Nr 129 Erstes Blatt. Sonntag den 5. Juni L8V8 Gießener Anzeiger General -Anzeiger Bei Postbezug 2 Mark 50 Pf«, vierteljährlich. pevwrtto Vierteljährlich 2 Mark 20 Pf,, monatlich 75 Pfß. mit Bringerüchtt. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den fnlgmdrn Tag erscheinenden Nummer bis Sonn. 10 Uhr. Alle Anzeigen.BermittlungSstellen deS I«. und SMUMdl nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger mten*. Grfchetnt täglich mit Ausnahme des Montags. Die Gießener MnmitienvtLtter Werden dem Anzeiger »Lchenttich viermal beigelegt. Amts- unb Anzeigeblatt für den Tireis Giefzen. Aedaction, Expedition und Druckerei: Kchnlftrntze Nr. 7. Gratisbeilage: Gießener Familienblätter. Adceffe für Depeschen: Anzeiger SitßSW» Fernsprecher Nr. 51. Anrtlicher Theil. Bekanntmachung. Nachdem die Frist zur Anbringung von Schutz- resp. Schnerfangvorrichtungen an den Dächern aller an Straßen oder Plätzen stehenden Gebäude, deren Dachtraufen nach der Straße oder dem Platz gehen, sofern die Dachneigung steiler al» 1:3 ist, abgelaufen, jedoch noch eine große Anzahl solcher Gebäude vorhanden ist, an denen die bezeichneten Vorrichtungen fehlen, geben wir eine letzte Frist bi» 30. l. MtS. Nach fruchtlosem Anlauf dieser Frist werden wir auf Grund des Art. 79 bezw. 80 der Allgemeinen Bauordnung gegen die EigenthÜmer der betreffenden Gebäude vorgehen. Gießen, den 2. Jani 1898. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. __________________I. V.: Roth.__________________ Gefunden: 1 Spazierstock, 1 Paar Glacehandschuhe, 1 Paar Schuhe, 1 wollenes Halstuch und 1 Päckchen Verbandsstoff. Gießen, den 4. Juni 1898. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. V.: Roth. Deutsches Reich. Berlin, 8. Juni. Reichstagswahlrecht. Das „Süddeutsche Correspondevz-Bureau" bezeichnet die Nachricht, daß ein königlich bayerischer Staat-minif.er oder BnndeSrothS- bevollmächtigter beim BundeSrath einen Reichs tagSwahl- Gesetzentwurf vorgelegt oder Abänderungs-Vorschläge bezüglich des Reichstagswahlgesetzes gemacht habe, als vollständig aus der Luft gegriffen. Berlin, 3.Juni. Anläßlich des Besuches des Prinzen Heinrich in China ist dem Gesandten Frhrn. v. Heyki.ng in Peking der Kronenorden 2. Klaffe, dem Consul Knappe in Lanton der Kronenorden 3. Klaffe und dem ersten Dolmetscher bei der Gesandtschaft in Peking, Frhrn. von der Goltz, der rothe Adlerorden 4. Klaffe verliehen worden. Au-lau-. BrLffel, 3. Juni. Eine Delegation der Pariser Wechselmakler wurde gestern vom hiefigrn Börsenvorstand empfangen. Die Delegation erklärte, fte verfüge über 100 Millionen Francs und werde ihre OPrrationsbafiS au der Brüffeler Börse aufnehmen, da ihnen da« am l.Jult d.',J. in Kraft tretende neue Gesetz daS Geschäst an sranzöfischen Börsen unmöglich mache. Antwerpen, 3. Juni. Au» New-York wird gemeldet, daß der deutsche Lloyddampfer „Karser Wilhelm der Große" dort mit zerbrochener Schraube angekommen ist. Ferner wird derBerlnst eine» italienisch en Damp ferS, der von La Plata nach Genua unterwegs war, gemeldet. Die Bemannung wurde gerettet. London, 3. Juni. Das englische Marinebudget für 1898/99 weist auf 23 778400 tiftr. oder 475 568 000 Mk. gCflCn 22 337 000 Lstr. oder 446760000 Mk. des Vorjahres. Es bedeutet da» ein Mehr von fast 29 Millionen Mark, wovon fast die Hälfte auf Erhöhung des Personalbestandes fallen, der um 6340 Köpfe gestiegen ist und gegenwärtig 106 390 Köpfe beträgt. Auch in den einzelnen Polltionen sind die Zahlen gewaltig- so z. B. ist die Position III unter Schiffsbau — Contractarbeiten — allein mit 5,612 Millionen Lstr oder 112,24 Millionen Mark bemessen, da» will heißen fast so hoch wie da» gesammte Marinebudget des Deutschen Reiche». — Nichtinbegriffen find hierbei die Zuschüffe, welche die Colonien geben, die zwar nominell eigene Flotten besitzen, doch stehen dieselben unter englischen Teeosfizieren. Nur für Australien find englischerseit«, wie im Vorjahre, 60 300 Lstr. oder 1.206 Millionen Mark auSgeworfen. Madrid, 3 Jun' Die Blätter fordern die Regierung auf, Maßregeln gegen Hawai zu ergreifen, welches fortgesetzt die Neutralität verletze, indem es den Amerikanern Kohlen und Proviant sür ihre KciegSschiffe anSltefere. Madrid, 3. Juni. Der Gouverneur von Porto- rtco relegraphirt, daß ein Mangel an Lebensmitteln nicht bC^3Rabiib, 3. Juni. Die Meldung, daß Cervera am Dien-taa während de- Gefechtes fich nicht im Hafen von Santiago befand, wird vom Marineminister widerlegt, welcher erklärte, daß Cervera selbst die Operationen von Bord des „Chrtstobal Colon" auS geleitet habe. Bezüglich de»^ Gerüchtes, daß Cervera nach dem Gefechte Santiago verlassen haben solle, beobachtet die Regierung Zurückhaltung. Madrid, 3. Juni. Die von drei spanischen Kanonen- booten angegriffenen Insurgenten unter Gomez unter- warfen fich bei CiensuegoS, dagegen leisteten die Insurgenten unter Garcia hartnäckigen Widerstand. Athen, 3. Juni. Ein bei der Regierung eingetroffener Telegramm meldet, daß die griechische Commission wegen der Wiederübernahme von Theffalieu in Volo ein- getroffen ist. Die Uebergabe von Lariffa wird am 6., die von Volo am 7. d. MtS. erfolgen. New-York, 3. Juni. „New-Ysrk Herald" greift „Daily Chronicte" heftig an, weit diese in den letzten Tagen Berichte über die schlechten Beziehungen der Bereinigten Staaten zu Transvaal veröffentlicht hat. DaS Blatt glaubt das Gegenthetl beweisen zu können. Rew-York, 3. Juni. In einem in Tampa von demokratischer Sette adgehaltenen Conveutikel wurden die Politik Mac K^leyS und dj, KtteaSl-ituna scharf verurtbeilt. Locales und provinzielles» Gießen, 4. Juni 1898. Verzeichnis der Sitzungen des Schwurgericht» der Pro- vinz Oberheffen, pro 2. Quartal 1898. 