Nr. 231 Zweites Blatt Sonntag den 2. Oktober 1808 Mud Amts- und Anzeigeblatt für -en ICrcis Gieszen Gratisbeilage: Gießener Familienblätter ngegend die ergebenste nthen Gäste in jeder alle Keimen. Lbl. ■Hr Unjrigrn-Bermtnlungsstrllrn M In- um NulUM ■fbmtn Anze,,m für bm UhrfcentT «n*nqrr cnt|tgm. ■ eeebe< van Än|tigtn zu der Nachmittag» für ben NlgmVni Im «r'chmlknden Nummrr bi» Barm. 10 UH Rrtwnwi, Ervrdieion nnb Druckerei: >4nfire|f Ar. 7. öllpdk-ufb'A dÄ nOfUnfh 906 1°°'S 'S'"»*' CocaUs unb provinzielles. Gießen, 1. Octobber 1898. •• Bierbrauerei nnb Bierbesteuerung in Srohherzogthum HEften. Im Jahr 1897/98 find im Großherzogthum Hessen 154 Bierbrauereien (gegen 160 im Vorjahr) tm Betrieb ge- wefeo. Davon befanden fich 89 (1896/97 91) io der Pro- vtoz Starkenburg, 31 (84) in Oberheffea und 34 (35) in Rheinhessen. In diesen Brauereien wurden im genannten Jahr 1,306,417 Hektoliter Bier gebraut und zwar in der Provinz Starkenburg 397,856 (1896/97 864,776), in Ober. Hess" 217,416 (201,901) und in Rheinhessen 691,145 (643,818) H ctoliter. Gegen da» vorhergehende Jahr mit einer Production von 1,210,494 Hektoliter ergibt sich demnach im Jahr 1897/98 im Großherzogthum eine Mehrproduktion von 95,923 (1896/97 44,222) Hektoliter. Die Menge der im Berichtsjahr verwendeten steuerpflichtigen Brau- stoffe und zwar Getreide (namentlich Gerstenmalzfchrot) be- trug 27,558,396 Kilogramm oder 1,704,482 Kilogramm «ehr Ql» im Vorjahr, Malzsurrogate (in»defondere Reis) 210,579 Kilogramm oder 44,968 Kilogramm mehr. Die Einnahme an vrausteuer belief sich im Jahr 1897/98 auf 1,110 882 Mk., um 70,058 Mk. höher al» im Vorjahr. Die Ausfuhr von Bier au» dem Großherzogthum, mit dem Anspruch auf Stenervergütung, betrug im Rechnungsjahr 1897/98 etwa 11,050 Hektoliter, gegen 10,900 Hektoliter im Jahr 1896/97. Zumeist war die Ausfuhr nach der bayerischen Pfalz, dem Großherzogthum Badea und nach Elfaß-Lothringen gerichtet. Die Einfuhr von vier au» deutschen, nicht zur vrausteuergemeinschaft gehörenden Staaten hat gegen daS Vorjahr um annähernd 5100 Hrctyliter zu- genommen, dagegen wurden au» dem ZollvereivSauSland, insbesondere Oesterreich, etwa 930 Hektoliter weniger ein- geführt. 85.1» 101.80 24 6* 91.50 440» 101^ 000.0» ■brtfft für Dkprschkn: Anzeiger frltlaa. Smtf»rtd)fr Nr. bl. I ihre Urheber vor die Geschworenen zu verweisen, nachdem ich I Audor zutreffenden Falls die Militärbehörden zu einer Klage I veranlaßt haben werde. Ich bitte Sie, die erforderlichen I Instructionen Ihren Substituten zu übermitteln u. f. w. Die Artikel 444 und 445 de» Untersuchungscodex, die I Nr den nunmehrigen Gang deS RevifionsversahrenS in Be- I tracht kommen, lauten: „Artikel 444. Der Laflationshof I «ird mit der Sache von seinem Oberstaatsanwalt gemäß dem I befehle betraut, den der Justizminister entweder aus eigener I Jnitative, oder auf Ersuchen der Parteien ertheilt. Artikel I 445- 3« Falle der Entgegennahme schreitet der TaffatiouS- I Hof, wenn erforderlich, bittet oder durch Vermittlung von I Commissionen zu allen Untersuchungen über die Angelegenheit, I »le Eoofrontiruugeu, JdeutitätSnachforschungeu, verhören I und Mitteln, die geeignet find, die Wahrheit klar zu stellen. I Wenn dann die Angelegenheit spruchreif ist, wenn der Ge- I richtShof erkennt, daß zu neuen eontradiktorischeu Verhavd- I langen geschritten werden kann, aunullirt er die Urtheile I oder Erkenntnisse und alle Acte, die der Revision im Wege I stehen, er stellt die Fragen fest, die gestellt werden sollen I und verweist die Angeklagten oder Beschuldigten, je nach den I vorliegenden Fällen, vor einen anderen Gerichtshof als den, I der zuerst mit der Angelegenheit befaßt war.* Demgemäß I wird der Justizminister die Acten sofort dem Generalpro- I curator Manau ausliefern. Dieser übermittelt sie der Straf« I kammer des EaffationShofe». Der Vorsitzende dieser Kammer I Herr Loew wählt einen berichterstattendeu Beirath. Dann I kommt die Angelegenheit znr öffentlichen Verhandlung, in der | auf den Bericht des Rapporteurs und nach dem Plaidoyer I des Anwalts DrrhfuS' und den Anträgen des Oberstaats« I auwaltes von dem Gerichtshof zuerst nach Artikel 445 die I Zulässigkeit der Entgegennahme geprüft wird, d. h. ob alle I Formfragen genau beobachtet worden find. Dann wird er- I wogen, ob die vorgelegteu Beweisstücke genügen, um über I die