Nr. 152 Erstes Blatt. Samstag dm 2. Juli 1898 Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Die Gießener M«mrlle«ötätter werden dem Anzeiger wtchentl'.ch viermal beigelcgt. Gießener Anzeiger AezugspretA vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg, mit Bringerlohn. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgende» Tag erscheinenden Nummer bis Dorm. 10 Uhr. General-Anzeiger Alle Anzeigen-Bermittlungsstellen des In- und AuSlanbe» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Amts- und Anzeigeblatt für den "Kreis Gieren. Redactton, Expeditton und Druckerei: Schnlstraße Ar. 7. Gratisbeilage: Gießener Familienblätter. Adresse für Depeschen: Anzeiger Hieße». Fernsprecher Nr. 51. Anrttichr* TheU Bekanntmachung. B e t r.: Ausführung de» südöstlichen StadterweiterungSplaueS; hier: der Querstraße Q bis El1 de» Planes, bezw. Antrag der Stadt Gießen auf Enteignung von Gelände der Peter Kennel Eheleute daselbst. Nachdem die Stadt Gießen zur Ausführung des südöstlichen StadterweiterungSplane-- hier: der Querstraße Q bi» El1, die Enteignung des nachverzetchneien Geländes des Peter Kennel und Ehefrau, geborene Güngerich und zwar eines Ab- Abfchnittes von 259 Quadra meler (gemessen) au» dem Grab- garten Flur 26, Nr. 15431/100 und eine- Abschnittes von 59 Quadratmeter (gemessen) au» dem GraSgarten Flur 26, Nr. 15431/100 auf der Weißrrde beantragt hat, so wird dieser Antrag der Stadt Gießen vebst dem Plan und seinen Anlagen vom Mittwoch den 6. Juli d. I. bis Mittwoch den 20. Juli d. I. aus der Großh. Bürgermeisterei Gießen zu Jedermanns Einficht offen gelegt und wird Tagfahrt vor der Localcommtsfion auf Mittwoch den 20. Juli d. I., Bormittags 9 Uhr, zur Verhandlung über den Plan und die zu leistende Entschädigung hierdurch anberaumt. Die Eigrnthümer des zu enteignenden Gelände» sowie etwaige Nebenberechtigte werden hierdurch ausgefordert: a) Einwendungen gegen den Plan bet Meldung des Ausschlusses und Annahme der Einwilligung tu dte beanspruchte Abtretung oder Beschränkung, b) Erklärung aus die angebotene Entschädigungssumme bei Meldung der Unterstellung der Annahme de» Angebote», c) Anträge aus Ausdehnung der Enteignung bet Metdung deS Ausschlusses mit solchen, d) Anträge aus Ausrechterhaltung bestehender Lasten (Art.19) bei Metdung deS Ausschlüsse» mit solchen, e) Anträge aus Einrichtung und Unterhaltung von Anlagen im Sinne deS Art. 14, f) etwaige noch unbekannte Ansprüche und Rechte an dazu enteignende Grundstück, im Termin vorzubrtngen. In demselben Termin wird zugleich über die Höhe der Ent- schädtgung und dte mit ihr zusammenhängenden Fragen verhandelt werden. Gießen, den 29. Junt 1898. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Gagern. Deutsches Reich. Berlin,80.Juni. Nachträgliche» zu den Wahlergebnis s e n. Wtezu erwarten war, werden verschiedene Ergebnisse der ReichstagSwohleu angefochten werden. Ein solcher Versuch wird jedenfalls auch im zweiten Berliner Wahlkreise unternommen werden, wo der Freisinnige Kreitling in der Stichwahl mit nur drei Stimmen über den Socialdemokrateu Fischer gesiegt hat. Auch in Göttingen wird die Wahl de» Herrn Götz v. Olenhusen (Welsen) von socialdemokrattscher Seite angefochten werden. Hinsichtlich der Wahl Stöcker» in Siegen besteht eine Verschiedenheit zwischen der Meldung de» Wolff'jchen Bureau» und anderen gleichfalls als ^amtliches Resultat" angegebenen Nachrichten. Da» genannte Bureau meldet: Stöcker 12 099, Kreutz 12072. An Stelle der letzten Zahl steht aber nach der andern LeSart 12092. Hiernach