1. Montag, 6. Juni, Bormittags 9 Uhr: Anklage gegen Heinrich Adolf Göbel von Niederbiel wegen versuchter Nothzucht. Die Anklage vertritt: Ober-StaatSanwalt Dr. GÜngerich. Bertheidiger: Rechtsanwalt Meudelsohn. 2. Dienstag, 7. Juni, BormittagS 9 Uhr. Anklage gegen Heinrich Sonntag von Gießen wegen Meineid. Die Anklage vertritt: Staatsanwalt Koch. Ber- theidiger: Rechtsanwalt Grünewald. 3. Mittwoch, 8. Juni, Vormittags 9 Uhr: Anklage gegen Elisabethe Schnabel von Hemmen wegen KtndeSmord. Die Anklage vertritt: Ge- richtSaffeffor Dr. Bopp. Bertheidiger: Rechtsanwalt Geh. Justizrath Baist. 4. Donnerstag, 9. Juni, Vormittags 9 Uhr: Anklage gegen Johann Ernst Bücking von Alrfeld wegen Urkundenfälschung und Betrug. Die Anklage vertritt: Staatsanwalt Koch. Bertheidiger: Rechtsanwalt Justizrath Dr. Reatz. 5. Freitag, 10. Juni, Vormittags 9 Uhr: Anklage g'gen Anton Arnold von Offenbach o. M. wegen TodtschlagS- versuch. Die Anklage vertritt: Staatsanwalt Zimmermann. Bertheidiger: Rechtsanwalt Rosenberg II. * Aus dem Iustizdieust. Für die Großh. Gerichts- Affefforen und -Acceffiften sollen demnächst Lehrgänge zur Unterweisung im Rechte deS neuen bürgerlichen Gesetzbuches an dem Landgerichte eingerichtet werden- die Vorträge rc. geschehen durch Mitglieder deS Großh. Landgerichis unter Oberleitung deS Herrn Präfidenten. Für die ReichStagrwahl hat daS Reich»Postamt bereit» bestimmt, daß sämmtttche Telegraphenanstalten, welche bet der Beförderung von Wahltelegrammen betheiligt find, sowohl am Tage der Wahlen, wie auch am Tage der Ermittelung deS endgiltigen Wahlergebnisse» bis 10 Uhr Abends, erforderlichenfalls bi» zur erfolgten Abtclegraphiruug der Wahltelegramme in Dienst bleiben müssen. Befitzwechsel. Bauunternehmer Scheppelmana erwarb daS Archincr Seuling'sche Besitztdum, Wall- thorstraße 71, mit Ausschluß der im Bau begriffenen neuen Hofraitbe sür 50000 Mk. SWC. Innere Mission. Nach Frankfurt a. M. werden in diesem Jahre die Freunde der Inneren Misfion zur 3 4. Jahresversammlung dersüdwestdeutschen Conferenz eingeladen. In die Mitte ihrer Verhandlungen wird fie die Frage nach der Aufgabe der Landeskirchen in Bezug auf religiöse VolkSerziehung und innere Mission stellen. Damit wird einerseits dem Vorwurf begegnet, al» ob die innere Misfion eine Sache gewisser enger Kreise oder Con- ventikel sei, andererseits der Anspruch außerkirchlicher Gemein- schäften, als ob alle gesegnete Evangelisation von anderer Seite geschehen müßte, abgewiesen. Ein bewährter Kenner der Kirchengeschichte und de» Kirchenregimeot», Oberconsistorial- rath Dr. Srll in Bonn wird diese wichtige Frag- eingehend behandeln. In dos pracrische Gebiet werden die anderen Themm a der beiden Tage eingreifen. Die leider beständig fich mehrenden BolkSvergnügungen mit ihrem da» Familienleben auflösenden und vergiftenden Charact^ wird Pfarrer Schöttler au» Barmen besprechen, während in zwei Special- Versammlungen die Fürsorge für den Stand der Kellner und die Lösung der Wohnungsfrage in den großen S'ädten behandelt werden soll. Referate erfahrener Practiker find zugesagt. Im Anschluß an die Versammlung wird der deutsche Verband evangelischer Jungfrauen-Vereine am 9. und 10. Juni tagen. Die Themata, über die derselbe von geeig. netto Persönlichkeiten referiren läßt, find: Fürsorge für die Ladnerinnen. — Fürsorge sür die weibliche Jugend. — Haben die evangelischen Jungfrauenvereine die Aufgabe, ihren Mitgliedern auch auf wirthschaftlichem Gebiet Hilfe zu leisten? Erwähnt sei noch, daß der hessische Pfarrvereiu schon am 6. und 7. Juni ebenfalls in Frankfurt sich versammeln wird. In den Abendversammlungen werden entsprechende Ansprachen gehalten werden. Wegen Freiquartier oder billigen Hotels wolle man fich wenden nach Frankfurt, Neue Mainzerstraße 41. Technische Hochschule Darmstadt. Nach dem Personal- Verzeichniß der Giotzh. Hessischen Ten Nischen Hochschule zu Darmstadt für da» Sommersemester 1898 (festgestellt a« 20. Mai d. I.) zählt dieselbe inSgesammt 1321 Hörer (gegen 1315 im letzten Wintersemester), also immer noch, wenn auch eine geringe, Frequenzsteigerung. Architektur studiren 96 (86 Stud., 10 Hosp.), Jngenieurwesen 145 (136, 6), Maschinenbau 344 (327, 17), Electrotechnik 488 (445, 43), Chemie 144 (139, 