Nr. 106 Erstes Blati. Samstag den 7. Mai 1898 Erscheint lägtich nm Ansnahmc deS MonlagS. Die Gießener Mamikienvtätter werden dem Anzeiger w-chentlich viermal beigelegt. Keßener Anzeiger Bezugspreis vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. Keneral-Mnzeiger Alle Anzeigen.PermittlungSstellen des In- und Auslandes nehmen Anzeigen für ven Gießener Anzeiger entgegen. 2lsnts- und Zlnzeigebl^tt fiw den lireis Gieszen. Gratisbeilage: Gießener Familienblätter. Redaction, Expedition und Druckerei: Schutfiraße Zlr. 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße«. Fernsprecher Nr. 51. Aintücher» Tyeil Gießen, den 6. Mai 1898. Sets.: Die Vertilgung der Maikäfer. Das Grotzherzogliche Kreisamt Gießen «m dir SNrtzh. Vür^ermristereie« des Kreises. Nach unserem Au»schreiben vom 12. v. Mts. haben Sie, im Falle in Ihrer Gemarkung oder einem Theile derselben ein Hauptmatkäferflug eintritt, sofort die in § 1 der Polizei- Verordnung vom 11. April 1894 vorgeschrtebrneu Anordnungen zu treffen und dtrS un» al-bald berichtlich anzuzeigeu. Trotzdem tu diesem Jahre wohl tu allen Gemarkungen des Kreises ein Hauptmaikäferflug zu beobachten ist, find noch die meisten Bürgermeistereien mit der Erstattung der Anzeige im Rückstand, daß die vorgeschriebenen Anordnungen getroffen find. Wir erwarten solche innerhalb 8 Tagen. ______________________v. Gaqern.______________ Bekanntmachung. Der Obstbautechniker des Obe, hessischen Obstbauverein-, Herr Metz aut Friedberg, beabsichtigt die nachfolgend verzeichneten Orte des Kreise» Gießen an den bezeichneten Tagen zu besuchen, um an Obstbäumen practische Unterweisungen zu ertheileu und Borträge über Obstbau zu halten. DienStag, 17. Mai in Heuchelheim, Versammlung Abend» 8 Uhr. Mittwoch, 18. Mai in Avendorf a. Lahn, Versammlung Abend» 8 Uhr. Donnerstag. 19. Mai in Klein-Linden, Versammlung Nachmittag» 3 Uhr. Freitag, 20. Mai in Gießen, Vormittags 8 bi» 11 Uhr, Nachmittags 3 bi» 6 Uhr practische Unterweisung. Zusammenkunft an dem Garten de» Herrn Amts- gerichtSrath» Gebhardt. Samstag, 21. Mar in Watzenborn-Steinberg, Versammlung Abends 8 Uhr. Sonntag, 22. Mai in Steinbach, Versammlung Nachmittag» 3 Uhr. Montag, 23. Mai in Albach, Versammlung Abend» 8 Uhr. DienStag, 24. Mai in Annerod, Versammlung Abend» 8 Uhr. Mittwoch, 25. Mai in Wieseck, Versammlung Abends 8 Uhr. Die practischen Unterweisungen finden an Werktagen am gleichen Tage Nachmittags von 3 Uhr ab, in Klein- Linden und Steinbach am folgenden Tage Vormittag» von 8 Uhr ab statt. Rege Betheiligung an den Versammlungen, vornehmlich aber an den practischen Unterweisungen an Obst- bäumeu, al» anerkannt wichtig für die Entwickelung de» Obstbaues .ist erwünscht. Den Herren Obmännern der Ortsgruppen gehen besondere M'.tthetlnugen zu. Gießen, den 6. Mat 1898. Der Vorsitzende des BereinSbezirkS Gießen des Oberhesfischen Obstbauverein-. Dr. Wallau, RegierungSrath. Schluß des Reichstags. Fünf Jahre find eine gute Spanne Zeit im Leben de» Einzelnen und der Gesammtheit, eine unendliche Fülle von Glück und Unglück, von Erfahrungen, Erfolgen und Enttäuschungen können fie einschließen und auf das Geschick de» einzelnen Judivtdium» und der Völker von entscheitender Be deutuug sein. Wenn wir auf die letzte, nunmehr hinter un» liegende Legislaturperiode des Reichstag» zurückblickru, so finden wir die Wahrheit des oben Gesagten vollauf bestätigt, umsomehr, als e» eine der bedeutsamsten Reihen von Sessionen war, die jetzt ihren Abschluß gesunden hat. Der gewesene Reichstag ist bekanntlich im Jahre 1893 gewählt worden, nachdem eine Auflösung seine» Vorgänger» vor der Zeit stattgefunden hatte. Die Regierung wollte die HeereSverstärkung * irchsetzen, die aber jener Reichstag nicht bewilligen zu können glaubte. E» ist noch in frischer Erinnerung, wie heftig sich damals der Wahlkampf gestaltete, wie auf beiden Seiten die gewaltigsten Anstrengungen gemacht wurden, um den Steg zu erringen. Und trotzdem man der Regierung eine Niederlage prophezeit hatte, ging sie doch sieg- reich au» dem Kampfe hervor. Dazu trug wohl vor allen Dingen die Ueberzeugung bei, daß die verbündeten Regierungen eutschloffen seien, den Kampf um die HeereSverstärkung bis zum Aeußersteu fortzuführen, daß Nicht» fie davon würde abbringen können, für de» Reiche» Wohl Alle» daranzusrtzrn. Und diese Ueberzeugung ist e» jedenfalls während der letzten Session gewesen, welche die Erfolge der Regierung gezeitigt hat. Wa» nun die Thätigkeit de» gegenwärtigen Reichstag» anbelangt, so ist au» den früheren Sessionen die Verstärkung der HeereSmacht und die damit verbundene Einführung der zweijährigen Dienstzeit, sowie die Durchberothung de» Bürgerlichen Gesetzbücher ganz besonder» hervorzuheben. An Vorlagen, die nicht die Billigung der Volksvertretung gefunden haben, ist eS vor Allem die sog. Umsturzvorlage und das Tabakfteurrgesetz, welche daS Inten sie in Anspruch nahmen und die lange Zeit hindurch die Parole zu Angriffen gegen die