m. 5 Zweites Blatt. Freitag den 7. Januar L8S8 tägNch w< Drsnahmc des •toflttyß. t>k Gichenrr Aamicienokütler wrbftt dem Anzeiger »Vch«it1ich viermal beigelegt. WWW Anzeiger ZSezugsprei« vierteljährlich 2 Mark 20 Pf«, monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn. Bei Postbezug Mark 50 Pfg. ierteljährlich. L»»ah»e von Anzeigen zu der Nachmittag« für den fügenden Tag erscheinenden Nummer bi« Vorn«. 10 Uhr. Heneral-AnMer Alle Anzeigen-Bermittlungsstellen de« In« und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger ntgegen. Amts« und Anzeigeblatt für den Kreis Gieren. | Gratisbeilage: Gießeucr FllluiUenbllltter. ll1”"1" "' .....■ Adresse für Depeschen: Anzeiger Hießen. Fernsprecher Nr. 51. Amtlicher Theil. Gießen, den 6. Januar^1898. Betreffend: Register über Zu- und Wegzüge. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen a« die Gr. Bürgermeistereien des Kreises. Wir sehen der Einsendung der Verzeichniffe über die Zu« und Wegzüge, oder Bescheinigungen, daß Einträge in diese Register im Jahr 1897 nicht zu machen waren, bis zum 20. d. Mts. entgegen. Die Bescheinigungen sind nach dem Muster, welches auf der letzten Seite des Formulars vorgedruckt ist, aufzunehmcn Da» Formular zu dm Zu- und Wegzügen ist von der Großh. Centralstelle für die Landesstatistik in Darmstadt zu beziehen. __________________v Gaqern.__ Die deutschen Kriegsschiffe in Port au Pririce. Die „Berliner Post" veröffentlicht ein vom 9. December au» Port-au-Prince datirteS Schreiben, in dem die Vor- gänge aus Anlaß der von der Regierung Haitis wegen des Falles Lüders an Deutschland gewährten Genugthuung geschildert werden. Al» Samrtag, den 4. December, das Gerücht entstand, unsere Kriegsschiffe seien in Sicht, flohen alle Bewohner der Stadt in die Berge oder verkrochen sich in den Häusern. Am selben Tage erhielt unsere Gesandtschaft eine. Depesche vom Grafen Schwerin, daß er Montag früh um 6 Uhr präcise in Port-au-Prince einlaufen würde. Von St. Thomas hatte man es so eingerichtet, daß Sonntag, den 5. December, Morgens, zwei Steamer der Hamburg-Amerika-Linie, die „Slavonia" und „Galizin", im hiesigen Hafen einlaufen konnten, um die zahlreichen Deutschen mit ihren Familien an Bord zu nehmen. Am Sonntag Nachmittag hatte sich bereits auf Ordre der Legation der größte Theil der Deutschen eingeschifft. Die Aufregung in der Stadt war furchtbar. Jeder Bürger lief bis an die Zähne bewaffnet in den Straßen herum; an Ausgehen war für uns Deutsche nicht zu denken. Die Regierung hatte Samstag Nachmittag eine Proklamation an das Volk erlassen, die von Tapferkeit und Freiheit strotzte, in der es aber zum Schluß hieß, daß bei Ankunft der deutschen Kriegsschiffe die Regierung nur für die Mitglieder der neutralen Mächte verantwortlich sei, wir Deutsche wurden also für vogelfrei erklärt. Montag präcise um 6 Uhr erschienen vollkommen gefecht-klar mit abgenommenen Top» und geöffneten Kanonenluken „Charlotte" und „Stein" und fuhren langsam in stets gleichem Abstande in den Hafen. Es war ein herrlicher Anblick, und Tausende von Haitianern betrachteten lautlos dieses Schauspiel. In der Mitte des Hafen» angelangt, legten sie vor Anker. Die vier haitianischen Kriegsschiffe, von denen zwei ganz verlassen waren, hatten sich in die Ecke des im Hafen liegenden Forts, der Insel Seiet, gelegt. Es herrschte an Bord dieser kleinen Kanonenboote ein reget Leben. Gegen 9 Uhr stießen von der „Charlotte" vier Boote ab, jedes mit einem Maxim- Fernlleton. Flirt. Rovellette von M. C. Carpenter-Meyer. (Fortsetzung.) =* Wir sorgfältig die Dame stet» verschleiert war, nie lüftete sie die dichten Spitzr-r auch nur tnt geringsten, den Kuchen berührte fie niemals,- wer fie wohl sein mag?. Lydia löst sich aus seinem Arme und wehrt seinen zärtlichen Liebkosungen, mit denen er fie überschüttet, al» endlich da» Mädchen hinauSgegangen. „Ich muß eilen heut, Erich, hast Du alle» vorbereitet.? Wird cS gelingen? Wie häßlich e» hier ist!" „Ja, Lydia," sagte er zärtlich, „es ist alle» bereit, und morgen wird meine süße kleine Lydia mein Weid, und ich brauche nickt «ehr, um auf ihre rosigen Lippen einen Kuß drücken zu können, in eine kleine häßliche Vorstadt-Conditorei zu gehen, und nie mehr werden diese häßlichen Spitzen mir Dein«' entzückende Schönheit verbargen--mein herrliches Lieb wird mein!’ Sie nickte leickt. „Also morgen? Wann?" „W rst Du um neun Uhr bereit sein können? Ein Wagen wird Deiner warten vor dem Tattersall, steige ein, und an der nächsten Eckr werde ich Dir folgen; um halb zehn Uhr geht der Eilzug «ach, Hamburg, dann die kurze Dampferfahrt, und noch ehe die Sonne finkt, find wir Mann und Frau." Der kleine verstaubte Regulator an der Wand hebt zu schlagen an — 8 Uhr. — „Ich muß gehen, Erich," sagte Lydia, fich au» seiner Umarmung befreiend, „Tonte wird mich sonst vermissen- wirst Dn auch heute Abend auf dem L'.ubdall sein?" Er runzelte ein wenig die Stirn. „Nein Lydia, und ick wünschte, Du gingest auch nicht, gerade heut nicht — den Abend vor Deiner Hochzeit!" „Er'ch, sei n«cht kindisch l" ES klang sehr gereizt. „Wie sollte ich meiner Tante gegenüber meine Abwesenheit durchsetzen ? Vielleicht mit Kopfweh oder Migräne, nachdem ich eben mit Frau Dr. Bach quatre mains zu spielen vorgegeben?" „Verzeih, Lydia, ich will Dir nicht weh thun, denk ein wenig heute Abend an mich, ich wrrde dasselbe thun und darüber finnen, wie .ch am besten Dir ein guter Ehemann sein werde." Er küßte sie zärtlich und ließ fie dann wie immer eine Minute vorher da» Zimmer verlassen, ehe er ihr folgte. Wieder stand Lydia v. Wartenburg vor dem Spiegel und betrachtete fich aufmerksam. Wahrlich, sie war schön genug, daß selbst da» alte, vertragene, unmoderne Kleidchen mit den engen Aermeln und der Babyiaille ihren R izen keinen Abbruch that, noch leuchtender uud Üppiger erschienen Hal» und Arme, blendender noch die formvollendeten Schultern. Lydia lächelte leickt und selbstgefällig, und doch zog ein kühler Schauer durch ihren Leib, al» fie daran dachte, mit welch verwunderten und mokanten Blicken man fie im Ballsaale mustern würde, wenn e» ihr gelingen würde, Tante Rosa» kritischen, aber kurzfichttgeu Blicken fich vorher zu entziehen. Fester noch zog fie den Mantel um fich und erwartete die Taute Im falten, halbduuklrn Eßzimmer. — Frau von Löwenderg war außer fich, al» sie Lydia, die heute auffallend schnell mit ihrer Toilette fertig geworden, vor fich mit auberen jungen Damen in den -callsaal treten sah, fie rief, — doch Lydia schien taub. Später sah fie dieselbe beim Tanz mit einem jungen, ihr fremden