1 bequlaitet, ’Pattiit-Amt »erlitt 7698 Achten, "ftufe# Saison Mch-» * E» *««ten :ta- Nuett 1644 SSL, it Brennerei d. H. 'engeift, welcher sich^ch ’ieidinet, ch natfi dgna i?er ak ganj »otttnbtlß ecaavalercenleu und be- I* w 1.81). lidjlägigen TGäslen ta 3211 rjer, Pelikan-Apoihel!. )otbeke. ttpfe uob Surfen, er. 7563 W M y9? 307? ttt-ttv li- 8635 102® 1898 97 i 1887 101* 101® VA KS - ui" jht ****** 11868. Merre*" lb^e !« ÖCK, Giessen -Kaneleiberg- nsgMse-Eeke abnk betri* an und 8 SchBufeneter tend vergrSssert. lortirfes Lagern. Vertief >lner Möbel aaren, Spiegel ete. billigsten Preisen. wechselnde »n compl. hmm,r ldrÄ'UaJ «ww». SS®****’ Nr. 181 Erstes Blatt.Freitag den 5 August 11898 Gießener Anzeiger General-Anzeiger 8« ‘liertt(iibr(W6 2 Mark 20 tf» mewetlid? 75 H mit kringettsh». Alle Anzeigen-Brrmittlmlgsftellen M In- unb nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger nrtHaGM- Unnadme den Anzeigen zu der Nachmittags für den ßalgenden lag erscheinenden Nummer bis Barm. 10 Uhr. frf<6dnt tLgklch mit Ausnahme de« Montags. Die Gießener Mamille» «sättrr •crbfn dem Anzeiger Wöchentlich viermal beigrlrgt. Zlnrts- und Anzeigeblutt für den Ttveis Gieren. Gratisbeilage: Gießener Familienblätter BeUctUn, tptbitien enb Druckerei: Adreffe für Depeschen: Anzeiger #l«|te« Fernsprecher Nr. frl. mit der Zuversicht, daß bas Reich in den blsten Händen ist, daß im Sinn seine» alten Mitbegründer« wettergedant werden wird, daß in absehbarer Zeit nicht daran gedacht -u werden braucht, die Fugen könnten sich einmal lockern und würden widerstandSlot den Stürmen, die schließlich doch nicht ou»» bleiben werden, pretsgegebeu sein. Mit Gut und Blut da» Reich vertbeidigen — da» entspricht sicher den Absichten unsere» unvergeßlichen Bi-marck. (xx) Deutsches Reich. Berlin,3. Augnst. Der Kaiser hörte heute vormittag 11 Uhr die Bortrage de» Krieg-Minister», Generallieutenant v. Goßler und de» Chef» de» MilitSr-Cabtnet» v. Hahnke. Um 12 Uhr gedachte der Kaiser den Reichskanzler Fürst Hohenlohe und daraus den Staat-secretär v. Podbtelskt zum vortrage zu empfangen. Die beiden letzteren Herren wurden zur FrühstückStafel besohlen. Um 2 Uhr 15 Minuten ge« dachte der Kaiser sich nach Berlin zu begeben, um in der Kunst-Ausstellung die Prell'schen für den Palazzo Caffarelli in Rom bestimmten Bilder anznsehen. Berlin, 3. August. Den „Beri. Reuest. Nacht." zufolge ist der tm „Reichsanzeiget" erschienene Nachruf für den Fürsten BiSwarck vom Director de» Staatsarchiv», Geheimrath Dr. Cosel, Nachfolger und Schüler ShbelS, verfaßt. Den Auftrag hat ihm Fürst Hohenlohe ertheilt. Berlin, 3. August. Einzelheiten von der Nord- laudreise des Kaiser». Als die „Hohenzollern" am vorigen Dienstag in Mo anlangte, erhielt der Kaiser deutsche Zeitungen, woran» er ersah, daß ungünstige Berichte über den Gesundheitszustand des Altreichskanzlers umgingen. Er sandte sofort ein Telegramm nach FriedrichSruh ab, worin er seiner Besorgniß über daS Bksinden des greisen Herrn Ausdruck gab. TagS darauf traf eine von Bi-marck selbst verfaßte Depesche an Bord der „Hohenzollern" ein, worin der Fürst mittheilte, daß er sich wohler denn je befiode. Für den vorigen Sonntag Nachmittag hatte der Kaiser versprochen, daß die Matrosen-Mufikcapelle der „Hohenzollern" auf der Jnbnftrie-Ausstellung in Bergen spielen solle. Infolgedessen war die Abfahrt der Yacht auf 9 Uhr Abend- festgestzt. Jedoch schon Sonntag Morgen um 8 Uhr erhielt der Kaiser die Nachricht von dem Dahinschctden de» Fürsten Bi-marck. Bei der darauf folgenden Andacht erschien Kaiser Wilhelm und mit ihm die Herren seine» Gefolges mit dtm Zeichen der Trauer, dem Flor um deu Arm. Dann verkündete der Monarch der Mannschaft in einer kurzen Ansprache, in der er die Verdienste de» großen Staatsmannes Heroorhob, den Tod de» Fürsten, und al-bald sank die kaiserliche Standarte auf Halbmast. Die Kapelle spielte während dessen einen Tranermarsch. Der Besnch der Industrie-Ausstellung in Bergen unterblieb natürlich und e» wurden sofort alle Anstalten getroffen, um nach Kiel zurückzukehren. Die Fahrt der „Hohen» zollern" von Bergen nach Kiel wurde in der erstaunlich kurzen Zeit von 31 Stunden znrückgrlegt. Die begleitenden Torpedoboote konnten bet der Schnelligkeit der Fahrt nicht Nachfolgen und trafen erst Dienstag früh in Kiel ein. Aller- dtngS kam der „Hohenzollern" zu Statten, daß die See de» großen Belt» und um Skagen herum ziemlich still und die Wasserströmung sehr günstig war. Die „Hohenzollern" legte tu der Stunde durchschnittlich 22 Seemeilen zurück. Weniger angenehm scheint die Fahrt für die Theilnehmer der Reise in jener Nacht gewesen zu sein, al» die „Hohenzollern" in da» nördliche Et»meer einlief. ES erhob sich ein heftiger Sturm und eß war der Yacht nicht möglich, Anker zu werfen. So blieb nichis übrig, al» die „Hohenzollern" mit den Wellen treiben zu lassen, umsomehr, als auch da» Steuer nicht gehorchte. Diese unbehagliche Fahrt dauerte von 9 Uhr Abend» bis zum folgenden vormittag 11 Uhr. Allerdings nahm man an Bord baß wunderbare Schauspiel der Mitternachtssonne wahr. Auf die Jagd ist der Kaiser diesmal nicht gegangen, dagegen wurde ein neuer Ausflugsort entdeckt, ein wundervolles Thal zwischen Stahlheim und Gutwanger. Auf dieser Fahrt bedievtr man sich nach norwegischer Sitte der KarriolS, zweirädertger Wagen. Der Kaiser selbst hat sich ein derartiges Gefährt in Deutschland bauen lassen, da- an Bord der „Hohenzollern" mitgeführt wird. Berlin, 3. August. Zur Förderung be» Fernsprech- verkehr» auf dem flachen Lande hat die Oberpostdirectiou Liegnitz folgende Bekanntmachung erlassen: „Utn ben Bewohnern beß flachen Lanbe» unb bet kleineren Städte mehr alß bisher ben vortheil einer Fernsprechverbinbung mit ben für ihre wirtschaftlichen Beziehungen wichtigen Hauptorten zu verschaffen, sind die Telegraphenleitungen zu Fern^prech- betrieb in erweitertem Umfange für brn unmittelbaren Sprechverkehr des Publikums freigegebeu worden. Insbesondere ist die Einrichtung getroffen worden, daß, soweit die Telegraphen- leitungen zu Fernsprechbetrieb in Orten mit Stadt-Fern- sprecheinrichtung münden, der unmittelbare Sprechverkehr mit den Theilnehmern dieser Stadt-Ferusprecheinrichtungen und in geeigneten Fällen auch über die vorhandenen Verbindung»- Leitungen mit anderen Stadt Fernsprecheinrichtungen statt- finden kann. Zu diesem Zweck ist den in Betracht kommenden Telegraphenbetriebsstellen die Eigenschaft öffentlicher Fern- sprechstellen beigelegt worden. Bei diesen öffentlichen Fernsprechstellen werden die von außerhalb zum Gespräch verlangten Personen, soweit dieselben im Orte selbst oder in der nächsten Umgebung wohnen, von den Telegraphenanstalten durch Boten herbeioernsen." Berlin, 4. August. DieVerleihungdesSchwarzen Adler-Ordens. Der „Reichsanzeiger" schreibt: Gelegent- lich der Verleihung des Schwarzen Adler Ordens an den Kaiser von China ist in der Presse die Auffassung vertreten worden, daß durch diese wie durch frühere Verleihungen an den Sultan Abdul Medschid und den jetzigen Sultan die Grundbestimmung, wonach die „Gemeinschaft der Christlichen Kirche" als „Grund dieses Unseres Ordens" zu betrachten ist, außer Kraft gesetzt sei. Dies ist irrthümlich. Die Statuten des