Regierung bildeten. Daneben find noch eine Reihe von Anträgen aus dem Hause selbst zu erwähnen, denen die Regierung keine Folge gegeben hat: wir meinen den Antrag auf Aufhebung dr» JesuitrngesetzeS, auf Gewährung von Diäten an die ReichStagsobgeordmten und auf reichSgesetz- liche Regelung des VerrinSgesetze». In der letzten Session bilden da» Flottengesetz und die Militärstrafgerichtsordnung das Hauptergebniß. Für beide Vorlagen waren die Aussichten nicht allzu günstig, nachdem im vorigen Jahr fast alle von der Regierung geforderten SchiffSneubaureu rundweg adgelehnt worden waren und bezüglich des Militärstrafprozeffe» die Forderungen der Oppo- fitionSpartrien einen großen Umfang angenommen hatten. Beide Gesetzentwürfe find unter Dach und Fach gebracht worden. Noch eine Reihe weiterer Gesetzentwürfe ist erledigt, auf die wir noch zurückkommen werden. In die Augen springend ist b*t Thatsache, daß die Regierung zum Schluß der Legislaturperiode neu gestärkt dasteht und sich im Laufe der letzten Session die Anerkennung weiter Kreise bi» in die Opposition hinein zu verschaffen gewußt hat. (xx) X>eutfd?ex 2Uid?»tag. 84. Sitzung vom Donnerstag den 5. Mai 1898. Tagesordnung: Zunächst dritte Lesung der Civil- proceßordnung. Das Gesetz wird nach unwesentlicher Debatte en bloc angenommen. ES folgt die Interpellation Auer (Soc.): Beabsichtigen die verbündeten Regierungen Angesichts der ungewöhnlich hohen Getretdepreise eine zeitweilige Aufhebung der Getreioezölle herbeizuführen? Abg. Schippel (Soc.) begründet die Interpellation, dabei auf da» allmählige Steigen der Getretdepreise seit Ende 1897 und auf das rapide Steigen in den letzten Wochen im Zusammenhang mit dem spantich-amerikanischen Kriege hinweisend. E» handle sich augenscheinlich nicht um etwa» Vorübergehendes, vielmehr um ein Aadauern der Steigerung bis zur nächsten Ernte. Gegenwärtig seien tu Deutschland schon richtige Thkuerungs-, Nothstandepreise. (Rufe: Sehr richtig!) Verschlimmert sei die Lage in Deutschland durch die starke Ausfuhr im ersten Quartal de» Jahres im Zusammenhang mit der Aufhebung des Identitätsnachweise». Redner gedenkt weiter auch der gegenwärtigen hohen Fleisch-, Spiritus- und Zucker-Preise und betont, daß, wenn seine Partei gegen die Brotzölle ankämpfe, so kämpfe sie nicht nur für deu Arbeiter, den Unterbeamten, den Mittelstand, sondern auch für die ganze deutsche Industrie. Fragen aber müffe er, wo seien heute die Vertreter der Industrie? Caprivi und Marschall seien gegangen, ehe der Hahn dreimal gekräht habe. (Heiterkeit.) Jetzt seien nun Parteien mit politischen Jämmerlingen an der Spitze. Man werde ja sehen, was die Regierung thun werde. Gtaatssecretär v. Thielmann erklärt Namen» de» Reich« kanzler», daß e» nicht in seiner Absicht liege, dir Herabsetzung oder Aufhebung der Getreidezölle in Anregung zu bringen. Bereits 1891 und im Jahre zuvor hätten ähnliche Zustände zu ähnlichen Erwägungen geführt. Bet den hohen Getreidepreisen handle eS sich durchaus nicht um dauernde, sondern nur um vorübergehende Umstände. Nichts deute heute hin auf einen schweren Nothstand. Wegen eines vorübergehenden hohen Preise- könne die Regierung nicht den Zoll aufheben oder herabsetzen. Da» würde die Landwirth- schaft schwer schädigen. Und für eine solche Schädigung der Landwirthschaft sei der Reichskanzler nicht geneigt, die Verantwortung zu übernehmen. Sollten noch wesentliche Veränderungen eintreten, so werde die Regierung nicht versehleu, in eine erneute Prüfung einzutrelen. Redner fügt noch hinzu, er bestreite durchaus, daß ein absoluter Mangel an Getreide bestehe- e» bestehe nur ein Mangel infolge de» amerikanisch spanischen Kriege». Und nach den neuesten Meldungen vom Kriegsschauplatz werde man zugeben, daß diese Gefahr nicht lange anhalten werde. (Beifall rechts.) Auf Antrag des Abg. Rickert (frf. Bg.) erfolgt Besprechung der Interpellation. Abg. Graf Kanitz (cons.) erklärt NawenS feiner Freunde, dieselben hätten principirll gegen eine Ermäßigung des Zolle» nicht» einzuwendeu, vorausgesetzt, daß der Preis eine übermäßige Höhe erreiche. Die jetzige PretShöhe sei zum Theil eine Folge der Speculattou in anderen Ländern wegen de» amerikanisch-spanischen Kriege». Eine gegenwärtige Aufhebung oder Herabsetzung de» Zolle» würde nur den Handelsstand beunruhigen, insoweit derselbe mit theuereu Borrätheu versehen sei. Er bitte die Regierung dringend, sich Action»- freihett zu verschaffen, die Hände frei zu machen gegenüber den unglückseligen Handel-Verträgen. Die gegenwärtigen Getreidepreise seien jeoensallS iolche, welche die Landwirthschaft haben müffe, um bestehen zu können. (Stürmisches Gelächter links.) Abg. Richter (frf. Vp.) polemifirt gegen den Schatz- fecretär v. Thielmann und fodann gegen den Abg. Grafen Kanitz. Er führt des Weiteren au», die jetzige Nothlage fei verschärft worden durch die neuerlichen niedrigen Ausnahmetarife für den Getreidetransport in der Richtung nach Böhmen. Das, wa» Herr