Sache zu urtheileu. Kommt man zu der entgegengesetzten I Ueberzruguug, so kann eine LrganzungS.Uutersuchong be« I schloffen werden, mit der ein Mitglied deS Gerichtshofes I betraut wird, worauf dann der Spruch erfolgt. Die Enthüllungen über die Ursache deS Rücktritts Eafimir-PürierS lenken die Gedanken weniger auf die Glaubhaftigkeit dieser noch uv- verbürgten Legende als vielmehr auf das Verhalten Deutsch. I laudS während der vier Jahre, in deuen unaufhörlich mit lauten und leisen Anspielungen, mit Lügen und mit Droh« uugen vou den Gegnern der Revision auf den deutschen Nachbar hingezeigt wurde. „Die Fälscher, welche in der | Affaire DrehfuS eine so entscheidende Rolle gespielt, hatten eS verstanden, eine wirksame Dornenhecke um ihre Werkstatt zu ziehen, sie operirten und rechneten da mit allen unedlen Trieben, mit allen unklaren Empfindungen der Menge, vor Allem ward der blindwüthige Deutschenhaß mit seinen wunder- I lichen Auswüchsen nach Kräften ausgebeutet und Frankreich I erlebte den traurigen Anblick, daß die vornehmsten Kreise der । Gesellschaft diesen Elenden anhiogeu." So schreibt heute au I I leitender Stelle das officiöse Wiener „Fremdevblatt". Wir I können nicht umhin, den Aeußeruogeu eines andern nicht- deutschen Blattes über diesen Punkt hier Raum zu geben. »In den letzten Jahren schreibt die ,97. Freie Presse" haben die Gegner der Revision unausgesetzt mit dem vou ihuro I ersnndenrn deutscheu Drohgespeuste einen frevelhaften Miß- brauch getrieben, sie haben mit angeblichen Briefen deS deutschen I Kaiser- an DrehfuS, mit einem unerschöpflichen LügeumythuS, I in den sie den deutschen Militär-Attachä v. Schwartzkoppeu I einhüllten, die Furcht zu verbreiten gesucht, daß die Revision I den Krieg mit Deutschland zur unvermeidlichen Folge haben I müßte. Wenn diese» gefährliche Treiben, welche» dazu bei« I trug, die RevlfiooS.Frage von dem juristischen auf den Politischen Boden hivüberzudrängen, sie zu einem Partei- und Machtmerkmale zu entstellen, in Deutschland auch nur da» leiseste Echo geweckt hätte, so wäre die äußere Verwicklung allerding» zn besürchten gewesen und gerade von denen wäre sie verschuldet worden, welche, um die Ungeheuerlichkeit de» I Verfahrens gegen DrehfuS zu verhüllen, durch ihre Lügen I und Verdächtiguogen die Geduld Deutschland» auf die Probe I stellten. Man hat tu Berlin fich dadurch nicht aufechreu laffen und e» wird immerdar ein leuchtender Semei» vou I vornehmer Besonnenheit bleiben, daß man fich darauf be- I schränkte, die Pariser Tendenzlügen, soweit sie fich auf Deutsch« I land erstreckten, einfach zu widerlegen. Wenn von autori- tativer französischer Sette allzulange gegenüber den Ber- I dächtigungen Deutschland» durch die Anri-R-vifionisteu ein zweideutiges Schweigen beobachtet, wenn von keinem der Ministerpräsidenten und Minister de» Aenßern seit vier Jahren gewagt wurde, jenen Verdächtigungen am geeigneten Platze 1 Die Kreiafrage. Anscheinend ist e» wieder still geworden auf der Insel im Südosten Europas, um welche schon so viel Blut vergoffen ist. Man möchte e» eigentlich bereuen, daß man nicht den Basso» auf der Insel belassen hat, vielleicht hätte dieser energische Kriegsmann tm Verein mtt den Sympathien, welche ihm der größte Theil der Kretensec entgegenbrachte, geordnete Zustände geschaffen und schon längst dem »Generalgouverneur", Prinzen Georg von Griechenland, die Wege geebnet. Aber Vasso» hatte ja gegen da» Völkerrecht verstoßen, al» er die dem Sultan gehörige Insel occupirte. und au« diesem Grunde mußte er von den Großmächten zur Rückkehr gewungen, Kreta frei» "ch auch wieder dem ungewissen Schicksal überlassen werden. Der griechisch-türkische Krieg unterbrach die Regelung der Kretafrage, die Vertreter der Großmächte in Konstantinopel fatten Monate lang mtt der Herbeiführung de» Frieden» zwischen den beiden Mächten zu thun. und schließlich war da» Interesse für die Insel mehr und mehr in den Hintergrund getreten. E» herrschte dort eben Ruhe, aber welcher Gestalt diese war, da» haben die letzten Ereignisse in Kandia gezeigt. Man ist in Europa nur allzu geneigt, bei jeder Affaire im Gebiete de» türkischen Reich», sobald die Interessen der Christen verletzt werden, dem Sultan die ganze Sache in die Schuhe zu schieben. Daß Viele» faul ist im Staate de» Padtschah, daß die Einführung von Reformen in