Ar. 55 Erstes Blatt. Sonntag den if März 1808 Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Die Gießener AamikkeuVkätter werden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigelegt. Gießener Anzeiger ZSezugrpreiL vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfz. mit Bringer!cchn. Bei Postbezug 2 Mart 50 Pjg. vierteljährlich. «»nähme von Anzeigen zu der Nachmittags für bc* Mgeuden Tag erscheinenden Nummer bis Sorm. 10 Uhr. General-Anzeiger Alle Anzeigen-BermittlungSstellen des In- und Auslandes nehme» Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Amts- und Anzeigeblatt für den 'Kreis Gieren. Redaction, Expedition und Druekerei: Kchukstraße Nr. 7. Gratisbeilage: Gießener Familienblätter. ' Fernsprecher Nr. 51. Aintlichev Theil. Gießen, den 4. März 1898. Betr.: Drfinitorialprüfung der SchnlamtSaspiranteu und Aspirantinnen im Frühjahr 1898. Die Grotzh. Kreis-Schulcommission Gießen an die Schulvorstände und Bürgermeistereien des Kreises. Wir beauftragen Sie, die Schulverwalter Ihrer Gemeinden von nachstehender Bekanntmachung Kenutniß zu geben mit dem Bemerken, daß Gesuche, die später als am 9 April d. I. bei uu« eiugeltefert werden, keine Berück« fichtigung finden, und daß eine besondere Aufforderung, bei der Prüfung zu erscheinen, au die einzelnen Prüflinge nicht mehr ergeht. v. Gagern. Bekanntmachung. Betr.: Wie oben. Die diesjährige erste Definitorialprüfuug der Schulamt- Aspiranten und -Aspirantinnen soll Moutag den 9. Mai, Bormittag 8 Uhr, im Gebäude der Mittelschule für Knaben (FriedrtchSstraße Nr. 1) dahier beginnen. Unter Hinweis auf § 27 der Verordnung vom 10. Januar 1876, bk Prüfungen für das Lehramt an den Volks, schulen betreffend, werden diejenigen Schulamts«Aspiranten und -Aspirantinnen, welche sich dieser Prüfung zu unterziehen beabsichtigen, aufgefordert, ihre an die unterzeichnete Behörde zu richtenden, mit Stempelmarken im Gesawmtbetrage von 1 Mk. 10 Pfg. zu versehenden Gesuche nebst den erforderlichen Anlagen (SemtnarabgangSzeuguiß, bezw. Zeugviß der ersten Prüfung, Zeichnung und Probeschrift) bi« spätestens zum 9. April bei der betreffenden KretSschulcommis- fiou einzureichen, welche die Gesuche weiter befördern wird. Alle diejenigen Prüflinge, welche nicht ausdrücklich von der Prüfung zurückgewieseu oder durch besondere Zuschrift der unterzeichneten Behörde auf einen späteren Termin zu derselben etuberuseu werden, haben sich zu der am Anfang dieser Bekanntmachung bemerkten Zeil dahier zur Prüfung rinzustellen. Die Großh. KreiSschulcommisfionen, sowie die OrtSschul- vorstände wollen die Schulamts-Aspirauten usw. von dieser Bekanntmachung in Kenntniß setzen. Darmstadt, den 25. Februar 1898. GrohherzoglicheS Ministerium des Innern, Abtheilung für Schulangelegenhetteu. v. Knorr. de Beauelair. Gefunden: 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 goldene Broche, 1 Brille, 1 goldener Manschrttenknopf, 1 Dolch, 2 einzelne Handschuhe, 2 Schürzen, 1 Packet alter Kleider und 1 Schild mit der Aufschrift „Cigarren". Gießen, den 5. März 1898. Großherzogliches Polizeiamt Gießen, v. Bechtold. Deutscher Reichstag. 65. Sitzung vom Freitag deu 4. März 1898. Tagesordnung: Petitionen. Ueber eine solche betr. die Aufbesserung der Pensionen bereit« im Ruhestand befindlicher Beamten beantragt die Commission Uebergaug zur Tagesordnung. Das Hau- beschließt demgemäß. Ebenfalls debattelos wird eine Petition de- Vereins der Freundinnen junger Mädchen tu Heidelberg wegen Regelung des KellnerinnrnweseuS dem Reichskanzler zur Berücksichtigung überwiesen. Eine Petition betr. die Miß Handlung eines Deut» scheu, des Lehrers Roth, in Brasilien und die Errtch« tuug neuer BerufScousulate daselbst, wird hinsichtlich deS ersteren Petitums durch Uebergaug zur Tagesordnung erledigt, sowie htufichtlich deS zweiten Petitums dem Reichs« kauzler zur Erwägung überwiesen. ES folgen die die Sonntagsruhe betreffenden Petitionen. Die Commission beantragt zum Theil Uebergaug zur Tagesordnung, zum Theil Ueberwetsung au deu Reichskanzler slS Material. Abg. L e n z m a n u (frs. Vp.) weist in seinen Ausführungen auf Mißbräuche bet dem Erlag von SonntagSruhe-Verord- nungen hin und meint, es würde gut sein, wenn vom Reiche aus Einfluß genommen würde, um solche Erlaffe zu verhüten. Mtnisterialdtrector v. Woedtke legt dar, daß daS Reichsamt deS Innern hierfür nicht zuständig sei. Seine Compereuz erstrecke sich nur so writ, als es sich um gewerbliche Beschäftigung von Arbeitern an Sonntagen handele. Der CommtsfionSantrag wird angenommen. Alsdann steht der Antrag (Gesetzentwurf) Chartou und Genossen betr. Abänderung deS § 2 drS Gesetzes von 1875 über Verwaltung und Berfaffung von Elsaß« Lothringen zur Dtscasfion. In Verbindung damit wird auch ein gleichartiger Antrag Auer zur Berathung gestellt. Abg. Wtuterer (Els.) befürwortet ersteren Antrag. Die Zustände, wie fie sich tu Elsaß-Lothringeu unter der Herrschaft deS Dtttaturparagraphen herauSgebtldet hätten, feien unerträglich. Abg. Höffel (Rp.) platdtrt gleichfalls für den Antrag. Der Dictaturparagraph sei jetzt entbehrlich. Er bitte dringend, diesen Paragraphen zu beseitigen; derselbe sei zwecklos und hindere nur die Verschmelzung Elsaß Lothringens mit dem Reiche. Abg. v. Cuny (al.) kann den Anträgen nicht zustimmen, denn wenn die Regierung, die für die Sicherheit de« Reiche- verantwortlich sei, glaube, nicht ohne deu Dictaturparagrapheu auskommen zu können, dann