Kanzleiberg «J. w 6690 Materialien- 'Echmvlg promptester ungÄüoH neider, Hig. ”9. chrlichm Nachbarschast irin \ c 42 nnschlage^den Arbeiten ) billig. 6641 cklMr. sicht, thereiubs (Tams- 6693 MEtseWiist Nischen Bierhalle. Her. Z. Juli 18-8 rert'HA ren , achMLg^ühr,^ i Nr. <53 Zweites Blatt. Sonntag den 3. Juli 189S Grfchetut tägNch mit Ausnahme deS MontagS. Die Gießener W«mikie«ölLtter werden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigelegt. Gießener Anzeiger Mezngrprei» Vierteljährlich 2 Mark 20 Pktz- monatlich 76 Pjg. mit vringerteh«. Bei Poftbezu, 2 Mark 60 vierteljährlich. A«nahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den h»tgendm Lag erscheinmden Nummer bi- Borm. 10 Uhr. General-Anzeiger Alle Anzeigen-BermittlungSstellm de- In« und nehmen Anzeigen für dm Gießener Anzeiger enigGV» Amts- und Anzeigeblatt für den 'Kreis Gießen. Nedactivn, Expedition und Druckerei: Kch.kßr.tze Nr. 7. Gratisbeilage: Gießener Familienblätter. Adreffe für Depeschen: Anzeiger Gieße«. Fernsprecher Nr. bl. j)ottttfche Wochenschau. TS hat diesmal recht lange gedauert, bis das amtliche Resultat über die ReichStagSwahleo bekannt geworden ist. Freilich konnte es keine Uebrrraschung mehr bringen, da wir ja über den Ausfall der Wahlrn gut unterrichtet waren. Selbstverständlich dauern die Commentare in der Preffe über da- Ergebniß noch fort, aber wir brauchen an dieser Stelle nicht Wetter darauf zurückzukommen, da wir in besonderen Artikeln die Wahlen bereit- mehrfach ausführlich besprochen haben. Einige- Aufsehen hat der Erlaß deS StaatSsecretärS des ReichspostamtS an die Beamten seines ReffortS gegen die Socialdemokratie gemacht, und man will wissen, daß ahn- ltche Kundgebungen auch von anderem Stellen au- erfolgen sollen. Der Erlaß wird natürlich lebhaft erörtert, nicht nur in den betheiltgten Beamtenkceisen, sondern anch in der Preffe der politischen Parteien- daß ihm die innere Berechtigung nicht abgesprochen werden kann, ist auch unsere Ansicht. Wer hätte vorau-sehru können, daß Spanien in dem Kampf mit den Bereinigten Staaten sich so widerstand-» unfähig zeigen würde! ES scheint, als ob die Spanier den Muth vollständig verloren und keine Hoffnung auf irgend welchen Erfolg mehr hätten. Man muß ja zugeben, daß die Lage derselben auf den Philippinen eine recht verzweifelte ist, da sie dort gegenüber den Insurgenten in der Minderzahl find und durch die Entbehrungen der letzten Zeit sowie durch die Desertion der eingeborenen Soldaten aller Widerstandskraft bar geworden find. Aber man sollte annehmeu, daß fie wenigstens auf Cuba Herr der Situation hätten bleiben können, wenn fie sich zu einer kühnen Offensive aufgerafft haben würden. Denn der Gegner der Spanier ist dort wirklich nicht imponireud- die Amerikaner bilden doch nur eine Truppe, die Mangel au DiScipltn zeigt und welche den Stempel der Kraftlosigkeit und Unerfahrenheit deutlich an der Stirn trägt. Dafür haben fie freilich die Kühnheit, welche den Spaniern fehlt. Wir können hier natürlich nicht untersuchen, ob es klug gethau war, die Amerikaner festen Fuß auf Cuba fassen zu lassen, ebensowenig, ob die Spanier damit etwa einen besonderen Plan verfolgen. Sollten fie etwa beabsichtigen, die Amer'kaner in eine Falle zu locken und fie dann mit überlegener Kraft zu überfallen, so müßte das letztere bald geschehen, ehe der Feind neue Berstärkuugen erhalten hat. Wie es heißt, soll am Dienstag der Angriff auf Santiago erfolgen- davon dürfte da- Schicksal CubaS abhängen. Ueöer die Zustände im galizischen AufstandSgebiete laufen haarsträubende Meldungen ein. Wenn man diese liest, so ist man versucht, daran zu zweifeln, daß e- ein Culturlaud ist, in welchem fich diese Dinge zutragrn. Oder wo kann eS noch im civilifirten Europa geschehen, daß fich die ganze Einwohnerschaft eine- Orte- vereinigt zu Raub und Plüude» rung! Mit der Verhängung de- Standrecht- über die im Aufruhr befindlichen Gebiete dürfte übrigens der Bewegung Einhalt geboten werden. In der inneren Politik Oesterreichs ist noch keine Klärung eingetreten. Die Ouotendeputation hat sich, da die Verhandlungen auSficht-lo- waren, vertagen müssen und wird erst im Herbst wieder zusammen kommen, und Graf Thun verhandelt jetzt eifrig mit den Parteien, um eine Verständi» gung zu Stande zu bringen. Die Führer der Jungczechen find bereits in Wien etngetroffen, während die Deutschen alle Unterhandlungen ablehnen, bevor nicht die Badeni'schen Sprachenerlaffe aufgehoben wo den find. In Frankreich hat fich da- Ministerium Brisson jetzt