würde eine Mehrheit von nur 7 Stimmen vorhanden sein. Auch hier wird ein Widerspruch gegen die Wahl versucht werden. Ausland Budapest, 30. Juni. Die Gerüchte, daß das Unwetter der letzten Tage dte gesammte Ernte Ungarn» vernichtet habe, sind unbegründet. Die südöstlichen und östlichen Eomitate, da» Donaugebiet und Siebenbürgen find vollständig verschont geblieben. Der in den anderen Comi- taten angerichtete Schaden wird auf 15 Millionen Gulden geschätzt. Lemberg, 30 Juni. DaS Standrecht übt die allseitig erwartete Wirkung au». Die Ruhe wurde gestern nirgends gestört. Krakau, 30. Juni. Infolge der eingetretenen Ruhe ist die Absendung weiterer Truppen nach Neu- Sandeck tnhibirt worden. Rom, 30. Junt. Dte Mehrzahl der Blätter beurtheilt das neue Cabinet ziemlich günstig und erwartet, daß der größte Theil der Kammer dasselbe unterstützen wird. Nur „Popolo Romano" drückt sich pessimistisch aus. Er ist der Ansicht, daß Pelloux dte Politik Rudint» fortsetzen wird. Rom, 30. Juni. Da» gestrige Erdbeben in Rieti hat große Verwüstungen angerichtet. Die Anastasius Kirche ist etngeftürzt und der Thurm der Marienkirche stark er- schüttere. Mehrere Menschen kamen um» Leben. Dte Bevölkerung campirt im Freien. Der Kriegsminister sandte eine Ambulanz de» Rothen Kreuze» mit 500 Zelten nach Rieti ab. Paris, 30. Juni. Der heute im Elhsee abgehalteue Ministerrath beschloß, daß dte Getretdezölle vom 1. Juli ab wieder in voller Höhe erhoben werden sollen. London, 30. Juni. Ein Telegramm auS China meldet, daß eine belgische Expedition kürzlich nach Peking abgesandt wurde, um mehrere Tausend Kuli» anzuwerben, die nach dem Congostaat tranSportirt werden sollen, um dort große Ländereien culturfähig zu machen. London, 30. Juni. In Spanten machen sich dte traurigen Folgen de» Kriege» immer mehr bemerkbar. Der Berichterstatter de» „Daily Telegraph" schildert die Zustände in Madrid Überaus düster. „Die innere Lage Spanten»", schreibt er, „ist entsetzlich. Da» Volk verhungert im buchstäblichen Sinne des Wortes. Der Krieg ist ihm vollständig gletchgtlttg. ES will nur Brod. Die Invaliden des cuba- nischen Kriegs werden nicht unterstützt- ebensowenig dte Wittwen und Waisen der tm Kriege Gefallenen. In Madrid allein giebt e» bereit» 38 000 Frauen mehr al» Männer. Cadiz ist vollständig xuinttt.' In oer catalonischen Provinz werden in den nächsten vier Tagen 35000 Arbeiter ohne Beschäftigung sein. In Lerez wüthet die Reblaus derartig, daß die Wetnstöcke von Grund aus zerstört find. Gegenüber diesen Zuständen thut die Regierung nicht», als dte Truppen an den Orten zusammenzuziehen, wo VerzweiflungSanSbrüche am ehesten erwartet werden dürfen. Sie hat vor, bet erster Gelegenheit den Belagerungszustand Über da» ganze Land zu verhängen. Madrid, 30. Junt. Hebet London wird hierher gemeldet, daß General Pan do nach Santiago marschirt, um sich mit Linares zu vereinigen. Die Zahl der spanischen Truppen tn Santiago beträgt jetzt mindestens 23000. Madrid, 30. Juni. Der Generalkonsul tu Montreal hat beim AuLwärttyen Amt Einspruch erhoben wegen der einem amerikanischen Kanonenboote gegebenen Erlaubntß, die canadtschen Canäle zu durchfahren, um sich nach den amerikanischen Häfen zu begeben. Barcelona, 30. Juni. Etwa 1500 Personen versammelten sich gestern Abend vor der Wohnung d-r B schof» und drückten ihr Mißfallen über das Verhalten deS Bischof» au», welcher erklärt hatte, dte Fortsetzung der Fetndseltgketten mit den Vereinigten Staaten sei gottlos und unklug. Konstantinopel, 30. Junt. Dte Vertreter Rußland», Italiens, Frankreich» und