könne mau ihr doch nicht die Waffen, die fie fordere, verweigern. Er, Redner, werde fich aber freuen, wenn es in Zutunfr möglich fein werde, deu Paragraphen aufzuheben. Abg. Lenzmauu (frets. Bp.) wendet fich gegen den Vorredner, der der „nationalen Frage" einen schlechten Dienst erweise, wenn er fie hier hereinziehe. Wenn gesagt werde, hier handele es fich um den Schutz eine- Grenz» landeS, so antworte er, daun werde mau dort die Dickatur niemals aufhebeu können, denn Elsaß-Lothringeu werde stets Greuzland bleiben, es sei denn, es würde ganz Frankreich erobert. (Heiterkeit.) Er stimme für die Anträge. Abg. Frhr. v. Stumm (Rp.) steht auf dem gleichen Standpunkte, wie der Abg. Cuny. Sein Fractiou-genosie Hoeffel habe nur für seine Person gesprochen. Abg. v. Hompesch (Centr.) erklärt Namens seiner Freunde, daß dieselben für Aufhebung de- Dictaturpara- graphen stimmten. Abg. Bebel (Soc.) ist gleichfalls für die Anträge. Er meine, wenn mau dort noch jetzt, nach 27 Jahren, nicht ohne Dictatur auSkommeu könne, oaun sei die Regierung eben nichts werth. In Elsaß Lothringen herrschten in der Regierung Allüren, wie fie auch sonst in Deutschland vorkämeu und aufS Tiefste verhaßt seien: Junker-Allüren. Der jetzige Zustand sei eine Schmach und Schande für da- gefammte Deutschland. Abg. v. Levetzow (cous.) meint, mau solle e- nur der Regierung überlaffen, zu erwägen, wann der jetzige Zustand aufhöreu könne. Jedenfalls könne fie es beffer übersehen, als Herr Bebel. Geh. Rath Halley wendet sich gegen deu Abg. Bebel, der gar keine Notiz davon genommen habe, was Alle- in deu 27 Jahren in Elsaß«Lothringen schon geschehen sei. Früher sei die Verwaltung theilweise von Berlin aus erfolgt, jetzt sei sie ganz selbstständig. Der Statthalter sei gerecht, müde, ein Beschützer der Jutereffen deS Laude- und genieße da- Vertrauen des ganzen Landes. Auch die Verdienste des StaatSfecretär« Putikamer würden im ganzen Lande anerkannt. Auch die anderen Bramleu thäteu in vollstem Maße ihre Pflicht. Abg. Pachnicke (sreif. Bg.) will weiter nichts sagen, al«t Weg mit dem Dictaturparagrapheu! Abg. Werner (Autts.) spricht tu gleiche« Sinne. Er fügt noch hinzu, daß der Dictaturparagraph nur der Social- demokratie Vorschub leiste. Die erste Lesung wird geschloffen. Vor der Abstimmung über einen Antrag Lenzmauu, sofort tu die zweite Lesung einzutreten, zweifelt Abg. Frhr. v. Stumm die Beschlußfähigkeit de- Hause« an, Präsident v. Buol theilt diesen Zweifel, will aber doch eine Auszählung vornehmen. — Die Zählung ergibt die Anwesenheit von nur 133 Abgeordneten. DaS Hauk vertagt sich auf Montag 1 Uhr. Tagesordnung : Postreformvorlage. Schluß 5 Uhr. Derstscher Reich» Berlin, 4. März. Die Budget-Commifiou de« Abgeordnetenhauses hat heute die Erhöhung de« Dispositionsfonds de« EtseubahumtntsterS von 20 auf 50 Millionen beschlossen. Berlin, 4. März. Die Commission für die Post- dampfer-Vorlage hat heute die zweite Lesung beendet und da« Gesetz gegen die Stimmen der sreifiunigeu Volks- Partei und der Soeialdemokrateu angenommen. Au der Vorlage ist nur die Abänderung beschloffen worden, daß bk Dampfer abwechselnd von Hamburg und Bremen abgehen müffen. Berlin, 4 März. Nach einer Meldung der „Time«" au« Peking wird der Ankunft des Prinzen Heinrich tu Wusuug ungefähr am 20. März eutgegengeseheu. Rach einem eintägigen Aufenthalt wird die Reise nach Kiaotschau fortgesetzt. Der Vicckönig von Nanking und der Gouver« ueur von Kiangsu find beordert, den Prinzen zu empfangen. Bremen, 4. März. Der Kaiser traf heute Nachmittag 3 Uhr von Bremerhaven mittelst Souderzuge« hier ein und begab fich sofort nach dem Raihhautkeller tu Begleitung der beiden Bürgermeister und mehrerer Senatoren. Im Rath« hauskeller wurde ein kalte« Frühstück eingenommen. Der Kaiser unterhielt fich lebhaft tu bester Laune. Mehrmals wurde die Flottenfrage erwähnt. Um 5 Uhr erfolgte die Abreise de« Kaisers. Arrrkrnd. Löten, 4. März. Die htefigeu Zimmerleute verlangen eine Lohnerhöhung und Reductrung der Arbeitszeit. Im Falle der Verweigerung drohen fie in deu Strike ein- zutreteu. Wien, 4. März. Wie verlautet, werden die morgen zur Publikation gelangenden Sprachenverorduuugen ausdrücklich al« provisorische bezeichnet sein und so lange t« Kraft bleiben, bis der ReichSrath über ein Sprachengesetz beschloffen hat. Böhmen erhält eine rein deutsche, etue gemischtsprachige und eine rein czrchtsche Bezirksetntheiluog. Budapest, 4. März. Die hiefige soctalistische Parteileitung erhielt /von den französischen, englischen, deutsche«, schweizerischen und österreichischen Parteileitungen Geld- Unterstützungen, sowie die Zusicherung weiterer Geld- sammlungeu. Biele Sympathie • Kundgebungen find ein» getroffen. Rom, 4. März. Au« Anlaß der Feier de« 50. Jahrestage« der Verfassung ist die Stadt glänzend beflaggt und gewährt einen äußerst festlichen Anblick, viele Kaufhäuser find geschloffen. Auf den Straßen herrscht rege« Treiben, da« sich infolge der fortwährenden Ankunft von Deputationen au« den Provinzen noch steigert. Der Himmel ist bedeckt. Um 8 Uhr Morgen« läutete die Glocke des Capitols da« Fest ein. Um 9 Uhr ritt der König mit dem Grafen von Turin, dem Krieg-Minister, deu fremdländischen Militärattaches und einem zahlreichen militärischen Gefolge nach der Esplanade Macao, um über die Truppen der Garnison Parade abzuhalten. Die Königin erschien zu Wagen. Eine ungeheure Menschenmenge, die fich auf de« Wege, welchen