Herrn, der, wie e» schien, sehr interesfirt war in seine schöne Partnerin. Al» fie fich an einen ihr befreundeten Hauptmann a. D. seinetwegen wandte, sagte ihr dieser mit leichter Ironie: „Der junge Herr, o, e» ist Herr Han» Kühne, man nennt seinen Vater in Hamburg den Actienkönig. Der Herr, der ein wenig wild gelebt, ward von dem Alten auf ein paar Jahre nach „drüben" geschickt, man sagt freilich, daß er dort ebenfalls al» der rolle Haue bekannt gewesen, — aber das sowohl, wie auch seine etwas stark zur Schau getragenen Ltzlf-maäv-mau-Mauieren verzeiht man ja gern einem Erben so vieler Millionen." Frau v. Löwenberg nickte befriedigt. Lydia war 25 Jahre alt, und mit der Zeit wird e» peinlich, selbst eine so schöne Nichte zu bemuttern. Und wenn er keine Manieren besaß — nun, Lydia war die Person, die ihm daS Vernachlässigte wieder in» Gedächtniß zurückzurufen im Stande war. Und Lydia selbst — fie vergaß da» „morgen" vollkommen, ihr ganze» Interesse war dem Erfolge von heute geweiht. Es war Tanzpause, und Hau» Kühne, der in einer qroßmüthigen Laune das schöne, aber so fimprl gekleidete Mädchen zum Tanz engagirt hatte, führte Lydia in den Wintergarten ,- mit Hochgenuß sah er die bewundernden Blicke der Männer auf seiner Tänzerin haften. Wer mochte diese» schöne Mädchen sein? Lydia hatte fich in eine halb verzweifelte Stimmung hineingetanzt, fichtlich erschöpft lehnte fie gegen da» röche Sammetpolster de» Sopha», auf dem fie saßen, hörte den banalen Sckmeicheleien Han» Kühne» zu und lächelte, aprds neue la deluge stand in ihren Augen, lag auf ihren Zügen. „Wie schön Sie find, Miß Lydia!" Er nannte fie bei ihrem Vornamen, Lydia schien e» nicht zu bemerken. Er fuhr fort mit einem nicht mißzuverstehendeu Blick ans ihre Robe: gefchütz am Steven, vorne einer weißen Flagge und hinten am Heck der Kriegsflagge Deutschlands. Wie die Pfeile sausien die Boote über das Wasser. Am Port angekommen, entstiegen dem ersten Boot ein Lieutenant und einige Soldaten. Vorweg trug man die Parlamentärfahne; bann folgte der Lieutenant und die Matrosen mit aufgepflanzten Bajonetten. Der Lieutenant trug ein großes Schreiben, welches er dem Hafencommandanten mit den Worten überreichte: „Voilä l'ultimatum pour le remettre tout de suite au president d’Haiti. Donner moi un reju, monsieur! Vous avez du temps jusqu-ä, une heure. J’ai mainte- nant 9 heures u Dieser Lapidarstyl warf den Hafer- commandanten bereits platt auf den Boden und stotternd bat er, daß ihn der Lieutenant zum Präsidenten begleiten möchte. „Ce ’nest pas necessaire“, antwortete dieser, sprach» und wandte den Rücken Alsbald sausten die Boote zurück in den Hafen. Gleichzeitig waren Schreiben an sämmtliche Consulate in der Stadt ergangen, in denen das Ultimatum enthalten war mit der Bemerkung, daß die deutschen Handelsschiffe bereit wären, sämmtliche Fremde an Bord zu nehmen und daß man die Consulatifahnen möglichst hoch hissen möchte. Der früh Morgens in Folge einer Depesche hereingekommene Dampfer der französischen Compagnie Trans- atlant:que erhielt ein Schreiben des Commandanten Thiede der „Charlotte", es lautete: „Lieber Capitän! Um 1 llhr versenke ich die haitianische Flotte. Ich bitte Sie, Ihre» Dampfer möglichst weit aus der Schußlinie zu entfernen. Thiede, Commandant der deutschen Streitkräfte in den haitianischen Gewässern." „Miß Lydia, Sie find schön genug, einen Thron zu schmücken, alle Herrlichkeiten der Wrlt scheinen gemacht, Ihnen zu Füßen gelegt zu werden, wahrlick, ich sah nie ein schöneres Mädcken." In Lydias Augen zvckte ein triuwphirendeS Leuchten, doch schnell senkte fie die Lider, die plumpe dreiste Schmeichelei tönt ihren aristokratischen Ohren Mufik — e» war ein Millionär, der so sprach---und er konnte ein Freier werden. — Sie rührte kein Glied, nur al» er, kühn gemacht durch ihre Willenlofigkeit, seine Lippen auf ihren weißen Arm preßte, begann fie zu schluchzen und barg ihr Gefickt hinter dem Fächer. Han» Kühne war sprach- und rathlo». „Mein Herr, wie grausam Sie find gegen ein arme», schutzlose» Mädchen, bitte, führen Sie mich in den Saal." E» war unmöglich, da» weinende Mädchen durfte jetzt nicht in den Saal zurück, und mit sanften Worten begann er ihr zuzureden, fich zu entschuldigen. Ein Blick so voller Entsetzen und Empörung traf ihn, er begriff, ohne recht den Grund derselben zu ahnen, daß er hier zum ersten Male Frauenthränen gegenüber stand, die keine „blauen Scheine" oder „blitzenden Steine" zu trocknen vermochten. Leuchtend hob fich ihr weißer Hal» ab von dem tief- rothen Plü ch, uud hilflo» flehend sahen ihre schönen Augen zu ihm auf — durch Han» Kühne» Adern begann eS heiß zu rinnen, die ganze leidenschaftliche Begehrlichkeit seiner fian- lieben Natur, die gewohnt, fich keinen Wunsch zu versagen, war erwacht uud nahm ihn gefangen, diese» schöne Weib, er mußte e» besitzen um jeden Prei». Und er neigte fich über fie und abermals ertönte an ihrem Ohr daS kleine, süße Wort „Liede" und ein anderer heißer Mund preßte fich in fieberndem, verlangendem Kuß auf den ihren. „Lydia, mein Lieb, laß mich Deine Thränen trocknen, laß mich Dich schmücken, mein süßtS Lied!" Lydia erhob sich, — jäh dachte fie an da» „morgen". „O, Herr Kühne, — morgen, Sie werden ander» denken, eß kam zu schnell," — fie dachte nur an ihre eigene Suche für morgen. El aber glaubte, daß fie seine Vergangenheit fürchtete, daß e» ihm leid sein könne morgen — und er ward dringender in seinem Begehr um Antwort, — ihn reizte da» Weib, ta», augenscheinlich arm, nicht mit beiden Händen nach seinen Millionen griff, sondern ihm Bedenkzeit aoempsahl--- Al» er fie in den Ballsaal und zu Tante Rosa zurücksührte, mit der fie sofort da» Fest verließ, funkelte ein kostbarer Ring, den er vorher getragen, an Lydia» Hand, die fie indeß sorgsam vor Frau v. Löwenberg» Blicken verbarg. (Schluß folgt.) Dann wird erzählt, wie die deutschen Boote den ganzen Hafen oußpeilten, um den Kriegsschiffen ein sicheres Manöv- riren zu ermöglichen und welche Bedingungen das Ultimatum enthielt. Das Alles ist bereits bekannt, ebenso, daß der Regierung von Haiti nur eine Frist von 4 Stunden gewährt wurde. Gegen 10 Uhr erschienen sämmtliche fremden Gesandten und Consuln an Bord der „Charlotte", um gegen die kurze Frist des Ultimatums zu protestiren. Diesen Vor- gang schildert der Gewährsmann der „Post" folgendermaßen: „Der Franzose verlangte 48 Stunden, der englische auch, der amerikanische sogar 4 Tage u. s. w. Capitän Thiede hörte Alles an, dann antwortete er: „Meine Herren, ich stehe hier auf Befehl Seiner Majestät des Deutschen