SVV.L-- * »erben, vau' unb Tnidmhoh 6tM f. ö0< 174,98 189 60,80 138 51,31 545 162,33 5 Swtaicunq wirb (eis-. 1 bi» jum 15. Rai 1898 B MM, Lvrmittagü W&. woselbst die tzross- r LchweLmholz, sowie an- ^ra mb Lkheilimgtweise ■ne citüe unb bie Forsl- i nb Lrst iu Forsthm awa Sieben. Immobilien 'n. bi 10 Ubr an, sollen zu n -vadWe in dn Sp 5..:ni'®uitd wezzugihalber chrdche, 1 Etollkch 1 sehr »ehren Nüge, eine Web lc:tr:Wa« Kattoffeli, 242 geebbeie» Dollar. ü 86.60 103 35 21-20 95.6) 1861 SA 10LJ 100® hkiibih imrMM j. HiyW '868' edj*n*° ?•»** 100» gfc 101 Nr. 4 Erstes BlM Donnerstag den 6. Januar 1SO8 Orfchrint tägNch mit Ausnahme des Montags. Die Gießener AamiktcuV tatter werden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigelcgt. Weßener Anzeiger Bezugspreis vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerloh«. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg- vierteljährlich. Auuahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den fotgemden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. Heneral-An^eiger Alle Anzeigen-Bermittlungsstellen deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Anrts- und Anzeigeblatt für den Nrei» Gieren. Redaction, Expedition und Druckerei: Schukstraße Ar. 7. Gratisbeilage: Gießener Familienblätter. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße*. Fernsprecher Nr. 51. Aintliche* Theil Gießen, den 3. Januar 1898. Getr.: Erlaß einer Polizei-Verordnung für den Kreis Gießen, betr. den Verkehr der Radfahrer auf öffentlichen Wegen, Straßen und Plätzen. Das Grobherzogliche Kreisamt Gießen an die Gr. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Unter Bezugnahme auf den Schlußsatz unsere- AuS- schreiben- vom 29. December 1893 (Gießener Anzeiger Nc. 2 von 1894) sehen wir binnen fünf Tagen der Vorlage eine- BerzetchnlffeS der in der Zeit vom 1. Juli bi- 31. De- cember 1897 stattgehabten und in Ihren Registern gewahrten Ab» und Zugänge von Fahrradbrsttzern mit den zugehörigen Nummern entgegen. _______________* v. Gaqern.___________________ Bekanntmachung. Betreffend: Die Maul- und Klauenseuche zu Wieseck. Die Maul- und Klauenseuche zu Wieseck ist erloschen und werden die verfügten Sperrmaßregeln hiermit aufgehoben. Gießen, den 4. Januar 1898. Großherzogliches KreiSamt Gießen. v. G a gern. Zur Lage in Oesterreich-Ungarn. In unserer JahreSüberficht konnten wir den Verhält- uiffen im AuSlande naturgemäß einen beschränkten Raum widmen. Da aber heute mehr und mehr die Grenzen fallen, wenigsten- auf wirthschaftlichem Gebiete, und die Zustände in dem einen Staate mehr oder weniger auf die Situation de- anderen eiowirken, so ist e8 nicht mehr al- gerechtfertigt, wenn wir auch dem Au-iande unsere volle Aufmerksamkeit widmen, we-halb wir im Lause der Zeit uns ausführlicher mit der politischen und wirthschaftlichen Lage in einzelnen uns besonder- interesfirenden Ländern beschäftigen wollen. Mag e- auch nach den ausführlichen Berichten, dir wir an dieser Grelle bet jeder gebotenen Gelegenheit gegeben haben, über» flüssig erscheinen, so find wir doch der Anficht, daß ein Rückblick am Schluffe de- Jahres immer willkommen sein wird. Denn die Zett fliegt schnell dahin, die Ereigntffe kommen und verschwinden, wie au- weiter Ferne dringt zu un- die Erinnerung au Begebenheiten, die vielleicht einen unermeßlichen Eivstuß auf die Verbältviffe eines Landes oder gar auf die- jentgeu der Welt auSgeübk haben. So hat z B. da- verfloffene Jahr unserem Nachbarstaate Oesterdeich eine sehr verhängn,ßvolle Wendung gebracht. War schon seit der Aera Taaffe baii Berhältniß der Deutschen in dem vielsprachigen Staate ein recht schwieriges ge- woroeu, so sollte e- unter dem Cabinet Baden! noch eine Verschlimmerung erfahren, wie sie kaum geahnt werden konnte. Nach einer neuen Wahlordnung kam zu Beginn deS Jahres ein Parlament zu Stande, in welchem die Deutschen in erheblich vermtnderer Zahl vertreten waren und die Slaven den Bortheil davon getragen hatten. Die Einigkeit der Deutschen war gestört, ihre Partei zersplittert- den Einfluß, welchen sie bisher auf die innerpolitischen Verhältnisse ausgeübt hatten, konnten sie nicht mehr geltend wachen. Die Regierung mußte den Au-gleich mit Ungarn erledigen, was diesmal besonders schwierig war, weil über die Quote, d. h. über da- Beitrag-verhaltntß beider Staaten zu den gemein» tarnen Ausgaben keine Einigung erzielt werden konnte. Bon österreichischer Seite wurde geltend gemacht, daß Ungarn entsprechend der Steigerung seiner Bedeutung in politischer und wtrihschaftltcher Beziehung künftig mit einem höheren Beitrag herangezogen werden müsse, worauf daS Königreich jenseit- der Leitha nicht eingeheu zu können glaubte. In seiner Der* legenhett, eine Mehrheit iw österreichischen Abgeordnetenhause zu erhalten, warb Graf Baden! dringender um die Gunst der Ezechen und erlk j jene Sprachenverordnungen, welche einen so furchtbaren Sturm entfachten und Oesterreich an eine Krise brachten, welche die Monarchie in ihren Grundfesten zu erschüttern drohte. Die Regierung suchte die Erregung der Deutschen gewaltsam zu ersticken, worauf der nationale Kampf den Eharacter de- Bürgerkriegs anuahm und blutige Exceffe in Böhmen folgten, die zu Ende de- verfloffeuen Jahre- die Verhängung des Standrecht- über Prag und Umgebung veranlaßten. Nach den Vorgängen in Eger kamen die Scenen in Asch, in Pilsen und Prag. Immer mehr stieg die Nothlage des CabinktS Badeni, welcher unbegreiflicher Weise mitten in der nationalen Bewegung das Parlament etnberief und dadurch jene Vorgänge im Abgeordnetenhause