daS König-Paar nahm, aufgestellt hatte, brach tu stürmische Hochrufe au«. Nachdem der König und die Königin die Front der in fünf Treffen ausgestellten Truppe« entlang geritten, bezw. gefahren waren, begaben fie fich um 98/t Uhr nach dem Unabhäugtgkettrplatze, um deu Vorüber« marsch der Truppen abzunehmeu. Die Parade verlies glänzend und rief große Begeisterung hervor. Die Majestäten und die Truppen wurden stürmisch begrüßt. Darauf kehrte daS KöotgSpaar nach dem Qairiual zurück unter stürmische« Kundgebungen der Menge, für welche e« durch Erscheinen auf dem Balkon dankte. Parts, 4. März. „Echo de Pari«" schreibt, daß die letzten Beförderungen und Ernennungen vou Generälen in der Absicht geschehen find, den Armee- CorpS tm Inneren und Westen dieselben Auszeichnungen zu geben, wie fie die Armee-Corps im Osten bereit« schon lange besitzen. CocaU» und provinzielle#* Sieben, den 5. März 1898. •• Herr Stabsarzt a. D. Dr. med. Ernst Klewttz f. Der Verstorbene nimmt in der Geschichte der htefigen Secttou de« D. u. Oe. A. V. etue rühmliche und hervorragende Stelle ein. Schon bevor hier etue Sectton bestand, war er Mitglied des D. Oe. A. v. und nachdem sich hier eine Tectton gebildet hatte, wandte er der Entwickelung und dem Aufblühen derselben sein lebhafte» und thStigsteS Interesse zu. Am 18. März 1891 wählte ihn die Secttou zum Bor« sitzenden, in welcher Stellung er bi« zur Abzweigung der Sectton „Oberheffen" verblieb. Auch die neugebtldete Seetiou stellte alsbald den erprobten Führer al» ersten Vorsitzenden oh ihre Spitze und betrauert jetzt in seinem Tode den Verlust eine» hochverdienstvollen Mitgliedes. Herr Dr. Klewitz, ein wirklicher Alpinist, tief in die ethischen Ziele de» Alpinismus eiugeweiht, übte auf das Sectionrlebeu einen höchst wohl- thätigen Einfluß. Jedes Jahr unternahm er zur Stärkung feiner Gesundheit eine Reise in die Hochalpen, kehrte neu- gestärkt zurück und regte durch sein Beispiel wie durch seine interessanten Mittheiluugen da» alpinistische Interesse der GecitonSmitglieder in erfreulichster Weise en. In ca. zwölf Vorträgen hat er vor den SeettonSmitgliedern seine reichen und vielseitigen alpinistischen Erfahrungen niedergelegt, die gewiß im Gedächtniß mancher Hörer derselben noch fortleben. Die Section Oberhesseu des D. Oe. A. V. verehrt in ihrem verstorbenen Vorsitz ndeu ein Muster alpinistischer Verein»- tugend und wird demselben auch in der Zukunft allezeit ein ehrenvolle» Andenken bewahren. * * Landes Lehrerversammlung. Am 13. April wird im Restaurationssaale der „LaudeSkrone" zu Oppenheim die vierjährige Hauptversammlung des 2000 Mitglieder zählenden hessischen LaudeSlehrervereius abgehalten. Als Referent wird Herr Oberlehrer Backes das Thema: „lieber die schädlichen Einwirkungen der gewerblichen und landwirthschaftltcheu Kinderarbeit auf die Jugenderziehung" zu behandeln. • • H. Stadttheater. Unsinn, du siegst — einen drastischeren Beweis dafür al» ihn der gestrige Abend lieferte, kann man sich überhaupt nicht denken. In Scharren strömten die Neugierigen und Localpatriotischen ins Theater, um die zum Benefize für Frl. Clara NathusiuS gegebene Aufführung der localifirteu Posse„Gießen von der heiteren Seite" zu sehen. WaS in den letzten Tagen WtldenbruchS „Haubenlerche" und Laubes „Graf Essex" mit bedeutenden Gästen nicht vermochte, daS brachte der in fünf Bildern theatermäßig zurechtgehackte Blödfinn fertig: ein bis auf den letzten Platz volles Haus zu schaffen. Doch daS Unglaubliche ist leider betrübende Thatsache und beweist, daß das hoch- verehrliche Publikum undefinirbar und launenhaft wie Aprilwetter ist. ES wäre schade um die Zeit und alles Andere, wollte mau den Inhalt dieses nach einer Pohl'schen Posse zurechtgearbeiteten Stückes nur kurz wiedergeben- die localtfirten „Bilder" boten außer den verschiedenen Orts- und Lokalitäten-Namen nichts, wa» spectfisch „echt vo häi" gewesen wäre, mit Ausnahme einer einzigen in Maske und Mimik täuschend ähnlich wiedergegebenen Figur, mit welcher Herr Director Helm bei seinem Erscheinen als „Buschmann" stürmische Heiterkeit und großen Erfolg erzielte. Alles Uebrige in Handlung, Witz und Scenen ist im Original der alten Posse viel besser. Gut und stellenweise treffend waren die eingelegten Couplet», besonders „Am Strand der Lahu", sowie das Spiel der Hauptdarsteller. Die geschätzte Bene- fictantin hatte im Stück gerade keine sich besonders hervorhebende Rolle, und hätte sie nicht die hübsche, gefällige Gesangseinlage de» „Rheinweinliebes" gehabt, so wäre fie gar nicht zu gebührender Geltung gelangt. Frl. NatusiuS erntete für ihr muntere», schelmisch-ausgelassenes, gractöse» Spiel stürmischen Applaus und erhielt als Zeichen besonderer Verehrung mehrere BouquetS und Blumenkörbe. Die übrigen Mitwirkenden, auf deren Einzelleistungeu näher einzugehen fich nicht lohnt, bemühten sich ein flottes Zusammenspiel zu ermöglichen, waS auch zum großen Theil gelang. Der «ufikalische Theil unter Leitung deS Herrn Dir. Kruse entschädigte für Vieles durch feine guten Darbietungen und kam vortrefflich zu Gehör. • • Stadttheater. Sonntag Abend geht im hiestgen Stadttheater der vieractige Schwank „Ein toller Einfall" von Carl Lauf» in Scene. „Ein toller Einfall" ist bekanntlich das beste Werk des beliebten BühuenschrtftstellerS, von dem hier durch die Dtreetion Kruse und Helm bereits zwei Werke, „Pension Schöller" und „Logenbrüder", mit großem Erfolg