5)- 19 Einjährige der Gar- nison Darmstadt find gleichzeitig al» Studirende immatri- culirt, Diplom.P'üsungS.Candidaten find an Zahl 38 und Theilnehmer an Abendvorlesungen 27. Der Heimath nach sind 305 Hessen- Anhalt 3, Baden 21, Bayern 106, Braunschweig 5, Bremen 5, Elsaß-Lothringen 21, Hamburg 25, Lippe-Detmold 1, Lübeck 2, Mecklenburg-Schwerin 4, Mrck- lenburg-Strelitz 1, Oldenburg 5, Preußen 455, Reuß ä.L. 1, Reuß j. L. 2, Sachsen 34, Sachsen-Coburg-Gotha 13, Sachsen-Meinungen 8, Sachsen Weimar 3, Schwarzburg- Rudolstadt 3, Schwarzburg-SonderShausen 4, Waldecks 3, WÜrtt-mberg 8, (zus. 733 Deutsche)- Bulgaren 6, Dänemark 2, England 6, Frankreich 8, Griechenland 1, Italien 8, Niederlande 11, Norwegen 11, Oesterreich - Ungarn 88, Rumänien 12 Rußland 130, Schweden 10, Schweiz 20, Spanien 2, Türkei 1, Vereinigte Staaten von Nord- Amerika 6, Mex co 1, Brasilien 1, Uruguay 2, Brttisch- Westindien 2, Egypten 1, Japan 2, Niederländisch Indien 2. J. Darmstadt, 3. Juni. Tagung des Verein» Deut- scher Chemtker. Unter den verschiedenen heute gehaltenen Fachvorträgen interesfirte auch besonders eine von Professor Münch-Darmstadt über die Linde'sche Luftverflüssigung, und die betreffende, von diesem Erfinder hergestellte Maschine. In dieser wird die Luft durch einen Gegenstromapvärat und Compreffor immer weiter, schließlich biS zu — 187° C. ab- gekühlt: unter dem Druck der Athmospbäre behält fie dann eine Temperatur von 191° C. Die flüssige Luft hat eine hübsche bläuliche Farbe- schwer frierbare Substanzen, wie Alkohol, kann man durch fie -um Frieren bringen. Auch Ozon werde verflüssigt, dann au« der flüssigen Luft der Stick- stoff entzogen und mittelst deS zurückgebliebenen Sauerstoffes fogen. Drumoud'sches Kalklicht erzeugt - endlich wurde auch Linde- Apparat zur Trennung der Luft tn Sauerstoff und Stickstoff beschrieben. Eine Linde'sche LuftverflÜssigungSmaschine befand sich in Thätigkeit. Der treffliche Redner und überaus geschickte Experimentator fand bei den über 100 erschienenen Fachgenossen mit seinem Vortrage größten Beifall. — Zur Ueberraschung der Congreßtheilnehmer hatte Herr Professor Dr. Stabe! baf chemische Institut glanzvoll mit Acetylen beleuchtet. — Abends fand ein großartiges Gartenfest, von Firma E. Merck gegeben, statt, woran ca. 400 Personen theilnahmen. — Morgen beschließt ein Ausflug nach Auerbach und Jugenheim die lehrreichen Congreßiage. Darmstadt, 3. Juni. Der Bensheimer Gewerbverein begeht am nächsten Sonntag, 5. Juni, da» Fest 50jährigen Bestehens und das feiner Schule. Au« allen Theilen unsere» Hesserlande» werden Theilnehmer zu diesem seltenen Jubelfeste eintreffen und ihre Glückwünsche barbrtngen. Aus Darmstadt wird der „Köln. Ztg." berichtet: Seit längerer Zeit treiben hier anonyme Briefschreiber oder Schreiberinnen ihr Unwesen und suchen mit ihren Verdächtigungen insbesondere die Mitglieder unserer ersten Ge- fellschaftskreise heim. Wie die „91. Hess. Vbl." mittheilen, ist man den Urhebern dieses schmutzigen Geschäfts jetzt auf der Spur. Die Sache soll dem Gericht übergeben und ohne Rücksicht auf Name und Stand der Betreffenden verfolgt werden. Auch der Großherzog und die Großherzogin erhielten mehrfach solche gemeine Briefe und sind über diese- schurkische Treiben auf» Tiesste empört. Heppenheim, 2. Juni. Einen frechen Raub verübte gestern Nachmittag in der hiesigen katholischen Kirche ein, zuletzt in Löbau (Sachsen) beschäftigt gewesener Bursche. Er riß mit Gewalt die an einem Holzpfeiler befestigte Opfer- büchfe ab, und al» er fich von einer im Hintergrund knieendeu Dame bemerkt sah, entfloh er in der Verwirrung auf den Kircheuspeicher. Die Dame rief um Hilfe, uud rasch war die Polizei zur Stelle. Diese verhaftete deu Gauner auf dem Kircheuspeicher und eßcortirte ihn nach dem Lorscher Amts- gerichtSgesäuguiß. Deu Inhalt der Büchse hatte der Dieb bereits au sich genommen. Er betrug 6 Mk. 85 Pfg. Mainz. 3. Juni. Da« Ministerium hat das Gesuch eine« Theile« der hiesigen Metzgerinnung nm Abäud eruug der Bestimmungen über die Sonntagsruhe dahin, daß das seitherige Offeuhalteu der GeschäftSlädeu an 2 Stunden Sonntag Abend« in Wegfall komme, abgelehnt. Der seitherige Modus habe sich bewährt uud sei al« dem Jutereffe de« Publikum dienlich befunden worden. Aus der Zeit für die Zeit. Vor 72 Jahren, am 5. Juni 1826, starb zu London Karl Maria von Weber, ein echter deutscher Genius, in seinen herrlichen Compositionen gleich groß wie volks- thümlich. Von seinen Meisterwerken seien hier nur die heute noch gern gehörten Opern „Preciosa", „Freischütz" und „Oberon" erwähnt. Der Dichter wurde am 18. December 1786 zu Eutin geboren. Vor 292 Jahren, am 6. Juni 1606, wurde zu Rouen der Dichter Pierre Corneille geboren, der Schöpfer der dramatischen Poesie der Franzosen, die in der Form sich enge an die alten gegebenen Muster anschließt, wie gleich sein erstes dem Seneca nachgebildetes Drama „Medea" bewies. Der Dichter starb am 1. October 1684 in