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Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den fvtgendm Lag erscheinenden Nummer bis Norm. 10 Uhr. General-Anzeiger Alle Anzeigen-Bermittlungsstellen des Jir- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger cntgeg«. An»tr« und Anzeigeblatt für den Kreis Gieren. Redaction, Expedition und Druckerei: Schnkstraße Ar. 7. Gratisbeilage: Gießener Familienbläiier. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hießen. Fernsprecher Nr. 51. Amtliche- Theil» Bekanntmachung, betreffend: Die polizeilich-technische Revision der Maße und Gewichte. Zur regelmäßigen Abwicklung der Vorprüfung der Maße »nd Gewichte wird den Jvterrsienten empfohlen, die in ihrem Gewerbebetriebe zur Benutzung kommenden Maße und Ge- Wichte dem Aichmeister, baffen Atchiaae von jetzt viS zum 1. April l I außer Freitag auch Montags und Mittwochs stattfinden werden, bezirksweise in nachstehender Reihenfolge zur Vorprüfung zu üderbrinsen: 1. In der Zeit vom 10. bis 22 Januar l. I.: Krenzplatz, SelterSweg, Maigaffe, Plockstraße, LeufelSlustaärrchen. 2. In der Zeit vom 22. Januar bis 7. Februar l. I.: Marktplatz, MäuSburg, Ktrchen^latz, 8'nvenplatz, Gchulftraße, Schlohgafie, Kaplaneigasse, Wagengaffe, Wiktergaffe, Kirckftraße, Burggra'oen. 3. In der Zeit vom 7. bis 20. Februar l. I.: Matktstratze, Riltergafse. Neustadt, Mühlgaffe, West« aulagr, Hammstrahr, Lahnstraße, Rodheimerstraße, Krofdorferstraße, Hardt. 4. I» der Zeit vom 20. Febr. bis 5. März l. I.: Bahnhofstraße, Ttefenweg, KaplonSgassr, Katharinen- gaffe, Löwengaffe, Wolkcngaffe, Schanzenstraße, Frankfnrterstraße, Alicestraße, Wilhelmüraße, Liebig- straße, Leihgesternrrweg, Riegelpfad, An den Bahnhöfen. 5. In der Zeit vom 5. bis 18. März l. I.: Reueuweq, Neuen Baue, Sonneuftraße, Erlengaffe, Weidengaffe, Gartenstrahe, Ludwig-Platz, Südanlage, Ludwigstraße, Btömarckftraße, Goethestraße, Bleich- ffraße, Bergstraße, Löderstraße, Schiffenbergerweg, Licherstraße, Grünbergerstraße, Etchgärten, Wolf- straße. 6. In der Zeit vom 18. bis 31. März 1.1.: Wallthorftraßr, Wetzstetngaff:, Lindengaffe, Brand- gaffe, Bcandplatz. Karzle'.berg, Hund-gasse, Asterweg, Schillerftraß«, vraugaffe, Stetnstroße, Weser- straße, Dammstraße, Ederftraße, Schottstraße, Mar« burgerstraße, Wteseckerweg, Ostanlage. Gießen, den 5. Januar 1898. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. __________________I. V.: Roth.___________________ Bekanntmachung. Der alte Rödger Weg, entlang der Lieblgshöhe, wird wegen Tieferlegung desselben von heute ab bis ans Weiteres für den Verkehr gänzlich gesperrt. Gießen, am 5. Januar 1897. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. V.: Roth. Italien im Jahre 1897. Vom AuSlaude iuterrffirt uns neben dem Kaiserreiche an der Donau noch insbesondere der „Dritte im Bunde", da» Königreich Italien. Während von keiner Seite an der Bündnißtreue Oesterreichs und Deutschland- ein Zweifel laut geworden ist, wurden solche im Laufe deS verfloffeuen Jahres bezüglich Italiens mehrfach geäußert. Ob dieselben begründet warrn, läßt sich nicht feststellen, jedenfalls find fie von offlcteller Seite dememlrt worden, und König Humbert, sowie seine Regierung haben ausdrücklich betont, daß fie fest und unverbrüchlich am Dreibünde festhalten wollen. ES ist bekannt, daß in Italien eine große Partei vorhanden ist, welche einem engeren Anschluffe ihres Vaterlandes an Frankreich das Wort redet ■ab zu Gunsten wirthschaftlicher Dorthrile eine franzosen- freundliche Politik betreibt. Aber b-Sher haben sich die maßgebenden Persönlichkeiten nicht in der Ansicht irre machen lasten, daß daS wahre ^eil Italiens im Festhalten am Dreibunde liegt. DaS Land trat in das Jahr 1897 unter recht trüben Umständen ein,- die Niederlage, welche seine Armee im Kampfe gegen ein halb wildes Volk in Afrika erlitten hatte, warf ■och ihre Schatten. Die vom König Meneltk gemachten italienischen Gefangenen befanden sich noch in der Gewalt beS Feindes, nachdem die haarsträubendsten Nachrichten über bie Behandlung, welche ihnen feiten» der Abeflynier zu Theil wurde, nach Italien gelaugt waren. ES war beschämend für eine europäische Großmacht, die härtesten Bedingungen erfüllen zu müffen, um endlich die Freilaffung der Gefangenen erwirken zu können. Die Regierung hat ni malS bekannt gegeben, welche Summen König Meneltk als Lösegeld erhalten hat. Daneben waren aber auch alle Aufwendungen, welche Italien im Laufe der Jahre für die erythreische Provinz ge« macht hatte, verloren. DaS ihm durch den Vertrag von Uccialli zugeficherte Protectorat über Abeffynien war nichtig geworden und diesem wurde überdies ein Anrecht auf die Provinz Erytbrea insoforn zuerkannt, als jeder von Italien aufzugebende Theil derselben ohne Weiteres dem NeguS zu« fallen sollte. Rndini hatte mit der Uebernahme der Regierung ein schwer zu verwaltendes Erbthetl übernommen, da eS galt, Italien politisch und finanziell zu rehabilitiren. Und man mag über den jetzigen CabtnetSchrf denken, w'e man will, die Anerkennung wird ihm Niemand versagen können, daß er seine Ausgabe unter Aufbietung aller seiner Kräfte treu erfüllt hat. DaS Ansehen Italiens im AuSlande ist wieder hergestellt, in würdiger Weise hat es seine Jntereffen in den Orientwirren vertreten, wo ein italienischer Biceadmiral vor Kreta den Oberbefehl über die internationale Flotte übernahm. In der griechischen Angelegenheit war Italien vielfach geneigt, sein Gewicht zu Gunsten Griechenlands in die Wagschale zu legen, waS übrigens nur der Volkestimmung entsprach, die in dieser Beziehung noch dadurch ihren Ausdruck fand, daß eine große Anzahl Italiener als Freiwillige in daS griechische Heer eintrat und für eine vornherein verlorene Sache kämpfte. Bemerkenswerth auf internationalem Gebiete ist noch, daß sich zwischen Italien und Rußland ein freundschaftlichere» Verhältniß herauSgebtldet hat, was man den Verwandschaft« lichen Verhältniffen zuschreibt, die seit der Verhetrathung deS Kronprinzen mit der montenegrinischen Fürsteotockter bestehen. Dem Einfluß deS Zaren soll eS ja auch zu verdanken sein, daß König Meneltk in die Freilaffung der Gefangenen gewilligt hat. Die innere Situation Italiens war nicht sehr zuversichtlich. Eine Revolte der Studenten machte viel von sich reden und drückte gleich zu Beginn deS Jahres auf die Stimmung. Die Legislaturperiode wurde Anfang April eröffnet mir einer Thronrede, in welcher zahlreiche Reformen tn allen Zweigen der Verwaltung versprochen wurden. Aber kein einziges der Versprechen