Kaisers! Ich habe den Befehl, im Falle der Nichtannohme des Ultimatums um ein Uhr zn schießen! Ich muß es und ich will es!" Damit waren die Herren entlasten." Diese Behandlung haben bekanntlich die Vertreter der fremden Mächte für „unhöflich" angesehen. Die „Nordd. Allg. Ztg." hat dagegen erklärt, daß die Herren sehr höflich behandelt worden seien. Das ist nun wohl Geschmackssache. Die „Charlotte" war dazu bestimmt, die haitianische Flotte zu vernichten, während „Stein" seine Geschütze auf das Fort national und das Palais des Präsidenten richtete. Das Weitere wird nun folgendermaßen geschildert: „Die „Charlotte" lag keine 300 Schritt von den haitia- Nischen Kriegsschiffen entfernt und hatte mehr denn 20 Geschütze auf sie gerichtet. Um 12 Uhr fand an Bord der beiden Schulschiffe Gottesdienst statt. Feierlich machte der Pfarrer auf den Ernst der Situation aufmerksam, mit einem Vaterunser schloß die stille, erhebende Feier, dann erscholl das Commando: „An die Geschütze!" Es war halb 1 Uhr, als der blinde Schuß über das Meer rollte; unsere Aufregung wuchs von Minute zu Minute und Jeder stand mit der Uhr in der Hand und zählte die Secunden. Es herrschte eine furchtbare Stille. Die Straßen der Stadt waren wie ausgestorben, nur am Hafen wimmelte es von Soldaten. Es war genau 12 Uhr 56 Minuten, als auf dem Palais des Präsidenten die weiße Fahne aufgezogen wurde. Ein donnerndes Hurrah durchbrauste die „Slavonia", das von der „Galizia" beantwortet wurde. „Charlotte" und „Stein" gaben sich Flaggensignale und fünf Minuten später stieß vom Port aus ein Boot ab mit der weißen Fahne und dem Hafencommandantcn. Derselbe Überbrachte die Antwort des Präsidenten, daß man Alles annehme, aber in der kurzen Zeit das Geld nicht Zusammenhalte und die Briefe noch nicht fertig geschrieben wären. Capi.än Thiede gab Frist bis 3 Uhr, verlangte aber als Sicherheit Auslieferung der haitianischen Flotte, worüber der Hasenconmandant aud& ein Re-u ausstellte. Nachdem letzterer die „Charlotte" verlasten, sandte Capitän Thiede ein Boot an Die haitianische Flotte mit dem Befehl, daß er um 4 Uhr He Schiffe besetzen würde, ein Befehl, der den schon 6etrunfmen Admiral gänzlich ans der Fastung brachte. Gleich darmf wurden 5 Boote, mit je 40 Mann besetzt, zum Entern der haitianischen Flotte ab- gelasten. Um 3 Uhr waren sie 20,000 Dollars an Bord und um halb 4 Uhr war auch der Entschuldigungsbrief, der Umstoß des Urtheils gegen Aüders, in den Händen des Grasen Schwerin, der sich mit seiner Gemahlin an Bord der „Charlotte" befand. Um 4 Uhr sandte Capitän Thiede einen Offizier zum haitianischen Admiral mit den Worten: „Ich befehle Ihnen, jetzt noch mit 21 Schüssen zu salutiren." Das geschah denn auch. Die „Charlotte" antwortete und der Zwischenfall war erledigt." Kennzeichnend für die Gesinnung des in Haiti lebenden Briefschreibers ist seine Bemerkung, wenn er auch gewünscht hätte, „daß Haiti einen ewigen Denkzettel für fein Gebühren erhalten hätte", so sei er doch über unseren moralischen Erfolg um so mehr erfreut. „Ohne Blutvergießen wäre es bei Feindseligkeiten doch wohl nicht abgegangen; er wäre aber doch unendlich traurig gewesen, wenn auch nur em Deutscher gefallen wäre." CocwUiF Mti* pvrofcnsisUcSo B. Lang vöns, 4. Januar. Am NeajahrStage beging Kircbendiener Artz dahier sein 25jähriges Dlenstjubi- läunr. Dem Jubilar wurden reiche Geschenke zu Theil. Nachmittags wurde ihm von dem hiesigen Posaunenchor ein Ständchen gebracht. □ Darmstadt, 5. Januar. An den FundamentirungS- arbeiten zur griechischen Capelle auf derMathildenhöhe wird eifrigst gearbeitet. DaS Bauwerk, das nach dem Entwürfe von Profrffor Benoit in Petersburg unter der Ober- leitung von Architekt Jacobi hier hergestellt wird, erhält eine größte Länge von ca. 25 Mtr., eine Breite desgleichen von 20 Mtr.- es wird an 100 Andächtige fassen. Im Aeußeren werden zwei Zwiebelthürmchen dasselbe oben abschließen. Die Ausschmückung des Inneren durch prächtige Malereien von Profeffor Benoit, der Maler ist, ist vorgesehen. - In der AlpenvereinSsection Darmstadt, der älteren der beiden hier bestehenden, hielt gestern Herr Privatdocent Dr. G. Greim auf Grand Selbsterlebten einen intereffantea Vortrag über eine Reise in den Kaukasus, die im Anschluß an den 1897er internationalen Geologencougreß zu Moskau (neben anderen Excurfionen) von 18 Männern der Wissenschenschaft unternommen wurde. Sie ging größten- thetlS, und zwar von WladikowSkaS aus, zu Wagen und zu Pferde unter dem Schutze berittener Kosaken. Der Zei- Gletscher wurde bis zu ca. 2500 Mtr. Höhe erstiegen, auch von KaSbeck aus der Paßübergang auf der Grusinischen Militärstraße nach Tiflis unternommen. Die Ausbeute war nicht^nur eine geologische, sondern auch Gitten und Gebräuche, Landschaft usw. wurden studirt, und mancherlei Interessante- kam dabei zu Tage. Die Aufnahme durch die rassische Bevölkerung war überall die zuvorkommendste. A Mainz, 5. Januar. Zur BeschäftigungArbeitS- loser bewilligten heute Abend die hiesigen Stadtverordneten 5000 Mk. — Die für den Bau einer elektrischen Bahn von Mainz über Kastel nach Wiesbaden von der Süddeutschen Eisenbahn-Gesellschaft der städtischen Verwaltung vorgelegteu Pläne wurden von den Stadtverordneten nochmals an die Commission zurückoerwiesen und zwar um deswillen, weil man die Ausführung des Projektes von der Erbauung einer für Mainz viel wichtigeren elektrischen Bahn ins Rheingau bis Eltville mit Anschluß nach Schlangenbad abhängig machen will. Die Süddeutsche Eisenbahn- Gesellschaft hat zu letzter Bahn auch die Concesfiou und hat sich zu deren Erbauung auch bereits bereit erklärt. Bo« Rhein, 5. Januar. Für die Hebung der Fischzucht im Rhein ist Seitens des deutschen Fischerei-Verein-, sowie der maßgebenden Behörden in letzterer Zeit viel ge- than worden. Auch jetzt will man wieder Versuche machen, eine neue Fischart in den Rhein zu verpflanzen. Wie in die Weser, B will man jetzt auch in unseren Strom eine sehr wohlschmeckende Makrelenart einzuführen versuchen, zu welchem Zwecke demnächst eine halbe Million kleinerer Fische dieser Art im Rheine ausgesetzt werden wird. Die Heimath dieser Fischgattung ist die Oft- und Nordsee, von welch letzterer die Thiere zur Laichzeit in großen Schaaren die Elbe aufwärts steigen und alsdann hier maffenhaft gefangen werden. I« Jnterefle unserer Fischer wäre eS zu wünschen, daß der EinbürgernngSv-rsuch auch hier gelingen möchte._____________ Ans dem städtischen Verwaltnugsbericht. (Fortsetzung.) Nach der summarischen lleberficht stellen sich die Einnahmen und Ausgaben der Stadt Gießen für die Zeit vom 1. April 1896 bis Ende März 1897 wie folgt: Einnahme A. vetriebs-Rerhu«,,-. Ausgabe JL 69991.24 Rest aus vorderen Jahre» 766 63 16210.62 Gebäude, vermtethet 2519 06 28436 54 Grundstücke 9183.04 91066.