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Bei Poftdrzuß 2 Kart 50 BfS. »Urtel jlSrft* BnHQMU etertdiibrfi^ 2 «erf 90 W* meaetlid) 75 BfS unt BnngrrUSe- frMdxt UßNch ■Ü luSnadwk bei Montags. DU •ttfrnrr »«eiriiBirittcr BHTben dem Lnzdgtr Wöchentlich viermal bägdegL Asnts- und Anzeigeblutt für den Ureis Giefzen. VUvckWWn, ®n>fbthen und Druckerei: Schnlßrotze Mr. 7. Gratisbeilage: Gießener Familienblätter. Ldrrfle für Depeschen: Anzeiger Siehe«. Fernsprecher Rr. 51. Amtlicher Theil. Bekanntmachung, -»treffend: die Abhaltung von Körtermiaen zwecks Aufnahme der Zuchtthiere in das Provinzialherdbuch im 2. Kvrbezirk. Die Köreommisfion des 2. KörbezirkS (Simmenthaler B eh) wird nachfolgrnde Körtermine abhalten: 1. den 6. October d. I., vormittags 10 Uhr in Sich, 2 ,5 , , , Nachmittags 2 Uhr in Eberstadt. Die Züchter von Simmenthaler B.eh, welche ihre Thtere in das Herdbuch eintragen laffen wollen und bez. Anmeldungen schon bei mir gemacht haben, werden ersncht, ihre betreffenden Lhtere an einem von betr. Großh. Bürgermeisterei hierzu bezeichneten Orte aufznstellen, damit die Arbeiten der Tom- «tsston ohne Aufschub erledigt werden können. Sollten noch weitere Viehzüchter ihre Thiere kören loffen wollen, so werden dieselben ersucht, dieselben gleichfalls an den betreffenden kdörierminen vorzuführen, vorher aber d»m Vorsitzenden dieser Lommisfiou, Herrn Gntspächter Pfannstiel, Angenrod, oder dem Geschäftsführer, Herrn Laudwirthschaftslehrer Reichelt, Alsfeld, dirrcte Mittheilung zu machen. Laubach, den 30. September 1898. Der Präsident des landwirthschastlichen Vereins für die Provinz Oberheffen. Friedrich Graf zu Solms'Laubach. Deutsches Darmstadt. 2. Oktober. Seine Königliche Hoheit der Großherzog geruhten, wegen des Ablebens Ihrer Majestät der Königin Luise von Dänemark eine Hoftrauer vom 29. September bis einschließlich den 12. Oktober anzu« ordnen. M.P.C. Berlin, 4. September. Die Reform des MedictnalwesenS wird in der nächsten Sitzungsperiode des Abgeordnetenhanses noch einmal zur Berathung kommen. Dabei wird voraussichtlich auch zn« Ausdruck gebracht werden, wie viel berechtigten Grund die Verwaltung de» Heeres hat, auf Einführung der Medietnalreform zu dringen. Würde es sich nm Mängel und Mißstände bei sonstigem Material handeln, bei Lederzeug, Geschützen oder Pferden, — man würde, — so heißt es in den ,Preußischeu Jahrbüchern" mit Recht — keinen Augenblick zögern mit Forderungen hervorzutreten. Ist das Material an Menschen etwa weniger wichtig? Zu erklären ist die Passivität der Militärverwaltung daraus, oaß mehr etnstellnngsfähige junge Leute zur DiS. Position stehen, als der Verwaltung möglich ist zu verwenden. — Haben wir aber nicht Zeiten gehabt, wo der letzte Mann gestellt werden mußte? Steht Deutschland nicht jetzt noch großen politischen Aufgaben gegenüber, die trotz aller moderner FriedenSdestrebungen schwerlich ohne Kampf zu überwinden find? — M.P.C. Berlin, 4. September. Die eine Zeit lang bestandene Absicht, eine Beiheiltgung des FiScus an der verwerthung der von staatlich angestellten Ge. lehrten gemachten Erfindungen herbeizuführen, ist neuerdings mehr in den Hintergrund getreten und dürfte voraussichtlich fallen gelassen werden. Man müßte sonst an den Hochschulen auch den Phllologen verbieten, alte Handschriften aus den Staatsbibliotheken herauszugeben, oder dem Mediciner, seine in den Staatskliniken gemachten Erfahrungen zv privater Praxis zu verwerten. Berlin, 3. October. Die Goldwährung in Deutsch, loud. ReichSbankpräfident Dr. Koch hat dieser Tage bei einem ihm zu Ehren von der Hamburger Kaufmaunschaft veranstalteten Festessen eine Ansprache gehalten, in der er sagte: Mit Recht fei die deutsche Reichsbank als Hüterin der deutschen Reich-Währung bezeichnet worden. Redner sei fest überzeugt, daß die Goldwährung jetzt in Deutschland als so zm wie festgelegt betrachtet werden dürfte. Auch der Ge- danke, daß an der jetzigen Einrichtung der Reichsbank nicht gerüttelt werden dürfe, greife immer mehr Platz- denn schon kiv, übrigens der Stlberpartei angehörendes Mitglied des mglifcheu Ministeriums habe geäußert, daß an der Gold» Währung Englands nichts geändert werden dürfe, wenn nicht die Lity von London damit einverstanden sei. Ebenso werde in Deutschland die Ueberzeugung Platz greifen, daß die Handelskreise Deutschlands das letzte Wort in dieser Frage zu sprechen haben. M.P.C. Berlin, 3. October. Die Richtigkeit unserer Lrzlichen Meldung, daß die bestandene Absicht, einen ver- stärkten Schutz Arbeitswilliger auf de« Wege der Er- Weiterung des § 153 der Gewerbeordnung hrrbeizuführen, bet mehreren Bundesstaaten auf Schwierigkeiten gestoßen fei, bestätigt sich durchaus. Wie eS scheint, gehört zu den be- treffenden Bundesstaaten auch Preußen. Denn eS verlautet zuverlässig, daß der Antrag, den gewollten Zweck nicht aus dem Wege der Gewerbeordnung, sondern durch Erweiterung gewisser Bestimmungen des Strafgesetzbuches zu erreichen, von Preußen ausgehe. MP.C. Berlin, 3. October. Gutem vernehmen nach beabsichtigt man im Staatsminlstrriu« energische Maßregeln zurverhütnugdesBekanntwerdensvertraulicher Aktenstücke zu treffen. — An- Südwestafrtka werden von englischer Seite wieder beunruhigende Nachrichteu verbreitet. Welchen Werth diese Meldungen haben, ist genugsam bekannt,- wir brauchen ihnen nicht den geringsten Glauben zu schenken. So heißt es neuerdings, Witbooi drohe mit einer Kriegserklärung. Wir vermulhen, daß es sich dabet um Folgendes handelt: Als im vorigen Jahre einige Vertreter von Gesellschaften gegen Major Leutwein agittrtrn