ist gehalten worden, wodurch die Lage des CabinetS, welche Anfangs ganz günstig war, immer schwieriger wurde. Die Ergebnisse der ParlamentS« berathungen bleiben gleich Null, nur daS Budget wurde durchberathen und die Regierung ermächtigt, die Colonte E ythrea auf die Stadt Maffauah zu beschränken, also die ganze Hochebene zu räumen. Zu argen Ausschreitungen kam eS in Rom wegen der Erhöhung der Einkommensteuer- der König hatte eine Verminderung derselben in Aussicht gestellt, aber der Finanz- Minister hatte eine härtere Handhabung bei der Einziehung der Steuern angeordnet. Die blutigen Ereigniffe, welche sich bei dieser Gelegenheit zutrugen, wirkten noch lange nach und sind hoffentlich für die Regierung eine Mahnung gewesen, solchen Fehlgriffen künstig vorzubeugen. Die letzten politi- scheu Maßnahmen Rudtnis bestanden bekanntlich in der Re- construtrung feines CabinetS, bei welchem Anlaß er den Radi- ealen weitgehende Coneessionen machte, um feine Regierung zu stützen. Daß er sich hierbei aber arg verrechnet hat, haben wir schon mehrfach nachgewtesen, und so find denn die Zustände, unter denen Italien daS neue Jahr beginnt, nur als recbt unsichere zu bezeichnen.(XX) Deutsche» Reich» Darmstadt, 5. Januar. Gestern fand im Rtedhäuser Wäldchen bei Dornhelm Hofjagd statt. Es wurde auf Fasanen und Hasen getrieben. Am nächsten Freitag wird eine Hofjagd im Groß-Gerauer Park abgehalten. — Wie bereits mitgetheilt, findet morgen der erste diesjährige Hofball statt. Der zweite wird, wie wir hören, am 24. d. M. und zwar ebenfalls im Großherzogltchen PalatS am Luisen- platz folgen. Berlin, 5. Januar. Der Kaiser hörte heute Vormittag von 9 Uhr an u. A. die Vorträge deS EhefS des Livilcabinet» v. LucanuS. Berlin, 5. Januar. Die Kaiserin Friedrich wird im nächsten Monat als Gast der Königin von England in OSborne und Windsor weilen. Ihre älteste Tochter, die Erbprinzesfin von Sachsen.Meiningen und deren Tochter, die Prinzesfin Feodora, welche im März Prinz Heinrich XXX, von Reuß heirathen wird, werden die Kaiserin begleiten. Der Prinz selber wird fich Ende Februar der Königin vorstellen. Berlin, 5. Januar. Die Kreuzer „Deutschland" und „Gefion" find heute in Port Said eingetroffen. Berlin, 5. Januar. Die Mittheilung verschiedener Blätter, daß der Kaiser die diesjährige LandtagSsession selbst eröffnen würle, dürfte dem Vernehmen der „Berl. Pol. Nachr." zufolge vlchr zutreffen. Dagegen ist eS sehr wahrscheinlich, daß der Kaiser die Legislaturprriode, in der so große Aufgaben gestellt vnd gelöst worden find, schließen wird. Berlin, 5. Januar. Im Reichsjustizamt wird ein Gesetzentwurf über die Hypothekenbank vorbereitet. Berlin, 6. Januar. Wie die „Berl. Polit. Nachr." melden, sind für das laufende Jahr so große Manöver, wie fie in den Jahren 1896 und 1897 stattgefunden haben, nicht wieder in AuSficht genommen. Vielmehr dürften nur daS 9. und 10. preußische CorpS Kaiser« Manöver haben. Berlin, ö. Januar. DaS Urtheil im Proeeß Tausch wurde heute Nachmittag gesprochen. Daffelbe lautet auf Versetzung in ein anderes Amt gleichen Range- ohne Vergütung der Umzugskosten. Bertie, 5. Januar. Die „Berl. Polit. Nachr." schreiben, eS ist anzunehmen, daß der Magistrat von Berlin dem Beschluß der Stadtverordneteu-Versammlung betreffs Errichtung eines Denkstein- für die Märzgefallenen nicht beitreten wird, weil er inzwischen die Ueberzeugung gewonnen haben muß, daß von eher Ausführung dieses BeschluffeS doch nicht die Rede sein kchm und eine »etttxt Verfolgung des Gedanken- nur zu seht unliebsamen Weiterungen führen könnte. Berlin, 5. Januar. Der „RetchSanzeiger" schreibt: Nach einem heute hier eingetroffenrn Telegramm auS Peking ist hinsichtlich der Ueberlassunq von Ktao-Tschan zwischen der deutschen und chinesischen Regierung eine Verständigung erzielt worden, welche im Wesentl chen Folgendes enthält: Der deutschen Regierung soll danach zur Erfüllung ihre- berechtigten Wunsches genehmigt werden, ebenso wie andere Mächte einen Stützpunkt für Handel und Schifffahrt in den chinesischen Gewaffern zu besitzen. Drr Ueberlaffung hat die Form eines Pachtverträge» von längerer Dauer und es steht der deutichrn Regierung frei, innerhalb de» Über- laffenen Gebiete» alle nöthigen Baulichkeiten und Anlagen zu errichten und die zu dem Schutze derselben erforderlichen Maßregeln zu treffen. Das überlassen' Gebiet umfaßt da- g-sammte innere Wasserbecken der Kiao Tschau Buche bi» zur Hochwaffergrenze, ferner die südlich und nördlich vom Ein- panqe der Bucht liegenden g ötzeren Landzungen bis zu deren nmürlichrr Begrenzung durch Höhenzüge, sowie die innerhalb der Bucht und vor derselben gelegenen Inseln. DaS abgetretene Gebiet hat einen Gesammtinhalt von einigen Quadrat- weilen, welche von einer größeren ring» um die Bucht gezogenen Zone begrenzt sind, innerhalb welcher keine Maßnahmen oder Anorduultgen chinefischerseitS ohne deutsche Zustimmung getroffen werden dürfen- insbesondere dürfen der deutscherseits für nothwrndig erachteten Regelung der Wasserläufe keine Hindernisse entgegengesetzt werden. Um Conflicte zu vermeiden, die dos gute Einvernehmen zwischen den beiden Mächten beeinträchtigen könnten, hat die chinesische Regierung für die Dauer der Pachtzeit alle die ihr in dem Überlassenen Gebiete zustehenden Hoheit-rechte an die deutsche Regierung übertragen. Pachtzeit und Pachtsumme sind In dem sehr kurzen Telegramm, welches den Abschluß meldet, n.cht angegeben. Sollte fich auS irgend einem Grunde die Kiao- Tschau Bucht fü; die von der deutschen Regierung in AusfiLt genommenen Zwecke als nicht passend erweisen, so ist die chinefiswe Regierung, nachdem fie fich mit der deutschen Regierung darüber ins Einvernehmen gesetzt hat, bereit, der letzteren an einem anderen Punkte der Küste ein für den in» Auge gefaßten Zweck besser geeignetes Gebiet zu überlassen. Die chinesische Regierung wird in diesem Falle die von der deutschen Regierung im Ktao-Tschau-Gebiet errichteten baulichen Anlagen rc. Übernehmen und die dafür verausgabten Beträge ersetzen. Berlin, 5. Januar. In da» Herrenhaus ist der Erste Bürgermeister Jaehne in Potsdam neu berufen worden. Berlin, 5. Januar. Da- aus Anlaß des Ausbruch» der Klauenseuche unter dem 21. v. MtS. erlassene Verbot der Schweineausfuhr vom hiesigen Sentral-viehhof wurde heute wieder aufgehoben. Berlin, 5. Januar. Fort mit den GerichtSferien! Unter dieserUeberfchrift führt Gericht-assefsor Sethe-Posen in der „D. Jur.