Meter Mk. 1. irsand. 7624 t Meter 20 Pfg. t Meter 28 Pfg. Meter 35 Pfg Meter 50 Pfg. Meter 50 Pfg. I I n verkack, um .um ockstofie. Drück- rchente, ihandtücher, jenette, Cat,DDe' ©arten DL ®ttWie <"‘i ^7568 „ntibtt. k z-b--, yr* /Kelter fllQ.[ber ?» -'ne neue Nr. 178 Erstes Blatt.Dienstag den 2. August LGV8 frdtdni ttgNL Mit Lu-nabmk drS Montags. $tt Hikßenrr gl «mlflegl (äUct Mnlru brm Anzkiger »ichrnt'.tch viermal beigelegt. Gießener Anzeiger jraM»rrds Vierteltihrtich 2 Mark 20 mamatlich 76 Wtz. mit vringcrtatz«. vei Poftb«,ug 2 Mark 50 Pfg. vierteljLtzrttch. Renetmt von Anzeigen zu der Nachmittag« für den {■tynlrr. Tag erscheinenden dtummer bis Sertr. 10 Uhr. Heneral-Anzeiger Alle AnzeigeN'AermittlungSstellen des In. und ^-7sr»-orae;«^rrr—jww Adreffe für Depeschen: Auzstger Otstzs». Fernsprecher Nr. 51. ^pou Seiner Königlichen Koöeit dem Hroßherzoge zum 'Arovinziat-Director der Aro- vinz Höerhessen und Kreisralß des Kreises Hießen ernannt, habe ich diese Junctionen heute angetreten. Hießen, am 1. August 1898. v. Bechtold. Kurst Kismarck ist in der Nacht vom 30. auf den 31. Juli, 103/4 Uhr, sanft entschlafen. Mit dem vollendeten eisernen Kanzler drS Deutschen Reiche» ist auch der letzte der drei Paladine Kaiser Wilhelm» de» Großen dahingegangeu. Bismarck, M tfe uno Roon, das war die Reihenfolge der Namen im Leden, so war da» deutsche Volk gewohnt, diese seine drei Helden aufzuzählen, und tu umgekehrter Folge r es der Tod sie ab. Den Unentbrhrlichfteu ließ er un» am längsten, endlich aber forderte er auch von ihm seinen Tribut. So stehen wir denn trauernd an der Bahre, da des Deutschen Reiche» Schmied sür immer feiernd ruht, uud geloben ihm, zu hüten, was er geschaffeu, de» Deutschen Reiche» Einigkeit. Die Quelle feiner Kraft ist und bleibt auch Ursprung der unserigen, so lauge wir eingedenk find seine» Wahr» und Wappenspruche»: In trinitate robur. So wenig da» deutsche Volk je seinen Bismarck vergesieu wird, so viel möge e» immer beherzigen und bethätigeu, daß seine Starke quillt aus der Dreieinigkeit! Fürst Bismarck i. Kriedrichsruh, 31. Juli. Fürst Bismarck ist gestern Abend 103/i Uhr, umgeben von seiner Familie, gestorben. Projesior Schwenioger drückte ihm die Augen zu uud gab sodann ein Telegramm an den Kaiser auf. Kriedrichsruh, 31. Juli. Der Zustaud des Fürsten Bismarck verschlimmerte sich plötzlich im Laufe de» gestrigen Nachmittag». Zeitweilig hot Bewußtlosigkeit eio. Professor Schweninger kam Abend» 10*/2Uhr aus Berlin io Friedrich»ruh an uud wurde von den Söhnen des Grafen Rantzau am Bahnhöfe empfangen. Al» der Profeffor am Krankenbette de« Fürsten erschien, wurde er vou Bismarck uicht mehr erkannt. Der Altreichskanzler litt in seinen letzten Stunden große Schmerzen sowie Mangel an Luft. Eine Geistesschwäche stellte sich ein. Graf Wilhelm BiSmarck, welcher Mittags vou FriedrtchSruh abgeretst war, wurde telegraphisch zurückoerufen. Kriedrichsruh, 31. Juli. Ueber die letzten Stunden de» Fürsten Bismarck wird weiter gemeldet: Nachdem der Fürst den Donnerstag und Freitag relativ gut verbracht uud sich SamStag früh mit seiner Familie noch ziemlich lebhaft unterhalten hatte, wobei er auch die Politik gestreift, stellte sich Plötzlich Athemnoth ein, welche sich derart steigerte, daß der Fürst, der ohnedies sehr geschwächt war, zeitweise das Be- wußrieia verlor. Nachmittags kehrte jedoch auf kurze Zett da» Bewußtsein zurück. Profeffor Schwenioger, der, wie bereit» gemeldet, um 10V2 Uhr Abend» tu Kriedrichsruh etngetroffen war, suchte dem Sterbenden die Athemnoth zu erleichtern. Die Gräfin Rantzau befand sich am Kopfende ihre» Vaters. Au fie richtete der Sterbende seine letzten Worte, indem er ihr dankte für die ihm in seinen letzten Tagen geleisteten Handreichungen. — Aus Wunsch des Fürsten findet die Beisetzung gegenüber dem Schloß bei der Hirsch- gruppe statt. — Die Leiche de» verstorbenen Fürsten zeigt einen ernsten milden GefichtSausdruck. Die Hände sind über der Bettdecke gefaltet. Bisher ist e» nut wenigen Personen gestattet worden, den tobten Alt-Reichskaozler sehru zu dürfen. Graf Herbert, der jetzige Fürst Bismarck, erklärte, der Eintritt tu da» Sterbrztmmer sei bis auf Weitere» für Niemanden gestattet. Ungemein tief ergriffen von dem Htnschetden de» Fürsten war Profeffor Schweninger. Thräven rollten ihm über die Wangen, als er den im Sterbezimmer Bersamwelteu die Tode»uachricht mtttheilte. — Zahlreiche Beileidstelegramme uud kostbare Blumeuspendeu treffen fortwährend im Schlöffe ein. Tausende von Menschen au» der Umgebung von FriedrtchSruh und Hamburg kommen stündlich au. — Das Testament des Fürsten soll auf dem Amtsgericht Schwarzeubeck deponirt sein. Berlin, 31. Juli. Au» Bergen wird gemeldet, daß der Kaiser sofort nach dem Eintreffen der Todesuachrlcht Befehl gegeben hat, ferne Flagge auf der „Hoheozollern" Halbmast zu hiffen. Des Weiteren befahl der Kaiser, die Reise abzukürzen. Er wird deshalb morgen, Montag, Abend 10 Uhr in Kiel eiotreffen. Die Nachricht von dem Tode des Fürsten bat den Kaiser tief erschüttert. Berlin, 31. Juli. E» verlautet, der Kaiser werde den Reichstag eiuberuseu, Zwecks Beschlußfaffuug über die Betherliguug an der Trauerfeter für den verstorbenen Fürsten BiSmarck. Berlin, 31. Juli. Der Chef deS Etvil CabtuetS v. Lucauu» kehrte