möglich machte, welche für alle Zetten eine Schmach für den Parlamentarismus bilden. Erst der offene Aufruhr in Wien veranlaßte den Kaiser Franz Josef, dem Cabinet Badeni ein Ende zu machen und dem bisherigen UnterrichtSminister Fretherrn v. Gautsch die Bildung eine- Ministerium- zu übertragen. Dessen Bemühungen, einen Au-gleich zwischen den Parteien herbeizuführen, find bisher erfolglos geblieben. Das Abgeordneten- hau-, welche- zuerst vertagt word-n war, ist geschlossen worden, womit die einzige Möglichkeit gegeben war, die Präfidiums- und Geschäftsordnungsfrage zu lösen. Der Ausgleich mit Ungarn ist nicht zu Stande gekommen, der Dualismus infolgedessen sehr gefährdet. Man behilft fich mit Nothverordnungen, die doch aber immer nur ein Nothbehelf bleiben. Ob da- Cabinet Gautsch der Schwierigkeiten Herr werden wird, erscheint immer zweifelhafter, und mit banger Sorge fiehi man der weiteren Entwickelung der Dinge entgegen. Die Erbitterung zwischen den Deutschen und Czechen in Böhmen ist unvermindert, und kampfbereit stehen sich die beiden Nationen gegenüber; ferner als je liegt die Möglichkeit eines Ausgleich« der nationalen Gegensätze, und die Begehrlichkeit der slavischen Stämme ist nur noch gestiegen. Aber die Deutschen haben ihre Kraft gestählt und erprobt und sehen den Kämpfen hoffnungSfrcud empfiehlt der Vorstand der Gruppe seinen Mitgliedern j dringend die Theilnahme an der auf den 13. Januar, Nach- ' mittag- 2 Uhr, nach Berlin (Kaiserhof) einberufenen Versammlung. — Der Ausschuß de- Vereins zur Wahrung der gemeinsamen wirthschaftlichen Interessen in Rheinland und Westfalen hält einstimmig die Verstärkung und Ausgestaltung unserer Kriegsflotte in dem durch die Regierungsvorlage geforderten Umfange für eine wirthfchaftliche Nothwendigkeit und empfiehlt den Vereinsmitgliedern dringend, an der auf den 13. Januar nach Berlin einberufeuen Verfammlung theil- zunehmen. — StaatSminister Herrfurth hat den Zeitpunkt der Neuwahl deS Reichstag- und des preußischen Abgeordnetenhauses in der Deutschen Juristenzettung einer eingehenden Erörterung unterzogen. Er kommt dabet zu dem Schlüsse, daß 1. die Legislaturperiode des Reich-tag- mit dem Tage seine- ersten Zusammentreten-, nicht aber mit dem Tage seiner Wahl, beim jetzigen Reichstage also mit dem 3. Juli, nicht mit dem 14. Juni 1893, beginnt; 2. die Anordnung und Vornahme der Neuwahl noch vor Ablauf der fünfjährigen Legislaturperiode an fich gesetzlich zulässig, jedoch für die Regel als unzweckmäßig zu erachten ist; 3. daß es dem Geiste der Reichsverfassung und der Stellung des Reichstag- im Organismus de« deutschen Reiches entspricht, daß die Neuwahl thunlichst bald nach Ablauf der Legislatur- Periode erfolgt. Eine Verletzung der Vorschrtitea der Reich-- Verfassung werde jedoch durch eine längere Verzögerung nur in dem Falle angenommen werden können, wenn dadurch die alljährliche Berufung deS Reich-tag- oder die rechtzeitige Feststellung des ReichShauShalts durch ein Reich-gefetz vor Beginn deS Etatsjahres unmöglich gemacht werden sollte. — Die Hamburger Handelskammer schreibt über die Handel-Verträge: „Heber die Wirkungen der seit 1892 in Kraft getretenen wichtigen Handelsverträge ist demnächst eine objektive Darstellung zu erwarten in einer Denkschrift, welche die Reichsregierung auf Wunsch deS Reich-tag- hierüber auszuarbeiten zugesagt hat. Such wir find in dieser Veranlassung aufgefordert worden, Über diese Frage, so weit Hamburg in Betracht kommt, zu berichten. Die auf unsere Rundfrage eingegangenen zahlreichen Antworten haben uniert Ansicht, daß die damals etngeschlagene Politik als eine außerordentlich segensreiche empfunden werde, durchaus bestätigt." In ähnlichem Sinnt spricht fich auch die Kieler Handelskammer au«: „ES ist nichts weniger als Überflüssig, solche Stimmen sachverständiger Körperschaften hervorzuheben, da sonst die Gefahr entsteht, daß die Klagen der Agrarier über die „unheilvollen" Verträge in weiteren Kreisen als feststehende Wahrheit aufgefaßt werden. Man braucht durchaus nicht mit allen Einzelheiten der Verträge einverstanden zu sein, und man kann die Hoffnung haben, daß in zukünftigen Verträgen Manche- ander- unb besser werden wird; man müßte aber blind sein, wenn man nicht anerkennen wollte, daß fie eine sehr segensreiche Wirkung gehabt haben. Der große wtrthschaftltche Aufschwung ist ja allerdings nicht auf fie allein zurückzuführen, aber fie haben an ihm doch ihren Antheil. Auch die dem Kaufmann gebotene Möglichkeit, auf längere Zeit hinaus Anordnungen zu treffen und wett aus- schauende Unternehmungen einzuleiten, hat den Gang des Handels auf« Bortheilhaftcste beeinflußt, und e- ist eine ruhige Stetigkeit in unsere Handelsbeziehungen gekommen, die mehr werth ist, als kleine Tarifvortheile bei einzelnen Punkten. Daß schließlich bie Handelsverträge unserer allgemeinen politischen Stellung nicht geschadet haben, wird heute auch der wildeste Agrarier nicht in Abrede stellen können." Marburg, 4. Januar. Die hiesige antisemitische Partei hat al- Candidaten für die nächste Reich-tag-wahl den Landwirth Wiegand aus Friedrichsdorf beiHofgei-mar aufgestellt. Der seitherige Reichstagsabgeordnete Dr. Böcke! kommt demnach für den hiesigen Wahlkreis nicht mehr in Betracht. Die anderen hiesigen Parteien haben noch keinen Candidaten nominirt. Hamburg, 4. Januar. Die „Hamb. Nachr." schreiben: „FriedrichSruh, 2. Januar 1898. Zum Jahreswechsel find mir in Form von Telegrammen, Karten und Briefen so viele Begrüßungen ^gegangen, daß ich bei meiner leidenden Gesundheit nicht im Stande