— Waldungen 30720 84 801G7.66 Gaswerk — 70406.11 Wasserwerk 29579.53 Schlachthaus 14502.99 4190.- Jagden 161.31 1942.53 Märkte 831.49 180.87 Atchanstalt a'i .42 4378.62 Waaganstalten 2401 50 65816 30 Ktrcven 67695.7® 2087 62 Friedhöfe 4522.GS 1040.29 Volksschule und Fortbildungsschule 90410.01 31978 23 Höhere und erweiterte Mädchenschule 57531.37 290.- Realgymnasium und Realschule 31199.75 50.- Handwerkerschule und Localgewerbeverein 2202.88 5280.— Vorschule des Gymnasium- 5414.36 60.- Aliceschule 516.57 335.- Orffentliche Feierlichkeiten 3512-10 — Denkmäler Gemeinnützige Zwecke außerhalb der städtischen 51.49 _ Verwalung 5793.09 1296.49 Straßenunterhaltung 20159.62 176.50 Straßenreinigung und Kehrichtabfuhr 42988.31 — Straßenbeleuchtung 26186.61 170.- Oeffentliche Anlagen 9989 52 —— Brunnen 6956 39 66.90 Bäche 800.11 - Canäle 7174 24 — EntwäfferungSanstalten 813.80 2522.64 FtlialarbettshauS 2523.0® 500 — Tonnrnanstalt 41.14 380.— Feuerlöschanstalten 3403.19 11.— Faselvteh GemarkungS-, Flur- und Gewanngrenzen, 711.— 6.75 Parzellenvermeffung 970 90 57.30 Werth- und Schadenersatz von Feldstrafen 66.80 — Vertilgung schädlicher Thiere 220.75 223 — Armenpflege 2916.34 Versicherung der Arbeiter 5102.26 — Impfung 399.20 6904.80 Stiftungen 7079.80 — Zwecke des Kreises und der Provinz 73707.52 1365 90 Militärzwecke 4067.31 4490 37 Polizei 49064.01 152.40 Oeffentliche Sicherheit 2249.22 7697.80 Allgemeine Verwaltung 78927.82 — Pensionen 6232.96 11486.97 Schuldentilgung 56200.— 692.09 Anertennungsgebühren 1.— 56.— Einzugs- und Etnschreibgelb — 43427.70 Capitalzinsen 238668 86 133557.92 Octrot 37008.09 3970.— Hundesteuer 262 89 28 50 Anthetl von Stempeltaren für Wanderlager — 80.- Für die Landesuniverfität 924 46 6796.34 Fleischbeschau Rettungsanstalt, Cholerabaracke und DeS- 7979 61 358.50 infectionSanstalt 1927.09 874.05 Zusammenlegung von Grundstücken 311.56 — Ausgeltehene Capttalien — — Reservefond — — Betriebscapital — 438163.53 Eommunalsteuern Rente der Oberhessischen Etfenbahngelände- 15817.39 — Entschädigung 5761.74 1171856.95 Summe der Betriebs-Rechnung _ 1087691.80 Feuilleton. Warum sparen wir nicht?*) Einem Erfinder ist eine merkwürdige Geschichte paffirt. Bor 20 Jahren erwirkte derselbe ein Reichspatent auf einen rottrenden Dampfmotor. DaS Grundprtncip ist eine Zusammensetzung mehrerer hintereinander liegender Turbinen, welche auf einer gemeinsamen Achse aufsitzen- der Dampf bildet die bewegende Kraft. Der Erfiader, ein Ingenieur mit Namen I. A. Müller, wandte sich mir seinem Patente dieses neuen bedeutungsvollen Apparates an die deutschen Maschinenfabriken, ohne jedoch Gehör zu finden. Er setzte darauf fein eigene- Capital von 30000 Mark daran, das natürlich ungenügend war, dann ließ er das Patent verfallen und nahm den Wanderstab in die Hand, um die einträglichere Laufbahn eine» Privatbeamten einzuschlagen. Vor Kurzem machten nun die Mittheilungen über eine Probefahrt des englischen Torpedobootes „Turbiuia" nach dkm System de- Erfinder- Parson die Runde durch alle Zeitungen und erregten da- größte Aufsehen. Hatte doch dieses Schiff, mit Dampfturbinen ausgerüstet, welche bisher beim Schiffbau »och nicht in Anwendung gekommen waren, eine Geschwindigkeit von nahezu 33 Knoten, flleid) einer Strecke von 61 Kilometer erreicht. (Jubiläum 34% Knoten.) Aber nicht allein diese Geschwindigkeit, die einem schnellen Personenzuge gleichkommt, ist zu bewundern, sondern das jegliche Fehlen von Stampfen und Schleudern, sowie der geringe Dampsverbrauch von 7,2 kl pro Pferdekraft und Stunde, und ferner daß es nicht so leicht kentert. Müller sah sich die Zeichnungen genauer an und fand zu seinem Erftrunen, daß der neue Dampfmotor von Parson sein früheres Patent war. Er wandte sich deshalb an den Verein deutscher Ingenieure mit der Bitte, seine Behauptung, der Engländer gebe eine deutsche Erfindung als die seine aus, zu untersuchen. Die Herren vom Verein waren jedoch dafür nicht zu haben. Da wandte er sich an den Kaiser, der die Angelegenheit durch das ReichSmarineamt energisch *) AuS dem „Praktischen Wegweiser", Würzburg, einer sehr nützlichen Wochenschrift. Vierteljährlicher Abonnementspreis 30 Pfg. untersuchen ließ. Der Bescheid des letzteren lautete, daß dem I Ingenieur Müller die Priorität zugesprochen sei. So wird I der Erfinder nach 20 Jahren doch noch die Freude erleben, seine Erfindung practisch verwerthet zu sehen. Die Geschichte beleuchtet das traurige LooS der deutschen Erfinder und Entdecker. Trüber noch ist es anderen gegangen. Columbus warf mau in Ketten- Fulton, der Schöpfer der ersten brauchbaren Dampfsch ffe, wurde von Napoleon für einen Narren erklärt, well er mit kochendem Wasser Schiffe nach England hinübertreiben wollte. Ern Profrffor rechnete sogar „wissenschaftlich" aus, daß es niemals gelingen werde, mit einem Dampfschiff über daS Weltmeer zu fahren! Die Eisenbahnen wurden gleichfalls in daS Reich der Utopie verwiesen. Mit vielem Ernst und Ausdauer beriethen wiffenschaftliche Corporationen die Eisenbahn Plane, und sie kamen einmüthlg zu dem Resultat, daß die Reibung der glatten Räder auf den Schienen viel zu groß sei, als daß schwere Lasten fortöewegt werden könnten. Man müßte hohe Wände zur Seite der Geleise aufrichten, weil der Luftdruck zu stark wäre. Der General-Poftwrister v. Nagler erklärte 1836, als ihm das Eifenbahnproject Berlin-Potsdam vorgelegt wurde: „Ich laffe täglich zwei Perfonen-Posten von Berlin nach Potsdam und zurück gehen und häufig benutzt sie auch nicht ein einziger Paffagler — und da soll sich eine Eisenbahn bezahlt machen?" Die Beispiele, wo Unverstand und Borurtheil wie eine dumpfe undurchdringliche Mauer de« genialen Erfiudergenie sich entgegenstellten, ließen sich ins Unendliche vermehren. I Man braucht nicht einmal in die Vergangenheit zurückzu- schweifen — auch die Gegenwart bietet reichliches Material. So ist eS vor einigen Jahren dem Mühlenbaumelfter Stephan Steinmetz in Leipzig-Gohlis gelungen, ein Getreide-Müllerei- Verfahren zn erfinden, wodurch ein einfache- Waschen und Enthülsen de- WelzeuS oder Roggen-, ganz ähnlich de« Mandelschnipsen, die nahrhaften Getreidekörner vor dem Zermahlen von dem anhaftenden Schmutze und den unverdaulichen Strohhülsen getrennt werden. Gegen die alte Müllerei ergiebt dies eine 10 bis 25 Procent höhere MehlauSbeute, da- infolge seiner