Ordens find nur anwendbar auf die Verleihung an die inländischen, zur Investitur zugelassenen Ritter, welche sodann dem Kapitel des Ordens angehören und dasselbe bilden. Fremde Souveräne, wie überhaupt Ausländer werden nicht inveftirt, gehören niemals dem Kapitel an, und diese Verleihungen unterliegen daher nicht den Bestimmungen der Statuten, deren Verpflichtungen in solchen Fällen ebenso wenig ausgeübt, wie die Rechte der inoestirten Ordensritter auch nicht übernommen werden können. Eine Außerkraftsetzung der Grundbestimmung des Ordens ist dadurch nicht * herbeigeführt worden. Berlin, 4. August. Zu dem Entlassungsgesuch des Fürsten Bismarck schreibt die „Tägl. Rundschau": Das Entlaffungsgesuch des Altreichskanzlers ist zweifellos das bedeutendste historische Document der deutschen Geschichte seit dem Frankfurter Frieden. Mit Befriedigung verzeichnen wir, daß man allseitig davon abgestanden, dieses Document in diesem Augenblick zum Gegenstand der Erörterung zu machen. Infolge dessen fühlen wir uns aber auch verpflichtet, hervor» ju' eben, daß die deutsche Presse der soeben erfolgten offiziösen Belehrung, wie man dieses Document zu behandeln habe, in keiner Weise bedarf. Das Document wird die Beachtung finden, die ihm zukommt, und die Behandlung, die fich aus der einmüthigen Trauer um den Heimgegangenen Altreichskanzler ergiebt, das heißt: nicht, indem man alte Wunden aufs Neue bluten läßt, sondern aus trüben Stunden, die nun der Geschichte angehören, Kraft und Hinweise sucht zur energischen, dem Gemeindewohl gewidmeten Bethätigung aller nationalen Kräfte. Berlin, 4. August. Eine Reorganisation des Bahn- hofsbuchhandels soll der „Poft" zufolge auch in Sachsen bevorstehen. Alle Bücher und Zeitschriften, welche die Bahn- Hofsbuchhändler verkaufen, sollen in Zukunft amtlich eingesehen werden. Ferner haben die Händler Verzeichnisse der von ihnen feilgehaltenen Tageszeitungen, Witzblätter und Bücher deutlich sichtbar an ihren Ständen anzubringen. Schundliteratur, sozialdemokratische Zeitungen und gewisse Postkarten sollen vom Verkauf ausgeschlossen werden. Eine Durchsicht der ausliegenden Schriften soll fast täglich erfolgen. Berlin, 4. August. Politische Räubergeschichten. Sehr lehrreich für die Art und Weise, wie manchmal aus Räubergeschichten politische Zwischenfälle entstehen können, ist folgender Vorfall, der des komischen Beigeschmacks nicht ent- behrt. Im Mai wurde in Amerika mit Entrüstung, in Spanien mit größter Freude die Nachricht verbreitet, daß das deutsche Kriegsschiff „Irene" die amerikanische Flagge beleidigt und herausgefordert habe. Bei ihrem Einlaufen in den Hafen von Manila sei nämlich die „Irene" von dem dort liegenden amerikanischen Admiralsschiffe vorschriftsmäßig begrüßt worden, habe es aber für angezeigt gehalten, auf diese Höflichkeit dadurch zu antworten, daß sie von ihrer Schiffs» capelle die spanische Hymne spielen ließ. So berichtete das Manilaer Blatt „Commercio", und auf dieser Quelle fußend entrüsteten sich die Amerikaner, während die Spanier von einer deutsch-spanischen Verbrüderung sprachen. Nun stellt sich der wirkliche Hergang in folgender Weise heraus: Als die „Irene" mit einem spanischen Loolsen an Bord in den Hafen einlief und von den Amerikanern gegrüßt wurde, antwortete sie mit dem entsprechenden Salut und ließ die amerr- Der Dank des Kaisers. Mehr unb mehr greift bie Ueberzeugung Platz, baß ble deutsche Nation mit bem Heimgange beß Fürsten Bi-marck einen unersetzlichen Verlust erlitten hat. Nun ruht er au» in bet stillen Kammer be» Frtebrich»ruher Schlosse- von allen Mühen unb Sorgen, von allen Erfolgen unb Enttäuschungen. Möge ihm bie Erbe leicht werben 1 Wir aber, bie bet große Kanzler zurückgelaffen hat, müssen nn- in ben schmerzlichen Gedanken hineinleben, ohne ben gewaltigen Recken daznstehen, der mit eiserner Faust ba» Gebtlbe beß neuen beutschen Reiches schmiedete. viele Worte des Danke» find in diesen Tagen gen Friebrich-ruh gesanbt worben, unb wenn bie Verhältnisse e» gestattet hätten, eine wahre Bölkerwanberuvg würbe statt» gefunben haben, um bem Tobten bie Dankbarkeit unb Bewunderung zu beweisen, welche ganz Deutschland ihm ent» -egenbrtngt. Eine große Genugthuung muß eß deshalb ge- währen, bah der Kaiser e- unternommen hat, ben Dank unb die Bewunderung der deutschen Nation am Sarge des Fürsten Bl»marck nieberzulegen unb habet zugleich bet tiefen Trauer Ausdruck zu geben, baß unß Gott btesen Mann genommen hat, an dessen Namen fich die glorreichste Periode der Geschichte Deutschland- knüpft. Alle echt deutschen Herzen haben den Kaiser auf seiner Fahrt nach Frtebrich»ruh begleitet, in Gedanken sind wir mit ihm an die Bahre getreten, um den Manen de» größten Deutschen diese» Jahrhundert- zu huldigen. Ganz au» der Seele gesprochen aber ist unß der kaiserliche Erlaß, der unter dem frischen Eindruck der im Friedrich-- roher Schlosse stattgehabten Trauerfeier an den Reich»- fandet gerichtet ist. Wir bewundern an unserem Kaiser seine impulsive Natur und freuen uns, daß der Monarch auch in diesem Falle ben richtigen, zum Herzen sprechenben Ton ge- funben hat, al- er e» für gut fanb, nicht nur im stillen Gebet an der Bahre be- großen Deutschen zu weilen, sonbern auch öffentlich, vor aller Welt, zum Au-druck zu bringen, wa» sein Herz bewegt bet bem Verlust be» bewährten Rath- gebet» seiner Vorfahren. Wir haben ben War laut be» kaiserlichen Erlasse-, bet in pietätvoller Weise an» Friebrich-ruh datirt ist, bereit» vrröffentlicht und find gewiß, daß er aller Orten Zustimmung unb lebhaften Widerhall gefunden hat. Der Kaiser spricht darin in UebereinfHmmung mit seinen hohen Verbündeten unb dem ganzen deutschen Volke nochmal» seine tiefe Trauer au» und gedenkt sodann de» herrlichen Wirken» be» Fürsten Bismarck während seiner ganzen staat-männtscheu Laufbahn. Unb der Monarch thut wohl daran, öffentlich die Verdienste de» verstorbenen zu würdigen, die fich derselbe in-besondere um da» Hau» Hohenzollern erworben hat. In einer gefähr» lieben Confltctszeit in» Amt berufen, hatte er durch sein unvergleichliche» Wirken e» dahin gebracht, daß die Spannung, Weiche -wischen Krone und Bolktvertretung bestand, mehr und mehr wich. Der kaiserliche Erlaß ist aber insofern besonder» be» m:rken»we,th, al» er die Versicherung enthält, daß da» Werk, Welche» Fürst BiSmarck geschaffen, nicht verloren gehen, daß unentwegt daran weitergearbeitet werben soll. Mit einem gewissen Bangen hat wohl mancher echte beutsche Mann bet Zukunft entgegengesehen, wenn Derjenige, weichet bat Reich gegrünbet unb gefügt hat, nicht mehr unter ben Lebenben fein würbe. Diesen gibt bet Kaiser in seinem Erlasse bie beruhigenbe Versicherung, baß Da», wat bet große Kanzler geschaffen hat, erhalten unb außgebaut werden wirb. Der Monarch kleidet diese Zuficherung in die Form eine« feier» lieben Gelübdes, welche» er im Namen der Nation ablegt unb Welche» er burch bie Zusage bekräftigt, ba» Geschaffene, Wenn es Noth thue, mit Gut unb Blut zu verrheibigen. Da» Werk ist freilich festgefügt, bet Baumeister hat einen seifigen ©oben außgewähit unb bte Steine sorgfältig auf einander gereiht- auch bet Kitt war gut, ben er zum Bau benutzte. Deßhalb dürfen wir wohl hoffen, daß da» Reich selbst heftigen Stürmen trotzen unb fie überdauern wird. Aber darum ist e» doch gut, wenn Schäden sofort w über au-gebeffert werden, Wenn man fich nicht der Sorglofigkeit hingiebt, fall» ein Steinchen abbröckelt. An jedem Bau, mag er vom vollendetsten Meister hergestellt sein, zeigen sich Mängel und im Laufe der Zrit Schäden, und ein sorgsamer Bauherr sucht nicht nut dieselben auszubessern, sondern auch ihnen vorzubeugen. Unb Fürst Bi-marck legte gerade auf die letztere Thätigkcit ein ganz besondere» Gewicht, und er hatte eine Virtuosität darin erlangt, alle Fahrnisse von seinem Werke, bem Deutschen Rkiche, frrnzuhalten. Da» Gelübde be» Kaiser» erfüllt un» I daß er und die Bundesfürsten Bismarck, da er nun de«! 