heute Abend aut dem Harz nach Berlin zurück. — Sämmtliche hiesige Botschafter und Gesandte der fremden Mächte, wie auch die deutschen diplomatischen Vertreter im Auslände wurden heute vom Auswärtigen Amt vom Ableben deS Fürsten Bismarck in Keuntniß gesetzt. Berlin, 31. Juli. Hier hat die Nachricht von dem Ableben des Fürsten Bismarck große Bestürzung hervorgerufeu. Wenn mau auch den Zustand deS Fürsten für sehr erust gehalten hatte, so glaubte man doch nicht, daß sein Ableben nahe bevorstaud. Bon allen Seiten wird das Ereigvtß lebhaft diScutirt. Die großen Geschäftshäuser begiuueu bereits, ihre Schaufenster mit Trauer-Decorartooen zu versehen. Größere Etabliffements haben ihre Fahnen auf Halbmast gehißt, andere haben schwarze Fahnen gehißt. Die Blumenhändler find emfig thätig, die Blumeuspendeu, die voraussichtlich in zahlreicher und kostbarer Beschaffenheit verlangt werden, her- zuftelleo. Berlin, 31. Juli. Fast sämmtliche Berliner Morgenblätter erscheinen heute wir Trauerrand und mit Nekrologen, die de» Fürsten Bismarck Berdteuste mit lebhasteu Farben schildern, zugleich aber auch der Trauer Ausdruck geben, welche da» deutsche Volk ergriffen. Die „Berliner Neuesten Nachrichten" sagen: Nach der Größe deffev, was der Lebende seinem Lande uud Volke gewesen, bemißt sich die Größe de» Verluste», den Deutschland erlitten hat. So lauge Fürst BiSmarck noch da war, bedeutete die große Thatsache seiner Anwesenheit eine unermeßliche Reserve der deutschen Staatskunst. Sein Name allein wog sür un» Heere auf, wachte die Waage zu Gunsten Deutschlands dem Auslände gegenüber immer wieder finken. Damit werden wir fortan nicht mehr zu rechnen haben. Deutschland wird nunmehr ohne den Rath uud den wettschauenden Blick seine» großen Weisen ganz auf sich selbst gestellt sein. — Die „Bosfische Zeitung" sagt: Seit der erste Napoleon die Augen geschloffen, habe kein Staatsmann vou ähnlicher Thatkraft und Ursprünglichkeit in die Geschicke der Völker etugegr'ffeu, wie der ehemalige Deich- hauptma.m. Fürst Bismarck set immer tu erster Reihe der Mann der Auswärtigen Politik gewesen. Aus diesem Gebiete habe der Schwerpunkt seiner Kraft gelegen und auch der Gipfel seiner Erfolge. Er war ein Meister der Diplomatie, revolutionär uud zugleich couservativ, Royalist bis auf die Kaocheu uud rücksichtsloser Gegner deS Legitimitäts-Priucips. DaS deutsche Volk beklagt den Verlust seine» bedeutendsten Staatsmauues, so schließt die „Vosfische Zeitung-. SS wird fich der größten Thaten der Vergaugeuheit würdig -eigen, wenn eS den Bau der deutschen Einheit fest uud gesund erhält durch Kraft uud Licht uud Freiheit. — DaS „Berliner Tagebl." läßt fich wie folgt auS: In der Seele dieser gewaltigen Persönlichkeit schienen alle Eigenschaften de» deutschen Volkes, insbesondere der niederdeutschen Theilstäwme wie die Sonnen- strahlen vereinigt zur Wirkung gelangt zu sein. Wie kaum ein anderer Staatsmann vor ihm verstand er es, auf der Seele de» deutschen Volkes wie auf einem Instrument zu spielen. Er war auf der Höhe seiner Macht ein unvergleichlicher Führer de» Volke». Weder Cavour, noch Palmerston, weder Gortschakow, noch Israeli, nicht einmal Clemens Metternich haben eine ähnliche dowiuirende Stelle in der Diplomatie ihrer Zett eingenommen und behauptet, wie Otto v. Bismarck. Er war e», welcher die au»einander geschlagenen Thetle des deutschen VolkSkörper» zusammenschweißte in der Gluth der eigenen Fenerseele. — Die „Volkszeüuug" beginnt ihre Auslastungen mit den Worten: Nun hat auch der Lod ihn überwältigt, den eisernen Kanzler. Gr hat ihn als den Letzten aus der Reihe derjenigen Männer getragen, deren Name mtt der Schaffung des Deutschen Reiches am häufigsten verbunden worden ist. Fürst Bismarck hat der Natur den schuldigen Tribut gezollt. Nachdem die „Volkszeitung" ausführlich auf die Thätigkeit de» Fürsten Bismarck al» Staats- mann eiogegavgen und wiederholt betont hat, daß fie, wie ja bekannt, zu Bismarck» politischer Anschauungsweise in ausgesprochenstem Gegensatz gestanden, weint fie, fich beuge sich der Majestät de» Todes und widme ihm (dem Fürsten Bismarck) den alten Wunsch fühlender Menschen: Sei ihm die Erde leicht. Wien, 31. Juli. Die gesammte Preffe widmet dem verstorbenen Fürsten Bismarck lange Nekrologe. Da» „Fremdeublatt" schreibt: Au der Begeisterung, welche sein Name in seinem Baterlande erweckte und an dem Haß, den er seinen Gegnern eiuflößte, an seinem Einfluß auf das Denken einer ganzen Generation vermag mau seine Bedeutung und den Verlust, welchen Deutschland durch seinen Tod erleidet, obzumrsseu. __________________ lieber Bevölkerungszunahme, bezw. Abnahme, in 17 Städten in der Provinz Oberheffeu innerhalb 50, bezw. 75 Jahren (1820-1975-1895). 1) Zunahme innerhalb eines halben Jahrhunderts (1820 — 1875). Nr. Stadt Bevölkerungsziffer Aus je 100 Ein- wohnernwurden ums Jahr 1820 am 1. 12. 75 binnen eines Hal- benJahrhundts. 