Graf Kanitz offen und ehrlich gesagt: „Die Preise, wie sie jetzt find, müssen und wollen wir haben!" sei Paffeno für die Wahlen. Wir werden, so schließt Redner, dem Volke sagen: „Die» kleine und theuere Brod, wie e» jetzt ist, da» ist da» klaffische Abbild deffen, wa» der Antrag Kanitz will." (Lebhafter Beifall links.) Abg. Lieber (Crntr.) erklärt, seine Partei stehe genau auf dem Standpunkte, wie ihn die Regierungen bezw. der Reichskanzler al» den ihrigen bezeichnet hätten. Eine Su- sprnsion der Getreidezölle fei jetzt nicht begründet. Abg. Paasche (al.) stimmt dem Vorredner zu. Abg. Barth (frs. Bg.) meint, au- dem verlaufe der Discnffiou sei zu ersehen, daß auch bei sehr hohen Preisen eine Aufhebung be» Zolle» nicht erfolgen werde. Die eigentliche Ursache der Preissteigerung werde man darin suchen müffeu, daß sich der Handel angesichts des spanisch-amerikanischen Kriege» darüber klar geworden fei, daß die Getreide- vorräthe viel kleiner feien, als man birher angenommen habe. Nachdem Redner noch gegen den Abg. Grafen Kanitz polemistrt, bemerkt Abg. v. Kardorff (Rp.), er für seine Person habe nicht» gegen Suspension de» WrizenzolleS bis zum 1. Juli. Für richtig halte er andererseits auch ein Getreideeinfuhrverbot bei sehr niedrigen Getreidepreiseu. Nach einer kurzen Bemerkung de» Abg. Bebel (Soc.) wird ein Schlußantrag angenommen. In dritter Lesung werden alsdann der Nachtragsetat, sowie das Gesetz über die künstlichen Süßstoffe definitiv angenommen. ES werden noch einige Petitionen erledigt, worauf Staatsfecretär Graf Pofadowsky die Botschaft wegen Schließung der Seffton Freitag 10 Uhr im Weißen Saale verliest. Präsident Frhr. v. Buol schließt alsdann die Sitzung mit einem Hoch auf den Kaiser. Schluß 4 Uhr. Deutsche» Ääd?» Berlin, 5. Mai. Eine neue Zusammenkunft de» Kaisers mit dem Zaren wird von den „Letpz. Reuest. Nachr." signalifirt. Nach einer Meldung derselben wird nämlich da» russische Kaiserpaar im Spätsommer dieses Jahre» dem Darmstädter Hose einen längeren Besuch abstatten. Bet dieser Gelegenheit ist, wie da» genannte Blatt hinzufügt, wiederum ein Zusammentreffen Kaiser Wilhelm» mit dem Zaren Ntkolau» in Aussicht genommen worden. Berlin, 5. Mai. Der morgen vormittag im Weißen Saale des Königlichen Schlaffes stattfindenden Reichstags- Schließung werden auf Befehl des Kaiser» die in Berlin anwesenden activen Generale, sowie die Obersten und Regi- went-commandeure nebst den gleichen Chargen der Marine beiwohnen. Berlin, 5. Mai. Die „Post" veröffentlicht heute den Wahlaufruf der deutschen Reichspartei. Berlin, 5. Mai. Der „Staatsanzeiger" veröffentlicht da» Gesetz vom 20. April 1898 betreffs Abänderung be» Gesetze» vom 26. April 1886 (Gesetz-Samml. S. 181), be- treffend die Beförderung deutscher Ansiedelungen in den Provinzen Westpreußen und Posen. Berlin, 6. Mai. Da» Abgeordnetenhaus erledigte heute in zweiter Lesung die Eisenbahn-Vorlage. Die Position derselben betreffend die Bahnlinie Treuenbrtrtzen'Nauen wurde an die Budget-Commission verwiesen. Nachdem noch der Antrag v. Arnim auf Erhöhung de» Einkommens der Förster nach de« Commiffioulbeschluß erledigt worden war, wurde die Wahl bei Abgeordneten v. Staudy (eoos.) für den 4. Wahlbezirk Posen für giltig erklärt. E! wurden schließlich noch Petitionen berathen. Nächste Sitzung SamStag. Privat- doceuteu Borlage in dritter Lesung und Vorlage betreffend Pfarrergehälter in zweiter Lesnvg. Berlin, 5. Mat. Der Schluß bei preußischen Landtage» ist, wie allgemein angenommen wird, von bei Staatsregierung aus ben 18. Mai, einen Tag vor Himmel« fahrt, in Au»ficht genommen. Frankfurt a. M., 5. Mai. Der „Franks. Ztg." wirb an» London telegraphirt: Au» dem Umstande, daß noch keine direkten Nachrichten von dem amerikanischen Geschwader vor Manila eingetroffen find, schließt man, wie au» einer New Korker Depesche de» „©lobe* hervorgeht, baß Dewry ohne genügenden ttohleovorrath von Hongkong abgefahren ist. Auch hat er angeblich nicht genügend Munition gehabt, um da» Bombardement Manila» durchzuführen. Nach einer Lonferenz, welche Präsident Mac Kinley, Marioesecretär Long und der Marioe-SriegSrath gestern hatten, sollen dringende Depeschen nach San Francisco abgegangen fein. BreSlau, 5. Mai. Bezüglich der vorzeitigen Abreise Kaiser Wilhelm» au» Dresden und der an diese Thatfache geknüpften Gerüchte erhält der „Brest. Gen.- Anz." von seinem Wiener Bureau solgeude Mittheilungen: Bei allen Hoffestlichkeiten werden die kleinsten Detail» vorher genau festgestellt. TS war daher auch in diesem Falle vorher ausdrücklich vereinbart, daß Kaiser Franz Josef ben Trink- ipruch auf König Albert ausbrachte. Ja, gerade wegen bieseS Toastes, ber von vielen Zeitungen beS Ja- uob AuslanbeS all Ursache ber vorzeitigen Abreise Kaiser Wilhelm! hin- gestellt wirb, fiob vorher bie eingehendsten Verhandlungen zwischen Wien, Dresden und Berlin gepflogen worben. Der österreichische Kaiser wollte nämlich, baß Kaiser Wilhelm ben Toast ausbrtnge, aber ber deutsche Kaiser bestand unter dem ausdrücklichen Hinweis auf die langjährige innige Freundschaft zwischen König Albert und Kaiser Franz Josef, daß der österreichische Kaiser den Toast sprach. In diesem Sinne richtete Kaiser Wilhelm auch ein Handschreiben au »seinen kaiserlichen Freund, welches bie Bebenken des österreichischen Kaiser! zerstreute. Hamburg, 5. Mai. Fürst Bilmarck erklärte sich bereit zur Entgegennahme des aufgeschobenen Geburt!