ba,n). _ 2328 E. Krauße. 21 Duotrhire vftstt Lieder! SjvW iQndll ®oiop^ Nr 55 Zweites Blatt» Sonntag den 6. März L8N8 ^scheint täglich mit Ausnahme dcS Montags. Die Gießener Mamtlleublätter werden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigelegt. Gießener Anzeiger N<-ug,»retA vieriettährlich - 2 Mark #fg. monatlich 75 w mit BrtnHrrloha. Bei Postbezug Mark 50 Pf,. ierteljLhrlich. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den Agenden Tag erscheinenden Nummer bis Darm. 10 Uhr. Heneral-Unzeiger Alle Anzeigen-BermittlungSstellm de» An- und AuSlaabe» nehmen Anzeigen für )tn Gießener Anzeiger ntgege«. Aints- nnd Anzeigebl^rtt für den Ifeeb Grefzen. 2305 L Ufr, Ken! sller deutz.Mrz Mr. Pierre irtn HM seiner Zeit in gel vorgestck 2335 rectiov. ? Z ids 8 Uhr an: t : r Herren irvirten Platzen ilgesells-aft. n Toovtagev keller enlqegen M bitt. Tanz« Jt*—— i/2 Ubr, im jn Br. der ÜB' Wingolfs 30000g M 8 lisechf- 5 Ab'°ds g 2326 g RflOOOO WfN6* lU 108 sa ross 41.95 »v- du iouöc ** । ßg.so z.:s Siebaction, lkrpedition und Druckerei: Zchnlstra^e Mr. 7. Gratisbeilage: Gießener Familienblätter. Adresse für Depeschen: Anzeiger fritit«. Fernsprecher Nr. 51. Amtlicher? Th eil. Bekanntmachung, vetreffend die nicht fabrikmäßige H-.rsteüuvg von Acetylen. Die nachstehende Verordnung bringen wir zur allgemeinen Keuntniß. Gießen, den 3. März 1898. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. v. Bechtold. Verordnung, die nicht fabrikmäßige Herstellung und die Verwendung von Acetylen betreffend. Auf Grund des Art. 290 des PoltzetstrafgefetzeS, sowie des § 2 der Verordnung vom 30. October 1851, die Anlage und den Betrieb von Gasfabriken und die Anlage von Gasometern betreffend, wird Folgende» bestimmt: § 1. Wer außer im fabrikmäßigen Umfange Acetylen herstellen oder verwenden will, hat dies spätestens bet der ersten Inbetriebsetzung der GaSrntwicklungS-Apparate der OrtS- Polizeibehörde anzuzeigen. § 2. Die Entwickelung und Aufbewahrung von Aceiy^en darf nicht in oder unter bewohnten Räumen und nicht in Kellern erfolgen. Die Räume, tn denen die GaSentwickelung statt« findet, müffrn durch eine Brandmauer oder einen ifolirenden Luftraum von Wohmäumea getrennt sein. Die GaSentwickler dürfen nur unter leichter Bedachung aufgestellt werden. § 3. Diese Räume müssen hell, geräumig und gut gelüftet sein, dürfen nur durch Dampf- oder Wafferheizung erwärmt und nicht mit Licht betreten werden. Die Thüren müssen nach außen ausschlagen. Die EntlüftungSrvhre der Räume und der GaSentwickler dürfen nicht tn Schornsteine münden, die EatlüftungSrohre der GaSentwickler find bis über da» Dach zu führen. § 4. Die Apparate zur Entwicklung und Aufbewahrung von AcethleugaS müssen so eingerichtet sein, daß tn ihnen kein höherer als ein Ueberdrnck von einer Atmosphäre fich bilden kann. § 6. An den EntwickelungS-Apparaten, Gasbehältern und Gasleitungen dürfen keine aus Kupfer bestehende Thetle angebracht fein. § 6. Calctumcarbid und andere Carbide dürfen in Mengen von mehr al» 10 Kgr. nur in wasserdicht verschlossenen Gesäßen und in trockenen, Hellen, gut gelüfteten Räumen aufbewahrt werden. Die Lagerung tn Kellern ist untersagt. Die Gefäße müssen die Aufschrift tragen: „Carbid, gefährlich, wenn nicht trocken gehalten." § 7- Die zur Aufnahme flüsfigeu Acetylens bestimmten Flaschen müssen durch etven weißen Anstrich und die Aufschrift: „Flüssiges Acetylen, feuergefährlich^ gekennzeichnet, mit Angabe der Tara und des FaffungSravmeS in Litern versehen und auf 250 Atmosphären geprüft sein. § 8. Bei der Füllung der