England» hatten gestern in der Kreta-Angelegenheit eine Besprechung. Washington, 30. Juni. Der Marineseeretär hat ein Telegramm au» New York erhalten, wonach da- Flagg- schiff „Watson" mit dem Kreuzer „Delphin" tn New Ark colltdtrre. Da» Flaggschiff erlitt keine Beschädigung, jedoch wurde der Kreuzer derart beschädigt, daß er in da» Arsenal geschleppt werden mußte. Hongkong, 30. Junt. Aguinaldo wird den Mächten die Proclamtrung oer philippinischen Republik notific.ren und um deren Anerkennung nachsuchen. Er hatte eine lange Conferenz mit dem deutschen Admiral Dtedertch». Port-Laid, 30. Juni. Das Geschwader Camara» liegt noch immer vor Port-Said. Camara hat dte Erlaubniß nachgesucht, Kohlen einnehmen zu dürfen. Die Antwort der egyptischen Behörde ist noch nicht etngetroffen. Bermuthlich wird daS Geschwader demnächst den Suezeanal durchkreuzen. ___________________________ Locales rrnd Provinzielles. Gießen, 1. Juli 1898. * AuS dem Großh. Ministerium. Seine König!. Hoheit der Großherzog haben Allergnädtgst geruht, am 22. Junt den Geh. StaatSrath im -Ministerium des Innern, Wtrkl. Geheimerath Dr. Heinrich Knorr v. Rosenroth auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner langjährigen, treuen und vorzüglichen Dienste, mit Wirkung vom 1. Jult d. I». an tn den Ruhestand zu versetzen, demselben die Krone zum Comthurkreuz l.Kl. des Verdienstordens Philipps de» Groß- müthigen zu verleihen und ihn zum Präftdenteu de» Ver- waltung-perichtshofs auf Lebenszeit zu ernennen. ** Stiftung-fest der Universität. In der großen Aula der Univerfität fand heute anläßlich des Stiftungsfestes der Univerfität der übliche FestactnS statt. Unter den Klängen des Huldigung-warscheS von Burald zog der gesammte Akademische Lehrkörper, mit dem Rector an der Spitze, in dte festlich geschmückte, von einem erlesenen Publikum erfüllte Aula ein, um vor der Rednerbühne, zu beiden Seiten von den tu vollem Wich» erschienenen Chargirten der studentischen Verbindungen flanktrt, Platz zu nehmen. Nachdem der Akademische Gesangverein mit gewohnter Präctsion das „Heilig ist Gott der Herr" au» dem „Elias" von Mendelssohn zu Gehör gebracht hatte, hielt der derzeitige Rector, Profeffor vr. Spengel, die Festrede. Zunächst dte Anwesenden begrüßend und Seiner Königlichen Hoheit dem Großherzog al» gütigem und weisem Landesvater und Rector magni- ficentissimus die schuldige Huldigung darbrtugend und mit Freude feststellend, daß dte Univerfität trotz ihrer 291 Jahre in frischer, fruchtverheißender Blüthe stehe, ging der Redner zu dem eigentlichen Thema seiner Rede: „Der Werth der Naturwissenschaften für daS Leben" über. Sinne und Koperniku» streifend, wandte er fich zur Theorie Darwin» und Häckel» und veranschaulichte in fesselnder Form Wesen und AuSfichten derselben, vornehmlich die Anpaffnng»- lehre der Lebewesen betonend, und an sprechenden Beispielen auSsührend, wie nur der am besten Ausgerüstete fich erhalte« kann, der Ungenügende zu Grunde gehen muß, fich also nicht vererbt. Redner glaubte unter aller Reserve, dem Darwinismus ein günstige» Prognosticon stellen zu können. Dem hochinteressanten, äußerst lehrreichen Bortrage schloß fich dann der recht erfreuliche Jahresbericht der Univerfität an. Darauf erfolgte dte Preisvertheilung und die Verkündigung der neuen PreiSaufzaben. Dte theologische und juristische Preisaufgabe hatten keine Bearbeitung erfahren, für die übrigen waren Bewerber ausgetreten. Die Namen der preisgekrönten Bewerber, deSgl. die Themata der neue« Preisaufgaben werden wir demnächst