großen Reinheit wohlschmeckend und so leicht —MW—WS backfähig ist, daß wir auf das thenre AuSlandS-Getreide verzichten könnten. Dieses Brod auS enthülstem Getreide enthält die ge- sammten reinen Nährstoffe deS Getreides und ist, wie Herr Profeffor Dr. Franz Hofmann-Leipzig erklärte, daS gesundeste^ nährendste und den menschlichen Verdauungsorganismen zuträglichste Brod. Wie aber sieht daS Brod auS, da- wir heute effen? Jedes Kind kann uns erzählen, daß das jetzt übliche Mühlverfahreu eine gründliche Reinigung des Getreides nicht kennt. Außerdem geht mit der Kleie ein großer Theil der besten Nährstoffe verloren. DaS mit Pilzkeimen besetzte, mit Holzfasern und Weizenbärtcheu vermischte Mehl stellt ein auSgelaugteS, saft- und kraftlose- Nährmittel dar. Die schöne weiße Farbe de- Mehle- ist nur ein gleißnerischer Deckmantel für den im Brode enthaltenen Schmutz und die zersplitterten Holzfaserthelle. Trotzdem ist dieses Mehl noch um 34.59 Mark pro 1000 Kilogramm «= 1 Tonne theurer als das Stein«ltz- Mehl! Deutschland verbraucht jährlich fünf Millionen Tonn. « Roggen, wir würden also bet Anwendung des Steinmetz'schen Verfahrens 5 x 34 — jährlich 170 Millionen Mark sparen. Warum sparen wir also diese ungeheure Summe nicht? Warum macht nicht einmal das Militär, als einer der größten Verbraucher, Versuche? Dafür giebt e- verschiedene Gründe. Ersten- gilt kein Prophet etwas tu seinem Baterlande. Alles Gute oder auch Schlechte muß erst die wette Reise »ach dem Ausland machen, von wo e- dann mit einem schönen, unverständlichen Namen geschmückt wieder hereinkommen darf. Erft dann kann e« darauf Anspruch erheben, von dem neuerdivg- so wenig denkenden und dichtenden Volke der Deutschen beachtet zu werden. Zweiten» ist der Erfinder noch nicht ganz ruinirt, obgleich nicht viel daran fehlt. Drittens ist er noch nicht tobt. Und gerade der letztere Punkt ist Schuld daran, daß wir noch fein Steinmetzbrod effen und noch immer nicht die 170 Millionen Mark jährlich sparen. Ober weiß Jemand einen anderen Grund? 117185695 189^1— 'WM unb bW w i Mvon L aJÜ< i>. für 2 Corlage» 8. für b. für 3. Hqaibtrt« a. für W liq b. füi «Ä* t 200‘ frt tzrl " tzri e»**'** 48! § von Wcroei Meo Mrl W Krllottstau Da« Organ i noch ten nähr eine kritische k an« denen Fo! v. 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Hochblatt, ,tn tretet», daß ai blldnng Üdem daß vielmehr $ da« er mit der betrachtet hat, i ritt spricht fei Da« Beschmerd Stricht zngegebr Mfabni seh leidigt werden dü gebrauchte Mtitrftanb 0[, uoch der Berb> M« Berban NW Mitglit keine -iotiz W Professor ta^nug FreudenMche gleiche 0 Pochen ®“rbe ein 20 ^"gifte entdeckt. • «reuen ", 8fr« Klagen bQt a* 4 ^ulationen, !Dt fließe bt< «»/ der seh r11 bemerkt, hu" 111,1 mA ?tei «ni uJ f MU* I rK «in ’ % dir »8S7 ..? ?ir 3eit ’iljabt 9183.04 36120.84 ^doKUHchtn "K'M ff* 1lteif e- ani itz, »u hkll i" „ M wir <“L d Bit' 'd> «St ss yYüri*"" «159 Weit s" "* V '2l *s* "Äi— 1.0 iPk :. ® l rt«i'111 .j flhiu»r' •t4’^ IHlW etlt'1”b4 „Sriri»"4 H 1:88 j, Bect6tt " gflittw * 8‘ .m , s »«jjsl je» ff?‘ b »itwaetuMuemtmt* Einnahme JK Ausgabe A 138025.60 Rest auS vorderen Jahren 12998.97 Stiftungscapitalien An- unb Verkauf von Gebäuben und 42436.32 Grunbstücken 24 60 Erbauung gemeinheitlicher Gedände 23486.28 Erbauung von Straßen 200.— Canalbauten — Erbauung eines Gaswerks — Erbauung eines Wasserwerks — Erweiterung bes Friebbof» 1679238 97 Capitalaufnahrne unb Rückzahlungen 1896410 74 Summe ber Vermögens Rechnung HauptwiedrrholttNO. 1171856 95 Betriebs-Rechnung 1896410.74 DermögenS-Rechnmrg 3068267.69 Hauptsumme Die Einnahme beträgt nach ber Rechnung „ Ausgabe „ „ „ „ Verglichen bleibt Ueberschuß und dieser besteht in: 1. Baarvorrath: A a. für den Betrieb 81799.30 b. für bas Vermögen 320259.70 2. Vorlagen: a. für ben Betrieb 1320.— b. für das Vermögen 12998.97 83199.59 13334.51 129237 55 517.45 77764 54 29660.94 3199 40 1201567.12 1551480 07 1087691.80 1551480 07 2639171.87 3068267.69 2639171.87 429095.82 402059.— 1320.— 3. Uquibirten Ausständen: a. für ben Betrieb (einschließlich 35.47 A liquibtrteKirchensteuer) 1045 84 b. für bas Vermögen 24670.97 Summe wie oben (Fortsetzung folgt.) 25716.82 429095 82 • Berlin, 3. Januar. Die gegen Profeffor An ton von Werner angestrengte Privatklage des iuternatio' «allen Genfer GastwirthSgehilfenverbandeS wegen Beleidigung des Kellnerstandes ist vom Amtsgericht abgewieseu worden. Das Organ des klagenden BerbandeS „L’Union" bringt «och den näheren Bericht über den Vorgang und zugleich eine kritische Besprechung der Beschlußgründe deS Gerichts, aus denen Folgendes wiedergegeben sei. Profeffor Anton v. Werner hatte tu einer Rede über die neue Richtung in der modernen Kunst behauptet, daß auf dem Bilde des Franzosru Bäraud „le chemin de la croix“ „Christus vou modernen Pariser Kellnern, Freudenmädchen und andere» Gesindel begleitet würde". Die Ablehnung der Klage des BerbandeS nun ist zunächst deshalb erfolgt, weil nach Ansicht deS Gertchis kein zwingender Grund vorlag, die angegriffnen Worte „und andere- Gesindel" auf die „Kellner" za bez'eheu. ES giebt allerdings die Möglichkeit einer solchen Beziehung zu, schenkt aber demgegenüber der Erklärung deS Beschuldigten vollen Glauben, daß er die Worte „and anderes Gesindel" nicht auf die Kellner, sondern bloß auf die Freudenmädchen bezogen habe. „Und dieser Bei- sicheruug glaubt dar Gericht ohne Wettere»", so bemerkt daS Fochblatt, „trotz deS ausdrückltchen HtuwetseS unsere» Ber- tretet», daß auf dem dem Gerichte in photographischer Nachbildung überreichten Bild sich gar keine Kellner vorfiodev, daß vielmehr Profeffor v. Werner in da» Bsraud'sche Bild, da» er mit der trüben Brille seiner akademischen Borurthetle betrachtet hat, nur Kellner hineingedichtet hat." DaS Gericht spricht ferner dem Verbände daS Recht zu klagen ab. DaS Beschwerdegericht hat zwar im ^Gegensatz zum Amtsgericht zugegeben, daß unter einer Lollectivbezrichnung unter Umständen sehr wohl eine Mehrheit einzelner Personen beleidigt werden könne. Allein nach seiner Ansicht wird durch die gebrauchte Bezeichnung „Pariser Kellner" weder der Kellnerstand als solcher, noch ein bestimmter einzelner Kellner, »och der Berbaud beleidigt. Bon dem Hinweis, daß der Genfer Verband auch in Frankreich und Parts eine stattliche Anzahl Mitglieder besitzt, habe daS Gericht anscheinend gar keine Notiz genommen. DaS Blatt fragt zum Schluß, ob wohl Profeffor v. Werner z. B. Schutzleute oder andere in der Taxirung deS grünen Tisches höher stehende Stäade mit Freudenmädchen und anderem Gesindel