?4,eih ?^6! ■ S J" M! 8Übtm in allen ge> ^«dMtlnieae ** tnnt hatte, ein «J AsieL *** 40 595. ZAL MK SÜLIN. ’X *{* guter Sinver, M LerttMeil unö werben und bauernd ; Leib, i________ nnngton- arabiner pmi 12 Mark nh 9 mm, sowie fit genau M-Wende imcht ;u Central 15 Marl. , Trillinge. Tchei- ntbft Munition und 6613 11216 1840 U<6) 44 60 101'0 10163 Well». Lager ■eiienie und amentan. /und W* ^abri!.6inriditunfl«L , ^ablungSbetingungen. Msenao t9R. hi „ 6ru*» 8,11881 .(** »9.16 ftoP^^hS 99.80 giStsts r Ärt 4514 r, Kielen, l 8106 7- *8 :>li3ü Nr. 103 Zweites Blatt. Mittwoch den 4. Mai 1SOS frMtint ttgttch ■rit Ausnahme des Montags. Die Gießener MamltteuStLtter »erden dem Anzeiger »Schentlich viermal beigelegt. Gießener Anzeiger »tywttl* vierteljährlich 2 Mark 20 Pf«, monatlich 75 PfH- mit Bringerlohu. Bei Postdezug 2 Mark 50 Vf«, vierteljährlich. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den -dgmdrn Tag erscheinenden Nummer bis Sonn. 10 Uhr. General-Unzeiger Alle Anzeigen.Vermittlungsstellen deS In« und AuSlaM«» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger -nigvgM. Amts- und Anzeigeblntt füv den Aveis Gieren. ^0- ....L-' .-LJ 1 Redaktion, Expedition und Druckerei: Fchutßrate Nr. 7. Gratisbeilage: Gießener Familienblätter. Adresse für Depeschen: Anzeiger Fernsprecher Nr. 51. Anrtüche» Tyeil Bekanntmachung, betreffend: Die San JofL-Schtldlau». Die Großherzogliche Direction der Obstbauschule und landwirthschastlichen Winterschule zu Friedberg beobfichtigt am 7. Mai einen unentgeltlichen JnformattonS-TursuS über die Blutlaus, TchildlauS und San Jos« SchildlauS abzuhalteo. Wir bringen die» hierdurch zur Keuntniß der In» tereffentev. Gießen, den 30. April 1898. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern. Deutsches Reich. Berlin, 2. Mai. Der Schluß des Reichstage» ftadet am nächsten Freitag Bormittag 10 Uhr im Weißen Saale des Schlöffe» durch den Kaiser feierlich statt. Für den Abend find säwmtltche Mitglieder des Reichstages zur 'kaiserlichen Tafel geladen. Berlin, 2. Mai. Das Abgeordnetenhaus hat heute die DiSciplinarvorlage für Privatdocenten nach längerer Debatte angenommen. Nächste Sitzung morgen 11 Uhr. Antrag Gawp, betreffend Sonntagsruhe, Bericht und Petitionen. Berlin, 2. Mai. Der „Reichsanzeiger" veröffenrltcht da» Gesetz vom 1. Mai 1898, betreffend die Feststellung »es Staatshaushaltsetat» für da» Jahr vom 1. April 21898 bi» dahin 1899. Berlin, 2. Mai. Der „ReichSanzetger" veröffentlicht die Ernennung de» Vortragenden Rathe» im Reichsamt de» Jauern, Dr. Hopf, zum Director de» ReichSamtS de» Jauern. Berlin, 2. Mat. Der gefommte Borstaud de» Reichstages veranstaltet am Donnerstag Mittag zu Ehre« de» Präfidentea Freiherrn v. Buol, ein Festmahl im Reich»- tagSgedäude. — Reichskanzler Fürst Hohenlohe hat für Doouer»tag zahlreiche Einladungen au die Abgeordneten zu einer Abendgesellschaft ergehen lassen. — DieuStag den 10. Mai findet beim Eiseubahnmiutster Thieleu ein pari- lamentarischeS Diner statt, zu welchem 70 Mitglieder und Parlamentarier au» beiden Häusern de» Landtage» geladen find. Ausland» London, 2. Mai. Dte Sympathieen, welche man in Frankreich für Spanten bat, bürsten nach Washingtoner Meldungen dahin führen, daß der Coogreß den Lredtr für die Brtheiliguug der vereinigten Staaten an der Pariser \ Weltausstellung verweigert. Die New-Aorker Damen haben die Abficht, die Pariser Modegeschäfte zu boykottireo. Washington, 2. Mai. Infolge d-r täglich wachsenden Mißstimmung der maßgebenden Geschäftswelt neigt Mac Kinley neuerd'Ng» stark zur Friedenspartei hin. Er soll sich bereits dahin geäußert haben, ein europäische- Ber- mittelungSangebot sei ihm sehr angenehm. Er will j