jedem Zwerge der Verwaltung erforderlich ist, daß die Rechte der christlichen Bewohner mehr geschützt werden müssen, soll nicht abgeleugnet werden, und wir sind die Letzten, welche den Sultan etwa in Schutz nehmen wollen. Aber verkannt darf nicht werden, daß auch die Großmächte einen großen Theil d r Schuld tragen, wenn die Durchführung der Reformen unmer wieder hinausgeschoben wird. Wenn die Muhamedaner sich gegen die Christen vergehen, so wird zuerst stet» ein großer Apparat Aufgeboten, und e» regnet von Noten der Nächte an die Pforte. Diese befolgt von Alter» her da» hinschleppung»system mit bestem Erfolge und läßt es, wenn schließlich doch etwa» geschehen muß, an Versprechungen und Zusicherungen nicht fehlen. Ja. sie läßt sich sogar zu Con« ttssionen herab, die natürlich niemals befolgt werden. Hätten! die Mächte f. Zt. auf strenge Durchführung de» Vertrages | m Hallkppa gedrungen, so wären schon fett Jahrzehnten die ringe auf Kreta geregelt. Aber da» europäische Concert läßt sich regelmäßig dupiren, und Alles bleibt beim Alten, deshalb ist die Mahnung an die Vertreter der Großmächte m Konstantinopel gerechtfertigt, diesmal nicht locker zu lassen mb sich nicht eher zu beruhigen, bis definitive Zustände ms Kreta geschaffen find. Anderenfalls ist alle Mühe umsonst, und die Kretasrage bleibt roeiter eine Gefahr für den turopäischen Frieden. (xx) Die Dreyfus-Sache. Im letzten CabinetSrath theilte Sarrlen da» Rund« ^reiben an die Staatsanwaltschaften mit, in btm er biefe icfforbert, alle Angriffe gegen die Armee gerichtlich p verfolgen. DaS interessante Schriftstück hat solgenbev Vartlaut: Herr Staatsanwalt! Infolge neuerlicher Ereignisse, bt bie öffentliche Meinung in bte heftigste Aufregung versetzt fcben, wirb eine wahre Beschimpfung»- unb verlenrnbung». uwpagne gegen bie Führer ber Armee verfolgt. Diese An- fiffe haben einen außerordentlich ernsten Charakter und find »-eignet, ben Geist ber Disziplin zu zerstören nnb bas Der- tunen ber Solbateu zu ihren Führern zn erschüttern, den S-sprct zn vermindern, ben er ihnen schuldet und in der |tn|en Ration einen Keim der DeSorganifirnng zu säen, der b der Stunde ber Gefahr bie uvheilsamsten Folgen nach Ito ziehen könnte. Sie würben vou jetzt an um fo weniger teffchulbbar sein, al» bie Angelegenheit, derentwegen fie aus« Brent würben, augenblicklich in eine gerichtliche Phase ein- icrtten ist unb bie Armeeführer nur Schweigen ben gegen gerichteten Serieumbungen gegenüber wahren können. ES i also angemessen, baß bie gerichtliche Autorität, beten höchste ZiriSbicttou heute berufen worden ist, über diesen Handel zu ■•inben, auf bie euergiste Weise alle Preßvergeheu nnb ^ideauSbrüche, bie gegen bie Führer ber Armee begangen «■neben, verfolge. Sie werben mir baher mit größtmöglicher schleuuigung bie Zeitungsartikel, Berichterstattungen über li'ssrmliche Versammlungen oder Kundgebuogeu gleichviel welcher lv-itmug unterbreiten, bie verleumberische Verunglimpfungen littT Beleidigungen gegen die Armee oder ihre Führer ent* iltlen. Sie werden mir gleichzeitig alle erforderlichen Mtt- Wlvugen übersenden, bie mich in den Staub setzen können, ■ bin ich in bei Lagt, i jeher Zogeijeit j» liebte fyyotibitt WOwVfi ili M« 912» -e. Reu-Ulrichstein, 1. October. Monatsbericht ber Arbeiter-Colonie pro September 1898. Enbe September 1898 ftnb in ber Colonie stellen-, resp. arbeitslos 30 Mann. Dieselben verthellen sich auf das Groß- Herzogtum Hessen 6; Königreich Preußen: RegierongSdezirk Kassel 2, Regierungsbezirk Wiesbaden 3; Provinz Rheinlande 3, Provinz Westfalen 1, Provinz Sachsen 3, Provinz | Schlesien 1, Provinz Pommern 1, Königreich Bayern 1, i Königreich Württemberg 1, Königreich Sachsen 2; Groß« Herzogtum Baden 1, Großherzogthum Mecklenburg 1; thüringische Staaten 3,' Herzogthvm Braunschweig 1; Ausland : Mähren 1, Tyrol 1. Hiervon waren: Arbeiter 12, Anstreicher 1, Barbier 1, Gärtner 1, Kappenmacher 1, Kaufleute 8, Kellner 2, Klempner 1, Kürschner 1, Land- wirth 1, Schlosser 2, Schneider 1, Schreiber 1, Schreiner 1, Schuhmacher 1. Gearbeitet wurde an 865 Tagen, verpflegt wurde an 977 Tagen. Im Monat September 1898 wurden entlassen 10 Mann, und auf eigenen Wunsch 6, zur Familie zurück 1, wegen Eontractbrnch» 1 ■ abgewiesen wurden 2 Mann. Seit Bestehen der (Kolonie sind ausgenommen worben im Ganzen 3468, bagegen abgegangen im Ganzen 8438, bleibt Bestaub am 30. September 1898: 30 Mann. Alsfeld. 