äe icao H; die- assel. : 40-50 Drogen- ' ,M^n- auch in keinem 8554 0 deS thenrer Wille; I,. i fiiebt al8 > rinhvchebleL jejuebigt unb ütj hetebtlien itti'Mocca'Ge- i00 Tabletten), n), 30 $fg. boniöop. kaßee Jaffee ist billig, Zu verwenden n Bobnenkaffee Tabletten für Tabletten aiebl d billige Taste und kann mit Für Landleute elöst, stillt den lechbuchjen mit einem, feE ^haLMigste Staniol Der« Hie frei von »pflttt Gtrstt, 21, 8554 M-rjl i GM . 1898. leit bettelt «Rente jn,1 grttl x'z0li KS i»; JS* |V 1861 ** lOiJ 1^ ttenb- Cbi- ibl' S--' llt Nr. 2ttS Zweites Blatt. Mittwoch den 7. September Ü898 Gießener Anzeiger nut 8n*fatet*. General-Anzeiger IBe Hnjngrn.BcnntttlunglfttBra M>mü nehmen Hnyt|m *tr den ®iefcnet Äiqmn -| r <■■•!■< een Injelgtn |a brr Nachmittag« für bei -N^cMre tig rrf^dnrobcu Äueaet bi« Bern. 10 llhr. KMehd U|fi4 wie Xulnobmf br« Montag«. IWF»* wirrtrltHrtt* 9 Mark 90 ffe Die •»ferner SleeHiteirattet •erben bee Injdger Wöchentlich viermal bäideyt. Amts- und Anzeigeblatt füv den Kreis Gieszen. Gratisbeilage: Gießener Familienbliitter WebectWe, tpebitien nb threirrti: Bekanntmachung. Me Abstattung einer AezirKststierschau »brefle für Depeschen: fttjie. Fernsprecher Nr. bl. Bekanntmachung, betreffend: Faselschau zu Grünberg. Bei der am 25. August d. I. zu Grün berg abge- halteuen Faselschau wurden die nachstehend verzeichneten Zuchtstiere für tauglich befunden, al» Gemrindezuchtstiere verwendet zu werden. Gießen, deu 8. September 1898. Grobherzogliche» Kret»amt Gießen. v. Bechtold. Jasolge Beurlaubung des Sroßh District» Einnehmers Rendanten Wacker zu Gießen ist durch veesügung Großh. Ministeriums des Innern, Abtheilnog sür Struerwesen, vom 25. v. Mt»., der Großh. Finanzaspirant Schäfer zu Gießen mit der interimistischen Verwaltung der Großh. DistrietS- Eiunrhmerei Gießen I beauftragt worden, WaS zur öffentlichen Kenotniß gebracht wird. Gießen, den 8. September 1898. GroßherzoglicheS KreiSamt Gieheo. v. Bechtold. £ Gigeuthümer. F a f e l. Gutachlm der (Sommtlfton rthpr I Otte. Namm Wohnort Rasse Alter Farbe Körper- beschaffen- heit Gesund- heits- unb Nährzustand Be- m nEungen. öhkw ta w Gemeinde KaSpar Göbel «we. JohS. Müller Heinr. Leih Joh». Kerle Harbach JlSdors Atzenhain Klein-Eichen Zetlbach Vogelsberger Simmmth. Kreuzung dto. Simmenth.Retnzucht dto. IG Monat 16 Monat 17 Monat 16 Monat 16 Monat dunkelroth Hellfalbscheck Falbscheck Hrüsalbscheck Gelbrothscheck gut gut ziemlich gut genügend gut gut gut gut gut gut stammt auS dem Kreise Wetzlar. würbe von ber Gemeinbe GeilS- hausmangekaust. Bekanntmachung. Nach Ausführung der Bezirksthierschau für Simsen- Haler Vieh, Schweine unb Ziegen, wirb Montag den 19, September 1898, Nachmittags 3 Uhr, |i Hungen, im Gasthofe zur Traube, eine Heneras-Fersammttmg bed laudwirthschaftlichen Bezirksvereins Giessen aigehalten werben. Zu btefer Versammlung werben alle Mttglieber des Vereins und der landwirthschaftlichen Localvereine und Zucht- e ereinr, sowie alle Freunde der auf Hebung der Laudwirth- schäft gerichteten Bestrebungen hierdurch freundlichst ein- 1 tlabtn. Die Herren Bürgermeister werden ergebeost ersucht, deu la ihren Gemeinden wohnenden Mitgliedern des Vereins von dieser Einladung Kenotniß zu geben und auf recht zahlreichen Besuch der Versammlung hmzmvirken. TageS-Ordnung: 1. Wahl eines SecretärS des laudwirthschaftlichen Bezirksvereins an Stelle des von hier versetzten Herrn RegiernngSrathS Dr. Wallau. 2. Wahl des AuSschufleS des landw. Bezirksvereins (18 Mitglieder). 3. Vorlage der Rechnung deS landw. BezirkSvereinS pro 1897/98. 4. Vorlage de» Voranschlags des landw. BezirkSvereinS -pro 1898/99. 5. Subvention der Gemeinden, welche Bullen reiner Raffe (Vogelsberger oder Simmenthaler Raffe) anschaffen. 6. Vortrag des Herrn Dr. v. Peter von Friedberg über Schweinezucht. Gieben, den 26. August 1898. Der Director des laudwirthschastlichen BezirkSvereinS. E. Jost, RechtSanwalt. in Kungen. Au die Grossherzoglicheu Bürgermeistereieu deS Kreises Gießen. Auf Wunsch deS Herrn Borfitzenden bei Comitüs, de» Herr« Pachtern. Oven zu Hungen, ersuche ich Sie ergebeost, die Bekanntmachung beffelben vom 4. August l. I. (in Anzeige- blatt vom 4. September I. I., 8. Blatt Nr. 207) auf ort»- übliche Weife zur öffentlichen Seuutniß bringen zu lassen unb die Züchter von pretSwürbtgem Vieh (Simmeuthaler Rasse, Schweinen unb Ziegen) zur Ausstellung unb alsbaldigen An- Meldung ihrer Thtere bei Herrn v. Oven zu veranlassen, da dir Anmeldungen bis spätestens 9. September erfolgen sollen. Gießen, den 5. September 1898. Der Direktor des laudwirthschaftlichen BezirkSvereinS Gießen. Carl Jost. Der russische Abrüstungsvorschlag. Unter der Spitzmarke »Die Gefahr der rusfischen Ab- rüstongSvorschläge" schreiben die »Wiener Pol. Nachr." au» besonderer Quelle: Die Einladung deS Grafen Murawiew au die Mächte, zu einer AbrüstungScovferenz in Petersburg zusawmenzutrrten, wird von allen Seiten als das bedeutsamste politische