covstituirt, aber schon jetzt beginnen die Anfeindungen gegen dasselbe und er wird ihm keine lange Lebensdauer prophezeit. Brisson hat die Sache recht einfach gemacht. Während Ribot, Sarrteu und Pehtral bei den Versuchen, ein Cabinet zu bilden, fich auf Compromtffe mit den verschiedenen Parteien legten, hat Brisson sein Ministerium ausschließlich mit seinen Anhängern und GefinnungSgenoflen besetzt. ES fehlt ihm nun aber die Kammermththrit, ohne welche in Frankreich kein Ministerium lauge am Ruder bleiben kann. Auch Italien hat jetzt sein neues Cabinet. General Pellone har fich schließlich bereit finden lassen, die Leitung der Geschäfte zu überurhmen, und im Allgemeinem findet er im Lande Zustimmung- man hofft, daß die innerpolitischeu Zustände fich jetzt besser gestalten werden. Die internationale Lage war in der letzten Zeit nicht allzu ermuthigend, deshalb dürften die Worte Lord Salisburys, daß, abgesehen vom spanisch»amerikantscheu Kriege der politische Horizont der W:lt jetzt ziemlich heiter sei, um so größere Genugthuung Hervorrufen. (xx) Deemifd?t«». * Die Elettricitat im Dienste der Medicin. Schon seit mehr als hundert Jahren versuchten idie berühmtesten Aerzte wie Hufelavd, Reil, Pfoff und Walther die Elettricitat der Heilkunde dienstbar zu machen. Aber noch bi- vor nicht | gar langer Zeit war die Eltctricität eine so unbekannte Macht, daß das Resultat der unermüdlichen Versuche sehr bescheiden blieb. Directe Anwendung inducirter Ströme za localen Reizen und später electrische Bäder hatten zwar bei inneren Krankheiten, namentlich bei Krankheiten der Nerven, gute Erfolge. Aber verschwindend find diese Erfolge gegenüber den Errungenschaften, die auf dem Gebiete der Instrumenten-Fabrikation zu chirurgischen Zwecken mit Zuhilfenahme der Electricität gemacht wurden. Abgesehen von den allerneuesten Erfindungen der Durchleuchtung des Körper- mit den X-Strahlen, find es vor Allem die kaustischen Instrumente und die Vorrichtungen zur Beleuchtung der Körperhöhlen durch electrisches Licht, die der Chirurgie so gut wie unentbehrlich geworden find. Wer erinnert sich nicht der peinlichen Prozedur auS seiner Kindheit, wenn der Arzt bei einer HalSentzüadung den silbernen Löffel dem kleinen Patienten in den Mond schob und da- nach Luft schnappende Kind dann aus Commando sein A herauSwürgte, um durch die Stellung der Mundwände bei diesem Laute dem Arzt drn Einblick zu gewähren. Heute sührt der Arzt ein bequemes Hartgummi'Jnstrument ein, an deffeu Spitze ein durch Druck und Biß geschütztes Glühläwpchev fitzt. Eia Druck — und die ganze Rachenhöhle und der Hals find hell erleuchtet und zugleich auch durchleuchtet, so daß der Sitz der Krankheit überhaupt nicht mehr verborgen bleiben kann. Ein andere» Instrument dient zur Untersuchung der Nasru- und Ohrenhöhlungen, mit einem weiteren laffeu fich die Harnröhre und andere Körperhöhlungen beleuchten. Operationen, die früher im Innern de- Körper- de-halb nicht gemacht werden konnten, weil mangel- einer Unterbindung der Blutverlust zu stark gewesen wäre, werden jetzt mit einem Meffer gemacht, da-, durch einen Druck zur Glühhitze gebracht, die Schnittfläche sofort schließt und zugleich den Heilprozeß mit dem Zubrenueu und der Schurfbildung einleitet. E- würde zu weit führen, alle die Apparate und Instrumente, die Meffer und Spiegel und Drahtschlingen aufzuzählen, die theil- mit electrischer Beleuchtung, theilS mit elektrischer Hitze versehen, dem Chirurgen unentbehrlich find. Aber die Männer der Wiffeuschaft, die in unermüdlicher Forschung die Heilkunde um einen mächtigen Gehilfen bereichert haben und den Männern der Technik, die den Gelehrten mit ihrer Kunstfertigkeit zur Seite stehen und deren Ideen ausführeu, ihnen gebührt gleichmäßig der Dank der leidenden Menschheit. Nicht unerwähnt soll hier eine Firma bleiben, die mit viele« R fiko ihre Arbeit und ihr Wiffrn daran gesetzt hat, die elektrisch mediclnische Jnstrumevteofabrikatiou zuvervollkommen, «. theilweise sogar erst brauchbar zu machen. ES ist die Er» Btua 86 H 102 j» 1875 97.10 43 6$ 101.40 1898. vilberre-V Lörmtr ** 60 75 1(0-70 4.17'/, ,ia- Feuilleton. Z>er Sonntagsschütz.