1 Wunsch ausgesprochen habe, in FriedrichSruh zur letzten Ruhe bestattet zu werden, gerne dort ein prächtiges Mausoleum errichten würden. Fürst Herbert soll darauf mit tiefem Dank gebeten haben, eS der Familie zu gestatten, ihren großen Tobten durch die Errichtung einer Ruhestätte au dem Ort zu ehren, wo er seine Tage beschloffeu habe. Der Kaiser deutete zum Schluß darauf hin, daß er den Plan, dem der- storbeuen Fürsten ein Denkmal im Berliner Dom zu setzen, nicht aufgebe. Geleitet von der fürstlichen Familie, in der- selbeu Reihenfolge, wie fie gekommen waren, verließen tat ttatserpaar und sein Gefolge da« Schloß, nicht ohne daß der Kaiser zuvor den langjährigen Kammerdiener des Fürsten,. Pinnow, durch einen Händedruck geehrt hatte. Bor Abfahrt des Kaiferpaares, die nach dreivtertelstündigem Aufenthalt er-- folgte, umarmte und küßte der Kaiser den Fürsten Herbert nochmals. Mit einem Handkuß verabschiedete er sich von den Damen den Hauses, uud al« der Zug sich in Bewegung fetzte, erschien der Kaiser noch einmal am Fenster und winkte der fürstlichen Familie Abschiedsgrüße zu, worauf fie in das Schloß zurückkehrte. Kränze kamen auch nach der Feier in Massen im Schloß au, so daß alle nur irgendwie zu diesem Zweck zur Verfügung stehenden Zimmer mit Blumeuspendeu gefüllt find. Auch auf dem runden Rasenplatz vor dem Schloßeingaug liegen Berge von Kränzen. Dort ist auch ein Bureau thätig, da« sämmtliche Blumeuseudnugen und alle BeileidSdrahtungeu regiftrtrt. ramsche Hymne spielen. "Schon damals fiel es an Bord auf, daß der anwesende spanische Lootse sich darüber unbändig zu freuen schien, aber dem Grunde dieser Freude wurde, vielleicht wegen Schwierigkeiten in der Verständigung, vielleicht auch, weil man ihr keine besondere Wichtigkeit beimaß, nicht nachgeforscht. Höchst überrascht waren aber unsere Seeleute, als sie den Artikel im „Commercio" fanden, und noch mehr, als fich dann herausstellte, daß der wohl mehr wetterfeste als musikalisch veranlagte spanische Lootse in heller Freude auf das „Commercio" gelaufen war und diesem berichtet hatte, die Deutschen hätten den amerikanischen Salut mit der Abspielung des spanischen Königsmarsches erwidert. Weil dieser brave Mann zwei Melodien nicht unterscheiden konnte, stossen in Amerika und Spanien Ströme von Tinte, und Deutschland erfuhr in gleich unverdienter Weise von Spanien Lob und von Amerika härteste Angriffe. — Wechsel der Regentschaft in Braunschweig. Verschiedene Blätter hatten die Mitthellung gebracht, Prinz Albrecht werde demnächst die Regentschaft des Großherzog- thums Braunschweig niederlegen und Prinz Adolf von Schaumburg-Lippe werde sodann an seine Stelle treten. Diesem Gerücht gegenüber erklären die braunschweigischen „Amtl. Rachr.", daß im braunschweigischen Ministerium keine Thatsache bekannt sei, die einen Wechsel in der Regentschaft, in Aussicht stelle. FriedrichSruh, 3. August. Bet der gestrigen Leichenfeier wurde auf Anordnung der Kirchenbehörde in allen zu dem Pfarrsprengel gehörigen Kirchengemeinden die Glocken geläutet. Mit jedem Bahnzuge treffen zahlreiche Kranzspenden ein, welche zunächst auf dem Rasen vor dem Schlosse nieder- I gelegt werden. FriedrichSruh, 3. August. Die Familie hat in der letzten I Nacht Abschied von dem Todten genommen. Alsdann verließ I fie das Sterbezimmer, welches ebenso wie die angrenzenden I Räume vom Fürsten Herbert Bismarck persönlich abgeschlossen I wurde. Gehetmrath Schweniuger ist bereit- abgereist, I Graf Wilhelm BiSmarck fahrt am Freitag nach Königs- I berg zurück, während Fürst Herbert in etwa sechs Wochen I nach Wien reist. FriedrichSruh, 3. August. In etwa sechs Wochen, nach I Fertigstellung des Untergrundes der Gruft wird die Bet- ! fetzung des Fürsten erfolgen. Köln, 3. August. Der „Köln.Ztg." wird aus Frted- I richSrnh telegraphirt, die Familie des verstorbenen Fürsten I deutete an, daß alle jene Anordnungen nach dem Tode, welche I Manchem etwas eigensinnig erschienen sein wögen, auf da- I Wort des Verstorbenen zurückzuführen sind, daß er wenigstens | nach dem Tode Ruhe haben wolle. Wiesbaden, 3. August. Heute hat fich hier ein Comitv I gebildet, um, wenn möglich, schon nächsten Sonntag am I Niederwald - Denkmal eine Trauerkundgebung der I mittelrhetnischen Orte anläßlich des Ablebens des I Fürsten BiSmarck zu veranstalten. Wiesbaden, 3. August. In der heutigen Magistrats- I Sitzung hielt Bürgermeister Heß eine Gedenkrede auf! BiSmarck. SS wurde sodann beschlösse», ein Beileids- I schreiben an den Fürsten Herbert BiSmarck Namens des I hiesigen Magistrats und der Stadtverordneten-Bersammlung I zu senden. Karlsruhe, 3. August. Der badische Minister deS AuS- I wärttgen, Brauer, begibt fich heute Nachmittag zur Thetl- I nähme an den Trauerfeierlichketten für den Fürsten I BiSmarck als Vertreter des Großherzogs von Baden nach I Berlin. I schien der gemischte Chor deS Evangel. Arbeiter- | Vereins, um dem Gefeierten im Garten ein Ständchen zs. I bringen, worauf die Gäste mit dem Jubilar und den Seinen I bei einem Glase Wein fröhlich beisammen blieben. Am I Mittwoch */,7 Uhr Morgen« vereinigten fich der Evangel. I Kirchengefangverein und die Knabenchorschule I unter Leitung des Herrn Lehrer Görlach zu einer Morgen- I wufik. Auch von Seiten des Regiment« war eine solche I dem Jubilar zugedacht, dieselbe konnte, wie Herr Oberst I v. Madai bei Abstattung seines Glückwunsches bedauernd hrrvorhob, infolge der Armeetrauer um den Fürsten BiSmarck leider nicht stattfiaden. Später erschienen dann der Kirchenvorstand und die Gemeindevertretung der Matthäus» gemeinde, tu deren Namen Herr Professor Dr. BindewalS den Herrn Pfarrer beglückwünschte uud ihm gleichzeitig al« bleibende Erinnerung an diesen festlichen Tag ein künstlerisch anSgestattete« Album mit den Bildern der Mitglieder beider Corporationen überreichte. Der Kirchenvorstand der Marcusgemeinde überbrachte darauf unter Führung des Herrn- Pfarrer Dr. Grein dem Jubilar freundnachbarliche Grüße. Eine Deputation des Ktrchengesangverein« überreichte sodann unter herzlichen Glückwünschen seinem Begründer eine mit entsprechender Widmung versehene Mappe: Schwarzkunst, blätter von Professor Thoma enthaltend. Darauf erschien I der Vorstand deS Vereins für Armen- und Krankenpflege, welcher den Jubilar durch eine verandamöbltrnng erfreut hatte. Herr Beigeordneter Wolff beglückwünschte im Namen des Vereins den um diesen hochverdienten Jubilar, gleichzeitig auch die Glückwünsche der städischen Armen «Deputation überbringend, da