'ÜkkM. *'*’« d-°». c,' ttn ' vci tert oh Eleee. 8681 Woitit, 1‘W effes ‘b" H Veil. »SÄ* tzsWi 1898, ftyStyni Hvugev. Wimajt «eraüjunq . 9699 L- Hoffmann. *T bafe ich dir na 9702 kett wi lbier Geschäft, übm Mt Exportbier qw i icht «SSfi lunqSvoll I Zierlein. Rosse, ren streun 5 Wetter- 8«fie' rLhmtkn Jim- t a. A 'M |1 folljtll in . ^#(1 füin®6M’rk Oit Oloc^J cV 30 Pl ®‘bJlLe e.« P" N*cbn* und di* ÄSS^VS fc&i* sfes^*5 ? 35 s sof°r ,rp*cku" v M1°U‘ *nt'Cticbr«>be”;l,8 Nr. 232 Erstes Blatt.Dienstag den 4. October 1898 ftf4rhd tL«lI«S ■tt luinobmr btt Äentag« Ihr GirtzkNkr »«bat bcm Blutiger e*6eot!:d, viermal knfltl'fli. Gießener Anzeiger jKejugayreta pinuifäbrli^ 2 Mark 20 IM* nwnathd) 75 f fr mit t3ruigrrict». fcti Poftdtju, 2 Mark 50 V» virrtrlläbrh* leealrne »•■ Kn jtigt ■ ju brr Nochmutaqt für brr Nlgm>oi leg «dd>eintnbm Kummer btt Benn 10 Ubt. General-Anzeiger Alle Änieiyn»Btrmmlung.'fieam bet In- und ButLauxt Bcbmm Antigen für den Hiehener Inge^a uig<|a Zlints- und Anzeigeblatt für den Ursis Giefzen. Rfbemwei, Ervedikion und Druckerei: $4nrflre|t Sr. 7. Gratisbeilage: Gießener Familienblätter. Tdnfle für Depeschen: Anzeiger (ble|e*. Fernsprecher Nr. 51. Die österreichisch-ungarischen Ausgleichsvorlagen. Sowohl tu Wteo tote In Budop:st steht der „Ausgleich* erneut im Vordergrund bei Jntercffes, und man fleht mit um so größerer Spannung dem Au-gang entgegen, all auf den Erklärungen der betderseitigen Ministerpräfideoten ein Zwiespalt zwilchen den Regierungen coustrutrt werden kann. Jedenfalls wird jetzt die schon seit längerer Zett schwebende Frage ihrer Lösung entgegen gehen, da bekanntlich der größere Theil der Minorität des österreichischen Abgeordnetenhauses be- schloffen hat, von einer Obstruktion der Ausgletchsvorlage gegenüber Abstand zu nehmen und der Durchberathung keinen widerstand mehr entgegeoznsetzen. Die Ausgleichsoorlagen bestehen aus einer ganzen Reihe von Gesetzentwürfen, welche das wirthschaftliche verhältniß Oesterreichs und Ungarns zu einander regeln sollen. Der erst kurz vor der Einbringung in den Parlamenten veröffentlichte Inhalt hatte in Oesterreich höchst unangenehm berührt, und wenn man die Angelegenheit noch so unparteiisch be- urtheilt, so muß man erkennen, daß insbesondere bet dem vorgelchlagenen Zoll« und Handelsbündniß Ungarn lediglich der empfangende Theil ist. Es enthält eine Reihe von werth- vollen Zugeständnissen, die dem transleithanischen Theil der Monarchie in wirtschaftlicher Beziehung das Uebergewtcht fichern. So soll z. B. Ungarn volle Parität in der Leitung der österreichisch-ungarischen Bank erhalten, was insofern nicht gerecht ist, als Ungarn zu deo gemeinsamen Kosten einen weit geringeren vruchtheil beiträgt als Oesterreich. Im weiteren zieht Ungarn einen erheblichen vortheil aus de« neuen Modus bet Erhebung der Verzehrungssteuern, die bisher in beiden Retchshälfien gleich bemeffen sein mußten, um nicht die gegenseitige Loncnrrenzsähigkeit zu beschränken. Rur mit der Branntweinsteuer war eine Ausnahme von der Regel gewacht worden, daß die Abgaben an der Productionsstelle zu entrichten stad; Branntwein wurde erst versteuert, wenn er in den Handel kam, und für den tu Oesterreich producirten und versteuerten, in Ungarn jedoch consumirten Branntwein mußte dem letzteren Staat die Steuer vergütet werden. Nach den projectirten Vereinbarungen soll derselbe Modul der Auf- theilung der indirecten Steuern auch beim Bier, Zocker und Petroleum in Anwendung kommen. Daraus ergiebt sich aber für Oesterreich ein nicht unbeträchtlicher Ausfall, der t« Verein mit den übrigen Venachtheiligungen, welche der Bevölkerung aus den neuen Ausgletchsvorlagen entstehen, den widerstand gegen die letzteren in der cisletthantschen Reich-Hälfte erklärlich «acht. ES will wenig sagen, wenn Ungarn als Entgelt in die Aushebung des sogen. Mahlverkchrs willigen will. BiSh-.r durfte nämlich in Oesterreich-Ungaru zollfrei Getreide eingeführt werden, wenn nachgewiesen wurde, daß ein entsprechendes Quantum Mehl ausgeführt wurde. Dies gestaltete fich zu einer Exportprämie für ungarisches Mehl, da man dort billigen Weizen zum eigenen verbrauch auS den valkanstaaten bezog, dagegen schweren und theueren Weizen vach dem Aosland verkaufte. Auf diesen vortheil will nun Ungarn verzichten, wenn Oesterreich in allen anderen Punkten uachgiebt. Man erfleht hieraus, daß die Opposition diesseits der Leitha gegen die Ausgletchsvorlagen wohlbegründet ist. Es erscheint daher auch recht zweifelhaft, ob das Gesetz die parlamentarische Zustimmung findet. Jedenfalls ist die Situation wieder sehr gespannt geworden, und die umlaufenden Krisengerüchte find dehhalb gar nicht so unwahrscheinlich. (xx) Deutsches Reich. Berlin, 1. Oktober. Bezüglich des de ursch-eng lisch en Abkommens schreibt die „Post*: Dasselbe berühre lediglich die englischen und deutschen Jntereffen in Afrika, ohne die Angelegenheiten in Klein-Afien, Egypten, Ehina oder irgend- welcher anderer Landstriche zu behandeln, wo dritte Mächte intereffirt find. Die deutschen Staatsminister hatte» schwer- wiegende Gründe, dal Sehetmniß noch eine Zeit lang zu wahren. Sicher und fest wie die deutsche Orient-Politik in- »itteu der widerstreitenden Jntereffen der Großmächte an» grfichts der griechisch-türkischen Verwickelungen geleitet worden ist, sicher und fest