bin, fie einzeln zu fceanttoortee. Ich bitte deßhalb meine Freunde, meinen herzlichen Dank für ihr freundliches Gedenken und meine guten Wünsche für da- ncue Jahr hierdurch entgegenzunehmen, v. Biömarck." Wien, 4. Januar. Die Verhandlungen zwischen dem Ministerpräfidenten Baron Gautsch unb den deutsch- böhmischen Abgeordneten find zur beiderseitigen Zufriedenheit beendet. Die deutschen Abgeordneten werden «folge dessen au de« Verhandlungen im böhmischen Landtage theilnehmen. Budapest, 4. Januar. Nachdem die Oppositionspartei die Obftruction heute fallen gelaffeu hat, nahm das Abge- ordnet nhauS die Au-gleichSProviforlum-vorlage an. Für dieselbe stimmten die Liberalen, die Ratioualpartei, die Volkspartei. Die Anträge der OppofitiouSpartei wurden abgelehut und der Antrag deS Abgeordneten Eohedy, wonach die Regierung die Daten bezüglich des besonderen Zoll« gebiete- vorzulegeu hat, angenommen. Sodann wurde in die Specialberathung eivgetreteu. London, 4. Januar. Aus Bangkok wird gemeldet, daß der König von Siam von seiner Europareise zurück« gekehrt ist und feierlich empfangen wurde. Madrid, 4. Januar. Ende Januar werden 5000 Manu «ach Cuba abgeheu. Nach und nach werden 15,000 Manu auf Cuba ankommeu. Aus dem städtischen Verwaltnngsbericht. (Fortsetzung.) Auf dem Gebiete deS Verkehrswesens find die Verhandlungen über deo Staatsvertrag zwischen Hessen und Preußen wegen der gemeinschaftlichen Verwaltung des beiderseitigen EtseubahubesitzeS für unsere Stadt, al- dem Sitz der Direetion der Ober- hesfischen Eisenbahnen, von ganz besonderer Bedeutung gewesen: mau hat sich dabei bemüht, wentgsteus für den »durch die Aufhebung der selbstständigen Verwaltung der Oberhesfischen Eisenbahnen bedingten Verlust einigermaßen einen Ersatz zu erstreben in der Zahl und Bedeutung der dafür nach Gießen zu verlegenden Jnspectiouen, und mau hat denn auch von Großh. Staat-Ministerium die — inzwischen verwirklichte — Zusage erhalten, daß eintreteuden Falles in Gießen zwei Betri^bsinspectiouen, eine Maschinen- und eine Verkehrs« tuspectioa errichtet werden sollen. Die Verhandlungen mit der Allgemeinen Deutschen Kleinbahn-Gesellschaft über den Bau einer Kleinbahn vou Gießen nach Bieber haben weiteren Fortgang genommen. Dem durch die Gießener OmnibuS-Gesellschaft vermittelten Ortsverkehr zwischen den Bahnhöfen einerseitS uud den äußeren Strecken der Marburger« und Grünbergerstraße andererseits wurde eine wettere Förderung in der Weise zu Theil, daß der Gesellschaft im Hinblick auf den ungünstigen Abschluß deS Rechnungsjahres 1895 vom 1. Januar 1896 ab ein widerruflicher jährlicher Beitrag vou 3000 Mk. aus der Stadtkasie unter der Bedingung verwilligt wurde, daß der seitherige Fahrpreis (von 10 Pfg. für die Person) und die beiden vorgenannten Linien beibehalteu werde. Auf Grund dieses Beschlusses wurde das, einem Bedürfntß weiter Kreise unserer Bevölkerung entsprechende Unternehmen ausrecht erhalten und mit Befriedigung dürfen wir frststelleu, daß dasselbe inzwischen — insbesondere auch Dank der Thättgkeit seines Vorstandes — immer besser sich entwickelt hat. Das GaS- und Wasserwerk hat auch im abgelaufeneu Berichtsjahre einen erfreulichen Fortgang aufzuweiseu: die Gesammterzeugung hat den Betrag von einer Million Kubikmeter nahezu erreicht und der Betriebsüberschuß hat — ungeachtet der im Berichtsjahre eiugetreteneu GaSpretS- ermäßigung — den Voranschlag erheblich überstiegen und 34917.89 Mk. betragen, während die Erträgnisse deS in feiner vollen Leistungsfähigkeit noch keineswegs auSgenutzteu Wasserwerkes hingereicht haben zu einer vierprocenttgen Verzinsung des AulagccapttalS und zu einer Abschreibung von 10pCt. bei den Kesseln uud Maschinen und von über l,5pCt. an der danach verbleibenden Gesammtschuld deS Werkes. Im Jahre 1896/97 wurden im städtischen Schlachthause geschlachtet: 1351 Ochsen gegen 1369 in 1895/96 166 Faselochsen uud Kühe „ 212 „ „ 1000 Rinder uud Stiere „ 838 „ „ 6674 Saugkälber, Stoppelkälber, Hammel uud Schafe w 5590 „ „ 9860 Schweine „ 8965 „ „ 127 Pferde „ 84 „ „ Die Zahl der Schlachtungen, namentlich von Kleinvieh, hat einen erheblichen Zuwachs erfahren, wie denn auch der gesammte Betrieb des Schlachthauses in diesem Jahre einen Ucberschuß von 2562.27 Mk. aufweist, welcher allerdings zunächst um den Fehlbetrag bei der Fleischbeschau vou 1177.89 Mk. zu kürzen ist. Don den für 1896/97 vorgesehenen 34 Vieh- und Krämermärkten wurden wegen der in der Umgegend da und dort herrschenden Maul« und Klauenseuche neun ganz verboten uud auch die übrigen Viehmärkte durften nur unter allerhand, den Besuch derselben beeinträchtigenden Einschränkungen abgehalten werden- eß waren darum auf sämmtlichen Blehmärkten im Ganzen auch nur aufgetriebea: 5634 Stück Rindvieh gegen 12807 in 1895/96 5198 „ Schweine „ 13609 „ „ Die auf Grund der neuen Wochenmarktordnuug erfolgte erstmalige Verpachtung der Marktlauben uud der Keller unter dem ThurwhauS blieb hinsichtlich der Höhe der Pachtgelder hinter den Erwartungen zurück- neb-n der Neuheit bcr ganzen Einrichtung mag dies in erster Linie durch die schlechte Obsternte der Jahres 1896 veranlaßt gewesen fein - dagegen hat die Versteigerung der offenen VerkaufSstände an den Stadtthoren und einigen anderen Plätzen unerwartet, zum Theil auch ungerechtfertigt hohe Erlöse uud weiterhin Anlaß gegeben zu einer Erhöhung auch der Standgelder für sonstige Verkaufsbuden. Im Jahre 1896 haben sich — neben fechß Zimmerbränden — sechs Brände ereignet, bet welchen die Feuerwehren alarmirt wurden. An Baugesuchen wurden im Laufe des Berichtsjahres erledigt: 49 für den Neubau von Wohnhäusern gegen 32 1 43 „ beigl. von N-b-°gkbSudea , 12 , . 