1 Lißberg 422 323 77 2 Grebenau 717 659 92 3 Hungen 899 1283 144 4 Ober-Roßbach 973 1280 132 5 Grüningen 1301 731 56 6 Laubach 1400 1801 129 7 Nldda 1439 1800 125 8 Homberg 1518 1498 99 9 Schotten 1568 2000 128 10 Lich 1908 2423 127 11 Butzbach 2067 2570 124 12 Büdingen 2122 2386 112 13 Grünberg 2142 2185 102 14 Friedberg 2548 4356 169 15 Lauterbach 2836 3233 114 16 Schlitz 2856 2455 87 17 Alsfeld 3019 3643 117 29735 34626 116 Ums Jahr 1820 zählte das Großherzogthum Hessen 681761 Einwohner, dieselben waren am 1. December 1875 auf 884218 also um 24pCt. gestiegen. In der Provinz Oberhessen gab es im Jahre 1820 im Ganzen 266371 Seelen, hier ist die Bevölkerung während des halben Jahrhunderts durch die starke Auswanderung in fruchtbarere Gegenden und in die Industriestädte ziemlich constant geblieben, sie betrug sogar etwas weniger, nämlich 254036 Einwohner. Dabei ist aber in Betracht zu ziehen, daß die Lösung der deutschen Frage für das Großherzogthum Hessen mit Geblets-Verlust, speziell guter Theile der Provinz Oberhessen verbunden war. Von Oberhessen kamen die Kreise Biedenkopf und Vöhl, der nordwestliche Theil vom Kreise Gießen, bei Ortrbezirk« RSdelhetm, sowie der hessische Antheil de« Ortibezirks Nieder. Ursel $ (Ui Preußen. Biedenkopf (2566—2747—2822 Einwohner) und Battenberg (793-1033-1020 Einwohner) gingen verloren. In den genannten 17 Städten ergab sich folgende Scala für die Seelen.Zunahme, bezw. Abnahme auf 'e 10l) Grüningen 56,2) Lißberg 77, 3) Schlitz 87, 4) Grebenau 92, 5) Homberg 99, 6) Grünberg 102, 7) Büdingen 112, 8) Lauterbach 114, 9) atefelb 117, 10) Butzbach 124, 11) Nidda 125, 12)8,4 Schotten 128, 14) Laubach 129, 15) Ober-Roßbach 132, 16) Hungen 144, 17) Friedberg 169. . Mit Ausnahme von Grüningen, dessen Entvölkerung aus Qmug nach dem benachbarten Gießen zurückzuführen sein dürfte, liegen die vier anderen Landstädte, deren Bevölkerung abnahm, im gebirgigen Theil von Oberhessen. Dann erreichten vier Städte - Nr. 6 bis 9 - noch nicht die Durchschnittszunahme des Gesammtlandes. Gießen dagegen war von 5500 auf 13858 Seelen gestiegen, übertraf also Friedberg noch um 81 bei der Berechnung nach Procenten, oder um 128 pCt. die Zunahme des Gesammt Großherzogthum«. 2) Zunahme innerhalb 75 Jahren (1820—1 895). Bevölkerunasziffer Je 100 Ein- Nr. Stadt ums am wohner stiegen in Jahr 1820 1. 12. 95 > 75 Jahren auf 1 Lißberg 422 353 84 2 Grebenau 717 652 91 3 Hungen 899 1401 156 4 Öber-Roßbach 973 1231 126 5 Grüningen 1301 727 56 6 Laubach 1400 1900 126 7 Nidda 1439 1822 127 8 Homberg 1518 1290 85 9 Schotten 1568 2000 128 10 Lich 1908 2461 129 11 Butzbach 2067 3138 151 12 Büdingen 2122 3007 142 13 Grünberg 2142 2033 95 14 Friedberg 2548 6051 233 15 Lauterbach 2836 3443 120 16 Schlitz 2856 2455 86 17 Alsfeld 3019 4292 142 29735 38256 128 Im Großherzogthum Hessen stieg innerhalb 75 Jahren die Bevölkerung von 681761 auf 1039 388 Seelen, also um 51 pCt. In der Provinz Oberhessen blieb dieselbe durch zahlreichen Verzug nach anderen Landestheilen und Staaten constant. Je 100 Einwohner der 17 genannten Städte stiegen oder fielen in folgender Scala: 1) Grüningen 56, 2) Lißberg 84, 3) Homberg 85, 4) Schlitz 86, 5) Grebenau 91, 6) Grünberg 95, 7) Lauterbach 120, 8) Laubach 126, 9) Ober-Roßbach 126, 10) Nidda 127, 11) Schotten 128, 12) Lich 129, 13) Büdingen 142, 14) Alsfeld 142, 15) Butzbach 151, 16) Hungen 156, 17) Friedberg 233. Nur Friedberg und Hungen überstiegen die Durchschnitts- Zunahme des Gesammtstaates, Gießen war in derselben Zeit von 5500 auf 22932 Einwohner gestiegen, hatte also seine Bevölkerung vervierfacht. Hieraus ist besonders deutlich der Zug vom platten Lande, aus gebirgigen Gegenden nach den größeren Städten ersichtlich. 3) Zunahme innerhalb der letzten 20 Jahre (1875 — 1895). In den letzten 20 Jahren vollzog sich die Bevölkerungsverschiebung in folgender Scala: 1) Homberg—14, 2) Grünberg—7, 3) Ober-Roßbach —6, 4) Laubach —3, 5) Grebenau —1, 6) Schlitz —1, 7) Grüningen 0, 8) Schotten O, 9) Lich-s-2, 10) Nidda-j-2, 11) Lauterbach -s-6, 12) Lißberg -j-7, 13) Hungen 4-12, 14) Alsfeld 4-25, 15) Butzbach 4-27, 16) Büdingen 4-30 17) Zum^Schluß fügen wir noch einige statistische Zahlen ohne Berechnungen hinzu. Ums Jahr 1820 zählte Schloß Ilbenstadt 74, die Dörfer, bezw. Flecken Thal Itter. 334, Vöhl 453, Staufenberg 464, Breidenbach 521, Wölfers- heim 603, Münzenberg 627, Hatzfeld 718, Echzell 1213, Gendern oder Gedern 2000, endlich die Städte Kdnrgs- berg 480, Großen-Linden 716, Ulrichstein 828, Romrod 833, Ortenberg 926, Kirtorf 988 und Allendorf 1179 Einwohner. (Darmfl. Tägl. An;.) Loeäles tut* ProvrnzteUes. Gießen, 1. August 1898. Empfang. Seine Königliche Hoheit der Groß- h erzog empfingen am 30. Juli u. A. den Premierlieuteuant Jochim vom Infanterie Regiment Nr. 168, commaudirt bet der Kriegsakademie und commaudirt zur Dienstleistung beim Feld Artillerie-Regiment Nr. 27, den Steuercowmissär Krieg! aus Schotten, sowie den Oberarzt an der psychiatrischen Klinik in Gießen Dr. Dannemanv. ♦♦ Ruder-Regatta. Vom herrlichsten Wetter begünstigt, sand am Sonntag den 31. Juli unter zahlreicher Betheiliguug auswärtiger Ruderveretue und lebhafter Theiluahme Setten» der htefigen Bevölkerung, die von der „Gießener Rudergesellschaft" auf der Lahn veranstaltete 8. Ruder-Regatta statt. — Der Vorstand war nach Eintreffen der Todesnachricht de» Fürsten Bismarck sofort zusammengetreten um die Regatta abzusageu, da aber die meisten auswärtigen Vereine bereit» zur Stelle waren, wurde der Beschluß gefaßt, die Regatta mit Rückficht auf diese, dennoch abzuhalten, zum Zeichen der Trauer aber, die VeretuSflagge auf Halbmast zu hiffen. — Nachstehend theilen wir das Ergebutß der Hauptrenuev, die um 4 Uhr Nachmittags ihren Anfang nahmen, mtt: 1. Einer für Junior». Ehrenpreis, gestiftet von Freunden de« Rudersport», nebst einem Ehrenzeichen. E. Feller vom Ludwigshafener Rudervereiu durchfuhr, nachdem W. Ritter von der Rudergesellschaft „Rhenauta"-Coblenz 300 Meter vorm Ziel abgestoppt, in 7 Minuten 37% Secuudeu allein da» Ziel. 2. Erster Vierer. Wauderprei» der Stadt Gießen, Ehrenpreis nebst fünf Ehrenzeichen. Sieger von 1897 Mainzer Rudervereiu. 