Paris. vermischtes. * Salzschlirf, 2. Juni. Die Eröffnung de« hiesigen Schwesternhauses ist gestern erfolgt. Dasselbe wird von fünf barmherzigen Schwestern aus dem Mutterhause zu Fulda bezogen werden. Die geräumige HauScaPelle wird in nächster Zeit etngeweiht. * Apolda, 3. Juni. Am Abend des zweiten Pfingftfeier- tags hörten Paffanteu in der Ritterstraße jammervolles Geschrei au« dem vierten Stock eine« Hause«. Al« man die Thüre gewaltsam geöffnet hatte, sah man die Treppe lichterloh brennen, sodaß eS unmöglich war, die Rettung der Bewohner de« vierten Stockes auf diesem Wege zu bewerkstelligen. Eilig wurden Teppiche herbeigeholt uud aufgehalten. Die Wirkerehefrau Müller warf zunächst ihre 2, 4, 7 und 9 Jahre alten Kinder aus dem Fenster und stürzte sich dann selbst herab- als letzte folgte die Schwester der Frau Müller. Das zuerst herausgeworfene 2 Jahre alte Kind fiel neben dem Teppich auf da« Straßenpflaster und starb bald darauf, die übrigen erlitten Verletzungen. * Hamburg, 3. Juni. Der BerbaudStag deutscher Thierfchutzvereine lehnte den Antrag Leipzig, eine eigene BundeSzeitung zu begründen, al« verfrüht ab, ebenso den Antrag Berlin, die Herausgabe eines Verbandskalenders dem Berliner Verein zu übertragen, und beschloß auf Antrag Karlsruhe, die ReichSregieruug zu ersuchen, das Stopfen der Gänse in Deutschland zu verbieten. Aus dem BerbaudStag waren 141 Vereine mit 70000 Mitgliedern vertreten. • Zur BischofSwahl in Fulda. Wie aus Fulda dem „Schwab. Merk." witgetheilt wiid, hat die meiste Aussicht, zum Bischof der Diöcese Fulda gewählt zu werden, der derzeitige Abt deS Klosters Maria-Laach. Letzterer sei in vertraulicher Form von der Regierung als persona gratissima bezeichnet und darauf vom Kardinal Dr. Kopp dem Papst warm empfohlen worden. * Sind Fleisch- und Fettiheile von Thiereu mit örtlicher Tuberculose zur meuschlichea Nahrung zuzulaffeu oder nicht? lieber diese Frage berichtet ein Obergutachten der thierärzt- lichen Hochschule in Berlin unter Anderem Folgendes: „Die sanitätspolizeiliche Beurtheilung des Fleisches tuberculöser Thiere richtet sich nach der Ausbreitung des KrankheitS- prozeffes und nach dem Einfluß, welchen die Tuberculose auf den Ernährungszustand der Thiere ausgeübt hat. Das Fleisch tuberculöser Thiere ist nur dann als gesundheitsschädlich zu betrachten, wenn die tuberculöse Erkrankung bereits eine sehr weite Ausdehnung erlangt hat und die Eingeweide (Lunge, Leber, Milz, Nieren) sowie das Fleisch selbst, beziehungsweise die in demselben gelagerten Lymphgefäße, Lymphdrüsen, Knochen und Gelenke ergriffen sind; desgleichen muß eine gesundheitsschädliche Beschaffenheit des Fleisches angenommen werden, wenn die Tuberculose zur Abmagerung der erkrankten Thiere geführt hat. In diesen beiden Fällen liegt eine Allgemeinerkrankung durch Eindringen der Tuberkelbazillen in das Blut vor. Als unschädlich ist dagegen das Fleisch solcher Thiere anzusehen, welche nur in geringem Grade mit der Tuberculose behaftet sind und eine Verschlechterung des Ernährungszustandes nicht erkennen laffen. Unter gering« gradigen Erkrankungen sind hierbei alle diejenigen zu verstehen, bei welchen sich die krankhaften Veränderungen nur in den Verdauungs- oderAthmungSorgauen und in den dazu gehörigen Lymphdrüsen vorfinden. In den zuletzt angeführten Fällen hat die Tuberculose keinen nachtheiligen Einfluß auf da« Fleisch der Thiere. Das Fleisch kann daher nach Entfernung der erkrankten Theile ohne Bedenken dem freien Verkehr übergeben werden. Die vorstehenden Grundsätze über die Beurtheiluna des Fleisches tuberculöser Thiere sind nach einem gemeinschaftlichen Erlaß der preußischen Ministerien des Innern, der Landwirthschaft, des Cultus und des Handels sowie in Bayern vom 26. März 1892 bei Ausübung der Fleischbeschau in Anwendung zu bringen. Der Erlaß nimmt zwar besonders auf die Tuberculose des Rindes Bezug, ist indessen auch bei der Begutachtung der Tuberculose des Schweines sinngemäß anzuwenden, weil die in Frage stehende Krankheit bet beiden Schlachtthiergattungen identisch ist. Univerfitäts - Nachrichten. Bonn. Hier ist der außerordentliche Professor Englert zum Ordinarius für kitholtsche Apologetik, der Prioatbozent Dr. Kruse in der rredizintschen Facultät zum außerordentlichen Profeffor ernannt worden. Bonn. In der philosophischen Facultät hat sich Dr. August Hagenbach als Prioatbozent mit einer Vorlesung über Argon und Helium habUitirt. Würzburg. Dr. Tretzel an der landwtrthschaftlichen Hochschule in Karlsruhe hat einen Ruf an die Untersuchungsanstatt der hiesigen Universität erhalten und angenommen. Auszug aus den Standesaintsregiftern der Stadt Giesteu. Aufgebote. Mat: 31. Gustav Karl Ludwig Orbig, Gerichlslchreiber-ASpirant zu Butzbach, mit Luise Katharine Gerhardt Hierselbst. 31. Hermann Fleischer, Schneider dahier, mit Katharine Schneider von Boben- bausen. 31. Philipp Hahn, Fabrikarbeiter zu Gießen, mit Ann« Hormel von Oberwalgern. 