-Ztg." au», daß er m daS Zeitalter d^s Verkehr» nicht wehr paßt, daß die Justiz in jedem Jahre zwei Monate lang feiert und die Prozesse, auf deren Ent- schridung die Parteien oft mit Angst und Bangen warten, ruhig liegen läßt. Freilich werden ja „eilige" Sachen auch während der Ferien verhandelt, war aber eilig ist, darüber pflegen die Gerichte und die Parteien meistens ganz verschiedener Meinung zu sein. Warum soll der Geschäftsmann und der Produceut, der das ganze Jahr vom Staate verlangen kann, daß er ihn, feine Güter, seine Briefe u. f. w. befördert, von dem Staate, der das ganze Jahr Steuern entgegeauiwmt, nun gerade zwei Monate nicht verlangen können, daß er feine Prozesse entscheidet, ihm den vollstreckbaren Titel gegen den säumigen oder böswilligen Schuldner verschafft? Die Verzögerung beschränkt sich niemals aus die gesetzlichen zwei Monate, beläuft fich vielmehr In der Praxis auf drei, oft auf vier und noch mehr Monate. Die RegierungS-, Poft- und Eismbahubeamteu erhalten doch auch ihren Urlaub, ohne daß zwei Monate lang der Dienst deßhalb eingestellt wird. Der Staat hat im Interesse des Verkehr» und der schleunigen Erledigung der Prozeffe die Verpflichtung, mit dem völlig veralteten Institut der Gerichts- serien zu brechen. Berlin, 5. Januar. Der nach Dresden eiuberufeue allgemeine cooservative Parteitag hat, wie die „Kreuzzeituog" berichtet, verlegt werden müffeu. Er findet demgemäß am 2 Februar, Vormittags, statt. Berlin, 5. Januar. Dem Ueberbringer des deutschen Ultimatums an die haitianische Regierung io Port au Prince, Capitän zur See, Thiele, Eommaodaut des Schulschiffe» „Charlotte", ist, wie die „Post" meldet, der Krouenorden 2. Klaffe verliehen worden. Berlin, 5. Januar. Der „Post" wird aus Danzig telegraphirt, daß Special-Eommiffar Geheimerath Dr. Sieffert in der letzten Eonferevz der Bernstein-Interessenten im Auftrage der Regierung mittheilte, die Regierung werde da» vom Lommerzteurath Becker eingesetzte Bernfteturegal tn einigen Monaten selbst übernehmen. Berlin, 5. Januar. Da» Schulschiff „Gneis en au" ist am 31. December tn La Guayra angekommen und am 3. Januar nach Jacmel auf Haiti in See gegangen. Berlin, 5. Januar. Mitglieder der hiefigeu chinesischen Gesandtschaft haben fich nach Genua begeben, um dort den beim Deutschen Reiche neu accreditirteu chinesischen Gesandten Lii Hai Huan zu begrüßen. Der Gesandte wird mit einem größeren Gefolge morgen in Berlin eiutreffen. Berlin, 5. Januar. In einem Brief an den Redacteur der „Bad. Laudpost" schreibt der ReichStagSabgeordnete Jacobskötter, ein strammer JnuungSfrennd: Der Befähigungsnachweis mit allen feinen Eousequenzeo, wie ihn frühere Jahrhunderte hatten, kann nicht wieder eingeführt werden und selbst eingesührt, würde er die erhoffte Wirkung nicht haben, wollte man nicht gleichzeitig alle Fabriken schließen. In gewiffem Maße ist er ja durch daS Gesetz eiugeführt, und wie weit seine Einführung im allgemeinen Interesse liegt, bezw. wie bei den Schmieden und Schornsteinfegern durchführbar ist, mögen die Handwerkskammern klarstellen. Ihnen wird auch die Aufgabe zufallen, über die Nothwendigkeit sozialer Resormen auf dem Gebiet deS Handwerks zu befinden und sie werden dazu viel geeigneter sein, al» z. B. die Commission für Arbeiterstatistik. Graf v. PosadowSky hatte sehr recht mit den Worten: „ES fällt den Gewerbetreibenden auf die Nerven, wenn sie fich mit dem Polizisten zu Bett legen und mit ihm aufsteheu müssen"- die kleinen Handwerker find besonders verärgert darüber. — Am 10. Januar soll vor dem Pariser Kriegsgericht der Prozeß wider den Major Esterhazy verhandelt werden. SS scheint, so schreibt die „Köln. Zig.", daß in der Verhandlung Alle» vermieden werden soll, waS im Staude ist, cmfzuklären, inwieweit der Hauptmann Dreyfuß sich der Spionage schuldig gemacht hat. Die Thatsache der rea judicata soll vielmehr mit aller Strenge festgehalten werden. Demgegenüber wird eS zweckmäßig sein, noch einmal auf Grund der eingehendsten und zuverlässigsten Erkundigungen sestzu- stelleo, daß, wenn der Hauptmann Drehsaß fich überhaupt der Spionage schuldig gemacht hat, diese nicht mit Deutschland, mit der deutschen Regierung und deutschen Offizieren, also auch nicht mit dem deutschen Militärbevollmächtigten oder mit der deutschen Botschaft in Paris irgend etwas zu thun gehabt hat. Wenn Hauptmann Dreyfuß fpiouirt hat, so kann dies nur zu Gunsten einer anderen Macht gewesen sein. Die fravzöfische Regierung mag vielleicht ein Jntereffe haben, hierüber einen dichten Schleier zu werfen. Deutscherseits steht nicht da» Geringste im Wege, Über die Verhandlungen da» hellste Licht der Oeffevtlichkeit leuchten zu laffen. Es wird niemals irgend einen Zusammenhang der Handlungsweise von Dreyfuß mit irgend einer deutschen Stelle darthun können. Die deutsche Regierung hat s. Z. Über diesen unantastbaren Sachverhalt der franzöfischen Regierung durch die deutsche Botschaft in Paris jeden Zweifel benommen. Wir begvügen uns heute lediglich mit der Feststellung dieser Thatsache. «erliu, 4. Januar. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Zwecks der vom wirthschaftlichen Ausschuffe vorbereiteten ProductionSstatistik wird der Reichskanzler im Laufe des Monats Januar Fragebogen für das Textilgewerbe, die chemische, Eisen-, Glas- und keramische Industrie aussenden. Andere Erwerbszweige folgen unmittelbar. Das Blatt hebt hervor, der Fragebogen bezwecke ausschließlich, den Zweck und das Gesammtintereffe jeder einzelnen Erwerbsgruppe kennen und abwägen zu lernen behufs Maßnahmen zu Gunsten der betreffenden Handelsartikel. Jeder diene dem eigenen Jntereffe durch sorgfältige Angaben. Die Fragebogen gehen unmittelbar dem Reichsamt des Innern zu und gelangen ausschließlich zur Kenntmß der mit der Zustellung betrauten Reichsbeamten. Strengste Geheimhaltung sei gewährleistet und die Verwendung für anderweitige^Zwecke völlig ausgeschlossen. Wiesbaden. 