1) Frankfurter Ruderclub 6,36 Minuten. 2) Frankfurter Rudergesellschaft „Germania" 6,41 Minuten. 3. Doppelzweier ohne Steuermann. Ehrenpreis, gestiftet von den passiven Mitgliedern der Gießener Rudergesellschaft nebst zwei Ehrenzeichen. Der Frankfurter Ruderclub stoppte, 300 Meter vom Ziel, ab. Rudergesell- schäft „Rheuaui a" C ob le uz durchlief da» Ziel nach 7,16% Minuten. 4. Zweiter Vierer. Offen für Ruderer, welche nicht zum Rennen Nr. 2 genannt find. Ehrenpreis, gestiftet von den acttveu Mitgliedern der Gießener Rudergesellschaft, nebst fünf Ehrenzeichen. 1. Ludwigshafener Rudervereiu. 6,40% Minuten. Wetzlarer Ruderclub 6,47 Minuten. (Wegen Collision Protest eingelegt.) 5. Einer, Lahupokal, gestiftet vom Deutschen Ruderverband. Wanderpreis nebst einem Ehrenzeichen. Gewinner in 1897 Fr. Hartmann vom Frankfurter Ruderclub. Conrad Rüb- sameu von der Gießener Rudergrsellschaft 7,47 Minuten. Fr. Hartmann vom Frankfurter Ruderklub wurde wegen Nicht- befolgeu des SchirdSrichterspruchS distanzirt. 6. B i e r e r für Juniors. Ehrenpreis der Gießener Damen nebst fünf Ehrenzeichen. Die Offenbacher Rudergesellschaft „Undine" siegte in 6,51% Minuten über den 15 Meter vomZielabftoppeudeuLudwigshafenerRudervereiu. 7. Zweiter Einer. Ehrenpreis de« Regatta-ComitsS nebst einem Ehrenzeichen. 1) E. Fellner vom Ludwigshafener Rudervereiu 7,36 Minuten. 2) W. Ritter von der Cobleuzer Rudergesellschaft „Rheuanta" 7,47 Minuten. 8. Dolleuzweier. Ehrenpreis der passiven Mitglieder der Gießener Ruder- gesellschaft, nebst drei Ehrenzeichen. Wetzlarer Ruderclub 9,44 Minuten. (Ging allein über die Bahn). 9. Dritter vierer. Offen sür Ruderer, welche noch kein Feuilleton. A«g den letzten Jahren des Altreichskanzlers. Originalbericht für den „Gießener Anzeiger". Eine starke Eiche im Sachseuwalde hat der Sturm der Zeit gefällt. Unter ihren weitschattenden Zweigen haben die deutschen Völker die Wohnung ihrer Einheit gebaut. Spuren des hohen Alters wies die verwitterte Rinde des majestätischen Baumer, aber in seiner dunklen Laubkrone rauschte es noch alljährlich von tiefer Ranenweisheit, nach welcher alle Diejenigen aufmerksam und ehrfurchtsvoll hinhorchteu, welche in dem Gang der geschichtlichen Ereigntffe ein ewiges Ver- uuuftwalteu erkennen. Der Mann, dem am letzten Julitage des Jahre» 1898 die müden, Hellen Augen, die so Vieles geschaut, für immer zugefallen find, hat nicht nur Geschichte gemacht, er hat uns auch wieder unsere deutsche Geschichte verstehen gelehrt I Während ich diese Zeilen schreibe, unter dem unmittelbaren Eindruck, daß ein Großer und Gewaltiger dahin- gegangen ist, fitzen, gleich mir, an allen Weltenden unzählige Collegen der Feder und find bemüht, in gedrängter Kürze noch einmal die charakteristischen Wendepunkte diese» LebeuS zusammenzufaffeo, welches der deutschen, ja der europäischen Politik in der zweiten Hälste unseres Jahrhunderts den Stempel aufgedrückt hat. Und nicht nur die Heimath, auch da» AuS- land wird seine Blicke nochmal» nach FrtedrichSruh richten mit jenem starken, concentrirtrm Interesse, welches bei Freund und Feind nur Menschen mit scharf ausgeprägter Persönlich- kett und großem Einfluß auf ihre Zeit zu wecken vermögen. Da» Leben BtSmarck» erzählen, heißt den Entwicklung», gang der deutschen, spectell der preußischen Geschichte re- capituliren. Seinen äußeren Höhepunkt hatte da» Dasein diese» Staatsmann» vielleicht im Jahr 1885 erreicht, al» bei der Feier seine» 70. Geburtstags, der fich zu einem nationalen Ehrentage gestaltete, sein kaiserlicher Herr an ihn die dankersüllten Worte richtete: „An solcher Feier theilzu- nehmen, ist Mir und Meinem Hause eine besondere Freude. Sie, mein lieber Fürst, wissen, wie in Mir jederzeit das vollste Vertrauen, die aufrichtigste Zuneigung und da» wärmste Daukgefühl für Sie leben wird." Der alte Kanzler hat seinen alten Kaiser noch um volle zehn Jahre überlebt, und dieses letzte Decennium, welche» den großen Staatsmann der Verantwortung sür die Leitung der politischen Geschäfte enthoben zeigte, ist e» eigentlich gewesen, da» uns den Menschen Bismarck so recht nahe gebracht hat. Womit sind fie ausgefüllt gewesen, diese letzten Lebensjahre des ersten deutschen Reichskanzler»? Mit der inneren Antheilnahme am Fortbestand und der Weiterentwicklung seine» Werk», mit den stillen Freuden de» Familienleben» und endlich durch den ununterbrochenen Zusammenhang mit den Hoffnungen und nationalen Bestrebungen der Heranwachsenden Jugend. Gerade dieser letzte Gesichtspunkt sollte jetzt ganz besonder» hervorgehoben werden. Denn hier liegt un» ein BiSmarck'scher Einfluß von noch gar nicht zu berechnender Tragweite vor. Die auf gleicher Altersstufe mit dem „eisernen Kanzler" Stehenden haben oftmals an feinen rücksichtslosen