29. September. Die hiesige lanbwirthschaft- liche Winterschnle beginnt ihr biesjährige» Winter- semester ben 7. November vormittags 11 Uhr. Die Laub- witthe, welche ihre Söhne bte Schule besuchen lassen wollen, müssen btefelben vorher bei be» Vorsteher ber Schule, Herrn LandwirthschastSlehrer Leithiger in AlSfelb, avmeldeu, ber a«f Wunsch auch Programme verseubet unb Auskunft ertheilt. Da» Schulgelb betragt für baS Wintersemester 25 Mark. ®ate Pensionen in bürgerlichen Häusern können nachgewiesen werben. * Durch eine Platzpatrone gelobtet Ein erst vor einigen Tagen von seinem Truppentheil zur Reserve entlassener junger $5r|»ga»rrU Dirncijäbriul 2 Mark 20 V» meeaihd) 75 mit Bringrrtah». Bei Postbezug 2 Mark 50 Wg. mrrttl jährlich. äusser. jöööööa 9750 W 58. hing: ict l888. ilberrente S-Aenie n 1887 entenb- vbl- en4dMt isgNch MU lusuadm, M Maniaqs. Dir dir^nrr Mamilienskstter wrrbm km Lnzrtgrr Wscheuklirb »irrmal brigrlrgL entgegenzntreten, so war bieS eine ber traurigen Signaturen inmitten ber erhitzten nnb aufgestachelten Instinkte, mit welchen von jeher in Frankleich bie buuklen Mächte btS Chauvinismus unb Arti-RlpublikaniSmu» ihr frevelhaftes Spiel getrieben haben. Um fo Heller zeichnet sich jetzt von bleiern uoheiml chen Hintergründe bie Loyalität unb Frieb- fertigfeit Deutschlanb» ab. . . .* Kein Rechtbenkenber dies- feit« unb jenseits ber voaesen wirb bem Urtheil beS Wiener Blatte» bie Wahrheit adsprechen. M. N. N llas^ ti m Jom er frei. ... in. । hattuug? itviüigl 9763 aller N eflenfi ernpfog- । bester Oualllat. iit e ! ergebene Miiiheilnng, Restauration nab Mann Namens Rabe brachte in Rostock eine Platzpatrone, die er sich zum Andenken an die Militärzeit wider Verbot mitgenommen hatte, mit einem Nagel zur Explosion. Ein Theil der Mesfinghülse flog ihm an den Hals und durchschlug die Schlagader. Beim Eintreffen eines Arztes war der junge Mann bereits in Folge Verblutens gestorben. ♦ Lncchenis Kopf tm Lichte der Phrenologie. Ein englischer Phrenologist schildert den Kopf des Mörders der Kaiserin Elisabeth von Oesterreich wie folgt: Zieht man eine horizontale Linie von der Ohröffnung nach dem Munde zu und eine andere von demselben Punkte ausgehend nach dem Augenbrauenwinkel, so beträgt der entstehende Winkel beim normalen Kopf 25 Grad. Je tiefer das Ohr fitz', umso größer stellt sich naturgemäß der Winkel. Bei Luccheni beträgt er etwa 42 Grad, welche Größe selbst bei Mördern ungewöhnlich ist. Dieser Winkel bildet nämlich nach den Lehren der Phrenologie die Basis des Gehirntheils, in dem die thierischen Jnftincte localifirt sind. Zieht man eine andere wagerechte Linie von den knochigen Vorsprüngen der Stirn aus, so bildet der obere Theil des Kopfes den Sitz der moralischen Eigenschaften. Bei Luccheni ist dieser Theil sehr klein. Doch zeigt die bedeutende Kopfhöhe hinter den Ohren großes Selbstbewußtsein und Festigkeit an Luccheni ist deshalb als eingebildeter und zäh an den einmal gefaßten Entschlüssen hängender „moralischer Idiot" anzusehen. Der letztere Ausruck ist absichtlich gewählt, denn man muß eine Unterscheidungslinie zwischen Wahnsinn und moralischer Unzurechnungsfähigkeit ziehen. Der Wahnsinn ist das Ergebniß der Extreme, die letztere das Resultat mangelnder Geisteskräfte. Es fehlt Luccheni an moralischer Kraft, die bei ihm, verbunden mit den unleugbar vorhandenen intullectuellen Fähigkeiten, einen kräftvollen, energischen Character abgeben würde. Ein Kopf, wie der des italienischen Meuchelmörders ist unter der Verbrecherklaffe häufig. • Isländische Ausstellung in Paris. Au-Kopenhagen ftreibt man der „Franks. Ztg.": Der Capitän Daniel Braun ist kürzlich von einer Reise nach J-laud zurückgekehrt, wo er Vorbereitungen getroffen hat zu einer isländischen Ausstellung, die eine Abtheilung für sich auf der Weltausstellung in Pari- bilden soll. Das Jahr 1900 ist für J-- land ein Jubeljahr, da dann 900 Jahre seit der Einführung drs ChristenthumS auf der Insel verfloffen fein werden. Man wünscht nun durch eine Ausstellung die Verbreitung der nordischen Eultur von Norwegen nach Island und Grönland darzustellen. Zu diesem Zwecke hat Lapitä« Bruun mit dem Maler Klein diesen Sommer eine Reise durch die Insel gemacht, um da- Material für die Ausstellung zu sammeln. Die Reise hat