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Heneral-Anzeiger Alle Anzeigen-VermittlungSstellen deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Amts- und Anzeigeblcttt für den Nveis Gieszen. 1 Redaction, Expedition und Druckerei: Kchutstraße Ar. 7. 9tbiefTe für Depeschen: Anzeiger Kietze». Fernsprecher Nr. 51. Gratisbeilage: Gießener Familienblätter Die Postdampfervorlage. Dem Reichstage ist die in der Thronrede bereits an- gekündigte Novelle zu den Gesetzen, durch welche dem Nord- deutschen Lloyd eine ReichSsuboention für Unterhaltung be- stimmter Postdampssch'fflinien mit überseeischen Staaten ge währt wird, nunmehr zugegongrn. GS handelt sich bekanntlich diesmal um eine Erhöhung deS ReichSzuschuffeS um V/2 Mill. Mk. für die Einrichtung einer vierzehntägigen Verbindung mit China auf die Dauer von vorläufig 15 Jahren. Eine bestimmte Mindest-Fahr« prschwindigkeit ist festgesetzt worden, welche der Unternehmer bei neuzuerbaueuden SL-ffen eventl. zu erhöhen verpflichtet ist. Die Leitung der Linien ist so gedacht, daß die Dampfer der Hauptltnien von Hongkong aus ihr Fahrt abwechselnd einmal nach Shangbai und daS andere Mal nach Japan fortfetzen. Im Aufchluß an den nach Japan gehenden Dampfer wird die Verbindung zwischen Shanghai und Hongkong alle vier Wochen durch einen Zweigdampfer hergestellt- auf diese Weife erhalten wir mit Hongkong einen bürtettn vierzehn- tägigen Verkehr, mit Shanghai ebenfalls einen vierzehn- tägigen, freilich ein um da- andere Mal mit Umladung in Hongkong. Die Regierung hat der Novelle eine sehr eingehende Be- gründung betgegeben, aus welcher hervorgeht, daß der Verkehr fich fett der Einrichtung der Postdampfrrlinieo sehr bedeutend gehoben hat, und daß der jetzige Umfang der Verbindungen dem Bedürfnifie nicht mehr entspricht. So hat fich der Waarenverkehr etwa verdreifacht und dem Werthe nach verdoppelt, seitdem der Postdawpfeiverkehr eingerichtet worden ist. ES besteht die Gefahr, daß der Verkehr den deutschen Linien, wenn fie nicht concurrenzsähtg erhalten werden, entzogen wird und auf Unternehmungen deS Auslands übergeht. Denn alle Nationen machen große Anstrengungen in dieser Hinficht, ihr Wettbewerb ist immer größer geworden und droht, den deutschen Verkehr zu über- flügelu. Dazu find fie um so mehr fähig, als die Regierungen der anderen in Betracht kommenden Staaten ihre Postdampferliuien viel bedeutender unterstützen als wir dies thuu. Besonders sür den Verkehr mit Ostasien wenden fie erhebliche Summen auf in der richtigen Erkenntniß der Wichtigkeit dieses Marktes, der erst zum geringsten Thetle dem europäischen Handel und Verkehr erschloffen ist. Ganz besonder» ist es Frankreich, welches den Postdampferverkehr unterstützt, es überflügelt sogar Eogland um beinahe so viel, wie wir im Ganzen unserem Seepostdtenste opfern- daß wir bei unseren bisherigen beschränkten E nrichtungen noch solchen großen Erfolg zu verzeichnen haben, liegt daran, daß man im Allgemeinen den Deutschen in Ostafien mehr Vertrauen eutgegenbriugt, als anderen Nattoueu. Selbst Länder, deren Antheil am ostafiatischeu Verkehr wett geringer ist, al» der deutsche, haben größere Summen für den Postdampferdtenst auSgeworfen. Jedenfalls hat Deutschland alle Ursache, eS an Anstrengungen nicht fehlen zu laffen, um der Concurrenz wirksam entgegeozutreten. ES ist nicht gut anzunehmen, daß der Gesetzentwurf im Reichstage auf Schwierigkeiten stößt, da die Begründung der geforderten Summe durchaus überzeugend ist. Und dabet ist zu berückfichtigen, daß damals, als diele Novelle auSgearbettet wurde, die Stellung, welche wie sitzt in China durch die Erwerbung des Ktao-Tschaugeb'etS etumhwen, noch gar nicht in Betracht gezogen werden konnte. Jetzt ist das Bedürfuiß nach einer Vermehrung der Verbindungen mit Ostafien noch viel dringender geworden, da wir ja nun in dem fernen Osten einen festen Stützpunkt besitzen, von dem aus wir unseren Handel systematisch auSdehnen wollen. ES ist daher eine möglichst häufige Verbindung heute umsomehr geboten, als es für uns theilweise auch gilt, bereit» von anderen Nationen besetzte HandelSgebtete zu gewinnen, und zu dem Zwecke ist es uothwendtg, daß wir dem chtaefischen Händler Gelegenheit geben, häufiger, al» dies bisher geschehen körnte, seine Waarenbestände zu ergänzen. Feuilleton. Mrntje Kremmsersch Nkporterlsafdshn. Erzählt von Carl Geißler. Mit em kräfdige (Seroirrer Donnerkeil haro äich gestern d'n üntttari ?"^Srnde T, r*» »i6e i« Ä A