Herr Oberbürgermeister Gnanth dienstlich verhindert war, persönlich za erscheinen. Besondere Freude bereitete dem Herrn Pfarrer da« Erscheinen der beiden Confirmandeu-Vereinig- ung e n und einer Abordnung der Kinderkirche, welche unter Ueberretchung sinniger Geschenke ihre Glückwünsche darbrachten. — Die Abendstunden deS JubeltageS vereinigten zahlreiche Freunde und Verehrer des Gefeierten zu einem Familienabend im Gießener Festsaal, um in traulichem Beisammen- hin den festlichen Tag zu beschließen. Herr Prof. Dr. Buchhold begrüßte Namens des Gemeindektrchenvorstande« und der Gemeindevertretung die Erschienenen, dankte für die rege Betheiligung und gab dem Wunsche Ausdruck, daß e« den Thetluehmern vergönnt sein möge, diesen Abend mit dem Jubilar einige frohe Stunden zu verleben. Darauf brachte der Kirchengefangverein da« Sturm'sche „Gott grüße Dich in verständnißtnniger Weise zu Gehör. Herr Director Bansa gedachte sodann noch einmal de« segensreichen Wirkendes verehrten Seelsorgers, wünschte ihm ferner Gottes Segen und schloß mit einem Hoch auf den Jubilar. Nach einem fiteren Vortrag des KtrchengesangvereinS verlas Herr Pfarrer Dr Grein ein Schreiben des durch Krankheit leider am Erscheinen verhinderten Herrn Geh. KirchenratheS Prof. Böftlin, welcher den Jubilar Namens des evange- l chen KtrchengesangvereinS für Deutschland beglückwünschte. Redner warf im Anschluß daran einen Blick auf die Entwickelung des GemetndelebenS während der verflossenen 25 Jahre (1873/1898), de- Jubilars thättgen An- thetl daran hervorhebend und weiteres ersprießliches Vor- warlsgehen und gedeihliches Zusammenarbeiten auf allen berührten Gebieten wünschend. Zwei von den Frl. Krauße und Kraft darauf meisterhaft vorgetragene Duette ernteten rauschenden Beifall. Eine Ansprache deS Herrn Beigeordneten l J'Uf 0tc ^esem Vortrag, in der er hervorhob, daß der heutige Ehrentag nicht nur Bedeutung habe für die MatthäuS- Die Trauerfeier in FriedrichSruh. Im kleinsten Kreise ist am DienStag Mittag die Leiche deS Fürsten BiSmarck eingeseguet worden und fie wird nun im Trauerhause solange bleiben, bi- da- Mausoleum, da- die Familie (nach anderen Berichten Hamburger Verehrer) dem großen Todten im FriedrtchSruher Park erbauen lassen, fertig ist. Keine große Trauerfeter, kein Gepränge entwickelte sich! Der Todte hatte es so gewünscht. In aller Stille ist der große Staat-rnann vorläufig zur Ruhe gebettet worden, und e- bleibt nur zu wünschen übrig, daß, wenn er seine letzte Ruhestätte endlich findet, die Verehrer de- Fürsten nicht wie am Dienstag von der Feier gänzlich ferngehalten werden. Ueber die Familienfeier berichtet die „Boss. Ztg.": Im Laufe de- Nachmittag- wurde e- lebhafter vor dem FriedrichSruher Schloß. ES versammelten fich die Leute aus der Nachbarschaft, und die Hoffnung, doch noch etwas von dem weltgeschichtlichen Ereigniß zu sehen, daS durch die bevorstehende Ankunft des Kaiserpaare« um einen neuen Vorgang bereichert werden sollte, führte viele Verehrer des Alt- reichSkanzler« dem Sachsenwalde zu. Der Eintritt zum Schloß blieb nach wie vor Allen, bi- auf wenige Au-erwählte versagt. „Der Entschlafene habe es so gewünscht", hieß e-, uud dieser Erklärung gegenüber mußten natürlich alle Einwendungen verstummen. Die Bunde-fürsten, die ursprünglich die Absicht gehabt hatten, nach FriedrichSruh zu kommen, hatten fie an- diesem Grunde wieder aufgeben und fich darauf beschranken müssen, durch Drahtungen und Kranz« spenden ihrem Beileid Au-druck zu verleihen. Jeder Zug brachte ganze Wagenladungen von Kränzen uud Blumen- । spenden. ES waren in FriedrichSruh nicht Hände genug, um all die Kästen und Pappschachteln zu öffnen und die Kränze zu ordnen, die von Bewunderern deS Verewigten gestiftet worden waren/ das zu thun, wird e- noch vieler CocaUt rrir- ^provinzielles. Gießen, den 4. August 1898. •* Jubiläum des Herrn Pfarrer Schlosser. Am 3. August beging Herr Pfarrer Schlosser von hier den Tag, an dem er vor 25 Jahren sein Amt in Gießen angetreteu hat. Bereits am letzten Sonntag gedachte der verehrte Seelsorger in seiner Predigt dankbar de« reichen Segen«, der durch Gotte« Güte seinem Wirken beschieden worden ist. Die zahlreichen Freunde und Gönner d-s Herrn Pfarrer Schlosser hatten es fich nicht nehmen lassen, für eine würdige Feier de« denkwürdigen Tage- Sorge zu tragen. Am Dienstag Abend erfreute der von den hiesigen Diakonissen gebildete Schwesternchor den Jubilar, dessen Arbeit-zimmer von zarter Hand finnig geschmückt worden war, durch einen Choral uud Ueberretchung werthvoller Spenden. Später er» I Tage bedürfen. Erst zu später Stunde wurde von der I Familie eudgtltig beschlossen, die Leiche im Hause zu behalten, I bis da- Mausoleum, da- auf dem Schneckenberg, dem Eingang zum Schloßpark gegenüber errichtet werden soll, den Sarg ansnehmeu kann. Gegen 1500 Personen waren auf dem Bahnsteig versammelt, al- um Va6 Uhr Nachmittags eine Abtheiluug de- 31. Infanterie-Regiment- aufmarschirte, da- vom Eingang zum Park bi- zum Bahngeleise ein Spalier von der Breite de- Parkthores bildete. Zu beiden Seiten drängte sich hinter die Soldaten das Publikum, Bericht- erstatter und Photographen, diesen wurde bald bedeutet, ihre ; Apparate einzupacken,- fie verschwanden für einen Augenblick, um sofort wieder in Thätigkeit zu treten. Um 5»/4 Uhr gab der Stationsvorsteher ein Zeichen, der kaiserliche Souderzug war in Sicht. Fürst Herbert Bismarck, im schwarzen Frack, von den vielen Orden, die er besitzt, nur daS eiserne Kreuz im Knopfloch, erschien mit seiner Gemahlin, die Grafen Wilhelm BiSmarck uud Rantzau folgten in kleiner Minister- uniform. Graf Wilhelm führte seine Gattin. Um 5 Uhr 50 Minuten lief der Zug langsam ein. Der Kaiser und die Kaiserin standen am Fenster ihres Wagens. Sobald der Zug hielt, verließ das Kaiserpaar den Wagen, von den Familienangehörigen deS Verewigten begrüßt. Der Kaiser, der die Uniform des Seebataillons trug, umarmte den Fürsten Herbert, küßte ihn auf beide Wangen und den Damen die Hand. Mehrere Minuten unterhielten sich der Kaiser und feine Gemahlin, die in tiefer Trauer erschienen war, mir der leidtragenden Familie, während daS Gefolge einige Schritte abseits stand. Mit großer Herzlichkeit sprach daS Kaiserpaar den Hinterbliebenen sein tiefgefühltes Beileid aus und darauf geleitete Fürst Herbert die Kaiserin ins Schloß. Der Kaiser folgte, ihm zur Seite ging Graf Wilhelm BiSmarck und hinter ihnen die beiden BiSmarck'schen Damen mit dem Grafen Rantzau. Das kleine Gefolge be- j schloß den Zug. Die prachtvollen Rteseukränze deS Kaiser- Paares trug der Kammerherr v. d. Knesebeck und der Flügel- adjutaut Mackensen. Im Schloß wurde daS Katserpaar von der Gräfin Rantzau und Frau v. Arnim, der einzigen über- lebenden Schwester deS Verewigten, empfangen und in das Sterbezimmer geleitet. Im Laufe der Nachmittags waren noch viele Kränze auf den Sarg gelegt worden, der sehr hoch aufgebahrt war. Der Trauerschmuck des Gemaches war durch silberne Festons auf den Draperien vervollständigt worden. Kränze lagen zu beiden Seiten des SargeS: meist waren er Spenden von Personen, die dem Verstorbenen im Leben besonders nahe gestanden haben. Der Kaiser legte die von ihm und seiner Gemahlin gestifteten Kränze eigen- händig zu Füßen deS Sarges nieder. Ungefähr vierzig Personen befanden fich in dem Gemach, doch genügte diese Zahl, um eS bis auf den letzten Platz zu füllen. Sitze, I Rohrstühle, zwölf an der Zahl, mit hohen Lehnen waren für I das Kaiserpaar und die nächsten Auv:rwaudten ausgestellt: tk vter zu beiden Setten des Sarges und vier zu feinen Iü£et\..