wie Deutschland seinen weg nach Stautschou zu gehen vermochte zwischen England, Frankreich und Rußland hindurch, ebenso wird, so schreibt die.Post", wenn nicht alle Anzeichen trügen, die «useinanderfetzong mit Sroßbritameu tu dieser Angelegenheit zu Sude geführt werden. Berlin, 1. Oktober. Bismarck-Ehrung. Die Anregung einer großen allgemeinen deutschen Bismarck-Ehrung hat in weiten Kreisen Zustimmung gefunden. Am erfreulichsten ist dabei, daß der Parteistandpunkt völlig zurücktritt. Eine einseitige Zweckbestimmung kann jetzt, wie man schreibt, nicht stattflnden, sie muß einem großen nationalen Ausschuß Vorbehalten bleiben, der wohl in nicht allzuserner Zeit zusammentreten wird. Inzwischen laufen auS den verschiedensten Gegenden Vorschläge ein. Alle haben zur Voraussetzung, daß die zu schaffende Stiftung im großen Stile als eine nationale Unternehmung durchgesührt wird, daß andrerseits für die zu übernehmenden Aufgaben eine gesetzliche Verpflichtung des Staates noch nicht besteht und daß die Bereitstellung öffentlicher Mittel zur Zeit nicht verlangt werden kann, sowie ferner, daß eS sich nicht empfiehlt, nur einen Zweck in'S Auge zu faffen, vielmehr mehrere Ziele zu gleicher Zeit zu verfolgen. — 1) Der Förderung der allgemeinen Wohlfahrt dient ein weit und allgemein gehaltener Vorschlag zur Begründung einer UnterstützungSkaffe für hilfsbedürftige Hinterbliebene unbemittelter Personen hauptsächlich deS Arbeiterstandes. Denselben Zweck verfolgt eine andere Anregung für einen enger gezogenen Kreis, die Hinterbliebenen der zahllosen Opfer, welche alljährlich die See fordert, ebenso der Handels» tote der Kriegsmarine. — 2) Andere fordern auf zur Stärkung und Erhaltung des Deutfchthums im Ausland durch Begründung und Unterstützung nationaler Hilfsanstalten (wie Krankenhäuser, Unterkunftshäuser verschiedenartiger Bestimmung, z. B. sogenannter SeemannShetme und deutscher Häuser), Schulen, Kindergärten, Förderung bedürftiger religiöser und wirthschaftlicher Vereinigungen mit nationaler Richtung. — 3) Aehnliche Ziele wie diese wollen andere Vorschläge innerhalb des Reiches, hauptsächlich an den Sprachgrenzen, gesteckt sehen, daneben für literarische und künstlerische Leistungen entschieden deutscher Tendenz Aussetzung von Preisen. — 4) Während eines Krieges können alle Leistungen für die unter 2 und 3 angeführten Aufgaben eingestellt ober eingeschränkt werden zu Gunsten bedürftiger Frauen und SHnber, deren Ernährer im Felde stehen ober gefallen sind. (Anfragen richte man an Stabtrath Bartling in WieSbaben.) — Die sich fteigembe Ungebulb über ben Mangel authentischer Nachrichten hinsichtlich beS englisch-beutschen Abkommens läßt sich begreifen unb entschulbigen- benn bie Erinnerung an bic bösen Caprivi-Derträge lebt noch zu frisch in Aller Erinnerung, um nicht als Grunbstimmung im Herzen unserer Nation bange Zweifel an bie Geschicklichkeit unserer Unterhänbler bei berartigen Verträgen hervorzurufen. Ader diese nicht unberechtigte Ungeduld artet bei einem Theil der Presse zu einem bedenklichen Kesseltreiben auf die leitenden Staatsmänner unserer auswärtigen Politik auS. Bei einigermaßen ruhiger, objektiver Beurtheilung der gegebenen Verhältnisse vermag sich Jedermann selbst die Frage zu beantworten, wann für die beiderseitigen Regierungen die Möglich» keit eintritt, volles Licht über das gegenseitige Abkommen zu verbreiten. Wir haben bereits auf ben englisch-portugiefischen Vertrag vom Jahre 1891 hingewiesen, um beffen Ausführung eS sich jetzt handelt. Erst mit bem Moment, wo zwischen Englanb unb Portugal Alles georbnet ist, kann bie Veröffentlichung deS englisch-beutschen Abkommens erwartet werben. DieS ganz naturgemäße Verfahren entspricht in jeber Beziehung auch dem im privaten Rechtsverkehr üblichen Gebrauch, dem geschäftliche Vorsicht zu Grunde liegt. — Alle Angaben von Eompensationen haben daher im jetzigen Stadium der vielfach erörterten Angelegenheit nur hypothetischen Werth. So auch die Angabe, England würde uns die „Walfisch-Bai" (südlich von Swokopmund) überlasten. Nach der Auffassung der RegierungSkreise brauchen wir aber, wenn die Entwicklung von Swakopmund in demselben Maße wie bisher fortfährt, keine Sehnsucht nach dem Hafen von Walfisch-Bai zu empfinden. Der Uebergang in deutschen Besitz würde und sogar große Kosten auferlegen und all' bie auf Swakopmunb verwanbten Mühen, Arbeiten und Kapitalien wären in'S Wasser geworfen. ES läßt sich daher schwerlich annehmen, daß bie deutsche Regierung einen besonderen Werth auf bie Erwerbung der Walfisch-Bai legt, da letztere die Entwicklung unserer südwest-afrikanischen Kolonie nicht mehr hindern kann. (Diese Ausführungen über die Auffassung der RegierungSkreise sind durchaus geeignet, pessimistischen Sorgen über bie Com- penfationen Thür unb Thor zu öffnen, sie lesen sich wie eine anticipirte Beschwichtigung der nach bem Bekanntwerben deS Vertrages zu ermartenben Kritik. Die Red.) — Die Main»2analisirung. Die LuSflchten auf bas Zustandekommen eines Vertrages zwischen Preußen und Bayern über bie Fortsetzung bet Maincat? alisation bis Aschaffenburg werben tu München nicht ungünstig beurtheilt. Die noch bestehenden Meinungsverschiedenheiten werden voraussichtlich im schriftlichen Benehmen der beteiligten Regierungen bald zum Austrag gebracht werben können, so