4. Januar. Die hiesige Strafkammer verhandelte heute als Berufungsinstanz in der Prioatklage- fache des Candtdaten der CentrnmSpartei bei der letzten R-ichstagSersatzwahl, Frhr. v. Fugger, gegen die Redacteure Dr. Otto Wiemer von der „Freisinnigen Zeitung" und Christian Limbardt vom „Wiesbadener Aozeigeblatt", welche vom Schöffengericht wegen Beleidigung zu je 500 Mk. Geldstrafe verurtheilt worden waren. Das Berufungsgericht erkannte gegen Wiemer auf 500 Mk. und gegen Limbarth auf 300 Mk. Geldstrafe. Barmen, 3. Januar. Der Verein der Laden- besitzer BarmenS beschloß einstimmig, dahin zu wirken, daß vom 1. Januar dsS. IS. an die Laden spatesten» 9 Uhr Abends geschloffen werden. Ausgenommen find die Samstage und die vier letzten Wochen vor Weihnachten. Der Verein bezweckt, durch die Abkürzung der Arbeitsdauer sowohl den Geschäftsinhabern, wie dem Personal Zeit zur körperlichen Erholung und geistigen Sammlung zu verschaffen, und glaubt bestimmt annehmen zu können, daß es nicht schwer fallen dürfte, die Mehrzahl der Geschäftsinhaber für den 9-Uhr-Ladenschluß zu gewinnen, zumal die Nachbarstadt Elberfeld schon mit gutem Beispiel vorangegangen ist. DaS Collegium der Handelskammer hat diesen Bestrebungen seine volle Zustimmung ausgesprochen und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß sie zu einem gedeihlichen Ende führen werden. Arr-Lau-, Triest, 5. Januar. Auf dem österreichischen Dampfer „Gottfried Schenker" brach in der letzten Nacht infolge Der- schulden» eines Matrosen, welcher mit offenem Lichte den Laderaum betreten hatte, Feuer aus, welches einen großen Umfang annahm. Der angerichtete Schaden beträgt eine halbe Million Gulden. Der Matrose wurde verhaftet. Rom, 5. Januar. Wie in Hofkreisen verlautet, wird in Kürze die Verlobung des Grafen von Turin mit einer bayerischen Prinzessin erfolgen. Petersburg, 5. Januar. Der bekannte Arzt Professor Sacharjin ist gestorben. Konstantinopel, 5. Januar. Ein irn Uildiz-KioSk zu Gunsten verunglückter Krieger veranstalteter Bazar erzielte ein Ertragniß von Vs Million Gulden. Madrid, 5. Januar. Der Generalprocurator hat in der heutigen Verhandlung des obersten Kriegsgerichts gegen General Wey!er eiLärt, er habe nichts gefunden, waS zu einem Verfahren gegen General Wthler Anlaß geben könne. Die Angelegenheit ist damit erledigt. Athen, 5. Januar. Die Kammer wurde zum 8. Januar einberufen. Ihr soll da» Budget für 1898 vorgelegt werden. — Mehrere Blätter verurtheilen die Gelüste, da» Cabinet zu stürzen. Hierdurch werde die Räumung Thessaliens nur verzögert. Einige Blätter rathen dem Könige, zu versuchen, ein neues CoalitionSministerium zu bilden, bevor eß zu einer Auflösung der Kammer komme. CocaUs tmb ^provinzielles. Gießen, den 6. Januar 1898. •• Ordensverleihung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog Haden Allergnädigst geruht, dem Vorsitzenden der Directton der Main-Neckar-E'senbahn Geheimen Baurath Altvater in Darmstadt die Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen deS ihm von Seiner Majestät dem Kaiser von Rußland verliehenen St. StaniSlauSordenS 1. Klasse zu ertheilen und dem Bureaubeamten der Technischen Hochschule Ludwig Köbler in Darmstadt das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Dienste" zu ver- leihen. Empfang. Seine Königliche Hoheit der Groß- herzog empfingen am 5. Januar u. A. den Eisenbahnbau- inspector Jordan von Mainz, den Bürgermeister Blum von EichelSdorf, den SteuercommiffariatSgehilfev Schuler von Nidda, den Amtsrichter Schudt von Homberg, dm Amtsrichter Weiffenbach von Herbstein, den Kirchenrechner Müller von Hergershanfen. * ♦ Provinzialansfchußfitznng. Samstag den 16. Januar l. I, Vormittags 9 Uhr, findet in dem Regierungsgebäude dahier eine öffentliche Sitzung des ProvinzialauSfchuffeS der Provinz Oberheffen mit folgender Tagesordnung statt: 1. Gesuch de» L. Geißler zu Staufenberg um WirthschaftS- concession. 2. DeSgl. des Ad. Ruckeisen II. zu Wölfersheim. 3. Gelände-Enteignung für den neuen Friedhof zu Gießen. ♦ ♦ Sitzung Großh. Handelskammer vom 30. December 1897. Anwesend die Herren: Scheel, Balser, Gail, Heichelheim, Katz, Klingspor und Wortmann. Die am 2. December 1897 vor- genommere regelmäßige Ergänzungswahl der Mitglieder der Kammer, wonach die ausgeschiedenen Herren C. Kling- spor, Commerzienrath S. Heichelheim und R. Scheel wiedergewählt worden sind, ist nach ordnungsmäßiger Prüfung als den gesetzlichen Bestimmungen gemäß befunden worden. Großh. Ministerium hat die Wahl bestätigt und der Kammer die Wahlbestätigungsurkunde übersandt. — Nach einer Mittheilung de» Königl. spanischen ConsulatS in Mainz sind für die Folge bei der Einfuhr deutscher Maaren tn Spanien Ursprungszeugnisse in doppelter Ans- fertigung erforderlich, in spanischer oder französischer Sprache. Die näheren Bestimmungen find auf der Kammer zu erfahren, woselbst auch da» Muster eine» Ursprungs- zeugrnffe» zur Einficht von Jntereffenten offen liegt. — Die Mainzer Rammt! Übersandte der Kammer ein in Gemäßheit der Beschlüsse des Hesfischen HandelkkammertageS vom 16. December 1897 redigirteS Exemplar des Fragebogens, welches den Erhebungen über die Lage des Kleinhandels zu Grund gelegt werden soll. Die Kammer beschließt, zunächst den hiesigen Detatlltsten-Derein um Angabe der Branchen und Anzahl der Firmen zu ersuchen, an welche die Fragebogen demnächst zur Bertheilung gelangen sollen. — Bei der Wahl deS 1. und 2. Vorsitzenden für 'da» Jahr 1898 wurden die Herren Commerzienrath F. C. B. Koch bezw. Scheel etnfttmmig wiedergewählt. Herr Cornrnerzieu- rath Heichelheim bankte NameoS der Kammer den Herren Vorsitzenden für ihr verdienstvolles, da» Vertrauen der Kammer rechtfertigendes Wirken während des vergangenen Jahres. — Die deutsche Handelskammer in Brüssel überreichte der Kammer eine Anzahl ihrer Broschüre, welche sie auf der diesjährigen internationalen Brüsseler Ausstellung zur Verfügung der Besucher auSgelegt hatte. Die Broschüre, betitelt „Ein Wort über Zweck und Thätigkeit der deutschen Handelskammer in Brüssel" betont zunächst den hohen Werth der Errichtung von deutschen Handelskammern im AnSlande, deren Thättgkeit stets eine wichtige Ergänzung der consu- larischen Vertretung bilde. So fei ihre Vertretung der deutschen Interessen bei dem belgischen Ministerium eine besonder» erfolgreiche gewesen in Zollangelegenheiten u. a. betr. Aenderung deS belgiichen Zolltarifs tm Jahre 1895, ihre Autkunftsertheilnng über Zollsätze, ihre Eingaben betteffS Erstattung deS Zolles auf Retourwaaren, der Abstempelung der Mustercollectionen der HandlungSreisenden, correcte Tarifirung der Obst- und Beeren-Weine u. A. m. Der Schrift find al» Anhang die Statuten der deutschen Handelskammer in Brüssel beigegeben. Die Broschüre enthält zugleich sehr wichtige Mittheilungen und Belehrungen tn Bezug auf die Ausfuhr nach Belgien und kann Interessenten zur Einsicht überlassen werden. — Das Großh. Ministerium benachrichtigt die Kammer in Betreff des Ausfuhrhandel» nach Paramaribo (Brasilien), daß baß dortige Kaiser!. Consulat eine Mustersendung von Stoffproben und Garnen,, die dort von den au» Deutschland und England eingeführte« Artikeln am meisten begehrt werden, an Großh. Ministerium zu dem Zwecke