aufgeführt wurden. — Es ist der rührigen Leitung unserer hiesigen Bühne gelungen, für Montag den 7. März Herrn Arthur Bauer vom Frankfurter Stadttheater für ein einmalige» Gastspiel zu gewinnen. Der hier mit Recht hochgeschätzte Frankfurter Künstler wird am Montag eine seiner besten Rollen, den „Bela Palrnay" in „Die berühmte Frau", spielen. **B. Neubau eine» Schwesternhauses. Nachdem schon früher an dieser Stelle berichtet worden ist, daß der Allgemeine Verein für Armen- und Krankpflege zum Zweck der Erbauung eine» neuen Schwesternhauses den „Wiener Hof" erworben hat, können wir nun mittheilen, daß nach Abtretung des größeren TheilS de» fraglichen Grundstücks an die Stadt, zum Behuf der Durchlegung der JohauneSstraße — da» Terrain der ehemaligen Keck'schen Fabrik — zum eigentlichen Bauplatz bestimmt worden ist und in Kürze mit der Ntederlegung der alten Gebäude, die Herr Winu übernommen hat, und mit der Errichtung des Neubaues nach den Plänen der Herren Architecten Stein und Meyer vorgegangen werden wird. Man beabsichtigt, die Arbeiten des Rohbaue» so zu fördern, daß die innere Einrichtung bei Zeiten im nächsten Frühjahr begonnen und da» Hau» im Laufe des Sommer» bezogen werden kann. Allerdings reichen die dem Verein bis jrtzt zur Verfügung stehenden Mittel noch nicht aus, um die särnmtltchen Losten des Baues zu bestreiten, aber er darf dafür wohl auf die schon viel erprobte Opferwtlligkeit der Gießener Bevölkerung rechnen, die gegenüber den in allen Kreisen hochgeschätzten Schwestern deS Vereins gewiß nicht versagen wird. Er wird fich daher, zumal die größeren Aufgaben de» neuen Hanse» auch mehr Schwestern und überhaupt mehr Personal und damit höhere, dauernde Ausgaben erfordern, demnächst mit einem Aufruf an die Gießener Bürgerschaft wenden. Um Mißverständnisse zu vermeiden, wird bemerkt, daß die gegen- , wärtig in der JohanneSgemeinde infl Werk gefetzte Sammlung nicht» mit dem Schwesternhaus des Allgemeinen Verein» und feinen Schwestern zu thun hat, daß es fich dabei nicht nm eine Vermehrung der Zahl der von dem verein berufenen Diakonissen handelt, sondern um ein ganz neues Unternehmen, welches den Zweck hat, den Allgemeinen Verein aus der JohauneSgemeinde auszuschließen und seine Schwestern durch andere zu ersetzen. Der Allgemeine verein, der bisher die Kranken der Johanneßgemeinde, in der ja das Schwesternhaus liegt, besonders ausgiebig versorgt hat — im Jahre 1897 z. B. mit beinahe 6000 Pflegebesuchen, 258 Nacht- wachen und 73 ganzen Tagepflegen — wird selbstverständlich nach wie vor bereit sein, allen Kranken und Hilfsbedürftigen in der ganzen Stadt zu dienen. • • Geflügel- und Bogel Ansstellnng. Die Meldungen für unsere Geflügel- und Vogelausstellung sind überaus zahlreich etugegangen, besonders ist unsere nächste Umgebung stark dabei vertreten. Im Ganzen haben ca. 100 Aussteller gemeldet: 140 StammhÜhner, 120 Paar Tauben, 40 Stamm-Wassergeflügel, mehrere Stämme Truthühner, Fasanen, zwei Schwäne und ein Psau. Die Vogel- Welt wird vertreten sein in etwa 800 Exemplaren aller Art, zehn Cauorien-Concucrenzsänger werden wetteifern in ihrem Gesang. An Ehrenpreisen stehen zur Verfügung 24, darunter sehr werthvolle Gegenstände, welche in kommender Woche öffentlich ausgestellt werden. • * * ein medicinifche» Wunder ist heute Sonntag tu Loshs Bierkeller zu sehen, nämlich Mr. Pierre, genannt Gummi« Haut-Mensch. Derselbe erregte au vielen Universitäten und in Großstädten de» In- und Auslandes das größte Jn- tereffe. (Siehe Inserat in heutiger Nummer). * * PrLfrmgs'Refnttate. Sämmtliche Schüler, die fich aus dem Institut des Herrn Dr. Kübel dahier P.üfungeu für Einjährig-Freiwillige unterzogen haben, sind bestanden. • • Postalische». Vom 15. März ab werden offene gedruckte Karten, auf denen die ursprüngliche Bezeichnung „Postkarte" beseitigt oder durch den Vermerk „Drucksache" ersetzt ist, allgemein zur Beförderung gegen die Drucksachentaxe zugelaffen. * • Kauueubier. Mit dem Sitze zu Frankfurt a. M. hat fich nach der „Kl. Presse" mit einem Capital von 250000 Mk. eine Kannenbier-Versandt-Gesell- schäft mit beschränkter Haftpflicht gebildet. Gegenstand de» Unternehmen» bildet der versandt von Bier sowie von Getränken aller Art in dtchtschließendeu Kannen in den Städten Frankfurt a. M., Wiesbaden, Hanau, Darmstadt, Mainz, Gießen, Aschaffenburg, Homburg, Em» und in dem dazwischen liegenden Territorium. Im OrtS-Tewerbeverein Sich wird Herr Reallehrer HanS Kahl ans Wimpfen SamStag den26. März, Abend», im Heiland'schen Saale einen Vortrag halten über „Die Organisation de» Handwerks, die Errichtung von Handwerks- kammeru und die zukünftige Lehrlingsausbildung". Jutereffenteu au» der Umgegend find hierzu eiogeladeu. □ Darmstadt, 4. März. Die unter dem Protektorat des Großherzog» von Baden stehende „Deutsch e Dendro - logische Gesellschaft" wird vom 6. bi» 11. August hier tagen- voriges Jahr war fie tu Hamburg versammelt. Außer den Versammlungen werden Ausflüge und Besichtigung des sehr reichhaltigen Botanischen Gartens der Technischen Hochschule und der Hofzärteu, ferner von Gärten und Anlagen in Heidelberg, Weinheim und Frankfurt a. M. statt- finden - außerdem wird eine dendrologische Ausstellung, insbesondere von Louiferen, veranstaltet. — Der verstorbene Geh. Fiuanzrath Menges war LabinetSrath deS Prinzen Alexander von Hessen (nicht Bulgarien) und befand sich schon lauge Jahre im Ruhestand. WorwS, 2. März. Die hiesige