baß el wohl in nicht zu ferner Zeit zu einem Vertragsabschluß kommen wirb. Eine längere Erörterung verursachte bei ben verhanblungen in Frankfurt unb Aschaffenburg bie Frage bei Modalitäten bei Gebührenordnung. Ausland. Wien, 2. Oktober. Dal Gerücht von dem angeblichen Rücktritt des Grafen Thun wird officivs dem entirt. Trotzdem behaupten wohl infoimtrte Streife, daß zwischen bei Rechten unb ber Regierung mehrere ernste Differenzen bestehen, worüber Gxaf Thun heute vormittag be« Kaiser in besonderer Audienz Bericht erstatten wirb. Budapest, 2 Oktober. Die ungarische Regierung entzog bei „Frankfurter Zeitung* nunmehr gleichfalls ben Postbedit für bie Länber ber ungarischen Krone. Zurich, 2. Oktober. In der vergangenen Nacht würbe an bie Mauern eine Proklamation der Anarchisten angeschlagen, in welcher ber Bunbesrath eine feige vanbe unb Gaunerbande genannt wirb. Infolge besten würben heute fünf Anarchisten verhaftet. Siner betreiben entwich. Weitere Verhaftungen stehen bevor. Paris, 2. Oktober. Manau hält nach Beenbignng bei Studiums des DrrysuS-Dossiers daran fest, baß nicht bie Revision, sondern bie Annullirung ans mehrfach gemeldeten Motiven am Platze fei. In ben nächsten fünf Tagen ftnbtit der Präsident Löw bas Dossier. Unterbeffen beschäftigt ben Kriegsminister bie Frage, ob unbeschadet bet Freisprechung Esterhazys bnrch bas Kriegsgericht, welche lediglich die Angelegenheit der Autorschaft des vordereaul anlaugte, neues Material zu seiner Verfolgung vorliegt. Wäre das ber Fall, so könnte bie Untersuchung und Verhandlung auch in Abwesenheit bes Angeklagten geführt werben. Paris, 2. Oktober. Brisson hatte gestern mit EHanois und Sarrien eine Untenebnng mit Zurlinben. Er forberte bie Einstellung des Verfahren! gegen Picquart bis zur Entfcheibnng bes Eaffationshoses. Zurlinben weigerte fich hierzu, boch steht bie Freilassung Picquart- unmittelbar bevor. Pari-, 2. Oktober. „(Kontier du Soir" erfährt von autorifirter Seite, ber Eaffationshof sei fest entschloffen, volles Lcht in allen Theilen ber Dreifus-Affaire zu schaffen unb eine gründliche E, quete zu veranstalten. Daffelbe Blatt sagt, in diplomatischen Kreisen werde verfichert, der deutsche Staatssekretär v. Bülow werde auf Befehl des Ka'fers der französischen Regierung Ausklärung über die Rolle geben, welche Oberst-Lieutenant v. Schwartzkoppen in der Affaire gespielt hat. London, 2. Oktober. Neue Meldungen aus Shanghai bestätigen ben Tob bes Kaisers von Ehina unb berühren auch bie Tobelart. Nach einer Meldung sei die Ermordung durch Strangulation, nach einer andern durch Gift erfolgt. Eine dritte Meldung besagt, daß dem Kaiser ein rothglühendel Eisen in bie Eingeweide gestoßen wurde. El verlautet in Shanghai, mehrere Mächte beabsichtigen, die Ab- srtznna ber Kaiserin und bie Verfolgung Li-Hung Tschangs unb Uunglus wegen Ermorbung bei Kaisers herbeizuführen. Bukarest, 2. Oktober. Nächsten Monat wird ber König bie Gegenbesuche in Beigrab und Sofia abstatten. Belgrad, 2. Oktober. Die Regierung hat den neu ernannten päpstlichen Delegirten zurückgewiesen. Konstantinopel, 2. Oktober. Die Meldungen deutscher B älter von neuen Massacres bei Musch find vollständig unbegründet. Das armenische Patriarchat hat keinerlei derartige Meldungen erhalten. Locales und provinzielles. Gießen, 3. Oktober 1898. ** Gießener Bolksbab. Bo« Vorstand der Sctien-Gesell- schäft erhalten wir bie nachstehenden Besuchsziffern des Babes iw abgelaufenen Monat September (vom 21. dis 30. einichl.); dieselben ergeben ein über Erwarten erfreuliches Bild von dem lebhaften und stetig zunehmenden Besuche ber jungen Anstalt. In ben seit Eröffnung bei Babel verflossenen zehn Tagen wurden inlgesammt abgegeben 1865 Bäber unb zwar: Schwimmbad 1138 für Männer, 339 für Frauen, zu« fammen 1477, Wannenbäder 1. Kl. 58 für Männer, 31 für Frauen, zusammen 89, Wannenbäder 2. Kl. 128 für Männer, 82 für Frauen, zusammen 210, Röm.-Jrifch. uvb Dampfbad 24 für Männer, 6 für Frauen, zusammen 30, Brausebäder 49 für Manner. Die Zahl der Abonnenten beträgt dabei zur Zeit be- reit- 236. — Der Tageibesuch Hot geschwankt zwischen 82 (am Eröffnungstage) und 330 (am Samstag den 24. September), an welch letzterem Tage in beu Abendstunden allein 121 Schwimmbäder für Männer (zu 10 Pfg.) abgegeben wurden, welche Zahl am Samstag den 1. Oktober bereit» auf über 230 gestiegen ist. Auch die Zahl der Schwimm« bädrr für Frauen zu 10 Pfg. (am Mittwoch Abend) hat fich von 9 (am Eröffnungstage) auf 33 (am 28. September) gehoben. — Gehr stark ist der Besuch der Bäder für Männer am Sonntag Bormittag, wiewohl dabei ein Uebelstand in der Bertheilung der Badezeiten insofern fich ergab, al» da» Schwimmbad in den für Geschäftsleute günstigsten Stunden, von 9 bi» 11 Uhr, für Frauen geöffnet ist, von diesen aber nur ganz schwach (am 25. September von 11 Personen) besucht wird- e» dürfte fich empfehlen, dem Vorgang der auswärtigen Anstalten folgend, da» Schwimmbad am Sonntag während de» ganzen Vormittag» ausschließlich für Männer zu öffnen. — Berhältnißmäßig schwach war bis j-tzt die Benutzung der Brausebäder (zu 10 Pfg.) — BefichrtgungS- karten wurden am 17. und 18. September zusammen 448 und an den folgenden Tagen zusammen 82 gelöst, obgleich e» vielfach nicht genügend bekannt ist. daß die Anstalt nach wie vor gegen ein Eintrittsgeld von 30 Pfg. unter Führung eine» der Angestellten befichttgt werden kann. p.