*) Da lag er im Bette, auf das die Sonne hineinschien, und betrachtete schmunzelnd das schwarze Kreuz auf der blauen Decke. Wenn der Mensch abergläubisch wär! So ein schwarzes Kreuz da — just wie auf Bahrtüchern, nur schmälere Streifen, weil die Fenstergitter eben nicht dicker sind. Ein Schaltenkreuz läßt sich für allerlei deuten, da muß der Mensch nicht gleich allemal ans Sterben denken. Treff ich den Rehbock am Kreuz, so bricht er ein. Fällt mir im Spiel das Kreuz-Aß in die Hand, so steche ich. Und halft mich ein Dirndl übers Kreuz, so wirds mich auch nicht grämen Wer ists denn, der schon so früh Morgens im Bett so wunderlich simulirt? Der Prestl, der Jungknecht im Hollershof ifts, der leibhaftige Uebermuth, und heute schon gar — heute am Sonntag. Jetzt wirft er die Decke fußüber hin, als wollte er das schwarze Kreuz von sich schleudern, aber dieses, so still und schlank wie früher, liegt jetzt auf der weißen Pfaid. Da ist schon wieder was Verkehrtes, denkt der Prestl in seiner Schalkhaftigkeit, auf der Netteldirn ihrer Hüll' (Decke) wird jetzt gewiß kein Kreuz liegen, weil ihr Fenster kein Gitter hat. — Jetzt ists schon sieben Wochen, seit wir das eiserne Gitter dort aus dem Loch gehoben und hier ein- gesetzt haben, daß sie aus dem Hollershof den Jungknecht nicht stehlen, wenn ers nicht selber thut — und der Bauer hats. immer noch nicht bemerkt. Plötzlich wurde in der Sonnentafel, die das Fenster aufs Bett legte, aus dem Krcuzbilde eine schwarze Scheibe, denn durchs Fenster schaute der Kopf der Netteldirn herein. *) Au« P.R. Roseggers Schriften, 2 Serie, compl. 35 Mk., A. Hartlebens Verlag, Wien. Ob denn die Kirche heute zu ihm komme? war die Frage, da er um Stund acht noch nichts dergleichen thue zu ihr zu gehen. 0 „Wenn sie mir was will", antwortete der Prestl, „sie weiß, wo sie mich findet". „Ja, im Bett", sagte das Mädchen, „ich geh halt voraus und verhoffs, Du passest mir nach dem Amt beim Bäcker» kramerstandl auf und führst mich zum Tanz". Da war sie fort. Und der Bursche Hub nun, während er sich langsam anzog, mit fich selber ein Gespräch an. „Ja freilich", sagte er, „das ginge mir ab — ja freilich. Heute haben wir was Anderes zu thun, meine liebe N tteldirn, als Dich zum Tanz führen. Fürs Erste" — er that sein Rauchzeug hervor — „stopfen wir uns Eine an. Nachher thun wir uns über die Griessuppen her, wenn die Kirchleute wohl eine übrig gelassen haben. Haben sie V alle geschledert (aufgegessen) , auch gut, suchen den Brannweinplutzer herfür. Nachher gehen wir Gott loben, 's ist schön, wir machen's ganz, wie die Neuchristen, von denen der Steuereinnehmer einer ist, der seinen Gottesdienst im grünen Walde hält. Wo die Geschöpf' sind — der Baum, der Fuchs — der Rehbock. Heute steht er mir, das weiß ich, der Bock, und der Jäger Mathias ist zum Glück noch einer von den Altchristen. Geht ihn zwar weiter nichts an, das Dankamt für'» fruchtbare Jabr, so wenig wie mich; unser Acker ist das Hirsch- und das Rehfell, in das wir Bohnen säen, der ganze Unterschied zwischen uns ist der, daß er der Jäger heißt und ich der Wildschütz. Jetzt ist der Teufel auseinander". Der Teufel, der auseinander war, das war der Schuhriemen, den er bei dem Durchziehen entzwei gerissen hatte. „Dos ist kein Hundshäutener!" brummte er; „der Gürtler schmiert Leut' an, der Krämer, der Müller, der Wirth und Alles schmiert Leut' an, nur Unsereins soll den Narren machen und ehrlich sein. Und Gottigkeit (sozusagen) thu' ich's nicht einmal des Leutanschmierens wegen, wenn ich mir den Bock nehm'; der Wirth braucht Wildpret, und ich brauche Geld. Ja, Netteldirn, und nach dem Amt werd' ich Dir beim Bäckerstandl aufpassen und Dich zum Tanz führen! Das wird just so sein. Just so. Als ob ich grab wegen Deiner auf der Welt wäre! Wir werden es ganz gut machen, wenn Du Dich wieder einmal willst anhängen. Nettel, werden wir sagen, was sollst in Deiner Jungheit an Einem kleben bleiben; von einer Schönen wollen Andere auch was haben. Der Bäckerjung stellt Dir schon lang nach, der braucht Eine zum Heirathen, weil er ein eigenes Geschäft anhebt — ich will Deinem Glück nicht im Wege stehen. Was kann sie drauf sagen? Daß ich gutherzig nachgebe, wo Andere raufen! —Leicht, Prestl, leicht raufen wir heut nach der Vesper auch noch um Eine, der Wirth ist schon mitgespielt und ich nehm dem Schmied-Franz die Dirn weg — die rothhaarig Thresel. Das ist ein Brocken! — Auf das wird der Tag wohl vorbei fein." Das Programm war gemacht, der ganze junge Kerl stak im Sonntagsgewand — und jetzt kann» vorangehen. Als er bei dem rückwärtigen Thürchen aus dem Hause tritt, könnte man sich nur verwundern, daß er ein so schweres Gebetbuch im Sacke trägt. Es zieht die graue Jacke nach euer Seite tief hinab. Der Bursche legt auswendig den Arm drüber hin, daß es nicht schlenkern kann, und eilt durch den Hohlweg gegen den Wald hinan. Der langen Woche