tzt 60,000 Mann Truppen nach Cuba schicken und den Rest der Acrion den Insurgenten überlassen, welche er eventuell als unabhängige Regierung offiziell anerkennen wird. Einrn großen Einfluß auf Mac Kinley machte die Rede drS Generalmajor» Brooke in Ehanooga, welcher die gegenwärtige Streitkraft Amerika» al» absolut unsähig für irgendwelche Eampagne bezeichnete. Washington, 2. Mai. Mac Kinley hat dem britischen Botschafter auf deffeu eindringliche Vorstellung die Zusage gemacht, daß die New-Aorker Vertreter der auswärtigen Schiffs Gesellschaften und SchiffSfirwen heute vor die SenatS- Eommisfion de» Washingtoner Senat» geladen werden, um ihre Oppofitloa gegen die Tonnensteuer-Borlage zu begründen. Cobalts mnd •iejtt den 3. Mai ** Bei der heutigen Studelltea-Immatttculation hielt der Rector MagntficuS eine Rede mit folgendem PassuS: „Immerhin ist die Zahl der Verfehlungen größer als recht ist, viel größer namentlich, als man erwarten sollte, wenn man Herkunft und Erziehung der Studenten bedenkt. Oft find eS ja ziemlich harmlose Vergehungen: nächtliche Ruhestörung, Singen und Schreien, Kratzen an Rollläden, Laternen- ausdrehen und dergl., ziemlich harmlose, aber doch auch recht kindische Streiche, deren der Erwachsene bei voller Besinnung fich wohl schämen möchte. Der Rausch ist e», der fast immer zu dem Unfug verführt, die Folge allzu lang ausgedehnter Zechgelage,- und der Rausch sieht dann leider auch nicht dte Grenze zwischen solchen und gröberen Ausschreitungen. Dem störenden Unfug folgen Sachbeschädigungen: Fensterzerschlagen, Schilderabreißen usw., folgen Beleidigungen, Herausforderungen, Schlägereien, besonder» gefährlich, wenn sie fich gegen die Beamten richten, die für die öffentliche Ruhe und Sicherheit zu sorgen haben. Ich habe, indem ich diese Vergehen anführe, nicht Phantafiebtlder, sondern bestimmte Fälle vor Augen, die wir mit Bedauern erlebt haben. Denn unt Allen, die wir zu derselben Eorporation gehören, Profefforen und Studenten, kann eS nicht gleichgültig fein, wie dte einzelnen Mitglieder fich auffübren und eS war uns sehr empfindlich, daß im vorigen Winter der Staatsanwalt einmal in öffentlicher Gerichtssitzung sein Bedauern aussprechen mußte, daß solche Rohheiten überhaupt in der Studentenschaft vor- kämen. Also, meine Herren, wahren Sie Ihre eigene Ehre und die Ehre der Uaiverfität, hüten Sie fich und hüten Sie Ihre Freunde vor der Bezechtheit- denn in der Bezechtheit kann au» den geringfügigsten und armseligsten Anläffen schwere» Unheil entstehen und die Unbesonnenheit einer Nacht da» Lebensglück eine» hoffnungsvollen und tüchtigen junge« Manne» ernstlich gefährden." — Zur Beruhigung aller Philister theilen wir mit, daß die Studenten, an welche diese Worte gerichtet wurden, nicht in Gießen, sondern sammt dem Herrn Rector Magnificu» in — Bonn wohnen. ? Netttirche«, 2. Mai. In verfloffener Woche wurde mit der Renooirung der htefigen Kirche begonnen. Bet Aufstellung eine» Gerüste» im Innern derselben fiel et« Mauerer von ersterem und verstauchte fich einen Fuß. Möge dieser erste Unfall auch der letzte fein! Die Kirche, ein mehrere Jahrhunderte altes, ehrwürdiges Gebäude mit noch älterem Thurme, erhält ein neues Dach. Auch dürfte fich die innere Ausstattung den gegenwärtigen Verhältniffen und der Größe der Gemeinde entsprechend, wesentlich, ander» gestalten, und im neuen Gewände ein würdiger Anziehungspunkt der Gemeindeglieder und eine Zierde de» Dorfe» zu werden. Butzbach, 30. April. Wie wir hören, ist von der Militärverwaltung von dem an da» hiefige Kasernement anstoßenden Lustgarten, dem hesiischen FiScuS gehörig, 7866 Quadrat- Meter Gelände zum Preise von 23577 Mk. käuflich erworben worden, um