*e Die erste Vorstellung unsere» Stadttheater» fand gestern Abend vor gut besetztem Hause statt. Die vortheilhafte Veränderung des Saales, Einrichtung von Logen und amphttheatralische Erhöhung fand selten» der Besucher allgemeine Anerkennung. Die Direktion Kruse Helm hatte mit der Poffe „Ehrliche Arbeit" einen glücklichen Griff gethau. ES wurde durchweg flott gespielt, und daS Publikum kargte nicht mit wohlverdientem Beifall. Die Haupterfolge erzielten ihren Rollen gemäß die Herren Helm und Wilhelms. Ersterer wurde bet seinem Auftreten stürmisch be- willkommt und stattete seine überaus dankbare Rolle mit urwüchsigen Humor aus. Letzterer rief durch die getreue Dtaleetwiedergabe seines Obergefelleu „Ralau" die Vermuthuug wach, daß er am Ende gar mit Spreewasser getauft ist. Herr Merker fand fich mit der unvermeidlichen Liebhaberrolle s-hr gut ab. Eine tüchtige Partnerin hatte er an Frl. Heleue Schuhmann, die sowohl den sentimentalen wie den neckischen derben Thetl ihrer Rolle mit Geschick zur Geltung brachte. Al» Soubrette führte fich Frl. Irene Sitar di gesanglich wie schauspielerisch mit Erfolg ein. Alle übrigen Darsteller trugen zum Gelingen des Ganzen nach besten Kräften bet, und so steht zu erwarten, daß fich die begonnene Winter- fatfou durch „Ehrliche Arbeit" zu einer ersprießlichen und genußreichen gestalten wird. Die wohl auf höhere Regionen gemünzte burleske Zugabe de» fünften Acte» gehört unsere» Erachten» nicht sowohl in den Musentempel al» auf eine Specialitäteubühne und beeinträchtigte leider die Wirkung der Handlung, sowie den immerhin erwünschten wenigstens annähernd präcisen Schluß. Die Leistungen de» Orchester» unter der bewährten Dtrecttou de» Herrn Kruse standen auf gleicher Höhe mit denen der Darsteller. Stadttheater. „Frauenkampf", Scribe» drei- aetige» Lustspiel und eine» seiner bedeutendsten Bühuenwerke, wird am Dien »tag als zweite Abonnements-Vorstellung aufgeführt. — Die Etutritt-preife zu den Volks «Vorstellungen, deren erste am Mittwoch den 5. d. M. statt- findet, find auf 40 Pfg. für einen Saalplatz und 20 Pfg. für die Gallerte festgesetzt worden. ** Dar hier im besten Andenken stehende Kaiser-Panorama de» Herrn Schmidt auSKaffel, welches fich vor zwei Jahren eine» recht starken Besuche» zu erfreuen hatte, wird am Sonntag den 9. Oktober Neuen Bäue 1, im früheren Locale, wo fich da» Panorama vor zwei Jahren befand, eröffnet und zwar mit der Wiener Jubiläums-Ausstellung und Buude»schießeu: die Eröffnung durch Kaiser Franz Josef. E» werden hier noch nie gezeigte Serien ausgestellt, u. a. Reise de» Präsidenten Faure nach Petersburg, Kronstadt. Diese Serien werden nicht verfehlen, eine besondere An« -iehungSkraft auszuüden. Ferner Anfichten von Kopenhagen, Stockholm, Ehrtsttauia, Afrika, Insel Malta, Indien rc. Berlin mit neuen Gebäuden, sowie Einweihung des Kaiser Wilhelm-Denkmals. Neue Reisen durch Frankreich, Italien, Sieilteu, Oesterreich, vor Allem Ansichten au» den Dolomiten, der Breutagruppe, Walfuganabahn, Pusterthal, sowie von Tegernsee, der letzte Sommeraufenthalt der Kaiserin u. s. w. Bor Allem dürften die Nordlandsreisen, sowie Andree» Ballonabfahrt am 11. Juli 1897 interesfiren. Die nordische Landschaft ist durch eine Verbindung de» Herrn Schmidt in naturgetteuer Wiedergabe ausgenommen, und hat so weit im Norden noch kein stereoskopisch-photographischer Apparat gestanden. Bet dem großen Jntereffe der gesammten gebildeten Welt für Andrö-s Polarfahrt dürften diese Gerten auf besondere Theilnahme rechnen können, und überhaupt ein zahlreicher Besuch de» Panoramas deS Herrn Schmidt, der jeden Winter mtt seinen herrlichen Länder-Serieu dem Besucher eine genußreiche Belehrung und Unterhaltung verschafft, zu erwarten sein. •• Die diesjährige Rennsaison ans der Radfahrbahu an Bichler» Hardt lchlotz gestern mit dem sog. Herbst-Reuueu ab. Den vorhergegaugrnen Regentagen war mit Beginn de» Sonntag» schöne» Herbstwetter gefolgt, und so konnten die Rennen ihren programmgemäßen Verlauf nehmen. Der üb- ltche Corso ging, wenn auch unter weniger zahlreicher Betheiligung der Radfahrer als sonst, den Rennen voraus. Der Besuch war ein guter, und da» Jntereffe des Publikums im Hinblick auf die einzelnen Rrnnen sowohl wie die an dem- selben betheiligteu Fahrer ein rege». — Da» erste Rennen, (FahrenumdenEhreupreiSderdeutscheuSport- behörde über 1 Kilometer (2% Runden), für Herrenfahrer) machte zwei Vorläufe uöthig. Im SntscheidungSfahren war Erster Paul Albert au» Blebrich tu 1 Miu. 34% See., Zweiter Ludwig Opel au» Gießen in 1 Mtn. 35 Sec., Dritter Carl Dutll aus Gießen in 1 Min. 35% Sec. Der erste Preis besteht in einem Pendule-Onhx mit Broncegruppe, der zweite in einem Triukhorn mit Broncefuß, der dritte in Andröe» Kartenwerk. — Im Fahren um die Meister- fchaftvon Süddeutschlaud über 10Kilometer(25Runden), für Berufsfahrer war Erster Franz Verhetzen aus Gießen in 17 Min. 18% Sec., Zweiter C. Joern» aus Kaiserslautern in 17 Mtn. 18% Sec., Dritter Hans Edelmann auS Mannheim in 17 Min. 19 Sec. Der erste Preis besteht in dem Titel „Meisterschaftsfahrer fürSüddeutschland für 1898/99" und Mk. 200 baar, der zweite Preis in Mk. 100 baar, der dritte in Mk. 50 baar. — Da» Fahren um den Cura- torium-WanderpreiS ging über 4000Meter(10Runden) für Herrenfahrer. Der erste Prei», silberner Pokal, muß dreimal nacheinander und viermal im Ganzen von demselben Sieger gewonnen werden. Der jedesmalige Sieger erhätt eine ächte filbervergoldete Medaille. 