Flaschen darf daS Berhältviß von 1 Kgr/ Acetylen auf 3 Liter Rauminhalt nicht überschritten werden. § 9- Die Flaschen für verdichtetes AcethlengaS müssen durch die Aufschrift: ^AcethlengaS, feuergefährlich" gekennzeichnet und mit der Angabe deS höchsten zulässigen Druckes versehen sein. Vie müssen mit dem doppelten deS zulässigen Druckes geprüft sein. § 10. Die mit flüssigem oder verdichtetem Acetylen gefüllten Flaschen find gegen die Einwirkung von Sonnenstrahlen und Ofeuwärme zu schützen. § 11. * Flüssiges und verdichtetes Acetylen dürfen nur in Gefäße gefüllt werden, an denen kein Theil aus Kupfer oder Kupfer- legirungeu besteht. § 12. Die Bestimmungen in den §§ 1, 2 und 3 finden keine Anwendung auf tragbare und solche AcethlengaSlampev, bei denen der Brtnuer mit dem Entwickelungsapparat unmittelbar und fest verbunden ist. Denjenigen, welche beim Erscheinen dieser Verordnung mit Genehmigung oder mit Borwissen der Ort-Polizeibehörde AceihlenentwickelungS-Apparate bereit» in Betrieb genommen haben, kann von der OrtSpolizeibehörde zur Erfüllung der Vorschriften tn § 2 und im ersten Satze de» § 3 eine Frist von 12 Monaten vom Tage de» Inkrafttretens dieser Verordnung ab bewilligt werden. Die vorsteh-nden Bestimmungen finden keine Anwendung: a, auf fabrikmäßig betriebene und daher nach § 16 der Gewerbeordnung besonderer Genehmigung bedürftige Anlagen zur Herstellung von Acetylen,- b. auf die staatlichen wissenschaftlichen Institute, soweit sie Acetylen zu Lehr- und Stadtenzwrcken herstelle« und verwenden. § 13. Zuwiderhandlungen gegen diese Verordnung werden, sofern dadurch nicht nach den bestehenden Gesetzen eine schwerere Strafe verwirkt ist, nach Art. 290 bei PolizetstrafgesetzeS bestraft. § 14. Vorstehende Verordnung tritt mit dem Tage ihrer Veröffentlichung in Kraft. Darmstadt, den 22. Februar 1898. Großherzogliche» Ministerium de» Innern, gez. Finger. gez. Dr. Kratz. Bekanntmachung, betr.: Die Abhaltung der Vtehmärkte. Wir bringen hierdurch zur Kenutuiß der Betheiligte», daß der Auftrieb zu den Biehmärkten am 8. und 9. l. MtS. erst von 7 Uhr Vormittag» ab stattfinden kann, bi» zu dieser Zeit ist da» Aufstellen des Vieh» auf den Zufuhrstraßen zu« Marktplatz verboten. Gießen, am 3. März 1898. Großherzogltche» Polizeiamt Gießen, v. Bechtold. Kaiserliche Reden. Während der erste Kaiser des neuen deutschen Reiche« nur selten in der Oeffenllichkeit hervortrat und es besonder» vermied, seine Ansichten und Pläne öffentlich zum Ausdruck zu bringen, liebt es Kaiser Wilhelm bekanntlich, bei sich darbietenden Gelegenheiten der Welt Kenntniß zu geben von dem, was sein Inneres erfüllt. Wir sind es nachgerade gewohnt geworden, den Kaiser bei besonders feierlichen Anlässen sprechen zu hören. Eine Reihe solcher kaiserlicher Reden haben wir bereits zum Gegenstand der Erörterung an dieser Stelle gemacht und stets betont, daß der Inhalt derselben um so bedeutungsvoller ist, als er meist einer plötzlichen Eingebung, dem Drange des Kaisers entspricht, denn, was sein Herz bewegt, Luft zu machen. Wer erinnert sich nicht noch der Rede des Kaisers auf dem Paradediner in Görlitz, als der Zar seinen Besuch gemacht hatte und nach Kiel abgefahren war. Der Trinkspruch des russischen Selbstherrschers hatte bekanntlich eine verschiedenartige Deutung erfahren, die sogar zu dem Prozesse Leckert-Lützow Beran« lassung gab. Die Beunruh gung war allgemein vorherrschend, daß unsere Beziehungen zu Rußland vielleicht doch nicht so Feuilleton. Die Drmsskirung. Humoreske von S. Halm. (Nachdruck verboten.) K. 0. Prinz Carutval