demnächst daselbst ein große» Exercierhau» zu errichten, sowie später ein Wohnhan» für die Garnison»- verwaltungS-Jnspection und für ca. acht verheirathete Unteroffiziere zu erbauen. Schotten, 30. April. Touristen dürste e» interessiren, daß feit einigen Tagen die Wirth sch ast nebst Logirräumen auf dem Hoherodskopf wieder in dauernden Betrieb gefetzt ist- die Wirthfchast steht unter der Leitung der ©ectron Schotten teß Vogelsberger Höhen Club» und geht deffen Bestreben dahin, bet billigen Preisen Vorzügliches zu leisten- möge die nun günstigere Bahnverbindung über Friedberg dem oft noch verkannten Vogelsberg in diesem Jahre viel Touristen zuführen. BadRauhetm, 29. April. In der jüngsten Schöffen- gerichtsfitzung wurde ein Raufhandel verhandelt, der einer seltenen Ursache seine Entstehung verdankt. Ein Bursche von Ober-Mörlen, seines Zeichens Maurer, benützte im Herbste ein Carouffel, weigerte sich aber, feinen Platz zu verlassen, al» er einen schwarzen Ring gestochen hatte, trotzdem nach den auSgeschlagenen Bedingungen bloS die gelben Ringe zu einer weiteren Freifahrt berechtigt hatten. Al» der Fahr- lustige von den Earuffelinhabern gewaltsam entfernt wurde, schlug er mit feinem Schirm nach denselben, wurde aber daun Feuilleton. Kumorifiisches Allerlei aus'm Kießer Aazeiger. Von Carl Geißler. Es iS e wohldhuend Gefihl, das ahm beschleicht beim Lese der Stadtrathsverhandlunge, wann merr statt tauber Ziffer unn nix roäi Ziffer auch emol vo herrliche Blumme mit ere silwerne Schardtnjer ze Heern tritt. Das sinn zwar Dinge, däi sonst in unsere Stadtverordnetesitzunge net ver- Lrede sinn, awwer neulich, da warn se merklich unn wahr- hafdig dort vorhanne unn zwar anleßlich von dem Juveläum Les Herrn Stadtverordnete Homberger, der etz schon 25 Jahr lang in unferm städtische Rath sitzt unn in Folge deffe sich Lie Seniorschaft dortselbst ersesse hat. Fimf unn zwanzig Jahr sinn e lang Zeid unn finf unn zwanzig Jahr Stadt- »erorbneter ze sei, iS vor alle Dinge kaan Essig; dann net s Jedem gelingt», sich fortdauernd die Gunst von em ver- ahrungswerdige Bubligum ze erhalde, weßhalb aach gar oft, wann de Ablauf von de Dienstzeid der Stadtverordnete eraa- lieft, sich däi Herrn fräje: Wer waaß, ob merr uns widder- -eh? Die Frag Hot nu der Herr Senior Hornberger bis jetz »et uffzewerfe brauche, dann er war schont im Rath unserer Drovinzialhaaptstadt Giesse, roäi noch die Heernil (Härnmel) hort e Haaptroll gespielt hawe unn er iS noch drinn unn in erb aach aller Voraussicht nach brinn bleiroe, bann err hott reblich rnitgeholfe, beß Schiff von unsere Stabt sicher ;e steuern. Da» hat be Herr Owerbörjermaaster Namens sämmtlicher Stabtvätter uff's Scheenste ausgesproche unn hat be Dank ber allezeit bankbare Stabt Giesse bem Herr Hornberger in ere silwerne Scharbinjer ze Fieße gelegt. Die Behaapbung von unserm Stabtowerhaupt, die Kräfbe dhete sich im Gemeindedienst rasch verbrauche, trifft erfreulicher Weis nor selbe bei be Herrn Stabträth zu unn aach beim Herrn Senior isses bis jetz net be Fall geroefe; merr wolle beshalb hoffe unn wünsche, baß er noch Jahrzehnbe enaus unferm stäbtische Rath aageheern unn zur Zierb gereiche soll! Es iS net ze leugne, baß bie Stabtrathssitzung, in ber be Herr ©tabtoerorbnete Senior so gefeiert worbe iS, unnerm Zeiche be» Juweläums stann unn aus bem Aalaß hawwe die Herrn Stadtvätter aa Positiv nach de annere genehmigt - bann an so em festliche Dag baßt sich's net, viel ze bebabbirn. Die Hochwart tritt etz ehrn Aussichtsthorm unn mann’» em Herr Stabtrath Löwer feim Kopp nachgiht, werb beHangel- staa aach halb ahn krihe Die Umgejenb von Giesse hatt aroer noch verschiebene scheene Punkte, bene