mittheilen. Die erhebende Feier wurde durch Gesang und Instrumentalmusik beschlossen. * • DaS gestrige Koschat Coueert hatte eine überaus zahlreiche, andächtig lauschende Zuhörerschaft herbeigrlockt, so daß „SteinS Saalbau" und angrenzende Räume voll besetzt waren. Hierbei hat jeder Besucher vollauf bestätigt gefunden, was wir in Nr. 150 unseres Blattes über Koschat-Concerte und ihre Wirkung aus dem „Mannheimer Anzeiger" übernahmen. Wo die Kunst dermaßen an» Herz greift, wie in diesen Klängen, da verstummt jede Kritik, aber fie weckt den sehnlichen Wunsch, überall Natur und Kunst gleich harmonisch zu finden, als bei Meister Koschat und seinem Quartett. • • Coucerte. Heute (Freitag) Abend findet tn „Röhrle» Bierhalle" und morgen (SamStag) Abend im „Kaisergarten" Coneert des Original-Wiener Damen-Orchester» statt. Da» Orchester ist auf der Durchreise nach Ostende begriffen und erntete allerort» großen Beifall, so zuletzt in Bad-Kreuznach und Bad-Nauheim. Wir machen darauf aufmerksam, daß nur diese beiden Concerte hier statifinden. •» Oberheff. Fenerwehrtag. liebes die Verhandlungen de» am Sonntag tn Nidda stattgehabten 17. Oberheff. Feuerwehrtage» tragen wir noch Folgende» nach: Die Verhandlungen fanden unter dem Borfitz de» BerbandSvertreter» Feller-Lollar statt, die Delegirten wurden durch Herrn Kreis- amtmann Sandmann-Büdingen begrüßt. Eine Anfrage de» Vertreters von Ntdda: „Welche FeuerverficherungSgefellschaften geben an den Hessischen Staat mehr al» 2 Procent ihrer Brutto-Einnahmen?" förderte nach einer Statistik de» Herrn Ferd. Damm-Friedberg dte tntereffante Thatsache ans Licht, daß unsere deutschen Versicherungsgesellschaften im letzten Geschäftsjahr 10, 15, 20, 25, 30, 40, ja sogar 70 Procent Dividende vertheilt haben. Auch wird hierbei constatirt, daß eine große Zahl Commandanten Freiw. Feuerwehren Agenten von — Versicherungsanstalten sind. Dieser Antrag fand feine Erledigung dadurch, daß ein Antrag angenommen wurde, von den Feuerversicherungen mindesten- 3 Procent der Brutto- Einnahmen für die Brandversicherungskammer zu verlangen. Der zweite Antrag Nidda lautete: „Werden bei Bezahlung von Unterstützungen verunglückter Feuerwehrleute die au- etwaigen Ortskrankenkassen bezahlten Ortskrankenkassengelder und event. UnfallverficherungSgelder au» Prioatverficherungen in Abzug gebracht?" lieber diesen Antrag entspann sich eine längere Debatte- die eine Ansicht, vertreten von Herrn Commandant Betzbcrger-Nidda, gipfelte in der Auffassung, daß in allen durch freiwillige Beitragsleistungen erworbenen Rechten bei Verunglückung durch Brände rc. die Brandver- sicherungSkammer fein Recht habe, diese Beiträge abzuziehev, wie dies in einem Fall zu Rainrod geschehen ist. Die andere Ansicht, vertreten hauptsächlich von dem Vorsitzenden des Oberheff. Verbände», Herrn Feller, wünschte wohl auch eine volle Entschädigung an verunglückte Feuerwehrleute, aber daS Interesse an der LandverfichernngSfammer scheine beinahe vorherrschender zu sein al» dasjenige für die Wehrmannschaften. Schließlich wurde ein Antrag dahingehend angenommen: die Großh. Regierung zu ersuchen, bei Verunglückung von Feuerwehrleuten möglichst dafür zu sorgen, daß denselben unverkürzt die Unterstützungen gewährt werden sollen (unbeschadet der Prioatverfichernngen). Sodann referirte Herr Ferd. Damm-Friedberg über verschiedene Neuerungen auf dem Gebiet de» Feuerlöschwesen». Zu BerbandSvertretern für die Provinz Oberhessen wurden die seitherigen Mitglieder Feller- Lollar, Betzberger-Ntdda, Damm-Friedberg und