und „neue Männer" für Süd« westafrika forderten, hieß es einmal vorübergehend, Major Leutweiu werde nicht wieder nach dem Schutzgebiet zurück- kehren. Auch dort fürchtete man das eine Zeit laug, und es waren wohl Gerüchte darüber verbreitet. Als nun vor einiger Zeit Leutweiu wieder zurückgekehrt war, soll Witbooi seine besondere Freude darüber ausgesprochen und geäußert haben: „Wenn sein lieber Major nicht wiedergekommrn wäre, würde er sich wohl die Frage überlegt haben, ob er nicht wieder Krieg anfinge." Dies wurde kürzlich bekannt und eine derartige Aeußerung, aus büit Zusammenhang gerissen, genügt natürlich für die berufsmäßigen englischen Hetzer, eine Kriegsdrohung daraus zu machen. Wien, 3. October. Die Reconstruction des Ladinets wird al» nahe bevorstehend bezeichnet. Dipauli soll Unterrichts-, Bielinski Eisenbahn« und Wittek Handels« Minister werden. Wien, 3. October. Sine Berliner Meldung der „Pol. Lorresp." bezeichnet die Meldung über die Zeit und den Ort des Zusammentretens der Abrüstungs Louferen,, so lange der Zar und Murawiew nicht nach Petersburg zurückgekehrt sind und verschiedene Vorfragen gelöst find, als Lombi- Nationen. Wien, 3. October. Graf Thun wurde heute vormittag vom Kaiser in Audienz empfangen. Wie i« Parlament verlautete, verficherte der Kaiser dem Grafen Thun sein andauerndes vertrauen und erklärte, daß er eine Demission desselben auf keinen Fall annehmrn werde. Betreffs der Demtsfiou BaernrritherS hat der Kaiser fich seine Entscheidung noch Vorbehalten. ES verlautet, das Ergebniß der Audienz werde fich darin äußern, daß Gras Thun nvnmehr vollständig der Rechten fich anschließt. Die Jungtschechen beabsichtigen, nach der ersten Lesung des Ausgleichs hn Einvernehmen mit der Regierung einen Driuglichkeitsautrag einzubringen betreffs des Budget-Provisoriums, welcher vor allem Andern zur Verhandlung kommen soll. Dadurch soll die Schließung des ReichsratheS erzwungen werden. Prag, 3. October. Der Herausgeber der New-Uorker Staats-Zeitung, Ottendorfer, spendete 1000 Gulden zur Unterstützung der hiesigen Mensa-Aeademica und des deutschen Studentenheims. Genf, 3. October. Nach einiger Unterbrechung wird wieder etwas über das Untersuchungsverfahren gegen Luccheni bekannt. Der Genfer StaarSanwalt will vor der Anklagekammer den Antrag stellen, über den Mörder zum vierten Male eine Woche Einzelhaft zu verhängen. Diese Maßregel, die bislang in Genf noch nicht zur Anwendung kam, scheint ein Ergebniß der Verhandlungen zwischen dem Staatsanwalt, dem Bundesanwalt und dem Präsidenten des eidgenössischen Justtzdepartrmeuts zu sein. Luccheui wird allein vor das Schwurgericht gestellt werden, wahrscheinlich zwischen dem 1. und 5. November. Die Verhandlung gegen etwaige Mitschuldige wird später stattfindeu. UebrigenS hat der Bundesrath neuerdings 42 ausländische Sua.chistm aus der Schweiz auSgewieseu, meist Italiener, daneben einige Franzosen. Aus den von den Kantonen eingegangenen Polizeiberichten geht hervor, daß die ausgewiesenen Personen fich au der Anarchisten-Propaganda bethelligt haben oder gefährliche Anarchisten find. Darunter find solche, welche fich der Verherrlichung anarchistischer Mordanschläge schuldig gemacht oder wegen gemeiner verbrechen Vorstrafen erlitten haben, oder fich im Befitze falscher Papiere befinden. Paris, 8. Oktober. Der frühere Kriegsminister Lavaignac hielt gestern in vouillac eine politische Rede, in welcher er erklärte, daß die demokratische Partei ihr Programm und ihre Reformen aufgegeben und dafür die Dreyfus-Revifiou eingetauscht habe. Er drückte die Hoffnung ans, daß die Drmokraten fich in zwei Lager theilen würden, nämlich in eins der Freunde und in eins der Gegner der Armee. Paris, 8. October. Die „Aurore" protestirt heute gegen den Lovtracibruch des Eigenihümers des Wagram-Saales, welcher fich weigerte, den Sociallsten den Saal zu überlaffen, obwohl er fich conrractlich dazu verpflichtet hatte. Ferner beschwert fich das Blatt über die Haltung der Polizei, welche die Bürger überrumpelt und gemaßregelt habe. Pari», 3. October. Die seit gestern umlaufenden Gerüchte von einer Erkrankung Ptcquarts werden von den revifionSfreundlichen Blättern als Vorbote der Nachricht von dem Tode Picquarts angesehen. Paris, 3. October. Der ^Matin" veröffentlicht weitere Enthüllungen, die Esterhazy dem Lorrespondenten bei „Observer", Strong, gemacht habe. Esterhazy erklärt: 1. da» Borderau fei von ihm, aber die Reproduction in den Blättern sei nicht nach dem Original, sondern nach einer schlechten Lopie hergeftrllt; 2. das Petit bleu und die Speranca-Tele- Iramme wurden von Esterhazy auf Befehl DupathS ge- schrieben, um Picquart zu vernichten. Dupaty bandelte dabei im Namen des ganzen Generalstabs- 3. der Untersuchung», richter Vertulns, welcher die gerichtliche Verfolgung Esterhazy» und Dupaty bt Llams beantragt hatte, wurde von der An- klagekammer al» inkompetent erklärt, nachdem der Generalstab sowie der damalige Kriegsminister Lavaignac einen Druck ans die Anklagekammer ansübten, um Dnpaiy, den Vetter Lavaignac», zu retten- 4. als General Pellievx die Untersuchung t« Esterhazy Proceß leitete, erhielt Esterhazy täglich geheime schriftliche Mittheilungen über Aussagen von Zeugen und Rathschläge über die zu gebenden Antworten,- 5. erklärt Esterhazy: Mein Bericht an die letzte Untersuchungs-Lom- mtsfion begann mit den Worten: Ich bin der Mann de» Generalstabes, rührt «ich nicht an; 6. «eine Enthüllungen werden erst mit großer Bestimmtheit bei der Kammer- eröffnnng erfolgen, um eine MinisterkrifiS zu veranlassen. Vie große Bombe