ebenfalls ungestraft in d'e gleiche Beziehung wie die Kellner hätte setzen dürfen? * Aachen, 4. Januar. Im benachbarten Orte Birgden wurde ein 20jähriger Mensch verhaftet, der seine Mutter Wi vergiften suchte. DaS Verbrechen wurde rechtzeitig entdeckt. ♦ Bremen, 3. Januar. Der Handluogsgehülfe Jacobi, der der Firma Reinhd. Badecker 93,000 Mark unter- |f djlagen hat, wurde in Nizza verhaftet. Dem Bet- «ehmen nach hat er jetzt plötzlich Aussicht, mit Einigen Spekulationen, die er mit einem Theil de» Geldes etnlettete, gut obzuschließen, sodaß das geschädigte Tabakhaus wohl noch daen Theil der unterschlagenen Summe wiedererhalten wird. Jacobi, der sehr sprachengewandt ist, wurde in London und Paris bemerkt. In Paris sah ihn sogar sein früherer Lehr- Herr, der allerdings noch nichts von der Unterschlagung gehört hatte. AIS Jackson, so nannte Jacobi sich, hatte er sich tn Part» durch seine Liebenswürdigkeit sogar schon einen Bekanntenkreis gebildet. * Eonstanz, 2. Januar. Im badischen Orte Büsing en erschlug eine Frau gestern Vormittag ihr achtjährige» Kind und stürzte sich dann mit der Leiche in die Fluchen be» Rhein». Ueber die Ursache der grausigen That verlautet «ichrs Bestimmtes. Die übrigen Familienmitglieder waren gerade in der Kirche. * Toronto, 3. Januar. Bei einer sehr stark besuchten Volksversammlung, die in der vergangenen Nacht im Rath- Hause von London (Canada) stattfand, brach der Fuß- »oben ein. Der Versammlung wohnten etwa 2000 Personen bei. Infolge Nachgeben» eine» verfaulten Balkens brachen 4i)0 Quadratfuß de» Fußboden» ein, sodaß eine rrtchter- sirmtge Oeffnung entstand, in welche 200 Personen hinab- Mrztrn. Ein sehr großer Geldschraak und eine Menge Eisenwerk fiel noch auf dieselben herab. Feuerrufe brachte» eine furchtbare Panik zum Ausbruche. Die Verunglückten waren in den Amtsraum de» Bürgermeisters hinabgestürzt, wo der Fußboden durchschlagen wurde, sodaß ein großer Menscheuknäuel in den Keller hinabgeriffen wurde. Die Zahl der Verunglückten ist bis jetzt auf 28 Todte und 100 Verwundete festgestellt- unter ihnen find viele hervorragende Bürger der Stadt. ♦ 3» Berlin ist ein Schutzmann, der in der Rächt zum 31. December ein Mädchen nach dem Thiergarten verschleppt mb ihr unsittliche Zamuthungen gestellt haben soll, nach Eingang ber Beschwerde vom Amt suSpeudtrt worden und wird, wenn die im Gang befindliche Untersuchung den Verdacht bestärkt, ber Staatsanwaltschaft überwiesen werben. * Die Deutsche Landwirlhfchafts Gesellschaft bereitet alljährlich für ihre Mitglieder eine Gesellschaftsreise vor zur Gewinnung eine» Einblicks in die landwirthschaftlichen Verhältnisse unserer Nachbarländer bezw. einzelner Thetle unseres Vaterlande»- in diesem Jahre sollen Schleswig- Holstein, Dänemark und Güdschweden vom 8. bis 28. Jnni besucht werden. Der Führer dieser Reise wird im April eine Borreise machen, um alle Einzelheiten des Reiseplanes festzustellen und günstige ZettaaSnütznag und förderliche Aufnahme der Reisegesellschaft nach Kräften zu sichern. Wenn e» auch bedauerlich ist, daß ein Zusammenfällen dieser Reise mit der Ausstellung in Dresden nicht zu vermeiden war, so ist doch eine volle Besetzung der beschränkt zuläffigen Be- theilignngSziffer zu erwarten und eine befruchtende Anregung durch diese vierte Reise vorauSzusehen. * Sine seltene Promotion. An der Warschauer Universität wurde unlängst, wie polnische Blätter berichten, Herr RochuS Borysik, ein Greis von 76 Jahren, zum Doctor der Medtctn promovirt. Dr. Borysik — er hält wohl den Record unter den „bemoosten Häuptern" aller Universitäten — war seit Beendigung der Ghmnasialstudien im Jahre 1847 durch zehn Jahre gezwungen, das harte Brod eine» HosmeisterS zu effen- 1857 begann er die medicinischen Studien, aber die politischen Ereigniffe führten ihn, wie so viele Andere, ins Exil und er mußte sich wieder al» Lehrer im Ausland durchs Leben schlagen. Bor nicht langer Zeit ins Vaterland zurück- gekehrt, erhielt er die Erlaubniß zur Ablegung der Prüfungen. — Der „junge" Doctor ist nach Litthaurn abgereist, wo er seine Praxis zu beginnen gedenkt. * 3« Kaffeeverkanf besteht bekanntlich — und nicht zum Leidwesen der Consumenten — eine Concurrenz wie kaum in einem anderen Artikel. Wer die Annoncen der TageSblätter studirr, kann sich hiervon einen Begriff machen. Auch in Neustadt wurden neulich derartige Eoncurrenzkämpse in den Blättern ausgefochten. Die Stadt Mühlhausen i. E. aber hat in dieser Beziehung zweifellos den Bogel abge- schoffeu- sie ist zu einem wahren Eldorado für die Kaffeeschwestern geworden. Prießen da zwei große Geschäftshäuser ihren guten Kaffee an mit d:m Bemerken: „Wer drei Pfund zu 1 Mk. kauft, erhält ein Kilo Zucker gratis". Ein HauS gibt sogar bekannt: „Wer zwei Pfund Kaffee zu 1 Mk. ein- kauft, erhält einen Liter Wein gratis." — Hoch lebe die Concurrenz! • Befehle an» alten Parolebuchern. DaS Lesen eines „ParolebncheS" gehört gerade nicht zu den anregenden Dingen- trotzdem beweist ein lefenSwerthe» Buch: „Au« alten Parolebüchern der Berliner Garnison zur Zeit Friedrichs deS Großen", daß diesem trockenen Gegenstände doch Jntercffe abzngewinnen ist. Die Befehle beleuchten scharf die Bet* hältniffe der Zeit, welcher sie angehören. Der große König beglückwünschte seine Offiziere zu Neujahr 1781 also: „Jhro Majestät der König taffen allen Herren Offiziers -um neuen Jahre gratulireu und die nicht so find, wie sie sein sollen, möchten sich bessern"- und am 1. Januar 1783: „Jhro Majestät der König taffen allen guten Herren Offiziers zum neuen Jahre gratulireu und wünschen, daß sich die übrigen so betragen, daß Sie künftig ihnen auch gratulireu können." Die Mäßigkeit scheint nicht zu den Haupttugenden der damaligen Zeit gehört zu haben, waS au» folgenden Befehlen ersichtlich ist: 9. 3. 1752. „Die Wachtparade vom 1. Ba» taillon steht morgen präzise 10 Uhr am Spritzenhause, in allen Stücken rein und proper und möchten die Compagnien danach seben, daß sie nicht wie letzten» besoffen kommen!" — 10. 10. 1783. „ES wird nochmals erinnert, daß kein besoffener Kerl sowenig vom Offifier, noch weniger vom Unteroffizier geschlagen werden soll." Zur Verhinderung der damals sehr häufigen Fahnenflucht tragen folgende Befehle bei: 24. 1. 1754. „E- wird befohlen, daß, wenn Soldaten zum Thore hinau-gehen, soll allemal ein Unteroffizier mitgehen." — 9. 