schwang in den Ballsälen und Tanzsalou» sein Narreuseepter. Von den höheren Töchtern bi» herab zur kleinen Modistin, Alle» rüstet sich zum Fast« nachttdien»tag. Zuweilen aber gibt e» auch hartherzige Väter, die fich hartnäckig der Einsicht verschließen, daß zu den Vergnügungen, die da» Töchterchen mitmachen muß, auch unumgänglich ein Costüm« oder Maskenball gehört. So erging eß auch de« Oderlehrer de» städtischen Gymnasium», Herrn Ewald Pierfchke. Dem biederen Lehrkundigrn kam die Zumuihuug seiner Gattin und Tochter, mit ihnen auf daS diesjährige Maskenfest de» Vereins „Fidelita»" zu gehen, geradezu himmelschreiend vor. Rund heraus sprach Herr Pietschke sein Nein und schmollend zogen fich die Frauen von dem Barbaren zurück. Die Frau Oderlehrerin spielte leider wirkungslos die gekränkte Unschuld/ Fräulein vephi, wie Josepha der österreichischen Mutter zu Ehren genannt wurde, zerfloß volle drei Tage lang fast in Thräueu. „JefleS, Ewald, wie Du dös Elend nut mitanschaun magst!" grollte die Mutter. Doch selbst dieser Appell an die Menschlichkeit deS Gatten war vergeben». „'S druckt mir daS Herz ab! Aber.wart Du nur, oalter Brummbär, wann'» die Sephi erst oamal a aalte Nocken ist, bann sollst von mir hören, wer daran schuld ist, doß döS arme Hascheri fitzen g'blieben ist!" — Mit dieser fürchterlichen Drohung Überließ die erboste Gattin den „Tyrannen" fich selbst. - Fräulein SephiS ThräueuauSbrüche währten aber zur Verwunderung der Mutter nur, wie schon gesagt, drei Tage. In dem hübschen Köpfchen der jungen Dame hatte nämlich ein bestimmter Plan Gestaltung gewonnen. Al» am Abend deS dritten Tages Vetter Heinz im Hause des Oheims erschien, nahm ihn das allerliebste Väschen sofort bet Veite. „Heinz--!" „Was willst Du denn schon wieder, Sepperl?" Da» Fräulein seufzte elegisch und that einen Madonnen- augeuaufschlag. „Ach Heinz!" „I der Tausend, so red doch, Mädel! Bist doch sonst nicht wie auf den Mund geschlagen." „Ich möchte Dich um etwa» bitten, lieber Heinz!" Der Student zwirbelte sein Bärtchen» „Hm — hm!" „Aber Du mußt gleich ja sagen — — bitte, lieber, guter Heinz!" „Hm--hm!" „Bitte, bitte!" „Ja — wenn Da lieber, süßer Heinz sagen wolltest." „Ach, Alle», wa» Du willst, süßer Heinz, nur sage ja!" „Topp, es gilt — ich sage ja — wenn Du Alle» thust, wa» ich verlange." „Aber — — Heinz!" „Keine Ausflüchte. Ja oder nein. Für wa» ist wa». Also--* „Ja doch I* „vor Allem also Vorschuß. — Du weißt, ein Student ist immer aufs Pumpen angewiesen, selbst wenn er einen reichen Vater hat. Ich verspreche Dir auch prompte Rückzahlung. Also — gib mir einen Kuß, Cousine!" Wa» nützte Sephi die Entrüstung? Sie mußte dem I Vetter wohl oder Übel die erste Rate der AbschlagSzahlrmg verabfolgen, und prompt folgte die Quittung. Dunkelroth entwand sie fich endlich seinen Armen. — „Nun aber höre, Heinz!" Und Arm in Arm gingen sie in» regenfeuchte Gärtchen hinab. Frau Pietschke sah den Beiden vom Fenster auS nach und allerlei Luftschlösser tauchten vor ihr ans. Heinz war eine gute Partie. — Und dann waren die Briden noch sa jung,- sie konnten schon warten. Drunten stand Heinz eben still, kraute fich hinter de« Ohren und schnitt eine Grimasse. „Du hast e» mir versprochen!" schmollte da» BLSchen« Heinz schielte nach dem Fenster deS Oheim». „Sephi," meinte er nachdenklich, „da» könnte un» beide« schlecht bekommen " „Nun, den Kopf wird e» uns ja nicht kosten," »einte sie schnippisch. „Und meine Schwester sollte Dich quasi einladen?" „Lolo thut es gerne. — Die ist nicht so ein Frosch wie Du!" „Na, — meinetwegen denn! Aber