Bürgermeisterei macht bekannt, daß fie von jetzt ab für gefangene und getödtete Spatzen, für welche seither per Stück 3 Pfg. an» der Stadtkaffe gezahlt wurden, keine Vergütung mehr giebt. Alzey, 3. März. Die socialdemokratische Partei des Reichstagswahlkreises Alzey—Bingen hat deu Redacteur der „Mainzer Vztg.", Herrn Katz en st ein (aus Gießeu) für die bevorstehrndeu Wahlen als C a u d i d a t e n aufgestellt. Darmft. Ztg. Snlhei«, 3. März. Der junge M., Sohu de» Feld- schützen dahier, unterhielt schon längere Zeit ein LiebeSver- hältuiß mit der Tochter der Gaftwirthin Wittwe L. ebenfalls von hier. Da die Ehe, die fie einzugeheu beabsichtigten, von elterlicher Seite nicht zugegeben wurde, so beschloffen fie gemeinsam in den Tod zu gehen- diese That versuchten fie durch Erschießen zu bewerkstelligen. Bermuthlich geschah dies in der Nähe von Worms - denn der Liebhaber brachte da» schwer verwundete Mädchen iu daS dortige Krankenhaus, iodem er allerlei Vorspiegelungen über den wahren Sachverhalt machte. Nach der That begab er fich in sein HeimathS- dorf, woselbst er gestern Abend von der Gendarmerie verhaftet wurde. Dieselbe brachte ihn sofort tu da» Haftlocal nach Wörrstadt. Mainz. Anz. Au» Rheinhessen, 3. März. Eine Anzahl rheinhesfischer Vereine erhielt dieser Tage gerichtliche Strafbescheide in beträchtlicher Höhe. Die Vereine hatten bet ihren Weihnacht»- verloosungeu die gesetzlichen Anmelde- und Stempelvorsqristen nicht beachtet. • Berlin, 4 März. Am heutigen Freitag vollendeten sich in der ersten Mittagsstunde zehn Jahre, daß Kaiser Wilhelm I. zum letzten Male am Eckfenster seines Berliner Palais erschien. ES war die letzte wehmülhtge Huldigung, die dem Lebenden dargebracht wurde; die nächste galt bereits dem großen lobten. • Sin etgenthümlicher Vorfall ereignete fich nach dem „Ostpreußtscheu General-Anzeiger" kürzlich in Stettin. Mehrere hervorragende Schriftsteller hatten fich vereinigt, dem verstorbenen Dichter Conrad Telman au seinem Vater- Hause in Stettin eine Gedeuktasel zu errichten. Die wurden daran durch die Mutter des verstorbenen behindert, die al» HauSeigenthümerin die Erlaubuiß zur Anbringung der Tafel verweigerte. Eingesandt. »Uet*, 5. März 1898. Für ältere Spaziergänger wäre «8 sehr erwünscht, wenn auf den beiden Straßen nach Ltch und Grünberg stellenweise Ruhebänke angebracht würden. Met CUM Metze». Februar: 26. Heinrich Schäfer, Mintsterial-Secretär zu Darmstadt, mit Marte Dorothea Karoline Möhl hierselbst. 26. Friedrich Heinrich Ernst Müller, Kaufmann dahier, mit Katharina Maria Elisabethe Johanna Henriette Schäfer bterfelbst. 28. Wilhelm Berntheusel, Vicefeldwebel dahier, mit Marie Vissel zu Griedel. 28. LoutS Karl Albert Engelhardt, Bäcker dahier, mit Margarethe Georgine Schuler zu Wetzlar. 28 Adolf Karl Thielmann, Dachdecker dahier, mit Elisabethe Schmidt hierselbst. 28. Franz Michael Gopon, Herrschaftsdiener dahier, mit Emma Wilhelmine Auguste Ganz hierfelbst. 28. Robert Hasse, Kaufmann dahier, mit Johanna Margarethe Karoline Kunze hierselbst. 28. Gustav Röder, Photograph zu Eberdach a. N., mit Anna Nudner hierfelbst. 28. Johanne» Andreas Sopbus Paulsu, Schriftsetzer zu Flensburg, mit Christiane Caroline ChristianseS zu Niebüll. 28. HanS Ludwig Hüter, Gymnasiallehrer dahier, mit Christiane Bertha Margarethe Weber zu Berlin. März: 1. Heinrich Lein, Fahrbursche dahier, mit Charlotte Dorothea Höfler von Friedberg. 1. Adolf Meyer, Kaufmann zm Wiesbaden, mit Johanna Rosenthal daselbst. 2. Ludwig Gustav Schlie, Dicefeldwebel dahier, mit Charlotte Weck zu Hungen. 3. Heinrich Jusel, Friseur dahier, mit Lina Seng hierselbst. 4. Konrad Seim, Posthilfsbote dahier, mit Katharine Merkel hierfelbst. Februar: 26. Theodor Stein, Schmied dahier, mit Elisabeth Benner hierselbst. März: 4. Adolf Traugott Heinrich Braun, Betriebsleiter der Gießener Omnibus-Gesellschaft dahier, mit Wilhelmine Karoline Hedwig Jughard hierselbst. 4. Heinrich Pitz, Arbeiter dahier, mit Wilhelmine Luise Katharine Auguste Wolf hierselbst. Februar: 19. Dem Metzgermeister Heinrich Henkel eine Tochter. 20. Dem Kaufmann Karl Wilhelm Brühl eine Tochter, Carola Ottilie Elisabeth. 22. Dem Kutscher Ludwig Biedenkopf ein Sohn. 24. Dem Fuhrmann Karl Haas ein Sohn. 24. Dem Privatier Ludwig Preisag eine Tochter. 25. Dem Maurer Heinrich Erb eine Tochter. 26. Dem Schneider Wilhelm Hoffmann eine Tochter, Marie Christine. 27. Dem Bäcker Franz Henn eine Tochter. 28. Dem Fabrikant Gerson Katz ein Sohn. März: 1. Dem Fabrikarbeiter Jnnocmz Krack eine Tochter. 1. Dem Eisendreher Johanne» Rohrbach eine Tochter. 2. Dem Kutscher Ludwig Christ ein Sohn. »rtorteiit. Februar: 27. Christian Vix, 75 Jahre alt, Octrottrheber i P. dahier. März: 1. Konrad Volz, 21 Jahre alt, von BrenSburg, Musketier im hiesigen Regiment. 2. Margarethe Rabenau, 45 Jahre alt, Näherin dahier. 