31. Ernst Hermann Heinrich Schnabel, Schlaffer dahier, mit Elisabeth Ida Auguste Griebel Hierselbst. Juni: 1. Richard Löwenthal, Kaufmann zu Gießen, mit Karoline Schuster zu Mannheim. 2. Wilhelm Färber, Lehrer zu Sossenheim, mit Johanna Keßler zu HalbS. 3. Hermann Garnadt, Taglöhner zu Herbornseelbach, mit Jobanna Katharina Maria PtScator daselbst. Eheschließungen. Mai: 28. Johann Friedrich Earl Barnick, Schneider dahier, mit Katharine Wilhelmine Großbaus Hierselbst. 28. Heinrich Peter, Schlaffer dahier, mit Katharine Elisabethe Schäfer Hierselbst. 28. Karl Kimmel, Fabrikarbeiter dahier, mit Ann« Elisabeth Claar Hierselbst. 28. Wilhelm Eiskeller, Hausbursche dahier, mit Katharine DebuS Hierselbst. 31. Wilhelm Schwalb, Geometer dahier, mit Susanne Christ von Großen-Buseck. Geborene. Mai: 22. Dem Postasststenten Georg Ludwig Petri ein Sohn, Johann Heinrich Wilhelm. 23. Dem Taglöhner Karl Lotz III. eine Tochter, Karoline Elise. 26. Dem Taalöher Heinrich Wallbott ein Sohn, Karl Peter Oskar. 27. Dem Rottenarbeiter Ludwig Mehl eine Tochter, Anna. 28. Dem Postschaffner Georg Pfaff ein Sohn, Georg Karl. 30. Dem Taglöhner Friedrich Weber ein Sohn. 31. Dem Hutmacher Lorenz Ament ein Sohn, Jobann Baptist. Juni: 1. Dem Schlosser Johannes Roth ein Sohn. 2. Dem Taglöhner Carl August Pasbach ein Sohn, Paul. Gestorbene. Mai: 27. Anna Marie Hofmann, 64 Jahre alt, Privatin dahier. 28. Katharine Pleyer, geb. Mehling, 27 Jahre alt, Ehefrau von Gewerbelehrer Anton Josef Pleyer zu Mainz. 28. Elisabethe Zecher, geb. Lautenschläger, 69 Jahre alt, Wittwe von Gymnasial Pedell Johannes Zecher dahier. 28. Helene Aßmann, geb. Bossemer, alt 94_ Jahre, Wittwe von Taglöhner Jakob Aßmann dabier. 30. Georg Rühl, 23 Jahre alt, Knecht von Brauerschwend. 30. Ernst Thorwart, 44 Jahre alt, Bierbr«uer dahier. 31. Jobanna Fr«nk, geb. Speier, 66 Jahre alt, Wittwe von Pferdehändler Anselm Fr«nk zu Büdingen. 31. Dorothea Hartmann, geb. Hoffmann. 42V, Jahre alt, Wittwe von Bergmann Johann Hartmann zu Rußhütte bei Saarbrücken. Juni: 2. Georg Ludwig Niepoth, 67 Jahre alt, Rentner von Schlitz, Kreis Lauterbach. 2. Adolf Hans August Warmbrunn, 10 Monate alt, Sohn von Metallgießer Franz Warmbrunn dahier. 2. Babette Marie Riegelmann, 6 Monate alt, Tochter von Restaurateur Christian Riegelmann dahier. 3. Heinrich Junker, 30 Jahre «It, Fabrikarbeiter von Steinberg, Kreis Gießen. 3. Aloise Hägerich, geb. Krespach, 48 Jahre «It, Witlwe von Schneider Andreas Hägerich zu Ober- Eschbach, Kreis Friedberg._____________________________________ Auszug aus den Airchenbüchern der Stadt Gieße«. Evangelische Gemeintze. Getraute. M«tth äusgemeinde. Den 30. Mai. Georg Christian Wilhelm Bernhard Harz, Glasermeister zu Butzb«ch, und Marie Margarethe Moritzine Bickel, Tochter des Kirchendieners Leonhard Bickel zu Gießen.^ Denselben. Wilhelm EiSfeller, Hausbursche zu Gießen, Und Katharine Debus, Tochter deS verstorbenen Müllers Georg Debus zu Muschenbrim. Den 31. Mai. Wilhelm Schwalb, Geometer zu Gießen, und Susanne Christ, Tochter deS verstorbenen Müllers Philipp Christ zu Großen-Buseck. LukaSgemeinde. Den 28. Mai. Heinrich Peter, Schlosser, ein Wittwer, und Katharine Elisabethe Schäfer, Tochter deS Bremsers Heinrich Schäfer zu Gießen. JohanneSgemeinde. Den 30. Mai. Johann Friedrich Carl Barnick, Schneider, und Katharine Wilhelmine Gioßhaus, Tochter des verstorbenen Steuer-Einnehmers Johann Andre«« David Großhaus zu Liebenwerda. Getaufte. Matthäusaemeinde. Den 29. Mai. Dem Schlosser Ludwig Kreuter ein Sohn, Adolf, geboren den 17. April. Denselben. Dem Viehhändler Johannes Born ein Sohn, Heinrich Daniel, geboren dm 21. Januar. Denselben. Dem Maurer Johannes Thomas ein Sohn, Karl, geboren den 24. März. Denselben. Eine uneheliche Tochter, Ottilie, geboren den 2. April. Denselben. Dem Amtsrichter Ludwig Neuenhagen ein Sohn, Johann Georg Karl Ferdinand Hermann, geboren den 1. April. » Den 30 Mai. Dem Straßenkehrer Peter Merkel eine Tochter, Gertrude Elisabeth, geboren den 10. Januar. '" Denselben. Dem Privatier Ludwig Preisag eine Tochter, Irene Mathilde Luise, geboren den 24. Februar. Denselben. Dem Gefangen«usseher Friedrich Lang ein Sohn, Jeremias Karl, geboten den 30. April. Denselben. Dem LehramtSaffeffor zu Groß-Umstadt Dr. Wilhelm Schottler eine Tochter, Marth« Cäcilie, geboren den 26. März. 4 Denselben. Eine uneheliche Tochter, Lina Katharine, geboren den 14. Mai. M«rkuSgemeinde. Dm 29. Mai. Dem Heizer Louis Jung eine Tochter, Charlotte Luise, geboren den 3. April. Denselben. Dem Maurer und Weißbinder Johann Ernst Hauser ein Sohn, Hans Wilhelm, geboren den 20. April. Denselben. Dem Kaufmann Louis Ockel eine Tochter, Emma Luise Karol«, geboren den 5. Mai. Denselben. Dem Condtlor Ludwig Döll ein Sohn, Otto Wilhelm, geboren den 2. April. « Den 30. Mai. Dem Lackirer August Stock 'ein Sohn, Han« Leonhard, geboren dm 26 März. Denselben. Dem Bierbriuereibefitzcr Georg Bichler eine Tochter, Gertrud, geboren den 17. April Den 1. Juni. Dem Kellner Wilhelm Bastian eine