^orfhx und ein Ehrenposten, gestellt von den Halberstadter Kürassieren, hielten neben dem Sarge Wache. Die Dienerschaft des fürstlichen Hauses wohnte der Feier in I den anstoßenden Zimmern bei. Längere Zeit stand der I Kaiser in stillem Gebet vor dem Sarge, da- Haupt gesenkt, I auf den Zügen tiefer Ernst. Die Feier begann mit einem Choral. An diesen schloß fich die Trauerrede deS Pastor I Westphal, der seiner Ansprache die Worte de« ersten Corinther- briefe-, Capitel 15: „Tod, wo ist dein Stachel, Hölle, wo dein Sieg?- zu Grunde legte. An die kurze Ansprache chloß fich die Einsegnung der Leiche, und mit einem Choral fand b e Feier ihren Abschluß. Nach der Feier sprachen der Kaiser und die Kaiserin noch einige Zeit mit den Mitgliedern I ?.nb IU6cn von ihnen durch münd- ungen die ihnen zugegangenen Berichte über das Ende des Fürsten ergänzen. ®em Irrsten Herbert gegenüber sprach der Kaiser sein Bedauern darüber au», daß er durch die letztwilligeu Ber- I c8i ®cretoigten daran verhindert sei, seiner sterb- I Hülle n Berlin im Dom oder im Charlottenburger Mausoleum eine Ruhestätte zu schaffen. Der Kaiser äußerte, 1 Ausland. Wien, 3. August. In einer Versammlung der Deutsch- Nationalen in Wels wurde beschlossen, al- Trauer- zeichen für den verstorbenen Fürsten BiSmarck schwarze Kornblumen am Tage der Schlacht von Sedan zu tragen. Alle Frauen und Männer wurden ersucht, fich dieser Trauerkundgebung anzuschlteßen. Pari», 3. August. Aus Dünkirchen wird gemeldet, daß in der Nähe der Stadt gestern ein großes Petr oleum- lager explodirte. Später gerieten zwei weitere Reservoir- in Brand und man befürchtet, daß noch wettere Explosionen erfolgen, da alle 45 Reservoirs in Gefahr find. In der Nähe gelegene Wohnungen wurden ebenfalls vom Feuer ergriffen. Zwei Arbeiter sind in den Flammen umgekommen. — Das Ringen um den wirthschaftlich en und politischen Einfluß in China bildet in Großbritannien nach wie vor den Gegenstand lebhafter Erörterungen. Im Londoner Unterhause vertheidtgte am Dienstag ein Regierung-- Vertreter auf- Neue die Politik der Regierung und erklärte, die „offene Thür" sei nirgend- geschloffen, weder in der Mandschurei noch in Schantung noch in dem französischen Einflußbereiche. In Schantung habe Deutschland fich Bor- mn c fl.tto^Tenl)c/ aber nicht au-schließende Bergwerks, und Lifenbahnrechte gesichert. Die für England gesicherten Cou- cesfiouen gewährten ungleich größere Vortheile, als die von lern England- erlangten. England- Einfluß 0 ? <1®. ^nehmen, er sei im Gegeutheil über- wiegend, — eine Behauptung, die freilich erhebliche Ein- Tim«"°ün.«b°°'a ?T; - N°ch einer Meldung der „Urne» au« Shanghai find di- Bic-.«iinia- «an Ti-ntNn und Wutschang durch kais-rltch-S »blct b-ruf-n ward-n, ju- ammtu mit birn Taal.i Sch-Ng da« Ei,-nbahnw-I-n >u leiten. — Nicht ahne Schadensreude meid« aleich.eitia übri. een« eine englische Quelle au. P-Iing, der um Lanbankau ffl‘ rulstsch. Bahn non Port Arthur nach Kirin ernannt chinesische Beauftragte melde, daß die Bevölkerung sich ae«n den zwangsweisen Landankauf zu niedrigen Preisen auflebne sodaß der Commissar unverrichteter Dinge nach Port Arthur hat zurückkehren müssen. Die örtlichen Behörden vermochten den Aufstand nicht zu unterdrücken und verlangten Ber- Haltung-Maßregeln. dttitliM J so t-tltfik W tkspriw saaoeaskhe! Mihai»/ W ©WM®* 1 einem * gedachte He- W « sro»/ tob» Hoch aas di Darauf erg' tt davon K' gllbiMvl t ih« bei feit ber eigenen richtige Lik! er bi» in« Segeistttnn Amt in Fltgnvg Sc habe bewal hinter srtni bal Md l W ßeanbi Menen! samkeit sein Landman | nab habe an gtfjabt) ter Führer not iiche Sorge Sinne bitte i Stranten unb invg zu die snchrn, dah dr« Vater Berlin in Demzusoigr Pflichten ii Wie überal an, ttal qi nüchtern, i Allewege h wandeln n vor dem i Loben gebai daß hier i t/esev Sinne Sltbi unb A taß man in i Angaben dei Nachdem R'.t Bahre mir Bordild uw feste, geichlc lasten, wüi ©lieber zn Namen (eit dah die pe immer t»\x\ brS Sircheo stattete verein sür ad, ivorans ivirt dieser ^e° Theilne Sehörigkeit h anch Qa M k" Tm M Bruhn, * °° ei Mautife1 ^vststvr O S'nnde mn HtM j ^fleisch t 2 T 60« ; Hau-tvo Oktober z - 'bensallr A,' tau,’,*, S#'8 ‘"W’ l!<1' •ht), ylt, hl"5". bi „ mit tue B|ollö> ßeftatteii?1*®* [Matt,' J* «M h *• » "o0* tt&»A i(06 n?l?wlM ki «»°L'LL ü“'o *r ;w*» *»Ä ?"•" g R*iJz M fonbr. >*5» M nach btx suh y Ä Stamni^tia n ^^sevplatz bor h °»k°. Dottist ’wwfenbnngen uab ql vinziellr». 14- August 1898. 5W«. «n 3. Äuget i hitt dtu Tag, an in $tö Rdwia hat. 8t. °» verrhtte Srelsorga w ökgkllß, btt tunt rdrn ttotbtn ih, Dir hem faxtet 6dM-r jüt dttt lvLldigk Ja txöfitn. Aw Dieni- gen $ia!ont||tay- deßkll Albeiltjiwwrr ccn war, durch kwuShnal vpendro. SM t» ivaugrl. arbeitet- Sartin rin Siäudchru ji Jubilar nob bta Triou rtsamnrn blltbtn. Li gten sich btt Evaogrl. Snabtuchorlchllii rlad) ju einer aWorgec- ntntl war tiot |oW nie, alt Herr ObnK MouiW btbauttnl bin Fürstin BilaarL ,n bann btt ÄVi^tD' ittunfc hx Matthau fior vr. Viudrwali ,nb ihm slrichzritig ci chiv Tag rin lWlech :n brr Mitglirbkr btihi Kirchrovorstallb brr luter FühMg brr himi rillllbuachbarlichr dlüst llgvrreill» übrnM i feinem vrglüobrr iiir i Mappt.' Schu-arzW' ltiub. Darauf trschin men- unb Äranfen» eine Seraabawöbliruog Wolfs birien h°4v^e°tr- mb ba ht" D”tx SSKSSS wä“5S :«»/ 6*V ' ,6 tl M ' ®*Ä,, ■» d'° t 'l'” ? »ul «-»>- J ® tt I# BW»«1*1Ll, DI««»' ,@'6 «&«ktot »«fei«”Sw Md- - 3u6llat' b«uf 4 durch *”*£. Pr-s. Mo®«« Liiob * f»' ®'Ä 8ll< chi«ß * (Bl » 7 °°«»°K- ««>2 । habt i** «emeinde, sondern daß die Beliebtheit des Jubilar« in allen Kreisen da« Fest -u einem solchen der bürgerlichen Gemeinde, so weit fie evangelisch ist, gestalte. Nachdem er noch einmal die ersprießliche THStigkeit de« Jubilar« iu ihren verschiedenen Zweigen gewürdigt hatte und namentlich da« erfreuliche Zu« sammeugeheu der politischen Gemeinde mit der kirchlichen er* wähnt hatte, verlieh er im Auftrag de« Herrn Oberbürgermeister« den Glückwünschen der Stadt und der Hoffnung auf fernere ungetrübte Dauer der guten Beziehungen Au«druck. Nach einem wetteren erfreulichen Bortrag de« Kirchengesangverein« gedachte Herr Kaufmann Windecker ehrend der zum thä* tigeu Pfarrer gehörigen rührigen und tüchtigen Pfarrfrau, indem er ein mit großer Begeisterung aufgeuomweue« Hoch auf die verehrte Frau Pfarrer Schlosser au«brachte. — Darauf ergriff Herr Pfarrer Schlaffer da« Wort. Al« er davon Kunde erhalten habe, daß mau vorhabe, seinem Jubiläum einen festlichen Eharacter zu verleihen, da habe ihm bet seiner Abneigung gegen jede feierliche Behandlung der eigenen Person davor gebangt, nun er aber soviel aus- richtige Liebe und Werthschätzung habe erfahren dürfen, sei er bi« in« innerste Herz dadurch bewegt und erfreut. Mit Begeisterung und Freudigkeit habe er vor 25 Jahren sein Amt in Gießen augetreteu und er preise