Sonntag den 6. Februar 1898 Erstes Blatt. Gießener Anzeiger General-Anzeiger Amts- unb Anzeigeblcrtt für den Kreis Gieren. Gratisbeilage: Gießener Familienblätter 3mtiid?€t Theil. ung. T- * Alle Anzeigen-Vermittlungsstellen des In* und AuSlcmbeS nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. erscheint täglich mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener Aamitienßtätter werden dem Anzeiger Wöchentlich viermal beigelegt. Redaction, Expedition und Druckerei: Schutftratze Ar. 7. zu können. Wie weit jene Befürchtung begründet ist, läßt fich heute noch nicht übersehen- jedenfalls aber thuu die Mächte gut daran, ihre Aufmerksamkeit fortgesetzt der orientalischen Lage zu widmen. ES steht zu wünschen, daß die kretenfische Äouverveurfrage bald gelöst wird, da der jetzige Zustand unerträglich ist und immer neue Nahrung zur Beunruhigung giebt. Die chtnestsche Anleihe ist noch immer nicht vergeben- China kann fich nicht entschließen, fich einem der beiden Bewerber, England oder Rußland, in die Arme zu werfen. Vielleicht bekommt es auf diese Weise gar kein Geld, und tu London befürchtet man schon vielfach, daß Deutschland der tertius gaudens sein könnte. Im Uebrigen scheint die Weiterentwicklung oer Dinge in Ost asten zum Stillstand gekommen zu sein, da zwischen England und Rußland in gewtfiem Sinne eine Einigung erzielt worden ist. Die au- dem fernen Osten einlaufenden Nachrichten lauten aber meist so widersprechend, daß man gut thut, vorläufig keine Schlüffe zu ziehen. Der Feldzug Englands in Indien ist bisher resultat- loS verlaufen, was die Engländer nun auch selbst zugestrhen müffen. Im Frühjahr sollen die Operationen von Neuem beginnen- daher scheint die Meldung, daß die Afridi- zur Unterwerfung geneigt seien, fich nicht zu bestätigen. DaS Prestige dcS britischen Reiche- in Indien wird dadurch schwer erschüttert, waS vielleicht von unabsehbaren Folgen ist und dem rulfischen Einfluß daselbst Tbür und Thor öffnet, (xx) Adresse für Depeschen: Anzeiger Kiehe«. Fernsprecher Nr. 51. Gefunden: 1 Anhängsel (gold. Herzchen), 2 Porte- «onnaies mit Inhalt, 1 Zwicker, 1 Loupe, 1 Manschettenknopf, 1 ShlipS, 2 Taschentücher, 2 Handschuhe, 2 Bücher (Medicin), 1 Notizbuch, 1 Milchkanne, 1 Haarbesen, 1 Gartenbank und 1 Fuß-Kratzeisen. Gießen, am 5 Februar 1898. Grobherzogliches Polizeiamt Gießen. v. Bechtold. Politische Wochenschau. Fast schien es so, al- hätten die Berathungen der ReichS- tagS'Commisfion für die Militärftrafpr o c eß r ef o rm mit der bekannten Erklärung des KriegSministerS v. Goßler über den persönlichen Antheil deS Kaisers an der Reform und über besten Anschauungen betreffs der Auslegung einzelner Bestimmungen über die Orffentlichkeit des BersahrrnS eine dem Zustandekommen der Reform günstige Wendung genommen. Aber die Hoffnung, daß etwas Brauchbare- au- den Berathungen hervorgeht, ist nur sehr gering, denn da-, wa- die Commisfiou bisher fertig stellte, hat die Regierung zum großen Theil für unannehmbar erklärt. Im Uebrigen kann man dem KriegSmiutster für feine Ausführungen nur dankbar fein, da damit alle Ausstreuungen, als sei man an Allerhöchster Stelle irgend welchen Reformen abgeneigt, widerlegt werden. Es wäre gut, wenn auch bet anderen Gelegenheiten die Orffentlichkeit in gleich bündiger Weise aufgeklärt würde. Der in dieser Woche in Dresden abgehaltene conservative Parteitag bat daS Interesse weiter Kreise in Anspruch ge- nommev. Ob eine Kräftigung der Partei erzielt worden ist, wird die Erfahrung lehren, jedenfalls ist ihm Stellung zu den anderen Parteien klar gelegt und präctstrt worden. Als Hauptmoment tritt aus den Verhandlungen hervor, daß die Coufrrvattven fich die Bekämpfung der Sozialdemokratie biS aufö Meffer zur Lebensaufgabe gemacht haben und daß fie der Regierung zur Erreichung dieses Ziele- unbedingte Heere-- folge leisten wollen. Die Vorbereitungen für die im Laufe dieses Jahre- stattfiudenden Neuwahlen werden bereits von allen Parteien eifrig betrieben- der Wahlkampf dürfte ein äußerst heftiger sein, bei dem besonder- die Gegensätze auf wirtschaftlichem Gebiete stark zum Ausdruck kommen werden. Wenn auch der nächste Reichstag noch nichts mit der Durchberathung der künftigen Handelsverträge zu thun haben wird, da die jetzt bestehenden erst mit dem Jahre 1904 ablaufrn, so ist die Handelsvertragspolitik doch schon jetzt ein Theil der Wahlparole, wenigstens zwischen den sonst denselben politischen Standpunkt einnehmenden Parteien. Die von der Regierung etngebrachte Privatdozenten. Vorlage stößt vielfach auf heftigen Widerstand der Nächst- betheiltgten. Unter Anderen hat jetzt eine Anzahl Berliner Profefforen gegen den Entwurf Stellung genommen, bet deffen Berathung e- im preußischen Abgeordnetenhause zu lebhaften Kämpfen kommen dürfte. Da- Verbot deS Farbentragens, welche- die Prager Polizeibehörde erlösten, hat die Lage in Oesterreich nur noch verschlimmert. Die deutschen Studenten de- ganzen Lande- haben fich mit ihren Prager Commilitonen solidarisch erklärt. Leider begehen fie aber allerlei Ungesetzlichkeiten und verhindern durch Radaumachen die Abhaltung von Vorlesungen. Wären sie den letzteren einfach fern geblieben, bis den Prager Studenten da- Farbentragen wieder erlaubt wurde, so hätte ein Unbefangener ein solches Vorgehen wohl