2. Prei» eine silberne Medaille. 3. Preis eine Brouce-Medaille. Bertheidiger: Paul Albert. Erster Paul Albert au» Biebrich in7 Min. 15% Sec., Zweiter Carl Duill aus Gießen in 7 Mtn. 15% Sec., Dritter R. Grünewald aus Mainz tu 7 Mtn. 16% Sec. — Im Niederrad-Borgabefahren Über 2000 Meter (5 Runden) für Berufsfahrer, das sich übrigen» zu einem recht scharfen gestaltete, war Erster Wilhelm Wendel aus Frankfurt a. M. in 2 Min. 46% See., ihm folgte Franz Verhetzen in 2 Mm. 46% Sec. und Alex. Verhetzen in 2 Miu. 48 See. Die Preise bestehen in 70,40 und 25 Mk. baar. — Beim Mehrsitzerfahren für Berufsfahrer über 2000 Meter (5 Runden) waren Erster: C. Joern»- KaiserSlautern und Ludwig Rucker-München in 2 Min. 43% Sec., Zweiter Alex. Verhehen-Fraukfurt nud Conr. Lautermaun-Darmstadt in 2 Mtn. 44 Sec., Dritter Ludwig- Schimmer-Darmstadt und Hans Edelmann-Mannheim in 2 Miu. 44% Sec. Die Preise bestehen in 70, 45 und 25 Mk. baar. — Den Schluß bildete da» besonders inte* reffante Fahren um die Meisterschaft von Süddeutschland Über 25 Kilometer (62% Runden), für Herrenfahrer. Der erste Preis besteht in dem Titel „Herrenmeisterfahrer von Süddeutschlaud für 1898/99" und einer echt goldenen Medaille, sowie einer von der Verheyen'schen Traintrschule gestifteten altfilbernen JardtniSre, der zweite Preis in einer silbervergoldeten Medaille, der dritte Preis in einer Broncemedaille. Da» von mehreren Unfällen begleitete Rennen (e» stürzten ein Dreisitzer-Schrittmacher und Albert stieß mit einem solchen auf der drittletzten Runde zusammen) verlief wie folgt: Erster Ludwig Opel-Gießen 34 Min. 57 Sec., Zweiter Joseph Seischab-Matnz 35 Min. 6% Sec., Dritter Paul Albert-Biebrich 36 Min. Letzterer, welcher bis zur drittletzten Runde vorwiegend die Führung behielt, legte Protest ein, weil ihm die Schrittmacher seiner Gegner in die Bahn gefahren seien, wodurch er zu Fall kam. Der „Gießener Radfahrer-Verein 1885" hielt der- gangeuen SamStag den 1. d. M. seine diesjährige ordentliche Generalversammlung ab, welche außerordentlich stark besucht war. Die Berichte der verschiedenen Vorstandsmitglieder lauteten durchweg sehr günstig, wobei besonders bte, schönen Erfolge de» Vereins im Corso- und Dauerfahren in verfloffener Saison Erwähnung verdienen. In den gesammten, ausgedehnten Verhandlungen prägt sich so recht der Charakter der Friedlichkeit und Kameradschaftlichkeit ans und werden dieselben hoffentlich dazu beitragen, daß der Verein wie seither weiter wächst, blüht und gedeiht. Die Vorstands- wählen ergaben folgende» Resultat: Herr L. Seuling erster Vorsitzender, Herr C. Herber zweiter Borfitzender, Herr C. Müller erster Fahrwart, Herr C. Giller zweiter Fahr* wart, Herr Ph. Meyrrhoff erster Schriftführer, Herr Fr. Jung zweiter Schriftführer, Herr I. SerwaS Zahlmeister und Herr Fr. Schreiner Zeugwart. „All Heil"! •• Eiseubahuliches. Man schreibt uu»: Der am 1. d. M. in Kraft getretene Winterfahrplan hat für hiesige Gegend keine einschneidenden Veränderungen gebracht.' Zu beklagen ist nur die Früherlegung de» AbendzugeS Gießen—Marburg um 37 Minuten, und zwar auf 10 Uhr 6 Minuten. Ganz abgesehen davon, daß dadurch der Anschluß von dem 10 Uhr 39 Minuten Abend» von Gelnhausen in Gießen rintrrffeuüen Zug verloren geht, wird diese Früherlegung ganz besonder» von dem Thearer- und Covcert besuchenden Publikum aus der Nähe von Gießen, welche» diesen Zug bisher zur Rückfahrt benutzte, höchst unangenehm empfauoen werden. Dasselbe ist jetzt gezwungen, etweder Wagen zu nehmen, was bekanntlich ganz wesentliche Mehrkosten verursacht, oder bi« 1 Uhr 52 Minuten NachtS in Gießen verweilen zu müffen. Hoffen wir, daß die Abfahrtszeit des Zuges nach Marburg bald wieder auf 10 Uhr 43 Minuten Abend» verlegt wird. — Bei dieser Gelegenheit wollen wir nicht unterlaffen, auf einen bisher schon bestandenen Uebelstand aufmerksam zu machen. ES betrifft dies den Mangel eine» Auschluffe» nach Ltch und Nidda von dem 2 Uhr 13 Minuten Nachmittag» von Marburg in Gießen eintreffenden Zug. ES würde hier durch Späterlegung de» LocalzugeS 510 (Gießen—Nidda) um etwa 15 Minuten leicht Abhülfe geschafft werden können, wa» von AuSflÜglern au» der Gegend Marburg—Lollar freudig begrüßt werden dürfte. — Nicht schließen wollen wir, ohne eine» weiteren bestehenden Uebelstandes Erwähnung gethan zu haben. ES betrifft diese» den Zug 1111 von Wetzlar, der 8 Uhr 1 Minute Abend» in Lollar eintreffen soll, aber sehr oft mit nicht unwesentlicher Verspätung eintrifft, wodurch auch eine Verspätung der Züge 778 nach Frankfurt und 781 nach Cassel herbeigeführt wird, da diese Züge in Lollar den Anschluß von Wetzlar abwarten müffen. Hier würde durch eine entsprechende Früherlegung deS Zuges 1111 von Wetzlar auch leicht Abhülfe geschafft werden können. •• Zu Amerika verstorbene Heffen. Philadelphia, Pa., August Endre», 82 Jahre alt, auS Mainz. Albauh, N. U-/ Elisab. Prinz, 81 Jahre alt, auS Reibertenrod, Heffen* Darmstadt. Greenbush, Renflelaer Co., N. Y., Georg Schenmaher, 72 Jahre alt, aus Heffen. New-Aork John Uhivk, au» Alzey, Großherzogthum Heffen. Belle- Ville, Jll., Jacob