e« al« freundliche Fügung Botte«, daß er sich dieselbe bi« auf den heutigen Tag habe bewahren dürfen, indem er zugleich erkenne, wieweit er hinter seinen Idealen zurückgeblieben sei. Gottlob habe sich da« Bild de« Pfarrer« in der gedachten Zeit in gutem Sinne sehr geändert, man solle auch nicht zuviel au« seinem be* fcheidenen Wirken wachen. Er habe infolge der treuen Wirksamkeit seine« verehrten Amtsvorgänger« de« Herrn Decau Landmann hier einen wohl vorbereiteten Boden vorgefunden, und habe au diesem ein treffliche« Borbild eine« Seelsorgers gehabt, der durch eigene Persönlichkeit und schlichten Wandel Führer und Freund der Gemeinde geworden sei. Alle leibliche Sorge sei Vorbereitung für die Seelsorge, in diesem Sinne bitte er, seine Wirksamkeit für die Bedürftigen, Armen, Kranken und sonst Nothleidenden aufzufaffen. Die Beranlas* sung zu diesen Zweigen seiner Wirksamkeit sei darin zu suchen, daß er seiner Zeit den Borzug genoffen habe, mit dem Vater der Innern Mission, Joh. Heiur. Wichern in Berlin in nahe persönliche Beziehungen treten zu dürfen. Demzufolge habe er auch wohl de« Pfarramt« Aufgaben und Pflichten im vollen Umfange früher al« Andere erkannt. Wie überall, so komme e« auch im Pfarramt nicht darauf an, wa« und wieviel, sondern wie mau« thue. Freundlich, nüchtern, weise zu sein, gezieme dem Pfarrer vor andern. Allewege habe er sich bemüht, in den Bahnen Laudmann« zu wandeln und in dessen Furchen weiterzuackern. Habe ihm vor dem im Gefolge diese« Tage« leider unvermeidlichen Loben gebangt, so habe er doch mit Dank erfahren dürfen, daß hier dem Loben da« Lieben zu Grunde liege, und iu diesem Sinne danke er von ganzem Herzen für alle erfahrene Liebe und Freundlichkeit. «« sei ihm da« ein Bewei« dafür, daß mau in der Gemeinde ein tiefere« verständniß für die Aufgaben der Kirche und de« Pfarramtes gewonnen habe. Nachdem Redner noch de« großen Tobten gedacht, an disseu Bahre wir dieser Tage trauernd gestanden, dem einzigen Vorbild unverbrüchlicher Treue für jeden Deutschen, deffeu seste, geschloffene Persönlichkeit so Große« ihn habe erreichen laffen, wünscht er, daß da« rechle Gemeindebewußtsein alle Glieder zu thätigem Wirken treibe. Indem er zugleich im Namen seiner Frau dankt, gibt er dem Wunsche Ausdruck, baß die persönliche Gemeinschaft in den Gemeinden Gießen« immer witksamer werde. Nach einigen weiteren Borträgen de« Kirchengesangvereins und der beiden genannten Damen stattete Herr Proseffor vr. Buch hold dem Kirchengesang, verein für die Verschönerung des Abend« herzlichen Dank ab, worauf dieser mit einem letzten Gruß antwortete. Sicher wird dieser Familienabeod in de« Worte« tiefstem Sinne allen Thetlnkhweru eine sprechende Erinnerung der Zusammengehörigkeit bleiben. Dem verehrten Jubilar aber wünschen wir auch an dieser Stelle ferner Gotte« Segen in Amt und Hau«. Trauerfeier für den Altreichskanzler. Alle Verehrer and Verehrerinnen de« großen Kanzler« werden zur Theil* nähme an einer vom nationaüiberalen Verein veranstalteten Trauer feier am nächsten Sonntag eingeladen. Herr pcofeffor Oncken wird die Trauerrede halten. Ort und slunde werden noch bekannt gemacht werden. - **. 2vblläum. Morgen Freitag begeht Herr Emil Kalbfleisch da« 2bjährige Jubiläum al« acttoe« Mitglied der Freiwilligen Gail scheu Feuerwehr. Herr Kalbfleisch gehört seit längeren Jahren dem Vorstände gen. Eorp« an und bekleidet seit nahezu 10 Jahren da« Amt de« 2. Hauptmann«. — Da« gleiche Jubiläum begehen int October d. I. die Herren R. Sattler und Ph. Mootz ebenfalls Mitglieder der Frei«. Gail'scheo Feuerwehr. ' •• Coocert. Wir machen die verehrl. Leser auf die Lieser Tage in Röhrle« Vierhalle und im Kaisergartev statt* fadenden Eoncene der ungarischen Geigercapelle Domby Karoly aufmerksam. Die Virtuosität und fiauueu«werthe Technik der Künstler fand bei ihren bisherigen Aufführungen überall verdienten Beifall, den fie sicher auch hier ernten »erden. Bürgermeister > Konferenz. Auf Beranlaffung des Senior« der Bürgermeister de« Kreise« Gießen fand kürzlich unter dem Vorsitz de« Bürgermeister« Köhler, Mitglied de« Reichstag« und de« hessischen Landtags, zu Langsdorf die Gründung einer Eonferenz der Bürgermeister des Kreises Gießen statt, an der 47 Bürgermeister de« Kreises, sowie der Bürgermeister Weidner, LandtagSabgeord* neter, aus Hercheuhain im Kreise Schotten theiloahmen. Die Eonferenz beschloß, mindestens allvierteljährlich eine Sitzung abzuhalten und wählte al« ihren Vorstand die Herren Bürger* meister Köhler-LaogSdorf als 1. Sprecher (der den Vorsitz sührt), Bürgermeister Leuo.Großeo.Lloden als 2. Sprecher (Stellvertreter des den Vorsitz Führenden). Bürgermeister Heller-Ltch als Schrift- und Kaffenwart. Die Eonferenz heutigen Bismarck, deutschen Bundesfürften Vertreter theilnehmen. und die übrigen Mit- Neueste Nachrichten Depeschen M Bureau »Herold*. Aus -er Zeit für die Zeit. Vor 126 Jahren, am 5. August 1772, fand die erste TheilungPolens statt. Nach einer mündlichen Besprechung Friedrich II. und nach einem Besuch des Prinzen Heinrich in Petersburg kam zwischen Rußland, Preußen und Oesterreich ein Theilungsvertrag zu Stande, auf Grund dessen jeder dieser Staaten die an sein Gebiet grenzenden polnischen Länderstrecken an sich nahm. Temperatur der Lahn und Lust nach Reaumur gemeffen am 4. August, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags: Master 16°, Luft 18°. Rübsamen'sche Badeanstalt. Vermischtes. Hebet «efühtttauschungen bei Amputlrtru berichtete vr. Borek an eie „wiener Klinische Rundschau". Wohl Jeder hat schon davon gehört, daß ein Mensch, dem eine« seiner Gliedmaßen abgenommen worden ist, später ganz deutliche Empfindungen in dem fehlenden Körpertheil zu spüren glaubt. Man verstand diese Thatsache erst, al« Johanne« Müller die Thätigkeit de« Nervensystems durch seine grundlegenden Arbeiten aufgeklärt hatte, und gewann die Ansicht, daß es sich bei solchen Empfindungen um eine Reizung der Nervenenden in dem übrig gebliebenen Glied- stumpfe handelte, deren Sitz von dem Gehirn de« Betreffenden fälschlich dis in den abgenommenen Körpertheil hinein verlegt würden. Man hat aber ueuerding« auch Fälle beobachtet, in denen ein solcher Nervenreiz an dem Gliedstuwpfe nicht ftattgefunden hatte und doch derartige Wahnvorstellungen entstanden. D>e Operirten hotten z. B. die deutliche Em- pfiadung, daß da« fehlende Glied nicht nur noch vorhanden wäre, sondern auch gewiste Bewegungen ausführte, die von ihrem Willen unabhängig wären. Unter Anderem treten derartige Täuschungen ein, wenn die betreffende Person durch unerwartete« Hundegebell in unmittelbarer Nähe oder durch eine Gruppe schreiender Leute erschreckt wird, also in eine Lage kommt, in der sie das fehlende Glied, sei e« nun Fuß oder Hand, wenn e« noch vorhanden wäre, wahr* schemlich sofort benutzt hätte. Auch eine Empfindung von Kalte in dem gesunden ©liebe kann dieselbe Täuschung Hervorrufen, indem der Amputirte vsn dem Wahne beherrscht ist, da« entsprechende andere Glied müßte ihn ebenfalls frieren. Die Täuschung kann soweit gehen, daß der Operirte sich mit Bestimmtheit einbildet, das fehlende Glied sei vorhanden, und zwar verschwindet dieser Druck angeblich in der Weise, daß da« vermeintliche Glied immer