über meine Vaterschaft des Bordereau» wird erst dann platzen, wenn Drehfus zurückgekehrt und zu« zweiten Male verurtheilt ist. Pari», 3. Oktober. Der Redoctrur des „fctmpi", Pressens, wollte am Sonntag eine Berfammlung zu Gunsten der Revifiou des DreyfnsProcesses veranstalten. Da fich aber Därouläde hineinzumischen drohte, lehnte der Brfitzer de» Saales in letzter Stunde ab, den Saal herzu- geben. Dies war die Beranlaffung zu vielen Unruhen in Paris. Zahlreiche Polizeibeamte hielten die Zugänge zu dem Wagram-Saale besetzt, in welchem die von Pressens^ ein* berufene Versammlung tagen sollte. Prtssenss, welcher den Saal betreten wollte, wurde gegen 1 Uhr verhaftet und zur Polizei gebracht, vor de« Saale hatte fich eine ziemlich zahlreiche Menge angtfammelt, an» deren Mitte vereinzelte Rufe: ,(i» lebe Zola! Es lebe bie Revision!" ertönten. Einige Verhaftungen wurden vorgenommen. Unter den verhafteten befinden fich auch der Director de» Blatte» „L'Aurore", Vaughan, sowie der Redacteur de» ,Le«p»", Morhardt, welche festgenommen wurden, als fie den Saal betreten wollten. — Zwischen den Polizeibeamten und einer Anzahl Personen, welche »te Absperrung der Polizei zu durchbrechen versuchten, kam es zu einem Handgemenge. Mehrere Personen wurden auch hierbei verhaftet, darunter der Deputate Paulin Märy. Wiederholte Rufe: „Revifiou! Nieder mit den Inden!" wurden laut. In diesem Augenblicke erschien Düroulöde an der Spitze zahlreicher Freunde, welche, da fie das Gitter vor dem Wagram-Saale geschlossen sahen, unter Hochrufen auf die Armee nach der »Place des TerueS" zogen. Gegen 2 Uhr wurden die Theilnehmer der Kundgebung und die Neugierigen, die fich eingefunden hatten, von der Polizei zurückgedrängt. Ueber weitere Unruhen berichtet das „B. T " Bon 3 Uhr ab beginnt die auf etwa 2000 Köpfe berechnete Weng« tu der Avenue Wagram fich zu zerstreuen, einzelne Trupps von ca. 400 Manifestanten durchziehen die Stabt. Au allen Ecken und Enden kommt e» zu Prügeleien, in den Lhamps ElyleeS werden 200 Menschen durch eine Reserve- compaguie Municipalgarde zerstreut. Auf de« Boulevard Haußmann wird eine andere Bande zerstreut, welche .viye le roi !* ruft. Auf der Place. Blanche und auf de« Mont- martre wird ebenfalls geprügelt, bei dem Gare Saint Lazare stoßen 800 Revisionisten auf etwa eben fo viele Patrioten, es entsteht eine regelrechte Schlacht. Mehrere Verwundete werden in die nahe Apotheke getragen, vor den Redactioneu des „Jntrausigeant", der „Libre Parole", der „Aurore", der „Pettte Republtque" staden abwechselnd Manifestationen für und gegen die Revision statt. Mehrere Bauden halbwüchsiger Burschen durchziehen die Boulevards und singen „conspuez Zola“ und rufen: „Nieder die Revision! Nieder Brisson!" Bis Abends find 15 schwere Verletzungen und 40 Verhaftungen gemeldet. Preffeusä, Vaughan, Morhardt und Paulin Möry wurden um 3 Uhr Nachmittags wieder aus der Haft entlassen. Sofia, 3. October. Die Fürstin Louise schwebte heute tu großer Lebensgefahr. Bet einer Spazierfahrt tu der Nähe vou Euxiuograd scheuten ihre Pferde und raunten tu wilder Hast dte Chaussee entlang. Tin Kutscher eines grade des Weges kommenden Wagens konnte die Pferde des fürstlichen Wagen- zum Stehen bringen. Kauea, 3. October. Dte Mitglieder des intet» nationalen Gerichtshofes sind nach Caudia behufs Aburthelluog der verhafteten Aufständischen abgereist. Cocalt* unb ^provinzielles. Sieben, 4. October 1898. ** Aus dem Verwaltungsdienst. Durch Entschließung Großherzoglichea Ministeriums bei Innern wurde der Re- gteeungs^fleflor Dr. Gaßner mit Sushilseleistuug bei Groß- herzoglichem Kre'sawt Erbach, — der RegirrungSaflessor Dr. Netdhart m Darmstadt mitAuShilfeletstuug bet Groß- herzoglichem Keeisawt BmSheirn beauftragt. ** Erledigte Lehrerstellen. Erledigt find: Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende 2. Lehrerstelle au der Gemeindeschule zu Steinbach, Kreis Erbach. Dem Herrn Grafen zu Erbach Fürstenau steht das Präsentationsrecht zu derselben zu. Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Eifa, Kreis Alsfeld. Mit der Stelle ist Orgauisteudieust verbunden. Die Lrhrerstelle au der katholischen Schule zu Hofheim, Kreis Bensheim. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Eine mit einem katholischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Grmriudeschule zu Bürstadt, Kreis Bensheim. Sämmtlich mit dem gesetzlichen, nach dem Dieustaltrr sich bemessenden Gehalte. ** Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung Donnerstag den 6. October 1898, Nachmittags 31/, Uhr pünktlich. 1. Gesuch de» Emil Bender um Ertheilung der Eoucesfion zum Betrieb einer Seisenfirderei. (Mittheiluug.) 2. Gesuch des Georg Bichler um Erlaubniß zur Erbauung einer Mälzerei auf der Hardt. 3. Baugesuch des Jacob Braun für den Seltersweg. 4. Die Haudwerkerschule - hier: die Wohnung des Schuldteuers. 5. Räumung des Bruchgrabens. 6. Herstellung von Anlagen auf dem vorderen Therl des Trieb. 7. Anlage einer Baumpflanzung in der Ltebigstraße- hier: Drcretur einer Kostenrechnung. 8. Fortsetzung der Gas- und Wasserleitung in der Louyftraße. 9. Desgleichen der Wasserleitung auf dem Nahrungsberg. 10. Desgleichen der Wasserleitung tu der Rodheimerftraße. 11. Abgabe von Wasser für die Kreis« straße in Queckboru und dte Licherstraße. 12. Dte lieber- ficht Über dte wirklichen Einnahmen und Ausgaben des Großh. Realgymnasiums und der Realschule zu Gießen für 1897/98. 13. Den israelitischen Religionsunterricht au der Vorschule drS Gymnasiums und des Realgymnafium». 14. Deu Unter» richt der Stotterer. 