bann aach von Gott unn Rechtswege ehrn Aussichtsthorm geheert unn zwar uff stäbtische Koste. Weil merr doch grab bäi Rebb hawwe von Thörm, so wolle merr aach Nobiz dcvo nemrne, baß am erschbe Mai bies Jahr bie Familie Bauer ehrn hochgelegene Stammsitz uff'm Stabtkerchthorm verläßt, vo wo au» se immer hunnert Jahr e wachsam Aag uff Giesse unn sei Bewohner gehabt hott. Es is schab, baß bes hochgeborne Geschlecht berer von Thormbauer net mehr ba owe roeiberrefibirn werd, bann in bessere Hänb hält sich be Kirchthorm unn selbstverschbenblich aach bie Wacht gar net besinne kenne. Wer vermag» ze I zehle, roäi oft von be Familie Bauer in's Horn unn speber in’« Hernche gestoße worbe i», um be Giesser bie Stunne aazezeige; — roäi vielmal hat se borch ehr Umsicht unn ehr efber Hi- unn Hersicht, auSbrechenbe Brennb zeerscht enbeckt unn fefluff gestermt, sobaß mitunner große Unglicker verhiet worbe sinn, — unn wer vermocht beß immer nachzezehle, wann» statt zwölf nor elf geblose ober nachgeschlage hatt? Daß is eroeforoenig festzestelle, al» wäi die Zahl gröblichster Addendade, däi merr als Kinner uff die hochseßhasdig Familie Bauer dadorck unnernahme, daß merr sträflicher Weis be Schellezug in Bewegung gesetzt hawwe, bie bie Thormbewohner mit’m feste vatterstübtische Jobbern oerbunne hatt. Doch Spaß bei Seib! — in treuer Flichderfillung hatt bie Familie Bauer ba owe zwische Himmel unn Erb e flaa Ewigkeid ausgehahle unn hatt sich bie Mih net verbrieffe lasse, bäi viele Dreppe jahrein, jahraus ze steihe; bei Dag unn Nacht immer uns All ze wache, bamit be Stabt kaan Schabe geschieht! Hoffe merr, baß bäi brei neue Hochwächter sich eweso lang wäi bie Familie Bauer uff'm Thorm uffhahle!! So leb denn wohl, du hoher Tborm, Wo merr geläud' so manchmal Storm; — Wo merr so treulich hiehle Wacht Seit hunnert Jahr bet Dag unn Nacht. Leb wohl, du Wacht in luft'ger Heeb, Mit deine Lust unn mit beim Weh; Leb wohl, leb wohl! merr denke bd . . . Drei Ärmere zieh bet dir jetz et! *0» dea angegriffenen so gründlich mit gefährlichen Werkzeugen behandelt, daß er gegen vier Wochen arbeitsunfähig wurde. In Anbetracht der besonderen Umstande des Falles kamen beide Thetle mit Geldstrafen davon, die Caroussel- inhaber wurden aber weiter für schuldig erkannt, an den Verletzten eine Geldbuße von 200 Mark zu zahlen. Darmff. Ztg. 4- Liidhei», 2. Mai. In unserem hübsch an der Nidda gelegenen Flecken besteht seit neun Jahren ein sogen, reiches Institut, nämlich dte Haushaltuugsschule des lanüwtrthschaftlichen Bezirksvereins Oberhessen. Dieselbe hat die zeitgemäße Aufgabe, junge Damen zur Führung einer wohlgeordneten bürgerlichen Haushaltung vorzubereiten, steht unter Oberaufsicht des Herrn Geh. RegierungSrathS Kitetsch in Büdingen und eines LocalcomitLs dahier, und wird von einer Hausmutter sowie einer Assistentin geleitet; außerdem ertheilen Herr Kreisarzt vr. Wteßner, zwei Lehrer und ein Obffbautechniker noch Unterricht. Die Anstalt wird am 1. Juli ihren zweiten diesjährigen Cursus eröffnen und erfreute sich bisher einer großen Frequenz. •e. Neu - Ulrichstein, 1. Mai. Monatsbericht der Arbeiter-Colonie pro April 1898. Ende April 1898 sind in der Colonie stellen-, resp. arbeitslos 40 Mann. Dieselben vertheilen sich auf das Groß- herzogthum Heffen 5; Königreich Preußen: Regierungsbezirk Kassel 8, Regierungsbezirk Wiesbaden 6; Provinz Rheinlande 3, Provinz Hannover 1, Provinz Sachsen 2, Provinz Westffpreußen 1, Provinz Schlesien 1, Provinz Westfalen 1; Königreich Bayern 2, Königreich Sachsen 2, Königreich Württemberg 1; Großherzogthum Baden 1; thüringische Staaten 4; Herzogthum Braunschweig 1; Ausland: Oesterreich Ungarn 1. Hiervon waren: Arbeiter 