Ereigniß der jüngsten Zeit gewürdigt. Der Jubel aber, mit welchem die russische Anregung ausgenommen wurde, scheint uns durchaus verfrüht zu sein, und ganz besonder» hat Deutschland zu begeisterten ZusttmmnngSveran- staltuugeu vorderhand ganz und gar keinen Grund. Denn die vom Kaiser von Rußland gewiß in hochherzigster Abficht betriebene FriedeoScooserenz kann ebenso leicht zu einer unmittelbaren Kriegsgefahr werden, wie zu einer dauernden Entlastung der Völker von den jetzigen KriegSrüstuugen. Die Einladung Rußlands an die Mächte erfolgte am Nachabend des DepeschenauStauscheS zwischen dem Präsidenten der französischen Republik und dem Kaiser von Rußland au» Anlaß des Jahrestages des Besuches des Ezaren au Bord des französischen Kriegsschiffes »Pothnau". Der Ezar hat in seiner Aowortdrprsche an Herrn Faure bekräftigt, daß da» russisch-französische Büoduiß weiterbestehev bleibt, und daß feine politischen Wünsche tu erster Reihe der France amie gelten. Frankreich seinerseits aber hat das unter jedem anderen Gesichtspunkte unnatürliche Büuduiß mit Rußland nur in der Hoffnung und zu dem kaum verhüllten Zwecke geschloffen, mit Hülfe Rußlands zu gelegener Zett und zwar thuultchst bald den Frankfurter Vertrag zerreißen unb Elsaß- Feuilleton. Aayrende ööstmische Wuttkanlen in Thüringen. vor mehreren Wochen erregten in ElgerSbnrg fünf imitirte böhmische Musikanten Aufsehen, akademisch zablldete Berliner Herren, die diese Verkleidung gewählt retten, um auf diese Weise auf einer »Sünstlersahrt durch tjflringcn* für den BrahmS-DenkmalSfondS etwa» ^ranSzuschlagen. Siner derselben, der Lillist Heinr. Boyer- t;arlottenburg, beschreibt jetzt die Fahrt im „8nl. Local- Lizeiger". Herr Bayer schreibt: »(Sine famose Idee!* rt:ftn wir übrigen Vier, als uns unser Freund Max eines S»end» im Sass den Vorschlag wachte, eine Reise durch daS LSoe Thüringen als »fahrende böhmische Musikanten- zu rechen und den Ueberschuh dem BrahmS-DeukmalSsoodS zu- ^weisen. Bald waren wir möglichst »jünftig* eostüwirr j-b binnm kurzer Zett hatten wir ein Repertotte von über 5C1 Nummern »auf der Walze". Beethoven, Mozart, Haydn, Shubert, Mendelssohn, BrahmS, Gounod, Strauß, Koschat, Jsanoöici und — last not least — »DaS Bienenhaus". »Bitte fünf BilletS Vierter nach Eisenach!" bat ich den Shatterbeamten auf dem Anhalter Bahnhof. — »Alles ein- irigin!" rief der Schaffner einige Minuten später, und all- iwiael Erstaunen, al» wir fünf struppige Kerle uns von verwandten unb Freunden, die de» SonttasteS wegen i« loRsten Wichs erschienen waren, verabschiedeten. Kaum war let Zug in Bewegung, so packten wir unsere Instrumente ni» und spielten die lustigsten Tanzweisen, waS sechs hübsche psze Mädchen, die sich im Nebenabtheil befanden, sofott i mlockte. In kurzer Zett herrschte im ganzen Wagen dir siS)lichste Stimmung, und schließlich tanzte Alles, alte Männer, I junge Frauen, selbst die Schaffner. Auf jeder Station er- hielten wir aus allen Wageuklaffen Besuch, deu dieses lustige Treiben anzog. Glücklich tu Eisenach angelangt, fanden wir bald ein billiges Nachtquartier. Doch ach, da nahte der Wirth mtt dem Frrmdrnbuch. Kurz entschloffen faßte Freund Mop die Feder und schrieb: »Vitalis Smetana aus Znaim." Seinem Beispiele folgend, schrieb der Zweite: „KaSpar TomaSczeck", der Dritte »Anton Aodryczeck" und ich »Joseph StraoSky". Nur unser Elatturttist schrieb: »Ferdinand Oberhoser auS Bayreuth". Sm nächsten Morgen vor allen Dingen also ans die Wartburg. An der großen Frettreppe am Fuße deS Wartburgberges stoßen wir aus acht bei der Arbeit befindliche Steinmetzen. »Grüß Gott!" — »Morgen!" — Ra, spielt doch mal einen aus, Kinder!" — »WaS wollt Ihr geben, Kinder?" — »Zwanzig Pfennig der Mann." Kurze Berathung und wir packten anS, setzten nnS ans die am Wege zerstreut liegenden Steine und spielten den Leuten zur Arbeit, die ihrerseits den Tact zu unserem Spiel hämmern. — Run gehtS Wetter, und wir kommen zur »Villa Daheim". Ohne Erlaubniß setzten wir unS in die Laube. Bei unserem Spiele erscheinen an jedem Fenster durch zwei Etagen vier bis fünf Mädchevköpfe. Wir find also in einem Pevfiovat. Dieser Umstand gibt uuS neue Kraft, und wir spielen mit aller unS zu Gebote steheudru Innigkeit und Leidenschaft. Der Lohn bleibt nicht auS. Man wirft uuS Rosen herunter, schickt uuS Bier, schließlich bringt uuS eine junge Dame, in das Ende einer Spitzeodüte gewickelt, das Ergrbniß einer Sammlung. Wir sagen unseren Dank und gehen weiter. — »Fraiude," ruft plötzlich Andrhezeck, »ist hier wetter klainer Mädchenpeufionat." Ohne Erlaubniß schwirren wir auch hier hinrin, doch da schleudert nnS die Vorsteherin ein energisches »Veto- entgegen. Ans unser Bitten und Betteln, daß wir »arme» Musikant auS Böhmen" seien, wird unS gestattet, zu spielen. Durch unsere Mufik hingerissen, singt sogar schließlich die Vorsteherin einige Lieder mtt. Nachdem wir »goldenen" Lohn empfangen, ziehen wir Wetter zur Wartburg hinauf, von Zeit zu Zeit unS an