3.1783. „Die Unteroffiziere auf den Wachten nebst den Gefreiten und Schilderposten müffen sehr genau acht haben auf die großen Frauenzimmer, damit sich kein Soldat verkleidet hinau»schleicht." Auch die versuchte Fahnenflucht in da» Jenseit» wurde bestraft: 31.1.1781. „Morgen ist Execntion über den Grenadier MuSka des Capitän von Zeuge Compagnie, weil v sich hat den Hals abfchveiden wollen. Er läuft 16mal Spteßruthen in 2 Tagen." Ueber die Handhabung des Garnifon-WachtdtensteS und die Strafen für Vergehen während desselben giebt eine Reihe von Befehlen Auskunft: „Wenn Lärm oder Schlägereien in den Gaffen oder WirthShäusern Vorfällen, so sollen die Patrouillen AllenS arretiren, und wenn auch de» Prinzen von Preußen DomestiqueS mit dabei wären." — „Die Schtldwachen sollen die Schilderhäuser nicht nach dem Winde drehen, sondern sie gerade stehen loffeft." — „Die 2 Schildwachten, so gestern Abend von 6—7 vor Prinz Heinrich» PnlaiS standen, sollen in Arrest und morgen 6mal Gaffen laufen, weil sie, statt vorn, hinten sich aufgehalten haben." Ueber den Anzug: „Die Herren Offiziere, so sich noch nicht Maß nehmen taffen, sollen beim Schneider Noak gehen." — „Die Herren Offiziere, so zur Cour kommen, sollen ordentlich und propre an- gezogen sein, widrigenfalls sie vom Schloß aus gleich in Arrest kommen." — „Die tuchenen Hosen werden so lange getragen, al» man kann." • Der Mamille Weihnachtsmann. Folgendes nette Ge- schichtchen vom heiligen Nikolaus «acht jetzt in den „Christ- maS Number»" aller englischen Zeitschriften die Ruvdr. Der gute, alte Weihnachtsmann, der in den letzten vierzehn Tagen vor Weihnachten bald hier, bald dort in den mit Kindern gesegneten Familien auftancht, um die Wunschzettel der erwartungsvollen Kleinen in Empfang zu nehmen, erschien auch kürzlich in einem sehr vornehmen englischen Hause. DaS einzige Kind, ein fünfjähriger Knabe, kannte den guttu „Sankt Claus" zwar schon seit zwei oder drei Jahren, doch war die Scheu vor dem weißbärtigen Alten noch immer sehr groß und nur stammelnd vermochte bet kleine Blondkopf seine diversen Wünsche vorzubringen, die in einem Zweirad mit wirklicher Laterne und silberner Klingel gipfelten. Mit klopfendem Herzen und weit aufgerifsenen Blauaugen starrte Freddy dabei den heiligen Nikolaus an und folgte verstohlen in einiger Entfernung, als der Alte wieder herauSrumpelte und sich von der hübschen Bonne die Thüreu öffnen ließ. Bald darauf erschien der Papa, ber zu Freddy» Aerger nie zu Hause war, wenn Sarct ClauS einmal kam, und daS erregte Gesicht seines Söhnchens bemerkend, nickte er dem Mann schmunzelnd zu. Als man sich bann mit einigen zum Besuch im Hause weilenden Freunden gemüthlich um daS flackernde Kaminsener gruppirt hatte, mußte Freddy, auf Papas Schooß sitzend, erzählen, waS er sich denn vom Weihnachtsmann anSgebetrn hätte. Mit blitzenden Sagen berichtete der Kleine und schloß mit den triumphirenden Worten: „Und wenn Sar.ct Clau» mir daS Bicycle nicht bringt, dann erzähle ich allen Menschen, daß er meiner Miß Nellie unten an ber Thüre einen Kuß gegeben hat!" * WaS eine Spielhölle tinbrtn»L Die Spiel-Grsellschaft in Monaco hat mit bem Fürsten diese» Ländchens eine» Beitrag abgeschlossen, welchen die Hauptversammlung bet Actionäte genehmigen soll. Danach wird die Spiel Concefsion sür abermals 30 Jahre verlängert. Dafür erhält der Fürst sofort die Summe von 10 Millionen Franck baar, im Jahre 1913 aber eine solche von 15t/, Millionen Franc». Außerdem wird die Gesellschaft für ihre Rechnung verschiedene Neubauten und sonstige Arbeiten auSsühren lassen, welche die Summe von 25 Millionen Franc» beanspruchen, im Jahre 1900 ein neues Theater für 2 Millionen Franc» erbauen, beffen Unterhalt sie ganz aus ihrer Tasche zu bestreiten hat- u. A. soll der Leitung dieses Theaters für jede Vorstellung die Summe von 25000 Franc« zur Verfügung gestellt werden, damit nur Künstler allerersten Range- nach Monaco kommen. Ohne Kosten für den Betrieb de» neuen Theaters bezahlt also die Spielgesellschaft nicht weniger al» 324/, Millionen Franc-, nur für die Verlängerung ber Spiel-Concesfion um 30 Jahre. Trotzdem stehen die Actien dieser Gesellschaft, welche einen Nennwerth von jc 500 FrcS. haben, an ber Pariser Börse 3200 Francs. Um die zn zahlenden großen Geldsummen aufzubringea, will die Gesell« fchaft 4proc. Schuldverschreibungen in Höhe von 17 Millionen Franc» au-gebev. Mau darf begierig sein, ob eö in der That gelingt, solche Schuldverschreibungen, welche keine andere Sicherheit haben, al» die Epielwuth der Leute, an den Manu zu bringen. Citeratur «nö IfcmfL — «in znverlLfli-t* Führer durch die gelammte Z-iiuugS- unb Zeitschriften Literatur des Zn- und Auslandes ist der weben ix 31. Auflage erschienene große Zeitongskatalog und Jnsertions- kölender für 1898 der Annoncen-Expedition Rudolf Mojse. Uebersichtlich angeordnet, enthält der Katalog ein vollständiges Ver- zrichniß sämmtlicher Zeitungen und Fachblättrr Deutschlands, Oesterreichs und der Schweiz, sowie aller wichtigen Blätter detz übrigen Auslandes. Er informirt den Inserenten üb r die Verbreitung, Erscheinungsweise, politische Tendenz der einzelnen Organe, über JnsertionS: und RcclameprriS, Spaltenbreite, Spaltenzahl und über die ber Anzeigenberechnung als Basis dienende Grundschrist der Blätter nach d-rn beigesüg'en Normal-Z'.ilenmesser. Die Methode, nach welcher man Annoncen durch typographische oder illustrative Mittel am Vortheilhaftesten ausstattet, so daß der Blick des Leser- unwillkürlich auf die betr.ffenden Anzeigen gelenkt w rd, ist besonder» ausführlich und anschaulich behandelt. Was die äußere Ausstattung des Zeitungskataloges anlangt, so ist die b isälliz aufgenommene Form einer Pultmappe mit Schreibkalender für alle Tage bei Jahre», unter Bzrroenbung eines neuen und eigenartigen Einbände-, beibehalten. Alles in Allem gibt der Inhalt deS Katalogs wiederum ein Bild von der Leistungsfähigkeit ber Annoncen Expedition Rudolf Moste, währertd seine typographische Ausführung der Druck-rei bei Hauses das beste Zeugnrß ausstellt. Seinen Zweck, den Ins menten nach jeder Richtung bin zu brrathrn, gleichzeitig aber ein für de« täglichen Gebrauch bestimmtes Handbuch auf jedem Schreibtisch jm sein, erfüllt der Katalog in vollstem Maße. üniverfitäts - Nachrichten. — Von ber Münchener Universität ist wegen seiner Verdienste um die Electricitätslehre und um die moderne Entwickelung ber Electrotechnik bet Ingenieur F. v. Hesner-Alteneck in Berlin zum Dr. phil. honoris causa ernannt worben. Heibelberg, 3. Januar. Der außerordentliche Profestor Dr. Atzkenasy ber hiesigen Universität würbe zum Honorarptofestor unb der Privatdocent Dr. Eugen v. Hippel zum außerordentlichen P.ofeffor ernannt. Verkehr, Land- nnö voLkrwirrhschaft. — Die zahlreichen Verluste, die