Schroffheiten Anstoß genommen und nicht immer seiner Leitung folgen mögen. Aber für die Jugend ist er der Repräsentant de» deutschen Einheit»werk», für fie erglänzt er im Jdeallicht de» Hero», der auf hohem Postament, dem verworrenen Treiben der Alltäglichkeit entrückt, auf da» geschichtliche Bewußtsein der Nachwelt seinen erzieherischen Einfluß übt. Und au da» Herz und an die Willenskraft der deutschen Jugend und der deutschen Frau, denn in letzterer ruht die Garantie für die erstere, hat BtSmarck in den lrtzten Jahren, alS FrtedrichSruh der Wallfahrtsort für alle möglicken Corporationen und Deputationen war, mit besonderer Wärme seine zündenden Worte gerichtet, die eben, weil sie meist drm Impuls de» Augenblickes enstammten, ihre Wirkung niemals versagten. In diesen inosfiziellen, zwanglosen Reden hat fich der greise Kanzler seinem Volke als getreuer Eckart und als ein kundiger Führer durch die Geschichte bewährt. Da gab» auch nicht ein Ereigniß am Horizont der äußeren Politik, da» von dem großen Staatsmann nicht sofort in seiner größeren oder geringer» Tragweite festgestellt worden wäre! Wie klar und scharfsichtig wurde von ihm im vergangenen Frühjahr die griechisch-orientalische Frage beurtheilt, und erst kürzlich da» amerikanisch-spanische Zerwürfuiß! Ihm ist in der That kein Zug auf dem Schachbrett Europa« entgangen. Wir können uu» um so eingehender in da» Bild fein« Größe vertiefen, al» die Frage: wa» wird nun werden? wer wird seinen Platz einnehmen oder gar au»füllen? die Gemüther nicht zu beunruhigen und von der stillen, andächtigen Rückerinnerung abzudrängen braucht. Einen Bismarck schafft die Natur nur in ihrer besten Sonntagsstimmung. Bei Lebzeiten konnte er seinem Volke bereit» die beruhigende Gewißheit verschaffen, daß seine Arbeit mit dem Grsammtwollen der Nation gewachsen und keinem Zufallsspiel preisgegeben sei. E» ist in Wahrheit so, wie Ernst von Wildenbruch e» schon am 1. April 1890 in seiner markig-ergreisenden Weise auSzudrücken vermochte: „Du gehst von Deinem Werke, Dein Werk geht nicht von Dir, Denn wo Du bist, ist Deutschland, Du warst, drum wurden wir. X. rl. % «L n 828 !() /> otf 1179 °ffmrob 833> ntouT"— ' 11 ®W 1898 ft“ d-- @r,l. les*1“"'““““ Strllttco-miffär aW to bti p|h*|8, nann. Wrttn brMtt. ^Ailvahve Stittni 'MhillttRadttgelkll. ö6»'3ltgatta statt. - « Todklnchicht hi Um um blt Rkgalt. U'ökü ötttlnt btitlii »rsaht, blt RiM [tcn# M Ztlchtll btt >°lbrnast zu hissen. - der Hsllptrtulltu, He hmrv, mit: 1. «tuet " von Frtuubtll hi E. Filler Dom f, nachbtlll W. «Itter '-Coblkuj 300 Mtin 37*/i Ttcllllbm atttin laubttpttil btt Stabt itD. Siegte bon 1891 urter Rlldklclub gisellschasi „©ermanta* otjnt Steuermann, iltglitdttll bn Gllßutn . len. Dtt granffatttt Ziel, ab. Sabttgtltü* rchlies bal ßltl M ir. OstillstrAbtttt, nnt find, iihttvprtil, ber Gltßtott Rubtt« . LubtvtgShaseuk! klarer Ruderclub '.ingtlegt) S. Einer, ttrverbanö. ;2Banbti» lewtnntr in 1897 ib. fcontab W* chch 1,41 Mulltw. ubmuxbetDtßtnW ,Kt. b.Viertrfür ;t Damen nebst fN Rabergesellschaft Q über den 15 Meter luberverein. 7. Zweiter iltel nebst einem Wev« ilulhafener gtubernerein er Tobleozer WV1 8. Dolienzweier. ber Gießru» W Wetzlarer Ruber- (in 86« M» ®aft utitir, W* ”4l,to MS all 'L. A ii»“"” 5# w* wdtt WL im 6tt- S-S'S >«« '"‘iw? » « Ä<», * , DO« 1 i W*,„ ihrer W ;«« ii--»«Ä rserkr, £S* i >°lr. offene» Rennen im Vierer gewonnen und nicht zu Rennen sechs genannt find. Ehrenpreis des Vorstandes der Gießener Ruder-Gesellschaft, nebst fünf Ehrenzeichen. 1) Ruderclub „Fr anke n" Schweinfurt 6,56 Minuten. 2) Gießener Radergesellschaft 7,01 Minuten. 10) ©ollen« Bier er. Ehrenpreis des Regatta Eorniteß nebst fünf Ehrenzeichen. 1) Gießener Rud ergesel lschaft 7,17^/z Minuten. 2) Wetzlarer Ruderclub 7,26 Minuten. 11. Achter, Groß- Herzogspreis. Wanderpreis Sr. Sönigl. Hoheit des Großherzog» nebst neun Ehrenzeichen. Sieger von 1897. Frankfurter Rudergesellschaft Sachsenhausen. 1) Frankfurter Rudergesellschaft „Germania^6,11 Minuten. 2) Wetzlarer Ruderclub 6,18 Mmuten. Die Pretlvenheilung fand um 8 Uhr Abends statt. Herr Kirch, Mitglied de» Ehrenpräsidium» und Mitbegründer des Vereins eröffnete und schloß dieselbe mit einem dreifachen „Hipp, Hipp, Hurrah" auf Kaiser und Großherzog, und das Gedeihen deö Rudersports. Die Preise wurden den Siegern unter entsprechenden Ansprachen der einzelnen Vorstandsmitglieder Überreicht. •• Militargemeinde. Aa Stelle de» nach Darmstadt be- rufenen Herrn Pfarrer Dingeldey ist nunmehr mit Wahrnehmung oer Seelsorge an der hiesigen evangelischen Militargemeinde Herr Psarrer Dr. Grein beauftragt worden. *• Locomotivbeamten-Berein. Die von genanntem vtrein veranstaltete Jubiläumsfeier zu Ehren der Collegen Druschke, Klein, Noll und Schmevl am vergangenen GarnStag irn Gießener Festsaale (Casä Leib) verlief in schönster Weise. Nachdem die Jubilare durch Deputationen des Vereins Morgens tn ihren Wohnungen beglückwünscht worden, versammelten sich Abends sSmmtliche Jubilare und dienstfreien hiesigen und auswärtigen Collegen mit ihren Familien. Die Jubilare wurden von Damen und Herren unter den Klängen des Jubiläumsmarsches einzesührt, worauf oon einer jungen Dame ein Prolog gesprochen wurde. DaS folgende lebende Bild: „Der Beruf des Lokomotivführers", fand die