entschuldigt, daß aber Gewaltthätigkeiten nicht geduldet werden können, ist selbstverständlich. Die Maßregel der UniverfitätSbehördeu und derjenigen des PoiytechnikumS tn Wien, wonach die Vorlesungen zeitweise fistirt worden find, kann nur gutgeheißen werden. Immer heißer entbrennt in unserem Nachbarreiche der Natiovalitätenstreit - wohin das führen soll, mögen die Götter wiffen. Daß die Zustände nicht so blöden können, leuchtet Jedermann ein; aber wer wird eine Besserung der Berhäliniffe herbeiführen können, wenn nicht auf beiden Seiten zugleich uachge- geben wird? Ein gewiffe- Aufsehen machten dieser Tage die Schilderungen eines rheinischen Blattes über die Lage im Orient. Daraus ging hervor, daß fich dort eine neue Gefahr für den europäischen Frieden vorbereite und daß Rußland nur deshalb auf eine Zuspitzung der Situation verzichte, um seine ganze Aufmerksamkeit den Dingen auf dem Balkan zuweuden Der-tsche» Reich« Berlin. 4. Februar. Der Reichskanzler Fürst Hohenlohe übersandte dem Reichstage die vom Reichsmarmeamt gesammelten statistischen Notizen über die Ausgaben für Flotte und Landheer, sowie deren Stellung im Hau-« halte der wichtigsten Großstaaten als Material für dir Be- rathungen des Gesetzentwurfs betr. die deutsche Flotte. Berlin, 4. Februar. Die Freiconserv attve« meldeten im Abgeordnetenhause eine Interpellation an, ob die Regierung bereit sei, mitzutheileo, ob die in der Thronrede verheißene Vorlage betr. die Neuregelung und Verbesserung deS DiensteinkommenS der Geistlichen beider Coufesfionen nächstens zu erwarten sei, gegebenenfalls, weshalb die Einbringung der Vorlage sich verzögere. Berlin, 4. Februar. Der „ReichSanzeiger" theilt jetzt mit: Die Einfuhr lebender Pflanzen und f,rischer Pflanzenabfälle aus den Bereinigten Staaten ist gänzlich, die Einfuhr von Obst und Odstabfällen unter der Voraussetzung verboten, daß bei der an der Eingangsstelle vorgeuommenen Untersuchung der Sendung daS Vorhandensein der San Joiö-SchildlauS festgestellr wird. Der „Reichsanzeiger" begründet das Einfuhrverbot ausführlich und theilt mit, daß in in Hamburg eingetroffenem calt- fornifchen Obste San JosL Schildläuse gefunden worden find. DaS Blatt legt im Weiteren die Gefährlichkeit diese- Schädling- dar. — Der „ReichSanzriger" veröffentlicht die vom BundeSrath am 30. Januar l. IS. beschlossenen Bestimmungen, betreffend die Ertheiluug amtlicher Auskünfte in Zolltarif-Angelegenheiten, welche am 1. April l. I. in Kraft treten. Berlin, 4. Februar. Die Reich-tagS-Commtsfion für die Centrum-vorlage gegen die Unsittlichkeit (lex Heintze) nahm einstimmig den § 181 in abgeänderter Fassung an, wonach die Zuhälter mit Gefängniß von nicht unter einem Monat zu bestrafen find, wonach ferner der Verlust rüber auS, daß in diesem Etat eine Gehaltserhöhung für die Postunterbeamten und Landbriesträger noch nicht enthalten sei. Der Commisfionsresolution betr. Annahme und Bestellung von Paketen an Sonntagen nur noch Bormittag- bi- 12 Uhr stimme er zu. Dringend nöthig sei eine Erweiterung der Paketannahmestellen in Berlin- ferner empfehle eS fich, den Schluß der Annahmezeit für Pakete ein paar Stunden früher anzusetzen. Auch in Bezug auf das Urlaub-wesen seien die unteren Beamten bester zu stellen als bisher. Ungenügend sei ferner die Sonntagsruhe für die Unterbeamten. Ueber- Haupt müffe eine Maximalarbeitszeit für die Unterbeamten festgestellt werden, wenn nicht für den Tag, fo doch für die Woche. Redner wünscht schließlich noch, daß der Staat-- secretär Abhülfe schaffen werde diesbezüglich, daß den Mitgliedern de« AsfisteutrnverbaudeS nicht mehr Schwierigkeiten gemacht würden. Staat-secretär v. PodbielSki weist auf seine Erklärung in der Commission hin, daß er den Sonntag Nach« mittag den Beamten frei geben wolle durch Verlegung deS Schalterdienstes auf die Mittagsstunde. Auch der Bestelldienst am Sonntag werde eingeschränkt werden. Die Unzu- träglichkeiten bet der Paketannahme gebe er zu. Er habe bei den Handelskammern zunächst angefragt, wie abzuhelfen sei. DaS ganze Remunerat« onSweseu habe etwas Unangenehme-, aber es sei ganz ohne dasselbe nicht auszukommen. Ein Recht auf Urlaub könne man nicht geben, aber ein wohl- wollender Vorgesetzter werde immer sür seine Beamten sorgen. Betreffs der Maßregelungen der Aifistenten erklärt Redner, er schaffe keine Märtyrer. Nur wenn der Verband hemmend in den Postbetrieb etngreifen würde, würde er (Redner) einschreiten - sonst gehe ihn der Verband an sich gar nicht- an. In Deutschland lebe man nun einmal in der Zett der Verein-, meieret. (Heiterkeit.) Abg. Lenz mann (frs. Vp.) unterzieht die Ausführungen des Staat-secretär- einer eingehenden Kritik, wobei er u. A. betont, ihm scheine überhaupt, daß die Cavallerie nicht der richtige Platz fei, um solche Sachkenntnisse zu sammeln. Er wolle fich aber mit dem alttn Wahrheitssatz trösten: Wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch den Verstand. Die Beseitigung der Privatposten gefalle ihm (dem Redner) nicht. In weiten Volkskreisen betrachte man die Privatpoften al» eine Nolhwendigkeit. Der freie Sonntag dürfe unter keinen Umständen erkauft werden durch eine vorgängige Nachtarbeit, denn dann habe der Beamte NlchrS von seinem freien Sonntag. Zu wünschen wäre noch, daß auch die Briefträger rc. zu Vereinen fich zusammenschlöffen, und daß die Assistenten zu höheren Stellen zugelaffen würden bei Nachweis der nöthigen Kcnntniffe durch Examen. Wa- die Gehaltserhöhung für den StaatSsecretär anlange, so müffe fie so lange gesperrt werden, bi- auch die Gehaltserhöhung für die Unter- Deutscher Reichstag. 