Übermittelt habe, fie den deutschen Exportmusterlagern zugängig zu machen. Die Sammlung ist dem Handelsmuseum tn Frankfurt a. M. zur Ausstellung Überwiesen worden. — Schließlich fei darauf hingewiesen, daß daS bei der Kammer befindliche Berzeichniß von ausländischen Schwindelfirmen Erweiterung von solche« in der Türkei und Rumänien erfahren hat. Obligationen der Hesfischen LndvigSbahn. Wie die „N. Heff. Voiksbl." erfahren haben, werden die Großherzoglich Heffische und Königlich Preußische Regierung die sämmtliche« noch im Umlaufe befindlichen 4procentigen Obligationen der Hessischen LudwigSbahn im Betrage 'von ca. 62 Millionen Mk. in den nächsten Tagen kündigen. ES soll hierbei, wir auch bei den tm vorigen Jahre stattgefundenen Kündigungen den Inhabern der Obligationen der Umtausch in 3 procentige Hessische SiaatSschuloverschreibungen augeboteu werden. Die Bank für Handel und Industrie hat einen Vertrag mit dem Großherzoglichen Finanzministerium abgeschlossen, wonach fie dir Durchführung dieser Operation garaniirt und bezw. übernimmt, und find an dieser Operation daS Bankhaus Rothschild tn Frankfurt, sowie die Königliche SeehandlungSsocietät und die DiSconto-Gefellfchaft in Berlin betheiligt. • • DaS Präsidium der Kriegerkameradschast „Hassia" schreibt: In den hesfischen Zeitungen liest man neuerding», daß der „Verband deutscher KriegSveteranen" die Heran»- gäbe einer Stammrolle plant, tn welche die Namen aller KriegSveteranen aufgenommen werden, die ihren und de« Namen aller mitgemachten Feldzüge rc. einsendrn. Ein solche» Buch hat gar keinen practischen Werth. Es ist ein Privatunternehmen, mit dem Geld verdient werden soll. Mit der einfachen Anmeldung ist e» nicht abgethau, die Einsender müssen das Buch auch kaufen. Sollten daher unsere alten Kameraden da» Buch kaufen, nur um den Genuß zu haben, daß unter vielen Namen auch der ihrige gedruckt darin steht t * • Achtzig Interessenten au» der Gegend der Ebelstraße, des Leihgesternerwege» rc. haben bei der Postbehörde den Antrag gestellt, in ihrer Nähe einen Postbriefkasten anbringen zu lassen, da der nächste Briefkasten in der Mitte der Wilhelmstraße ihnen zu entfernt erscheint. Die Aktien- brauerei, welche mit zu den Petenten gehört, hat fich bereit erklärt, eventuell die Kosten eines solchen Briefkasten» zw übernehmen, wenn derselbe an ihrem DirectionSgebände oder tn dessen unmittelbarer Nähe angebracht wird. Die Noth- Wendigkeit der Vermehrung der Briefkästen tn unserer Stadt wird gewiß Niemand bestreiten. * • UebernachtungSränme für daS Sifeubahn Fahrpersoual. In einem neueren Erlaß de» Minister» der öffentlichen Arbeiten werden die Etsenbahndtrectionen darauf hingewiesen, daß bei Anlage von Uebe rnachtung»räumen für da» Fahrpersonal vor Allem an der Forderung eine» genügenden Luftraumes der einzelnen Schlafzimmer festgehalten werden muß. Es ist daher eine solche Belegung der Schlafräume anzuuehmen, daß auf daS einzelne Bett kein geringerer Luftraum al» 15 cbm entfällt. Auch ist bei derart knapp bemeffenen Räumen auf Einrichtungen Bedacht zu nehmen, die eine besonders gute Lüftung ermöglichen. Ungesund gelegene und feuchte ober besonder» unruhige Räume find von der Benutzung al» Schlafzimmer auszuschließen. Unzweck- mäßig große oder al» Durchgang dienende Schlafzimmer find möglichst durch Einziehung von Wänden und Anordnung von Thüren derart einzutheilen, daß ruhende Personen nicht durch ankommende oder abgehende gestört werden. Ferner ist darauf zu halten, daß nahe gelegene, ohne Ueberschreitung lebhaft betriebener Geleise zu erreichende Abortanlagen und heizbare, von den Schlafzimmern getrennte Räume zum Kletdertrocknen und zum Anwärmen von Speisen und Getränken vorhanden find. So weit irgend angängig, find Vorkehrungen zu treffen, die e» gestatten, für da» ankommende Personal heißes Waffer zur Bereitung von Kaffee ohne Schwierigkeit und Zeitverlust zur Verfügung zu halten. Die Einrichtungen zum Waschen können gegebenenfalls in den Schlaf, änmen verbleiben, find aber ausreichend zu bemessen. Für das Locomotivpersonal (Führer und Heizer) und für Zugführer und Packmeister find kleinere Zimmer mit zwei ' Betten vorzusehen, während für das Wagenperfonal, nach Mainz, 3 yb Metz«ft ftrateg MjWnie, Q xL Wcle;J 6 «>» ', f4 2,50 «t«' Ad-MllS- Mste Tagt! aj derart । ntibt ItnDt Ö Koc nur W 1 all die Sm«' z^anacn M M WS v .Mittlere "Ao, richtet der fi eia Staden' Zustande und eeitifi!"- I e«, lowuti «ichtdüreau dann durch e daß selbst § ruhigen M- Mlicht Hanl deutet, daß« Uebrige werd, seine G-ldbör 1 Mk. 50 Pf leate, sie m’öd doch lieber ei reiche nicht c schlasen und o «acht eingeste Frühstück leis weitherzig g als Üusenthal Morgen verl wählten Kurz nach der nah etwas untvah Schutzleute eit Wett, lrgene Minim mittleren nein Einfluß des Nord- uab Os regnerisches 2 ErdthrilS läge doch hat daSse loren. In bei bereits die E Annahme der die Witterung behalten. - B trübes Wetter »rchsrlndr Bet 5?' > ?»•,’* t«l g 'Menu, t" l'"‘ ’W »• **’ («he. ' »»ich- u, h, l,u,l*eu ftt HTt V ött tMiu. , |h, 1895, l61t *•$" ‘«n» “L“X ? &?*•«** a2Mi ,>. fc V^to^htfygg TLr* Wm 5 a‘^ManbeU ' ^?al töW RM ; el'HPT°beu unb »arnta, • ^M»' CT» «w*t l|,.i0. w*4' ««» '-> °>* ■ ti ruLEUik V AklUkl ", JB* g **irJS*s5 '"K. - *ibr<1 qh^ । pat 9t- zur der der Nniversitäts - Nachrichten. — Wien. Der Vorsteher des Embryologtfchen Institutes der Wiener Universität, Professor Dr. Schenk, veröffentlicht die Mtl- tbeilung, daß eß ihm gelungen sei, willkürlich bei Menschen und Thieren einen wirksamen Einfluß darauf zu nehmen, daß das künftige Individuum dem männltchcn od-r weiblichen Gefchlechte angehöre. Der Vorgang wird als daS Rcsultat des Stoffwechsels ohne mrdicamentöse oder operative Eingriffe erklärt. — Dte „Franks. Ztg." berichtet hierüber Folgendes: Ueber seine embiyologische Entdeckung äußerte sich Professor Schenk: Ich arbeite seit mehr als 20 Jabren an dem Werke unb in dieser Zett habe ich nicht einen etnztaen Mißerfolg zu verzeichnen. Namentlich die Beobachtungen und Resultate aus den letzten Jahren waren so frappirend, daß ich mich hierdurch veranlaßt sehe, dte Sache endlich bekannt zu geben. Dte M.thode und die Prinzipien meiner Entdeckung werde ich e. st zu einem späteren Zeitpunkte, vielleicht nach den Sommerferten, publictren, sobald ich das ganze mir zu Gebote stehende umfangreiche Material geordnet habe. Die Sache liegt nicht so ferne. Es haben vor mir auch schon Andere auf dteiem Gebiete gca» beitet und ich schließe mich nur diesen Anderen an. Selbstverständlich