dem Anblick schöner Waldpartten ergötzend. Wie wundervoll, wenn ttefschwarze Tannen mit Eichen und Buchen abwechseln, wieder eine Wiese voll in den schönsten Farben blühender Blumen — und dann dir Stimmung, in der wir Fünf nnl befanden: so ganz frei, ganz enthoben aller conventiooellen Pflichten, nicht an Zeit und Ort gebunden. Herrlich! Welche Poefie im Lumpenlrben! Oben angekomwen, entschließen wir uuS zu einem Rund- gange durch die Wattburg, um jene Stätten zu sehen, en denen fich schon ftüher unsere Eollegen musikalisch Lovcurreoz gemacht und die so viele große Männer gesehen haben. Unser Aussehen erregt auch hier allgemeines Erstaunen unb Kops- schütteln. Dem herumsühreoden Lestrllan brücken wir am Schluß bi, zum Trinkgeld auSgestreckte Hand mit einem »Donke schön! Grüß Gott, lieber Fraind!" Nun gehtS bergab unb bnrch bi, überwältigend schöne unb romantische Drachenschlucht, welche an manchen Stellen so eng ist, daß wir beiden Eellisten kaum mit unseren Instrumentell hiodurchkommen. — Inzwischen wird eS Abend und wir ziehen nach Eisenach, vm sür 80 Pfg. im »Fröhlichen Mann" zu überuochtrn. Am nächsten Tage suchten wir den nnS bekaunteu General L. aus, bei dem wir eine köstliche ErkennullgS.Scene erlebten, vordem hatte man un» aufgefordert, iw letztgenannten Pensionat Nachmittags nochmal» »zum Kaffee" zu spielen. Wtt sagten natürlich zu, und dort pasfirre e», daß unserem lieben Smetana bei dem allzu »lebhaften" vorttag einer Mazurka die UunauSsprech- licheu zerrissen. Hier, wie bei dem General, wieder »goldener" Lohn. Das und Feldbej Autzwege neuen Scho wirb mit bi Zuwiderhan! strafe von 1 GW Lothringen mitsammt dem deutschen linken Rheinufer erlangen zu können. Auf diese Abficht hat Frankreich bi- zur Stunde nicht verzichtet, und e» ist sehr zu besorgen, daß seiu Vertreter auf der FriedeuSconferenz die Vorfrage stellen werbe, ob über Elsaß Lothringen und den Frankfurter Frieden der- handelt werden könne oder nicht. Rußland würde die de- freundete Macht hierbei kaum im Stich laffeu können, Deutschland aber von seinen Verbündeten verlangen müsien, daß ne die bestehenden Verträge in-gesawmt, den von Frankfurt so gut wie jeden anderen, für jeder Kritik entrückt erklären. ES find also zwei Fälle möglich- entweder wird der franzöfische Anspruch, er trete in Gestalt eines Antrages oder e ner Verwahrung vor die Couferenz, angenommen und gebilligt, — dann können Deutschland und seine Verbündeten sich au den Berathuugeu nicht weiter betheiligen, oder er wird abgelehnt, beziehungsweise nicht zugelafieu — dann wird Frankreich ueunenSwerthe Abrüstungen bei sich nicht vornehmen uu damit auch Deutschland die Möglichkeit, seine Wehrkraft zu schwächen, abschneiden. Schon auS der Erörterung der zu erwartenden frauzöfischen Erklärungen aber kann eine uu» mittelbare FriedeuSgefahr erwachsen. Wir würden uuS keineswegs wundern, wenn Deutsch- land seinerseits als Grundlage der Confereuz festgestellt zu sehen wünschte, daß alle Theiluehmer die Verbindlichkeit der bestehenden Verträge anerkennen- denn woher soll man Ber» trauen schöpfen, daß beispielsweise Frankreich den zu fassenden Beschlüssen der FrtedenSconferevz für seinen Theil gewifienhaft Nachkommen werde, wenn eS einen älteren Vertrag für „un* gerecht" und „unbillig", mithin unverbindlich erklärt! Die edel», wenscheufreuudlicheu und friedfertigen Absichten des Kaiser» Nicolau- II. in allen Ehren- von der von ihm angeregten und ohne Frage zu Stande kommenden Friedens, und AbrüstungS-Confereuz versprechen wir uns kein seinen Absichten entsprechendes Ergebniß und find nicht ganz ohne Sorge, daß sogar ein seinen Absichten entgegengesetztes Resultat herauSkommeu könnte, und daS nur aus dem Grunde, weil sein Verbündeter, Frankreich, fich ermuthigt fühlen wird, vor versammeltem Europa die elsaß-lothringische Frage in irgend einer Form zu stellen. Diese Frage ist aber für Deutschland ebenso wenig erörterungSfähig, wie für Jtalteu die römische, für Rußland die polnische. Wir versprechen uuS im günstigsten Falle von den Con- ferenzen eine neue Bekundung der Großmächte, daß fie den Frieden erhalten wifieu wollen. Vielleicht ist auch mit dieser Erklärung Dänemark bis auf Weiteres geholfen. Nach einer „Globe"-Meldung hat auf ergangene Anfrage von Washington der Botschafter der Bereinigten Staaten in Petersburg telegraphirt, daß er das Rescript deS Czaren, welches zu einer FriedenSconferenz etuladet, empfangen habe. Die Zweifel, ob die ruffische Regierung wünscht, daß sich auch die Bereinigten Staaten an der Couferenz betheiligen sollen, find auf diese Weise zerstört worden. Wie aber die Vorschläge deS Czaren von der Regierung der Bereinigten Staaten ausgenommen werden, darüber kann kein Beamter deS Staatsdepartements AuSkrmft geben. ES geht das Gerücht, daß Staatssecretär Day gerade, ehe er zurücktrat, den amerikanischen Gesandten in P.ktng angewiesen hat, der chinesischen Regierung energische Vorstellungen zu machen, damit