2. Juda Juda, 72 Jahre alt, von Leun. 3. Katharine Weckler, V/t Jahr alt, Tochter von Schuhmacher Heinrich Wrckler zu Rockenberg. Auszug aus den Kirc^enbödfmi der Stadt OU&cn. Evangelische Gemeinde. ÄttiatiU. MattbäuSgemeinde. Den 4. März. Adolf Traugott Heinrich Braun, Betriebsleiter der Gießener OmnibuS-Gesellfchast zu Gießen, und Wilhelmine Karoline Hedwig Jughard, Tochter deS Gastwirlh» Ernst Jughard zu Gießen. MarkuSgemeinde. Den 26. Februar. Theodor Stein, Hufschmied zu Gießen, nnd Elisabethe Benner, Tochter deS Schuhmacher» Philipp Benner zu Gießen. „ , Den 27. Februar. Dem Taglöhner Christoph Belloss eine Tochter, Marie, geboren den 21. Januar. Denselben. Dem Müller Heinrich Hammel eine Tochter, Marie, geboren den 7. Februar. Denselben. Dem Rangirer Werner Krug ein Sohn, Johann Jakob Karl, geboren den 7. Februar. MalthäuSgemeinde. Den 27. Februar. Dem Laternen-Aufseher Ludwig Petri eine Tochter, Anna Elisabeth Marie, geboren ben 15. Decemder. Denselben. Dem Schreiner Heinrich Freihöser eine Tochter, Marie Elisabethe Mathilbe, geboren den 27. Januar. LukaSgemcinde. Den 27. Februar. Dem Postassistent Loui» Todt ein Sohn, August Wilhelm, geboren den 2. Februar. Denselben. Dem Locomotioheizer Karl Ehriftian Gräber eine Tochter, Marie Elisabeth Philippine, geboren den 23. Januar. Jo Hanne »gemeinde. Dm 27. Februar. Dem Fuhrmann August Kratz eine Tochter, Maria Margarethe, geboren den 31. Januar. Denselben. Dem Schuhmacher Carl Anton Lehr eine Tochter, Emilie Anna Wilhelmine Pauline, geboren dm 28. December. Dm 3. März. Eine uneheliche Tochter, Johanna Luise, geborm dm 18. Februar. Militärgemeinde. Den 3. März. Dem Stabsarzt Leo Richter ein Sohn, Leo Richard Julius, geborm dm 14. November. LukaSgem einde. Dm 4. März. Margarethe Rabenau, Taglöhnerin, 46 Jahre alt, starb dm 2. März. JobanneSgemeinde. Dm 1. März. Christian Vft, Octroierheder i. P., 75 Jahre alt, starb dm 27. Februar. Brodpreife vom 6. bis 20. März 1898. Der hiesige» »Lcker. 1 Kg. (2 Pfd.) Tafelbrod .... 2 Kg. (4 Pfd.) Tafelbrod .... 1 Kg. (2 Pfd.) Weißbrod • • 1 (2 „ ) „ bei Heinrich Plank 2 Kg. (4 Pfd.) Weißbrod • • 2 r (4 „ ) „ bei Heinrich Plank L Kg. (2 Pfd.) Schwarzbrot) . • , • 1 (2 ) , bei Heinrich Plank 2 Kg. (4 Pfd.) Schwarzbrot) • • _ 2 „ (4 „ ) r bet Heinrich Plank 3 Kg. (6 Pfd.) Schwarzbrod.... 29 Pfg. 58 , 27 , 26 „ 54 , 52 , 25 , 24 „ 50 , 48 „ 76 , .e|i »uritn :b|«, Hi m "8 du tafti k, 1898. töt wenn aus c6 stellenweise -T- •*1^1 ^rnnDarm- •26; fritbrii «lhirtva Mart, 28. Wü» M in Griebel. ”ti Margarethe lelmann, Dach- Franz Michael itimtne Auguste ’i mit Zohana, M.Pbvivtzraph W. )obanne8 mit Ghrütiavr *8 Wer, Gyw- uethe Weber zu h mit Gharlotte , Kaufmann zu Ludwig Gust» eck zu Hungm. selbst. 4 fiontab sterselbst. x, rott Elisabeth rich Braun, 8e- mit Wllhelmstre b Wh, Arbeiter als Hierselbst. Der auswärtigen Bäcker. 1 Kg. (2 Psd.) Weißürod bet L. Steinmüller, Gr.-Linden 23 Pfg. L. Schmidt, Gr.-Linden 23 , 2 Kg. (4 Pfd.) Weißbrod bei L. Steinmüller, Gr.-Linden 46 „ L. Schmidt (Großen-Linden) 46 , W. Weitzel von Lang-Göns 50 „ 1 Kg. (SPfd.)Schwar-brod beiW.Stetnmüller, Lang-Göns 23 „ L Stetnmüller, Gr. Linden 23 „ L. Schmidt, Gr.-Ltndcn 23 w W. Weitzel, Lang: G ns 23 w 2 , (4 , ) bei W. Steinmüller v. L.-Göns, 44 „ L. Steinmüller, Gr.-Linden 46 „ L. Schmidt, Großen Linden 46 „ W. Weitzel von Lang-GönS 46 „ 8 Kg. (6 Pfd.) Schwarzbrot) bei Ernst Christ von Wteseck 70 „ Der VrodverkLnfer. Dieselben Preise wie bei den hiesigen Bäckern. Gieße«, den 5. März 1898. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. , v. Bechtold. Derlei £anfc# «nd VoUswU khschaft- GiebM, 5. März. Marktbericht. Auf dem heutig« Wochenmarkt kosteten: Butter pr. Psd. X 0,85—0,95, Hü^'.erefr pr. ®L 0-0 4, 2 St. 11—13 A, Enteneier 1 St. 7-8 A, Gänse «ter pr. St. 11—12 A, Käse pr. St. 5-8 A, Käsematte pr. St. 3 A. Erbsen pr. Liter 17 A, Linsen pr. Liter 29 A> Tauben pr. P«M X 1,00 bis 1,20, Hühner pr. Stück 1,30 bis 1,80, Hahnen pr. Stüö X 1,40—1,80, Enten pr. Stück X 2 00—2,20, Gänse pr. Pfwüt X 0,00—0,00, Ochsenfleisch pr. Pfd. 66-74 A, Kuh- und Rindfleisch pr. Pfd. 60—66 A, Schweinefleisch pr. Psd. 72 bis 76 A, Schweim^ fleisch, gesalzen, pr. Psd. 80 A- Kalbfleisch pr. Pfd. 60- 64 A. Hammelfleisch pr. Pfd. 50-66 A, Kartoffeln pr. 100 Kilo 6,00 dir 7,00 X, Weißkraut pr. Stück 0—00 A. Zwiebeln pr. Cent««! 7,00-8,00 X, Milch pr. Liter 16 A. Neueste Nachrichten. Depeschen des Bureau „Herold". Berlin, 5. März. Behuf» Ausstellung eine» Denk- Mal» für die Märzgefallenen tm Friedrichshain, welcher in einer einfachen Marmortafel mit der Inschrift: „Den am 18. März 1848 Gefallenen", bestehen soll, hat flch da» Somit« für die Errichtung eines Denkmal» an den Magistrat mit dem Ersuchen gewendet, ihm eine zwei Quadratmeter große Fläche unter der dort befindlichen Lmde gegen die übliche Gebühr zu überlaffen. Da» Magiftratk- Coll-gtum hat beschloffen, dieses Gesuch abzvlehnen. Wien. 5. März. Die Morgenblätter besprechen die neuen Sprachen-Berordnungen ziemlich abfällig. Besonders diejenige für Mähren wird als grober Fehler bezeichnet. Prag, 5. März. Die nach Aushebung des Farbentragen- Verbotrs von der deutschen Bevölkerung befürchteten Au», schreitungen des PöbelS haben bereits gestern Abend ihr»n Anfang genommen. Unter Abfinguvg eines Hetzltedes zog eine Rotte von mehreren k-undert Menschen über den WrnzelSplatz, dem Hauptschauplatz der früheren Exeefse. Da die Demonstranten der Aufforderung der Polizei, auseinander zu gehen nicht Folge leisteten, so mußten sie mit Gewalt auseinander getrieben werden. Budapest, 5. März. 50 Socialisten, welche sich zum FeldarbeüerCongreß begeben wollten, wurden von der Polizei aufgrhalten und zurückgebracht. Brussel, 5. März. Hiesige gewöhnlich gut unterrichtete Blätter leugnen ganz entschieden ab, daß Philipp von So bürg gewillt sei, fick von seioer Gattin Louise, der Tochter de» Königs Leopold, scheiden za taffen. Paris, 5. Marz. DaS Säbelduell des Obersten Picqnart mit dem Obersten Henry findet heute in der Manege