56 „ Bauverändernngev N 14 ) Die im Vorjahre angenommene Verlangsamung der Bau- thätigkeit hat danach nicht angehalten, eS ist vielmehr ein neuerlicher Aufschwung, insbesondere auch deS PrivatöauweseuS zu verzeichnen, eine Erscheinung, welche weniger aus der Stärke des Zuzuges nach Gießen, als vielmehr aus einer durchgängigen Steigerung der an die Wohnungen gestellten Ansprüche zu erklären sein dürfte. ZurAeußerung über daß Bedürfntß zum Bräunt- weinauSschauk haben der Stadtverordneteu-Dersammlung iw Berichtsjahre im Ganzen 60 Gesuche vorgelegen, wovon jedoch 39 sich nur auf den Uebergang bestehender Wirth- schäften in andere Hände bezogen- die Bedürfuißfrage wurde in 47 Fällen bejaht, in 13 Fällen verneint. Die Ordnung de- städtischen Archivs in dem dazu bestimmten Raum soll fortgesetzt werden. Die Gedenktage an die Zeit der Wiederaufrichtung des Deutschen Reiche- haben in unserer Stadt ihre würdige Feier gesunden. Die Erinnerung an den Frankfurter Frieden hat 25 Jahre danach am 10. Mat die Gesammt- heit unserer Bevölkerung zu einer gemeinsamen, vorzugsweise al- Jugendfeft gestalteten Feier auf dem „£rieb" !und im Philosophenwald vereinigt- festlicher Gesang der Gießener Säugerschaft und eine bedeutungsvolle Ansprache de- Professor Dr. Stamm haben wiederum bei Alt und Jung daS Gedächtuiß uud die Lehren jener gewaltigen Zeit erneuert. Am 22.'März 1897 aber wurde der hundertjährige Geburtstag Kaiser Wilhelms!, in weihevollem, von der Ansprache des Geheimen KirchenratheS Prof. Dr. Köstlin getragenem Festact in Steins Garten begangen und damit zum Schluffe nochmals de- persönlichen Mittelpunkte- gedacht in dem erhebenden Gesammtbild der Geschichte unsere- Volkes in den großen Jahren 1870/71. (Fortsetzung folgt.) Locale- and provinjieUcf. Gieße«, den 5. Januar 1898. *• Ordensverleihung. Seine Majestät der Kaiser haben dem Eisenbahn-Weichensteller Dittmar I. zu Friedberg da- Allgemeine Ehrenzeichen Allergnädigst zu verleihen geruht. •• Stadttheater, lieber die am Freitag Abend auf« tretenden Gäste in „Madame Sans-GSne" liegen uns nachstehende Preßurtheile vor. Zuerst über Fraulein Mathilde LipSki: „Der gestrige Abend war ohne Zweifel der glanzvollste der ganzen Saison! Ein Ehrenabend für Direetion und Mitglieder, ein Hochgenuß für jeden Zuschauer! Im Vordergrund deS Interesses stand naturgemäß unser Gast Fräulein Mathilde LipSki vom Wiesbadener Hoftheater, der der Ruf vorausgegangen war, eine musterhafte Vertreterin dieser schwierigen und anstrengenden Rolle zu sein. Waren infolge deffen die Erwartungen auch auf das Höchste gespannt, so freut es uns constaticen zu können, daß sie denn doch gewaltig übertroffen wurden. Fräulein LipSki hat eS uns als „Madame Sans-Gßne" angethan. Sie hat uns und daS Publikum vollkommen bezaubert. Welch eine Erscheinung, welche Toiletten und welche- Spiel!! WaS entwickelte sie für eine' Komik in der Scene mit dem Tanz- meister, mit dem Schneider und mit dem Schuster, wie bewundernswerth verstand sie in der darauffolgenden Scene mit Leföbvre Scherz und Ernst zu mischen und zu verrheilen! Und nun gar die Scene mit den Schwestern .Napoleon-, diese Scene allein wäre werth, die Vorstellung zu besuchen. Nach dem zweiten Act hielten wir eß für unmöglich, daß Interesse noch zu steigern und doch war die- der Fall, denn die Unterredung mit Napoleon war der Glanzpunkt des Abends, der an schauspielerischen Genüssen so Überreich war." — lieber Herrn Possin vom Münchener Hof- und Nationaltheater: „Herr Posstu gab den Imperator Napoleon in Maske, Haltung und Spiel mit äußerster Sorgfalt und fesselte durch zahlreiche von anderen Napoleon-Darstellern nicht leicht erreichbare Einzelheiten. Ein schauspielerisches Meisterstück war die große Scene mit „Madame Sans-Gene“, die mit einer Reihe fein ausgearbeiteter Pointen versehen, zu ungemein wirkungsvoller Wiedergabe gelangte. Nach diesem Act erreichte denn aucd der Beifall eine hier selten gehörte Höhe. Sowie der Vorhang aufgeht, entringt die Maske und Haltung deß Herrn Posfin als Napoleon dem Zuschauer ein „Ah" der Bewunderung. Nicht bloß annähernd porträtähnlich — nein, man glaubt den großen Corsen vor sich zu sehen. Jede Bewegung — die tonlose Stimme, das abgerissene Sprechen, der Gang — alles ist getreu im Originale. ES ist auch nicht mehr zu verwundern, wenn der geehrte Gast mit Beifall überschüttet wurde uud das vollzählig erschienene Publikum mit Betsill nicht geizte." ** Eoncert des Kranbauer scheu Quartett-Bereius am 9. Januar im Club-Saal. Wir find heute in der angenehmen Lage, über die beim Concert mitwirkende Künstlerin einen sehr lobenden Bericht bringen zu können. DaS „Mainzer Tageblatt" schreibt über ein kürzlich dort stattgesundcveS Concert unter Anderem: Die Vorzüge unserer einheimischen, trefflichen Concertsangerin, Frau Maria Schott-Mohr, sind so bekannt, daß wir dieselben hier nicht zu rrcapituliren brauchen- die liebenswürdige Künstlerin trug unter stürmischem Beifall „Sulcika" von Mendelssohn und RadeckeS wundervolles Volkslied „WaS die Schwalbe sang" vor. Selbstredend mußte fb, wiederholt hervorgerufen und mit einer prächtigen Blumenspende bedacht, eine Zugabe, Bergers reizvolle- „Kinderlied" singen. Wir würden un- sehr freuen, der vorzüglichen Sängerin auch wieder einmal in einem Symphoni.