harte Arbeit hat nicht eine Spur an dem frischen, sehnigen Burschen zurückgelassen, so leicht und flink wie ein Seiltänzer springt er dahin Über die Steine, die das Wasser kahl geschwemmt hat, und so geräuschlos hüpft er hin, als wäre der Sand Pelzwerk und als hätten die Steine Schnellfedern. Der alte Waldjodel torkelt mühsam auf seinen dünnen Beinen und mit einem langen Stocke des Weges herab. Der hat da oben hüte Hütte; er geht in die Kirche und gedenkt der Freuden, die nach dem Gottesdienst sein könnten, wenn man einen Sechser in der Tasche hätte. In seinem mageren Gesichte, aus dem der weiße Bart hervorsticht, hat er das Pfeiflein stecken, er raucht den ganzen Tag, der alte Jodel, langer „Medicinische Jnstrnmentenfabrik" von Reiniger, Gebbert und Schall. Ihr Ruf ist in medizinischen Kreisen schon fest gegründet. Mit ihren Instrumenten und Apparaten, die für die kleine LandproxlS berechnet aber auch für die größte Klinik zum Anschluß an größere electrische Leitungen geeignet hergestellt werden, gibt die Firma einen Tatalog heran«, der zugleich ein Lehrbuch deS Theiles der ElectrtcitätS- lehre enthalt, die der Arzt zur Handhabung und Selbstreparatur braucht. Dem wißbegierigen Laien werden die Geschäftsräume und die Ausstellung in der Münchener zweiten Kraft- und Arbettsmaschineu-AuSstellung gerne gezeigt und die Anwendung der finureicheu Apparate erklärt. * Die europäische LedenSverfichrruug in 1897. Die Ergebnisse der LebenSverficheruug des europäischen Festlandes in 1897 lasten sich, wenigsten» sür die hauptsächlich in Betracht kommenden Länder, nunmehr ziemlich vollständig übersehen. In der gesammten regulären LebenSverficheruug (also ausschließlich BolkSverficherung) wurden 1897 von den Gesellschaften dieser Länder ungefähr folgende Summen neu verfichert: dem Gebiete Deutsches Reich Frankreich Oesterreich Rußland Die wirthschaftliche Millionen Mark 5865 270.8 239.7 135.8 • Origioal.Mittheilungeu über Mariueweseu. Die von dem Norddeutschen Lloyd jährlich herauSgegebene Liste über den verbrauch von Proviant usw. an Bord seiner Dampfer zeigt auch für 1897 gewaltige Ziffern. Wir lasten hier einige Angaben der hauptsächlichen Artikel folgen- verbraucht wurden an frischem Rindfleisch 2358 980, gesalzenem 382 243 Pfd., Schweinefleisch 429 865 Pfd., Kalbfleisch 259 546, Hammelfleisch 276813 Pfd., 10414 Schinken, 86530 Pfd. geräucherten Speck- an lebendem Vieh: 414 Ochsen, 232 Kälber, 141 Schwelm und 443 Hämmel. Bon frischen Fischen wurden 233543 Pfd. verzehrt, ferner geräucherten Lachs 6007 Pfd., Häringe 7524 Pfd., 714 Tonnen und 7119 große Büchsen, Austern 267038 Stück, Hummer und Schildkröten 42912 Pfd. An Geflügel finden wir: 9300 Puter, 6568 Gäule, 8536 Capaunen, 15775 Hühner, 26981 Enten und 131755 Küken. Rehwild ist mit 11 259 Pfd. aufgeführt. Der Verbrauch an Conserveu stellt fich auf ca. 485000 Büchsen. An Hülsenfrüchten rc. Erbsen, Bohnen, Reis, Schnittbohnen, Weißkohl, Sauerkohl ulw. ergaben fich ca. 890000 Pfund. Sodann find zu neunen: 11258 Barrel Roggen- und Waizeu- gegeu 1896 mehr 29.1 17.5 25.6 22.8 Deutschlands tritt also auch auf dem Gebiete der Lebensversicherung oeuruq zu Tage. Dem Bruttozugange von 586.5 Millionen Mark der 44 deutschen TodeSfallverficherungS-Gesellschafteo stand ein Abgang von 240.5 Millionen Mark gegenüber, sodaß ein RetnzuwachS von 346 Millionen Mark verblieb. Hiervon eutfirlen fast 47pEt. auf die 6 größten deutschen Gesell- schäften - dieselben weisen auch die größten Ziffern de« Rein- zuwachse« auf und zwar in folgender Ordnung: Lebens- verficheruugS- und Ersparnißbank in Stuttgart 34595023 Ml., Bictoria-Berliu 34223309, Leipziger (alte) 28483 600 Mk., Germania Stettin 22 234 750 Mk., Karlsruhe 21399 479 Mk. und Gotha 20 748600 Mk. Da die den deutschen Ziffer» am nächsten kommenden continentalen Gesellschaften „Rossija" in St. Petersburg und „Asficuraztoni Generali" in Triest einen Reinzuwach« von nur 31524273 bezw. 26959378 Mk. aufweisen, so hat also auch 1897 wie im Vorjahre eine deutsche Gesellschaft den größten Reinzuwachs unter allen Gesellschaften de« europäischen Festlandes erzielt. Der gesummte BerficheruugSbestand der deutschen Gesellschaften überschritt im Jahre 1897 die sechste Milliarde und stieg am JahreSschluffe auf ca. 6195 Millionen. Hiervon waren 3204 Millionen bei den 21 GegenseitigkeitSaustalteu und 2991 Millionen bei den 23 Actieugeiellschaften versichert. Ueberlegeuheit der Lebensversicherung deutlich zu .aber kalt — dazu braucht man keinen Tabak und es kommt nur