82. Eitznng vom Donnerstag den 4. Februar 1898. Tages Ordnung: Fortsetzung der EtatSberath- , Postetat. Titel Staut-fecretär. Abg. Singer (Soz.) drückt feine Verwunderung da- sgte* ® ft) N dm $ »Mr IM bdm bt II856 464 M., M Bezugspreis vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerloha. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. Ä pat’ti beamten und Landbriefträger erreicht werde. Demgemäß stimmten feine Freunde für die von der Commisfiou vorgeschlagene Resolution Lieber. (Nachtrag-etat zu Gunsten jener beiden Beamtenklaffen.) StaatSsecretär v. PodbielSki führt auS, durch die Verfügung vom Januar betr. Anstellung der HUssunter- beamten schon nach 8 Jahren, statt bisher nach 12 Jahren, sei die Zahl der betreffenden festangestellten Beamten sofort von noch nicht 9000 auf 17000 gestiegen. Das kennzeichne die Bedeutung dieser Verfügung. Abg. v. Levetzow (cons.) ist für Bewilligung der Erhöhung deS Gehalt- des Sraat-fecretärS. Abg. Lingen - (Ctr.) verbreitet fich über die Sonntagsruhe, die noch gleichmäßiger ausgestaltet werden müffe. StaatSsecretär v. PodbielSki entgegnet, die Postver- waltuug sei fortdauernd bestrebt, die Sonntagsruhe und Sonntagsheiligung immer mehr auszugestalten. Aber eß könne nicht Alles auf einmal gemacht werden. Abg. Liebermann v. Sonnenberg (Avtif.) spricht fein Erstaunen au- über den Hinweis des Abg. Lenzmann auf die cavallerifttsche Vorbildung des Staat-secretär-. Diese sei doch keinesfalls ein Hinderniß für gute Leistungen i« Postfach. Redner wünscht den Telegramwverkehr an Sonntagen eingestellt zu sehen, ferner einheitliche Regelung der UrlaubSsrage. Sodann beschwert er fich über N chtbeförde- rung antisemitischer Ansichtspostkarten und erklärt, daß er für Streichung der 6000 Mk. stimmen werde. Staat-secretär v. PodbielSki constatirt, eS seien über die betreffenden in Frankfurt a. M. aufgegebenen Postkarten schon lange Beschwerden eingegangen, deshalb sei deren Beförderung fistirt worden. Abg. Müller Fulda (Ctr.) erklärt, für seine Freunde würde nur maßgebend sein, waS der StaatSsecretär leisten werde, nicht was derselbe bisher für eine Stellung eingenommen habe. D e Postreformen wünscht Redner schneller erledigt zu sehen. Dir Debatte wird geschloffen. — Dem Anträge der Budgetcommiffion entsprechend wird die Gehaltserhöhung für den StaatSsecretär von 6000 Mk. abgelehnt und die von der Commiffion vorgeschlagrue Resolution, betreffend Packeibeförderung an Sonntagen nur bis 12 Uhr, angenommen. Nächste Sitzung Sam-tag 12 Uhr. Tages Ordnung: Handelsvertrag mit dem Oranjefreistaat, Aufhebung der AmtScamionen, Spiritu-steuernovelle, ConcurSordnungsnovelle. Schlun 6 Uhr. M Uhr am SM auf der faifr Lrmi'Mnzenberg unb 5*9, 30. X1898, Mukretster: heiser 108? n8 Mmben s.i * "rieb bl der ft ’ H bi?» !»'■# ;611 souite11 tOT0 Mgiij ■ -LiU to tat, “ Di» | nut.1 v™Mittitt rtt Quantum W ioh nrtruibeM Erchen» tn verrnischl) in beließ geifoM W* 60 M p> EK r0n Doxpelladung M ja uni fo £üW- I Giersbach^ ht w- ►oooo fdb»t*r feinfte CtraM, tfnrtrr Würstel, ik Hellerliusm a bei ® !. Wallenfels, 21. - Ä Nr. 31 MM WM J Mr***;.,, *ul * der Ehresrechte und Polizeiaufsicht, eventuell Unterbringung tm Arbeit-Hause oder Landesverweisung zulässig ist. Ebenso lehnte die Commission die Heraufsetzung de- Schutzalters der Mädchen auf 18 Jahre ab. Berlin, 4. Februar. Wie von verschtedenea Seiten ge« meldet wird, soll der Laudrath deS Kreises Ntederbarutm, Herr v. Waldow, zum Nachfolger des in da- Ministerium de« Innern berufenen Ober«Präfidialrath- Dr. Maubach in Königsberg ausersehen sein. Thorn, 4. Februar. Die Weichsel steigt stark) der Hochwaffer-S'gnalball wurde bereit- gezogen. rlu-tQuö. Wien, 4. Februar. Heute wurden auch die klinischen Borträge an der hiesigen Universität unterbrochen. Die slaotschen Studenten traten vielfach provocatorisch gegen die Deutschen auf. In einzelnen Fällen wurden heftige Zu« sarnrnenstöße nur durch da- Dazwischentreten der Professoren verhindert. Die slavtschen Studenten haben sich telegraphisch an den jungtschechischen Landtag-club gewendet mit dem An« suchen, bei der Regierung vorstellig zu werden, daß diese ihnen Schutz zu Theil werden laste. Zanlbrnck, 4. Februar. Der Senat der Universität hat mit Ermächtigung de- Unterricht-mintster- die Vorlesungen an den weltlichen Facultäteu auf 14 Tage suSpeudirt. Reicheuberg, 4. Februar. Der Handel-senat de- hieflgen Kreisgerichts wie- heute daS Verlangen ab, czrchlsch zu verhandeln, mit der Begründung, daß die Verhandlungssprache des KreiSgerichtS Reichenberg die deutsche sei, da die Czechen nur einen unbedeutenden Procentsatz deS Gericht-« sprengelS ausmachen. Prag, 4. Februar. Ein im Landtag eingereichter Antrag der Abgg. Herold und Pacak enthält einen Gesetz« entwurf, wonach daS Königreich Böhmen ein einziges untheil- bareS Ganze- bildet, die czechrfche und die deutsche Sprache in ganz Böhmen gleichberechtigte Landessprachen find, alle an den böhmischen Landtag gerichteten Rescripte, Entscheidungen, Anträge