« tag!«Fackelzuges, ben ihm ber ReichStagS-Wahlvereiu nun um bie Mitte bieseS Monat! bringen will. Freiburg, 5. Mai. Die Jnthronisiruug Dr. Komps all Erzdiichos von Freiburg finbet in Münster am 12. Mai statt. Al! Jnthronisator amtirt nach bem „Berl. L.-Auz." Bischoff Haffner von Mainz. Arrskrud. Wien, 5. Mai. Die Regierung sagte ben brutschen Parteien bie Aufhebung bet Sprach enverorb- rruugen zu, wenn von ihnen Delegirte in ben Sprachen« Ausschuß entseubet würben. Die Deutschen enklärten, nur bann in biesen Ausschuß einzutreten, wenn vorher bie Sprachen- verorboungen aufgehoben würben. Da bie! eine Lapttulatiou der Regierung wäre, so verweigerte fie bie Ersüllung bet Bedingung. Die Situation hat sich babutch wesentlich ver- schlechtett. Rom, 5. Mai. Die Aufhebung bet Kornzölle hat in ben Provinzen einen günstigen Tiubruck gemacht. Die Gemüther haben fich überall beruhigt. Die Uebertragung ber Polizeigewalt auf bie Torplcommanbo! in Piacenza, Bologna, Bari und Ancona erweist sich al! ein wirksame! Mittel. Durch bie Aushebung ber Getreibezölle und Einberufung bei Jahrgang! 1873 erwächst dem Budget eine Last von circa 7 Millionen. Ein namhafte! Deficit ist nunmehr sicher. Brüssel, 5. Mat. Don Carlo! erklärte, er werbe keine revolutionäre Bewegung in Spanien provocirrn uob nicht! unternehmen, ehe ber Krieg beenbet sei. London, 5. Mai. Die „Time!" veröffentlicht eine Depesche des „New Kork Herold", bie besagt, ber ameri« konische Kriegsplan laufe baraus hinaus, Porto rico zu nehmen. Die Regierung beabsichtige, baffelbe für immer al! Flotten- und Kohlenstation zu behalten. Madrid, 5. Mat. In der Provinz Oviedo ist wegen der durch die Lebeolmitteltheueruug hervorgerusenen Unruhen der Belagerunglzustand erklärt worden. — In der Kammer erklärten die Altconservativeu, fie würden während der Dauer der jetzigen Zustände die Regierung uutersiützen. Madrid, 5. Mai. Nach einer amtlichen Depesche au! Havanna gab am Montag ein amerikanische! Panzerschiff vier Kanonenschüffe auf die Batterie Canara» ab und dampfte daun wieder seewärtl. Durch bie Schliffe ist Niemand verwundet worden. Madrid, 5. Mai. Die Regierung ist zur Zeit bemüht, auf Grund bestimmter Vorschläge zu einer baldigen Einigung mir den Kammern Über ihre Finanzpläne zu gelangen. Die Kammern werden vor Erledigung der Finanzgesetze nicht auseinandergehen. Madrid, 5. Mai. Ausständige Bergarbeiter von Murcia veranstalteien eine Kundgebung gegen da! Octroi. Wie e! heißt, steckten sie den Bahnhof und die Bürgermeisterei in Brand. Militär schritt ein, einige Personen wurden verwundet. — Der Belagerungszustand ist im Bezirk Earthagena erklärt worden. Auch in Leon, Oviedo und anderen Städten kam e! infolge der Beodtheuerung zu Ruhestörungen. Washivgioo. 5. Mai. Admiral Lampson wird mit seiner Flottille, welche Kohlenvorräthe in Keywest eingenommen hat, die spanische Flotte, vor Portorico kreuzend, erwarten, um den Spaniern die Erreichung Portorico!, welche! als Operatiovsbafi! dienen könnte, zu verwehren. Washington. 5. Mai. Mac Kinley sagte allen Militär- und Marine-Attaches während des Krieges weitgehendste Erleichterungen zu. Washington. 6. Mai. Da die Opposittou im Seaat gegen eine Annexion von Hawaii noch sehr stark ist, so dürfte Mac Kinley das Anerbieten de! Präsidenten von Hawaii, bie Republik zn anuectiren, zurückweisen. Rem-Kork, 5. Mai. Obgleich sammtliche Berichte aus Manila bisher noch fehlen, bringen bie amerikanischen Blätter boch ausführliche Berichte über bas Bombarbement und bie Zerstörung Manila!. In officiellen Kreisen ist noch keinerlei Mittheilnng eingetroffen. Die Blätter besprechen bie Zukunft ber Philippinen. „Heraldo" will bie Philippinen an Amerika augeschloffen wiffen, „World" unb „Journal" find für Abtretung bet Philippinen an Englanb, wofür Englanb an bie Bereinigten Staaten ein anbere! Lanb zu geben hätte. Rew-Kork, 5. Mai. Nach einer Depesche der „New Kork World" au! Key West ist die Briefpost de! spanischen Dampfer! „Argonanta" gestern theilweise untersucht worden. Man habe dabei eine wichtige Mittheilung gefunden, au! welcher hervorgehe, daß bie spanische Armee Vorbereitungen treffe, fich im westlichen Theile von Cuba zusammenzuziehen. Weiter würben burch aufgesunbene Briese bie Nachrichtm über ba! in Havanna herrschende Elend bestätigt. Die Briese sollen nach Washington befördert unb bort einer grünblichen Untersuchung unterzogen werben. Rew-Kork, 5. Mai. Die New-Korker Lootseo- boote erhielten Befehl, allabendlich Sandy Hook