verdiente Anerkennung. Die Jubilare wurden von dem ersten Vorsitzenden, Herrn Dotzenrod, im Namen des Vereins in erhebenden Worten beglückwünscht und durch werthvolle Ehrengeschenke erfreut. DaS auf die Jubilare ausgebrachte Hoch wurde von den in großer Zahl erschienenen Festtheilnehmern freudig ausgenommen. Das darauf folgende Theaterstück „Der weiße Othello" wurde recht flott gespielt. Auch die übrigen Nummern de» Programms kamen zur vollsten Geltung. Im Hinblick darauf, daß der Verein aus preußischen und hessischen Staatsbeamten besteht, wurde der beiderseitigen Fürstenhäuser durch ein Hoch auf Seine Majestät den Kaiser und Seine Königliche Hoheit den Großherzog gedacht. Herr Regierung-banmeister Richter widmete den Jubilaren einige Worte der Anerkennung und brachte ein •Vodj auf dieselben au». Die Feier wurde durch ein bi» zürn .Morgen währendes Tänzchen beendet. ° Die Xegernfeeer in Siehe». Der Bericht über da» Auftreten der Tegeknseer vor dem Kaiser im Frühjahr ds». IS. wird unseren Lesern noch in Erinnerung sein. Wer an solch naturwüchfigrm biederen Wesen Gefallen findet, der möge nicht versäumen, dem Auftreten de» munteren völkchens'irn Casä Leib Dienstag Abend 8 Uhr beizuwohneu. (Weitere» siehe Inserat.) • • Der Hanptanlschnß bet BerbandlanSstellnng von Vogelsberger Rindvieh in Gießen hat tn seiner Sitzung vom 30. Juli beschlossen, daß den Ausstellern die durch die landwirthschast- lichen Bezirks vereine bereit» zugebilligte Wegvergütung für nicht prSmiirteS und nicht verkaufte» Vieh auf 10 Mk. erhöht werden soll. Anmeldungen find baldigst an die vor« sitzenden der betnffenben laudwirthschaftlichen BezirkSoereiue einzureich n. Ferner wurde der Beschluß gefaßt, jedem Anstelle» die beiden Schriften von Leithiger: „Das BogelSbergrr Rind" und „Milchvieh" kostenlos zu übersenden. * • verunglückt. Gestern Abend 10 Uhr wurde der Hülfs-Rangirer Ludwig Größer au» Großen-Linden schwer verletzt tm Rangirdahnhof der Main-Weser-Bahn liegend aufgefuuben und in die Klinik verbracht, wo er alsbald starb. Auf welche Art und Weise derselbe verunglückt, konnte nicht festgestellt werden, da Niemand Augenzeuge des UnglÜcks- falleS war, doch wird vermuthet, daß er zwischen die Puffer gerathen ist. Der verunglückte hinterläßt Fran und Kinder. * • Schlägerei. Während der gestrigen Ruderregatta geriethen an der Abfahrtftelle, am sogenannten Felsen, zwei junge Burschen in Streit, wobei der eine dem andern mit einem Gla» derart auf den Kopf schlug, daß der verletzte sich in der Klinik verbinden laffen mußte. Anzeige gegen den Thäter ist erfolgt. □ Darmstadt, 31. Juli. Zur 21. Versammlung des Vereins Deutscher Geometer find schon zahlreiche Fachgeuoffen aus allen Theilen des Reich» eingetroffen. Bei der heutigen sehr animirten Borversammlung im „Kaisersaal" begrüßten dieselben Revisiou»geometer Hiemenz-Darmstadt Namen» deS Ortsausschüsse», Steuerrath Dr. Laur Namen» des Großh. Katasteramts- der vereinSvorfitzeude Winkel- Altenburg dankte. Morgen find geschäftliche Verhandlungen, übermorgen fachwiffenschaftliche Borträge. Aus der Zeit für die Seit* Vor 83 Jahren, am 2. August 1815, erblickte in Brüse- witz (Mecklenburg) Adolf Friedrich Graf von Schack das Licht der Welt. Im Jahre 1855 nahm er dauernd in München feinen Wohnsitz, wo er sich als Dichter und Kunstfreund einen Namen erwarb. Schack vermachte seinerzeit seine Gemäldesammlung dem deutschen Kaiser, der ihren Verbleib in München anordnete. Der Dichter starb am 14. April 1894 in Rom. Spielstlau der vereinigten frankfurter Stadttheater. Dptnrhttu*. Dienstag den 2. August: Aida. Mittwoch den 3. August: Orpheus tn der Unterwelt. Donnerstag den 4. August: Der Freischütz. Freitag den 5. August: Boccaccio. Samstag den 6. Auaust: Lohengrtn. Sonntag den 7. August: A Basso Porto. Der Hetr athsautomat. Montag den 8. August: Der fliegende Holländer. Dienstag den 9. August: Carmen. Schauspteldau». Dienstag den 2. August: Kabale und Liebe. Mittwoch den 3. August: Die versunkene Glocke. Donnerstag den 4. August: Die ßogenbrüber. Freitag ben 5. August: I. G. Borkmann. L-amstag den 6. August: Tartüffe. Der eingebildete Kranke. Sonntag den 7. August: Der Probepseil. Montag den 8. Auaust: Die wilde Jagd.____ Temperatur der Lahn und Lust nach Reaumur gemefien am 2. August, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags: Wasser 14'/,°, Luft 18°. Rübsamen'scke Badeanstalt. Neueste Uadiricbtcn. Depeschen hei Bureau „Herold". Friedrichlruh, 1. August. Gestern Nachmittag traf StaatSsecretär PoladowSky hier ein um mit den Hinter- bitebenen des Fürsten wegen der Theilnahme der Reich»- regierung an den B eisetzungSfeierltchketten zu con- fertren. Definitive Bestimmungen hierüber find indeß erst im Laufe des heutigen Tage» zu erwarten, da ber Kaiser vorher von dem Programm Kenntniß haben will. Wie verlautet, soll die Leiche bis zur Fertigstellung deS in Friedrichs- ruh zu errichtenden Mausoleum» tm Sterbezimmer selbst ge- laffen werden und Morgen im engsten Familienkreise die Leichenfeier stattfinden. Profeffor Schweninger und Dr. Ch,y- sander nahmen gestern die Elnbalsamirung und Einsalbung der Leiche vor, die auf Wunsch der Familie nicht fecirt wurde. Auf Befehl deS Kaisers sind al» Ehrenwoche Halber- fiüdter Kürasfire und O fiziere und IManulchaften