22, Anstretcheri, Gärtner 1, Glaser 1, Kappenmacher 1 , Kaufleute 4, Kellner I, Klempner 1, Kürschner 1, Landwirth 1, Porzellan- maler 1, Schlosser 2, Schneider 1, Schuhmacher 1, Tapezier 1. Gearbeitet wurde an 11071/* * Tagen. Verpflegt wurde an 1323 Tagen. Im Monat April 1898 wurden entlassen 20 Mann, und zwar in Arbeit durch die (Kolonie 1, auf eigenen Wunsch 14, wegen Contractbruches 5. Seit Bestehen der Colonie find ausgenommen worden im Ganzen 3430, dagegen abgegangen im Ganzen 3390 Mann, bleibt Bestand am 30. April 1898: 40 Mann. Seligenstadt, 29 April. Gelegentlich der Baggerarbeiten im Maine wurden im Spätherbst oberhalb Klein- Krotzenburgs im ganzen 14 wohl erhaltene Goldmünzen aus der Tiefe gefördert. Sie waren von verschiedener Prägung und entstammten dem 14. Jahrhundert; wie neuer* ^ing* srstgestellt wurde, haben fie einen Gesammiwerth von 600 Mark. An dem Funde partizipirten zu gleichen Theilen der hessische und der bayerische Staat. Bon beiden Seiten wurde dem Arbeits- bezw. AuffichtSpersonal, durch welches der Fund gelang, eine Prämie von zusammen 60 Mark be* willigt.. Darmft. Ztg. RuffelShei«, 27. April. Hurrah! nach Afrika! HeirathS- luftige junge Mädchen sollen jetzt für Deutsch-Südwest- afrika mobil gemacht werden. Wie die hiesige „Main- fpitze" meldet, hat fich auch ein junges Mädchen, Emilie Laux, welches im Dienste des Herrn Georg Schmidt, hier, steht, zu dieser Mobilmachung gemeldet. Dieselbe erhielt vor- gestern von dem Colonialverein zu Wiesbaden die Weisung, sich am 23. Mai nach Berlin zu begeben, um fich dort beim Auswärtigen Amt zu melden. • Kra-kfnrt, 30. April. Als Termin für die Reichs- tagsstichwahlen soll schon der 24. Juni in AuSficht genommen sein. Wenigstens folgert man das aus der Meldung eines Münchener Blattes, wonach in Sachsen Weimar des Geburtstags des Großherzogs die Stichwahlen „erst" am 25. Juni stattfinden sollen. *D. Frankfurt a. «, 29. April. Maifest der Austria-. Der Oefterreichlsch Ungarische Verein „Austria" hält im Mai ein Fest im Zoologischen Garten ab, baß sich auf zwei Tage erstreckt; es wird SamSlag den 21. Mai Nachmittags beginnen und Sonntag bis in die Nacht hinein dauern. Ein besonderer Feff-AuSschuß ist gebildet worden und entfaltet bereit» eine eifrige Tätigkeit für die Bor- Bereitungen. • Krefeld, 26. April. Die Strafkammer hatte heute Über ein Aufsehen erregende» Botkommniß zu urtheilen. Im December war dem hiefigen Fabrikanten Karl Wacker» im Restaurant Beuren statt eine» „Steinhäger»" ein Glä»chen Natronlauge verabreicht worden, und dieser verhängniß- volle Trank hatte den baldigen Tod Wackers herbeigesührt. Die Anklage wegen fahrlässiger Tödtung war gegen den Wirth Wischer, seinen Hausknecht, gegen die Fabrikanten Emil und Karl von der Linde und deren Buchhalter Düsselberg erhoben worden, gegen letztere drei Personen, weil fie die polizeilichen Vorschriften betreffend den Handel mit Giften nicht befolgt hatten. Die umfangreiche Verhandlung endete nach Anhörung zahlreicher Zeugen und Sachverffändiger mit Freisprechung sämmtlich Angeklagten. Der W rth und sein Hausknecht, die an der Verwechselung die Schuld tragen, fonnten nachweisen, daß fie die Gefährlichkeit btr zu Reinigungszwecken verwendeten Lauge nicht gekannt, während den angeklagten Fabrikanten der Beweis gelang, daß fie über die nur im Amtsblatt publicirte Polizeiliche Verordnung nicht unterrichtet gewesen waren. * Origineller Schwindel. An ffngirte deutsche Adrtffen find in letzter Zeit vielfach Blumensendungen hauptsäch- lich aus Italien und Frankreich mit der Poft geschickt worden. Die Sendungen gehen als unbestellbar an da» Packetpostamt zurück und werden dann bekanntlich von diesem