Franz Kurtz, 81 Jahre alt, au» Dieburg. Meriden, Conn., Johann Günther, 77 Jahre alt, au» Eichelhain, Großherzogthum Heffen. Portland, Ottilia Kolfing, 65 Jahre alt, aus Erzhausen, Großherzogthum Heffen. Bom Lande, 1. Oktober. Die Nichtbeachtung gesetzlicher Bestimmungen bringt die Geschäftsleute häufig zu Schaden. Wie nun die Metzgermeister auf de« Laude e» nöthig haben, bei ihren Einkäufen von Schweinen besondere Vorsicht zu gebrauchen, um vor pekuniären Einbußen gesichert zu sein, lehrt folgendes Beispiel: Bor etwa drei Wochen kaufte der Metzgermeister N. zu W. ein über zwei Centner schweres Schwein auf Lebendgewicht. Bei der Ueber* liefernng des ThiereS erfolgte baare Zahlung. Bei der Fleischbeschau ward die Lunge als nicht rein beanstandet. Der hinzu- gezogene Kreisveterinärarzt stellte Tuberkulose in geringem Grade fest, in Folge dessen die erkrankten Organe unschädlich gemacht und da» Fleisch auf die Freibank verwiesen wurde. Auf unkorrekte Aeußerung eines Herrn hin, den man bei der veränderten Sachlage mit den nun einzntretenden gesetzlichen Bestimmungen genau vertraut wähnte, konnte der Berkans deS für gesund befundenen Fleische» erst am nächsten Tage stattfinden, wa» gegen den Bortag auch schon einen Minder- erlöS von rund 25 Mk. ergab. Der Grsammtschaden beläuft fich auf 90 Mk. Wer ist nun der Geschädigte, der Metzger oder der Züchter? Nach den eingezogenen Erkundigungen muß der Metzgermeister den ansehnlichen Betrag verlieren, da nach den bestehenden gesetzlichen Bestimmungen für mit Tuberculose behaftete Schweine eine Währschaft nicht besteht und speciell auf diese Krankheit hin beim BerkaufSabschlnffe bestimmmte Bereinbarungen nicht getroffen worden waren. Um also vor Schaden bewahrt zu bleiben, haben die Abnehmer der genannten lebenden Thiere beim Kauf bei den Verkäufern auf Garantie durch Leistung von Währschaft zu der mit Namen zu bezeichnenden Krankheit zu dringen, wa» auf dem Lande bisher nicht genügend beobachtet wurde. Die Landmetzger werden um so mehr gut thun, eine gute Lehre au» vorliegendem Falle zu ziehen, al» die Tuberculose unter den Schweinen gegenüber ftüheren Jahren häufiger vorkommt. In den Städten mit Schlachthäusern sollen für die Metzgermeister die hier einschlägigen Verhältnisse wesentlich günstiger liegen. + Reiskirchen, 1. Oktober. Bei der heutigen Ge- meinderathswahl wurden Philipp Stumpf IV., Johannes Peter V. wiedergewählt, und Philipp Stumpf V. neu- gewählt. An» dem Odenwald, 30. September. Wie sehr fich da» EigenthumSverhältuiß an Wald- und Grundbesitz im Odenwald zu Ungunsten de» Privatbefitze» verschoben hat, stellte kürzlich eine Versammlung de» Hessischen ForstvereinS in Lindenfels fest. Danach umfassen die beiden Obersörstereien Lindenfel» und Wald-Michelbach zusammen eine Waldfläche von 7 860.29 Hektar oder rund 31441 hessischen Morgen. Hiervon liegt etwas mehr als ein Drittel in der Oberförstereb Lindenfels und etwas weniger als zwei Drittel in der Oberförsterei Wald-Michelbach. Da 22 500 hessische Morgen eine Quadratmeile find, so befinden fich also allein nur in den beiden Obersörstereien nahezu 1% Quadratmeilen Waldfläche. Dieser Gesammtwald vertheilt sich auf 34 Gemeinden, auf den FiScu» und eine größere Anzahl Private. Alle diese Privatbesitzer zusammen haben 11510 Morgen, die 34 Gemeinden 12840 Morgen, und der FiScu» allein 6840 Morgen. Da aber bei den Privatbefitzern auch die Herren von Berkheim in Weinheim und von Dorth in Neckar- Steinach inbegriffen find und diese allein in der Oberförsterei Wald-Micheldach 3412 Morgen Wald besitzen, so befindet fich eine verhältnißmäßig verschwindend kleine Anzahl von Morgen im Kleinbefitz — ganz besonder», wenn man noch erwähnt, daß die Grafen zu Erbach und Fürstenau ebenfalls sehr große Waldcomplexe in der Gegend haben. Ferner fei noch erwähnt, daß außer diesen Waldungen noch 2116 Morgen Cameralgüter — Aecker und Wiesen — in den betdrn Oberförstereien liegen. Wie fich da da» Eigen- thumSverhältniß in den letzten Jahren verschoben hat, wag daraus ersichtlich sein, daß AuSgang der 50er Jahre der fiskalische Besitz in den genannten Obersörstereien von etwa 3000 Morgen auf 9000 Morgen gestiegen ist. Schwurgericht. W. Gieße», 3. October 1898. Schluß der Verhandlung gegen Johanne» Schmidt von Eudorf, wegen Meineid. Der Zeuge Gastwirth Johannes Schäfer deponirt, der Angeklagte fei oft in feine Wirtschaft gekommen und habe stets, als fein Proceß gegen SPeier und Lorsch in Als- feld beim Amtsgericht wegen Rücknahme der Kuh geschwebt, über diesen Proceß gesprochen. Der Zeuge giebt einige Personen an, die dabei gewesen sein köanen, als die Aeußerungen, die belastend für den Angeklagten find, gefallen find. Der Zeuge deponirt weiter, daß er in der Sache s. Zt. beim Amtsanwalt vernommen worden sei und daß Schmidt da wußte, daß ihm eine Anklage wegen Meineid drohte, ihn habe bewegen wollen, eine für ihn günstige Aussage zu machen, wenn er noch einmal vernommen werde. Er habe ja — fo sagte Schmidt — noch nicht geschworen und könne eS noch machen wie er wolle. Der Zeuge hat aber dem Versucher erklärt, er werde streng bei der Wahrheit bleiben, worauf Schmidt meinte, er wäre kein guter Zeuge und feit dieser Zeit mied derselbe seine Wirthschaft. Auf Befragen des BertheidigerS erklärt der Zeuge, daß fein Gedächtuiß in geschäftlichen Dingen nicht daS beste fei, er müffe Alle» gleich aufschreiben. Die Ehefrau des GastwirthS Schäfer bestätigt, die den Angeklagten belastende Aenßerungeu ebenfalls gehört zu haben. GerichtSaffeffor Dr. Fuhr erklärt, früher Anwalt bei Nto. gj L'i.7 Q.t ewS-ö L“f.h!