Gatl-Gteßen per Acclamatiou wiedergewählt. Die Wahl de» Feftorte» für den 18. Oberhesfischen BerbandStag im Jahre 1901, sowie die Rechnungsablage der Verbandskasse wurde der vorgerückten Zeit halber zurückgestellt. Ein Antrag Friedberg, die Delegtrten-Bersammlungen abwechselnd in Gießen und Friedberg abzuhalten, wurde angenommen. — Au» dem Bericht de» Verbandsvorstand» geht hervor, daß zur Zeit in Oberhessen 48 freiwillige Wehren bestehen. Vieh Ausstellung. Auch an dieser Stelle sei darauf hingewtesen, daß der officielle Katalog der am 16. und 17. Juli hier stattfindenden Ausstellung der Herdbuchgesellschaften für die Zucht des Vogelsberger Vieh- mit einem Jnseratenanhang versehen werden soll, dessen Anzeigen einer nachhaltigen Wirkung sicher sein dürften. Nähere» ist au» der betr. Anzeige dieser Nummer zu ersehen. ** Tifchler-Kravkeukaffe. Die gestern im „Bier-rund" abgehaltene ordentliche Mitgliederversammlung der OrtSverwaltung Gießen der „Central-Kranken- und Sterbe- kaffe der Tischler und anderer gewerblicher Arbeiter" war trotz der wichtigen Tagesordnung sehr schwach besucht. Nach dem vom Casfirer Löb erstatteten Bericht betrugen die Einnahmen im 3. Quartal 1897 1187.25 Mk., im 4. Quartal 1328,69 Mk. Kaffenbestand 247,57 Mk. Mitgliederstand 144. In den Vorstand wurden neu resp. wiedergewählt die Herren Orbig als Bevollmächtigter, Löb alS Kassirer, Baum al» Schriftführer, Hensel, Mäonche und Paff al» Revisoren. Zum Vertrauensarzt Herr Dr. Haupt. Im Interesse der gemeinnützigen Bestrebungen obiger Kaffe wäre eine rege Be- theiligung an den Verhandlungen Seiten- der Mitglieder sehr -erwünscht. Tod im Eisenbahnwagen. Gestern Nachmittag der- 'starb auf der Reise zwischen Kaffel und Gießen, im Zug 776, der römisch-katholische Priester Ludwig Defler aus Lelow, Gouv. Radom in Rußland. Die Leiche wurde nach dem hiesigen Leichenhaus verbracht. Der Verstorbene, etwa in den 60er Jahren, befand sich auf einer Rundreise und beabsichtigte vermuthlich, Bad-Nauheim zu besuchen. X Darmstadt, 30. Juni. Nach der neulichen Waffer- calamität in einem Theile der Altstadt waren heftige Angriffe auf die Stadtverwaltung, insbesondere das Tiefbauamt, in der Stadtverordneten-Sitzung erfolgt. Heute stimmten die Vertreter der Stadt im Princip einem auf co. 130,000 Mk. veranschlagten Projecte der Ausführung eine» Entlastungscanals direct au» der Altstadt nach den Rieselwiesen zu. Al» Spectalist zur genaneren Prüfung soll ein Herr Goldowski au» Berlin zugezogen werden. — Da» Project der Umwandlung de» Hofgut» Gehaborn in ein Rieselfeld (zur Vergrößerung der Entwässerungsanlage) hat die Billigung eines bewährten Sachverständigen gefunden,' die nöthige Fläche wird ca. 370,000 Mk. kosten. Darmstadt, 29. Juni. Au der Staatsstraße BtschofS- heim—Kostheim wird z. Z. ein ganzes Dorf errichtet. Hier läßt die Maschinen-Actien-Gesellschaft Nürnberg, Filiale Gustav»burg, durch die hiesige Baufirma H. Same» eine große Anzahl Häuser für Meister und Arbeiter im alt- deutschen Stile errichten. Um die ganze Anlage stilgerecht durchzuführen, erhalten die neu angelegten Straßenzüge schön geschwungene Formen,' e» sind Plätze für Schule und Kirche vorgesehen, und macht die ganze Anlage einen großartigen Eindruck. Jede Familie bewohnt ein Hau» mit schönem Vor- und Hintergarten. Die Häuser selbst find bis zum Sockel in Stampfbeton, über dem Sockel in Backstein, am Dachstock in Fachwerk gebaut. Au» dem Wahlkreise Bensheim-Erbach, 29. Juni. In Wald'Amorbach im Kreise Erbach hatten von 59 Wählern bet der Stichwahl nicht