aozu- laufen und bi! Tagelanbruch dort vor Anker zu bleiben, da man die Befürchtung hegt, daß, fall! bie spanische Flotte bie Lootseuboote aufbringt, die Lootsen unter Androhung ber Tobelstrafe gezwungen würben, bie spanische Florre in ben Hasen zu führen. Rew-Kork, 5. Mai. Der in Philadelphia an Bord bei Kreuzer! „St. Paul" unter bem Verbachte der Spionage verhaftete Manu erklärt, er fei Oesterreicher, gab jedoch, als man ihn nach feinem Namen fragte, an, er heiße Ho warb Hannan. Man fand bei ihm eine Zeichnung des Innern bei St. Paul. Rew Kork, 5. Mai. Da! „Eveniug Journal" berichtet: Gestern lonbeten zwei Detachements mit Waffen und Munition unter bem Schutze bei Kreuzers „Wilmington" an ber cubanifcheu Küste. Der Kreuzer zersprengte burch Geschützfeuer bie spanische Cavallerie, wobei sechzehn Spanier getöbtet unb 60 verwunbet würben. — Gerüchtweise verlautet, baS Torpedoboot „Trierson" sei während eine! Orkan! untergegangen. Havanna, 5. Mai. Da! cubanischc Parlament wird morgen seine Verhandlungen beginnen. Wahlbewegung. • Gute Rathschlage für Wahl-Versammlungen ertheilt der „Borwärt!". Dieselben find auch für anbere Parteien zu empfehlen unb gehen bahtn, „dafür zu sorgen, baß auch vor Beginn ber Versammlungen burch Oeffnen ber Fenster und ber Ventilation für srische Luft gesorgt unb zu bem gleichen Zweck ba» Rauchen von vornherein untersagt wird. Weiter empfiehlt fich, ben Rebnern einen Platz anzuweiseu, von bem au! fie miubesteuS einen bi! anberthalb Meter über ben Köpsen bet Versammlung stehen, bawit fie ben Saal Übersehen unb von allen versammelten gesehen werben können, wa! da! Reben und da! Verstehen erleichtert unb zur größeren Ruhe in ben Versammlungen beitrügt. Ferner empfiehlt fich, für bie Rebner ein GlaS Wasser ober der- gleichen bereit zu halten, bamit ihnen in ber Hitze ber Versammlungen da! Sprechen erleichtert wird." Gießen, 6. Mai 1898. RS. Reichsgericht»-Entscheidung. (Nachdruck verboten.) Wegen Mordes wurde ber Taglöhner Karl Conrad IV. am 10. März b. I. vom Schwurgericht bet Provinz Ober- heffen zu Gießen zum Tode verurtheilt. Der Angeklagte stand im Dienste eine! Bauern, der den Bau eine! Wege! übernommen hatte, zeigte sich aber so faul, daß ihm gekündigt wurde. Eines Tage!, all er seinen Dienst schon verlaffen hatte, schlich er fich hinterlistig an ben mit seiner Arbeit beschäftigten Bauern heran unb versetzte ihm mehrere Schläge mit bet Axt, bie sofort ben Tob bei Opfer! herbeiführten. Der Angeklagte focht dal Unheil mit bem Rechtsmittel bir Revision an unb rügte zur Rechtfertigung berselben Der- letzung de! § 59 bei Strafgesetzbuchs, sowie unterlassene Vereidigung eines Sachverständigen al! Zeuge- ber Medtcinal- rath Dr. Drescher von Schotten habe nicht blo! ein Gutachten, fonbern auch eine Schilderung bei objektiven Thal- bestandel al! Zeuge abgegeben, sei aber in dieser letzteren Eigenschaft nicht vereidigt worden. Im Uebtigen sei der Angeklagte notorisch trunksüchtig, sowie geistig und moralisch verkommen, habe also die ihm zur Last gelegte That ohne Uebetlegung begangen. Der erste Richter habe es aber unterlassen, eine Feststellung bezüglich bei Geisteszustandes de! Angeklagten zu treffen. In Uebereinftimmung mit dem Anträge und den AulfÜhrungeu de! Reichlanwalt! erkannte ber erste Strafsenat auf Berwerfung bet Revision de! Angeklagten unb legte bem Beschwerbesühtet bie Kosten bei Rechtsmittel! zur Last. • * Sport. Am kommenden Sonntag nehmen zum erste« Male mehrere hier trainirer.be Rennfahrer an aulwärtigen Rennen theil. Verheyen und Duill gehen noch Mainz. Ludwig Opel startet in Oldenburg. Der heißeste Kamps wird unzweifelhaft daselbst um den Wanderpreis bei Groß- Herzog« von Oldenburg ausgesochten, an dem Opel sich betheiligt. Der hier übende Rennfahrer Knipset aus Frankfurt a. M. endlich startet am Sonntag in Ctefeld. • * Sigel- und Geyugelzucht-Sereiu Am Sonntag findet eine Hauptversammlung bei Bogel- unb Geflügelzucht- Vereins im „öafe Leib" statt. Herr Lehret Schneidet au! Heuchelheim wirb einen Vortrag übet „Auszucht ber Kücken" halten. Freunde ber Geflügelzucht und ber Vogelwelt find al! Gäste zu dieser Bersammluog willkommen. • * Fleischer Bezirkstag. Der Bezitklverein beider Hesieu und Naffau im Deutschen Fleischvetbanb hält Sonntag ben 8. Mai seinen Bezirkstag in Fulba ab. Es ist zu hoffe», baß nicht nur bie Mitglieder bet bem 12. Bezitklverein an- gehörenben Innungen, sondern auch die fich für die Fleischersache illtetesfiteuden selbstständigen Meister bei Großherzog, thnml zahlreich erscheinen werben. Die Referate za ben Berhanblungeu haben lautet gewiegte, fochkunbige Collegen übernommen, wie Lantz-Darmstadt, Falk-Mainz, Marx- Frankfurt, Heel'Wiksbaden, Pitt-Gießen, Heß-Mainz usw. E! stehen unter den 14 mehrere hochwichtige Punkte auf ber Tagesotbtmng. Nach Erledigung derselben: Gang noch bem Stadtschloß, Abends 7 Uhr Festessen, daraus Ball irn Bütget- vereiv. Am Montag: Frühstück, welches die Innung Fulda den Gästen bietet und bei welchem selbst ber ansprnchvollste Geschmack seine Rechnung finben wirb- Mittag! 