-Concert zu begegnen. — Nicht uninteressant dürfte e» sein, zu erfahren, daß die Mitglieder de- Quartetr-Derein- Frau Maria Schott-Mohrö künstlerische Bekanntschaft gelegentlich eines SängerfefteS in Mainz im verflossenen Sommer machten. Damals schon war man einstimmig der Meinung, ' den Gießener Freunden die Bekanntschaft mit dieser vortrcff' liche« Sängerin vermitteln -n sollen. Sehr wünsche«swerth ist es, daß der große Freunde-kceis, den baß Quartett sich erworben, vollzählig sich im Clubsaal am 9. Januar versammelt. • * Verein für Vogel« und Geflügelzucht. Am Sonntag, den 16. ds. MtS. wird im Hotel Restaurant „Kaiserhof" die erste diesjährige Hauptversammlung deS Verein - für Vogel- und Geflügelzucht statrfiuden, in welcher Herr Vonhaufen einen Vortrag über Geflügelzucht halten wird. Herr Svdler-Nieder«Gemünden beabfichtigt mit der Vorführung und Erklärung Hamburger Rassehühner fortzufahren. Zum Schluß ist eine Derloosung unter den Mitgliedern geplant. Gäste find in dieser Versammlung willkommen. • • Stenographie. I« der gemeinschaftlich am 21. v. M. Im Restaurant Weidig abgehaltenen Generalversammlung sand die Bereinigung deß hiefigen Stolze'schen und Schrey'schen Stenographen - Vereins unter dem Namen „Verein Gießen für vereinfachte deutsche Stenographie (EinigungSsystem Stolze-Schreh)" statt. * • Eine Jubilarin, die sich allgemeiner Beliebtheit erfreut und überall gern gesehen wird, bringt uns baß Jahr 1898. Mit Beginn dieses Jahres kann nämlich die Post- an Weisung auf ihr 50jähr!geS Bestehen zurückblicken. Sie ist eine Preußin von Geburt. In feinen Anfängen im Jahre 1848 beschränkte daß Postanweisung-verfahren fich auf die Einrichtung, daß auf Briefe oder Briefadressen bet der Post baare Einzahlungen biß zu 25 Thalern geleistet werden konnte«. Erst mit der Ermäßigung der Portosätze und der Beretn- fachung in der Behandlung hat eS die Postanweisung zu ihrer gegenwärtigen Bedeutung und Verbreitung gebracht. Ihre jetzige Gestalt hat die Postanweisung im Jahre 1865 bekommen. Wetterbericht. Ganz Central- und Süd-Europa gehört einem ausgedehnten barometrischen Maximum an, dessen Kern mit einer Intensität von wehr als 775 Millimeter über dem Alpengebiet und Oberttalien liegt. Der niedere Druck beschränkt sich auf den äußersten Nordosten, uud ist nördlich der Shetlandinselu ein neues Depresfiouscentrum erschienen. — Für die Witterungsverhältuisfe Central-Europa- wird der Einfluß hohen Druckes maßgebend bleiben uud demgemäß daß ruhige, abgesehen von Morgen- und Abendnebeln, vorwiegend heitere Wetter andauern. Voraussichtliche Witterung: Fortdauer des bestehenden Wttterung-charakterS. X Fleischerei und Kunst. AuS Mainz wird der „Dtsch. Fleischer-Ztg." geschrieben: „Arbeit ist deS Bürgers Zierde, Segen ist der Mühe Preis". Dieses Wort Schiller- ziert mit vollem Rechte den neuen, vergrößerten VerkausSraum, den der Obermeister der hiefigen Metzgerinnung, Herr Stadtverordneter Jean Falk, in seinem Hause, BetzelSgaffe, Herrichten ließ und der am 27. Decernber Abend- dem Verkehr Übergeben wurde. Mit diesem Schmuckkasten von einem Metzgerladen wird Mainz um eine Sehenswürdigkeit reicher, wie man sie weit und breit in ihrer Art nicht wieoerfindet. jHerr Jean Falk, nach dessen Ideen der Laden sowohl, wie die Nebenräume (Ladenzimmer, Arbeitszimmer re.) eingerichtet find, führt damit den glänzenden Beweis, daß er nicht nur über practifchen Verstand, sondern auch über auserlesene« Kunstgeschmack verfügt. Namhafte Künstler und Kunsthandwerker unserer Stadt haben fich bei dieser Einrichtung Rendezvous gegeben und ihre Werke verkünden ihr Lob beredter, als wir e- hier mit einigen Worten der Anerkennung zu thun vermögen. Die Wände des Ladens find In der Höhe von einer Friese umsäumt, den Conrao Sutter meisterhast gezeichnet und der, durch die Fabrik Btlleroh und Noch in Dresden prächtig auLgesührt, bte Hauptbaudenkmäler von Alt«Mainz und die verschiedenen Zünfte bei der Arbeit sowohl, wie in FetertagSluft an unserem Auge vorüberziehen läßt. In der Mitte des Friese- befinden fich die Wappen de- SraateS, der Stadt und der Metzger Innung. Wir sehen ferner Lehrling, Geselle und Meister in finniger Vereinigung, auch eine symbolische Erinnerung an den Gründer des Falk- scheu bedeutenden Geschäft-, Herrn Joh. Falk III., fehlt eß nicht und als Devise tft der Schiller'sche Spruch gewählt, den auch wir dieser Besprechung vorangestellt haben. Als Metall ist für die Ladeneinrichtung nur Neusilber und Else« verwendet. Die Schmiede-, Holz«, Bildhauer» und Marmor- Arbeiten, die Beleuchtung rc. tragen sämmtlich künstlerische- Gepräge, all die betreffenden Meister und namentlich auch der bauleltenbe Architekt, Herr Gill, haben die besten Beweise für ihre Leistungsfähigkeit erbracht. Herrn Jean Falk und seiner Familie aber gratuliren wir zu ihrem neuen, prächtigen Arbeitsfelde und wünschen ihnen weitere erfreuliche und gedeihliche Entwickelung und lange, glückliche Jahre der Ernte. 4- Nidda. 5. Januar. Auch in diesem Jahre strhe« dahier Neubauten und zwar zunächst an dem nördliche« Theile unsres Städtchen- in Aussicht, woselbst gegen tausend Quadratmeter Gelände an der BiSmarckstraße zum Preise von 2500 Mk. durch einen Unternehmer, angeblich als Bauplatz für Errichtung von Wohnhäusern, gekauft wurde. Auf diese Weise würde dem Logikmaagel hierorts theilwetse abgeholfen. — Verflossenen Sonntag fand „im GambrinuS" dahier unter Vorsitz des Herrn Lehrer Küser eine Versaw«, hing behufs Gründung eines GabelSberger'jchen Stenographenvereins statt, wobei fich eine größere Zahl junger Lmte zur Mitgliedschaft meldeten. Die definitive Conftituirung wird in der nächsten de-fallsigen Versammlung erfolgen. n. Staden, 3. Januar. Gestern fand hier unter dem Vorsitz de- Herrn Bürgermeisters Braun-Staden die zweite Versammlung zur Berathung der einleitenden Schritte für die Erbauung einer Eisenbahn von Ranstadt nach Friedberg statt. Sie war ungemein stark besucht. Unter den Erschienenen befanden fich die Abgeordneten der Zweiten Kammer, Erk, Jökel, Gras Orlola und Welth, ferner Herr Amtmann Süffert von Friedberg. Lehrer Winn-Staden [■ Stllt ■■ •-fe.s K" 6>« ■-• ■tat*' « ' M?, 8™ San. fe •«*»«. ,'. eilCil m toi tQh. 