und RegierungSmittheil- ungen in czechtscher und deutscher Sprache erlaffen werden wüsten, die czechtsche und deutsche Sprache bet allen Staats« und Laude-ämtern Amtssprachen find, die im Lande angeftellten Staat-« und Landesbeamten beider Landessprachen mächtig sein und die öffentlichen Aufschriften, Bezeichnungen und dergleichen der Staats- und autonomen Landesbehörden in beiden Landessprachen ausgeführt sein wüsten. Die Staat-« und Laude-behörden wüsten die Verhandlungen und Erledigungen in der EinretchungSsprache durchführen. Der Antrag wurde dem Bovquoi'schen Sprachenausschuß überwiesen. Graz, 4. Februar. Landtag. Der Slovene Rofina verliest eine Interpellation in slovenischer Sprache, worauf großer Lärm entsteht und die Rufe: „Deutsch! Deutsch!" ertönen. Der Landeshauptmann ersucht, den Redner sprechen zu lasten und droht m>t der Räumung der Gallerte. Als Rofina in slovenischer Sprache fortfährt, entsteht neuerdings großer Lärm, auch die Rufe: „Deutsch! Deutsch!" werden wieder gehört. Der Landeshauptmann läßt hierauf die Gallerten räumen und unterbricht die Sitzung. Die sloveai- schen Galleriebesucher rufen beim Verlassen: „Ztoio", die deutschen sangen die „Wacht am Rhein". Hierauf schließt Rosina seine Interpellation, wobei fortwährend gerufen wird: „Deutsch! Deutsch!" Der deutschnationale Abgeordnete Walz protesttrt gegen die Provocation, die darin liege, daß die Interpellation in slovenischer Sprache verlesen sei, worauf der Sloveue Robtc bemerkt, daß da- auch in früheren Jahren anstandslos geschehen sei und erklärt, die Slovenen würden sich in dem Gebrauche ihrer Muttersprache tm Land« tage weder bei Interpellationen noch in der Debatte beeis« trächtigen lassen. Budapest, 4. Februar. Abgeordnetenhaus. Der HandelSmtntster beantwortete die Interpellation Metzels in der Angelegenheit der Magyasirirung. Der Minister erklärte, von Seiten der Regierung sei keinerlei Erlaß an die Oberbeamten der Staatsbahnen in der Angelegenheit der Magharifirung ergangen. Wenn e- eine solche Strömung gäbe, bewege sie sich auf socialer Grundlage. Da in dieser Beziehung kein Mißbrauch obwalte, so habe die Regierung keine Veranlassung, irgend eine Verfügung zu treffen. DaS HauS nahm von der Antwort Kenntniß. Pari-, 4. Februar. Für daS Frühjahr werden zahlreiche Garnison-Verschiebungen, so der Garnisonen in Toul, Verdun und anderen angekündigt. Die Mllttär« Commission der Kammer wird jedoch dem Vernehmen nach den Krieg-minister ersuchen, den Garnisonwechsel sür die Truppen an der Grenze einzuschränken, damit die Offiziere Gelegenheit haben, sich mit den Oertlichkeiten daselbst möglichst vertraut zu machen. CocaUs sind provinzielles. Gießen, den 5. Februar 1898. •• Kirchliche Dienstuachrichteu. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, dem Pfarrver- walrer August Bickel Haupt zu Groß-Umstadt, Decanat Groß-Umstadt, die zweite lutherische Pfarrftelle daselbst, und dem Pfarrverwalter Heinrich Hunzinger zu Schafheim, Drcarat Groß-Umstadt, die evangelische Pfarrftelle daselbst zu übertragen. *• Kunstausstellung. Wie sich naturgemäß jede Ausstellung zu einer Sammelstätte von Fleiß und aufgewandter Mühe bezeichnen läßt, so weift auch die Ausstellung im ThurmhauS am Brand nach dem letzten Wechsel der Gemälde eine Anzahl Kunstwerke auf, die durch ihre Naturwahrheit und nicht zum Mindesten durch ihre Farbenpracht Anspruch auf ein getreue- Bild entfernter, namentlich der den südlichen Regionen entnommenen Motiven erheben dürfen, obwohl wir durch einen Vergleich von unserem Gesichtskreise au- manche Details als der Natürlichkeit entbehrend zu bezeichnen versucht wären. Zwei solcher wohlgelungener Bilder zeigt Hetz-München, welcher seinem „Motiv auS Capri" ein weiteres: „Blick auf die Peterskirchr in Rom" beigefügr hat. Gleichfalls durch Farbenschönheit und vorzügliche Ausführung zeichnen sich aus: „Hinter-Gosausee in Oesterreich" von Hacker-München, „Landschaft an der Weser" von Weinert- Hannover, und „Badersee am Fuße der Zugspitze" von Bartels-Hanau. Ein dankbare« Motiv hat Horst-Hamburg zu seinem Bffde: „Gelegenheit macht Diebe" gewählt. Vier E njährige find auf einem größeren Bauerngur etnquartirt, und die allezeit zu losen Streichen aufgelegten Jünger Mar- werden wohl keine sich bietende Gelegenheit vorübergehen lassen, um ihrem Uebermuth die Zügel schießen zu lassen. Die tralle Srallmagd, welche ihr Weg, zwei Eimer tragend, an den Soldaten vorüberführt, darf nicht ungeschoren bleiben- schnell hat sie einer der Einjährigen erfaßt, die eine Hand die Taille, die andere einen Arm des Mädchen- festhaltend, um so der sich Sträubenden einen Kuß auf die feisten Backen zu drücken. Da- lachende Gesicht des Mädchens beweist, daß sie einen Spaß wohl versteht, ander- die dazu kommende behäbige Bäuerin, die mit erhobenen Armen über solche Unverschämtheit lo-zetert, damit natürlich nur den Spott und die ganze Ungebundenheit der Uebrigen heroorrufend, die sich „bald todilachen" wollen. — Außer einem sich scharf ab« hebeudru hübschen Gebtrg-bild „Bei der Leipziger Hütte" von Hofer-Bremen, der noch zwei Bilder „Alpenrosen" und „Tragole" zur Ansicht bringt, zieren die Ausstellung zwei reizende Strandbilder: „Von der Ostsee" von Boerner- Dresden, und „Am Oftseeftrandr" von Wachenhusen-Berltn. Besonders