des 31. Regiment- aus Altona hier eingetroffen. Der gestrige Tag brachte ununterbrochen Beileidstelegramme, darunter befanden fich solche vom Kaiser, der Kaiserin, dem K-on- Prinzen, sammtlichen preußischen Prinzen und Peinzessinnen, fast sammtlichen Bundesfürsten und deren Familien, vom Kaiser von Oesterreich, vom italienischen Königspaare, vom englischen und rusfischen Hofe und von über hundert Staatsmännern, darunter Crtspt als einem der ersten. Auch die Deutschen in New-Uark sandten ein Beileidstelegramm. Die Eondolenzdepelche des Kaiser- ist in den herzlichsten Worten abgefaßt und an den Fürsten Herbert Bismarck adressirt. Der Kaiser gedenkt in rütmenbften Worten der Verdienste de- Fürsten, er spricht seine unauslöschliche Dankbarkeit gegenüber bene Heimgegangenen aus, ber ein Borbilb treuester Pflichterfüllung gewesen sei. Der Kaffer erwähnt Bikmarck» Familienleben, worin besten höchstes G^ück deftanben und versichert die Familie seines innigsten Beileids. DeS Kaisers Hierherkunst erscheint nicht ganz sicher angesichts des Umstandes, daß nur eine provisorische Beisetzung für morgen geplant ist. Budapest, 1. August. Wie verlautet, beabsichtigt Baron Banfsy, das ungarische Abgeordnetenhaus aufzulöfen. Bergen, 1. August. Der Kaiser hat gestern Nachmittag bte Rückreise nach Deutschland angetreten. Brüssel, 1. August. Alle belgischen Blätter besprechen ben Tob BtSmarckS. Paris, 1. August. Die plötzliche Rückkehr des Justizministers Sarrien wird verschiedenartig gedeutet. Aus radikaler Seite hofft man, er fei zurückgekehrt, um die Revision des Dreyfus-Prozesses in die Wege zu leiten. Bekanntmachung. Bezüglich der in unserem Gesellschaftsregister eingetragenen Actien- gesellschaft Heffifch-Rheinifcher Bergbauvereiu zu Gießen mit Zweigniederlassung zu Trais-Horloff wurde heute unter Ord.- Rr. 2 folgender weiterer Eintrag vollzogen: Die am 2. Juni 1897 stattgehabte gemeinschaftliche Generalversamm- lung der Besitzer von Stammactien und Stamm-Prioritäts-Actien der Gesellschaft Hessisch-Rheinischer Bergbauverein und die im Anschluß hieran stattgefundene besondere Generalversammlung der Besitzer von Stammactien dieser Gesellschaft einerseits und derjenigen von Stamm-Prioritäts-Actien derselben anderseits haben einstimmig beschloffen, das Grundcapital durch Zusammenlegungen in dem in den Beschlüssen näher angegebenem Verhält- niß herabzusetzen und zugleich zu erhöhen und einheitlich zu gestalten, durch Ausgabe oon neuen Aclien Lit. A bis zum Betrage von 3 Millionen Mark. Die neuen Actien sollen ausgegeben werden thells gegen Baarzahlung, theils gegen Jnferirung einer gegen die Gesellschaft bestehenden Forderung, theils zur Einlösung alter Actien, welche mit oder auch ohne Zuzahlung nach näherer Bestimmung obiger Beschlüffe zusammenzulegen und in Actien Lit. A umzutauschen sind. Des Weiteren hat die vorstehend erwähnte Generalversammlung am 2. Juni 1897 beschloffen, an Stelle des bisherigen Statuts, welches vollständig aufgehoben wird, ein neues Statut mit dem Datum jener Generalversammlung zu setzen, welches jedoch von dem früheren nur in folgenden wesentlichen Punkten abweicht: Gegenstand des Unternehmens ist nunmehr neben Erwerbung, Ausbeutung, Verwerthung und Verkauf von Bergwerken und Steinbrüchen die Errichtung und der Betrieb von Fabriken, zur Verwerthung gewonnener Bergproducte. Das Grundcapital der Gesellschaft wird auf 1950000 Mk. festgesetzt, eingetheilt in 5313 Stammactien, jede zu 300 Mk., und 1187 Stamm-PrioritätS-Actien, jede zu 300 Mk. und auf den Inhaber lautend. Von den Organen der Ge- ffellfchast 1) Direction, 2) AussichtSrath, 3) Generalversammlung, hat erstere alle Rechte und Pflichten, welche dem Vorstande einer Actien- gesellschaft zustehen und obliegen. Die Dire.tion besteht aus einem oder mehreren Mitgliedern. Ihre Wahl erfolgt durch den AussichtSrath und ist in den Gesellschaftsblättern bekannt zu machen. Alle Urkunden und schriftlichen Erklärungen sind für die Gesellschaft verbindlich, wenn sie mit deren Firma unterzeichnet oder unterstempelt sind und falls die Direction au« einem Mitgliede besteht, dessen eigenhändige Unterschrift oder die zweier Procuristen, und, falls die Direction aus mehreren Mitgliedern besieht, die Unterschrift zweier Mitglieder oder eines derselben und eines Procuristen tragen. Die Berufung der Generalversammlung erfolgt durch len AussichtSrath oder die Direction mittels einmaliger Bekanntmachung in den Gesellschaftsblättern mit 18 Tagen Frist, den Tag der Bekanntmachung und den der Versammlung nicht mitgerechnet. Die Bekanntmachungen erfolgen unter der Ueberschrift der GesellschaftSfirma und mit der Unterschrift der Direction oder des Auffichtsraths, je nachdem sie von jener oder diesem ausgehen und werden veröffentlicht durch einmaligen Abdruck im Deutschen Reichs- und Königl. Preuß. StaatSanzetger. Durch die Nichtveröffentlichung der Bekanntmachung in den etwa hierfür roeiter vom Anfsichtsrathe bestimmt werdenden Blättern wird deren Gültigkeit nicht beeinträchtigt. Inhaltlich der beglaubigten Anmeldungen des Vorstandes und des Aufsichtsraths vom 9. August 1897 hat die in den Generalversammlungen vom 2. Juni 1897 beschlossene Erhöhung des Grundcapitals stattgefunden und ist diese Erhöhung inhaltlich der oben erwähnten