fie nicht irgend einer Macht Concrsfioueu ertheile, welche dieser ein Monopol tu irgend einem chinefischen Hafen gäbe. Obgleich diese Remoustrattouen thatsächlich für die Politik Englands eintratev, geschahen fie dennoch, ohne daß irgend welche Mtttheilung darüber zwischen dem amerikanischen Staatsdepartement und dem britischen Auswärtigen Amte er- folgt war. Tschou gewonnen ist, bedeutet einen Fortschritt in unseren Beziehungen zu China, wie er auf keine andere Werse auch nur annähernd hätte erreicht werden können. Dies gilt nicht allein für die Handelsbeziehungen, sondern auch in politischer Hinsicht, so ist zum Beispiel der gesammte Dockbetrieb an der chinesischen Küste in den Händen der Hongkong und Whampoa Dock rc., welche bei ihrer Begründung von der englischen Regierung einen Zuschuß von einer halben Million und ein Darlehen von 400000 Mark unter der Bedingung erhielt, daß bei Ausbefferungen die englischen Kriegsschiffe vor denen aller anderen Nationen den Vorzug erhalten. Das wäre ja noch nicht das Schlimmste, aber wenn ein Conflict zwischen England und Deutschland aus- bräche, so würden, da Hongkong eine englische Colonie ist— bereits 1842 von China abgetreten — deutsche Schiffe an der ganzen chinesischen Küste keine Gelegenheit zur Vornahme etwa nöthig werdender Reparaturen haben. Daß ein Reparaturdock in Kiau-Tschou eingerichtet werde, erscheint um so wünschenswerther, als die Gesellschaft in Hongkong, gewtsser- maßen im Besitz des Monopols, sehr theuer arbeitet, und Die englischen Behörden den deutschen Schiffen, welche von Hongkong aus Paffagiere befördern wollen, soviel Schwierigkeiten in den Weg legen, so peinlich genau in Bezug auf die Ausbefferungen verfahren, daß die sonst guten Gewinn bringende Beförderung chinesischer Auswanderer für die Deutschen Nicht mehr rentirt und sich fast ganz den englischen Schiffen, bei denen nur das Allernothwendigste verlangt wnd, zuwendet. Freilich sind Concurrenz-Dockgesellschaften in der Bildung begriffen, allein ob fie leistungsfähig werden, bleibt abzu- TOQa’gm Hafen von Hongkong, der zwischen der Insel und dem Festlande gelegenen Wafferfläche, pflegen säst alle europäischen Kriegsschiffe, welche in Ostafien stationirt sind, ihr Winterquartier abzuhalten. Gegen den zur Zett unseres Hochsommers auftretenden Taifun, den in den ostasiatischen Gewässern heimischen Wirbelsturm, bietet er allerdings keinen genügenden Schutz, und derselbe hat hier schon furchtbare Verheerungen angerichtet. Auch ich bin ihm einmal nur mit knapper Roth und nachdem ich mein gutes Schiff schon bei- nahe aufgegeben hatte, noch entgangen. Von Hongkong gehen Flußdampfer den Perlfluß, der ungefähr Hongkong gegenüber seine breite, buchtartige Mündung hat, hinauf nach Kanton, einer der bedeutendsten chinesischen Handelsstädte. Sie macht einen eigenthümlichen Eindruck. Am Ufer liegen unzählige Dschunken und Sampans, größere und kleinere chinesische Fahrzeuge, erstere zum Handelsverkehr, letztere meist als Wohnungen dienend. Fast der zehnte Theil der etwa lVo Million betragenden Einwohner von Kanton wohnt auf solchen Sampons im Fluß. Viele Sampons tragen Thee- schenken, in denen man mit der weiblichen Bedienung intime Bekanntschaft machen kann. Doch ist dieselbe nicht ohne Gefahr; mancher Seemann oder sonstige Reisende, der unvorsichtig genug war, eine wohlgesüllte Börse sehen zu lassen, ist hier ermordet und sein Leichnam, mit einem Stein beschwert, in den Fluß versenkt worden. Die Stadt ist von Wällen umschlossen und von zwei Hauptstraßen durchkreuzt, die indessen auch nur höchstens 5 Meter breit, stellenweise noch enger und von Menschen überfüllt sind. SHe Lasten werden an langen Bambusstangen auf den Schultern getragen, Personen auf Tragstühlen. In den Wohnhäusern sind nach der Straße zu fast ausschlreßttch Läden und Werkstätten, zwischen denen sich Tempel, deren Kanton über hundert besitzt, und Verwaltungsgebäude erheben. Die Straßen sind entsetzlich schmutzig und übelriechend, zur Abwehr der Sonnenstrahlen häufig mit Strohmatten überspannt, von denen lange, grellbemalte Firmenschilder an den Hauswänden herunterhängen. Die Tempel sind meist einfacher Construction; die Pagoden theilweise aus Marmor, machen einen gefälligeren, wenn auch fremdartigen Eindruck. Sie find stets ziemlich stark besucht, und man muß sich sehr in Acht nehmen, nicht an die zahlreich in und vor ihnen umherwandelnden und bettelnden Aussätzigen zu streifen, von Veranda deS KurhotelS, gerade als die Gäste von der Table d’höte kamen. Auch hier schenkten uns die Damen wieder Rosen und Edelweiß, und ter Umstand, daß zwei von ihnen sür unS sammelten, füllte unsere „Klondike", wie wir scherzhaft unsere Reisekasse nannten, ganz hervorragend. Wunderbar war eS, als sich unser Andryczeck später als Kriegskamerad deS Kurarztes entpuppte, und dieses Eretgniß mußte feucht-fröhlich begangen werden. Hebet Großbreitenbach kommend, hatten wir von «atz- Hütte bis Schwarzburg den