ber Besitz auslLnbifcher Werthpapiere bem beuischen Publikum fortgesetzt zufügt, lasten einen Ersatz sür solche zwar hochverzinslichen, aber unsicheren Anlage« äußerst erwünscht erscheinen. Einen solchen Ersatz gewä rt die Rentenversicherung bei einer solchen Versicherung'anstatt. Man erzielt bamlt meift eine weil höhere Vermehrung seine« Einkommens, als mit bem Ankauf au8lLnbisch?r Papiere unb befreit sich anbererfeits von ber Sorge um Courüvertast, Ausloofung, Künbigung, sichere Aufbewahrung der Werthstücke u. dergl. Unter den deutschen Versicherungsanstalten ist die Preußische dienten« Versicherungs-Anstalt die einzige, die den Abschluß solcher Rentenversicherungen, sowie von AuSsteuerverstcherungen als Havpt- aefchäft betreibt. Die VersicherungSformen, die sie barbietet, find daher sehr mannigfaltig unb zweckmäßig. Die Renten werben in ber Regel gegen Rentenscheine, Coupons, die ber Rentenempfänger an seiner Zahlstelle vorzulegen hat, gezahlt. Auch bte Rentner nehmen, waS sonst nur noch bei einer einzigen beutschen Anstalt ber Fall ist, am Gewinn Theil unb haben daher Aussicht darauf, daß sich ihre Renten noch durch Gewinn-Anthetle (Dividenden) erhöhen. IUIH1 llilll finden die weiteste Verbreitung. Harka„PfeflriBr ALSFELD k 1895 J Marks flellrlngWWW In Dosen ä io, 2Ou.6oPj (TPREIS^ 'MEDAILLE' Druckerei und Expedition 7 Schiaistrasse 7. |ln den Apotheken Z und Drogerien. Tuben I140 u. 80 Pf. Chicago 1693. Brühlsche Telephon Nr. 51. s nivers.-Buch- und Steindruckerei hihihi GIESSEN (Pietsch & Scheyda) Vortheilhaft sollen sie ins Auge fallen und den Blick längere Zeit fesseln; □ darum gelten für dieselben folgende Hauptbedingungen ORIGINELI M II 9 ELEGANT Televbon 119. Marktstraße 4 echt mit Gnauth. ®tflc Oefierreichische allgemeine 240 nimmt jederzeit die Vorsteherin entgegen. Börse vovi 5. Januar 1898. Frankfurter. 1887 Höchste Referenzen Ausführliche Peaspeete 4 dro- Frkf. Ldw-EredBk. unk. b. 1900 10140 3i/, DeutfcheSrdsch.B. mck.b. 1906 100.00 4 frei ins Haus liefert «merk. E. H. Müller 802.12 000.00 | Defterr. 6rebtt#9ktto» Dampffchreiuerei. Daruast. Bk Actim ÄekMlio*: «. «chryda. — »nick and «erlag ber vrßhl'schen UniverfitätS-Boch. and gkmbrudfrti (Pietsch L Scheyda) m Gießen. 4 4 8 3 20 Franken-St. 6nqL ®6oerdgnl Dollars in Gold 101.« iLO.ee 16.18 20.36 4.20 103.40 97.76 1(2.60 101.50 10200 4 3 6 4 0rll> 16.14 2OB2 4.16 Ung. Gold-Rente Portugiese» Mexkaner Monopol-Griecheit vor, Tisenö. Rentenb. D6L Buderus DbL ®t5CGti 4V, Gefiert. Dilbrrrent« 86.80 103.16- 2126 95 65 34.70 Tannen- und Knchen- Brennholz dem Papierkorb zum Trotze, dem Gedächtniss zur Stütze Schuster \ JAVA- \KATFEr werben daselbst bekannt gegeben Gießen, den 6- Januar 1898. 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Unterricht, nach Klassen getrennt, in allen für Töchterschulen- vorgeschriebenen Fächern durch geprüfte Lehrer und Lehrerinnen. — Aufnahme der Kinder vom 6. Jahre an. — Gelegenheit für junge Damen, an einzelnen Stunden in den obersten Klassen theilzunehmen: engl. und franz. Conversation, Litteratur, Kunst, Kirchen- und Weltgeschichte. — Musik: Klavier, Violine, Theorie. — Besondere Malcurse, Beginn des Termins: Freitag, den 7. Januar. Anmeldungen Unübertroffen \ alt A 8ct8ah8il80iittil sWch und zur IgMkHitrtoflBna. von M. Schuster i» Bonn Damps-Kaftk-Krrullttei Bekanntmachung. In Gemäßheil Beschlusses der Stadtverordneten-Versammlung vom 15. Juni 1879, wonach zur dauernden Erinnerung an die goldene Hocki- reit des deutschen Kaiserpaares, Seiner Majestät des Kaisers Wilhelm I und Ihrer Majestät der Kaiserin Augusta, von Der Stadt Gießen eine Stiftung zu Gunsten bedürftiger Ehepaare, welche hier ihr goldenes Ehejubiläum erleben, errichtet worden ist, fordern wir alle Diejenigen, welche im laufenden Jahre ein solches Fest zu begehen haben und Anspruch auf Zuwendung der zu 150 Mark bemessenen Stiflung-gabe erheben wollen, auf, sich bei uns zu melden. Gießen, am 3. Januar 1898. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Coursbericht mu J. Kurz & Co., Giessen, KahuMraßt 63. Practisches Töchter-Institut für .Familien, welche bte Ausbildung ihrer Töchter nicht im AuSlanbe, sondern in voller Berücksichtigung der gefuvdheittichen, wirthschaft sichen und wissenschaftlichen Interessen der zukünftigen HauSfea« urb Mutter ober setbstünbigen Persönlichkeit im deutschen Seim g'ündltch, gediegen bewirken wollen, von 321 Direktor Karl Weiss, Weimar. ersLti-1 lägt Diilag»' > f ’ btiflti'fl1. Städtischer Arbeitsnachweis Gießen. Oarterrftratze 2. ««gebot der «rdettmstmer r 2 Bäcker, 1 Maschinenschlosser, 1 Monteur, 1 Schuhmacher, 1 Lauffrau, 6 Fuhrknechte, 1 Kutscher, 3 Taglöbner, 1 Bureau- diener, 1 Aushilfskellner, 4 HauSburschen, 1 Kellner, 1 Hausmädchen, 2 Dienstmädchen, 2 Bureaugehülfen, 1 Schreibgehülfe. Nachfrage der «rbettgeberr 1 Drechsler für eine Dampfdrechslerei, 1 Friseur, 1 tücht. Küfer, 2 tücht. Sattler, 1 Tapezier, 6 Maschinenschlosser für dauernde und lohnende Accorbarbeit, 1 Schmied, 1 Wagner, 2 Ackerknechte, 1 Fuhr- Vstecht, 4 Dienstmädchen für Küche und Hausarbeit, 1 Schreibgebülfe (Anfänger). Recept. Man nehme 1 Liter Weingeist, !*/• Liter Waffer, füge für 75 P'g. »elliughoff» Eoguac vsten» hinzu, so erhält man 2*/4 Liter Cognac, welcher der chemischen Zusammensetzung nach dem echten gleich ist vnd ihm an Geschmack und Bekömmlichkeit nicht nachftehi. MelliUghoffg «ogttae-Efsettz »st echt nur in Original« flaschen zu 75 Pfg. mit dem Namenszuge des Hersteller«, Dr. U. W. Mellinghoff in Mülheim a. d. Ruhr. 281 In Gießen zu haben bei Mil und Otto Schaaf. 340 322 Ml hiuausi ^kitr rille E a JlirtB Bor sil der dru S;9b h°t i Mfctuien. Ä MW Sh Ä bt. / Giessener d&ngeiger (General-Anseiger) , GUntäßlatt füz b&M fao k mit der Beilage / ■ Giessener Familienblätter• /ÄA* und um überall Eingang zu finden, überall i zu gefallen Btiif ed> 80.85 169 80 4.17 Vi Anfertigung von Drucksachen aller Art für den amtlichen, kaufmännischen und privaten Bedarf. Kreppeln (täglich frisch) empfiehlt 263 Friedrich Noll, Hosbäck^r, MäuSbura 12. 8Üt 36” »In»« giebt Dr. Oetker'S Zfuddlng-^utver a 10, 15, 20 Pfg. eine deltcate, gesunde, nahrhafte Speise! 308 Gebr. Adami, Mäusburg 14. Versuchen Sie gefl. I^T den vielfach preiSgekrönten'd^ 3^/, FrUnkftr.Hyp.Bk.mck.b.1906 100.00 3*/, Hmnbrgr. Hyp. Bk. unk. b. 1905 9956 3'/, Frkf. Hyp.Cred.V.llnk.b. 1906 99.8t? 3«/, Preuß. Hyp. A. Bk. rmk. d. 1905 10- .00 4 dro- unk. b. 1905 102 60 31/i Pomm. Hyp. A. Bk. mck. b. 1906 100.00 ga as f— Bk | damit der Inhalt neu, |vi kJ Lr EL IX 1^1 zeitgemäss erscheine