auf die Gewohnheit an. Jetzt zieht er die Pfeife aus dem Mund, und mit wackelndem Kopf sagt er zum Prestl: „Schenk mir was!" Der Bursche schenkt ihm eine Lüge, er müsse heute in die Roßhald hinauf, es sei — habe der Halter sagen laffen — der Braune krumm geworden. Er stieg an. Der alte Jodel schüttelte sein Haupt: „Heut ist schon wieder ein Unglückstag. Aus dem Wege Iriegt man nichts und zum Betteln vor der Kirchenthür kommt man zu spat. Jeffas und Jeffeles, wenn ich so jung wär und laufen kunnt, wie der da, ich wollt mir Eins zusammen- HeUeln beim sommerlangen Tag!" Und torkelt seines Weges weiter. Der Prestl stand endlich oben auf der Hochblöße, wo sonst kein Mensch mehr war, wo ihm der strohige Baumschlag das Thal verdeckte, wo er die fernen Berge nur über die Wipfel hereinblinken gesehen, wenn er dafür einen Blick gehabt hätte. Er stand gekrümmt und schaute auf den Erdboden und ins Gekräute nach Spuren und lugte in das nahe Dickicht hinein und horchte. Es war sehr still, nur ein leises Summen ging, wie wenn Hummeln flögen. Unten im Dorfe läuteten sie zum Hochamt. Der Prestl denkt: Da kommt er mir, er kann Nicht weit sein. Dann zog er» denn hervor, sein Gebetbuch, und steckte es zusammen, Schaft und Rohr And ließ aus einem messingbeschlagenen Hörnlein das Pulver in« Rohr rieseln und that eine Bleikugel nach und den Papierstöpfel mit leichtem Stoß des LadstockeS, ans Zündloch das Hütchen, somit konnte die Andacht beginnen und er stellte fich an den Anstand. Bisweilen war im Walde ein Geräusch, als ob etwas auf dürres Reisig trete. Dann strich aber ein Lufthauch von schlechter Seite; das Thier hat eine scharfe Rase und kann um Alles den Menschen nicht riechen. Der Bursche will des Luftstriches wegen just einen anderen Standpunkt wählen, da jagt plötzlich Einer hinter ihm: „Guten Morgen!" bisherige Director deS Botanischen laude bestanden. , , . m — Wie aus Basel berichtet wird, hat der dortige Professor Andrea« v. Thur einen Ruf an die juristische Faerülät der Universität Straßburg angenommen, um dort die neugeschaffene Professur zu übernehmen, die zur Vertretung deS bürgerlichen Rechtes erforderlich geworden ist. t _ Halle a. d. Saale. Der bisherige Director deS Botanischen Instituts zu Basel, Professor Dr. Georg Klebs, folgt dem Ruse als Nachfolger von Professor Kraus an der Halle'schen Proseflur Univerfitäts»Nachrichten. - Frequenz der deutschen Universitäten. Andensämmt- lichen deutschen Universitäten, einschließlich der Akademie Münster, sind in diesem Sommer-Semester nicht weniger ms 32,230 Studenten immatrikulirt, gegen 31,110 im vorigen Winter und 30,932 im vorjährigen Sommer, also fast 1300 mehr als ttn Sommer vorigen Jahres und fast 2500 mehr als im Sommer 189^ (29,747)! Die Verthetlung dieser gewaltig angewachsenen Stubenten- zahl auf die einzelnen Universitäten zeigt die nachfolgende Tabelle, in welcher wir des Vergleichs wegen zwischen Klammern die Frequenz zuerst deS letzten Winters und dann d^deS vorjährigen Sommers beifügen: Berlin 4882 (5935-4705), Mür cken 4028 (3817-3871), Leipzig 3174 (3277-3064), Bonn 1975 (*671-1899), Halle 1603 (1606-1534), Breslau 1587 (1497-1541), Freiburg 1545 (1073 bi» 1449), Heidelberg 1384 (1084-1230), Tübingen 1377 (1226-1289) Würzburg 1312 (1425—1430), Göttingen 1216 (1154-1123), Marburg 1115 (908-1042), Erlangen 1070 (1068-114)), .g£°67b“\0 1040 (1066—1016), Greifswald 864 (756-834), Kiel 838 (580-727), Jena 755 (632-704), Güßen 733 (674-663), Königsberg 733 (684-695), Münster 537 (526-487), Rostock 462 (451-499). Don der Gesammtzahl sind 29,961 (gegen 28,727 und 28,687 in den beiden letzten Semestern) als deutsche Staatsangehörige verzeichnet, die Zahl der Ausländer beträgt 2269 (gegen 2383 und 2245); bie stärkere Zunahme entfällt also wiederum ausschließlich aus deutsche Staatsangehörige selbst. — Fräulein Adeline RittershauS, Tochter deS verstorbenen Dichters Emil Rtttershaus, die an der Züricher Universität Germanistik studirte, Hal in diesen Tagen die Doktorprüfung magna cum. bewohner versprachen, in Zukunft auf die Funde von ^aUenc- Eisen" beffer achten zu wollen. • 8eifteSgt,ww°kt. „Deuten Sie fich, neulich fitz->4 Nacht« noch tn meinem Arbeitszimmer und schreibe. Jetzt schlägt meine Uhr zwölf, und im selben Moment kommt ein Geist auf mich zu!" - „Gräßlich! . . . WaS g.aten ©t da?" — „Ich sagte sehr höflich: „Entschuldigen Sie, meine Uhr geht eine Viertelstunde vor!" — „O Verzeihung erwiderte daS Gespenst und verschwand. • Bei« Provinzialtheater. Schauspieler (zum Director eines Provinzialtheater«): „Herr Director, ich bitte, mir das Repertoire der nächsten Woche mitzutheilen!" - Director. „Wozu?" — Schauspieler: „Damit ich weiß, was ich von meiner Garderobe versetzen kann."