Genuß, das obere Schwarzathal in sechsstündigem Marsche kennen zu lernen. Von dort ging! im unteren Schwarzathal nach Blankenburg. Trotz unserer Betheuerungen, daß wir „wirklich Kainer Ungeziefer haben, verweigerte mau uuS überall ein Nachtlager, so daß wir noch Nachts 11 Uhr nach Saalfeld fahren mußten. Hier fanden wir das billigste Nachtquartier der Reise. Infolge unseres erbärmlichen Aussehens verlangte der biedere Wirth sür Bier am Abend, Nachtlager, Kaffee und Weißbrod 40 Pfg. vom denen man leicht eine Ansteckung davon tragen kann. Die Europäer wohnen isolirt auf der kleinen Insel Schamm, welche die Chinesen nur mit besonderer Erlaubmß betreten und nicht bewohnen dürfen. Ich habe der Stadt Kanton eine etwas eingehendere Schllderung zu Theil werden lassen, well dar, was ich von ihr sagen konnte, mit geringen Unterschieden von fast allen größeren chinesischen Städten gilt. Im Großen und Ganzen geben sie dasselbe Bild. Ueberall eine dichtgedrängte, in unglaublicher Genügsamkeit lebende Volksmasse, aus der einige wenige Wohlhabende hervorragen, während ein eigentlicher Mittelstand fast gar nicht existirt. Wer es zu einigem Besitz gebracht hat, wandert häufig aus, um den Brand- schatzungen der habsüchtigen Beamten zu entgehen, zu deren Entschuldigung höchstens dienen mag, daß fie oft nach Pettng bedeutend mehr Erträgnisse ihres Bezirks abzuliefern genöthigt werden, als derselbe unter einer den Gesetzen entsprechenden Verwaltung aufbringen könnte. Da fie nun für Rechnung der Regierung doch einmal erpressen müssen, thun sie es für ihre eigene Rechnung gleich mit. Auch die Dichtigkeit der Bevölkerung ist eine Ursache der starken Auswanderung, welche für Amerika bereits zu einer solchen Gefahr geworden ist, daß die Vereinigten Staaten sich bekanntlich auf dem Wege der Gesetzgebung gegen sie zu schützen suchen mußten. Es ist nicht ausgeschlossen, daß in späterer Zeit auch Europa von der Gefahr chinesischer Masseneinwanderung sich bedroht sehen wird. „ ,rn Demnächst Näheres über Kiau-Tschou selbst. (Fortsetzung folgt.) Deutschlands neueste Kolonie von Capitän Hans Hensen. (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.) Zu einer Machtentfaltung bedarf es unbedingt eines Stützpunktes, und daß für Deutschland ein solcher in Krau- Wtr verabschiedeten uni und fuhren nach Friedrichroda. Am nächsten Morgen hatten wir bet Bezahlung unserer Rechnung im Gasthof die köstliche Scene, daß uns der Kellner den Betrag auf 2Mk. abrundete, die Überschießenden 35 Psg. mit den Worten zuschtebend: „Lassen Sie man, ich bin früher auch Artist gewesen, ich weiß, wie sauer Ihr Brod ist." So erbärmlich sahen wir also aus. Nach diesem Intermezzo zogen wir hinauf zu den Billen, uw unser „saures Brod" zu verdienen. Nirgends ließ man un« spielen, weil die „Herrschaften nicht zu Hause" seien, und kurz entschlossen setzten wir uni in den Chausseegraben, den Hut auf den Damm, und fingen au. Da belebten fich die Vorgärten und die Herrschaften waren plötzlich heim- gekehrt. Im Laufe deS Tages hatten wir gute Einnahmen und wir kauften unserem ersten Geiger Smetana eine neue „Galahose" für 2 Mk. 25 Pfg. bei einem „Kleiderpascha , da seine alte noch immer die Spuren seines temperamentvollen Spieles anfwiel. Mit kleine« Zwischenstationen fuhren wir nach Ilmenau. Bon dort ging! hinauf zum Gabelbacher WirthShauS, dem Kickelhahn und dem GoethehäuSchen. Hier mußten wir Rast machen. Den ganzen Tag schon währte dal schöne Wetter, kein Lüftchen regte fich. So wirklich „Ueber allen Wipfeln ist Ruh". Die ganze Poefie und Innigkeit dieses Gedichtes Überkam uni hier an seinem herrlichen Entstehunglorte. Durch diese Gedanken und Betrachtungen waren wir theil! bewußt, theil! unbewußt in eine poetische Stimmung ge rathen. Sine Nachwirkung zeigte fich in dem tiefgehenden und etgteifenben „Ave verum*, dal wir Abends in Kammerberg-Manebach einem auS den verschiedensten Characteren zusammengesetzten Publikum in der Kutscherstube des Kruges vortrugen. Sine solche Wirkung habe ich noch nicht erlebt, ist auch nur bet Mozart möglich. Am nächsten Tage spielten wir in Elgerlburg auf der , Für di die Liesen 1. M 2. «leit Kran auf dem W vergeben tot Die für i allgemeinen Großh. M, 1893) unb unzen liege dm Benvn Werten sprechens M 16, Mittags 1] Bureau al Der Q| 29- Septe, Gießen, Großh, der p Arrslaisd. Rom, 5. September. Im Vatikan haben die Borgäugl in Frankreich große Bestürzung bemtgetufert. JNanJ: erstaunt, daß der Papst fich der Sache nicht selbst: «V nommeu habe. In der Dreysul-Sache steht mau eine Niedei läge der franzöfischen Sammlung-Politik. Pari-, 5. September. Die gesammte Garnison ist sür heute in den Kasernen confignirt. Paris, 5. September. El ist nunmehr sicher, daß dis Ernennung etnel Nachfolgeri für Cavaignac noch heute folgen wird. Man glaubt, daß General Znrlinden b« Portefeuille bei Kriege! übernehmen wird. Parts, 5. September. Frau Dreyful find an! all« Kreisen, auch von Oifizierlfrauen, schriftliche