Anmeldungen in der Weise durchgeführt worden, daß das seitherige Grundcapital von 1950000 Mk. auf den Betrag von 638072 Mk. ermäßigt und hieraus daS Grundcapital durch Baareinzahlung und Jnferirung einer Forderung um 2090928 Mk. erhöht worden ist, sodaß das Grundcapital jetzt 2 729 000 Mk. beträgt. Laut beglaubigter Anmeldung des Vorstandes und des Aufsichtsraths vom 24. September 1897 ist eine weitere Ausführung der Beschlüsse der Generalversammlung vom 2. Juli 1897 eine weitere Erhöhung de» Grundcapitals um 224000 Mk., in Worten Zwei- hundertvierundzwanzigtausend Mark, durchgeführt worden. Die Einzahlung dieser Betrags ist in der Weise bewirkt worden, daß Herr August Starnberg in Charlottenburg für 224 000 Mk. Actien zum Paricurse übernommen und dafür eine gleich große Forderung, die er an die Actien- gesellschast noch zu bilden hatte, als empfangen angesehen und der Gesellschaft gegenüber quittirt hat Hiernach hat die weitere Erhöhung des Grundcapitals um 224000 Mk. stattgefunden, sodaß dasselbe jetzt 2953000 Mk. beträgt. Das seitherige Grundcapital ist nach der oben erwähnten Anmeldung voll eingezahlt. Hungen, am 27. Juli 1898. Großherzogliches Amtsgericht Hungen. I. V.: Dr. Fuhr. 7665 Bekanntmachung. Die Lieferung von Dienstkleidungsgegenständen für die im Ober- Postdirectionsbeziik Darmstadt beschäftigten Post- und Telegraphenunter, beamten soll vom 1. April 1899 ab, zunächst auf die Dauer von 4 Jahren, im Wege des Anbietungsoerfahrens vergeben werden. Angebote auf diese Lieferung sind bis zum 1. September 1898, 10 Uhr Vormittags, versiegelt, francirt und mit der Aufschrift „Angebot auf Lieferung von Dieuftkleidnugsgegeoftänden" versehen an die Ober-Postdirection Hierselbst einzureichen. Die Lieferungsbedingungen können innerhalb der Dienststunden bei der Ober-Postdirection Hierselbst eingesehen oder von hier bezogen werden. Ebendaselbst liegen auch die Muster für die zu liefernden Stücke aus. Am 1. September, 11 Uhr Vormittags, findet die Eröffnung der eingegangenen Lieferungs-Angebote im Beisein der etwa erschienenen Bewerber statt Die Auswahl unter den Anbietern, welche 4 Wochen an ihr Angebot gebunden sind, bleibt der Ober-Postdirection ausdrücklich vorbehalten. Darmstadt, 29. Juli 1898. Kaiserliche Ober-Postdirection. I. V.: Rehan. 7666 Mmntmndjmigeii Bekanntmachung. Zur Beaufsichtigung städtischer Bauarbeiten bei Ausführung von Maurerarbeiten und ($nt= wässernngsanlagen werden tüchtige, praktisch durchaus erfahrene Aufseher zu dauernder Beschäftigung gesucht. Meldungen sind unter Beifügung von Zeugnissen und Angabe des Lohnanspruchs bis zum 15. August d. I. bei unserem Actuariat „Am । Schwimmbad Nr. 2" einzureichen. Frankfurt a. M., den 28. Juli 1898. 7672 Hochbauamt. Neues Sauerkraut, Z sowie riugcmachte Gurken empfiehlt H. Klotz, Mäusburg 17. Neue Kartoffeln, prima beste anerkannte Waare, 50 Kilo mit Sack ab Friedberg- Frankfurt a. M. 3,25 Mk. ver- sendet gegen Nachnahme 7675 Jacob Stern-Simon, ______Friedberg, Hessen.______ Neue Kartoffeln versendet 7674 pr. 100 Pst», mit Sack unter Nachnahme 3,25 UM. ab Frankfurt (Fr^dberg) A. Stahl Wwe.j Juh. M. Stahl, Friedberg bei Frankfurt a. M. Einmachkeffel in Kupfer und Messing. 7436 Chr. Zimmer, Bahnhofstr. 12. 7682 7667 V WKK«GGGG SG GS SS «S »««»»OGG Zusammenkunft bei Kamerad Meuser. 7668 Eintritt 40 Pfg. Anfang 8 Uhr. [7640] Are Kapelle coucertirt auf vieseitrgen Wunsch. X des Herrn Pfarrer Schlosser ftaNfindet. 7691 «begehen [7685] Bahtthofstr. 26. W Kausöursche gesucht. 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KirchenllMMd und Grulkindevkrtretung der Watttzäusgemeinde laden die Freunde und Verehrer des Herrn Pfarrer Schlosser in der ganzen Stadt ein, zur Theilnahme an dem Familie«' abend, welcher am Mittwoch den 3. August, Abends 8 Uhr, tm Saale des KafA <^eiö zur Feier des 25jährigen Amtsjubiläums Danksagung. Für die herzliche Theilnahme an dem Begräbniß unserer Mutter, der Henriette Hansult sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Hellwig sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank. Wieseck, den 1. August 1898. OT Schrchwaaren zu staunend billigen Preisen. 7698 Bitte die Preise in meinem Schaufenster zu beachten. Mardtürchk 9. I» Süss, MaMraße 9. Maurer und Taglöhner sofort gesucht von 7702 H. Winn. Acetylen! 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Theilr 5) Ouvertüre zur Oper „Das goldene Kreuz" von Brüll. 6) Scene und Arie aus „Traviala" von Verdi. 7) Die beiden kleinen Finken, Solo für Xylophon, von Kling. 8) Fantasie aus der Oper „Faust und Margarethe" von Gounod. — 3. Theilr Kiau-Tschau, chinesischer Marsch (neu) von Nehl. 10) Der Schwalben Abschied, Solo für zwei Pistons, von Mayr. 11) Wiener Lieder, Potpourri von Döbereiner. 12) Erbgroßherzog Friedrich, Fan- sarenmarsch, von Friedemann. (Mit Benutzung der Heroldstrompeten.) Eia tüchtiges Hausmädchen gesucht. 7531 Frau Dr. Fayet, Bismarckstr. 16. 7704] Ich suche 10 bis 12 Mädchen nach hier und auswärts in sehr gute Stellen. Gute Zeugnisse sind erforderlich. Fran Müller, Tenselslustgärtchen 26. AriegervereinVießen. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres Kameraden Kcrrn Kostmeister a. A. Th. Luckhardt in Kenntniß zu setzen. 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