15. Gesuch des Vereins für Vogel- und Grflügrlzucht dahier um Bewilligung einer Subvention zur Errichtung einer Grflügelzuchtstatiou. 16. Anschaffung von Regenmessern. 17. Herstellung des alten Rathhauses. 18. Umänderung der Südanlage zwischen Plock- und Goethestraße. 19. Rechnung der Löber'schen Stiftung pro 1897/98. 20. Voranschlag ter Löber'schen Stiftung pro 1898/99. 21. Gesuch drS Philipp Gans, Dammstraße 34, um Erlaubuiß zum Bräunt- wetuverkauf über die Straße. 22. Gesuch des Wilhelm Amevd um Erlaubuiß zum WirlhjchastSbetrieb im Hanse Bahuhossnaße 62. 23. Desgleichen deS Johannes Neeb im Hause Rodhetmerstraße 36. 24. Desgleichen des Heinrich Sehrt im Hause Frankfurterstraße 165. * * Sitzung Grotzh. Handelskammer vom 12. August und 27. September 1898. üuwefeud die Herren: Koch, Balser, Heichelheim, Katz, Kltngspor, Kraatz und Wortmann. Der Deutschen Handelskammer tu Brüssel, welche tu der kurzen Zett ihres vierjährigen Bestehens eine sehr erfolgreiche Thätigkeit im Interesse der deutsch-belgischeu Handels» und Verkehrsbeziehungeu zu verzeichnen hat, tritt dte Kammer auf Ersuchen als correspondtrendes Mitglied bet. — Das belgische Cousulat in Mainz theilr der Kammer mit, daß tu Brüffrl eine „F6d6ration industrielle beige pour favoriser l’exportation des produits nationaux“ gegründet worden in, die den Zweck verfolgt, neben der Hebung des belgischen Export- auch auswärtigen Käufern und Rrflectauteu dte Mög- Uchkett zu bieten, mit em Pfehlenswertheu belgischen Firmen in direkte Beziehungen zu treten. Das Statut der genannten Bereinigung ist auf dem Bureau der Kammer einzusehen. — Ein auf Veranlassung der Großh. Handelskammer Mainz von den Handelskammern Offenbach, Koblenz, Bonn, dem Mittelrheintschen Fabrikanten-Berein u. A. m. bei dem BeztrkS-Eisenbahnraih Frankfurt a. M. gestellter Antrag: „Häute und Felle, rohe grüne und gesalzene, sowie getrocknete in den Specialtartf I und in da» Berzeich- utß der bedeckt zu befördernden Güter aufzunehmen" sand die Zustimmung der Kammer, deren Vertreter tu der nächsten Sitzung des Bezirks-Etsenbahnrath» diesen Antrag unterstützen wird. — Weiter wurde eine Eingabe de» kaufmännischen Verein- in Alsfeld und des HandelSveretn» in Lauterbach mit der Bitte um Zuthriluug der ganzen Provinz Oberhessen mit Ausnahme des Kreises Friedberg — ein Gegenstand, der schon des Oeftereu sowohl die Handelskammer als auch Großh. Ministerium beschäftigt hat — gebilligt und soll demnächst Großh. Ministerium Bericht erstattet werden. — Vor Anknüpfung von Geschäftsverbindungen mit einer Mauufakturwaarenhaudlunng in Rumänien und mehreren Firmen in Amsterdam und Groningen wird gewarnt. Die Namen der Firmen find auf der Kammer zu erfahren.— Am 16. ds. MtS. findet in Steins Saalbau die 6. Cou- ferenz des Verbandes südwestdeutscher De» taillisteu-Vereiue statt. Die Kammer nahm mit Dank von einer Einladung des hiefigen verein» der Detaillisteu zu dieser Eonfereuz Keuutniß. • • Kunstoereiu. Wie im Inseratentheile erfichtltch, ist die Gemäldeausstellung im Thurmhau» am Braud vou Donnerstag den 6. October au wieder geöffnet. * * Stadttheater. Mittwoch deu 5. d. M. ist als erste Volks-Vorstellung „Wilhelm Tell", worauf wir hiermit noch einmal aufmerksam machen wollen. Die Eintrittspreise stellen fich, wie wir gestern bereit» bemerkten, auf 40 Pfg. für Saalplatz und 20 Pfg. für Gallerte. — Als erste Novität geht am nächsten Freitag Ludwig Fuldas dramatifches Märchen „Der Talisman" in Scene. Die Proben für dieses schwierige Bühneuwerk haben bereits vor einigen Tagen begonnen. • • 3« Amerika verstorbene Hessen. Süd-Brooklyn, Lorenz Berg, aus Mörlenbach, Heffen-Darmstadt. Philadelphia, Pa., Lazarn- Meyer, 86 Jahre alt, au- Westhofen, Heffen- Darmstadt. Brooklyn, N. A, Jacob Philipp Dtelmaun, au- Zell, Großherzogthum Hessen. Columbus, O., John H. Weitzel, 63 Jahre att, aus Heffen-Darmstadt. Chil- licothk, O., Valentin Dörsam, 76 Jahre alt, aus Gras- Ellenbach, Großherzogthum Hrffeu. Elgin, John Ring, 59 Jahre alt, au- Bischofsheim, Heffen-Darmstadt. Water- vliet, bei Troy, N. A., Wilhelm Helm, aus Lauterbach, Großherzogthum Heffen. Albany, N. A, Jacob Pfeil, 66 Jahre alt, aus Großherzogthum Heffen. Boston, Mass., Anna Maria Krim, geb. Wenz, 88 Jahre alt, aus Ockenheim bei Bingen. Brovkliu, Schuyler Co., Jll., I. Konrad Kren ter, 64 Jahre alt, au» Allmenrod, Kreis Lauterbach, Großherzogthum Hrffeu. * ♦ Wetterbericht, lieber Central-Europa ist das Barometer überall noch gestiegen und erstreckt sich ein Kern des barometrischen Maximums vou deu britischen Inseln über die Nordsee und Norddeutschlüud bis gegen Polen. Im Nordosteu des Erdthrils liegt eine Depression, außerdem inmitten relativ niederen Druckes eine solche im Süden Europa-. Bei dieser Wetterlage war am Morgen auf unserem Gebiete bei vorherrschend nordöstlicher Luftströmung der Himmel meist trüb. Im Süden nehmen die Bewölkungen ebeufall- vieler- orten ab. — Voraussichtliche Witterung: Allgemein wieder besseres, aber ziemlich kühles Wetter. Butzbach, 2. October. Die „Butzbacher Ztg." bringt das Berzrtchntß der bei der Oderhesfischeu Industrie- und Gewerbe-Ausstellung prämiirten Aussteller. Darnach erhielten eine Preis-Medaille 21 Aussteller, ein Anerkenu- ungS-Dtplom 46 Aussteller/ lobende Erwähnung fanden 40 Aussteller. Außer Wettbewerb blieben 55 AuSstellende auf Grund folgender Bestimmung der Ausstellungs-Ordnung: Ausgeschlossen bon der Prämtirung find Dilettantenarbeiten, Gemälde, Sammlungsgegenstände, Erzeugnisse der Landwirth» schast und solche Ausstellungsgegenstände, deren Aussteller auf dte