ist mein Werk in mancher Beziehung modifictrt und dadurch schon von früheren Arbeiten anderer Autoren grundverschieden, da diese auf den Stoffwechsel beim Menschen keine Rücksicht nahmen, was nach meinen Untet suchungen der wesentlichste Theil an der Sache ist. Von diesbezüglichen Forschern sind die Resultate des Schweizer Gelehrten Thury am bekanntesten geworden. Seine Untersuchungen und deren Ergebnisse waren auf der Basis der Darwinschen Theorien ausgebaut. Hierbei zog er vor Allem das Alter der heiralhenden Paare in den Ktets seiner Erwägungen. Meine Lehre bastrt, wie schon erwähnt, auf dem Stoffwechsel, auf der Aenderung der Ernährungsweise, die nicht auf beide Theile sich ausdehnen muß. Mutterleibs ist jedes Individuum zuerst ein Zwitter. Dieser Zustand bleibt einigen Thierarten erhalten, bet anderen Arien, und zu diesen gehört auch der Mensch, hüt eine Aenderung ein in der Weise, daß gewisse Wetkzeuge zur bestimmten Entwicklung gelangen, während die entgegengesetzten Werkzeuge sich zurückbtlden. In diesem Zustande der Entwicklung greift mein System ein, um einen Einfluß zu Gunsten des einen oder des anderen Geschlechtes zu üben. Ich erhoffe von meinem System Vortbetle sür die Landwirthschast, wo nach freier Entscheidung Zucht-, Nähr- und Arbeilsthtrre ins Leben gesetzt weiden sollen, und ausnahmsweise Vortheile für dte Menschheit, damit, wenn ein bestimmte« Geschlecht vorherrscht, eine Aenderung herbeigefübrt werden könne, ein Geschlecht erstehen könne, welches erwünscht rst. Mehr kann ich heute noch nicht sagen. Die zahlreichen Thterversuche, dte ich in meinem Laboratorium an Hunden, Meerschweinchen und Vögeln angestellt habe, sind unwiderleglich. Ich habe hierbei, wie bei Versuchen an Menschen, selbstverständlich dasselbe Prinzip gewahrt und alle Experimente in den letzten Jahren haben wir dte volle Ueberzeugung von der Richtigkeit meiner Theorie verschaff'. So viele Versuche, so viele Erfolge! Professor Schenk äußerte sodann am Schluß seiner Unter- | Während Deutschland, Frankreich, Italien u. s. w., nach ethnologischen und nationalen Gesichtspunkten betrachtet, ein» heitliche Staatswesen vorftellen, präientirt sich uns Oesterreich so recht als ein geographisches Land, indem seine Entwicklung an das Stromgebiet der Donau geknüpft ist, so daß man es I in einzelnen geographischen Werken nicht ohne Fug als das „Donaureich" bezeichnet. Entlang der Donau sanden dte Gebietsanwerbungen der österreichischen Regenten statt, ohne I Rücksicht auf die Qualität der Länder und Völker, welche man auf dem Wege oorfand. Warum die letzteren gar so mannigfaltig sind, lehrt uns ein Rückblick auf die Entwicklung der Monarchie. Die Donau bildete in alten Zeiten die Grenze zwischen den Römern und den Quaden und Markomannen. Mit dem Beginn der großen Völkerwanderung und des Zerfalls des Römischen Reichs begannen nacheinander zahlreiche Völkerstamme sich in den Gebieten der Donau festzusetzen, doch vermochte sich keiner derselben, da immer neuer I Nachschub erfolgte, lange zu halten. Den germanischen | Stämmen der Gothen und Langobarden folgten die tatarischen Avaren,. und slavische Völkerstämme drangen in Böhmen, । Mähren und Dalmatien ein. Erft Carl der Große besiegte j die Avaren und bildete aus ihren Besitzungen eins Markgraf- schaft, welche 907 von den Ungarn erobert, von Otto II. nach dem Sieg seines Vaters über diese räuberischen Horden aus dem Lechselde (955) als „Ostmark" wiederhergestellt wurde. Der Name „Oesterreich" kommt zuerst im Jahre 996 in einer Urkunde Ottos III. vor. Das neue Land wurde 983 dem Grafen Luitpold von Babenberg als Lehen verliehen, dessen Nachfolger sie nicht nur gegen die Magyaren -u behaupten, sondern auch noch beträchtlich zu erweitern wußte. Unter Heinrich I. Jasomirgott wurde die Markgrasschaft mit der Steiermark verschmolzen und zum Herzogthum erhoben; derselbe Herrscher erwählte Wien, unter den Römern Vindobona, zu seiner Residenz. Nach dem Erlöschen des babenbergischen MannesstckMmes bemächtigte sich König Ottokar von Böhmen des Landes (1251) und vermehrte dasselbe um Kärnten, Krain und ein Stück von Ungarn. Der so gebildete Staat des Böhrnenkonigs stellt sich als ein großes Slavenreich dar, das allerdings mit dem Sieg Rudolfs von Habsburg über Ottokar auf dem Marchfelde (1278) bereits wieder fein Ende fand. Ottokar verlor Leben und Krone in der Schlacht; die Länder Oesterreich, Steiermark, Kärnten und Krain zog der Kaiser als erledigte Reichslehen ein und verlieh dieselben seinen Söhnen Albrecht und Rudolf, während Tyrol Albrechts Schwiegervater erhielt. Später kam Albrecht in den alleinigen Besitz genannter Länder, 1369 fiel feinem Nachfolger Tyrol wieder zu. 1382 suchten die Einwohner von Trieft freiwillig den Schutz der Habsburger. 1500 erbten fie die Grafschaft Görz und Gradiska, 1505 einige Theile Bayerns. Ferdinand, Carls V. Bruder, erbte von feinem in der Schlacht bei Mohacs gefallenen Schwager, dem König Ludwig II. von Böhmen und Ungarn, diese großen Länder. Im dreißigjährigen Krieg und dem spanischen Erbsolgekriege erfuhr das österreichische Staatenbild mehrfache Veränderungen, die Lausitz und Elsaß gingen verloren, Neapel, Sardinien, Mailand und Belgien kamen hinzu. Im siebenjährigen Kriege ging Schlesien verloren, dagegen gewann Oesterreich durch die Theilung Polens enorme Gebiete. 1772 erwarb Maria Theresia Ostgalizien und Ladomerien, 1775 die Bukowina, 1795 kam Westgalizien hinzu. Im Wiener Congreß gab Oesterreich feine entlegenen Besitzungen, wie die Niederlande, auf, wogegen es Oberitalien und andere Gebiete als Entschädigung erhielt, von denen es allerdings in der zweiten Hälfte unseres Jahrhunderts die Lombardei und Venetien an Italien abtreten mußte. (Schluß folgt.) Zuggruppen getrennt, ein Gchlafrau« von entsprechender Größe als ausreichend zu erreichen ist. ** Ein Jubiläum eigener Art bildete da- nun zu Ende gegangene Jahr 1897. In diesem Jahre find es nämlich 5v Jahre geworden feit dem großen TheuerungSjahr 1847, dem Vorläufer des RevolutionS- und TturmjahreS 1848. Rur wenige unserer Mitbürger werden sich der damaligen großen Roth erinnern. DaS „Wests. VotkSbl." erinnert an einige Einzelheiten. Die Ernte von 1846 war eine völlige Mißernte; der Scheffel Brodkorn von 80 Psd. stieg bis zu 6 Thlr., für ein 6- bis 8pfündigeS Brod mußte 2 bis 2,60 Mk. nach heutigem Gelbe bezahlt werden. Die Kartoffeln waren zum ersten Male faul geworden infolge der großen Nässe. Man denke sich diese theneren Verhältnisse bei den damaligen niedrigen