Tochter, Paula, geboren den 25 April. LukaSgemeinde. Den 29. Mai. Dem Bauunternehmer Heinrich Winn eine Tochter. Anna Johanna Margarethe Gertrud Clara, geborm dm 25. März. Denselben. Dem Locomotivführer Georg Friedrich Wilhelm Rößler ein Sohn, Heinrich August WUhelm, geboren dm 18. April. Denselben. Dem Former Ludwig Ott ein Sohn, Wilhelm Konrad Ludwig, geboren den 24. April. Dmselbm. Dem Dachdecker Heinrich Schwall eine Tochter Elisabeth Anna, geboren den 28 April. Dmselbm. Dem Glasermeister Heinrich Arnold ein Sohn Heinrich Georg Karl HanS, geboren den 8. April Dmselbm. Dem Jnsti'utSdimer Johann Mepoth ein Sohn Karl Wilhelm, geboren den 30 April. Dm 30. Mai. Dem Hauswart Friedrich Förfterling eine Tochter, Auguste, geboren dm 17. April. Dmielben. Dem Briefträger Johann Auguft^Köhler ein Sohn Johann Karl Hermann Otto, geboren dm 12. Mai. JohanneSgemeinde. Dm 29. Mai. Dem Complorist Georg Wilhelm Thül rin Sohn, Ludwig Johann Otto, geborm den 17. Avril. Dmselbm. Dem Locomottvbeizer Karl Emil Jakob Moritz Gerlach eine Tochter, Lina Franziska Karola Henriette, geboren den 2o. April. Dmselbm. Dem Maurer Heinrich Rühl ein Sohn, Heinttch geborm den 12. April. Militärgemeinde. Den 29. Mai. Dem Sergeant und Regimentsschreiber Johann Konrad Löchel ein Sohn, Hermann Clemens Gerhard, geborm den 25 April. Den 30. Mai. Dem Sergeant Georg Karl Haupt eine Tochter, Frida Lina Katharine, geboren dm 14. April. Beerdigte. MattbäuSgemeinde. Den^29. Mai. Anna Marie Hofmann, 64 Jahre alt, starb MarkuSgemeinde. t t Dm 1. 3uni. Emst Thorwart, Bierbrauer, 44 fJ-hre alt, starb dm 30. Mai. LukaSgemeinde. M«>i. Elisabeth Zecher, geb. Laudmschläger, Wittwe von Postillon Johannes Zecher, 69 Jahre alt, starb dm 28. Mai. JohanneSgemeinde. AJ _ Den 31. Mai. Helme Aßmann, geb. Bosemann, HoSpttalitio, 94 Jahre «It, starb den 28. Mat. Verkehr, Land- unb volkswirthschast. , 4. Juni. Marktbericht. Auf dem fr artigen Wochmmarkt kosteten: Butter pr. Pfd. A 0,80—1,00, Hühnertter pt.Ctß—0 4, 2 St. 10—11 4, Enteneier 1 St. 6—CO 4, Gänse der pr. St. 10-12 4, Käse 2 St. 9-15 4. Käsematte pr/St. 3 V Erbsen pr. Liier 20 4, Linsen pr. Liter 32 4, Tauben pr. Ba« 0,75 bi« 0,90, Hühner pr. Stück 1,CO bi« 1,&, H«h»en pr. etiS —1,7°, Enten pr. Stück A 1,80—2,00, Gänse pr. Pstoch •* M^0,00 Ochsmfleisch pr< Pfd. 66-74 4, Kuh« und Rindfleisch pr. Pfd. 62—66 4, Schweinefleisch pr. Pfd. 64 bi« 72 4, Schweim- sieflch. Sesalzm, pr. Pfd. 76 4L, Kalbfleisch pr. Pfd. 62-64 X. p? Pfd- 60—70 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo 6,00 Mi Weißkraul pr. Stück 0—00 4, Zwiebeln pr. Lmtnn 10,00—12,00 Ui, Milch pr. Liter 16 4, Kirschen pr. Pfd. 5^—60 A Dauer der Marktzeit von 7 Uhr Morgens bis 1 Uhr Naä>. mittags. Wahrend der ersten 3 Stunden der Marktzeit darf im Umherziehen nicht feilgeboten werden. m .Berichtigung. In den beiden letzten Marktberichten ist der Preis für Ochsenfleisch mit 2 Pfg. höher notirt; ein Preisauffchlag Hal icdock nicht stattgefunden. Neueft« Nachrichten. Depeschen de« Bureau „Herold". Berlin, 4. Juni. Am 28. d. Mt«. finden in Pari«, Straßburg, Berlin, Wien, Warschau und Petersburg gleich, zeitig Ballon-Aufstiege zum Zwecke wissenschaftlicher Studien statt. Berlin, 4. Juni. Nach einer Hamburger Meldung de« „Kleinen Journal«" explodirie tu Lockstedt aus uaauf- geklärte Weise ein Geschoß. Drei Arbeiter wurden schwer, ein Arbeiter tödtlich verletzt. Wien, 4. Juni. Wie in parlamentarischen Kreisen verlautet, besteht die Abficht, im RetchSrath die erste Lesung der Regierungsvorlage in Abendfitzungeu ftattfiudeu zu laffen. Diese Nachricht hat in deu Reihen der Oppofition einen heftigen Widerstand hervorgerufen, Sollte da« Vorhaben der Regierung erzwungen werden, so würden sich die Sturm- exceffe noch stärker als unter der Aera Badeni wiederholen. Loudon, 4. Juni. „Daily Mail" meldet au« Washington, daS Marineamt habe deu Befehl gegeben, eine wichtige Action vor Santiago erfolgen zu laffen. Loudon, 4. Juni. „Moruing Poft" berichtet, der amerikanische KriegSplau bestehe darin, eine große Anzahl Truppen bei Santiago landen zu laffen, welche sich mit deu In« surgeuteu unter dem Befehl von Carcia vereinigen sollen, um Santiago zur Uebergabe zu zwingen und diese Stadt zur Hauptstadt der cubanischeu Republik zu machen. Madrid, 4. Juni. Der „Jmpaicial" berichtet au« Havanna über die Vorgänge in der Bucht von Steufuego« Folgende«: Sin mit Leben«mitteln im Hafen von Cienfuego« anlaugendeS Handelsschiff lief unter dem Schutz von drei Kanonenbooten tu deu Hafen ein. Auf der die Bucht beherrschenden Höhe befand sich eine Rebellentruppe. AlS die Schiffe zu feuern begauueu, hißten sie die weiße Flagge. Einem Abgesandten der Kanonenboote erklärten fie: Wir find Cabaner und nicht bereit, uu« zu unterwerfen, aber ebensowenig entschlossen, die Spanier zu befehden. Madrid, 4. Juni. Aus dem letzten unter dem Vorsitz der Königin Regenten abgehalteuen Ministerrath ist hervoi' zuhebev, daß Sagasta die Meinung aussprach, im Juli