hervorgehobeu zu werden verdient ein werthvolle- Jagdstück von Heubach-MUnchen: „Platzhirsch". Die äußerst sorgfältig und wohlgelungene Ausführung diese- Gemäldes versucht unS, dasselbe als das Beste der gegenwärtigen Serie zu bezeichnen. Ein weitere- Jagdstück bringt WachSmuth« München: „Drei Füchse". Da- Bildchen, welches aus dem am Boden liegenden Rucksack nur zwei Fuchsschwänze sehen läßt, legt die Vermuthung nahe, daß der dritte Fuchs der schelmische Jäger selbst ist. Von neu ausgestellten Blumenstücken athmen ruhige stimmungsvolle Wärme: „Weiße Rhododendron" von Nees von Esenbeck und „Bor dem Gnaden- btlde" von Strecker-München. Nicht unerwähnt lassen wollen wir ein ansprechendes Bild von Rieper-München: „Bäuerliches Mahl" und einige von Schlabttz-Berlin seiner Collection noch zugefügte Bilder: „Genrebild", „Kathel", und zwei Aquarelle: „Au- Tyrol", „Besigheim". ** Stadttheater. Am Montag, den 7. d«. Mts. wird auf allgemeinen Wunsch Blumenthal-Kadelburgs „Hans Huckebein" wiederholt. Auch diese Borstellung findet de« enorm hohen AufführungS-HonorareS wegen bei erhöhten Preisen statt. — Am Donnerstag, den 10. Februar ist einmaliges Gastspiel der Kgl. Hofschauspielerin Fräulein Marie Barkany aus Berlin. Die Künstlerin tritt als „Fedora" auf. Die „Kölnische Zeitung" schreibt unterm 26. März 1897 über „Marie Barkany": „Fedora ist die Hauptperson deS Stückes- alle übrigen Personen verschwinden neben ihr. Die Rolle der Fedora, die Sardou ursprünglich für Sarah Bernhardt geschrieben hatte, stellt an die Darstellerin große Anforderungen. Unter den deutschen Künstlerinnen, welche als Fedora die schönsten Triumphe gefeiert haben, nimmt unser verehrter Gast, Fräulein Marie Barkany nicht den letzten Platz ein. Fräulein Barkany, die längere Zeit dem Verbände des k. Schauspielhauses in Berlin angehörte, später eine Zierde des Lesfingtheateis bildete, hat sich feit einer Reihe von Jahren ausschließlich der GastsPtelcarriSre gewidmet. Wo immer fie erscheint, wird fie vom Publikum wie von der Presse auf daS Wärmste begrüßt und mit großem Beifall aufgenommen. Die Dame ist eine hübsche, außerordentlich pikante Bühneuersckeiuung,- tiefe Leidenschaft, ein überaus modulation-fähige- Organ und ein feiner Geschmack hinsichtlich der Auswahl ihrer Toiletten, die geradezu großartig sind, bilden die Vorzüge der Künstlerin, die in vielen Novitäien mit stets neuem Erfolge bedeutende Rollen schuf. In der „Fedora", die im ganzen Stücke von einer außerordentlichen Leidenschaft beherrscht wird, kann daS schöne Organ der Dame so recht zur vollen Geltung kommen. Als vollendete Künstlerin zeigte sich Fräulein Barkany namentlich im zweiten und im vierten Acte. Unbestritten stand sie auf der Höhe ihrer Aufgabe im zweiten Acte in jener Scene, da sie al- Fedora den Grafen Jpanoff nach und nach dazu treibt, ihr offtn zu gestehen, daß er es war, der den Wladimir ermordete. Wie meisterhaft verstand fie es, ihre tief im Herzen lodernde Leidenschaft unter dem leichten Uaterhaltungs- ton zu verbergen, so zwar, daß LoriS Jpanoff nicht- davon merkt, während der Zuschauer alle- ahnt und durchschaut! Erschütternd ist die Schlußscene- auch hier zeigte Fräulein Barkany ihr reiches künstlerische« Können in hervorragendem Maße. DaS Publikum spendete Fräulein Barkany reichen Beifall und rief die verdiente Künstlerin nach jeder Scene mehrmals hervor. ** Vortrag. Stein« Saalbau war gestern Abend noch stärker besucht, al- am vorhergehenden Abend und mag wohl da- Thema: „Erduntergavg" mit eine Ursache davon gewesen sein. Herr Docent Jens Lützen ging von der Falb'schen Prophezeiung aus, daß am 13. November 1899 eine Erdkatastrophe bevorstände und erklärte dieselbe für richtig und wissenschaftlich begründet. Er schilderte die Entstehung und die Bahnen der Himmelskörper, unterstützt von zahlreichen Photographien und Z-ichnungen, welche durch einen Nebelbilderapparat wiedergegeden wurden. Die Bedenken ängstlicher Gemüther zerstreute Herr Lützen, indem er nachwtes, daß der Zusammenstoß der Erde mit einem Kometen durauS ungefährlich sei und außerdem alle 33 Jahre stattfände. Der ansprechende Vortrag fand wiederholten und am Schlüsse sehr lebhaften Beifall- die Zuhörer aber verließen in gehobener Stimmung den Saal, da die Befürchtung, so nahe vor dem allgemeinen Kladderadatsch zu stehen, al« unbegründet nachgewiesen wurde. *♦ Eine Herz- und Magevstarkuog ist für Jedermann ' eine erwünschte Sache, besonder« zur jetzigen Winterszeit. War ist aber eine solche? Nun, außer bei genießlicherr Diner« und obligaten Wrinfltzungen kann fich Jedermann diesen Hochgenuß jederzeit wir Scheller- Eler-Cognac verschaffen, der dahier in der Löwendrogerie (W. Klidinger) in verschiedenen Quantitäten zu haben ist. De« Näheren verweisen wir auf das dieSoezügliche Inserat in heutiger Nummer. kl etebt etrtcB. «v-gedotr. Februar: 1. Ludwig Stork, Bahnar beiter dahier, und Elisabeth Emerick hterselbst. 2 JustuS Sauer, Kutscher dahier, und Katharine Dietrich Hierselbst. Januar: 24. Dem Schreiner Karl Joses Plattner ein Sohn, Karl Hieronymus. 26. Dem Kirchendiener Hermann Hosse eine Tochter. 27. Dem Bäckermeister August Deibel ein Sohn. 27. Dem Schreiner Heinrich Frethöser eine Tochter, Marie Eltsabethe Mathilde. 27. Dem Kaufmann Friedrich Lath eine Tochter. 