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Telephon 119. 80 1898, eventl. später, zu vermiethen oder bei et» Wetzlar wurde im Mädchen nicht nur 6 6 6 6 6 solides Di Voloutine- Ball- und 1.80 1.68 3.30 4.20 4.50 1 1 (1) Lungencaiarxh DtphtherittS um von ein« Separat-Abtheilujg für Herrenstoffe: Stoff znm ganzen Anzug für Mk. 3.75| Cheviot zum ganzen Anzug für Mk. 5.85. anentuch !- 'lanell guter Qualität esellschaftsstoff, reine Wolle Summe: 3 (2) 1. Woche. Personal und von den Paffagieren genommen. * ES hilft. In Holzhausen vorigeu Jahre beim Sylvrflerschießen versendei GklegkllhkiioKiii 2 (1) Vom 1. Januar 1898. 1 — 88 Stein Ä Meyer. Pumpernickel 'TJÄ’ 67] LogiS an ruhige Leu zu vermiethen. I. W. Kurz. Neustxdt 28 153] Liebigstr. 68 ist de mittlere Stock per 1. April zu oermtetk n.i treffende» Schnellzug infolge Hinaurf atzten» über die Weiche zusammen. Die Maschine beider Züge und ein Güterwagen wurden beschädigt. Für den Schnellzug wurde von Lohr anS eine Reservemaschine requtrirt, die ihn mit l^stündiger Verspätung r*ad) Frankfurt brachte. Von dem zum Alleinbewohnen — Ecke der Garten» und Bergstraß' — 11 Zimmer, Badezimmer rc. enthaltend, per 1. Januar Man nehme 1 Liter Weingeist, l1/« Liter Wasser, für 7b Pfg. «ellinghoft» Cognac-Essenz hinzu, so erhält man 2*/< Liter Cognac, welcher der chemischen Zusammensetzung nach dem echten gleich ist und ihm an Geschmack und Bekörnm- lichkeit nicht nachsteht. MclltnghosfS ikognae Essenz ist echt nur in Original» flasch-n zu 76 Pfg. mit dem NamenSzuge de8 Herstellers, Br. gf. W. Mclltnghoff in Mülheim a. d. Ruhr. 181 dec alten Wunde wurde ein Un formfetz-u entfernt, zwischen deu Armknochen eingeklemmt festsaß. • Aschaffenburg, 4. Januar. Heute Nachmlttug 2 Uhr stieß bei Laufach ein Güterzug mkr dem München Nachmittage 4 Uhr 43 Min. tn Frankfurt Tttrehliche Anzeigen der evangGemein-e. Donner tag, den 6. Januar (Epiphanias), Abends 8 Uhr, im Eonfirmandensaal Neustadt 61: Misfton»ftnnde über „Evangelische Mission in China". Pfarrer Schlosser- Wöchentliche Neberstcht der TodeSsölie in Gießen. 53. Woche. Vom 26. Dccember bis 31. Dccember 1897. Einwohnerzahl: angenommen zu 23 700 (ind. 1600 Mann MUitKr). GrerbltchkeitSziffer: 6,58, nach Abzug der Ortsfremden 2,19 i/oo. Kinder Frische Schellfische und Cablian von Mittwoch bis Freitag; jeden Mittwoch Abend: ges. Schellfisch, jeden Donnerstag in einzelnen Metern franoo Ins Haus ft in Winter, Frühjahr- und Aommerstoffen öl n m. Die te Klammern gesetztm Ziffern gebe» an, wie vielt der Todesfälle in der betreffende» Krankheit aus vor» auswärts nach Gießen gedr«!chtr Ltranke tomirm. Vepmischtes. * Frankfurt a. M., 3. Januar. Ein seltsames Inserat lieft mau in der heutigen Nummer deS Intelligenz- blätter unter der Ueberschrift ^Bexkehr": Ein junges Ehepaar, beide Aristokraten — beide Ausländer — die sich fürchterlich langweilen in Frankfurt, suchen sich vexkehrShalber mit LeidenSgenoffen in Bexbiudung zu setzen, am gewünschtcsten musikalische. Reflectanten belieben ihre Adreffe unter 817 Z in der Expedition niederzulegen. • Aachen, 3. Januar. Laut der „Aachener Post" ist amSamStag Abend zu später Stunde ein hiesiger Bezirks- selb wedel, dcffeu Frau und etn SuSläudkr verhaftet worden. Die Frau wurde nach einer bei dem Feldwebel vorgenommeneu Haussuchung auf freien Fuß gesetzt, der Feldwebel im Mtlitärarrest, der Ausländer in der Strafanstalt untergebracht. Utber den Grund der Verhaftung wußte die ^Aachener Post" nichts Zuverlässiges witzutheilen- mehrere Militärperfouen versichern, daß man auf den Verkehr de» BezirkSfcldwebelS mit dem AuSlande schon seit einiger Zeit aufmerksam geworden sei und den Feldwebel daher schärfer beobachtet habe. ES scheint sich demnach um Landes- verraih zu handeln. * Alteneffea, 3. Januar. Einen schlechten Scherz erlaubte sich Meier Tage am hiesigen Bahnhofe ein Reisender aus Esten, indem er Abend», aiS ein Persouenzug zur Abfahrt im Bahnhof bereit stand, plötzlich bett Ruf „Abfahren!" ertönen ließ, worauf sich der Zug in Bewegung setzte, sodaß mehrere Reisende, welche noch mitsahren wollten, zuxückbleiben mußten. Der ^Wttz" kam dem Herrn aber schlecht zu strhen- er war erkannt worden, wurde verhaftet und zum Polizeibureau abgeführt, wo er sich noch ganz ungeberdtg benommen haben soll. • Erwitte (Krei» L ppstadt), 2. Januar. In dem hiesigen Krankenhause urterzog sich der KriegSveteran Joseph Gerling au» Böckenförde einer Operation de« Arm'», in den er bei Marr la Tour einen Schuß erhalten hatte. Aus E» starb«« an: ßsxleaaias: Erwachsene: tm Fr. Leo Nachfl., C. Herber, Seltersweg 71. begrüßte die Erschienenen und legte die Bortheile dar, die dem Volks- und verkehrsreichen, fruchtbaren mittleren Nidda- thal dann erwüchse», wenn e» von einer Bahn, die in Fried« berg endige, längs durchschnitten würde, anstatt von einer solchen in der Nähe von Nieder-Florstadt durchquert zu werden. Die Versammlung war einstimmig der Ansicht, daß nur eine Bahn von Ranstadt nach Friedberg im Jntereste der genannten Gegend läge. Auch die Landtags-Abgeordneten theilten diese Ansicht und versprachen, für diese» Project