12 Uhr Ausflug in bie Rhön, Besuch ber Milseburg rc., Abend! Rückkehr zum Anschluß an die Züge nach allen Richtungen. Jeder Theilnehmet dürfte den Bezirkstag in Fulda demnach noch lange in günstigster Erinnerung behalten. * * Touristisches. Nächsten Sonntag den 8. Mai trifft der Frankfurter Taunulclub in zahlreicher Gesellschaft in Münzenberg ein. Derselbe fährt bis Großeu-Linden, woselbst um 8 Uhr Vormittag! die Ankunft erfolgt, von da ab marschirt derselbe über Schiffenbetg und Kloster Atnlbnrg nach Münzenberg, wo längerer Auseuthalt genommen wird. Nach Eintreffen ber Touristenveteine von Weilburg, Wetzlar, Gießen und Bad Nauheim findet Nachmittag! halb 3 Uhr gemeinschaftliche! Mtttageffen statt. Der Frankfurter Taunus- club begibt sich von Münzenberg au! noch Bad-Nauheim, von wo au! bie Rückreise mit bem bort um 9 Uhr 5 Mm. Abend! abgehenden Zuge nach Frankfurt erfolgt. Die Marschzeit beträgt ca. 7 Stunden- Die anderen Touristen- vereine dürften von Butzbach aus in ihre Heimath zurück- kehren. Möge gutes Wetter ben Sonntag begünstigen. • * Damen im Postdieusk. Selt Anfang otefer Woche finb bei der Odeipostdireclion Darmstadt etwa zwanzig Damen dienstlich verwendet. TheUweise finb bieselben an ber Schreibmaschine beschäftigt, ebenso auch beim Rech nunglwesen. * * Eifeubahurath. Zu Mitgliebern bei preußischen Landeieisendahnrath! wurden au! Heffen gewählt: au! ben Kreisen ber Lanb- unb Forstwirthschaft Gutsbesitzer Wern. her au! Nierstein al! Mitglied, Oberforstrath Dr. Walther au! Darrnstabt all Stellvertreter, aus ben Kreisen ber Jn- dustrie Geh. Commerzienrath Michel all Mitglied unb Geh. Commerzienrath Weiutraut-Offenbach all Stellvertreter. * * Für Raucher. Eine neue Bestimmung bete, da! Rauchen in der zweiten unb britten Wagenklaffe ist am 1. bl. Mtl. eiugesührt worben. Diese lautet: Wenn in gemischten Zügen ber Hauptbahnen nur je eine Abteilung zweiter unb brttter Klaffe vorhanbeu ist, bars in tiefen Ad- theilungen nur unter Zustimmung aller in benfelben mit- reisenden Personen geraucht werden. In derartigen Fällen werden in den einzelnen Abtheilen Pappschilder mit der Aufschrift: „Da! Rauchen ist nur unter Zustimmung aller Mit« reisenden gestattet" aufgehängt. Bisher galten die Abtheile in solchen Fällen all Rauchabtheile. • • Stellenvermittlung de8 Allgemeinen deutschen Lehrerinnen- Verein!. Direkte Bewerbung um Stellen hat in ber Regel eine Unmasse vergeblicher Arbeit unb vergeblicher Geldaulgaben für die Lehrerin zur Folge, benn da bei öffentlichen Ausschreibungen genaue Angaben über bie gestellten Anforberungen nicht gemacht werben können, muß bie Be- Werbung meisten! auf gut Glück eingereicht werben unb führt in ben seltensten Fällen zu bem erwünschten Ziele. Anderer- seit! erfahren auch Diejenigen, die ohne eine sachverständige Vermittlung Lehrerinnen suchen, mannigsoche Enttäuschungen. Daher bedienen fich seit Jahren zahlreiche Familien und Schulen bei Bedarf von Lehrerinnen der Stellenvermittlung des Allgemeinen deutschen Lehrerinnen-Bereivl. Im ber« floffenen Jahre wurden ziemlich ebenso vzsle Stellen in Scholen wie in Familien durch den Verein besetzt, tm Ganzen 595. Selbst zahlreiche Behörden ziehen jetzt die Vermittlung durch ben Verein ber öffentlichen Aulschrerbung ihrer Stellen vor ober bebtecen sich beiber Mittel. So werden viele wiffen- schastliche, Fach- und Musiklehrerinnen alljährlich durch bin Verein versorgt. „Die rechte Lehrerin aus bie rechte Stelle," bal ist ber Grundsatz, nach welchem seine Stellenvermittlung arbeitet. Daher mögen die Lehrerinnen fich vertrauensvoll an fie wenden. In zahlreichen Städten befinden sich Zweig- aostalten. Die flbriffe ist: 6entrÖlleitung der Stellen« Vermittlung de! Allgemeinen deutschen Lehrerinnen.vereins, Leipzig, Hohe Straße 35, tm Lehrerinnenheim. •• Ja Amerika verstorbene Hesteu. Lh'llcothe, O., Beter Hüsing er, 69 Jahre alt, ans Lampertheim. New-Kork, Johann Titlet, 81 Jahre alt, au! Weisenau. Jersey City Heightl, N. I-, Anna Elisabetha Brack, geb. Muth, 67 Jahre alt, au! Meisenheim. (§) Ruppertenrod, 5. Mai. Unser gestriger Früh' jahrsmarkt nahm einen guten Verlaus, obwohl da! einzig schöne Maiwetter der beiden vorausgegangenen Tage nicht mehr anhielt, sondern leichte Sprühregen fielen. Der Vieh- markt war mit Schweinen außerordentlich stark befahren- ungefähr 1000 Stück waren aufgetrieben. Der Handel ging ungeachtet der recht hohen Preise sehr lebhast, weil die Nach' frage nach Jungschweinen überaal stark war. Man bezahlte für die Ferkel zweiter Güte pro Paar 45 bis 50 Mark, 8 fc“8'®at trtftt kn 5 n“i Lai-Naobrim, nm 9 Uhr 5 Mm. otfait tijalfL tfe )it anbmn Tvmist». Hn hrimttz jun. »tag btgünftiett. flnfang öit|n 8ttt »habt tttoa pw^i itilt stad biijtitB m tnio auch bei- Sit I h6«tou Kl. ÄS,6* Ä*L« Ib btt L. , *W <.