«Ue, S?lwi»«i biiMb, Irtl °° «• du übn iBu *e-i»«u.K Manbtt, Drr ^|mn, in |ttbg{B 'n °W ?! ö“tot{l‘n »mit. deu man bet ber nhetenbcn gtsehlichev k^te der Bhtanf ®°°chstkll Loze 5 lion tintt Mivbn. irlawwtichabw btllnit W-Nt, der Metzger >ßtntn (Silunbignngtn I« Betrag vnltrm, Jefttwoiungen für eit BWoft nicht bchrhe kim Muliabföhfli offen lvordeo waren, den, haben die St. bete» Kauf bei den 8 von WLHrfchch zn hck zn Vringev, eal »robachtet wurde. Dir hun, eine galt Lehre die Tllbercniofe unter ttn HLufiger vorkowm. ioücn für die Metzger- fit wesentlich günstiger kl der heutigen Se- Dtuwpf IV., Iohmcl PP Etnwpf V. neu* er. Wie sehr stch bal - und Srnndbesitz In tftyil verschoben hat, Mcherr Korstvereint bttbtn ObeWmiin neu eine WnldMe a Wchtn Morgen. i\ in der Oberfürsterei ii Drittel in der Oder» I heffifche Morgen eine !l(o allein nur In bin Quadratweilen Wald- sich auf 34 Gemeinden, M Private. M dese siltu» «Hfl“ 6™ Iton aut m !>°«h I“ Sfi”' altta I« t!'Ol? .in W°Id IMI* ,l‘ta' Jj' am iliM 3*' In bn 0«»“ *•*’.» if, nnb u, m la lal ®l”‘ b« 6Of> S11“, *. egen ........... .-■ÄtfJ rtH*. ta«» itlei ond ’i™ (4w(tt. t* “r ryTn* ^,N""L°'L lli# ber da möh"' bb«6* jn t«»‘l' llb d'°^',i»f°. »7 M«" - I- l’<“ ®t h°bi 1 j Bit» !£•£** ÄJ SÄL Hause Zionkirchstroße Spirlflan der ürrrmigfrn franbfarttr Sfabftljrattr. 9803 J. ZOrb Wwe., MLuSburg 9. Neue Kütfenfrüchte Stahl. 9767 sowie 9781 Niuheim. 9757 y;iii|ifel)liiii(ien Offene Stellen ^xADALBERTVOGTV?/ einzigbewährt. Sermiethnngen Wietgeluche Stellend efudjf Neue Maronen Kranzfeigen Haselnüsse Welschnüsse empfiehlt • Die Einbrecher. die bei dem Grafen Eulenburg in Berlin eine so reiche Beute gefunden haben, sind noch nicht ermittelt. Die beiden Brüder Pilze aus der Ackerstraße, die als verdächtig festgenommen waren, mußten, nachdem sie noch einmal verhört worden waren, wieder entlasten werden, da man ihnen eine Betheiligung nicht nachweisen kann. Werth. Schöne moderne Wohnung von 4 bis 5 Zimmern von zwei Leuten gesucht, wo» möglich mit Garren. Offenen erbitte unter C. N. 9797 an die Sxped. d. Bl. Student sucht ruhiges Zimmer, eventl. mit Pension, in besserer Familie. Offerten mit Preisangabe unter H. W. 9760 an die Expedition dieses Blattes. Wie», 3. October. Ja Baden bei Wien erschoß gestern der Gutsbesitzer Ritter von MajerSki seine 27 Jahre alte Ehefrau und dann sich selbst. Al« Motiv werden zerrüttete Vermögensverhaltntste angegeben. Budapest, 3. October. Baron Banddy begiebt stch in den nächsten Tagen nach Wien, woselbst er vom Kaiser empfangen werden wird. Sodann sollen Graf Thun und Berlin, 3. October. Gestern Nachmittag ereignete stch in einem Harne der JaSmenderstStraße eine schwere Benzin-Explosion, bei welcher eine Person getödtet und mehrere schwer verwundet wurden. Voqf’sche Metall-Butzmttlel Putzpomdde,Pulzexlräct, Putzseife 9788] Ein frdl. Familienlogis, sowie eine Stube mit Kücke zu oerm. Maig 11. Neueste Nachrichten. D welchen bei Bureau »Herold*. Berlin, 3. October. Das Kaiserpaar verläßt heute Vormittag Romtnren und begiebt sich zunächst nach Marten, barg und reist alsdann nach Langfohr, wo es heute Abcnd u« 7 Uhr eiotrifft. Ugßn^fl[in b" I^ocht vom 9. zum 10. ©epi. 1898. | Verbindung. IllvkMkzk Aufwartefrau oder Mädchen, das täglich zwei Mal kommen kann, auf sofort gesucht. 9770 Frau Kutscher, Bismarckstr. 20, I. Paris, 3. October. Am Samstag Abend hielt Jauräs vor etwa 6000 Personen seinen angekündigten Bortrag über SocialiSmuS und die DreyfuS-Afsatre, in dem er auf die Unfähigkeit des Generalstabes hinwies. Bier Personen wurden nach Schluß der Versammlung wegen aufreizen- der Zwischenrufe verhaftet. Auf den Boulevards entstand später zwischen Anhängern und Gegnern JaurSö eine Prügelei. Ein junger Mensch gab einen Revolverschuß auf einen vorüberfahrenden Wagen ab, traf aber Niemand. Man fand bei demselben, der Belgier ist und stch von Bell nennt, Patronen und ein Stiletmester, auS welchem Grunde man denselben für einen Anarchisten hält. Gestern Nach, mittag erschienen vor dem Wagramsaal Prestense, Mirbeau und andere Veranstalter des Meetings, gefolgt von einigen hundert Personen. Sie fanden den Saal indeß gesperrt. Bor demselben befand sich eine starke Polizei-Abtheilung. Gegen 1 Uhr rückte DeroulSde mir seinen Anhängern heran, welche die Polizei vergebens auseinander zu treiben versuchte. Man hörte von einer Seite Hochrufe auf Zola und Picquart, auf der- andern solche auf Düroulöde und die Armee. An vielen Stellen hieb man aufeinander ein. Die Veranstalter des Meetings wurden verhaftet, später aber wieder frei, gelassen. 