ein» sage ich Dir: Geht Alles gut ab, so bekomme ich eine Extra Gratffication von Dir, Sepperl!" „Und die wäre?" „Da» sage ich Dir am Aschermittwoch." Lolo war nicht nur kein Frosch, sondern einfach Feuer und Flamme für der Cousine genialen Einfall, hinter de« Rücken de» gestrengen PapaS einen Maskenball mitzumachen. Sie wollte Sephi sogar ihr Costüm leihen. Man war nämlich übereingekommen, daß die Wagemuthigen al» Pierrot nnb Pierrette auf teten sollten. Heinz ging zwar in diesen Tagen gedankenvoll umher. Lolo neckte ihn weidlich und gute seien, wie man sie im Hinblick auf eine friedliche Entwickelung unseres Handels und unserer Industrie wünschens- werth erscheinen lasten konnte. Da war es der Kaiser, welcher in Görlitz in unzweideutigster Weise versicherte, daß er im Einverständniß mit dem Zaren sein ganzes Gewicht für die Erhaltung des Friedens einlegen werde. Gerade darin, daß der Kaiser zur richtigen Zett und am richtigen Platze die bündigsten Friedensversicherungen giebt und dadurch beruhigend auf die Gemüther wirkt, liegt der Werth dieser Kundgebungen. Wir erinnern in dieser Beziehung noch an die Erwiderung des Kaiser- auf die Begrüßungsansprache des Karlsruher Bürgermeisters im vorigen Sommer. Die politische Welt war beunruhigt über die Vorgänge auf dem Balkan, da die Einigkeit der Mächte sehr in Frage stand, wodurch Conflicte zwischen einzelnen europäischen Großstaaten leicht hätten heraufbeschworen werden können. Der Kaiser nahm jene Ansprache zum Anlaß, um zu versichern, daß Handel und Industrie sich ruhig fortentwtckeln könnten, da seiner festen Ueberzeugung nach der Friede nicht gefährdet sei. Bei der großen Vorliebe des Kaisers für das Heer und die Marine ist es zu verstehen, wenn der Monarch sowohl der Vereidigung der Truppen der Berliner und Potsdamer Garnison wie auch der Vereidigung der Marinerekruten regelmäßig beiwohnt. Nur selten pflegt er die Gelegenheit zu versäumen, nach Kiel oder Wilhelmshaven zu fahren, um selbst gegenwärtig zu sein, wenn die jungen Marinerekruten dem Vaterlande den Eid der Treue ablegen. Dazu war der Kaiser auch jetzt wieder auf der Nordseestation anwesend, wo er bei dem feierlichen Acte eine Ansprache an die Mann- schäften hielt, wie er das bei jeder solchen Gelegenheit zu thun pflegt. Diese Ansprachen zeichnen sich stets durch militärische Kürze aus, enthalten aber meist eine besonders markige Stelle, die auch für die größere Oeffentltchkeit bestimmt zu sein scheint. Bei der am Dienstag in Wilhelmshaven gehaltenen Rede haben wir hierbei die Worte im Auge: „Wo der deutsche Aar sich festgesetzt und seine Krallen hineingesetzt hat, das ist deutsch und wird deutsch bleiben." Bereits sind diese Worte in der Presie commentirt worden, und man hat mit Recht darauf hingewiesen, daß sie sich unmittelbar an die Stelle anschließen, in welcher der Kaiser der Kameraden in Kiaotschau gedacht. Nach allgemeiner Ansicht, die auch wir vertreten, wollte er den mancherlei Combinationen und Zweifeln, wie lange wir uns den Besitz Kiaotschaus gesichert haben, ein Ende machen und unzweideutig zum Ausdruck bringen, daß, mag der Pachtvertrag auf neunundneunzig Jahre oder auf eine andere Zeitdauer abgeschlossen sein, wir das einmal in unseren Händen befindliche Stück Land unter keinen Umständen wieder herausgeben werden. Nun können Industrie und Handel sich danach einrichten, nun kann deutscher Gewerbefleiß sich regen, um erfolgreich der Con- eurrenz zu begegnen, welche ihm auf dem großen ostasiatischen Markte gemacht wird. Nicht für kurze Dauer haben wir uns da