Prämtirung verzichten. Ebenfalls außer Wettbewerb standen, und zwar gemäß der Bestimmung, daß Erzeugnisse von Ausstellern au» der Provinz Oderheflen pramitrt werden, welche in deren Fabriken, Werkstätten oder Arbeitsstellen verfertigt worden find — 7 Aussteller. Darmstadt, 2. Oktober. Die Jahresversammlung der Anwaltskammer, die am verflossenen SamStag hier stattfand, wurde von dem Borfitzenden des Vorstands, Rechtsanwalt Metz I, mit einer Ansprache eröffnet/ der Schriftführer, Rechtsanwalt Schödler, erstattete hierauf den Jahresbericht. Wir entnehmen demselben, daß dte Zahl der Anwälte int Bezirk des OberlandesgerichtS von 127 im letzten Berichtsjahre auf 135 gestiegen ist, dte höchste Zahl, dte btrher erreicht wurde. Hervorgehoben wurde weiter die segensreiche Wirksamkeit der Htlfskaffe. Die gestillte Rechnung wurde ebenso wie der Voranschlag genehmigt und beschlossen, der Htlfskaffe tu Leipzig wiederum einen Beitrag von 1000 Mk. zu überweisen. △ Mainz, 3. Oktober. Dte im städtischen Gaswerk hier aufgedeckten Unterschleife werden dm 13. dS. Mts. die Strafkammer des hiesigen Landgerichts beschäftigen. Als Angeklagte erscheinen vor Gericht der Direktor de» Gaswerks, der Buchhalter, der Kasfirer und ein Kaffendteuer. — In Berücksichtigung der großen VerkehrShemmnifse im verflossenen Jahre hat dte hiesige Eisenbahndirectton an dte thr untergebenen Dienststellen eingehende Instructionen gerichtet, um eine möglichst prompte Abwickelung deS bevorstehenden starken Herbstverkehrs zu sichern. In dem betreffenden Rundschreiben wird aber zugleich darauf htngewiesen, daß dte erweiterten Etsenbahnanlagen und die vermehrten Betriebsmittel der Gewalt der Verhältniffe gegenüber nut dann Stand halten würden, wenn dte Anstrengungen der Verwaltung auch Seitens des verkehrtreibenden Publikums durch genaue Erfüllung der Vorschriften unterstützt werden. Dte Mainzer Handelskammer richtet an alle Jntereffenteu dte Bitte, letzterer Aufforderung nach Kräften zu entsprechen. — verflossene Nacht spielte in verschiedenen Thetleu der Stadt das Messer wieder eine bedeutende Rolle. In zwei Fällen werden wahrscheinlich die Gestochenen das Leden einbüßen. Einer der Messerhelden ist ein Wirth, der nach einem vorhergegangenen Wortwechsel einem Collegeu mehrere tiefe Stiche in die Brust versetzte. Lampertheim, 2. October. Der Dreschmaschinenbefitzer Gg. Weigel III. von Sandhosen verließ gestern Mittag um */>! Uhr Schwanheim, um seine Maschine vou da nach Sandhofen zu fahren/ unterwegs, zwischen hier und Bürstadt ge- rieth heute Morgen um halb 7 Uhr der schon längere Zett dabei beschäftigte Arbetter Heinrich Wagner, der schläfrig vad ermüdet war und fich deshalb an der Lokomobile halten wollte, unter da» Rad derselben und war sofort tobt. An» der Leit für die -ett. Vor 316 Jahren, am 5. October 1582, wurde der Gregorianische Kalender eingeführt, welcher bestimmt, daß in 400 Jahren drei Schalttage ausgelassen werden, und zwar, wenn die Jahreszahl mit zwei Nullen endigt und nicht durch 400 theilbar ist. Er kam sogleich in Italien, Spanien und Portugal und später erst in Deutschland, den Niederlanden und England zur Geltung. Rußland und andere östliche Länder haben noch den Julianischen Kalender. * Zur Hebung der Häuslichkeit. Für die bevorstehende« längeren Feierabende unsere Leser auf einen ebenso harmlosen, wie herzerfreuenden Zeitvertreib aufmerksam zu machen, ist uns eine angenehme Pflicht. Der Zeitvertreib ist wohl fo alt wie die Gründung bleibender Wohnstätten — er heißt: Hausmusik. Aber da» Instrument, das wir dazu empfehlen möchten, ist noch jung: Dte Accordzither. Zu billigem Preise erhältlich, leicht zu handhaben, spielend zu et- lernen, hat fich die Accordzither schon so eingebürgert, daß eine ganze Reihe von Fabriken darin wetteifert, den steigenden Bedarf zu decken und das Instrument immer mehr zu vervollkommnen. Für den Kenner besteht indeß ke'n Zweifel, daß die sogen. Müller'sche Accordzither ihre Rivalinnen an Solidität des Banes und Süßigkeit des Tones weit übertrifft. Sie ist in jeder besseren Musikinstrumenten'Handlung erhältlich und ein reizendes „Accordzither-Büchlein" versendet die Fabrik I. T. Müller in Dresden-Striesen auf verlangen an Jedermann gratis und franco. * Sine merkwürdige Geschichte wird der „Deutschen TageSztg." ans Sachsen gemeldet: In Hotzenplotz erhängte sich ein 98jähriger Greis ans Lebensüberdruß. Seine 50 Jahre alte Tochter kam hinzu, bemerkte, daß ihr Batet noch lebte, und beeilte fich, ihn au» der Schlinge zu befreien. Sie hob denselben hoch und suchte die Todesschlinge abzustreifen. Dabei brach plötzlich die Diele ein, die Frau stürzte durch das Loch auf den Hausflur und brach beide Beine. Als Hilfe kam war der Greis bereits tobt. * Zuerkennung der Nobel-Prämie an den Zaren. Bekanntlich hat der große Philanthrop unb Erfinber des Dynamits, Ludwig Nobel, vor feinem vor zwei Jahren erfolgten Tobe neben zahlreichen Stiftungen für Wohlthätigkeits- anstalteu zehn Millionen Francs bet FriebenSliga unter btt Bedingung zur Verfügung gestellt, daß diese Prämie Demjenigen zuerkannt werde, der fich daS größte Verdienst um die Sicherung des Friedens erwirbt. Wie aus Petersburg geschrieben wird, hat nun die Frieüensliga den Beschluß gefaßt, die Prämie dem Zaren zur Verfügung zu stellen und zwar für seine hochherzige Initiative zur Erhaltung deS W-ltfrtrdenk. * Der deutsche Verein für Armenpflege und Wohlthatigkeit hielt am Donnerstag in Nürnberg seine 18. Jahresversammlung. Nach den Begrüßungen sprach Stadlrath Dr. Münsterberg- Berlin über die neuere Entwickelung