__- Literatur rrnd Arrirst. — Humperdinck hat sein neues Werk, die "Maurische Rhapsodie", die auf dem diesjährigen Musikfest in Leeds aufgeführt werden wird, vollendet. Die Rhapsodie besteht Thetlen: Tarifa-Elegie bet Sonnenuntergang «."Tanger (etne^uve maurischer Tänze) und „Tetuan, oder Marsch durch die Wüste . Der Componist wird persönlich sein Werk tn LeedS dtrigiren. - Karl Reinecke, der Leipziger Altmeister batio.benttne Märchenoper tn zwei Acten beendigt, betitelt. ."Da« Teufelchen auf der Htmmelswiese" oder „Der kleine Sapperlot . DaS Werk ist für Kinderaufführungen bestimmt; vor einem kleinen Kre^ wurde es durch Mitglieder des Thomaner-Chors und unter Mitwirkung des Regiffeurs Proft, sowie des Pianisten v. Bose im Hause des Componisten dargestellt und von den Zuhörern als sehr anmuchig und melodiös befunden. Der Text ist nach dem gleichnamigen Märchen von Rudolf Baumbach gedichtet. — Mascagni hat den Vertrag unterschrieben, laut welchem feine neue Oper „Iris" im Theater Constanze zu Rom zur Aufführung gelangt. Die Oper hat drei Acte und befindet sich bereits bet Ric»di in SDlaitanb im Druck. Sie foU sich durch sr°ßen Rei^ t$um «n originellen und ichSnen Melodien -usreichnm, sowie durch ungewöhnlich feine Jnstrumenlirung; beionderS eine B-re-role für Tenor und eine Hymne an die Sonne sollen sich dem Besten an reihen, was MaScagni compontrt hat.__ mehl, 174200 Grau- und Weißbrod, 608000 Pfd. «4warz brod, 189 800 Pfd. Zwieback, 1338 200 Cittonen, 367 000 Pfd. Zucker, 420000 Liter Milch, 271800 viertel Kartofftln, 454100 Pfd. Butter, 1431 Barrel Salz, 233800 Pfd. Zwiebeln, 2009000 Lier und 14744700 Pfd. Ei«. Daß auch die Getränke an Bord der finden, zeigen die folgenden BerbrauchSztffern: Champagner 26000 Flaschen, Rothwein 86900, Rhein- und Moselwein 88000, Cognac 14989 Flaschen, Sh-rrh, Portwein Madeira Genever, Liqueure 43300 Flaschen, endlich noch 605 000 Liter und 685000 Flaschen Bier und 195600 Flaschen Mineral- wasser. Diese Ziffern sprechen am Besten dafür, welche außerordentliche Bedeutung der Norddeutsche Lloyd für unser nationales WirthschaftSleben besitzt und welche riesigen Summen in baarem Gelde Seiten« der Gesellschaft den deutschen Lieferanten in jedem Jahre zufließen. _ , . ♦ Das Naturwunder. Alexander MoSzkowSki veröffentlicht im Feuilleton de« „Berl. Tagebl. einige humoristische Gedichte, „Alpine Bilder", von denen wir eine«, seine« actuellen Jahalt« wegen, hier wiedergeben wollen. E« trägt den Titel „Da« Naturwunder" und lautet: Ich kam auf dm Rigi; das Gasthaus war voll, Doch wie meine Augen auch spähten, Nicht einen der Gäste gelüstete es, Ins Freie hinauszutreten. Warum wohl? Ein Räthsel! Die Lust war mild, Da lagen die Gletscher und Kanten, Auf denen die letztm Strahlen noch Der scheidenden Sonne brannten. Ein Anblick für Götter! Vom fernen Ost Erglänzte die Sentis-Kuppe, Der Glarnisch, der Tödi, das Schneehorn, davor Die mächt'ge Claridm-Gruppe. Die Berge des Berner Oberlands In ihren Silbergewändern, Der Mönch, das Schreck- und das Wetterhorn Mit ihrm gezacktm Rändern. Sie traten alle ganz deutlich hervor, Die tieferen Felsen und Matten, Die Thäler und Seen lagen bereits Im kalten Dämmerungsschatten. Da plötzlich bedeckte ein rosiges Roth Die höchsten Gletscher und Firnen, Mit Purpurbändern umwanden sich Die BergeSgtganten die Stirnen. Ein Alpenglühen! Jawohl, das wars, Wer könnte den Zauber beschreiben! Und ich ganz allein aus dem Aussichtspunkt, Wo mochten die Andern wohl bleiben? Wo waren die Gäste, auf deren Blick Die glühenden Gipfel harrten?-- Sie saßen an dreißig Tischen im Saal Und — schrieben Ansichtspostkarten. * Schicksale eines antiken Broneehelmes. Unlängst begab fich ein Beamter des bosnischen LandeSmusenmS auf der Suche nach antiken Funden in daS an der dalmatinischen Grenze gelegene Dorf Drinovee und kam dort zu einer „Gradina" (ortsübliche Bezeichnung für eine vorrömische Befestigung). Die Anhöhe dieser „Gradina" war eine illhrische fortificarorische Anlage, die mit Trümmern von altem Thon- geschirr bedeckt war. Die durch Cigaretten gewonnenen und gesprächig gewordenen Dorfbewohner fingen an, von verschiedenen, am Fuße der Gradina zum Vorschein gekommenen alten Eisenstücken, Töpfen u. f. w. zu erzählen. In einem benachbarten Hause fei von den Funden noch jetzt