die Sammer schließen zn können. Der Ministerpräfideut betonte ferner, daß der Krieg im Allgemeinen Spanien die Shw- pathieu der Großmächte erworben habe, die freilich bis sitzt platonisch geblieben seien. Hinsichtlich der Amerika am Europa verbindenden Label machte der Minister de« Aeußereu einige Mtttheiluugen, au« denen hervorzugehen scheint, daß einige Staaten gegen die Zerschneidung protestiren. Petersburg, 4. Juni. Im Fergau - Gebiet h Mittel-Asien überfielen Siugeboreoea die Russen, wobei e» viele Todte und Schwerverwuudete gab. Havanna, 4. Juni. Die hiefigen Militärbehörden find von Madrid au« verständigt worden, einen Landung-- versuch der amerikauischeu Truppen nicht mehr >u verhindern, um die gelandeten Truppen angreifen u können und zu vernichten. Siu solcher Steg würde jeden, all« da« Ansehen und den Patrioti«mu« der Soldaten bedeutend erhöhen. In finanzieller Hinsicht könnte der Sieg Spanien mächtige Dienste für die Hebung seine« Lredtt« tat Auslande und für Aufnahme einer größeren inneren Kriegsanleihe leisten. Die Lert Gießet -«„rch-ldv 1« Gieße» «*i= DieMci M Nennwert! ZiisWen l ber evangelisch kn hiesigen B dn auSgelooste Gießer 1. Daarenbes 2. Cassabeflan 3. Ausstände 4. Mobilien Die Mit Zugang i Übgang i Hiernach LUen-Bu Laudw. ft. T C: (Gingttrc A 1 ftafitnbeftanl 2. Ansgelieh. C 3. Mlerkausge 4. Mobilien Fällige Zin Di Es Es Heuchel ftreil ♦ |itb" Ar, K Kauflieb ^?issenöurf ™ Stiottnig !?£**•% >etnbt ”™™' * Sch. <1, „ lebe. 8tebr*«. «I34tc t übt. ta Ä‘>. M» •‘■'•s Hilft $&teÄ ««1®. Mo 4£ Ä^l 'm 4 fett’* iffi»*!*6** N w. W. 62-64. M»pr. 100 Mo 6,«; 3 4 Ntbtte pt. -D . Kirsch« pr.$fb,6M, =r Morgens bis 1 Uhr?.• mben der Martlzeit bufi Wen Marklberichlen ii k er notnt; ein PreisaE^ hrichte«. i »perolt'. . M (total Io W, o uni fytcrtbarg gltlfy ßwtdt siMchaMrr poibutgn Milbw- biß in to$tbt ws unonl- iLrbrittl touxbrn schwer, WUüTüschen Rtdjtn ttv chtrath die erste fiel«! jungen ftattftnbtn gu kfitt h« der Dppoftöon tto , Sollte daSLorh-ben in Hürden sich bie Tlvir gna Baben! vleberhA ti* »MaulMW« egtben, eine wichtige Actic. n. «,st-berichtet, ber M eine große Anzahl Traps» , welche fit ■» Inrcfe vereinigen M jwtngen unb birst ®11 >Onbii! in malen. !•’" “Hä* , sttontoi««»$* -ft«: ’s;:''—* |W 10 ‘'2w «',!i . l-N-° ““ t «lal,,T W Ä“‘ iwi iu i ll«p^"„nen arrgl^ Hilt"1 2 „5(11 j* rt C"’4.|ni( Il'K',, Bekanntmachung. , Die Vertheilung der Zinsen aus der Todtenwart-Stiftung findet Freitag den 10. Jnni ds. IS., Morgens um 5 Uhr, in der Gtadtkirche statt. 5681 Gießen, den 1. Juni 1898. _______________ Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. AustoosungvonSchutdverschreiöungen. Bei der heute gemäß dem Tilgungsplan vorgenommenen Ausloosung von Schuldverschreibungen der evangelischen Kircheugemeinde zu Gießen — betreffend die drei älteren Anlehen — wurden nachverzeichnete Stücke zur Heimzahlung gezogen: Bon Lit. A. L 50 Mk. Nr. 58 u. 64. „ „ B. ä 100 „ „ 67 u. 70. „ „ C. ä 300 „ „ 5u. 62. „ „ v ä 500 „ 237 u. 287. „ „ E. L 1000 „ „ 60. 132 u. 143. Die Rückzahlung dieser Schuldverschreibungen geschieht am 1. October d.I. zum Nennwerth gegen Einlieferung derselben nebst den noch nicht verfallenen Zinsscheinen und der zugehörigen Zinsschein-Anweisung, und zwar bei der evangelischen Kirchenkaffe (Herrn Rendant D o e r i n g) dahier, oder bei den hiesigen Bankhäusern. Vom 1. October d. I. an hört die Verzinsung der ausgeloosten Schuldverschreibungen auf. Gießen, am 3. Juni 1898. Der evangelische Gesammt-Kirchenvorftand. ____________________Dr. Naumann. 5691 Bilanz am 31. Deeember 1897: Activa: Passiva: 1. Waarenbestand 6204.89 1. Mitgliederconto 1440.— 2. Caffabestand 727.15 2. Reservefondsconto 982.— 3. Aus stände 4836.88 3. Mitgliederguthaben 5263.51 4. Mobilien 12.44 4. Creditores 1948.25 5. Saldo-Reingewinn 2147 60 11781.36 11781.36 Die Mitgliederzahl betrug Ende 1896 .... 143 Zugang in 1897 1 Abgang in 1897 .......... — Hiernach Stand Ende 1897 ....... 144 Alten-Buseck, den 2. Juni 1898. 5674 Laudw. Corrsum-Vereiu Alten-Buseck, E. G. m. u. H. Der Borstand: K. Rau, W. Rupp, Director. Lagerhalter u. Kaffenführer. Credit-Verein Heuchelheim (Eingetragene Genoffenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht). Bilanz am 31. Deeember 1897: Activa. vft 4 1. Kaffenbeftand 13467.62 2. AuSgelieh. Capitalien 392591.36 3. Güterkaufgelder 117599.17 4. Mobilien 200.— 5. Fällige Zinsen 5775.06 Summe: 529633.21 Passiva. JL H 1. Capital-Einlagen 495802.13 2. Stammantheile der Genoffen 12249.04 3. Im Voraus erhobene Zinsen v. Güterkaufschill. 1423.52 4. Reservefond 14706.68 5. Specialreserve 3600.— 6. Zu vertheil. Gewinn 1851.84 Summe: 529633.21 Die Mitgliederzahl betrug Ende 1896 . . 304 Es traten zu.......9 Es gingen ab...... . 4 Mithin mehr..... 5 Stand der Mitgliederzahl Ende 1897 . . 309 Heuchelheim, den 3. Juni 1898. Kreiling, Director. Schleenbäcker, Rechner. Gorr, Controleur. 