vier Monate gedauert und ein sehr günstige- Resultat ergeben. In wiffenschaftlichen Kreisen hegt man bekanntlich große- Jutereffe für die alle Gultur der nordischen Völker, die besonder- auf J-land intereffante Spuren hinterlassen hat. Maa beabsichtigt, die uralte „Saga- Zeit" durch Gegenstände, Bilder und Modelle zu veranschau- Uchen, ferner will man Waffen, Geräthe, Geschmeide, Kleidungsstücke, Modelle der alten berühmten Kirchen, die Geräthe der Eskimo- und die Erinnerungen der katholischen Periode aus- stellen. Die i-ländische Literatur wird durch Reproductionen der alten isländischen Handschriften und der ersten gedruckten Bücher vertreten werden. Selbst alte isländische mufikalische Instrumente hat man gesammelt. Im Ganzen wird die Ausstellung ein vollständige- Bild der Leben-weise und Sitten der uralten Bewohner Islands geben. * Theodor Foutaue und das Rauchen. Al- vor jetzt säst zehn Jahren der Redakteur der „Deutschen Tabakzeitung" die Urtheile berühmter Schriftsteller und Künstler über da- Rauchen sammelte, antwortete ihm Fontane aus seine Anfrage: „Mrlin, den 4. November 1889. Hochgeehrter Herr Doktor I Ergebensten Dank für Ihre geehrte Zuschrift. Mit einer Antwort steht e- schlimm. Ich rauche nicht und ich fchuupse nicht und kann nicht mal ein Bedauern darüber aus- sprechen, waS ich vor Jahr und Tag noch gethan hätte. Seit ich aber die Manipulationen beobachtete, die von Rauchern innerhalb Omnibus oder Pferdebahnwagen gemacht werden, nm die glimmende Ligarre bei Leben zu erhalten, steh' ich einer Kunst gegenüber, der ich meine Bewunderung zwar nicht versagen kann, die nicht üben zu müssen mir doch angenehm ist. Ju vorzüglicher Ergebenheit Th. Fontane." * Die Deutsche Fleischer-Zeitung, die älteste aller be* stehenden Fleischer Zeimngen, begeht am 1. Oktober da- Fest ihres fünfundzwanzigjährigen Bestehens. Seit dem Tage des Bestehens des Deutschen Fleischer-VerbandeS, also feit 23 Jahren, ist die Deutsche Fleischer-Zeitung da- alleinige amtliche Organ beffelben, wohl des größten und bestorganistrten aller Innung-Verbände Deutschlands. Der Deutsche Fleischer-Verband umfaßt 941 Städte mit 27 000 Mitgliedern. Ebenfalls ist das genannte Blatt officielleS Organ der Fleifcherei-BerufSgenoffeufchaft. Der zeitige Redakteur Burg leitet die Deutsche Fleischer-Zeitung nun feit 23 Jahren. Um die Hebung des deutschen Fleischer-GeweröeS hat die genannte Zeitung entschieden große unbestrittene Verdienste. • vibeltelegramme. Man schreibt auS London, vom 25. September: Bei einer historischen Gelegenheit hat Mr. Stell RhodeS an vr. Jameson telegraphirt: „LieS Luca XIV, 31." Der Doctor schlug seine Bibel auf und laS: „Oder, welcher König will sich begeben in einen Streit wider einen andern König, und fitzt nicht zuvor und rathschlagt, ob er rönne mit zehntausend begegnen Dem, der über ihn kommt mit zwanzigtausend." Jameson wußte genau, waS RhodeS meinte. Dieser Tage nun hat der bibelfeste Präsident der südafrikanischen Republik daS Beispiel seine- großen Wider- facher- nachgeahmt und nach einem Empfang, der in Pretoria zu Ehren der Königin Wilhelmine stattsaud, den niederländischen Geueral-Conful gebeten, feiner jungen Monarchin in Krüger- Namen zu telegraphiren: „Lie- 1 Petri V, 7,8." E- steht da geschrieben: „Alle Eure Sorge werfet auf ihn, denn er sorget für Tuch. Seid nüchtern und wachet, denn Euer Widerfacher, der Teufel, gehet umher, wie ein brüllender Löwe, und suchet, welchen er verschlinge." Ja, Ohm Paul war nie ein Höfling und wird auch nie einer werden- aber gutgemeint war feine Botschaft jedenfalls! ♦ Ein Denkmal der Erhebung von Schleswig-Holstein am Miffisfippi. In der neuesten Nummer der „Gartenlaube" finden wir die Abbildung eines Denksteins, der in Davenport in Nordamerika zur Erinnerung an die heldenhaften Kämpfe der „meerumschlungenen" Herzogthümer für ihre nationale Selbständigkeit im Jahre 1848 kürzlich errichtet worden ist. Die erst in diesem Jahrhundert, 1836, am rechten Ufer des Mississippi angelegte Stadt war gerade im jugendlichen Aufblühen begriffen, als der Krieg in Schleswig-Holstein unter dem Druck der deutschfeindlichen Politik der Grobstaaten ein klägliches Ende nahm und die Freiwilligen, die ihr gefährdetes Deutfchthum mit den Waffen vertheidigt hatten, von der Reaction für Rebellen erklärt wurden. Verfolgt und verfehmt, mußten