30. Dem Schlosser Karl Alt ein Sohn. Februar: 1. Dem Schneider Ludwig Hormann ein Sohn. 1. Dem Fuhrmann August Kratz eine Tochter, Marie Margarethe. 1. Dem Locomottohetzer Moritz OSwald eine Tochter. 2. Dem Zahnarzt Theodor Fruttg eine Tochter. 2. Dem Rangirer Werner Krug ein Sohn, Johann Jacob Karl. 2. Dem Postassistenten LouiS Todt ein Sohn. •dtotittu. Januar: 24. Heinrich Usioger, 43 Jahre alt, Taglöhnrr dahier. 28. August Kiefer, ’/a Jahre alt, Sohn von WUbelm Kiefer zu Runkel. 30. August Morgenschweitz, 43 Jahre alt, Bergmann von Bacharach. 30. Karoline Ferdinande v. Herff, geb. Scha ff, alt 55 Jabre alt, Ehefrau von Generalmajor a. D. Friedrich Ludwig August o. Herff von Darmstadt. Februar: 1. Heinrich Schnterle, 22 Tage alt, Sohn von Taglöhner Johann Friedrich Schnierle dahier. 1. Jakob George, 40 Jahre alt, Kellner dahier. 4. Dr. Earl Wilhelm Hempel, 78 Jabre alt, Apotheker dahier. Auszug aus den Airchenbücheen der Stadt (Lieben. Evangelische Gemrinbe. •daafU. MarkuSgemeinde. Den 30. Januar. Dem Schlosser Martin Spieser ein Sohn, Heinrich Friedrich Wilhelm, geboren den 7. December. Denselben. Dem Maschinist Karl Stroh ein Sohn, Richard Hans Martin, geboren den 30. August. Denselben. Dem. Spengler Anton Bellnhöfer eine Tochter^ Emilie Marie Antonte, geboren den 13. September. Lukasgemeinde. Den 23. Januar. Dem Kaufmann Wilhelm HaaS ein Sohn, Wilhelm Hans Karl, geboren den 23. December. Den 24. Januar. Dem Photograph Wilhelm Becker ein Sohn, Karl Wilhelm, geboren den 22. December. Den 30. Januar. Dem Schlaffer Earl Bechthold ein Sohn, Karl Ludwig Theodor, geboren den 20. Januar. Militärgemeinde. Den 23. Januar. Dem Vicefeldwebel Johann Rühl Bambry eine Tochter, Thekla Katharina, geboren dm 5. December. Den 30. Januar. Dem Hoboist Franz Theodor Backhaus eine Tochter, Kätha Marie Friederike, geboren den 13. December. BrnHau. MarkuSgemeinde. Den 29. Januar. Marte Eltsabethe Heyl, geb Heyl, Ehesrau von Gastwtrth Johann Friedrich Heyl, 53 Jahre alt, starb ben 27. Januar. Johann-Sgemeinde. Den 23. Januar. Anna Haidt, geb. Best, Wtttwe deS schützen Karl Hardt zu Gießen, 67 Jabre alt, starb den 21. Januar. Briefkasten. K. in G. Wir sahen von Veröffentlichung frag!. Notiz aü, weil darum gebeten wurde; derartigen Bitten tragen wir immer Rechnung, einerlei von welcher Seite fie kommen. v. in -D. Berichte von nur localem Interesse von dort wollen Sie uns nicht senden. R. am Eiammiisch in D. Sie haben die Wette oerlorm. Die Parade bet Homburg wurde durch btide Leibgarden eröffnet. Die Leibgarde deö Kaisers trägt dunklen, dtejmige der Kaiserin weißen Koller. Norddeutscher Lloyd, in Gießm vertretm durch die Agenten Eart LooS und I. M. Schulhof. Bremen, 4. Februar. fPer transatlantischen Telegraph.! DerSchnellpostdamvfer Havel, Eapt.H.Ehrtstoffers, vom Nord deutsch« Lloyd in Bremen, ist gestern 12 Uhr Mittags wohlbehalten in Newyork angekommen. Bremen, 4. Februar. fPer transatlantischm Telegraph.js Der Postdampser Stuttgart, Eapt. Bruns, vom Norddeutsch« Lloyd in Bremen, ist gestern 11 Uhr Abends wohlbehalten in Newyork angekommm. t)erfet>r, €aub* tmfc VoUswivthschaft. Gießen, 6. Februar. Marktbericht. Aus dem heutig« Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. X 0,80—0,95, Hühnereier pr. St. 0—0 H,2 St. 13—154, Enteneier 1 St. 0—00H, Gänse« eter pr. ®L 00—00 H, Käse pr. St.4 —9 Käsematte pr. 6t. 3 4> Erbsen yr. Liter 18 Linsen pr. Liter 32 Tauben pr. Paar X 0,90 bis 1,00, Hühner pr. Stück 0,90 biß 1,10, Hahnen pr. Stück X 0,60—1,00, Enten pr. Stück •* 1,60—2,CO, Gänse pr. Pfund X 0,00-0,00, Ochsenfleisch pr. Psd. 66-74 H, Kuh- und Rindfleisch pr. Psd. 60—66 H, Schweinefleisch yr. Psd. 72 bis 76 4, Schwein«.« fleisch, gesalzen, pr. Psd. 80 A, Kalbfleisch pr. Pfd. 60-64 * Hammelfleisch pr. Pfd. 50—66 H, Kartoffeln pr. 100 Kilo 6,(0 bi! 0,00 X, Weißkraut pr. Stück 0—00 4, Zwiebeln pr. Eentner 6,00—0,00 X, Milch pr. Liter 16 4- Neueste Nachrichten. Depeschen des Bureau „Herold". Berlin, 5. Februar. Bei der geplanten Reform der Sonntagsruhe soll e- sich, den „Berl. Pol. Nachr." zufolge, nur noch um eine Revision polizeilicher Verfügung handeln. Wien, 5. Februar. D'e Herzogin Elemeutine und der Herzog Philipp von Coburg sind nach mehr« möchentlichem Aufenthalt in Sofia hierher zurückgekehrt. Wien, 5. Februar. Die Skandale der tschechischen Studenten haben fich gestern nicht wiederholt. Man befürchtet, daß indeß heute gelegentlich des officlcllen deutschen Studeuten« bummels Zusammenstöße erfolgen werden, da die Slaven die Parole au-gegeben haben, gleichfalls auf dem Bummel ' zu erscheinen. Wie», 5. Februar. Im Gemeinderath interpelltrte gestern der deutsch nationale Rader u. Gen., ob die deutsche Bank in Berlin eine jüdische oder christliche Bank und ob der Direktor Tiemens ein getaufter oder ungetaufter Jude sei. Lueger erwiderte, die Frage sei sehr wichtig und er wolle ebenso antworten. Daß bet der deutschen Bank Juden seien, sei sehr wahrscheinlich, denn überall, wo Geld fei. seien Juden auch dabet. Ihm sei keine Bank bekannt, welche getauft worden sei. Der Interpellant solle eine judenreine Welt schaffen. Peking, 5. Februar. Die Chinesen behaupten, daß die deutsche Wache, welche neu gebildet worden ist, drei Chinesen getödtet hat. H Kiel, 5. Februar. Heute Morgen 7 Uhr ist eine Dampfer-Ptnaffe mir 14 Matrosen und 3 Mann B'dievung infolge einer Keffelexp ofton tm Hafen gekentert und untergegangen. 