mehr zusammen* schrumpft, bi« fein Besitzer nur noch den wirklich vorhandenen Stumpf fühlt. Manche Amputirte geben an, da« fehlende Glied wirklich neben sich in ihrem Bette zu fühlen, beim Umhergehen spüren fie, wie da« Glied mit den Be* wegungen des Körper« hin und her schaukelt, und behaupten sogar, sowohl mit ihm alle möglichen Bewegungen auSzu- führen, als seine freiwilligen Bewegungen willkürlich verhindern zu können. Personen, denen eine Hand fehlt, meinen B. den Fingern dieser Hand eine Stellung geben zu können, wie fie etwa zum Schreiben nothwendig ist. Schmerzen in d m fehlenden Gltede werden mit genauen Einzelheiten beschrieben, so wird ausdrücklich die Stelle angegeben, an d:r eine Wunde oder ein Geschwür fitzen soll. Berlin, 4. August. Bei der Gedächtnißfeier werden auch die und die deutschen Städte durch ihre Für den Fürsten Herbert Bismarck glieder des Hauses Bismarck ist die v--f°l«t fotgtnbe Zwicke: 1) Hebuo, de, S-lbstb-wutztl-iri, deS BürgermeisterstandeS,- 2) weitere Ausgestaltung der Selbst* Verwaltung vorn volklichen Standpunkte au«; 3) Wahrung ber Interessen be« Bürgerrneisterstanbe«; 4) Wahrung wich* tiger B-Nk,rechte 6on Fall ,u Fall: 6) 8tfpre»ung -llge- meinet öffentlicher TageSfrageu unb bergleichen mehr. Mit* «lieber ber Conferenz werben nicht bie Bürgermeister selbst, Jonbeen bie Laudgemeinben be« Kreise« Gießen, bie al« ihre Vertreter ihre Bürgermeister ober in bereu Verhinderung ilj« Beigeordneten auf die Conferenz-Versammlungen ent* {enben. Auch können auf Beschluß bet OrtSvorstänbe Mit* glieber be« Gemeinberath« an ben Versammlungen mit be* !°Ä°der Stimme theilnehmen. Der Jahresbeitrag ist auf 3 Mk. festgesetzt. Erledigte Lehrerstelleu. Erledigt ist die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehterstelle an der Ge* meindeschule zu Mulchen, Rret« Darmstadt, mit dem gesetz* Heben, nach dem Dienstalter sich bemessenden.Gehalte. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. •• Wetterbericht. Ganz Europa mit Ausnahme seines nördlichen TheileS steht unter der Herrschaft hohen Druckes. Leutra desselben befinden sich Über Südwest Frankreich, Süd- deutfchland, Böhmen und an der unteren Donau. Die Witte- mng ist daher auch heiter bei wolkeulosem Himmel. — Voraussichtliche Witterung: Heiter und warm. A Mainz. 3. August. Anläßlich des Ablebens des Fürsten BtSmarck hielt Oberbürgermeister vr. Gaßner zu Beginn der heutigen Sitzung der hiefigen Stadtverordneteu- Bersammlung folgende Ansprache: Die Kunde von dem Hinscheiden de« Altreichskanzler« hat die 233:11 erschüttert. Weit über die deutschen Grenzen hinan« betrauert man den großen Geist, den Mitschöpfer dr« Deutschen Reich«, den Be- wahrer de« Frieden« und wirklich deutsch denkenden Mann und bringt demselben Huldigungen dar. Mainz bleibt in dieser Beziehung nicht zurück und deshalb fordere ich Sie auf, zum ehrenden Andenken an den Reichskanzler fich von den Sitzen zu erheben unb mir zu gestatten, ber Familie be« Verblichenen von biefem Acte ber Pietät Kenntniß zu geben." Die Stabtverorbneten-Vetsammlung kam tiefer Aufforberung uach- Die socialbemokratischen Mitglieder ber Stadtvetsamm* lung betraten erst nach blefer Bi«marckehrung ben Saal, wo ol«bann bie Einführung unb Verpflichtung be« neugewählten Bürgermeisterei*Beigeorbneten,HerruHaffner (einefiBruber« de« Bischof« Haffner) stattfanb. — Einen bedeutenden Prei«auf- । ^lag der Fleisch* und Wurstwaaren kündigt die hiefige j Metzgerinnuug an, indem sowohl Rindvieh wie Schweine im Preise rapid gestiegen und noch weitere« Steigen zu befürchten sei. Der Grund des Aufschlag« ber Rinbviehpreise ist Haupt* sächlich in bem guten Ausfall ber Futterernte zu suchen, da die Biehbefitzer infolgedessen ihren Bestand nicht verringern. - . . kaiserliche Loge in der Kirche reservirt, doch dürfte von der Familie Niemand an der Feier theilnehmen. Die Trauerfeier der Berliner Studentenschaft fand gestern Abend statt. Etwa 40 Corpo- rationen mit ihren umflorten Fahnen nahmen an derselben Theil. Ueber 2000 Personen waren erschienen. Professor Adolf Wagner hielt die Trauerrede. Altersschwäche Gehirnerweichung Lungenempyem Bronchitis Lungenentzündung Bruchleiden Bauchfellentzündung Lebercntariung LebenSschwäche Syphilis' Summa: 12 (8) 8 (B) 4 (2) — . *n”- Die tn Klammern gesetzten Ziffern geb« an. wie viels der Todesfälle in der betreffend« Krankheit aus von aulwärt« nach Gieß« gebrachte Kranke komm«. 1. Lebensjahr: 2.—15. Kiel, 4. August. Das Katserpaar tritt vorauSficht- lich am 12. Ocober von Venedig au« feine Palästina- reise an. Hamburg, 4. August. Da« Hamburger Bollschiff Thekla auf der Reffe nach Rio de Janeiro ist mit der au« 24 Manu bestehenden Besatzung verloren gegangen. Wien, 4. August. Graf GoluchowSky trifft morgen Abend hier ein. Seine plötzliche Hierherkunft wird mit den Demissionsgerüchten in Zusammenhang gebracht. ZuuSbrnck, 4. Augnst. Der 26 Jahre alte Friseur Karl Lesehr au« Bieberach in Württemberg stürzte von ber Pllsseier Spitze ab unb blteb sofort tobt. Loudon, 4. August. Aus Barcelona wird hierher gemeldet, in der spanischen Provinz Lerida sei ein gefährlicher Carlistenaufftand ausgebrochen. Nach anderen Nachrichten fand in Venta de Banos, Provinz Leon eine Carlisten-Empörung statt. Truppenmärsche ' begannen in Katalonien, Aragonien und Viscaya. Washington, 4. August. Die vorn französischen Bot- Ichaster Carndon, bem Präsidenten Mac Kinley Überbrachte Note der lpanischen Regierung auf die FetedenSbedingungeu e-klärt sich mtt Allem einverstanden unter dem Vorbehalt, daß die Phiiipptnen in keinem Falle in amerikanische Hände übergehen uab daß die Corte« die Abmachungen gut- heißen müssen. Washigtou, 4 August. Gestern Nachmittag um 3 Uhr hatte der französische Botschafter um eine.Audteuz bei Mac Kinley gebeten. Um 3% Uhr wurde er bereit« empfangen. Ueber die Unterredung wurde b Sher nicht« veröffentlicht. WB. Berlin, 4. August. Heute vormittag 10 Uhr fand in der Kaiser-Wilhelm Gedächtnißkirche die vom Kaiser befohlene liturgische Andacht für Fürst BiSmarck statt. Derselben wohnten bet das Kaiserpaar, Prinz unb Privzisfin Friedrich Leopold, die Botschafter, Gesandten, BundeSrath«mitglieder, eine Anzahl Abgeordneter, hohe Militär« und höhere Beamte. Die Kirche war dicht gefüllt. Die ttefergreifenbe Ansprache hielt Generalsuperintenbeut Faber, welcher mit kurzen Worten bie urwüchsige Kraft Bismarcks, dessen eisernen Willen, seine tiefe Weisheit und seine bahn- brechenden Gedanken charakterifirte und de« unvergeßlichen Heldenkaisers, Wilhelm I. gedachte. kodseiä. Bastkleider Mk. 13.80 S5' rompl. Robe. — Tußsors unb Shantang-Pongeea — sowie schwarze, weiße und farbige Senueberg-Seide von 75 Pfg. bis Mk. 18.65 per Meter — in den modernsten Geweben, Fard« und DesfinS. An Private porto- und steuerfrei Ins Haus. Muster umgehend. 