sie ihrer Heimath den Rücken kehren und ein Exil in ftemden Ländern suchen. Davenport wurde ein Hauptziel dieser Auswanderung, und von der Ansiedelung dieser politischen Flüchtlinge aus der deutschen Nordmark datirt der Aufschwung der Stadt zu der ansehnlichen Größe, deren sie sich heute erfreut. Von den ersten Einwanderern aus Schleswig-Holstein, den Veteranen der so kühn unternommenen Erhebung, ist noch eine stattliche Schaar am Leben. Das Erinnerungsfest in Davenport bestand aus einem Umzug des 170 Mann starken Vereins der Kampfgenoffen aus jenen Tagen, der deutschen Veteranen von 1870/71 und des Kriegervereins, welcher eine bedeutende Anzahl von jüngeren ehemaligen Soldaten umfaßt, die in der deutschen Arme gedient und ihren ehrenvollen Abschied erhalten haben. Den Schluß bildeten die Veteranen des Secessionskriegs, in welchem sich das deutsche Element so rühmlich hervorthat. Der Zug, in dem auch die Behörden der Stadt vertreten waren, bewegte sich nach der Stätte, auf welcher sich dann die Enthüllung des Denksteins vollzog. Zu beiden Seiten desselben konnten zwei junge Eichen als Symbole des Brudervolks gepflanzt werden, die aus dem Herzen des niederdeutschen Landes, dem Sachsenwalde, stammen und ein Geschenk des Altreichskanzlers find. Hinter dem Stein wächst eine dem Boden Amerikas entsprossene Doppeleiche empor. Der Präsident der Kampfgenoffen vollzog die Enthüllung, während der Schriftführer des Vereins in begeisternder Ansprache den Stein und die Eichen der Obhut der Bürgerschaft übergab. Darauf bewegte sich der Zug in die Turnhalle, in welcher der Verein seine Jahresversammlung in besonders feierlicher Weise abhielt, wobei dem verdienten Secretär desselben, Emil Geisler, der seit 25 Jahren seines Amtes waltet, ein Ehrengeschenk überreicht ward. Geisler war in der alten Heimath Schullehrer; in Davenport stand er immer im Vordergrund derer, denen die Pflege des Deutschthums eine heilige Sache war. Die Lage Davenports ist sehr anmuthig. Der Mississippi, dessen Ufer von malerischen Bergzügen beschirmt sind, theilt sich hier in zwei Arme, welche eine ebenfalls besiedelte Insel, Rock- Island, umfließen. Auf dieser Insel befinden sich die großartigen Werkstätten der Regierung, in denen nach Ausbruch des Kriegs mit Spanien an zweitausend Arbeiter mit der Herstellung von Munition und Armaturstücken beschäftigt waren. Die eigentliche Stadt liegt am rechten Ufer des Flusses und ist mit der Insel durch eine Brücke verbunden. Sie zählt jetzt etwas über 36000 Einwohner und trägt einen vorherrschend deutschen Character: ungefähr drei Viertel der Geschäftshäuser sind in deutschen Händen, was sowohl vom Kleingeschäft wie von der neuerdings mächtig aufblühenden Großindustrie gilt. • Röntgenstrahle«. Von welch eminenter Bedeutung es ist, die Röntgenstrahlen für ärztliche Untersuchungen zu verwenden, geht aus folgendem Fall hervor, der kürzlich im Münchener Krankenhaus sich ereignete. Eine Patientin, welche sehr große Schmerzen im Kniegelenk hatte und in einem auswärtigen Krankenhause, das noch keine Röntgeneinrichtung besitzt, sehr lange Zeit erfolglos aus Kniegelenksentzündung behandelt wurde, kam nach etwa 9 Monaten in oben bezeichnete Klinik. Hierselbst wurde zunächst mittels der Voltohm-Röntgen-Apparate eine Aufnahme gemacht, um eine etwaige Knochenerkrankung zu diagnosticiren. Die große Voll- kommenheit, welche jetzt die oben genannten Apparate besitzen, lassen nämlich nicht nur die Umrisse der Knochen erkennen, sondern geben auch das Innere, die Structur derselben, wieder, was gerade für die Diagnose von Knochenerkrankungen äußerst wichtig ist. — Bei der Durchleuchtung der Patientin ergab sich nun sofort, daß dieselbe, ohne daß sie es wußte, eine Nadel im Kniegelenk hatte. Mittels des Voltohm- Punktographen, der die Lage eines Fremdkörpers in einfacher Weise genau festzustellen gestattet, wurde diese nun ohne Schwierigkeit entfernt und die Patientin nach kurzer Zeit als vollständig geheilt entlassen. Wie viel Schmerzen hätten der Patientin erspart werden können, wenn die Röntgen- Untersuchung rechtzeitig angewandt worden wäre. * Das Robel'sche Testament Von der Mehrzahl der Verwandten des verstorbenen Erfinders des Dynamits vr. Nobel war bekanntlich vor Jahresfrist auf dem Proceß- wege die Rechtsgültigkeit seines Testaments bestritten worden. Von dem