10 Matrosen sollen ertrunken sein, die übrigen wurden von dem Panz'rschtff „Haaen" gerettet. Stürmischer Nord-Ost und Hochwasser. Die Quais sind alle überfluthet. - Da« Technikum der freien Hausestadt Bremen, eire Staatsanstalt, hat zur Zett vier Abthetlungen. Die Baugewerk- schu'e — vom Verbände deutscher Baugewe« ksmeister ane, könnt — schlißt ft b in ihrem Ausbau den töniflltd) preußischen Anstalten an. Die Abtheilung für Maschinenbau unb Electrotechn k ist mit allen Anspiüchen der Jetztzeit g-recht werdend«» Laboratorien ausgrstattet. In derfttben Weise arbeitet die Schiffe bauschule und die See- maschinistenschule. Ja allen Ab'h -lung ü'ungscommiff onrn obg- halten. — Die Anstalt ist tm verflossenen Jahre vor Neichsmartneamt be- stchtigt worden; das Reichsmarineamt hat im Anschluß daran eine Anzahl kaiserliche Beamten zur Ausbildung nach B.emen gesandt. Fi fit "• tllt 6 l,*ll «VS K'hildr. >ttt Hnt B 6o,tncht-lh»l- ,, MÄL1 rrrÄ jtifantitt pr.Sl." ■»MSSiä Achten* * ,fTfl ®,[pp® r Än* -.U-iSS Äibosthrt- Uri« ffqty [Weur Bekanntmachung. Die Lieferung des Armenbrodes und des Bedarfs des Bürgerhospitals an Brod, Wecken, Kuchen, Mehl. Milch, Fleisch, Schmalzfett, Colontal- waaren, Hü'.senfrüchten, Seife, Petroleum, sowie die Fertigung der Schuhe und Särge für Arme pro 1898/99 soll im Wege der Submission vergeben werden und sind Offerten hierauf verschlossen unter Beifügung von Mustern bis zum 15. d. Mts. bei dem Armenamt, bei welchem auch die Bedingungen eingesehen, sowie die zur Submission auf Colonial- waaren rc. zu verwendenden Formularien bezogen werden können, einzureichen. Gießen, den 3. Februar 1898. 1328 Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. Bekanntmachung. Die Lieferung der Stoffe zu Kleidern für arme Confirmanden au Ostern 1898, bestehend in Knabenanzügen von schwarzem Cheviot, in schwarzem Cachemir zu Mädchenkleidern, Futter dazu, weißem und farbigem Flanell, soll im Submisfionswege vergeben werden und sind desfallsige Offerten unter Beischluß von Mustern bis spätestens zum 15. d. Mts. bei Herrn Hospitaloerwalter Dörr verschlossen abzugeben. Gießen, den 3. Februar 1898. 1327 Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. Bilanz am 31. Decernber 1897: Activa, JL H 1. Waarenoorrath . . . 3314.40 2. Kassenvorrath . . . 261.80 3. Ausstände .... 1452.01 -4. Mobilien . . 228,96 10 19 ev stets frisch im Anschnitt bei A- 8t G- Wallenfels in der Nähe der Kaserne zum 1. April 3 Zimmer, Küche und Zubehör für Mutter und Sohn. Offerten sub. T. A. Nr. 1333 an die Exved d. Bl. Exportbrauerei Friedel & Asprion Mk. €000 tprocent. 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Bremen der freien Hansestadt 1841 Ä vroßhrrzok 1329 Neuenweg 17 D M- Kuder Marktstraße 25 Bekanntmachung. 1323 Schaum. Gas-Cokes 1,10 Mk. werpenj nach Ä Mäusburg 7. AK 773 Mäusburg 7 Redaction: 81. Gcheyda. Verloren Vereine 1,20 Mk. 1,25 Mk. Rach Sei' «uf, da- Drgo ■feine Stelle tr schrtft, welche vlhmco und ar Darmsta RtMdici Giessener Stadttheater Montag, 7. Aebruar 1898 zerkleinert: Größe Nr. 1, etwas größer als durchschnittliche Korngröße des Anthracit, gangbarste Sorte . . Größe Nr. 2, kleiner als durchschnittliche Korngröße baldigst in die bei unseren Mitglieder^ Herren Louis.Althoff, Rich. Buch- Der Voranschlag der Gemeinde Klein-Linden für 1898/99 liegt vom 9. d. Mts. an acht Taae lang zur Einsicht der Interessenten auf dem Bürgermeisterei'Bureau offen. Klein-Linden, den 5. Februar 1898. Großh. Bürgermeisterei Klein-Linden. Gießen, 29. October 1897. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. Otto Bergen. M, dir Loo fehnat zu vrr AM und des |u tttüitiben. Jodea ttl berftn wir, da oehwigten det gegeben werben grwimftm vrr! Sieben, G: Aus be Die Spion -nßrr gegen D iion ist if zu mb Pari- grfo PsiizeibebSrden Dächer sich au tzpion behaudeb ilnch die Z W gestrbert, H daß neben leint tz ^aniolen |tma ber Fall gtmt| Hans Huckebein. Schwank in 3 Acten von Älumenthal und Kadelburg. K* Erhöhte Preise, dtz Anfang 8 Uhr Ende 10 Uhr. vivet» für das «asisplel varkany Noch nie dagewesenes Programm. Mit grossartigen Gruppenaufführungen, auSg-führt von 60 Perlonen m ganz neuen Costümen. Eintrittskarten, Herrenkarten 1 Mk., Damenkarten 40 Pf?, sind M haben im Vorverkauf bei den Herren Peter Berg, Stadt Marburg, Ludwig Flamme, Schiffenbergerthat, Jean Brunner, Sellershöh^, Friseur Wahl, Neustadt, Heinrich Sauer, Neustadt, Friseur Aff, Neuenbäuen, Handschuhfabrikant Wirsig, Seltersweg, au der Abend- Iflffe: Herrenkarten 1 Mk., Damenkarlen 50 Pfg., Gallerie 20 Pfg. Kasseuöffnnng 7 Uhr 15 Mio. 10SI Za zahlreichem Besuch ladet ergcbenst ein Der Vorstand. 1315j Ein fetbenrr Regenschirm mit braunem Griff wurde Dienstag in Stein« Garten vertauscht. Man bittet, denselben umzulauschen Bismarckstr. 23 H 8» h 7 $forbnt ist Nütni bei ■Wfa fite»ran liegt Hab die innert Ei 5*, die KSt Stf 2*ni Ein Schreibgehülfe gesucht Rechtsanwalt Dr. Fuhr. Turnverein. Die verehr!. Mitglieder, welche an de» lt. Vergnügungskarte am Samstag den 19. Februar l. I » Abends 8 Uhr, Concerthaus Laianstein Sonntag den 6. Febrnar 1898: Zur gefl. Beachtung! Unserer werthen Kundschaft für das Vertrauen, welches fie meinem Manne feit 20 Jahren entgegengebracht, bestens dankend, erlaube ich mir anzuzeigen, daß ich mit Hülfe meines Sohnes das Tapezirer- u. Polster Geschäft in unveränderter Weise weiterführen werde. 