22$ 6. Hennebergs Seiden-Fabriken d k.»,«.), Zürich. Schiftsnachrichterr. — Der Postbampfer „Westernland- der „Red Star State* in Antwerpen ist laut Telegramm am 1. August wohlbehaltm in Newyork angekommen. Pcrfebr, taub« ttwö D«U»xx>irtbfd?aft< 8t®***e# 3. August. Frachtmarkt. Roth er Wetz» X 17,25, weißer Weizen X 00.00, Korn, altes, X 12.00, neue« X 11,65, Gerste X 10.00, Hafer X 8.71. diese Wahnvorstellung so stark, daß ba« nicht tne ^Ileb btutIi^er rmpfunben wirb al« ba« gefunbe. ™ f?T'b'“tine $anb suhlte, setzte fich auf ein Pferb, bezieh bie Peitsche in ber gefunben Hanb unb griff mit bem armfiumpf nach bem Züzel, er fiel herunter, al« er ihn nhbt faffen konnte. Sm Anberer griff bei Tisch wiederholt mit bem Armstumpf vergeblich nach ber Gabel, um fie zu s H°usig sieht man, wie solche bebanernSwerthen Krüppel sich gerabe auf bie fehlenbe Hanb ober ben fehlenden Fuß siützkn wollen unb bann natürlich ba« Gleichgewicht verlieren. Diese Erscheinungen treten auch bet Menschen auf, bereu GeisteSzustaub völlig normal ist. Wöchentliche Neberficht derzTodesfölle in Gießen. , 31. Woche. Dom 24. Juli bis 30. Juli 1898. ia«8tn^nn ru 241OO find. 1600 Mann Militär). SterblichkeitSziffer: 25,89, nach Abzug der Ortsfremden 8,63 o/». ES starben an: Zusammm: Erwachsene: im * *8 6 1 rDOm 1 (1) 1 (1) । — 1 (1) i (i; 1 _______ _ 1 (1) 1 (Vj — _ 1 i — _ 1 i _ _ 1 (1) i (i) _ 1 (1) i (i) — _ 1 (1) i (i) _ 3 (}) 3 (1) — 1 CD — 1 (1) — der berühmien 7811 Wgakislhen Capelle SieK 7810 und Danksagung Versteigerung. 7812 des; Vormittags 10 Uhr, werden aufI miethen. Wismarckstraße 8 Näheres Bismarckstratze 6. Mentzel. 7813 Prima neue Grummetgras Hundert zu 2 Mk. 7794 Nidda. Marsckzeit 6 Stunden. Rebectiou: L. Burkhardt. und Verlag der Brühl'schen Univerfitätr-Buch. und Steindruderei (Pietsch Trben) in Sietzen. KcKanntllWilljW WrinietlWNgen. Verfleisermlgeil Cmpfklilungen Zn verkaufen 1k reine Offene Stellen 7803] Möbl. Zimmer, sowie kleines,! möbl. Stübcken, zu verm. Bahnhofstr. 56.1 hiesigem Bahnhose, am südlichen Aus- ladegeleise: im Ganzen, bestbietend gegen Baor- Zahlung versteigert werden. Gießen, den 4. August 1898. Großherzogl. Güterabfertigungsstelle. x stattfinden. Alle Diejenigen, welche wegen Einzelheiten der Bahnanlage — na» mentlich auch wegen Verlegung und Abänderung öffentlicher Wege, Ab-1 und Zufahrten auf Grundstücken, Einfriedigungen, Aenderungen von Wasser-! läufen und Vorfluthoerhältniffen, sowie Herstellung von Schutzvorrichtungen I gegen die aus dem Bahnbetriebe entstehenden Gefahren und Nachtheile — | Einwendungen zu erheben oder Anträge zu stellen haben, werden hiermit Freitag, 5 August, Abends 8 Uhr: 1. Concert. Eintritt 40 Pfg. Sonntag, 7.August, Vorm. 11 Uhr: Matinee bei freiem Eintritt. Sehr einfache Anwendung. Millionenfach bewährte Recepte gratis. 7786]ftebr. Adami. Kaffee, roh, per Pfund 65-75-90 Pfg. , L . . . Kaffee, gebrannt, per Pfund 80-92-100 Pfg., stets frisch gebräunt und remschmkldeud. Mucker, gemahlen, per Pfund 25 Pfg. Zucker, im Hut, per Pfund 26 Pfg. Zucker, in Würfeln, per Pfund 27 Pfg. Weizenmehl OOO, per Pfund 18 Pfg. Nudeln für Suppe und Gemüse, per Pfund 28 Pfg. Graupen, per Pfund 13—18—22 Pfg. Pflaumen, per Pfund 20 Pfg. Schweineschmalz, garantirt rein, per Pfund 46 Pfg. Margarine, per Pfund 39—50—65 Pfg. Prima neue Vollheriuge, per Stück 6 Pfg. Delicateßfchiuke«, 4 bis 6 Pfund schwer, per Pfund 65 Psg. Speck, fett, per Pfund 60 Pfg. Speck, mager, per Pfund 70 Pfg. Rüböl, per Liter 62 Pfg. Matjes-Häringe Malta Kartoffeln Sonntag, 7. August, Nachm. 4 Uhr: 3. Concert. Eintritt 40 Pfg. Empore 25 Pfg. Sonntag, 7. August, 8 Uhr Abends: 4. Concert. Eintritt 40 Pfg. Empore 25 Psg. Gießen, den 30. Juli 1898. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern. 5.|8. 9 Uhr Kr. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Betreffend: Laudespolizeiliche Prüfung und Abnahme der I Bieberthalbahu. Im Auftrag Großh. Kreisamts Gießen bringen wir die nachstehende Bekanntmachung in obigem Betreff zur Kenntniß der Betheiligten. Gießen, den 3. August 1898. 7801] Ein tüchtiger Pferdeknecht sofort gesucht. H. Wirrri, Frauksurterkr. 52. I man will. Es ist sehr gut gewachsen und ! verspricht eine gute Ernte. 7816 Keßler, Pferdemetzger. B' Dtt Nai ®lt btm seil NrichSkavzltl W M «isfiageo tute All fron iina rrstra itl Sanltätir Soljnnng. ® 13. Jali - t' Rat haiW aus RUM« 1 ta Mstto 31 Wn 1! ‘bit ihrs io M Ditim! «acht, die \ bände gewoi Fürst fdne rtnen Tag, t grüßen und konnten wir! gasten Risstn, nm 25. Mai Der sch MraiWt, bin Reich uholllngibedüt^ W 29, MNen R, RuUuxhmtfi! Gasteill. An den und 1880 l In diesem ur die Besuche auch dru 6, kanzln rrhie datirten Sri Politik' mit an Magenkar 10000 Kg. Brech-Steinkohlenkokell! zu^ verpachten" 7790 I 7780] Ein junges, sauberes Mädchen laus guter Familie zum 15. August für tn I eine Beamtenfamilie gesucht. te ttrnt." Die Localitäten Bismarckstraße 8, welchen seit Jahren ein gutes Specereb I Gießen, Südanlage 5. I 7783] Sauberes, nicht zu junges Mädchen, welches gut kochen kann und I Hausarbeit übernimmt, für Mitte Sep- I tember gesucht. Nöh. Löberstr. 24. M dem wenn der Q 'S®! er ihn ^"g'gkeit, d " Volke, Ne Srnen Lehrlingsgesuch! Zum 1. October er. ist bei uns eine Lehrlingsstelle zu besetzen. Junge Leute mit Gymnasial» oder Realgymnasial- bildung erhalten den Vorzug. 7787 I. Ricker'sche SchhanLlnug, Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme, sowie für die reichen Blumenspenden sagt herzlichen Dank Die trällernde Familie Oswald. Gi-Hen, den 3. August 1898. 7788 diesem Wege. Gießen, den 4. August 1898. Georg Schlosser, Pfarrer Lehrling für Colonial- und Eisenwaarengesckäft einer Kreisstadt Oberhesfens per sofort oder 1. September gesucht. Offerten unter Z. 7791 an die Ex- pedition dieses Blattes erbeten. Heute Freitag trifft in der Marktlaube Nr^ieine frische aufgefordert, solche an dem - v > - • . , Die Abnahme-Commission wird Vormittags zwischen 9 und l0'/r Uhr vom Bahnhof Gießen aus mit einem Sonderzuge die Gemarkung Gießen und zwischen 10% und 12 Uhr die Gemarkung Heuchelheim befahren, , und wird es sich empfehlen, daß die Jntereffenten ihren Bürgermeistern offener. von den beabsichtigten Reclamationen vorher Kenntniß geben und sich demnächst zu den angegebenen Zeiten, bei welchen aber Verspätungen eintreten können, an denjenigen Stellen, seitwärts der Bahn, einfinden, wo mationen vorgebracht werden sollen uno bei Annäherung des Zuges sich I dem Locomotivführer bemerkbar machen. 7784J Für feingebildete, englische INw« SM metn gesucht. Schriftliche Offerten an weiß gefleckt, zugelaufen. 7805 Exped d. Bl erbeten. I 3. P. Leihlich, Ritteroaffe 11. Kaufmännischer Verein. Sonntag den 7. August: Ausflug nach. Badenburg Abfahrt 3« Uhr. 7809 Um zahlreiche Theilnahme bittet Der Vorstand. Bekanntmachung, O. 'inHionalt^racht, unter Direction des Geigenvirtuosen betreffend: Laudespolizeiliche Prüfung und Abnahme der KttrOly . -stich- Pr^^A^hm- d-r h-sstsch°n St-°ck- welcher ... fcmit" Mm ÄS SLAnuL"' e er a a den 9. August d. I., Das erste (Freitags )Coucert findet bei ungünstiger Witterung im Gießener Festsaal „Cafs von Vormittags 10 Uhr an, Leib" Matinee und Sonntag Nachmittags-Eoncerte bei ungünstiger Witterung anstatt im Kaisergart n I in der gedeckten und geschützten Bierhalle der Brauerei Rohrle. < Gesucht ! nach dem Rheinlande zu kinderlosem Ehe- $)f(?tllßoßteN-^üftS 7781] Wohnung von 6 Zimmern, paare.ein besseres Dienstmädchen, das @QTtenJQnt^eil/ ^t allem Zubehör, per schon m herrschaftlichen Hausern gedient Samstag den 6. d. Mts., 15. October, eventuell früher, zu ver I«.orx.n ontncn»nii