haden und kostet trotz der hübschen Carton» keinen Pfennig mehr wiesonst Auch für 7»ei»wa4ten 1898 ihrer vrachtvollen Ausstattung K» kommt in den oitstgen Nieder- und Eleganz wegen al» ein Ge> laoen die a Übel lebte Poerinas- schenk erweisen, da» nicht minder Seife mit 10,000 MARK IN BAAR iflblen mir an6and»lo» Jedem, der uns nachweift, daß „Flammerw Ideal-Seife“, erhältlich in allen bester en Grlchäften, trgend welche, der Wäsche ober der Haut 'chädlichen Beftarbthettc enthält. Craemer & Klammer, alleinige Fabrikanten von Flammer» Ideal- ci"i, X>cif»ronn a. K. 12027 Ufhinintiniidjiiiiiirii Bekanntmachung. Anfang November 1899 wird eine größere Anzahl Dreijährig-Freiwilliger bei den Seebataillonen zur Einstellung gelangen Die Dreijährig - Freiwilligen muffen gemäß §11, 8b der Marine-Ordnung eon kräftigem Körperbau, mindestens 1,65 cm groß und von guter Sehleistung sein. Auch wird die Anforderung der TropendienstfLhigkeit an dieselben aestelli, da sie im Frühjahr 1900 nach Kiaulschou entsandt werden. Geeignete Leute haben sich unter Einsendung de» Meldeschein» und sonstiger Zeugnisse, sowie unter Angabe der Körpergröße möglichst bald an das vom- mando des 1. Seebataillons in Kiel sezw. des 2. Seebataillonv in Wilhelmshaven zu wenden. Anmeld, ungen ohne diese Papiere :c. bleiben un derücksichltgt. Den Meldeschein Hal der Freiwillige bei dem Eivllvorsitzenden der Ersay- commission seine» Aufenthaltsortes zu erbitten und hierbei folgende Papiere vor- zulegen. a) eine schriftliche Einwilligung feine» BaterS oder Vormundes, b) eine obrigkeitliche Bescheinigung, daß er durch Civilverhältniffe nicht gebunden ist und sich untadelhaft geführt hat, e) ein GeburtSzeugniß (AuSzug auS dem StandeSamtSregister feine» Geburtsortes). Sieben, am 5. December 1898. Großh. KreiSamt Gießen, v. Becktold. Im Coucurs über den Nachlaß be« A. Schaumann In Gießen Deiland Inhaber der Firma Burk u. Storck daselbst soll jetzt Schluß- verthetlung erfolgen. Nach dem aus der Gerichtsschreiberei Großh. Amtsgericht» Gießen niedergelegten Der- eichniß betragen die zu berück- tchtigendenForderungen 135056.15X vährend die noch vorhandene Maste 'ich aus 580.74 X berechnet. Die Gläubiger erhalten sonach noch 4/ioe ’/•• Gießen, den 5. December 1898. Der Coneursverwalter. I. Boeck. 12062 OdflOoerpaStung Tloatag den 12. d. MtS., Vormittags 10 Uhr, soll die der Stadt Glünbctg zustehende Wald- und Feldjagd auf 12 Jahre in dem hiesigen Rathhause verpachtet werden. t Grünberg, am 5. December 1898. Großh. Bürgermeisterei Grünberg. y Zimmer. 12063 Soeben wieder einaeiroffen Sauerkraut O'iii iifflihiiiflcn MAGGI kmpfiehlt 12071 W. Hofmann, Ederstraße 4. 11956 zum Würzen der Luppen, — wenige Iropien genügen. — Wilh. Haas, Äleichsttaße 18. Original-Flä'wchen werden mit echtem Maggi billig nachgcfüllt. Apfelsinen und Mronen, feinst. Blüthenmehl, sowie alle ZülhafellsiirFkinbackttti In den besten Qualitäten und billigsten Preisen empfiehlt 12080 Ahr. Wallenfels, 17 Marktplatz 17. HOHtM Itouis Und, wklllhgndlllllg, — furchktzplgß 10, empfiehlt zu bevorstehendem Feste: Moselweine von 45 Psg. an per Flasche, Rheinweine „ «o „ , „ , Rothweine „ 6u , , , , Ferner: Madeira, Malaga, Sherry, Lamoo, Cognac, deutsch u. sranz. 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