drüben festgesetzt, unsere Niederlassung ist dauernd, und den Vortheil, den Deutschland aus unserer Action in China ziehen soll, ist kein vorübergehender. Hat der Kaiser diese Versicherung geben wollen, so ist auch die neueste Kundgebung des Monarchen von weittragender Bedeutung. xx Ausland. London, 4. März. Die „St. James Gazette" berührt einen Kernpunkt der Armee-Borlage, wenn sie die Frage auf- wirft, ob England auch im Stande ist, die u ö t h t g e u Rekruten zu finden. „Davon," sagt das Blatt, „hängt Alles ab. Die Einzelheiten der Vorschläge des Kriegsmini- steriumS können ruhig noch aufgeschoben werden, bis wir ganz sicher find, daß die RekruttrungS-Tchwierigkeit überwunden ist. Ts ist eine leichte Sache, von wetteren Bataillonen zu reden, die Ausgaben für das Heer zu erhöhen und fo weiter. Aber alles Gerede, alle schön ausgedachten Pläne werden sich als nichtig erweisen, wenn nicht die jungen Leute, die sich zum Eintritt in die Armee melden, kommen. Im letzten Jahre wurden 35 000 Rekruten eingestellt, d. h. 6500 mehr als ihm Jahre 1896. Aber der „Verbrauch" (waste) der Armee war um 5300 Soldaten größer als im Vorjahre. Leider konnte im letzten Jahre die nöthtge Anzahl Rekruten nur dadurch erlangt werden, daß Größe, Gewicht und Brustweite reductrt wurden. Trotz aller Bemühungen hatte sich schließlich die Infanterie im abgelaufeneu Jahre um 800 Mann vermindert. ES handelt sich nicht lediglich um Zahlen. Die Armee muß die richtigen Leute haben. 25 000 untaugliche Rekruten aufzutretben, würde am Ende nicht so große Schwierigkeiten bereiten, obgleich daS schließlich auch noch Tephi schwebte in ständiger Angst, dem Berter möge sein Versprechen leid werden. Endlich aber rückte Heinz mit dem Resultat reiflichen Nachdenkens heraus. Er schlug vor, nicht, wie beabsichtigt, das Fest der „FidelitaS" zu besuchen, sondern au der carue- valtstischeu Veranstaltung einer studentischen Verbindung thtilzuuehmeu. Dagegen sträubte sich Sepht unbegreiflicher Weife. — „Nun, so weiß ich nur noch einen Ausweg--laß uns daS Fest der „Teutonia" besuchen. Ich bin dort bekannt. Die Gesellschaft ist zwar nicht so gut wie die der „FidelitaS" — aber Du bist dort unbekannt. Willst Du, Sephi?" Sie willigte ein, obgleich ihr das Herz wie einem Ver- brecherneultug klopfte. Pünktlich traf LoloS Einlatuig ein. Die Mädchen wollten mit einer Schulfreundin auf deren Landgut fahren, um dort Geburtstag zu feiern, dort aber übernachten. Tie ahnungslose Tante Pietfchke gab ihre Zustimmung. „DaS oarme Hascherl hat ja sonst rein goar nix vom Leben, versauern thut'S halt ohnedies, mein oarm'S Vögerlr I* (Schluß folgt ) nicht so le'cht wäre. WaS deutet aber in den neuen Vorschlägen darauf hin, daß der Kriegsmioister eine bessere sowohl als größere Armee haben will? Ehe wir sicher find, die richtigen Leute zu bekommen, sollten wir auftehen, die Dienstverhältnisse der Armee zu Lidern." Caub* n*O - »eckle«X»rg.«t,eLttzsche Hypottzoka«ba«r. In der am 2. März er. zu Neustrelitz «bgrhaUmen Geoeral-Aersammttmg wurde der Abschluß sür 1897 genehmigt, dem Vorstände und Aus- sichtSrath Entlastung ertheilt und die sofort zahlbare Dividende auf 7 oCt. festgesetzt. Der Reservefonds bat den statutenmäßigen Maximalbetrag erreicht. Di-Bilanz pro 1897 befindet sich in b«n 3nfer Annalen enthalten hochinteressante Mittheilungen über Erfolge mit einem neuen Heilmittel gegen Tuberculose, dem Creosotal, das se.t Jahresfrist in der von Geheimrath Professor von Ley den geleiteten ersten medicinischen Universitäts.Klinik angewandt wurde, nachdem es auf