und telegrapM Sympathie Kundgebungen zugegangen._________ Deutsche- Reich. Berlin, 5. September. Staatssecretär v. Bülow hat fich in seine Sommerfrische zurückbegeben. — Reichskanzler Fürst Hohenlohe hatte vor seiner Abreise nach Süd- deutschland eine längere Unterredung mit dem Ftnanzmtntfier Dr. M'quel. _ _ . Berlin, 5. September. Der General der Infanterie, v. Winterfeld, General-Adjutant del Kaisers und früherer Commaudeur del Gardecorpl, erlitt in Schreiberhau i. Schi, einen Schlaganfall. . Berlin, 5. September. Der Zustand der Königin von Dänemark hat fich laut einer Meldung bei „Local- Anzeigers" verschlimmert. Die Prtnzesfin von Wales und die Herzogin von Cumberlanb find den ganzen Tag a« Krankenlager und wachen während der Nachtstunden ab- 5. September. Der „RelchSanzetger" bestätigt, daß am 2. September der Hafen von Kian-Tschau zu« Freihafen erklärt wurde. „ . Berlin, 5. September. Die „Boss. Zig. meldet aus Pari!, daß das Wiederaufnahme-Verfahren tu der DreyfuS-Sache vom Ministerium einstimmig beschlossen worden sei. Berlin, 5. September. In der Nähe von BeeUtz wurde gestern ein schwere! Verbrechen an einem Rsd- «ah,er aus Berlin verübt. Eia Strolch feuerte aus einer Chaussee mehrere Schüsse auf den Radfahrer ad, bestieg sodann dessen Rad und ließ den schwer Verletzten 5. 8-Pt.mb-r. Die »otfetin batte heute Morgen bei ihrem Spazierritt einen Unfall. Die Kaiserin stürzte vom Pferde, wobei fie sich die eine Hand verstauchte. In einem die Stille pasfirenden Wagen fuhr die Kaiserin nach dem Schlosse zurück I floht, 5. September. Die „Köln. Zig." schreibt zu den neuesten Pariser Ereignissen: Wenn die sogenannten GeneralstabSblälter den Glauben zu erwecken versuchen, datz Frankreich durch die Veröffentlichung der gesummten Driysus- Schriftstücke die Gefahr etnel Krieges mit Deutschland heraus- schwöre, so macht dies auf Deutschland nicht dm alle, mindesten Eindruck. Man wiffe, nm welche Schriftstücke ti r fich handle und daß namentlich angebliche Briefe deS Dentschv - Kaisers in Betracht kommen, welche dieser an DreyfuS ge« ! schrieben haben soll. Deutschland sehe der Beröffentlichunz \ dl-ser Fälschungen mit außerordentlichem Gleichrnuth ! Ein deutscher Kaiser führe keinen Schriftwechsel mit für Deutschland arbeitenden Spionen. Nilin Hitttvoch k ”,le ®oi «St Ja» ft?1 f' ltr «i Wt M i« ®«n,a£ SS- lind 9«!* W» schon vor W mg ans! Ikdrnnanu r» bienen, zu 8^ Krttrr t>kM frühem Sed geschmücktem L Vereine unsere ich» » 6t, Majestät । Großherzok bkkchnng muri Endspiele n gaabin Balker Lilisaozeu im viiüul kleine । zazchtilt. Ho Spiele mit jtbi Mstkoereiu, w vtrelnlBnge bei. Da auch W *t H.lti rrsvUate CocaUs und Provinzielles. Vietze», 6. September 1898. •• Auswanderung. In 1897 haben weuiger «up Wanderungen aus dem Großherzogthum Heffm nach Üb» iteifdjeu Sänbetn st-ttgksunden, als (el‘ SW Rabl betrug nur 466, gegen z. B. 4173 in 18 • Zahl der Auswanderer in den letzten 20 Jahren belief f aUf Ä^o« Schulgeld iu den Volksschule». Jm Großherz^ i thnm Hessen wird heute noch in 3 30 DolkSschu ' Schulgeld W- Die »elften B°lk.|chule° gelb hat bie Provinz Starkenburg. Bon 219 Boi»,« wirb in 145 noch Schulgelb entrichtet, in Oberhessm » Mann. Mübe der an fich schönen unb poefievollen Wauberuug, folgten wir jetzt ber Einlabung unseres Freundes X. nach Planen im Voigtlanb. Bei unserer Ankunft regnete es in Strömen und wir waren gezwungen, vom Bahnhofe bie electrische Bahn zu benutzen. Wie erstaunten wir, wenigstens äußerlich, als unS beim Verlassen beS Wagens ein Polizeihauptmann, ein Wachtmeister unb drei Eriminalbeamte auf- forberte, einer „freundlichen" Einladung zum Wachtlocale Folge zu leisten. Ein kurzes Verhör, in deffen Verlauf man uns laut Depesche beschuldigte, 180 Mk. in Cöthen entwendet zu haben. Jetzt war eS Zeit, unser Jncognito fallen zu lassen, und die Vertreter der heiligen Hermandad waren - daran, wirklich erstaunte Gesichter zu machen, denn unter ; thnm Hessen dieser Maske vermutheteu sie nicht „Berliner auf Reisen . N. Hess. Volksbl. und Ritter von 12 ausländischen Orden. Diese Anerkennung verdookt er ebensowohl seinen künstlerischen Leistungen wie seiner liebenswürdigen Persönlichkeit, die in ihrer stark pro» noncirten Eigenart überall beliebt ist und ihm den beispiellosen Erfolg brachte, der eher noch zunimmt, all daß er in den vielen Jahren nachgelastrn hätte. Freut sich doch Jedermann, wenn eß heißt: „Eduard Strauß kommt wieder", und stundenlange Etsenbahofahrt ist Bielen nicht zu beschwerlich oder umständlich, wenn el sich darum handelt, ihn einmal wieder zu hören und zu sehen. Auch wir begrüßen eß mit Freuden, daß er wieder zu uni kommt. * Kreuznach, 1. September. Die Gefahren, welche dir 1898er Weinernte bedrohen, wollen schier kein Ende nehmen. War schon die Witterung diese! Sommers, die durch Kühle uud Nässe die Blüthe aushielt und im August während der großen Hitzperiode den Sonnenbrand erzeugte, der Entwickelung der Reben nicht günstig, so hat noch eine ganze Reihe von Schädlingen (Rebsttchler, Heuwurm, Perono- epora Titicola, Oldiiun Tuckeri) den quantitativen und qualitativen Ertrag del Weinstock! beeinträchtigt. Was sie übrig gelassen haben, bedroht der Sauerwurm, dir zweite Generation de! Heuwurm!, mit Vernichtung. Wanderung, «ch ’w gwordnl ü 'M auf dem Tq Wen mufcttn. & t Zeit auch EiUlP Gerung sich btbi« iou selbst. ch- rttar b, BülottN !D. — Rtichlkuje Abreile oach kll t dem Ftii »-» to l’l»* „Bidin itd*; rsr Ää-sS »« KchDvE 1 D|«ot|e I % * *... >■■■■ r.