riesigen Vermögen Nobels war für die Verwandten nicht viel abgefallen, denn Nobel, der unverheirathet starb, hatte die Zinsen zur Austheilung von fünf jährlich zu vertheilenden Preisen von je 200000 Kronen für wissenschaftliche und humane Zwecke bestimmt. Der angestrengte Pioceß ließ nun Anfangs die Aussichten für die Verwirklichung der Absichten Nobels recht trübe erscheinen, indessen sind jetzt die Hauptschwierigkeiten glücklich beseitigt, indem ein Vergleich zustande gekommen ist, demzufolge sich die Verwandten Nobels, die Anspruch auf die Hinterlassenschaft erheben, mit einer gewissen Summe, insgesamwt gegen 2 Millionen Kronen, als Entschädigung begnügen und dem Testament keine wetteren Schwierigkeiten entgegenstellen wollen. Die Austheilung der Preise, die an kein bestimmtes Land gebunden ist, wird indessen noch nicht so schnell erfolgen, da noch manche Förmlichkeiten zu erledigen find. Einer der Preise ist, wie noch erinnerlich sein wird, für Denjenigen bestimmt, der am meisten für den Frieden wirkt; möglicherweise winkt also dem russischen Kaiser diese Prämie. * Die verschleierte Dame mit dem Rosenstrauß. Unter dieser Spitzmarke berichtet das russische Blatt „Kijewlanin" über die Reiseabenteuer zweier Berlinerinnen im Zaren- reich Folgendes: „Zwei Berliner Damen reisten in Gesellschaft eines Herrn Rumszycki, eines Polen, zu einer verheiratheten Verwandten auf ein Gut in der Nähe von Grodno. Gegen Abend wurde der Wagen zweiter Klasse, in dem sich die Gesellschaft befand, leer; die drei Passagiere waren allein, erst gegen zehn Uhr Nachts betrat auf einer kleinen Station eine elegant gekleidete, dicht verschleierte Dame da» Coupe.. Sie trug einen großen, auffallend schönen Rosenstrauß in der Hand. Die Neuhinzugekommene nahm in der Nähe des Herrn Rumszycki Platz und richtete bald darauf an diesen das höfliche Ersuchen, die Fenster zu schließen. Dann begann sie im Wagen auf- und abzugehen und ließ, als sie an ihrem Reisegefährten vorbeikam, wie unabsichtlich den Rosenstrauß fallen, sodaß sich die Blumen über den Boden verstreuten. Rumszycki beeilte sich, die Rosen wieder einzusammeln und der Dame zu überreichen, welche ihm zum Dank mehrere der schönen Rosen schenkte. Auch die beiden Berlinerinnen er» hielten einige Rosen zum Geschenk. Bald ward es still in dem Waggon, die drei Passagiere waren eingeschlafen. Nun ging die „verschleierte Dame" ans Werk, rasch durchsuchte sie die Taschen der Reisenden und ließ alle Werthsachen in ihre eigene Reisetasche hinübergleiten. Bei Herrn Rumszycki stieß sie in einer eingenähten Tasche auf ein wohlgefüllte» Portefeuille. Mit raschem, geübten Schnitt war die Tasche losgetrennt und in den Händen der „Verschleierten". Als die Schläfer erwachten, war von ihrer Reisegefährtin keine Spur mehr zu entdecken. Herr Rumszycki, dessen Brieftasche dreißigtausend Rubel in Baar und Werthpapieren enthalten hatte, meldete auf btr nächsten Station den ganzen Vorfall der Gensdarmerie. Sofort wurden nach allen Richtungen hin Telegramme ausgesandt, um die Diebin zu ermitteln. Längere Zeit blieben die Nachforschungen ohne Erfolg, und schon hatte man die Hoffnung aufgegeben, die Urheberin des so seltsam eingefädelten Diebstahls zu entdecken, als unver- hofft die Polizei die Nachricht erhielt, die „verschleierte Dame" sei ein Mann gewesen und der originelle Diebstahl, ebenso wie eine Anzahl anderer Eisenbahndiebstähle auf berfelben- Strecke, das Werk einer organisieren Bande von „Eisenbahn-. Specialisten" an deren Spitze ein gewisser Millman stände. Es begann nun eine eifrige Suche nach Millmann, und es gelang, ihn auf dem Bahnhof zu Nikolajew zu verhaften, als er eben nach Krementschug abdampfen wollte. Der Dieb wehrte sich wie ein Verzweifelter. Unterwegs schlug er die Scheiben ein in der Hoffnung, während der Reise Gelegenheit zu einer Flucht durchs Fenster zu finden. All sein Bemühen war jedoch vergeblich, die Transporteure ließen den gefährlichen Burschen nicht aus den Augen. Die Verhaftung de» Hauptes der Diebesbande führte zu weiteren Arretirungen. Zunächst gelang es, eines Spießgesellen Millmanns, eine» mehrfach vorbestraften Gauners, habhaft zu werden, der unter falschem Namen als ein Kaufmann Schächter in Nikolajew lebte. Doch wurden bei beiden Verhafteten nur geringe Geldbeträge oorgefunden, was die Behörde veranlaßte, nach