1330 Hochachtungsvoll Heinr. Malkomesius Wwe. Steins Qarten (Saalbau) Sonntag den 6. Februar: n(d Ceutner berechnet. NB. Sofern das Verbringen der Cokes auf die betr. Lagerplätze lKeller, Stall rc) mit keinem außergewöhnlichen Zeitaufwand verbunden ist, geschieht dies ohne besondere Vergütung. Eine Preisermäßigung bei Entnahme von Wagenladungen erfolgt Nicht mehr. Der Verkauf unserer Gaseokes unter und bis einschließlich 5 Centner findet bis anf Weiteres im Gaswerk nicht mehr statt, und werden daselbst nur Quantitäten von über 5 Centner verabfolgt. — Dagegen ist bei folgenden hiesigen Firmen ein Kleinvrrkauf unserer Gascokes eingerichtet worden, nämlich bet den Herren: Joh. Fischer, Alicestraße 19, H. Hof, Löwengasse 11, Jakob Kahl, Frankfurterstraße 151, Ed. Klinket, Bahnhofstraße 10, Emil Pistor Nachfolger, Marktstraße 10, Gnstav Nuppel, Schillerstraße 5, Georg Schäfer, Sicherstraße 2, Georg Unverzagt, KaplanSgaffe 5. Diese Firmen berechnen die gleichen Preise unserer GaScokcs sammt Anfuhr wie das Gaswerk und schicken dieselben auch in Mengen unter 5 Centner zu. Moselweine Rheinweine Ober-Ingelh. Rothwein Hochheimer Weisswein Ital. Rothweine Spanische Weine c£( direct bezogen und v. ärztl. Seite empfohlen .x- •owie Spanischen und Deutschen Cognac in bekannter Güte. des Anthracit Für Ansuhr an das Hans werden 5 Pfennig für den F G F 1338 Montag Abend: Atzbach. jjontofl®* » ' X» W acker, Moritz Semmler, Otto Scheel, Otto Schmidt und ix der Turnhalle offen liegenden Listen einmzeichnen. Wegen rechtzeitiger Zusendung der Einlaßkarten, ohne welche die Theilnahme nicht gestattet ist, bitten wir dringend, die Am Meldungen bis spätestens den 14. l. Mts. vorzunehmen. Kindern ist der Zutritt strengstens untersagt. 1242 Der Vorstand. Durch Stadtverordneten-Beschluß vom 30. September bezw. 28. October d. I. wurden die Preise unserer Gascokes bis auf Weiteres festgesetzt, sowie die Verkaufsweise eingerichtet, wie folgt: Für den Centner ab Verkaufsstelle: 'Stück-Cokes.......... - - MO Mk. Nutz-Cokes in zwei verschiedenen Korngrößen,für Stubenheizung und sür weite und euge Ofeufchachte paffend ciuSgerübrt von der 1066 fcqult des 2. Sroßh. M M.-Pesimuts Nr. 116, fidfer $Dtljtta unter persönl'cber Leitung des Großh. MustkdirectorS Herrn C. Kran ße. Sptelpla« r 1) Soldatenleben! Marsch (neu). Echmeelina. 2) Ouvert. Don Juan. Mozart 3) Serenata. Motzzkowsky 4) Variationen über bat Lied: Wenn wir durch die Siraßen , ehn. Lux. Blübe deutsches Vaterland k Fest- Ouvert. (neu). Ehrichs 6) Mein Alles auf der Erde Lied Förster. 7) Grube», lichter Walzer. 4-ller 8) Poiponrri a. d- Opite .Der Feldprediger. Millöcker. 9) Ouvert zur Opite .Flotte B rschen". Euppü 10) Der Klosterbrüder heim. > liche Burgunderprobe Humore-ke (neu). O. Kühler. 11) Vivat Akademial Potpourri über Studenienlieder (neu). Herold. 12) Kosakenritt! Galopp Millocker. Avsalia 4'A Ubr.t»ntr6e 30 Psg. Arbeiter-Bildungs-Verein. 3SF* Oeffoutlichcr Vortrag TBC von Frau Emma Ihrer, Berlin, über: Die Heiligkeit der Ehe in Theorie u* Praxis«» Sonntag den 6. Februar, Nachmittags '/24 Uhr, im Locale des Herrn C Orbig, Mtergaffe 17. 2^ Entree 20 Pfg. W rsstz Er ladet freundlichst ein Das Gewerkschafts-Cartell. Eutscherverein Giessen. Sonntag den 18. Februar 1898, Abends 8 Uhr: Großer Maskenball im Giessener Festsaal (Caf6 Leib). VE 5. bis 25. Februar verkauft ich wegen Veränderung der Firma und Inventur mein Lager, bestehend ▲ Herren- und Knaben-Kleidern, Tuchen nnd Kurkins H> A Manufaetur- und Weiftwaaren T 5^T 1« bedeutend herabgesetzten Preisen. TWä RÄfe |o|ldampfer von (Bangewerk- Maschinenbau-, Schiffsbau-und Seemaschinistenschule) BJ versendet sei V.Han.en k.ete.ke, A.ch El.ktr.t.ohniker .nden dl. k,.t, - Anbildun,. B.gi.n d«. S.-.rh.lbj.hre. am 13 April. (Ein Genuss-Getränk für Jedermann.) Derselbe besteht nur aus natürlichen Stoffen. Einen grossen Theil bilden frische, dorch edles Wcdestlllat « °°7' l,e„dfi,h,l:Vches 1111,61 : sÄessa-rS?— gehalten «^^M^ränk^er Damen wird Scheller’s Eler-Cngnad in ^en “haft nfem^bl™. Grosse8 Flaschen Mk. 4.-. halbe Flaecben Mk. 2.2^ viertel Flaschen Mk-IÄ Alleinige Niederlage: Löwen-Drogerie W. Kilbinger, hiessen. Es ladet freundlichst ein Seipffert, GastUnrth. Wo ist die Restauration zur Hammstadt ? sind von Dienstag an in der Musikaltenbandlima von »rnfl «Sanier in baben. 1322 Auskunft ertheilen, Otto Hirsch in Firma George Hirsch- Mainz, Hintere Bleiche 6. H. Kllppateln in Langudnrf.10 ▲ Vom 1. März ist die Firma Kuder & Sonneborn. d W»*- «I .VW« -- ------- —l.L_____ ----- - Dm« ueb Betloi drt BlühNchm llni°rtftl-l-.Buch. (*iet|<6 & 6d|tc heutige Kummer umfayr 14 Kene«. 1292] Prioatfiunden und Nachhülfe in ollen wiffenschaftltchen Fächern, auch Violinumerrtcht an Vorgeschliltenece wild erlheilt. Näheres in der Ervrdition d. Bl. An- und Verkauf von getragenen Kleidern, Weißzeug, MSdel«, Betten, Sold« und Silber- fachen, Büchern, Zeitungen, Arten Papier, Kupfer, Messing, 3t««- »lei und «isen. 385 Ebenso werden Lumpen und Knoche« auf Verlangen jederzeit abgeholt durch Louis Rothenberger Wwe. Tl/Rfl gegr: 1846 unt)