9783] Junge Frau fudjt Stelle als Krankenpflegerin. Südaulage 11, II. nmr bie yrou im anstoßenden Zimmer, wohin ihr der Mann, der eben noch Zeit gewann, in die Beinkleider zu schlüpfen, die nolhwendigste Garderobe nachbrachte. Kur; darauf trat der Kaiser mit seinem Gefolge in das Schlafzimmer, um von da zum Balkon zu gelangen. „C’eet la guerre, Herr Doctor, nehmen Sie es nicht übel*, sagte er, „den Regenten von Mecklenburg haben Sie aber freundlich begrüßt, das wußte ich noch gar nicht, daß er verrückt wäre." Die bohen Herrschaften mögen dann etwa eine Stunde aus dem Balkon verweilt haben. Von Kaffeetrinken und dergleichen ist keine Rede 05?e!eTL ®e*m ^schied sagte der Kaiser zu dem Apotheker. „Gnädige Frau ist wohl sehr erschrocken. Ich hoffe, mich Ihnen irgendwie erkenntlich zeigen zu könnend Einige Tage später erhielt Frau Dr. S. aus dem Civilcubinet das Bild Frisch eingetroffen: I«.Holland. Voll-Heringe per Stück 4 Pf., Niesen-Nollmops per Stück 5 Pfg, 2 Stück 9 Pfg. empfiehlt 9804 G. Wienert1» Filiale Schloßgaffe 5. Berlin, 3. Oktober. Gestern fand im Rathhaus bie vom Verein „Berliner Presse" Laden mit drei Zimmern. Küche und Keller LudwigSplatz 13 zu vermiethen. Näheres Villa Mathilde, Bad Paris, 3. October. Bei den gestrigen Demonstrationen vor dem Wagram-Saale find viele Verwundungen vor- gekommen. Deronlöde sprach den erschienenen Pöbel mit den Worten an: Kinder, gehorchet den Anordnungen der Polizei, denn das sind brave Leute, ehemalige Soldaten. Die Polizei schritt denn auch nur gegen die Socialisten ein und gegen Ue Dreyfus-freundlichen Demonstranten. Die Paffonten mußten eine von TL ou'äde mitgebrachte Fahne mit ber Aufschrift: Vive 1’ armee grüßen. Wer seinen Hut nicht abnahm, wurde durchgeprügelt. Sodann wurde ein Scheiter- h„nnR..(, - ,,t ; i Kaufen errichtet, wo man eine große Anzahl revifionsfreunb. veranstaltete Gebächtnißfeier ‘ lich,r Schriften verbrannte. Lehrmädchen für Putz und Verkauf sucht 9682 Mathilde Nachmann, Bahnhofstr. 6. 9767] Für das Bureau des Unter, zeichneten wirb bis zum 1. November l. Js. ein Schreibgehülfe (Leischreiber) gesucht. Anfangsgehalt 1000 bis 1200 Mk. Bewerber wollen ihre selbstgeschriebenen Meldungen unter Betschluß von Zeugnissen, sowie unter Angabe ihrer bisherigen Thätigkeit bis zpm 15. October l. I an den Unterzeichneten, welcher auch Auskunft über eventl.. Nebenverdienst ertheilt, einreichen. Gießen, am 1. October 1898. Der Großh. Kreisbamnspector. b-, Stober. Ja bem Hanse Zionkirchstraße l/17. ift .Astern Nachmittag bie 68 Jahre alte, seit m ®t,: ZauberNöte. Montag den 10. October: Schilderung, die auf den persönlichen Mittheilungen des m febo' $Utauf: emcnL Apotheker vr. S.'schen Ehepaares beruht und von der Dar« LtmStag dm 4. Oclobe?: Im w'eißen Rößl. Mittwoch stellung der Halberstadter Zeitung wesentlich abweicht: Es dm 5. Ocioder: Das Weib des Claudius. Donnerstag dm war am 10. September Morgens früh etwa 4 Uhr, während 61 Stover: Im weißen Rößl. Freitag den 7. October: Braut .b—ntT1 b£\nOrf? Sei?t,rd""' di°,,wegen dt- in D-t-b.r, NachmUt-k/s'^b" Im sogenannten «engen" Quartieren liegenden Milttärs die Haus- weißen Rößl. Abmds 7 Ubr: Die Stützen bet Gefells'chäf? tbüren während der Nacht offen lassen mußten, im Schlummer Montag den 10. Oc ober: Seelenstürme. Hieraus: In Belagen, als der Apotheker Dr. S. plötzlich aufwachte und • dandiung.____'______ Jemand in sein Schlafzimmer eintreten hörte. Herr S. fuhr den Eindringling mit dm Worten an: „Das geht mir denn doch zu weit, sind Sie denn verrückt?" Der so Angeredete war der Herzog Regent von Mecklenburg, der Folgendes ant- wortete: „Entschuldigen Sie, ich habe angeklopft, aber e» wurde nicht herein gerufen. Dürfen wir auf Ihren Balkon treten? Uebrigens kommt Se. Majestät schon die Treppe herauf." Dr. S. wandte sich darauf an seine noch im Bette liegende Ehefrau mit den Motten: „Frau heraus!" Im Nu Zwei Zlauschreiner auf sofort gegen hohen Lohn gesucht. Zu melden am neuen chemisch- phyfikalischen Institut._________htm Eia tüchtiger SdMtrgrWr findet dauernde Beschäftigung. Ludwig Faber, Schlossermeister, 9763________Großen-Linden.___________ 9785] Mehrere Leute zum Kar- toffeluausmachen fofort gesucht. «g. Lamp»S RI., Eettersweg. 9796] Ein braver HauSbursche gesucht für sofort. ____Carl Lchwaab, SelterSweg 23. 9782] Lauffrau gesucht. Bleichftraße 29, I. I 9790] Zweiter Stock, 3 Zimmer mit s Zubehör, auf 1. November zu vermiethen. Zu erfragen Bleichftr. 34, II. 9794] Schöne Wohnung zu vermiethen und sofort b-ziehbar. Grünbergerftr. 50. 9758] Ein kleines Familienlogis per 1. November oder früher zu vermiethen. Brüder Schmidt, Seltersweg 83. 9759 Marktstraße I. kaufen. Asterweg 47. 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Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Johannes Braun, HilfSbremser. Gießen, den 2. October 1898. Die Beerdigung findet Dienstag Vormittag 11 Uhr vom Sterbehause, Lahnftraße 10, aus statt. 9775 8 . ** u Verloren ein Trauring. Abzugeben gegen gute Belohnung Wallihorstratze 11. 18000 Mk. auf gute zweite Hypothek zu leihen gesucht. Offerten beliebe man unter A. G. 9780 in der Exped. d. Bl. niederzulegen. Drucksachen für den Privatbedarf als: Visitkarten, Verlobungskarten, Vermählungsanzeigen, Gratulationskarten, Einladungskarten, Trauerbriefe, Danksagungskarten, üoehzeitszeitungen etc. liefert rasch und billig in jeder Ausführung die BrühPsche Univ.-Druckerei (Pietsch Erben), Schulstrasse 7. ßaiserMteii. Empfehle meine neu hergerichteten und bedeutend vergrößerten Lokalitäten. Im Ausschank: Generalagent gesucht, welcher energisch thätig und große Verbindungen besitzt. Günstige Bedingungen. Vertreter anderer Vers.-Branchen bevorzugt. 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