etwa« vorhanden. Sofort wurde der „kuca“ ein Besuch abgestattet. Die Dame deS Hauses verhielt fich Anfangs zurückhaltend- al« der Beamte aber die Kinder beschenkte, brachte fie zwei eiserne Lanzenspitzen und einen Broncehelm, der vollständig mit Asche bedeckt war. Die practische Hausfrau, die ihn für einen Kochtopf hielt, hatte ihn auch al- solchen verwendet. Nach einigen Verhandlungen ging der also profanirte Helm tn den Besitz de« LandeSmusenmS über und die guten Dorf« — Der bisherige Repetent am Theologischen Convict zu Bonn, Dr. Gerhard Esser, ist zum ordentlichen Professor in der katholisch" theologischen Facultät der dortigen Universität ernannt worden. Der Jäger Mathias steht da. „Prestl", sagt er, „wirf den Stutzen weg!" Anstatt das zu thun, fährt der Bursche mit dem Gewehr zur Wange. Der Jäger thuts auch und schreit noch einmal: „Den Stutzen weg!" Da knallt ein Schuß und rasch daraus der zweite. Der Jäger eilt seitab, denn man kann nicht wissen, ob der Wildschütze nicht Genossen hat. Der Prestl hat auch einige Sprünge gemacht, wankt nun ein wenig und auf einen Baumstock niedersinkend röchelt er: „Jetzt hab ichs". Heber den Schuh des rechten Fußes riefelt Blut hinab. Der Bursche reißt sich das bunte Halstuch vom Nacken und verbindet die Wunde am Schenkel. Dabei wird ihm gar übel, seine Glieder zittern, kalter Schweiß steht auf seiner Stirne, vor seinen Augen ist ein graues Firmament mit kreisenden Sternlein. Nach einer Weile springt er erschrocken auf und fährt durch den Wald bis zu den Feldern hinab, wo das Wetterkreuz steht und wo man das schöne breite Thal überblickt. Dort stürzt er zusammen und aus der schlecht verbundenen Wunde rinnt das Blut. Unten steht das Dbrs mit bet Kirche, wo die Glocken läuten. Ueber bie grünen Wiesen hin bewegt fich langsam bie bunte Reihe der Procession. Manchmal weht halb verloren der Schall der Lobgesänge heraus, welche fie unten dem allmächtigen Gott darbringen für das gesegnete Jahr. Sie sind voller Freuden, so vermag der verwundete Wildschütze noch zu denken; sie haben Ueberfluß dies Jahr, haben einen lustigen Winter vor fich — und ich muß heut sterben. — Der Braune ist krumm auf der Alm, hab ich dem Jodel gesagt — gar sehr ist er krumm, der Braune. — Daß ich heut nach der Vesper raufen thu, das wird schier ausbleiben. Wundern werden fie sich, daß der Prestl nicht ins Wirthshan« kommt. Der hat gewiß wo ein ander Schelmenstück. Ja, freilich hat er. Ausbluten. — Ist schon recht gewesen — das mit dem Kreuz — heut Früh aus dem Bett. — Daß ich der Retteldirn die Lieb wollt künden, ganz: gescheit ists. Jetzt brauche ich Keine mehr. — Auch dem Schmied-Franz Seine nicht. — Jetzt, wenn ich mir was wünschen kunnt — daß ich fein bei Einer blieben wär, wollt ich mir wünschen. — Morgen kanns schon umgehen im Dors: Da oben beim Wetterkreuz ist er gelegen — maustodt. — Jetzt kommen sie nach der Reih. Jede will mich noch einmal anschauen. — In der Todtenkammer! wirds heißen. — Sein thut er« richtig, werden sie sagen und schaudern und davonlaufen — und einen Lebendigen aussuchen. — Und Keine denkt dran, daß ich ihretweg' in der Höll bin. — Bis sie selber nachfahren. So sann der entkräftete Schütze halb im Wachen unb halb im Träumen, bis neben ihm ein Heller Schrei war. „Aber so schlecht sein!" ries die Stimme der Retteldirn, die eben von der Kirche heimkehrte, „daß Du in der Kirchen kein Andacht hast, weih ich schon lang, aber daß Du gar nicht hineingehst, ist mir was Neues. Auf Längs in die. Sonn hinlegen und faullenzen!" „Faullenzen!" wiederholte der Bursche und thak ein: Lachen, voll Wehmuth, voll Hohn! Jetzt sah sie sein aschenblasses Gesicht, das Blut auf dem Rasen, jetzt sagte sie halb, betäubt : „Prestl, was ist das?" „Lieber wärs mir gewesen, Du wärst um eine Stund später kommen", sagte der Bursche. Ich brauch — kein. Jammergeschrei". Sie machte auch keinS- Die richtigen Weiber sind schon einmal so, bei klein Ding, da zetern und lärmen sie, daß man meint, der Himmel stürzt ein, und ist auf einmal ein großes, schweres Unglück, da, daß oft die Männer nicht wissen, wo fie für den Augenblick ihren Kops haben, da vergißt manches Weib aufs Klagen und Zagen und thut das Rechte und tröstet und hilft und ist stark. (Schluß folgt.) Bekanntmachung, betreffend: Die Ausführung kleinerer Arbeiten und Reparaturen für Rechnung der Stadt Gießen. Im Auftrage Großh. Bürgermeisterei Gießen bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß nach Beschluß der Stadtoerordneten-Ver- sammlung vom 6. Mai d. I. die