dem Verbleib des geraubten Geldes zu forschen. Schließlich wurde auch der „Kasfirer" der Bande in Wilna ermittelt, wo er als „ehrsamer" Cigarrenhändler wohnte. Er hatte sich bereits, Gefahr witternd, in den Besitz eine« Auslandspasses gesetzt. Bei der Durchsuchung seines Ladens wurden in einem Versteck über 50000 Rubel gefunden. Die drei Spießgesellen befinden sich in sicherem Gewahrsam, während die Bestohlenen größtentheil» wieder in den Besitz ihre» Geldes kamen." • Eine Beglückwünschung von Seiten AndräeS. Au» Stockholm, 25. September, schreibt man der „Frks.Ztg.": Vor einigen Tagen wurde in der weltbekannten Fabrikstadt Jönköping die Hochzeit des Ingenieurs von Feilitzen mit Fräulein Spanberg, einer Schwestertochter August Androes, gefeiert. Hunderte von Telegrammen an die Adresse de» jungen Paares liefen während des Hochzeitsmahles ein. Einen ergreifenden Eindruck machte es, al» die Mutter der Braut sich erhob und im Namen ihres noch immer vermißten Bruder» das Brautpaar beglückwünschte. Einige Augenblicke saßen alle Hochzeitsgäste in Gedanken vertieft und viele Augen wurden feucht; dann ergriff Capitän E. Andrse sein Gla», um in einer längeren Rede, die Hoffnung athmete, darauf hinzuweisen, daß ja sein Bruder selbst ausdrücklich erklärt hat, es würden wahrscheinlich ein, vielleicht auch zwei Jahre vergehen, bevor man von ihm etwas hören könnte, und daß er seine zahlreichen Freunde ersucht hatte, ihn erst nach Verlauf dieser Zeit als verschollen zu betrachten. Die Anwesenden leerten stillschweigend ihre Gläser. * Ausgrabungen in Griechenland. Aus Athen, 24. September, wird gemeldet: Seit einiger Zeit läßt die griechische archäologische Gesellschaft bei THermon, dem Versammlungsplatze der alten Aetolier, Nachgrabungen an* stellen. Professor Sotiarides leitet die Arbeiten. Er hat festgestellt, daß der Tempel der Apollo, den er jüngst aufgefunden hat, aus dem 7. Jahrhundert v. Chr. herstammt. Der Tempel ist auf einem Friedhöfe erbaut, in dem die in großen Aschenkrügen aufbewahrten Leichenknochen ausgegraben wurden. Auf dem groben Felde, wo sich der Tempel und der Friedhof befand, grub man auch fünf eiserne und kupferne Schwerter und zwei Schnallen aus. Der Tempel war in der Richtung von Norden nach Süden gebaut, wie die etruskischen Tempel in Italien. Er maß 38 Meter in der Länge und 12 Meter in der Breite. Von den 20 Marmorsäulen, die ihn umgaben, kann man noch die Fundamente sehen. Dis gefundenen Inschriften geben theilweise das Datum der in dem Tempel abgehaltenen aetolischen Versammlungen an. • Beim Wort genommen. Arzt (bei einer Consultation): „Haben Sie guten Appetit?" — Bauer: „Haben Sie vielleicht etwa- da?" 10 6101 *Wln S** Unter ™«*n i«z ±l’W ewtl DerbeitQthftn, °°n WC fe in bem fi*? *e »aten aßein' : «Jton bei 50u ■ ^'"de- Sicht« ließ, alHe Qnlm ,n vnstrWiv. iet Miufammtln und 'um Dank mehrere der ven Berlinerinnen öalo ward es still in ’? ^geschlafen. Nun durchsuchte Q?t MMen in ™ Herrn Rums^i °uf ein wohlgWiez *tt war die Taiche »Verschleierten", äli Reiseqesährtin keine M dessen Brieftasche ^erthpopieren enthalten n den ganzen Vorfall M allen Richtungen Diebin zu ermitteln. M ohne Erfolg, und den, die Urheberin de» 1 entdecken, als unver» die „verschleierte Dame' Melle Diebstahl, ebenso iebstähle auf derselben Bande von „Njenbahw wisser Millman stände, lach Millmann, und et ilajew zu verhaften, all >fen wollte. Der W lnterwegS schlug er die nd bet Reise Gelegenheit den. All sein Bemühen eure ließen den gefch- , Die Verhaftung del weiteren Arretirunger'. len WfaM eine» rondrcr, ta* Lchachtn in Maitw verhafteten nur <$>« ehürde veranlaßte, na- jufo». 64W ibe in Mna ermittelt. iNtc wohnte. Er HK । Besitz eines Autlands. > feiner Ladenr wurda )d gefunden. Die dm m Gewahrsam, wähM K in den Besitz W Seiten «obM » t man der leltbekannten »J* murr von Men - lochtet AB «n r- »n an die Adreffe -» * ®'*Lu b««« *mi«Sntit ieUtW . uni Ni ilWÄ«4$c batt*'' J“ jie inwii* lettachten- » ser. h W heulaud. läßt d &$**»! 11 bieM «NJ! lpollo, herstawl rudert d.e - ose erba^ ^?S°brt Tewpel jJ wo s^-s^ne und du»''', hfünftel wat ?s! hon aebnut/ £i< ch <0 f .'65 >’ gaoooDoaooaoocxxxx D werden 9436 Täglich 8679 Patent WWMxctß Zur Saison empfehle: 0 5811 und Blouseu aufmerksam 9387 Systeme. 9800 C. Röhr & Co s. 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