in der Kammer eintreten zu wollen. Der Bersammlung konnte rtoch mttgetheilt werden, daß die Gemcinderäthe sämmtlicher in Betracht kommenden Orte protocollarisch sich zur freien lSeländestellung verpflichtet haben, und daß sich bereit» eine Privatgesellschaft zum Bau der Bahn bet freier Gelävdr- stellnng bereit erklärt hat. Herchenhain, 1. Januar. Unser Dorf, welche» als die höchst gelegenste Ansiedelung des Vogelsberg» angesehen wird, ist in manchen Wintern den verheerendsten Schneestürmen ausgesetzt. Der jetzige Winter ist sehr gelind und herrscht da» schönste Wttter. Touristen sieht man oft unsere Gegend durchwandern. Der Radfahrer Club de» höheren Vogels- berge« hatte auf dem heutigen NeujahrStage einen vereinö- aukflug nach hier veranstaltet und war derselbe auch von dem besten Wetter begünstigt. Schwalheim, 4. Januar. In der Shlvesternacht entstand in einer hiesigen Wirthschaft zwischen jungen Leuten Streit, der tn eine Schlägerei auszuarten drohte. Um sich dem zu entziehen, sprang ein Urlauber znm Fenster hinaus und brach dabei ein Bei». Stockhausen, 3. Januar. Mit Drillingen beschenkt wurde am NeujahrStage der Feldschütz tn dem benachbarte» SchadgeS. E» waren drei Knaben, der eine Knabe kam tobt zur Welt, die beiden anderen verstaxben wenige Stunden später. Neueste Nachr ichten. Depeschen des Bureau „Herold". Berlin, 5. Januar. Wie der „Local Anzeiger" berichtet, batte Erzbischof v. Stab lew sky gestern auch m't dem F nanzminister Miquel eine längere Besprechung. Der Bischof wird noch bt« heute Aiiend in Berlin bleiven. Berlin, 5. Januar. Wie der ^DoraärtS" hö.t, ist beim Magistrat ein Schreibe» des Obexpiäfideute» eingrgangen, worin unter H »weis auf ein eventuelles Einschreiten der Aufsichtsbehörde der Magistrat aufgesoxdert wird, dem Beschluß der Stadtverordneten Bersommlung betriff» Errichtung eines Denksteins für die Märzgefallenen nicht deizatreten. — Dimselben Blatte zufolge erschien gestern Vormittag in der akademischen Lesehalle ein Beamter der Universi'ät, um im Auftrage deS RectorS die „Sociolifti • fchen Monatshefte" und den „Social.stischen Studenten", von denen je ein Exemplar zu Beginn von Schnell & Bechthold. Alleinige Niederlage bei Herrn Frisenr Müller, Sonnenftr. 32. I Prima Kernseifen Pfg. jede» Pfund 20 Pfg., verschiedene Lorten 298 empfiehlt die Seifensiederei von eines Auges beraubt, sondern auch im Gesicht verunstaltet. Die Folge dieses Unglücksfalles war, daß in Hvlzhausen in diesem Jahre nicht ein einziger Schuß gefallen ist. * Eine Telephonprobe. In einem süddeutschen Städtchen wurde dieser Tage die neu eingerichttte Fernsprechleitung zum ersten Male erprobt. Nach allen Richtungen sandte der prüfende Beamte durch den Draht Grüße und Frage». AnS den Antworten, die er erhielt, seien folgende characte- riftische mitgetheilt. Aus Freiburg (Stimme eines weiblichen Beamten): Hä, be» sich aber nett, daß Sie jetzt a» Anschluß Habel Ja fretli, m'r versteht jedi Silb'. — Aus Rmt« liogen (Stimme eine» weiblichen Beamten): I soll mit Jhua a Geschprach afange? Ja aber 'S fällt mir grab nex ei zum schwätza. Wann mei Geburtstag fei? O Sie, der ischt jo scho lang gwä! — Aus Stuttgart: So so, ischt d' Leitung bei Jhna fertig? Ja, ja, wa verstrht'S saumäßig gurt. So a Telephon ischt halt doch a gottsträflig gscheide Einrichtung! — An» Frankfurt: Ei was wolle Sie dann! So, Sie hawwe's jetzt aach? D' Leitung geht wirklich foi! — AnS Köln: Jewiß dat, e» jetzt auejezäichnet, ich versteh janz genau wat jesprochen tolro. — Aus München: Jetzt do fchangt'S her! DöS freut mi! Gratulire! Guet iS d' Leitung. Schad, baß wir net a Mal z'samm trinken können. — AnS Berlin: Hier Berlin. Leitung auSjezeichnet, aber jar keene Zeit. Schluß! 216] 3 Zimmeixvohnnng vir 1. Fcdr. zu vermiethen, sowie ein mott. Zimmer. Liedijstr. 71. 1 (1) 1 (1) -----Zurückffisetzte Stoffe im Ausverkauf. — Meter soliden Spff znm Kleid für Mk. „ „ Frühjahrs- und Sommerstoff w „ n Schellfisch© eingetroffen bei 300 J. M. Schulhof. Lungenschwindsucht 1 BöSart. Neubilduna 1 Summa: 3 Ein Versuch beweist Schuumirke dass trotz allen Nachahmungen das ächte Llcblg'eohe Baok-Pulver u. Back-Mehl «einen ersten Standpunkt seit ‘25 Jahren behauptet. Man a hte g nur auf den Namen „Liebig“ e» u. die Schutzmarke. Zu haben in allen besseren Geschäften u. Meine & Liebig, Hannover. Schmoller» Rectorat wieder auSgelegt worden war, zu con- fiSciren. Diese Verfügung traf der Rector auf birccten Erlaß des Minister» hin. Wien, 5. Januar. Die Bersammlung der deutschböhmischen LaudtagSabgeordneteu soll am kommenden Sonntag Nachmittag in Leitmeritz und nicht in Prag stattfinden. Der Abgeordnete Schlesinger will dort über die Besprechung des Baron Gautsch berichten. Die deutschen Abgeordnete« wollen sich mit Revolvern versehen, wenn sie in den böhmischen Landrag kommen. Budapest, 5. Januar. Zwischen lern liberalen Abgeordneten, Redacteur bei Nemzet, Edmund Gajarh und dem zur Volkspartei gehörigen Abgeordneten Rakowsky wurde ein Säbelduell ausgetragen, weil Gajary während der vorgestrigen Rede Rakowsky» diesem feige Heuchelei vorwarf- ebenso sand gestern eia Säbelduell zwischen de« Abgeordneten Grafen Stephan Tisza und dem Abgeordnete« Olah statt. Letzterer gebrauchte tn der gestrigen Sitzung de» Abgeordnetenhauses gegen den Grafen TiSza einen beleidigenden Zwischenruf. In beiden Zweikämpfen wurden die Gegner nur unerheblich verletzt. Ein wettere» Duell zwischen zwei Abgeorbnetea ist für heute angekünbigt. Charleroi, 5. Januar. 