Pariser, Wiener und anderen Universitäts-Kliniken erprobt worden war. In dem Berichte wird betont, daß das bisher zur Behandlung der Tuberculose verwendete Creosot die Verdauung und den Appetit der Kranken, und dadurch nach kurzer Zeit auch das Allgemeinbefinden derselben sicher verschlechterte. Im Gegentheil hierzu ist das Creosotal, das aus dem Creosot durch chemische Reactionen hergestellt wird und eine ölig schmeckende Flüssigkeit darstellt, frei von allen schädlichen Nebenwirkungen auf den Magen, während es eine hervorragende Heilwirkung gegen die Schwindsucht ausübt. Der Bericht aus der Leyden'schen Klinik umfaßt ausführliche Krankengeschichten, aus denen hervorgeht, daß von den 28 mit Creosotal behandelten Fällen bei 27 theils ausgezeichnete, theils günstige Heilerfolge mit dem neuen Mittel erzielt wurden. Den Patienten wurden Anfangs drei- mal täglich 5 Tropfen Creosotal gereicht und diese Dosis täglich um 3 Tropfen vermehrt, bis dreimal 25 Tropfen erreicht waren. Diese Menge wurde mehrere Wochen bei* behalten und dann wieder tropfenweise verringert, bis auf dreimal 10 Tropfen, dann wieder abwechselnd gesteigert bis dreimal 25 und verringert bis dreimal 10 Tropfen. Schon nach kurzer Creosotal-Behandlung zeigte bei allen Patienten der Appetit eine auffallende Zunahme dementsprechend hob sich daö Allgemeinbefinden zusehends, Fieber, Nachtschweiße und Schwächegefühl waren schon nach sechswöchentlicher Kur ganz fortgeblieben: Husten und Auswurf verringerten sich allmählich und blieben schließlich ganz aus. Bei den über 6 Monate behandelten Fällen war die Lunge zum großen Theils wieder ausgeheilt, bei manchen Patienten waren die physikalischen Symptome vollständig geschwunden; in diesen Fällen waren also die Lungen wieder vollständig geheilt und wieder ganz gesund. Zur Erzielung dieser Heilerfolge wurden durchschnittlich 300 Gramm Creosotal verbraucht. Da der CecaU* HerrS pttroitiitelUs» Wietze», ben 5. März •• Zu Amerika verstorbene Hesse«. In Detroit, Mich.: Wilsh. Mogk, 62 Jahre ölt, von Echzell. In Shracuse, N. V : Peter Kölsch, 83 Jahre alt, au» GimdShelm. Ja Belleville, Jll.: Frau Margarethe Becker, geb. Krapp, 65 Jahre alt, au» Schaafheim. In Columbus O.: Johann Christoph Balz, 58 Jahre alt, au» Alsheim. In Mc Keesport, Pa.: Agathe Volk, geb. Trauttnanv, auS Reichelsheim. In Waterloo, Wi».: Frau Catharine Bi eh le, geb. Trayfer, 94 Jahre alt, au» Auerbach. In Sabewaying, Mich.: Frau Elisabeth Krauß, 69 Ja-re alt, aus NiederhilberSheim. Ja Springfield, O.: Johatssn Adam Frank, 63 Jahre alt, aus Kirchbeerfurt. Apothekenpreis für 50 Gramm Creosotal 2 bis 3 Mark beträgt, ist das Mittel auch den ärmsten Kreisen zugänglich. Der Bericht aus der Leyden'schen Klinik schließt mit den Worten: „Gestützt auf unsere Beobachtungen sind wir zu der Ansicht gelangt, daß bei jedem Falle von entstehender oder nicht zu weit vorgeschrittener Lungenschwindsucht eine Creosotal- kur wobl mit Erfolg angewendet werden kann, wenn sie durch eine kräftigende Diät und eine hygienische Lebensweise unter» stützt wird." * Instruktion für Berichterstatter. Der Herausgeber einer kleinen Londoner Zettung hat eS für nöthig befunden, in dem Arbeitszimmer feiner Reporter folgende, höchst be- herzigenswerthe Reglement», nach denen sich die Herren bei Anfertigung eines ManuscriptS streng zu richten haben, anbringen zu lassen: „Alle Bräute sind „jung, bildschön und fein erzogen", es fei denn, daß eS ältere toittroen find, dann gebrauche man die Ausdrücke „anmuthig, liebenswürdig und fein gebildet." Alle Kaufleute, die