Arbeitslöhnen und Gehältern! Der höchste Tagelohu betrug 1 Mk. Manche Familien mußten stch derart einschränken, wie unsere heutige Generation eS nicht kennt und hoffentlich auch nicht kennen zu lernen braucht. Eine nur Halbwegs zahlreiche Familie brauchte den ganzen Verdienst ihres Ernährers dazu, um Brod zu kaufen. Erft als die Ernteausfichten des Jahres 1847 sich günstiger zeigten, begannen die Preise nach und nach zu fallen. Aber noch Jahre lang hatten die meisten Leute an den Brodschulden des „HunqerjahreS 1847" zu zahlen. ** Ei» Freund des „Karzers". Bor einigen Tagen, berichtet der „Mainzer Anz." aus Mainz, wurde deS Nachts ein Student einer benachbattcn Hochschule in angetrunkenem Zustande und lärmend auf der Straße von der Polizei an» getroffen. Da der Studiosus absolut nicht zu beruhigen war, so wurde er von der Schutzmannschaft nach dem Polizei- wachtbüreau verbracht, um seine Personalien festzustellen, und dann durch einen Strafbefehl daran erinnert werden soll, daß selbst Studenten in Mainz nicht daS Recht haben, die ruhigen Bürger dcS Nachts im Schlafe zu stören. AIS diese amtliche Handlung vorüber war, wurde dem Studenten be- demet, daß er jetzt ruhig feiner Wege gehen möge, das Uebrige werde sich schon finden. Der „Bursche" zog darauf seine Geldbörse und zählte, daß er im Ganzen nur noch 1 Mk. 50 Pfg. im Vermögen habe. Nun bat er die Schutzleute, fie möchten ihn doch nicht an die Lust setzen und ihn doch lieber eiasprrren, denn das Geld, was er noch besitze, reiche nicht aus, um in ein Hotel zu gehen und dort zu ! schlafen und am anderen Tag zu frühstücken. Wenn er die i Nacht eingesteckt würde, könne er morgen sich noch ein gutes Frühstück leisten und nach Haufe fahren. Die Polizei war weichherzig genug, dem Bruder Studio die Arrestantenzelle als Aufenthaltsort für die Nacht einzuräumen. Am anderen Morgen verließ der Student wohlgemuth den freiwillig gewählten Karzer, um sich in einem Restaurant zur Heimreise nach der nahen Musestadt zu stärken. (Die Sache klingt etwas unwahrscheinlich, denn ein richtiger Student hätte die Schutzleute einfach — angepumpt.) Wetterbericht. DaS im Norden Schotilands legene Minimum ist zwar in nordöstlicher Richtung bis mittleren norwegischen Küste gezogen, indessen hat sich Einfluß des niederen Druckes über daS Küstengebiet Nord» unb Ostsee ausgedehnt und daselbst trübe», vielenorts regnerisches Wetter gebracht. Ueber der Südhäifte des ErdtheilS lagert zwar noch ein barometrisches Maximum, doch hat dasselbe sowohl an Raum wie an Intensität verloren. In der Pfalz und in Franken machte stch am Morgen bereits die Einwirkung niederen Druckes, im Norden die Zunahme der Bewölkung geltend, im Süden dagegen hat die Witterung zunächst noch ihren bisherigen Character beibehalten. — Voraussichtliche Witterung: Im Norden trübes Wetter mit stellenweifen Niederschlägen, im Süden wechselnde Bewölkung- im Allgemeinen mild. Mainz. 3. Januar. Zwischen den Festungen Mainz emd Metz ist nach einer Meldung der „Köln. VolkSztg." eine strategische Eisenbahnverbindung geplant, doch stehe die Linie noch nicht fest._____________________________ Oesterreichs Bölkerstämme. Geographisch-ethnographische Skizze. Bon Alexander Bauer. ------- (Nachdruck verboten.) „Wer zählt die Völker, nennt die Namen, die gastlich hier zusammenkamen," — nein, gastlich wahrlich nicht, im Gegenthcil! Das heutige Oesterreich zeigt uns wieder einmal drastisch, wohin die Zusammeneroberung von Staaten führt, deren Bewohner nach Nationalität, Sprache, Cultur u. f. w. total verschieden sind. Die Geschichte gewährt uns dasselbe Bild an allen auf diese Weife entstandenen Großmächten vorn AUerthum bis auf die neueste Zeit. Wo ist ein solches Reich von Persien und Macedonien an, das nicht schließlich auseinanderfiel? So lange die Eroberungsthätigkeit fort« schreitet, hält das Ganze in der Regel notdürftig zusammen, sobald aber das Reich stabil bleibt und die widersprechenden Interessen der zusammengeschachtelten Völker vereinigt werden sollen, beginnt der Verfall. In Rußland wird sich bald zmug derselbe Vorgang wiederholen. Einzelne Völker lassen Nch, sofern der sie einverleibende Staat das culturelle Ueber» gewicht besitzt, wohl assimiliren; manchmal sogar nehmen, wie Chinas Beispiel zeigt, die Eroberer die erhöhte Cultur ^er Eroberten an, dagegen ist die Unification mehrerer einander m ungefähr gleichen Machtverhältnissen gegenüberstehenden, gesetzlich gleichberechtigten Völker unmöglich. Was der bloße Bersuch für Wirkungen zeitigt, haben wir in den letzten Wochen an den Ereign' ,en in Oesterreich zu beobachten Gelegenheit gehabt. Diese Ereignisse haben die allgemeine Aufmerksamkeit auf das Völkerragout der großen südöstlichen Monarchie gelenkt, doch herrscht in weiten Kreisen über die Zusammensetzung dieses Reiches nach Völkerstämmen, sowie deren Zahl und Bedeutung noch so viel Unklarheit, daß es siir unsere Leser gewiß von Interesse sein dürfte, wenn wir m folgenden Zeilen einen kurzen Ueberblick über die bezüa» lichen Verhältnisse geben. redung, er werde, „um dem Rummel, den die Sache machen werde, zu entgehen", auf einige Zeit von Wien abreifen. - Am 5. Januar versammelten sich eine Anzahl von Schülern des Professor Schenk in seinem Institut, um ihm ihre Glückwünsche darzubringen. Pro- feffor Schenk erklärte, die Entdeckung fei noch keineswegs abgeschlossen, stellte aber ihre Beendigung für das Ende des laufenden Studienjahres in Ausficht. Die Entdeckung wird von wissenschaftlichen Autoritäten und in der Presse fehr skeptisch beurtheilt. Professor Leopold Samuel Schenk ist ein geborener Ungar und steht tm 57. Lebensjahre. Gottesdienst in der Synagoge. Samstag den 8. Januar 1898. Vorabend 480 Uhr, Morgens 9 Uhr, Nachmittags 8 Uhr Echristerklärrrng, Sabbathausgang 580 Uhr. SotttSdieu- der tSraelttischen Religiousgelelllchasi Sabbathfeier am 8. Januar. Freitag Abend 4« Uhr, SamStag Vormittag 8" Uhr, Rach, mittag d Ubr, Sabbathausgang 500 Uhr. Nachmittag 2« Uhr Schrtfterklürrri»- Bahnhofstr. 