sofort versteigert. Hierdurch wird ein Preisdruck sehr zum Nachtheil de» reellen Geschäfts herbeigeführt, wahrend den Absendern au» ihren am ProductionSort nicht verwerthbaren Erzeug- niffen durch den AuctionSerlös Immer noch ein genügender Gewinn erwächst. Der Gartenbau-Sonderschuß der Berliner Landwirthschaftskammer hat daher den Kammervorffand ersucht, durch das Reichspostamt über diese Anctionen Erhebungen aaffeQen und für Abhilfe kargen zu taffen. • Der beste Begleiter für radfahrende Damen. Es ist eine bekannte Thatsache, daß der Einfluß der Frühjahrs- fonnc und der FrühjahrSluft auf den Teint und die Haut einen ungünstigen Einfluß ausübt. Speciell der Teint derjenigen Personen, welche eine besonders feine, zarte Haut haben, welche, wie Radfahrer und Touristen viel im Freien find, hat unter diesem Einfluß sehr viel zu leiden und ist eß deshalb angezeigt, auf ein Teint- und HautprSparat hinzu- weisen, durch deffen Gebrauch man sich vor allen diesen Unbequemlichkeiten unbedingt schützt. Die durchaus unschädliche, ärztlich warm empfohlene Reut Creme JriS des Herrn Apotheker Walter Weiß (früher Gießen jetzt Berlin) ist ein derartiges Präparat. Ihre Zusammensetzung beruht auf wissenschaftlichen Principien, fie verdient auf dem Gebiete der Teint- und Hautpflege an erster Stelle genannt zu werden. Dieses bequem in Tuben zu 20 und 60 Psg. und Töpfen zu Mk. 1 verpackte Präparat sollte fich in dem Rucki'ack eineß jeden Touristen und besonders in der Satteltasche der rad- fahreuden Damen befinden. Letztere haben dadurch die Beruhigung, daß fie fich durch eine Einreibung vor jeder Ausfahrt, nicht nur ihren Teint und die Hände weiß erhalten, daß fie fich kein Wundsein, keine Schwielen zuziehen, sondern daß fie auch bei einem etwaigen Sturze sofort ein antiseptisches, kühlendes Linderungsmittel mit fich führen, was schlimmen Folgen vorbeugt. Man verlange In den Apotheken, Drogerien, Parfümerien ausdrücklich die Nene Creme Iris von Apotheker Walter Weiß (früher Gießen jetzt Berlin) in blauer Packung mit der patentamtlich eingetragenen Schutzmarke, welche ein Schild mit der Jrisblume darffellt. • Sine neue medicinifche Entdeckung? Ans Wien wird dem „B. T-" gemeldet: Der berühmte Gynaekologe Profeffor Schauta machte die Entdeckung, daß der bet Frauen zu gewissen Zeiten auftretende Verfolgungswahn ober Stumpfsinn heilbar seien. Seine langjährigen Studien überzeugten ihn, baß diese Arten von Verfolgungswahn ungleich mehr mit der Gyaaekologie als mit der Psychiatrie zusarnmenhängen. Die WahnsinnSanfälle werden durch operative Eingriffe gebellt. Profeffor Schauta führte bereits zahlreiche solche Operationen ans und sämmtliche Patientinnen wurden geheilt. In mehreren Fällen waren Jrrfinnssymptome vorhanden. Binnen Kurzem wird der Gelehrte seine wichtige Entdeckung veröffentlichen. • Liebe und Vitriol. Ein junger Don J'tan Brüffel» hatte wieder einmal ohne GewiffenSscrupel einer seiner Geliebten den Rücken gekehrt und fich eine andere Herzenskönigin erkoren. Doch die verlaffene Geliebte beschloß, grausame Rache an dem Ungetreuen zu nehmen. Sie ging in eine Handlung und verlangte eine Flasche Vitriol. Der Provisor aber, welchem da» Benehmen der aufgeregten Schönen sehr verdächtig vorkam, gab ihr statt Vitriol ganz harmlose» aqua destillata. An demselben Tage noch traf sie den Ungetreuen. Wild stürzte fie auf ihn: „DaS ist der Lohn, Abscheulicher!' und goß ihm daS vermeintliche Vitriol in» Gesicht. Der Don Juan war auf» Höchste erschrocken, und es bedurfte einer geraumen Zeit, bi» er fich davon überzeugt hatte, daß sein Geficht nicht verbrannt war. Und auf da» Drama folgte die Cornödie. In den Armen lagen fich, Beide, Versöhnung