de» Armenwesens tm Ausland, lieber den zweiten Punkt der Tagesordnung: lieber „Hilfe in außerordentlichen Nothständen" berichtet RegierungSrath Falsch-Stuttgart, der nachdrücklich die Forderung stellt, daß außerordentliche Nothstände kein Land unvorbereitet treffen dürfen. Dazu gehört die Schaffung eines ständigen Organs, das bei Ausbruch eines Nothstände» augenblicklich in Thätigkeit tritt und dte Hilfeleistung in fämmtlichen Theilen des NothstandSgebiete» einheitlich regelt. Daneben ist für jedes Land sehr zu empfehlen die Gründung eines Nothstandsfonds, mittels dessen die im ersten Augenblick hervortretenden dringendsten Bedürfnisse befriedigt roerben können, bis durch die zu eröffnenden Sammlungen weitere Mittel flüssig gemacht find. Die Sammlungen sind zur Vermeidung von Zersplitterung thunlichst zu centralisiren. In der Debatte trat namentlich der Wunsch hervor, die Aufgabenkreise der Staatsgewalt und der Privatthätigkeit genau zu begrenzen. Doch war man bedenklich, schon jetzt zu Beschlüsse« zu gelangen und namentlich dem von einigen Seiten ausgesprochenen Wunsch nach Schaffung einer ständigen Centralorganisation durch einen förmlichen Beschluß zu entsprechen. Man folgt daher einem vom Stadtrath Münsterberg gestellten Anträge, den Gegenstand erneut zur Erörterung zu bringen. Den Schluß der Verhandlungen am Donnerstag bllbrtc ba» Thema bcr Zwangsmaßregrln gegen nährpflichtige Angehörige, über bas Dr. Hirschberg-Berlin, Stadtrath Jakstein-Potsdam und Stadtrath Münsterberg-Berlin berichteten. • Fußboden-Kitt Glaserkitt trocknet bekanntlich sehr stark zusammen unb bröckelt halb auS ben Fugen wieber aus. Ungleich bauerhaster ist ein wie folgt hergestellter Kitt: 1 kg Kölner Leim wirb währenb 24 Stunben in einer Schüssel mit soviel Waffer eingeweicht, baß letzteres ihn gerade bedeckt. Nach 24stündtgem Stehen erwärmt man ben zu einer Gallerte aufgequollenen Seim mttfammt dem übersteigenden Waffer auf der Herdplatte. Sobald die Gallerte vollständig zergangen, rührt man 1 kg Ocker, ber vorher mit Waffer zu einem Brei eingerührt ist, unter unb nach bem allmählich 1 kg Sägespähne. Hierauf läßt man bie Masse erkalten. Sie soll bann von ber Steifheit frischen Glaserkitts sein. Ist sie zu hart, so muh sie nochmals erwärmt unb ein angemessenes Quantum heißes Wasser hinzugesetzt werben. Dieser Ritt bars erst nach vollstänbigem Erkalten angewanbt werben. Große Fugen wirb man Vorthetlhast vorerst verspähnen ober auch mit Werg ober mit altem Zeitungspapter ausstopfen unb bann erst ben Kitt hinein- brücken. Ebenso ist eS Vortheilhaft, kleine Fugen erst mit einer Messerklinge zu burchstoßeu. Der Ritt wirb nach einigen Tagen steinhart unb bricht nie/ bie Sägespähne verhindern ba« Zusammentrocknen. Bor bem Oelsarbenanstrich muß man ber Oberfläche einen Tag zum Trocknen Zeit lassen. — Für W * ‘■’S*®kt Äh «LL *■ ta“ No 5«,» l!l*1'«n» ch k,u b"’Jth boju n. '""tithrr. oa Wenb ia«. 0 Nbüifltit, bah ^trt/ bin fltlgtnbm 7°>» wtfjr ia d„. Bbt§ hin getifd ihre Riva,Innrn an 11 tonn »eil üb». iRnimenttn-^anbluni rWn" vnsrnbü lirsev ons virlangn, »d der ,9m, 3o Hohrvplvtz ». inMnblvtz. tzrivr ;tftt, bah ihr 8atti TWgi zu bchttrn. i 2obtl|iüagt abjn» : tln, blt Fran stürztt ib brach bttbi Btlut. tobt. an bin Zaren. 8c d Erfind» btl Dhna. zwri Jahren «folgt« für Wvhlihatighiü« rtedintliga unter dir i bltfe Priünir Dw- größte vnditost um Wir ad Prterß. ^itirolüga drrr 8t' i zur Snfügnng zn AivkM SiholML y unb DoMnüg^nl feine 18. Zahmva. prach Stabuatb Dr. w 6nhcidelung btl n zweiten Punkt da lentlichen Rothfiänden gart, der nachdrüLich Iliche RoMande W , gehört die EchaM 4 eines Nolhstandck die Hilfeleistung '« letes einheitlich itgdt. »schien bte MM > im ersten Sugenbha je befnedigt werde- Zawtnlungen u>M ilungen find iu centralisiren- •*s» iökä ÄS* «*'*i*»5 Angehöng'' jSW**** Ä'i-; t, daß yan W jt« »'» * ■*?* ftp ,, gobal ° ° kg D«»-6„a»k« ift, wl““’ bi” 8* > ”«= V i ß- "’Jrt w* 6,1 „ grtal«* •5 'wÄ* M'L-tL denselben Zweck wird gleichfalls sehr empfohlen ein kalt her- zustellender und auch kalt zu verwendender Ritt auf 1 kg gepulvertem, gebranntem Ralf und 5 kg frisch au-geschiedrnrm Käsestoff, welcher Masse durch Ocker oder eine andere Farbe die gewünschte Färbung gegeben werden kann. Dieser letztere Ritt muh zu jedesmaligem Gebrauch frisch hergeftellt werden, da er bet Aufbewahrung verhärtet. • Die billigste* Bahnen bet Welt. In einem Züricher 6af£ hat Einer jüngst eine Wette gewonnen, indem er für feine Behauptung, daß man feit Einführung der General« abonnement» in der Schweiz thatsächlich für 29‘/t Centime» von Zürich nach Genf fahren könne, den Beweis antrat und zwar wie folgt: Die Strecke von Zürich nach Gens beträgt 289 Kilometer, die Eifenbahnfahrt bauen 8 Stunden 27 Mm. Führt man in Zürich Früh 7 Uhr weg, so ist man Nach, mittag» 3 Uhr 27 Minuten in Genf. Der Tag hat 24 Stunden, der Monat 720, da» Jahr — den Monat nach kausmännifcher Weise zu 30 Tagen gerechnet — 8640 Stunden. Ein Jahre» Generalabonnement kostet 800 Franken für dritte Wagenklasse, macht pro Stunde nur 81/, Centime». Da die Fahrt Zürich-Genf rund 8% Stunden dauert, kommt sie also dem Inhaber eine» Jahre». Generalabonnement» auf 8V,x3'/, Cent., ober auf 29«/» Lent, zu stehen. Die Gefell schäft war verblüfft, der Wettende triumphirte und al» die von ihm gewonnenen Champagnerflaschen knallten, war die ganze Gesellschaft darüber nur noch einer Meinung, daß die billigsten Bahnen der Welt feil Einführung der General« abonnement» die Schweizerbahnen feien. * Uetzer die Schuldenlast der Welt im verflossenen