weniger als 28 sozialistisch gestimmt. Sofort nach Bekanntgabe diese» Wahlresultats in einer nur 285 Seelen zählenden Gemeinde legte Lehrer Würtenberger da» Amt eine» Dirigenten de» dortigen Gesangverein» unter der Begründung nieder, daß e» ihm Angesichts eine» solchen Wahlergebnisses, das nur mit Hilfe von VereivSmitgliedern hätte erreicht werden können, fernerhin unmöglich sei, im Verein das „Deutsche Lied" zu üben. Aus der Zeit für die Seit. Vor 184 Jahren, am 2. Juli 1714, erblickte zu Weiden- wang in der Oberpfalz Christoph Ritter von Gluck, der Begründer der klassischen Musik, das Licht der Welt. Aus dem italienischen Virtuosenthum langsam sich emporhebend, trat er im Jahre 1762 zu Wien mit seinem Orpheus auf, welcher zuerst den reinen Seelenton anschlug, der in den späteren Werken des Meisters zu der vollen erschütternden und rührenden Macht der künstlerischen Wahrheit sich steigerte. Es folgten „Alceste", „Armida", Iphigenie in Aulis" in steigender Linie. Gluck starb am 15. November 1787 zu Wien. NkVchliche Anzeigen dev Stndt Gieren. Evangelische • eetin11. Sonntag den 3. Juli. 4. Sonntag nach Trinitatis. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 78/< Uhr: Pfarrer Dr. Grein. Zugleich Christenlehre für die Neuconfirmirten aus der Marcusgemeinde. > Bbrmittags 91. 6503 Ansßng nach Annerod herigen- Der Vorstand. 3)n,d und «erlag der Brühl kchrn Un,verütät4-Buch. und Sttinfrriuftr-t Pietsch Erben) in »ietzen. RfHctien: E. Burkhardt. verschiedenes Uerrrne k«eä a> o o> 05 05 Die von mir geäußerte Beleidigung gegen die Joh. Georg Seth II. Wwe. nehme ich hiermit als um Frau Prof. Krügen Löberstratze 22. Für die vielen, schönen Blumengaben und die Beweise aufrichtiger Theilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Schwester NB. Wegen vorgerückter Saison verkaufe fämmt- liche Sommer-Artikel zu herabgesetzten Preisen. Treis a. d. Lda., am 29. Juni 1898. Heinrich Weber. Ein junger Bursche sofort gesucht. 53®"" Haus "5X1 5880 mit Laden, in guter Geschäftslage, per- bältniffehalber ju verkaufen. Näheres bei £♦ Scheel, Bahnbofstr. 50 (Laden). leinen, Halbleinen, Cretonne, Dowlas, Küchenhandtücher, Betttnchbieber, banmwoll. Bieber, Hosenstoffe, Casenette, Cattune, Futterstoffe, Betttücher und Bettcolter. Ein großer Poften Jaconets iREutter) 100 cm breit, gute Qualität, per Meter 24 Pfg., sowie sämmtliche Schneiderartikel zu sehr billigen Abmarsch um 3 Uhr von der Germania. Bei ungünstiger Witterung um >/z4 Uhr im Eaf« Leib. 6601 Der Vorstand. Vrir.. Die 1 1891 DasM oh bk Gro bk Großhe Bei der Sittifioa der Damstadt obli trag del i« § nrinl von 12 DlMpskrsselptL der vvlgeschrie! in anderen Bc längere Frist, kehrende Revisi wüßte. Wir weist ston einer Dan nung den Bett bez». Anzeigen dann zu erhebe bereit! um zw der letzten Revi Giessener Radfahrer-Verein 1885. Sonntag den 3. Juli: Tour nach Londorf. Abfahrt Nachmittags 3 Uhr Hotel Sckütz. 6624 Montag den 4. Juli: Abendtour über Daubringen—Mainzlar—Staufenberg—Lollar 2C. Abfahrt Abends 8 Uhr Hotel Schütz. leieW1 eon l*nl1^ SB 6«* ®N «Bi j ' 6|ttbi "•il, e«M|i Mitit? ii Ein an der mehiklassigen Schule eines großen, sehr günstig gelegenen Ortes angestellter Lehrer sucht aus Familienrücksichten mit einem im Kreise Gießen । in ähnlichen Lerhällnisien stehenden zeuge, Schürzendrucke u. Siamosen, Bettzeuge, Barchente, Betttuch- . Reflectanten belieben Anfragen unter Nr. 6572 an die Expedition dieses Blattes Anrichten; Antwort erfolgt jedoch nur i zusagenden Falls. 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