wurde gefeiert, und der Schluß wird nun wohl die Hochzeit sein. e Auch der «iffchtskartenfport wird diesmal in den Dienst der Wahlbewegung gestellt. Eine Hofbnchdruckerei in Mitteldeutschland hat eine ganze Serie von Scherzkarten in den Handel gebracht, welche sich gegen die oppofitionellen Parteien im Reichstage, insbesondere gegen die Flottengegner, richten. Gegen die Parteiführer der Linken wird ganz besonder» schweres Geschütz aufgefahren, so Eugen Richter al» „blinder Seher" mit einem Fernrohr auf» Meer spähend, Bebel al» Rattenfänger von Hameln dargestellt. Von der Oppofition antwortet man mit gleicher Münze, und die „ittuffrtrten Ansichten", die sie über die Freunde der Regierung verbreiten, find auch nicht» weniger als schmeichelhaft. Hier werden namentAch die Nationalliberalen, die um Rickert, und die „Umgefallenen" vom Centrum arg mitgenommen. Eine weitere, viel bedeutsamere Verwendung btr Ansichtskarten zu Wahlzwecken soll barin bestehen, daß In ver- schiebenen Wahlkreisen bie in Kartenformat an die Wähler versandten Empfehlungen der einzelnen Candidaten mit deren Porträt versehen sind. Au» einzelnen Kreisen find bereits Maffenbestellungen solcher Karten erfolgt. Man verspricht sich von der neuen Art von Agitation, die sich schon bei der Nachwahl in Oldenburg-Plön bewährt hat, besonderen Erfolg. * Ein äußerst höflicher und solide denkender Ausbrecher ist der aus Dänemark gebürtige Landstreicher W. Karlow, der behufs seiner Auiweilung nach seiner Heimath seit einiger Zeit im GerichtS-Gefängniffe zu Itzehoe untergebracht worden war. Hier gelang e» ihm, in die Mauer der Zelle ein große» Loch zu schlagen, welches ihm ermöglichte, während einer der letzten Nächte das Weite zu suchen. Als am anderen Morgen der Gefangenenaufseher die Zelle de» Arrestant'n revidirte, fand er den Bogel ansgeflogen und nur ein von diesem zurückgelaffeneS Schreiben vor, da» an die königliche Polizeiverwaltung zu Itzehoe adresfirt war und folgenden Wortlaut hatte: „Es macht zwar gerade keinen besonders guten Eindruck, wenn man bet Nacht und Nebel durch die Mauern von dannen gebt, auch kann man der Behörde damit keinen besonderen Gehorsam erzeigen; doch darf man nicht vergessen, daß Einem Angesichts der Thatsache, daß man nichts begangen hat, was bte Staatsgesetze verletzt, aber dennoch halte Jahre lang, wie es die Erfahrung von Anderen lehrt, ganz schuldlos eingesperrt wird, bloß weil man auSgewiesen werden soll, der Drang bezwingt, sich auf diese Weise die Einem gehörende Freiheit zu verschaffen. Ich werde mich schleunigst auf den Weg nach Dänemark begeben, und, da ich nach dorthin auSgewiesen werden sollte, spate ich dem deutschen Staate das Reisegeld. Das Loch in der Mauer kann reichlich wieder für die Soffen zugemacht werden, die ich noch während des Sommers hier gemacht hätte. Achtungsvoll W. Karlow." • Den Gipfel der Setoiffenhaftigkeit hat das Berliner städtische Bauamt mit einer Bekanntmachung erklettert, ia welcher es heißt: „Der von den angrenzenden Eigenthümern der Levetzowstraße zwischen der Verlängerung der Baufluchtlinie der Straße 34a und der Jagowstraße zu erstattende Beitrag zu den Kosten der ersten Einrichtung und Pflasterung beläuft sich auf 76 Mark 64,8411 Pfennig für das Meter GrundstückSfront" rc. Weiter, als hier geschieht, nämlich bis auf einen Zehntausendstel (!) Pfennig kann man die Achtung vor dem schnöden Mammon wahrhaftig nicht treiben. * Hebet bei Einfluß des AlcoholS elf die Miskelarbett hat D eff r e e-©rüffel interessante Versuche angestellt, die mit dem Moffo'scheu Sphyzmograph auSgesührt wurden. An diesem Apparate wurde alle zwei Secunden ein Gewicht von 5 Kilogramm gehoben, bis die