“>K“ - »"‘.'n, f»b < SÄ-*" 6. gt»«®61' , li -W von inlgesammt 270 Schulen noch in 142 Schulgeld bezahlt, ober in Rhrtnheffrn wird mit seinen 168 Volksschulen nur »och tu 43 Schulgeld entrichtet. Der Krei! Mainz bildet in ganz Heffen eine lobeuSwerthe Ausnahme: in keiner Volksschule des Kreises wird noch Schulgeld erhoben, überall ist der Unterricht frei. •• Mit dem Abnahme der Tage uud dem frühen Eintritt der Dunkelheit werden sich alsbald wieder die Klagen über derfpätete oder mangelhafte Beleuchtung der Hau!- uud Lreppeoflure erheben. ES sei zur Vermeidung vou Poltzeistrafeu und empfindlichem Schadenersatz und Schmerzensgeldern namentlich im Jutereffe aller HauSwirthe oder deren Stellvertreter darauf htngewieseu, daß jeder Elgeuthümer eines Grundstücke! bezw. deffeu Verwalter verpflichtet ist, die Hau!- und Treppevflure augemeffen zu erleuchten, und zwar schon vor dem Eintreten völliger Dunkelheit. Die Beleuch« lang hat auf sämmtlichen Treppenabsätzen und Fluren, die Jedermann zugänglich find, also de« öffentlichen Verkehr bleuen, zu geschehen. 8 Lich, 6. September. Gestern fand hier, vou schönem Wetter begünstigt, dal Jugend fest, dal an Stelle de! früheren Sedanfeste! gefeiert wird, statt. In sahnen- geschmücktem Zuge wallten die Schuljugend uud sämmtliche Vereine unserer Stadt auf die Höhe de! Hardbergl, wo Herr Lehrer Alt eine An'prachr hielt, die mit einem Hoch auf Se. Majestät ben deutscheu Kaiser und Se. Königl. Hoheit den Großherzog von Heffen schloß. Nach langjähriger Unterbrechung wurden diese! Jahr wieder zum ersten Male Jugeodspiele mit der Feier verbunden und zwar für die Knaben Balkenlaufea und Bogelwerfen, für die Mädchen Ballfaugen im Netz uud Eierlaufen. Den Siegern im Spiele wurden kleine aber zweckmäßig gewählte Gaben al! Preise zugetheiU. Hoffentlich gelingt e! dem Festaulschuß, diese Spiele mit jedem Jahre zu erweitern. Die Mufik stellte der Mufikoeretn, welcher seine Aufgabe sehr gut erfüllte. Auch vereinlgesänge trugen zur Unterhaltung der Fefttheilnehmer bet. Da auch für gute Speisen und Getränke in bester Weise gesorgt war, so konnte Jeder befriedigt den Festplatz verlassen. II. Aus dem horloffthale, 4. September. Die Ernte- res ul täte vou der mittleren Nidda (s. Gießener Anzeiger Nr. 202 vom 30. August) find beueideuSwerth uud stimmen mit den uuserigen nicht ganz überein, obgleich wir auch mit denjenigen in hiesiger Gegeud zufrieden find. Die Durchschnittszahlen von drei Fuder Wetzen zu 6jEeutuer Körner auf den Morgen, demnach 18 Eeatver, scheinen unS bedenklich hoch und nur tu besonders günstigen Lagen, also nicht auf fetten Grundstücken, erreichbar zu sein. Auch kann der erzielte Weizen nicht als hochfeine Waare bezeichnet werden, daS will sehr, sehr viel heißen. Die Erfahrung hat längst gelehrt, daß hochfeine Erzeugutffe nur bei reichlichem Sonnenschein erzielt zu werden pflegen, und der Sonnenschein hat unS gerade bi! zum 15. Juli l. I. sehr gemangelt. Da! Aulsehen der Körner bei allen Getreidearten ist recht hübsch, aber sie sind dickhäutig uud da! Mehl iu den Körnern ist weniger fein und weiß, al! daljeotge von Körnern au! sonnigeren Jahren. — Unsere Grummetgralversteiger- uug eu (offen zu wünschen übrig. Die Gebote sind mitunter so dürftig: 2 bi! 3 Mark für den Morgen, daß der FiScu! da! Gral gar nicht abgeben, sondern al! Schutzdecke für den Winter und gleichsam all Dungmtttel für da! nächste Jahr, stehen laffen will. — Rach Obst ist lebhafte Nachfrage, aber kein Angebot. Der Aepfelwetn ist iu den letzten Wochen vou 15 auf 18 Pfg. und jetzt gar aus 20 Pfg. da! halbe Liter hiuaufgegangeu. D. Frankfurt a. M., 5. September. Eduard Strauß, von dem wir bereit! berichteten, daß er am 12. und 13. September wieder hier im Zoologischen Garten Loucerte geben wird, hat mit seiner Capelle unter allen existtrendeu Orchestern die größten Reisen gemacht uud die Concert Reisen sozusagen iuaugurtrt, denn früher schon al! Bilse hat er solche unternommen. — Die Capelle besteht nun seit ihrer Gründung durch Johann Strauß Vater (der 1849 starb) bereit! 