Jahre veröffentlicht die „Zeitschrift für da» gesammte Actien- wesen" eine Zusammenstellung, die zwar nur bedingten Werth hat, weil genauere Angaben über die Entstehung der einzelnen Schuldenposten, über ihre Verzinsung und über da» Wach»> thum der Bevölkerung fehlen, die aber doch einen interessanten Vergleich liefert über die zunehmende Verschuldung der Cultur ftaaten. Die Gesammtfchuld aller cioilistrten Staaten betrug danach im Jahre 1897 122420 Millionen Mark. Davon hat Frankreich zu tragen in Millionen Mark 24480, Eng. land 12 897, Oesterreich-Ungarn 12127, Italien 10185, die deutschen Einzelstaaten 9992. die englischen Colonien 9492, Rußland 7900, Spanien 5660, Nordamerika 3972, Portugal 2525, da» Deutsche Reich 2204, Aegypten 2088, Brasilien 2072, Holand 1849, Belgien 1832 u. s. w. u. f. w. Jntereffant ist, wie die jährliche Zunahme der Schuldenlast der Welt sich im Laufe der Zeit nach gewiffen, da» wirth. schaftliche Leben der Staaten beeinflussend»!! Ereigniffen gesteigert hat. Sie nahm in allen Kriegszeiten mächtig zu, z B. bis 1820 jährlich um 740 Millionen, in den verhält- nißmäßig friedlichen Zeitläuften von 1820 bis 1848 jährlich nur um 200 Millionen. Damals begannen in verschiedenen Staaten wiederum Kriegsvorbereitungen, und darum wuchs bl» 1862 die Staatsschuld jährlich um 1460 Millionen Mark. Zwischen 1862 bi» 1872 fanden in Amerika und Europa verschiedene Kriege statt; die Weltschuld stieg daraus jährlich um 4280 Millionen Mark. Rach 1872 ist die jährliche Zunahme immer geringer geworden; sie betrug bi» 1882 nur 1380 Millionen Mark trotz des russisch, türkischen Kriege», und wenn man von 1882 an die Zeit de» bewaffneten Welt- friedens rechnen will, so hat er die Weltschuld wohl gesteigert, ober doch nur um 960 Millionen jährlich, während es in früheren Jahrzehnten, z. B. um die Mitte des Jahrhunderts alljährlich eine Milliarde Mark war, um die die Weltschuld sich vergrößerte. Wie hoch im Verhältniß zu früher die Zinsenlaft gestiegen ist, ist aus der Zusammenstellung nicht ersichtlich, weil die Zunahme der Bevölkerung nicht mit in Vergleich gezogen ift. Jedenfalls müffen aber heute die Steuerzahler der Culturstaaten, wenn man für die gegenwärtig vorhandene Weltschuld eine Verzinsung zu 4 v. H. annimmt, eine Zinsenlast von jährlich 4896 Millionen Mark tragen, d. h. von der Milliarde Menschen, die (ohne China) zu der Verzinsung mit beitragen müffen, hat Jeder jährlich eine Kopfsteuer von 5 Mk. zu leisten. Die Schulden mancher Staaten finden jedoch in verschiedenen Vermögensstücken, namentlich in den Staatsbahnen, ein gewisses Gegengewicht. Der Gesammtfchuld von 122 Milliarden Mark stehen etwa 27 Milliarden Mark Vermögen gegenüber, wovon Deutschland allein schon 10 Milliarden, Oesterreich-Ungarn gegen vier Milliarden besitzt. Da aber neben diesem Vermögen andererseits die Provinzen und Gemeinden der Staaten in der Regel auch noch Schulden haben, deren Weltbetrag auf rund siebzehn Milliarden geschätzt wird, so bleibt doch auf den Kopf jede» Erdenbürger» eine ererbte Zinslast von annähernd 5 Mark jur das Jahr bestehen • BuS Sibirien Der „Sfiturski Westnik" berietet über lolgtnbtn traurigen Vorfall im Dorfe Sderdowka am sogenannten jakutischen Trakt. Der Offizier Poscherba, welcher ul» Befehlshaber der Eskorte eine Partie Arrestanten aus dim AlexanbrowSkifchea Gefängniß sühne, hatte sie unter» weg» durch kleinliche Ehikane gegen sich aufgebracht. Nach her Ankunft auf der Etappenstation Sherdowka eilten die durch den langen Marsch hungrig gewordenen Arreftameu, »le gewöhnlich, zu den sie erwartenden Händlerinnen, die verschiedene Lebensrnittel feilboten. Der Offizier befahl aber otn Arrestanten, sofort in den Etappenhof zu gehen, und ließ, als dieser Befehl von einigen mit Murren ausgenommen wurde, die Händlerinnen forttreiben. Die Mehrzahl der Arrestanten begab sich in den Hof, ein Theil aber zögerte, dem Befehl uachzukommen, wobei einer der Arrestanten sich Tchimpfworte gegen den Offizier erlaubte. Ja Folge dessen befahl dieser den eSkortirenden Soldaten, diesen Arrestanten zu packen und von den anderen za trennen. SIS der Arrestant lein Schimpfen fortsetzte, drohte der Offizier ,hn zu erschießen, fall» er nicht schweige. Daraufhin rief ihm ein anderer Arrestant zu: „Alle wirst Du nicht erschi ßen können!* und fügte noch ein Schimpfwort Hinz-'. Der dadurch iu Wnth gerathene Offizier gab nun den Soldaten den Befehl, sich m Reih' und Glied zu stellen und schußbereit zu machen, md befahl der Menge, fich von dem fluchenden Arrtstauten zu entfernen. Dieser wich nicht von der Stelle, sondern schrie, seine Brust vorstreckend, dem Offizier zu: ,Schieß!- Noch hatte die Menge kaum einige Schritte zur Seite springen können, als eine Salve von nenn Schüssen erfolgte unb der betreffende Arrestant tobt hinstürzte. Zugleich würbe aber auch ein zweiter Arrestant, der wegen seiner kranken Füße nicht so schnell znr Seite springen konnte, tödtlich verwundet. Hiermit nicht genug, commonbirte ber Offizier nun die Gewehre gegen den schon früher isolirten Arrestanten zn richten,- eS erfolgte eine zweite Salve — und es stürzte das dritte Opfer, von mehreren Kugeln getroffen, mit einem Schrei zu Boden. Die beiden schwer verwundeten Arrestanten wurden auf einen Wagen gelegt, nm in das Alexaubrvwßkifche Gefängniß gebracht zu werden, starben aber unterwegs. Zeuge dieses blutigen Drama» war nur der Schreiber ber dortigen Poststation, da die Einwohner von Sherdowka, welche beim Eintreffen der Arrestautenparthie fich bei der Etappenstation eingefunben hatten, nach ben