deS Reit-Instituts statt. Die Stunde de» Zweikampfes ist noch nicht festgesetzt. Loudon, 5. März. „Daily Mail" wird aus Newyork telegraphier, daß eine ungrheme Menge Munition für das in Honkong liegende amerikariische Geschwader ein geschifft wurde. Fünf amerikanische Panzerschiffe haben Ordre, die Blokade deS stillen Oceaus vorzunehmen, sobald der Krieg zwischen Amerika und Spanien erklärt werden sollte. Loudon, 5. März. Das in Shangai erscheinende Blatt „Mercmy" veröffentlicht folgende Sensationsnachricht, welche ihm ein Berichterstatter aut Ku Kiang mitgetheilt hat. 5 Es sei daselbst ein Gerücht in Umlauf, wonach der Vicekönig von Nanking mit den Gouverneuren von Hut-Kian und Him« sich verständigt hätte, die Souveränität des Kaiser» abzuschütteln und so da» Gebiet de» Iantse-Kiavg-Flusse» zu beherrschen. China würde dann in zwei Theile zerlegt und von diesen drei Männern beherrscht werden. Der Grund de» Vorgehen» sei der, daß der Kaiser die Zolleinnahmen al» Garantie für die auswärtige Anleche übergeben habe. Diese Gelder bilden aber die Haupteinnahmen der höheren chinesischen Beamten. WB Berlin, 5.März. In der Budget-Commission de» Reichstage» erklärte Admiral Tirpitz seine Zustimmung zu dem Anträge Müller-Fulda, wonach die erforderlichen Neubauten bereit» in sechs, anstatt in sieben Jahren firtigzustellen seien. Dadurch würden erhebliche militärische und politische Bortheile erwachsen und die Sch'ffS- baukoften nicht gesteigert und würde die Mox malsteigerung deS Ordivartum» bereit» ein Jahr früher erreicht. Der Antrag Müller-Fulda wird mit großer Majorität gegen die Stimmen der Polen, d?r beiden Volkrpartelen und der Soc-aldemok^a-en angenommen. WB. Breslau, 5 März. Die „Breslauer Zeitung" meldet aus Somov^ce: Ja der „Saturvgrube" gerieth die Schacktzimmerung in Brand. Bis gestern Nachmittag wurden 40 tobte Bergleute geborgen. WB. Memel, 5. März. In vergangener Nacht überraschte ein plötzlich aufgekommener Sturm die hiesige Lach»- Kutterflottille auf See. Vier Kutter wurden auf den Strand geworfen, andere schwer beschädigt. Zehn Fischer find ertrunken, sechs werden noch vermißt. WB Petersburg. 5. Mä-z Bei der Zarin stellte sich infolge von Masern eine leichte ßuugenetitjttnbung ein- die Zarin befindet sich jedoch bereiis ans dem Wege der Besserung. A Seidenstoffe vcn Elten & Keussen, rÄU"d Crefeld. itd eine Tochter. Tochter, Earola rkopi ein Sohn. , Dem Privatier >eimich Erb eine >e Tochter, Mock hier. 28. Dem m Fabrikarbeiter obannti Rohrbach Sohn. «ctroierbeber l. P. von Brensburg, abemni, 45 Jahre alt, von Leim. ^wacher Hefen» Lchrw mn, Betriebsleiter und Wtlhelmfe HS Ernst Jughod ed zuSiehm, wj Mp Bum« i« stoph Moff tta‘ inerochta. SM In Soho, 3°6ann Ludvig Mli * nar. I, r°u * * ,23. 3*"' *js> ,6 6* W jtix w ***** 28 58 - 21 - 26 - 54 ' 52 - 25 - 24 ' 60 * 48 - 76 • Ortsftatut, Stll ZtMttmitttMggplall für dkll Ziidoßkll der Stadt Gieße« bete. Ju Gemäßheit der Artikel 10, 17 und 20 der allgemeinen Bauordnung vom 30. April 1881 ist zu dem südöstlichen Stadterweilcrungs- plau auf Beschluß der Stadtverordneten-Versammlung vom 25. März und 18. November 1897 , nach Anhörung des Kreisausschuffes und mit Genehmigung Großh. Ministeriums des Innern vom 4. Februar 1898 zu Nr. M I. 28522 nachstehendes Ortsstatut errichtet worden. § 1. Die entlang der Oberhessischen Bahnlinie nach Fulda geplante Ringstraße (Alice-Ring) von der Ludwigstraße bis zum Platz „Am Stern" darf nur auf ihrer Nordseite, der zwischen jener Ringstraße, der Bleich - straße und der Stephanstraße sich ergebende Platz überhaupt nicht bebaut werden. Die nachstehenden, zunächst die Grenzen des Bebauungsplans bildenden Straßen dürfen — insoweit dieselben überhaupt zum Bebauen eröffnet werden — vorerst nur auf der gegen die innere Stadt gerichteten Seite bebaut werden und zwar: der vordere Theil des Schiffenbergerwegs, von der Licher- bis zur Gartenstraße (N1 — M1 — N des Plans), die Ernst-Ludwigstraße von der Gartenstraße bis zum Leih- gesternerweg und der Leihgesternerweg von der Wilhelm- bis Mr Ernst-Ludwigstraße. § 2. In Ausführung des § 2 des Ortsbaustatutes vom 6. Juli 1888 »erden weiterhin und alsbald zum Bebauen eröffnet:W der vordere Theil des Schiffenbergerweges, von der Licher- bis zur Gartenftraße, die Stephanstraße, die Straße im „Riegelpfad", die Ebelstraße und der Leihgesternerweg von der Wilhelmstraße'bis zur Actienbrauerei. S 3. Desgleichen sollen nach demnächstiger Straßenherstellung zum Bebauen eröffnet werden: die Bismarck- und die Goethestraße von der Stephanstraße bis zum Platz „am Stern", die Ernst-Ludwigstraße von der Garten- bis zur Liebigstraße, die Liebigstraße von der Ebel- bis zur Ernst-Ludwigstraße, mit Ausnahme jedoch des Baublockes XIII, | die Querstraße Q — Q1 zwischen Riegelpfad und Liebigstraße und die Wilhelmstraße zwischen Ludwig- und Ebelstraße. § 4. An allen übrigen, in dem südöstlichen Stadterweiterungsplan enthaltenen Straßen dürfen Gebäude, die nach diesen Straßen ihren Ausgang haben, — auch unter den Voraussetzungen des § 7 des Ortsbau- Katuts vom 6. Juli 1888 — vorerst nicht errichtet werden. 