75 Jahre und steht unter der Leitung von Eduard Strauß schon 36 Jahre. In dieser Zeit bereiste er mit ihr 687 Städte in Europa und Amerika, er war dreimal in London, zweimal iu St. Peterlbnrg und hat bei 13 Ausstellungen in europäischen Hauptstädten concertirt. — Seit 26 Jahren ist Eduard Strauß Hofballmufik-Director, seit 12 Jahren österreichischer Ordensritter und außerdem Commandeur, Offizier Universität- - Nachrichten. Halle. Am 27. August starb hier der Professor Superintendent Dr. Förster, der neben seinem geistlichen Amte und neben seiner Thättgkctt als Religionslehrer an unterer Untoerfität al! Docent für Ktrchengeschichte wirkte und aus diesem Gebiete eine reiche literarische Thättgkeit entfaltete. Speciell für die Damen. Durch Zusatz von wirkungsvollen Ingredienzien, wie sie un! von ersten medicintschen Autoritäten ncusrdinas an die Hand gegeben worden find, ist die Doerings Seife mit der Eule, bekannt unter der Devise: „JNe beute der Welt“, abermals verbessert und durch diese Verbesserung in ihrem Einflüsse auf die Erhaltung der Schönheit der Haut wesentlich erhöht worden, so daß sich keine Sttfe zur Toilette mehr eignen dürfte als die in ihrer Art unübertreffliche Doerings Seife mit der Eule. Wir ersuchen alle Damen, Mütter, wie Jedermann, dem die Pflege der Haut ernst ist, um erneute Versuche. Der Preis ist nicht erhöht worden, für 40 Pfg. überall erhältlich. 2532 Bekanntmachung, betreffend: Das Beschneiden der Hecken. Da! Polizeireglement vom 24. Februar 1882, wonach die Garten- rind Feldbesitzer an den ihren Grundbesitz au öffentlichen Fahr- oder Austwegeu einfriedigenden Hecken im Laufe bei Monats September die neuen Schößlinge wiederholt zu beschneiden oder zurückzubinden haben, wird mit dem Anfügen wiederholt zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Zuwiderhandlungen auf Grund des Art. 31 des Feldstrafgesetzes mit Geld- ßrafe von 1 bis 10 Mark bestraft werden. Gießen, den 5. September 1898. 8829 Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. lifliinintiniidjiiniifu Submission. Für die psychiatrische Klinik soll Äie Lieferung von: 1. Bett-, Leib- und Tischwäsche, 2. Kleidern und Schuhen für Kranke und Personal iiuf dem Wege öffentlicher Submission »ergeben werden. Die sür diese Lieferungen gültigen gemeinen Bedingungen (Erlaß der ßGroßh. Ministerien vom 16. Juni 3893) mb die speciellen Beding, »ngen liegen an den Wochentagen Nachmittags von 3 bis 5 Uhr auf lern Verwaltungsbureau offen. Offerten sind versiegelt und mit »mtsprechender Aufschrift versehen bis gum 16. September 1898, Vormittags 11 Uhr, auf dem erwähnten löureau abzugeben. Der Zuschlag erfolgt bis zum 29. September d. I. Gießen, 11. August 1898. Großh. Verwaltungs-Direction der psychiatrischen Klinik. Sommer. 8025 llrrjkißcnnwn iMiliar-Dkrstkigkrung. Mittwoch ben 7. September, Nachmittag» 2 Uhr, nerben Ederftrasie 3 I. nachver- Hnchnete Mobiliargegenstände gegen Baarzahluug versteigert: Mehrere vollständige Betten, ein Sopha, Tische, Stühle, ein zwei- thüriger Kleiberschrank, ein Schreibpult mit Glasaus- satz, Bilder, Spiegel, Porzellan nnb anbere Glas- waaren, Haus- und Küchenge- räthe, eine Parthie Weinflaschen 1 und ’/* Ltr. haltend, u. s. w. 8320 I. A.: Schneider. fflittmodj btn 7. September I. I., Nachmittags 2 Uhr, werden im Bieler'scken Saale versteigert: SophaS, Kommoden, Kleiderschränke, GlaSschränke, 1 gr. Bogelskäfig, 1 Büffet mit Marmorplatte, 1 Waschtisch und 1 Nachttisch mit dgl., 1 Nähmaschine, verschied. Sachen auS Hirschgeweihen, Glas« und Porzellansachen, 1 Parthie Filzhüte, ILadensckrankmitGlaSthüren, 1 vollst. Bett, 1 Waschmaschine, 1 Wasch- mange, 2 Hobelbänke, 1 Parthie Werkholz u. v. a. 8810 Geißler, Gerichtsvollzieher. (hipffliluiigen Fränkischer Weinessig in drei Qualitäten, billigst bei fl609 Gebrüder Adami, 14 Mänsbnrg 14.____ Textors Terrasse Täglich 8679 frische Waffeln, 'sowie Obflkuchen._____ la. holl. Vollheringe, schöne, große Waare, 10 Stück 45 Pfg., Rollmöpse, Sardellen, etc. empfiehlt 8597 Fr.Lko Nächst., L. Herber, Seltersweg 71. Neue^Lmsen, {i ncuesSauerkraut empfiehlt 8609 _____________I M. Schulhof. Mirabellen Pfd. 20 Pig., Reineclauden und gfrühzwetschch per Pfd. 15 Pfg. täglich frisch vom Baum. 8817 Riegelpfad 30. Die beste Wichse ist und bleibt Union- vormals Krauss-Glinz. 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In 1000 Gewichtsthoilon: Chlorkalium..... 0,056790 Chlornatrium..... 2,986792 Bromnatrimn..... 0,000760 Jodnatrium..... 0,000085 Phosphorsaures Natron . 0,000688 Salpctersaures Natron . . 0,000005 Phosphorsaure Thonerde . 0,001840 Kieselsäure.....0,018180 Organische Substanz . . 0,000520 Kohlensäure, völlig freie . 2,387990 Summe sämmtL Bestandth.: 8,954110 % Liter-Krug — 18 Pfg., Vi Liter-Krug — 12 Pfg, */, Liter-Flasche — 18 Pfg., 1/2 Liter-Flasche — 12 Pfg. excl. Gefäße. Kotetiers, Pellaurateure uud Specereihandtungen erhalten Rabatt. Für Gießen nnd größere flmgebung General-Vertreter Herr flestanratevr D. Feidel, rar flaoaria, nnb erbitten geh. fleßellnngen an dessen Adresse. 4541 Harttrockenöl Aulen- nnb Ledens-Nttstcherungs-Anstalt ein vorzügliches Glanzöl zum Oelen von Fußböden, Treppen rc., trocknet in 4 bis 6 Stunden hart und glänzend. Lose gewogen per Pfund 50 Pfg., desgl. 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