•** ta »d Jtj s*b" H-k «i. S,» “«»'« 'k itl »■ Bit 1 Mlenll» (LV1’ teej °'°7- ‘Beu, tK 8 * Ruht auf bn M i' ^°°°« Sulla ®Kl 12 USt *"!« ‘=v Übrnli ’K. b*l4 bthalt». » La at bn k to Mtrttafa, irUft erfolgt, t>u i, 8 “bRtofta arnibuTj nbult jeuomaeu M. DM Weilburg, Lehlae, Jlntttagi halb 3 !r 5tMffartrrtaunni' itbern bei ptusiiitz!.' 1 effw gwäiü; aui den h Wtftyr Wer° j vr^rtti Dr.Saltbtt '■ I tuj »reifen &« > -l all Ättglieb inb Ofiwbach alt 6itH< ^iaeung bttx. bal n La-mUaye ist w M laattt: Benn Ib gi> m it eine Lbtheilorz ift, bars tu bitte «V aHtx tu bleiben eil' Jn bnaittgtn M lappftilbn mit bei fcv lhrr galten bie «bcheu iiab«t!cha Weck'» »Hu h--i°»--« Mb itiM« „ im d- itl W st** srsrr ft» 8a*!f", -»»rt? sfeäs :»xs- W roißeo. -» nltitlOt»11*1 II!« .. sich 8®til lt!« J SllA *S£** |B** 1 * «L SftAf f'^Ll«!« M'Ä 6r(6t» f befor ..fA erster Güte 60 bis 60 Mk. und besonder- starke Thiere I 60 bi- 70 Mk. Läufer, die nicht viel vorhanden, kosteten per Paar 70 bis 80 Mk. — Der Krämermarkt war mit Berkauf-ständen recht gut besetzt, aber hier hätte der Besuch von Käufern stärker sein dürfen. Die späte Frühjahr-bestell» ung mag manchen Marktgast zurückgehalten haben. 2Kia?d?licbc Anzeigen der Ktadt Gietzen. -ivangelifche «emetude. Sonntag den 8. Mai. Cantate. G o t t e s d i e n st. In der Stadlkirche. Vormittags 8 Uhr:,Pfarrer Dr. Grein. Vormittags 91/, Uhr: Pfarrassistent vr. Heußel. Die Kinderkirche der Matthäusgemeinde muß wegen des Kirchengesangfestes in Londorf ausfallen. In der Johannestirche. Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer vr. Naumann. Vormittags 8>/r Uhr: Vereinigung der Neuconfirmrrten aus der Lucas- und aus der Militärgemeinde im Confirmandensaal. Pfarrer Dingel de y. , Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdrenst für die Johannes- gemeinde. Pfarrer vr. Naumann. Sonntag den 15. Mar, Vormittags 7»/< Uhr, sindet die erste Christenlehre für die Neuconfirmirten aus der Johannesgemeinde statt. Katholische Gemeinde. Samstag den 7. Mai. Nachmittags um 4 Uhr und Abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Sonntag den 8. Mai. 4. Sonntag nach Ostern. Vormittags von 6'/» Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte. um 7 Uhr: Die erste heil. Messe; vor und in derselben Austheilung der heil. Kommunion. „ um 8 Uhr: Die Zweite heil. Mesie; um 91/« Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2 Uhr: Christenlehre; darauf Andacht. Dienstag und Freitag Abend um ßVa Uhr ist Maiandacht. SotteSdimst der tSraelittschm Religiousgeselsitzast. Neueste Nachrichten Depeschen deS Bureau „Herold". Beilin, 6. Mai. Der Kaiser gedenkt auch den preußi- scheu Landtag selbst zu schließen. Berlin, 6. Mai. Der jüngste Sohn de» Retchrkaozler«, Prinz Alexander von Hohenlohe, wurde zum Be- zirkS.Präfidenten von Ober-Elsaß mit drm RegiernngSfitz in Colmar ernannt. Berlin, 6. Mai. In den sechs Berliner Reich-tag «' Wahlkreisen fanden gestern Abend 14 socialifUsche, zumeist gut besuchte Versammlungen statt, in denen die Reich-« tagS Abgeordneten und -Candidaten der Partei über die bevorstehenden Wahlen sprachen. Berlin, 6. Mai Au« Key West wird gemeldet: Amert- konische Truppen, welche Waffensendungen für die Insurgenten auf Euba brachten, seien 20 Meilen westlich von Havanna bei Punta Mariel gelandet. Spanische Ca- vallerie versuchte, die Landung zu verhindern, wurde aber zurückgewiesen. Der Schlepper Leyden brachte die Mannschaften mit der Sendung, welche Gomez erhielt, an Land, beschützt durch den Kreuzer Wilmington. Berlin, 6. Mai. In der letzten Nacht hat in der Jagowstraße eine heftige GaS-Explosion stattgefunden, welche die Fayade dr« Vorderhause- zum Einsturz brachte. Sämmtliche Fensterscheiben in der Umgegend wurden zertrümmert. So viel bisher bekannt, ist eine Person rodt, zwei find schwer verletzt, doch wird befürchtet, daß unter den Trümmern noch zahlreiche weitere Personen liegen. Nom, 6. Mai. Gestern kamen in Livorno und Urbino Ruhestörungen vor, die indeß bald unterdrückt wurden. In Turin dauert der Bäckerau-stand noch fort, aber Brod- mangel ist nicht eingetreten, weil Soldaten zum Backen commandirt find. Nach Neapel werden ans Rom und Palermo täglich 60 Centner Brod geschickt. Rom, 6. Mai. Telegramme der italienischen Botschaft in Madrid melden, daß in Spanien die Situation höchst gefährlich ist. Die Jnfurrection breite fich weiter aus und Conflicte zwischen den Truppen und den Aufständischen fänden allenthalben statt. In einigen Orten blieben die Aufständischen Sieger, In mehreren Provinzen nimmt der carlistische Cleruö Partei für die Revolutionäre. London, 6. Mai. „Daily Mail" meldet au-Washington, Admiral Samson werde fich in einigen Tagen der Kohlenstation San Juan bemächtigen. Daffelbe Blatt meldet, «an glaube in New-York nicht an die Nachricht, daß da- amerikanische Torpedoboot Erikson gesunken sein soll. London, 6. Mai. Die „Morning Post" meldet aus Washington, daß der Au-schuß für die auswärtigen Angelegenheiten einen Gesetzentwurf vorbereitet hätte, um die Insel