400 auSftänbische Grubenarbeiter besetzten geftem Abend die Grube von Gilli, um ihre College» von der Arbeit abzuhalten. Rcquirirte GenSdarmeu wurden mit Sxeinwürfen empfangen, doch gelang es denselben, die Rädelssührer zu verhaften. Pari», 5. Januar. In dem Vororte Bellevue erschoß gestern Frau GoSliller zu» Eifersucht ihren Gatten, den Theilhader deS bekanntm WaarenhauseS Bon marche, und verletzte sich hierauf selbst lebensgefährlich durch zwei Schüffe. London, 5. Januar. Etn Schooner, welcher au» Tacoma angckomwen ist, hat cu» Peking die Mitthetlung gebracht, daß Li-Huug-Tschaag an Einfluß gewinne und im Begriff strhe, die Leiiunj der chinesischen Politik wieder zu Übernehmen. London, 5. Januaf. Bon 17 Schiffen, welche der Viceadmtral Buller besthligt und die sich in de» Gewäffern de» äußerste» Osten» jrfinden, liegen 7 in Chemulpo, 2 in Port Arthur, die übrigen im chinesischen Meere. I« Ganzen find 63 Kriegsschiffe in deu chinesischen Gewässern anwesend. London, 5. Januar. Wie verlautet, wird Ende Januar auf der Rückfahrt vot Jerusalem das deutsche Kaiserpaar dem italienischen Hofe einen Besuch abstatien. Die kaiserliche Familie, welche vorher Konstantinopel besucht, verläßt bei Genua da» Schiff und begibt sich nach Turin zur Ausstellung, wo eine Zuammenkunst mit König Humbert statt- finbet. Die Heimrei'e erfolgt über Mailand und den St. Gottdard. Loudon, 5. Jan,ar. Der Vorsitzende deS Marinebau v e r e i v S hat vo» den bedeutendsten uordeoglischen Schiffs- gewerbetreibenden einen Brief erhalten, in welchem eS heißt, die Werkstätten wiedjr unter folgenden Bedingungen eröffae» zu wollen: 1. Vermoderung der Arbeitsstunden ohne Lohnherabsetzung. 2. üeibehaltung der gegenwärtigen Arbeits- löhue. 3. Da»Reyt für die Arbeiter, die Arbeitsbedingungen ducch ihre Delegirt^ besprechen zu dürfen. 4. Die Arbeiter werden einige ihre, Ansprüche fallen lassen und namentlich zuqeben, baß die Arbeit "fnigelaffen werde für die nicht in den Verein eingeschiebeuen 8tbeiter. Petersburg, 5. Januar. Zwilchen den Großgrundbesitzern Skariniki und LemfiSki fand em Pistolenduell statt, in welchem SkarinSki g et übtet wurde. M AMckk (lose und in Töpfen ä lOfßfb.) 1. Lebensjahr: 2.—15. Jalrr: 1 (1) 1 — — A. & G. Wallenfels, 392 zu verkaufen. Markt 21. — Telephon 46. : i reducirten billigsten Preisen. Muster af Verlangen franco. Modebilder gratis. Versandthaus tettlnger & Co., Frankfurt a. M. Grünbergerftratze 29 zu vermiethen. 2861 Ein schöne« Zimmer mit scpar. Eingang vor dem Corridor, möbltri ober unmöblirt, Ludwigftr. 44 zu vermiethen. Nähere» bei «. Mutb, Bahnbotstr. 12. 294] Ein gut möol. 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Gäste: Rudolf Possi« vom Münchener Hof- unb National-Thcater, Tilde Lipßki vom königlichen Theater in Wiesbaden Toiutaa den 9. Jaunar 1898, Abends 8 Uhr, im Saale des Steins Garten. 2*27 Er gesucht bei Eflly & Bindewald, Cigarreufabrik. Ein Mdekttcht gesucht. 284 Chr. Saubach I., Westanlage 2b. Hausbürschchcn gesucht. 302 CafL Ebel. Schauspiel in 4 Aufzügen von Henrik Ibsen. Kllets: in der Musikalienhandlung Ernst Challier (Rudolph’s Nachf.), wa an der Abendkasse: Erstes Parquet Mk. 3,50; Zweites Parquet Mk. 2,25. Studentenkarten Mk. 1,—. Schülerkarten Mk. 0,40. Gallene Mk. 0,60. Fü1 Mitglieder nur im Vorverkauf (bei weiterem Bedarf): Erstes Parquet Mk. 3 — ; Zweites Parquet Mk. 2,-. 276 Kronbauer’scher Quartett-V eretn Giessen. CONCEBT zum Besten eines Saalbaufonds Sonntag den 9. Januar 1898, Abends 5 Uhr, im grossen Saale des Gesellschaftsvereins unter Leitung seines Dirigenten Herrn Leopold Geller und unter Mitwirkung derConcertBängerin Frau Maria Schott-Mohr aus Mainz (Sopran). Programm: 1) Männerchöre: a. Morgen im Walde. Fr. Hegar. b. Tief^ißt die Mühle verschneit. Th. Podbertsky. 2) Arie aus „Hochzeit des Figaro“. W. A. Mozart 3) Duette f. Tenor u. Bariton. 4) Lieder f. Tenor. 'S) Männerchore: a. bpmnl Spinn! H. Jüngst, b. In stiller Nacht. Job. Brahms, c. Wiegenlied. Joh. Brahms. 6) Lieder f. Bariton. 7) Solo-Quartette. 8) Lieder f. Sopran. 9) Mannerchore: a. Mondnacht. Ed. Schultz, b. Waldlied. Kob. Schumann. 10) Frühlmga-Er- wachen, Männerchor m. Sopr., Solo- u. Olavier-Begleitung. Th. Gouvy. Eintrittekarten L Mk. 1.—, Sperrsitz ä Mk. 2 — sind in der Musikalienhandlung Ernst Challier (Rudolphs Nachf.) zu haben.Ti Augusta-Victoria-Töchtarpensionat. Giessen, Löberstr. 24. Unterricht, nach Klassen getrennt, in allen für Töchterschulen vorgeschriebenen Fächern durch geprüfte Lehrer und Lehrerinnen. — Aufnahme der Kinder vorn 6. Jahre an. — Gelegenheit für junge Damen, an einzelnen Stunden in den obersten Klassen theilzunehmen: engl. und franz. Conversation, Litteratur, Kunst, Kirchen- und Weltgeschichte. — Musik: Klavier, Violine, Theorie. — Besondere Malcurse. Beginn des Termins: Freitag, den 7. Januar. Anmeldungen nimmt jederzeit die Vorsteherin entgegen. 240 Probiren geht über Studiren! Morgen Donnerstag den 6 Januar, Vormittags von 9—1 Uhr und Nachmittags von 3—7 Uhr, veranstalte ich in meinem Geschäfte eine Koch-Ausstellung von Quäker Oats wobei dieser Artikel von sachkundiger Hand fertig zubereitet werden wird. Kostproben gratis zur Verfügung. Zu einem Besuche ladet ergebenst ein 301 H. F. Nassauer, Neuenweg. | Stellen-Angebote. | wird auf sofort für dauernd gesucht. Näheres durch die Expedition d. Bl 279] Zwei tüchtige Bau- und ein Maschinenschlosser gesucht von W. A. Hetz, Bau« und Maschinenschlosserei, Friedberg i. H. 280) «in tüchtiger Gchloffergeselle für dauernde Arbeit gesucht. Zu erfragen in der Expedition d- Bl. 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