ersten Schüssen eiligst die Flucht ergriffen. Wie fich nachher erwies, hat ber Offizier Poscherba ben Verstaub verloren, er würbe durch einen andern Offizier ersetzt. ■ Ei» Wappettsolscher. Ein Oberstlieutenant, Shipway aus EhiSwick tn ber englischen Grafschaft Midblesex hatte seit langer Zeit ben Wunsch gehegt, ein Wappen führen zu bürfen. Er nahm im November 1895 einen gewissen Herbert DavieS, ber als Arzt practlcirt hat unb auch vorgab, in Oxforb einen akademischen Grad erlangt zu haben, was fich aber nachher als unwahr heraußstrllre, gegen ein Honorar von 6 Schillingen pro Tag in feinen Dienst, damit er den Nachweis führe, daß ber Oberstlieutenant von feinen Vor» fahren bat Recht, ein Wappen zu führen, erworben habe. DavieS verübte nun die größten Schwindeleien, um feine Bemühungen erfolgreich erscheinen zu lassen. Er fälschte Kirchenbücher, indem er auf die Familie Shipway bezügliche Eintragungen darin machte, mtifelte in einen Balken im Glockenthurm zu MangotSfitld die Worte „John Shipway 1541" ein, grub Särge auS unb ätzte zum Beispiel tn einen Bleifargbeckel bte Worte ein: „Leo telo manu, John Shipway 1620." Ferner taufte er zwei Statuen, bie nachweislich einer Familie Blount zugehörteu, zu Statuen eines Wappeu- trägerS John Sh'pway unb feiner Gattin Margareth um unb errichtete in ber Kirche eine Inschrift auf Kosten beS Oberstlieutenants, worin er fich als ben bireften Nachkommen dieser ShipwahS bezeichnete. Das Herolbkamt iu London erkannte aber bte sämmtlichen Forschungsresultate beS Herbert DaoieS nicht an, eS erklärte vielmehr, keine Spur eines Shipwah'schen FamiltenwappenS finben zu können, obwohl man bte Register von vier Jahrhunberten durchgesehen habe. DaS HeroldSamt fügte ben Rath bet, Oberftlieutenant Shipway möge in ben Dtücefan-Regtstern von Gloucester nach Testamenten seiner Borfahren forschen lassen. Herbert DavieS begab fich bann im August 1896 im Auftrage bes Oberst lienteuantS nach Gloucester, unb hier gelang eS ihm balb, baS.Tostament eine» „John Shipway von Bevistou MangotS- fielt" zu entbecken, der auf feinem Sterbelager noch in feinem Testamente ausdrücklich erwähnte, baß ein Vorfahre von ihm von König R charb I. 1191 durch ben Kanzler Wilhelm von Marchand ein Wappen erhielt, das er bann noch im Testament beschreibt. Natürlich war eS toieber eine Fälschung. DavieS hatte mehrere alte Testamente aus einem Archive gestohlen unb fie zu feinen Zwecken abgfänbert. Universitäts-Nachrichten. — Bei der Universität Basel ist ber außerordentliche Professor der Geschichte, Dr. BooS, zum ordentlichen Professor befördert worden. Eingesandt. «ietzeu, ben 4 October 1898. Zur Zelt wird ein Theil der Rodbeimerstraße aufgebrochen und bte Wasserleitung bi- zur MöbS'schen Setfensabiik gelegt. Im Interesse der zahlreichen Passanten dieser Straße wäre c» wünschen?werth, wenn hierbei auch gleichzeitig die Gasleitung mit verlegt und noch zwei Straßenlaternen anc-ebricht würden. Die letzte derselben befindet fich vor dem Happel'ichcn Lagerplatz und der weiter nach der Haidt gelegene Theil der Chaussee ist Abend» tn tiefste» Dunkel gehüllt. Der eine Bürgersteig der Lrtraße ist, wegen des angebrachten Schienengeleise», ♦ür Fußgänger nicht mehr paifirdar, und da die Fuhrwerke öfter genötbigt sind, beim Ausweichen oder bei Begegnungen mit der Btkberirattakn den anderen Bürgersteig zu befahren, fo wäre hier eine Beleuchtung dringend zu wünschen. N. N. Verkehr, rsitzd Volkswirthschäft. Gießen, 10. October. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. X 0.90—1.10, Hühnereier per St. 7—0 2 6t. 14—15 H, Enteneier 2 St. 00—00 Gänseeier per St. 00—00 H, Käse 1 St. 5—7 Käsematte per 6t 8 Erbsen per Liier 18 4, Linsen per Liter 30 Tauben per Paar X 0.60—0.70, Hühner per 6t X 1.00—1.20, Hahnen per Stück X 0.80—1.20, Enten per St. X 1.80—1.20, Gänse per Pfund X 0 48—0.54, Ochsenfleisch per Pfd. 66—74 Kuh- und Rindflessch per Pfd. 62—66 H, Schweinefleisch per Pfd. 68—76 H, Schweinefleisch, gefallen, per Pfd. 80 H, Kalbfleisch per Pfd. 62—66 H, Hammelfleisch per Pfd. 50—70 H, Kartoffeln per 100 Kilo 6.00 bis 7.00 X, Weißkraut per St. 8—16, Zwiebeln per Str. X 5.00—0.00, Milch per Liter 16 Zwetschen per Ctr. X 2.50—8.60. Dauer der Marktzeit von 8 Uhr Morgens bis 2 Uhr Nachmittags. Während der ersten 3 Stunden der Marktzeit darf im Umherziehen nicht feilgeboten werden. ertttNtre, l.OcL Fruchtoreife. Weizen X 16,30—16,50, tarn X 14,60—16.00, Gerste X 13,00-14 50 Haier X 12,50-15 50, Erbsen X 00,00-00.00, Linsen X 12.00—12 50, Wicken X 00,00, Bein X 00,00, Kartoffeln X 6,00-0,00, €: ^’s,p.Ö unt.b.l906 98.80 .*/, Sr-uß.bYP.A.B-unrb. E 4 dlo. unk.b. 1907 102.50 37, Pomm.Hyp.A.Bk.unk.b.1906 4 0 - - --- 4 Frkf.Ldw.Cred.Bk.unk.b.1900 9839] 2-Zimmerwohnung mit Zubehör sofort zu verm. Grünbergerstr. 38. 9810] Wegzugshalber ist der dritte Stock meines Hauses, 5 Zimmer nebst Zubehör, Gartenautheil, Bleichplatz, per 1. Januar, eventuell auch früher, zu ver- miethen.__Ulicestratze 22. 9844] Frankfurterstr.9b Parterrewohn-, 4 Zimmer mit allem Zubehör, zu ver- miethen. Näheres Ebelstratze 32. Du vermiethen. In Weidenhausen, Kreis Biedenkopf (Bahnstation und größere Eisengießerei), ist ein schöner, geräumiger Laden mit einigen Nebenzimmern, zu jedem Geschäft geeignet, auf sogleich zu vermiethen. 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BI. 9816] Ein Mädchen empfiehlt sich im Kleidermachen in und außer dem Hause. Näheres Bleichstr. 34» 9829] Gesucht ein junges, braves Laufmädchen für den ganzen Vormittag gegen hohen Lohn und gute Kost. Bletchstratze 14, pari. 9