5690 MAGGI Kranke und Genesende nehmen häufig nur ungern die ihnen verordneten Gersten- und Haferschleimsuppen. — Mit Lust verlangen sie danach, wenn dieselben mit einem kleinen Zusatz von 5548 appetitanregend, angenehm und infolgedessen bekömmlicher gemacht werden. In Originalfläschchen von 35 Pfg. an zu haben bei C. G. Kleinhenn Bahnhofstraße. Wohnhaus in Dillenburg am Hüttenplatz Nr. 3, beste Lage der Stadt, mit Bäckerei-Cinrichtnug und gutgehendem Bäckerei- = geschäst zu verkaufen. 5657 Kaufliebhaber können Haus und Geschäft jederzeit einsehen. Dillenöurg.Fritz Fey. ♦ Militär-, Bahn-, Hotel-, Civil- und ♦ $ Kinder- $ ♦ Mützen ♦ + jeder Art werden sauber und billig angefertigt bei ♦ t Rich. Frenz el t * 5679 Bahnhofstraße 49, H. ♦ Vergebung von Bauarbeiten. Für den Neubau eines Wohnhauses für den Maschinenmeister und den Maschinisten bei den neuen Kliniken zn Gießen sollen die Maurer- und Canalis ationsarbeiten, Steinhauerarbeit (Basaltlava rd. 6,00 cbm, Sandstein rd. 5,75 cbm), Zimmer-, Dachdecker-(Falzziegeldach), Spengler-, Schreiner-, Schlosser-, Glaser-, Weißbinder-, Jnstallationsarbeiten unter Hinweis auf den Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 nach vorstehenden Titeln öffentlich vergeben werden. Einsichtnahme der Unterlagen und Erhebung von Angebotsformularen auf unserem Bureau, woselbst die mit bezeichnender Aufschrift zu versehenden Offerten am Iireitag den 17. d. Ms., Vormittags 10 Uhr, geöffnet werden. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gleichzeitig sollen die Canali- sationsarbeiten zum Neubau eines Schuppens mit Keller bei den neuen Kliniken auf dieselbe Weise vergeben werden. Gießen, den 3. Juni 1898. Großh. Baubehörde für die Universitäts-Neubauten zu Gießen. ________I. V.: Becker. 5669 Versteigerung. Dienstag den 7. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, versteigere ich Neustadt 55 gegen Baarzahlung: 1 Pianino, 1 russ. Billard, mehrere Oelgemälde, 2 vollst. Betten, zwei Sophas, 2 Waschkommoden, zwei Berticows, 2 Tische, 2 Nachtschränkchen 2 Commoden, 8 Stühle, 1 Schreibtisch, 1 Schlagbaum u. 1 Bohrmaschine. Versteigerung theilweise bestimmt. 5696 Born, Gerichtsvollzieher. AOMnWl ÄL MOthllllS. Freibank. 5551 Heute und Montag: Dchsenfleisch nicht ladenrein, per Pfd. 50 Pfg. Schweinefleisch nicht ladenrein, per Pfd. 45 Pfg. WNk" Die Freibank bleibt bis Abends 9 Mr geöffnet.____________ Wegen Nothschlachturrg Kuhfleisch per Pfund 30 Pfennig zu haben bei 5706 B. 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I.: Großes Sommerfest auf der Schönen Aussicht. Von Nachmittags 3 Uhr ab: Concert, Tanz, Volksbelustigung» aller Art und Kinderspiele mit Preisveltheilung. Eintrittspreis: 20 Pfg. ä Person. Militär ohne Charge io Pfg. Kinder unter 14 Jahren in Begleitung Erwachsener frei. Die Musik stellt die Capelle Bauer. 5687 Zu zahlreichem Besuch ladet ein Der Vorstand. Geschäfts > Uebernahme! Mache hiermit meiner werthen Kundschaft die ergebene Mtttheilung, daß ich seit dem 1. Juni wegzugshalber mein Friseurgeschäft an Herrn Emil Koch übergeben habe. Für das mir seither geschenkte Vertrauen bestens dankend, bitte ich, dasselbe auch auf meinen Nachfolger übertragen zu wollen. 5540 Hochachtungsvoll C. J. Wegmann. Auf obige Mittheilung Höst. Bezug nehmend, erlaube ich mir hiermit, dem geehrten Publikum von Gießen und Umgegend, sowie meiner werthen Nachbarschaft meinen Rasier-, frisier- u. Haarschneide-Talou zn empfehlen, indem ich eine gute, aufmerksame und propere Bedienung zu» sichere Durch langjährige Tbätigkeit in nur ersten Geschäften bin ich in der Lage, meine werthe Kundschaft in jeder Hinsicht zufrieden zu stellen. Außerdem halte ich mich in Anfertigung sämmil'.cher Haararbeiten, wie Perrücken, Toupes, Scheitel, Frisets, Zöpfe, Dreher u. dergl. bei sorg« fältigster Ausführung bestens empfohlen. Bei Vereinsfestlichkeiten empfehle mich zur Uebernahme von Theater-Frisuren. Ferner halte ich mein reichhaltiges Lager in Parfümerien, Toiletteselfen, Kämmen, Zahn-, Kopf« uni Taschenbürsten, sowie feineren Lederwaaren bestens empfohlen Indem ich um geneigten Zuspruch bitte, zeichne Hochachtungsvoll Emil Koch, Iriseur, Bahnhofstraße 51. Befort schnell zu billigen Preisen die Brnlil’iche Univ.-Druckerei Schuletraeee 7. . Reboction: 4. Burkhardt. — Druck und Verlag der Lrühl'schen UmverfitätS-Buch. und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen. Aie heutige Kummer umfaßt 14 Seite». ern ftlgfflti-1 Iß3 0 Tie Sick"-« U* -|*ntüa bkizfiigt. fltboti betresimd Das Ob Stehen Montag de zu Gri Dienstag d Bierkelle mittags Mittwoch dl Donnerstag 8 Uhr, Freitag den mittags i Lawstag d, stattfinden. ES haben Vorladungen o lichen Ober-Er Brigade in 1 stellen: a. die f tigen, b. die tärpfl c. bie zu tärpsli d. die D( Mut lichd e. die v satz-Z f. die r Freit Ten Gro dtte Ladungen dm "etresfendi Ladungen Sölden ge Hani. Lett Hellen ®on nieder, - . _ mH« , llin zahlreich, fi|(B ^."den von bei Wchtn Reis, «oben, _ Thal auf ,6nf; «°ch d„ °°ch hST« ft ««»iltite Ä d° »f i' d-! "f|" Sm?1