Ermüdung die weitere Arbeit verhinderte. Nach einer Pause von zwei Minuten wurde der Versuch wiederholt und bann die Arbeitscurven ausgerechnet. Hatten die Versuchspersonen Alcohol genoffen, so steigerte fich zwar die Arbeit der Muskeln, gleichviel ob dieselben zuvor noch frisch ober schon ermüdet waren. Diese Steigerung der Arbeitskraft, welche sehr schnell zum Ausdruck kommt, ist aber nur momentan. Die Ermüdung tritt sehr schnell ein, und erreicht bald fein Mindestmaß, wobei neue Alcoholgaben erfolglos bleiben. Die Gesammtsumme der geleisteten Arbeit ergtebt auch deutlich, daß die momentane Steigerung der Leistungsfähigkeit ohne Einfluß ist, daß vielmehr die geleistete Arbeit nach Alcoholgenuß bedeutend geringer ist. Kaffee, Thee und Colanüsse — welche von den Negern Central Afrikas ähnlich wie bie Betelnüffe gekaut werben — sollen bte durch den Alcohol hervorgerufenen Wirkungen nicht erzeugen. * Eli Opfer bei Banfchwindels. Dem modernen Bau- schwindel ist wieder eine Existenz zum Opfer gefallen. Der Maler-, Tüncher- und Lackirermeister Michael Gucken- berger in Würzburg hat fich in einem Neubau erhängt. Die Veranlassung dazu ist in dem AusbeutungS-System eines sogenannten Baumeisters zu suchen, für den Guckenberger Jahre lang arbeitete, und zwar im wahren Sinne des Wortes, denn der Herr „Baumeister" steckte selbst daß Geld ein, zahlte aber Guckenberger metffenß mit faulen Wechseln, so daß Letzterer fortgesetzt Geld verlor. Die birecte Veranlassung zum Selbstmorb Guckenberger» ist barin zu suchen, daß er von dem erwähnten „Baumeister" einen Wechsel über dreihundert Mark erhielt, den er wieder für 40 Mark an einen Würzburger Glasermeister verkaufte. Nachdem der Wechsel an den „Baumeister" gegangen und von diesem natürlich nicht etngeläff worden war, wurde er Guckenberger präsentirt, der ihn aber, da er von mehreren solch sauberen „Baumeister" reingelegt worden war, ebenfalls nicht einlösen konnte. Die Folge war ein Proceß und die verurtheilung Guckenberger» zur Zahlung. Guckenberger hat fich Alle» die» so zu Herzen genommen, daß er seinem Leben ein Ende machte. • Bei btr heeresmisiering find sowohl in Frankreich al» auch in Baden mehrfach berühmte Radfahrer als dienstuntauglich zurückgewiesen worden. Die übertriebenen Anstrengungen hatten die Entwickelung des Brustkörbe» gehindert, theilweise auch Verkrümmungen herbeigeführt. Sehr stark entwickelt waren bet ihnen dafür die Beinmu»keln. * Solides Geschäft. Zechpreller (der aus einer Wirthschaft herauSgeworfen wurde): „Wirklich solide» GeschSst — sogar einen besseren Hut haben sie mir nachgeworfen." • Der Stbulttbenb einer Präfidenteatochter. Welchen merkwürdigen Veränderungen da» Schicksal eint» Menschen oft unterworfen Ist, dafür liefert die in Amerika kürzlich zur allgemeinen Kenntntß gekommene Lebenßgeschtchte einer einff viel genannten Amerikanerin wieder einmal einen Beweis. Im Armenhause zu Washington exiffirt eine weißhaarige, vergräm' aussehende Frau von 77 Jahren, die vor ungefähr einem halben Jahrhundert nicht nur zu den gefeiertsten und schönsten Damen deS Landes gehörte, sondern auch in socialer Beziehung den ersten Rang in den vereinigten Staaten einnahm. MrS. Semple war die Tochter deS ehemaligen amerikanischen Präsidenten John Tyler, außerdem die rechte Cousine D, per sofort beziehbar, an ruhige Familie zu vermiethen. Näh Wallthorftr. 71, I. 4436] Ein schönes Vogiä, 4 Zimmer mit Zubehör, per 1. Ium oder auch spät« iu verm. Geltersweg 65. 4486] Der untere Stock meines Hauses (zwei Logis) Franksurterstr. 165 ist sofort 4m» meine Fahrräder a.Zabehörtheile besten anddxbei die allerbilligsten sind. 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