Vergebung der kleineren Arbeiten und laufenden Reparaturen für Rechnung der Stadt künftig in der Weise erfolgen soll, daß die hier ansäsfigen, seit mindestens 3 Jahren ihr Gewerbe selbständig treibenden Handwerksmeister thunlichst gleichmäßig und in regelmäßigem Turnus dabei berücksichtigt werden, sofern sie auf derartige Arbeiten für die Stadt reflectiren. Nachdem die hierfür erforderlichen umfangreichen Vorarbeiten zunächst für die Weißbiuderarbeiteu fertiggestellt find, laden wir die in Gießen ansäsfigen Weißbindermeister, welche seit mindestens 3 Jahren ihr Gewerbe selbständig und als Meister hier betreiben, zur Bethriligung ein. Wir bemerken, daß die der Ausführung der Arbeiten zu Grunde liegenden allgemeinen und besonderen Bedingungen, sowie das Preisverzeichniß der einzelnen Arbeiten bis zum S. Juli d. I. einschließlich zur Einsicht der Genannten während der Dienststunden auf Zimmer Nr. 6 bei uns offen liegen. H ß Die Reflectanten muffen spätestens bis zum 10. Juli d. I. eine entsprechende schriftliche Erklärung bei uns einreichen, wozu Vordruck unentgeltlich abgegeben wird. Gießen, den 30. Juni 1898. Das Stadtbauamt: Schmandt. 6632 Montirtes Gleis u. Kippwagen, ueu, sowie gebraucht, hat billig abzugebeu, zum Kauf oder Miethe 18 ______________________________Hermann Hess. Marmor-, Mosaik- and Terrazzobödengeschäft von Santo & Gehr. Callig aro Venetianische und romanische Arbeit. — Portlandböden aller Art. Giessen | Marburg 6547 33 Steinstrasse 33. ❖ 80 Weidenhäuserstr. 80. (ihii|ifehluii(ien Prima Flaschenbier 1 der Actienbrauerei Gießen, per Vt Flasche 18 Pfg., V» Flasche 10 Pfg., empfiehlt Johs. Marker, Kaplansgasse 10. lickiiniitiimiljinißen Vergebung von Gauarbeiten. Die zu dem Umbau des Pferde- stalles auf dem Domanialhof Schiffen-, berg nöthigen Arbeiten nebst Material-, lieferungen, nämlich: Maurer-, Stein-: Hauer-, Zimmer-, Schreiner-, Schlosser« < und Weißbinderarbeit, sowie bie ’ Eisenlieferung werden hierdurch unter i Hinweis auf den Ministerialerlaß vom i 16. Juni 1893 zur Vergebung auf dem Submissionsweg ausgeschrieben. Die Ausführungsbedingungen und Arbeitsbeschreibungen liegen in unserem Amtsloeal zur Einsicht offen und können letztere, mit Vordruck zu dem bezüglichen Angebots-Vermerk versehen, daselbst zum Selbstkostenpreis in Empfang genommen werben. , Angebote sind bis zum 9. Juli 1898, Vormittags 10 Uhr, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift portofrei an uns abzugeben. Zuschlagsfrist drei Wochen. Gießen, den 27. Juni 1898. Großherzogliches Hochbauamt. Neuling. 6491 Vergebung von Bauarbeiten. Die zur Erbauung eines Doppelhauses für Dienerwohnungen und eines Thierhäu-chens bei dem Anatomiegebäude zu Gießen nöthigen Arbeiten nebst Materiallieferungen, nämlich: Maurer-, Steinhauer-, Zimmer-, Dachdecker-, Schreiner-, Schlosser-, Glaser-, Weißbinder«, Spengler- und Pflasterarbeit, sowie die Trägerlieferung, werden hierdurch unter Hinweis auf den Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 zur Vergebung auf dm Submissionsweg ausgeschrieben. Die Ausführungs - Bedingungen, Zeichnungen und Arbeitsbeschreibungen liegen in unserem Amtslocal zur i Einsicht offen, und können letzteres mit Vordruck zu dem bezüglich-^ Angebots-Vermerk versehen, daselbst zum Selbstkostenpreis in Empfang genommen werden. Angebote sind bis zum 6. Juli I. I., Bormittags 10 Uhr, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift, portofrei an uns abzugeben. Arbeitsvergebung. Die zur Ausführung des Rauhbaues eines Sparkaffegebäudes dahier nöthigen Maurer-, Steinhauer-, Zimmer-, Dachdecker-, Schlosser- und Spenglerarbeiten, sowie Anlage eines Blitzableiters, Lieferung eis. Träger und Röhren, Brechen und Anfuhr von Bruchsteinen, Lieferung von Schwarz- und Weißkalk, Sand« und Hintermauerungssteinen, sollen Montag den 11. Juli 1898, Vormittags IO Uhr, auf dem Wege schriftlichen Angebots vergeben werden. Pläne, Voranschlag und Beding ungen können bei dem Unterzeichneten vom 27. Juni ab bis zu obigem Termin eingesehen werden, wo auch die verschlossenen und mit gehöriger Aufschrift versehenen Offerten abgegeben werden können. Abschriften des Voranschlagwerden gegen die üblichen Copial gebühren zum Zweck der Bewerbung jedem Interessenten verabfolgt, dagegen Copien der Zeichnungen nicht abgegeben. Für die Steinhauerarbeiten sind Sandsteinproben verschiedener Farben erwünscht. Grünberg, den 23. Juni 1898. (Oberhessen) I. A.: 6404 Maringer, Kreisstraßenmeister. 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