Hawaii der Union einzuverleiben. Die öffentliche Meinung geht dahin, daß diese- Gesetz in Kammer und Senat genehmigt wird. Madrid, 6. Mai. Die spanische Kammer hat gestern die Aufhebung der Getreidezölle beschloffen. Madrid, 6. Mai. Die Nachrichten au- der Provinz lauten fortgesetzt alarmirend. Die Vorlesungen an der hiefigen Universität wurden sistirt. In Barcelona wurden die Bankhäuser erstürmt. General Weyler wurde gestern beim Berlaffen des Senat- von einer großen Bolk-menge jubelnd begrüßt und nach Haufe begleitet. Valencia, 6. Mai. Gestern Abend durchzogen strikende Grubenarbeiter rottenweise die Stadt unter den Rufen: „Nieder mit den Berräthern, eß lebe die Republik!" Die Polizei mußte mit blanker Waffe einschreiten und verwundete zehn Strikende- 32 Verhaftungen wurden vorgevommeu. Die Aufrufe de« Präfecten, welche an die Stadtmauern an. geschlagen wurden, wurden vom Pöbel abgeriffen und mit den konservativen Blättern auf der Straße verbrannt. Sämmt« liche großen Geschäft-Häuser find geschloffen. New-York, 6. Mai. Man ist hier sehr beunruhigt, daß bi- jetzt keine weiteren Nachrichten vom Admiral Dewey eingetroffen find. Die öffentliche Meinung ist der Anfichr, daß die Regierung den Rapport Dewey« erhalten habe, den- selben aber nicht veröffentlichen will, weil die von Dewey verlangten Schiffe nnd Munition noch nicht abgesandt seien. Die amerikanische Flotte ist gestern von Keywest nach Porto- rico abgegangen, um die Kohlen-Station San Juan aus Portorico auzugreifrn. Im Hafen der Kohlen-Station bt_ findet fich da« soeben eingelaufene spanische Kriegsschiff AlfonS XII. WB. Berit», 6. Mai. Die Morgenblätter melden au« Tsintaufort (Kiautschau): Prinz Heinrich ist an Bord der „Dentschland", begleitet von „Gefion" und „Kaiserin Augusta" heute Nachmittag eiugetroffen. Die Fort« gaben den Kanonrnsalut ab. Sabbathfeier am 7. Mai 1898. Freitag Abend Td0 Uhr, Samstag Vormittag 8 Uhr, Nachmittag 4 Uhr, Sabbathausgang 8« Uhr. Nachmittag 3" Uhr Schristerklärung in der Synagoge. Wochengottesdienst Morgens 63° Uhr, Abends 8«» Uhr. Herstellung von und REFORM Gesucht per sofort schön möblirte Wohnung C 0 eine kleine Wohnung. 4644 ruhige Leute zu vermiethen. 4714 zu vermiethen. Mibertrossene Auswahl Fritz Homflik, l Gießen melden. 4791 lickiinntimidjinißen verßeigmulM Dermietffnngen MretliyDicht. Empfehlungen E'enr stellen o 0 0 0 0 0 0 0 e 0 0 0 0 8 Die besten Haken u.Oesen 0 0 0 0 Telegraphen übernimmt billigst 4508 Marktplatz 8. 4809] Wohnung, 4 Zimmer rc., per Anfang August eventl. früher zu miethen gesucht. Offerten an S. Katz, Aster- weq 10, erbeten. 4334] Süchtigen Möbelsckreiner sucht Karl Köhler, Dammstr. 32. Ausstattungs-Keschäst i und Wäsche-Kavrik. G Ruhiger Herr sucht alsbald oder später 2 bis 3 unmöblirte Zimmer mit Bedienung. Offerten unter K. 4797 an die Expedition d. 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Lynker, Adolf, Spediteur. 9. Schlenke, Carl, Gutsbesitzer. 10. Schnabel, Ludwig, Eisenbahnschaffner. 11. Steinhäuser, Konrad, Buchbindermeister. 12. Zeidter, Friedrich, Schlaffer. Gießen, am 6. Mai 1898. Der Kircheuvorstaud der Marcusgemeinde: Or. Grein. 48 8 4743] Tüchtiges Dienstmädchen, welches kochen kann, wird zu miethen ge- sucht. Näheres in der Erved. d. Bl. IM- Wer schnell u. billigst Stellung stnden will, verlange per Postkarte die Deutsche Pakanzeupost in Eßlingen, g«,« Ftellen-Gkliiche 4785] Gebildetes Fräulein, 30 Jahre, noch in Stellung, in der feinen Küche perfect, in allen Zweigen des Haushalts wohl bewandert, sucht Stelle. Näheres bei Frau Müller, Löweng. 26, Stellenbur. 3it Verkäufen Hochedle Colli Schottische Schäferhunde, 6 Hündinnen, ein großaruaer Stammbaum (Bater: Oerian Cavalier mehr als 20 erste und zweite Preise und 1 Ehrenpreis), billig abzugeben. 4761 ______________ <£. Dort, Wallthorstr. 4713] Gin fast neues Break au verkaufen. 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Gemäß den verschiedenen cinflcforbfrtcn Gut, achten, welche Haltbarkeit als das Haupterforderniss des Artikels betonten, heißt eS in dem Urtheil wörtlich, daß „das Vorwerk’sche Fabrikat eine wesentlich solidere und praktischere Befestigung der Bürstenkante mit der Ansatzborde „erzielt und den Gebrauchszweck erheblich befördert.“ D A m P n "ollen in ihrem eigenen Jntereffe beachten, daß die echte 1 lül 1 Borde an dem in kurzen Abständen aufgedruckten Namen „Vorwerk“ zu erkennen ist. X Braunkohlenverkauf. Auf der Fürstlichen Grube Wölfersheim ist der Verkauf von Braunkohle«» Preßsteinen wieder eröffnet und es kosten 100 Stück gegen baar 1 M. 12 Pf. uni auf Credit 1. M. 15 Pf. Die holzigen Kohlen werden zu 2 M. 80 resp. 2 M 90 pro Rm- — 6 Ctr. abgegeben. Gleichzeitig macken mir darauf aufmerksam, daß auf den Fürst!. Gruben mit dem 1. April eine neue Creditperiode begonnen hat und nur gegen neue Burg» sckeine Credit gewährt wird. Grube Weckesheim, den 4. Mai 1898. 4799 Die Fürst!. 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