bei uns annonciren, find „unternehmend, intelligent und ein guter Ruf für unsere Stadt," die Namen derjenigen, die nicht annonciren, dürfen der Beachtung in unserer Zeitung nicht Werth erscheinen. Arltere Advokaten find stet» „bedeutend", die jungen Rechtsanwälte „vielversprechend und redegewandt". Doctorrn find „hervorragend und haben entweder eine große Zukunft vor sich oder eine erfolgreiche Thätigkeit hinter sich." Gutsbesitzer find in jedem Falle „reich und angesehen." Von Sanbibatcn, die sich in unser Blatt einsetzen lassen, muß natürlich behauptet werden, daß fie „mit jedem Tage mehr Anhänger gewinnen", während diejenigen, die in anderen Zeitungen annonciren, „anscheinend dem Untergänge nahe find." Mit diesen Regeln darf unter keinen Umständen gebrochen werden. • Ueber eine kürzlich veröffentlichte Statistik der Schulde» verschiedener Länder entnehmen wir einer Mittheilung de» Internationalen PatentbureauS Carl Fr. Reichelt, Berlin NW. 6, folgende interessante Daten. D'.e Staatsschulden betragen in Frankreich 25 046 Mill. Mk., Rußland 14 695, England 13 012, Deutschland 12 077, Oesterreich- Ungarn 10 995, Italien 9 892, Vereinigte Staaten 8 290, Belgien 1 813 Mill. Mk. Frankreich nimmt In d'eser Zusammenstellung einen wenig beneidenSwerthen, führenden Posten ein. Rußland kommt an zweiter Stelle- es hat in weniger als einem Jahrhundert eine Schuld coutrahirt, die diejenige England» noch übersteigt. — Dertheilt man die Schuldenlast eine» Landes gleichmäßig auf seine Einwohner, fo entfallt auf einen Franzosen eine Last, welche die Summe der Belastung eines Engländer» und eines Italiener» noch übertrifft. Die Belastungen eine» österreichischen, deutschen, russischen und belgischen Unterthanen zusammen, find nur unwesentlich größer, als die Belastung eine» Franzosen. Die Vereinigten Staaten und «Rußland find diejenigen Länder, wo die Staatsschuldenlast pro Kopf berechnet am wenigsten »drückend ist. * Preisausschreiben veranstaltet in diesem Jahre der „Deutsche Sport" in Berlin, da» bekannte, vom 1. April wieder täglich erscheinende Fachblatt für sein Abonnenten. Die gestellten Aufgaben werden sehr vielseitig sein und ihre Lösung sich stet» im Bereich der Möglichkeit halten, sodaß die ausgesetzten Preise auch gewonnen werden können. Die erste, vom „Deutschen Sport" gestellte PrriSaufgabe ist fachwissenschaftlicher Art, denn sie verlangt da» beste Handicap der im Großen Hoppeganner Handicap genannten Pferde. Für die beste Arbeit diese» Handicap» find 100 Mk. oder ein Ehrenpreis im gleichen Wrrthe, je nach Wunsch, auSge- warfen- die Einsendung der Arbeiten nebst der Abonnements- Quittung hat bi» zum 15. März zu erfolgen. * Eine geheime Schweizerkafefabrik ist in der holländische« Provinz Drenthc abgebrannt. Vor einigen Monaten ließ sich in (Selbe der Fabrikant Eppens auS Zwolle nieder und errichtete eine Fabrik, deren Schornsteine, Fenster und ThÜren einen so uaheimlichen Gestank auSftiömen ließen, daß die Nachbarn Stein und Bein darüber klagten. Die einen behaupteten, er schmelze Margarine, die anderen glaubten, er mache Unschlittkerzen, und wieder andere erzählten, er stelle Dynamit her. Anfang» voriger Woche gerieih die Fabrik in Brand und al» daS Feuer durch die von allen Nachbar- dörfern herbeieilenden Feuerwehren gelöscht war, stellte e» fich heraus, daß Herr EppenS Schweizerkäse fabrlchte. Diese» greuliche Zeug gelangte für einen Spottpreis in die Hände von „Del cateffen"(?) Händlern und Krämern und von dort auf den Tisch manche» Hause». Kein Wunder, wenn man nach dem Genuß deS duftigen Präparate» die Lust auf Schweizerkäse für immer verloren hätte. (g*W -er!