50. Wochengottesdienst Morgens 7" Uhr, Abends Uhr. Cant* «nd Dolfswirt^fd^afk " 5. Januar. Frachtmarkt. Rother Weizen 16,89, weißer Weizen Jt 00.00, Korn JL 11.05, Gerste X 10.94, Hafer X 6.88. ' Neueste Nachrichten. Depeschen deS Bureau „Herold". Serlin, 6. Januar. Der „Local-Anzeiger" veröffentlicht eine Unterredung mit Erzbischof v. StablewSky, welche stch ausschließlich mit dem Empfang beim Kaiser im neuen PalaiS beschäftigt. Die Unterhaltung galt ausschließlich den Ereignissen in China, wobei der Kaiser eine sehr genaue Keuntniß der Verhältnisse an den Tag legte. Der Erzbischof erklärte, daß er fein Telegramm an den Kaiser bei der Abfahrt deS Prinzen Heinrich ganz spontan abgesendet habe, ohne jede vorherige Vereinbarung oder Aufforderung. Berlin, 6. Januar. Der Dampfer „Oldenburg" ist gestern in der Sudabai auf Kreta angekommen. Berlin, 6. Januar. Wie aus Port Said gemeldet wird, besuchte gestern der englische Eonsul, sowie die Eom- Mandanten der englischen und stanzöfischen Kriegsschiffe den Prinzen Heinrich, welcher die Besuche bald erwiderte. Der Dampfer „Gefion" hat gestern Abrnd noch die Weiter- reife nach Suez angetreten. Berlin, 6. Januar. Zur Tchutztruppe nach Kamerun gehen demnächst Lieutenant von GliSzinSki und von Bvielen vom Infanterie-Regiment Markgraf bezw. Garde- fchützen'Bataillon mit zwei Unteroffizieren ab. Die Abreise erfolgt am 10. Februar mit dem Dampfer „Lothar Bohlen" von der Wörmann-Linie. Berlin, 5. Januar. Die Blätter begrüßen bei der Besprechung der Abtretung von Ktao-Tschau an Deutschland mit Genugthuung den in Lerückfichtigung der chtnefischeu Verhältnisse schnellen Abschluß und erklären, daß durch den Verlauf der Verhandlung unfue Regierung einen Erfolg erlangt habe, der ihr zur Ehre gereiche. Berlin, 6. Januar. Bei der Verkündigung deS Ur» theilS, welches der DiSciplinzrge'ichtShof nach dreistündiger Berathung fällte, hob Polizeipräsident v. Windheim hervor, daß Tausch in vielen Fällen fein Ansehen als Beamter schlecht gewahrt habe, andererseits habe ihm, obwohl it tactloS gehandelt habe, nichts Unehrenhaftes nachgewlese» werden können. Gegen die Entscheidung deS Disciplinar- gerichtshofeS steht Berufung an doS Staat-Ministerium sowohl dem Angeschuldigtrn, all auch der SiaalSanwaltschaft offen. Wie der „Local-Anz." erfährt, hat Tausch fich einstweilen krank gemeldet. Derselbe beabfichtigt, so bald daS Urtheil rechtskräftig gewordea ist, aus dem Staatsdienste auSznscheiden. Brüssel, 6. Januar. Emile Zola richtete ein Schreiben au die Brüsseler Studentenschaft worin er sie wegen ihrer Parteinahme zu Gunsten der Rehabilitirung Drey- fu S' beglückwünscht und erklärt, die gerechte Sache, welche er verfolge, fei die Sache der ganzen civilifirten Welt. Rom, 6. Januar. Ein italienisches Panzerschiff ift nach China abgegangen. London, 6 Januar. Ans Shanghai wird gemeldet, daß das englische Geschwader in Port Arthur den Auftrag hat, das russische Geschwader zu beobachten. London, 6. Januar. Nach den „Times" sind zwei Kanonenboote in FarcadeS ausgerüstet worden und sahrm den Niger hinaus. London, 6. Januar. Aus Peking wird gemeldet, daß in der letzten Sitzung des ReichSraihS die Schwierigkeiten bezüglich der Besetzung von Kiaou- Tschau gelöst worden find. Charleroi, 6. Januar. Der ©teile der Bergleute, welcher in Chatelineau auSgebrochen ist, hat fich weiter ausgedehnt. Dte Zahl der Strikenden ist auf 3400 gestiegen. Am nächsten Donnerstag wird die allgemeine Grubenarbeiter-Genosseuschaft zusamrnentreten, um über die Sache zu verhandeln. Der Strike wurde durch die beabsichtigte Einführung eines neuen Reglements veranlaßt. Pari-, 6. Januar. „Echo de Paris" meldete: der Re- gierungScommiffar wird beim Kriegsgericht den Ausschluß der Oefsentlichkeit beantragen, sobald dte Identität des Angeklagten Esterhazy sestgeftellt ist- daS Gericht kann jedoch eine andere Entscheidung treffen. Dasselbe Blatt meldet weiter, daß der Richter, welcher mit der Untersuchung gegen Gebrüder DrehsuS beauftragt ist, feine Untersuchung noch vor Zusammentritt deS Kriegsgerichts gegen Esterhazy beendet hat, sodaß daS Ergebniß dem Militärgericht unterbreitet werden kann. WB. Berlin, 6. Januar. Der Kaiser verlieh unb Überreichte gestern Abend tm Neuen PalaiS dem Staats- ftcretär von Bülow die Insignien dcS Rothen AdlerordenS erster Klaffe. Empfehlungen. seren innigsten Dank 333 343 325 313 (344 billigsten Preisen A. i 6. Wallenfels als Stehen-Gesuche Telephon 46 Markt 21. Zitherrlub Gießener Weflanlage 38 332 310 Vermiethungen'"'"| in Dillenburg. 319 Kaufgesuche ermischte Anzeigen. der 50 er: Hch. Leib, Wallthorstraße. Karl Pfaff, Kaplansgaffe. Karl Voat, l^oetbestraße. Die tieftrauernde« Hiuterbliebeueu: Georg Luh und Kinder Hob. Wallach, M. Krause, Hirschapotheke und in der Eogelapotheke lb8j Am 1. April 1SH8 Lte-Ha«- firatze 8 5-Zimmerwobming mit Zubehör zu oerm- Näh. Stephavfir.8,11. Wittwe Kaungießer nebst Kindern Wißmar b. Gießen. Wohnungen, eine und zwei Trepp-n hoch, zu vermiethen. 241 60) Rodheimerstr. 56 kleines Logis neten anzumelden. Gießen, im Januar 1898. Der Ausschuß Ed. Hanau, Marburgerstraße. Louis Petri III., Asterweg. Heinr. Schwan, Hammstraße. Der Gesammtauflage der heutigen Nummer liegt eine Preis- liste der rühmlich bekannten Schreibwaaren-Fabrik von F. Eoeunecke« in Bonn bei über Soenneckens patentirte Briefordner. Wir empfehlen diese Beilage der Beachtung unserer Leser. 335 mit Plombe. Vorräthig^in Glessen bei: Frische Schellfische und Sadliarr von Mittwoch bis Freitag; jeden Mittwoch Abend: gesottene Schell fische, jeden Donnetßlog tedackene Seefische 296 im „Rebstock", Westanlage. Friedrich K^nngiesser sagen wir Allen unseren herzlichsten Dank. Der Kleidercursus IO.9 Januar. Anmeldungen nehme ich in meiner Wohnung, Sonnenstraße 12, entgegen. Achtungsvoll 192 (Wohlthätigkettsverein). Mittwoch den 12. Januar 1898, Abends 9 Uhr Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Gattin und Mutter sagen wir Allen un- Danksagung. Für die liebevolle Theilnahme bei der Beerdigung unseres lieben, unvergeßlichen Gatten und Vaters, des Försters 323] An pünktliche ZtnSzakler find 80,000 VN ganz oder getheilt auf | 1. L YPvthek per 1. Juli d I auSzu- j zuleiben. Schriftlich- Anfragen befördert; die Erpedition d Bl- unter Nr 3/< Uhr. Guter bürgerlicher Mittagstisch von 50 Pfg. an im 211। Rheinischen Hof Ordenti. Generalversammlung bei Herrn Gastwirth I. Arnold (Schipkapaß). Tagesordnung: 1) Jahresbericht. 2) Rechnungsablage. 3) Vorstandswahl. 4) Verschiedenes. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird gebeten. Der Vorstand Emser Pastillen mit Plombe, dar gestellt aus den echten Salzen der König Wilhelms-Felsenquellen, sind ein bewährtes Mittel gegen Büsten, Heiserkeit, Verschleimung, Xagen- echwäche und Verdauungsstörung. Um keine Nachahmungen zu erhalten, beachte man, dass jede Schachtel mit einer Plombe verschlossen ist und verlange ausdrücklich Emser Pastillen Samstag den 8. Januar, Abends 8 Uhr: Feier des 2. 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