8 5. Zur späteren Schließung bezw. Verlegung vorgesehen sind die nachstehenden Gemeindewege: in Baublock I und IV das Gäßchen nördlich vom vorderen Thei des Schiffenbergerweges, in Baublock VI das Gäßchen zwischen der Stephan» und Keplerstraße mit östlicher Abzweigung, in Baublock VII und VIII der Stephanpfad mit nördlicher Abzweigung zwischen Ernst-Ludwig- und Stephanstraße, in Baublock XVIII und XII der oberste Riegelpfad von der Ebelstraße bis zur Straße im „Riegelpfad", in Baublock XV und XVI der Aulweg mit westlicher Abzweigung zwischen Ernst Ludwig-Straße und Leihgesternerweg, in Baublock XVI das Gäßchen südlich der Ebelstraße, und der Schiffenbergerweg von der Keplerstraße bis zur Abzweigung der neuen Richtung nach dem Platz „am Stern". Sießen, am 28. Februar 1898. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 2349 G n a u t h. Bekanntmachung. Wir bringen hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß der Stadt- erweiternugsplan für den Südofteu der Stadt, unter Auf- >ebung der entgegenstehenden seitherigen Straßen- uno Fluchtlinien für diesen Stadttheil, nunmehr festgestellt ist und daß dessen Einsichtnahme auf unserem Stadtbauamt Jedermann freisteht. Gießen, 28. Februar 1898, 2350 Großherogliche Bürgermeisterei Gießen. ______________________Gnauth._____________________ Bekanntmachung. Die mit Ende dieses Monats leihfällig werdenden Marktlauben, bestimmt zum Feilbieten aller Arten von Gegenständen des Wochenmarktverkehrs auch außerhalb der Markttage und Marktzeiten, sowie die Keller unter dem Thurmhaus am Brand sollen für die Zeit vom 1. April 1898 bis Ende März 1899 Samstag, 12. März 1898, Nachmittags 2V3 Uhr, im Saale des alten Rathhauses, öffentlich meistbietend verpachtet werden. Die Verpachtungsbedingungen werden im Versteigerungstermine be- annt gegeben, können aber auch schon vorher bei der unterzeichneten Be- lörde — Zimmer Nr. 15 — eingesehen werden. Gießen, den 3. März 1898. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 2333 Bekanntmachung. - Der von der Stadtverordneten < Versammlung in ihrer gestrigen Sitzung festgesetzte Voranschlag der Stadt Gießen für das Etatsjahr 1898/99 nebst Voranschlag des Stadterweiterungsfonds und des städtischen Gas- und Wasserwerks liegt in Gemäßheit des Art. 83 der Städteordnung während acht Tagen zur Einsicht pbea Betheiligten in dem Büreau — Zimmer Nr. 15 — der unterzeichneten Stelle offen. Gießen, den 5. März 1898. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 2334____________________Gnauth.___ Engels-Stiftung. Die Zinsen der Engels-Stiftung sollen am 24. März d. I. an zehn arme und würdige Familien vertheilt werden. Bewerbungen wöbe man bis zum 12. d. M. in jeder der vier Gemeinden an den Pfarrer derselben richten. Gießen, am 5. März 1898. Der evangelische Gesammt-Kirchenvorftaud. 2336 Dr. Naumann. »L WchthWS. Freibank. 2063 Heute und Montag: Rindfleisch, nicht ladmrein, per Pfd. 48 W Die Freibank bleibt bis Abends 10 Uhr geöffnet. Waschbütte«, Pftanzeukübel, Gartenreche« Stase« pfLMe, Blumenflübe, Stafiabaü, EoeoSfasersteicke empfiehlt billiaft 2297 Louis Lony, Bahnhofstraße 27. Prima SchmiMiise, Edamer-, Rahm- and limbargerkSse stets frisch tm Anschnitt bei 844 A. & G. Wallenfels, Markt 21.___________Telephon 48, Grüne Daringe (feinster Backfisch), per Md. 15 Mg., empfiehlt 1670 J. M. Schulhof, Marktstraße 4. Telephon 119. Prima Saathafer empfiehlt 2292 W. Kitz, Marburgerstraße. Für Confirmanden. Mädchen und Knaben empfehlen unser Lager in fertiger Wäsche. Extra Bestellungen werden entgegengenommen, dieselben rasch und pünktlich besorgt. 2332 Geschw. Heerz, _______Neuenweg 7._____ Regenschirme für Damen, Herren und Kinder in großer Auswahl. 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XXX- Mecklenbu g Stretitzsche Hypothekendant Neustrelitz Berlin- Bilanz vom 81. December 1897 Die Beerdigung findet Sonntag Nachmittag 31/« Uhr von der Leichenhalle des Friedhofes aus statt. 2307 Frankfurter 3'/^Deutsche RetchbauL Pccuß. ConfolSi Gr. Heffische ObL Stadt Darmstadt o. 1891 Stadt Worm« unk. b. 1901 Oesterr. Staat «bah« o. 1886 3toi. ftaatSgar. Eisend. SO Frank en» St. Engl. Soveretgnß Dollar» tu Gold Activa: Kassen-Bestand.... Eigene Effecten.... Wechsel Bestand . . ■ Guthaben beiBankhäusern Kontokorrent .... Anlage im Hypothrken- geschäft...... Bankgebäude - Neubau Neustrelitz Mobilien und Utensilien Vorräthige u. gestempelte Pfandbrief »Formulare Giessener Stadttheater Sonntag, 6. März 1898 Ein iollfr Einfall. Schwank in 4 Acten von Carl Lauf». An jedem Mittwoch von 8 Uhr Abends und an Sonntage» von 4 Uhr an werden Anmeldungen auf Lovys Bierkeller entgegen genommen. Der kleine Saal mit 2 Nebenzimmer stehen dem betr. Tanz- lehrer zur geschäftsmäßigen Verfügung. Im großen Saal jede» Sonntag Frei-Concert v* 32188356.03 Passiva: h — 1,80 1,40 1,20 1,40 l.oO 1,50 2,— 2,~ 2,— 2,— 2- Sountag den 6. März, von Nachm. 4 Uhr und Abends 8 Uhr an: Großes humoristisches Concerl unter Mitwirkung der berühmten Frankfurter Specialisten: 2 Herren und 2 Damen; mit auserwähltem Programm und reservirten Plätzen 2294] Die am 1. April er. fälligen Coupons unserer Pfandbriefe werden bereits vom 15. März er. ab an unseren Kassen in Neustrelitz und Berlin, sowie an sämmtlichen auswärtigen Zahlstellen kostenlos eingelöst. Mecklenburg-Strelihschk Hypothekenbank Lonys Bierkeller im kleinen Saale ist Sonntag de« S. März und folgende Tage Das medicinische Wunder Mr. Pierre der Msnn mit der drhndsren Hsul zu sehen. Es ist derselbe, welcher seiner Zeit in der Klinik von Herrn Prof. Riegel vorgest.llt wurde. 2336 Es ladet ergebenst ein Die Direktion. Steins Garten (Saalbau) Sonntag den 6. März: Montag den 7. 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