-' mit Lack ab Sta Nachnahme (größe 2180 SHiflfn 0 flerli"f B Pia u ftreW'l' ü in ft*” 8 H. B 0 l 8 ft*!« aaaaoaoöc teile ?ei. meinen gebrao n Hk. 1- J. M. § Marktstraise 4. Das Mi iß eine Sertrauei eine» vorzüglichen solche in schönen 1 1963 C. G ■ erreget f data Iftrptr all« '■«‘Jte« GrttM-te krl,hten4 und auf dl. fir 3r I« btt tbetibet obtt ltle Creosotal, ,e™ sie durch 8tt,eife unter. Herau-geber 1*8 befvudku, ud ein jätet P. die nicht Zeitung nicht i bedeutend", redkgeuiaudt". '« em grohe t hinter fich/ geikhen." Bon 1 lasten, nwst ew lagt mehr Sie in anderen Hergänge nahe Umständen ge» lik der Schulde» «r Mittheilnng Fr. Reichelt, Dir Staat-- Mk., Rußland 7, Oesterreich' Staaten 8 290, in dieser Zu- >en, sührendeu Oe; eS hat in contrahirt, die cheilt «an die ine Einivohner, che die Summt JialientrS noch ,schkN/ deutschen, >n, find nur UN« Zranzosen. Die jentgen Länder, t am wenigsten tat Jahre der belannte, W® \&t itin toon« t Mtitig seit» MchKit halten, werden können. Prei-aufgabe ist -S beste Haudie°p mannten Pstlbt» 6100 Mk. oder Wunsch' °urgt' tx AbonvementS« '"Ä’S fJSjgjS Mr ,a Monaten lieh ml. *U"\f bi" * 16 Die einen" ’ren gloubteu' tt Men, er M »r«; ?,*$»• Ltlldl i°bl i*W» StzL'S it-u-, H* w ti* jf A- ®"* Schutz M arke X) a Original-Otto-Motoren sind mit obiger Schutzmarke versehen. Telephon 119. Marktstraase 4. Prospecte und Kostenanschläge kostenfrei 380 Feinster Sect. C G. Kleinheuu 1963 deshalb Nervenstärkend, s SCHU MARKE ist die 1978 = 3. 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Die Thatsache, daß in den beiden Wochen vor Weihnachten über 100000 Sxe«prare davon verkauft sind, ist ein Beweis für die Nützlichkeit unserer Schriften. Wer ein imfltfd)i»M MSdcht« hat, der gebe ihr den Katechismus in die Hand und sie wird wie vm- gewandelt. Wer es wünscht daß GSVue «vd Tächter in ftineren Kreisen oerkehi-en sollen, der kaufe ihnen den »«Pand-kstechtSmuS, wer ein Kind nützlich ernährt, der lasse sich den Päppelk«techi»mu- schclen. Landwtrthichaftttche Hausfrauen werden viel Gutes stiften, wenn sie den Mägden den Katechismus für Landwirthe kauf«», da dieselben von dem Zuzug nach den Großstädten avgehdllen werden. Wer ein Kindermädchen hält, dem er das kost barste Gut des HauseS, das Kind, aneertrauen muß, gebe ibr den Ktnder- katechtSmus Sämmtltche Schriften werden gegen Zusendung des Betrages in Briefmarken oder auch gegen Post- nachnahme sofort zugesandt an freu 6rne Sremuhorst, Vorsteherin des FrSbel-NberUu-Kttkiils t« Kerlin, Wilhelmstr. 10. 1645 NB. Wir machen die geehrten herrschaftlichen Hausfrauen noch darauf aufmerksam, daß jede Dame, die diese angezeigten Bücher, oder einige von ihnen, von uns kauft, dadurch das Recht erhält, zu jeder Zeit ohne Gebühren zahlen zu brauchen, weibliches Dienstpersonal aus der Stellenvermittelnug des Fröbel-Oberlin-Vereins zugewieseu wird. D. V. Kunststein-Verblender Treppenstufen und alle anderen Bautverkstücke empfiehlt in vorzüglicher Ausführung zu billigen Preisen von Apotheker Walter Weiss (früher Giessen), Berlin. Erhältlich in allen Apotheken, Drogerien und besseren Friseurgeschäften. Engros-Depot für Oberhessen-. Pelikan-Apotheke, Giessen, Kreuz 2. Ernst Chaliier (Rudolph’s Nacht) — Glessen. ==— Special-Geschäft für Musikwaar en aller Art Grosse Auswahl, solide Preise. lUuetrirte Preiaverxeichnisse gratis und franco. Musikalien-Handlung und Leihanstalt Kr*nanen erregende Wirkung. 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