Nr 51 Crites Blatt. Mittwoch den 2. März IS9S Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Die Gießener Jamitieuvlätter »erden dem Anzeiger Wöchentlich viermal beigelegt. Gießener Anzeiger A«Zuq-»rets Dient Uäbrlid) 2 Mark M VI« monaMub 75 Pf«, mit Brin-erlohp.. Bet P-fldezug Mark 50 Pfz. terteljührlich. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den f»lgenden Tag erscheinenden Nummer bis Norm. 10 Uhr. General-Anzeiger Alle Anzeigen-BermittlungSstellen de» In- und Auslandes nehmen Anzeigen für Jen Gußener Anzeiger ntgegrv. Anrts- unb Anzeigeblcrtt fut* den Gieren. “***x“i: Gratisbeilage: Gießener Familienblätter. aMe,äI Bestellungen auf den täglich in mindestens zwei Bogen Umfang erscheinenden Gießener Anzeiger (Henerak-Anzeiger) Amtsblatt für den Kreis Hießen für den Monat März werden von den Postanstalten, den Zeitungsträgern und der Expedition in Gießen, Schulstraße 7, entgegengenommen. Monatlicher Bezugspreis 75 Pfg. incl. Bringerlohn. Deutscher Reichstag. 52. Sitzung vom Montag de« 28. Februar 1898. Tagesordnung: Fortsetzung der EtatSberathuug. Eiat des Reichsetsenbahnamts. Hierzu liegt eine Resolution Pachvicke vor, den Reichskanzler zu ersuchen, dahin zu wirken, daß in Ausführung des § 43 der ReichSverfaffuug und des § 4 des Gesetze- bett. Errichtung des ReichS-Eisenbahnamt- Maßregeln getroffen werden, um a) einer Häufung von Etsenbahnunsällen wirksam zu begegnen und b) die Leistungsfähigkeit der Bahnen zu erhöhen. Abg. P ach nicke (frs. Bg.) geht auf die zahlreichen Eisenbahnunfälle de- vergangenen Jahres ein, die eine Verlustliste aufwiesea, wie die von Schlachtfeldern. Die Häufung der Unfälle habe in weiten Kreisen Beunruhigung hervorgerufen, und eS sei nicht zu verwundern, wenn man schließlich vertrauen und Rahe verliere und nach den Gründen frage. Die eigentlichen Ursachen müßten zu suchen sein entweder auf der Seite de- Personals oder auf der des Material- oder auf beiden Seiten. Die relative Zunahme des rollenden Material- habe mit der Zunahme de- Verkehr- nicht gleichen Schritt gehalten- hieran habe die preußische Eisenbahn- Verwaltung nicht ihre Pflicht gethan. Nöthig werde e- sein, eine große west östliche Linie allein für den Güterverkehr zu bauen. Ueberhaupt würden der Güter- und der Personenverkehr getrennt uod daher neue Geleise gebaut werden mllffen. Redner beleuchtet sodann den Mangel an Güterwagen und daS Zurückbleiben der Wagengestellungen hinter dem Bedarf in jedem Herbste, und befürwortet bei dieser Gelegenheit die Kanalbauten. Auf die Personalfraze übergehend, betont Abg. Feuilleton. Aus geweihten Landen. Von Karl Böttcher. (Originalbericht unseres Special-Correspondenten). (Nachdruck verboten.) V. Im Kloster Mar Saba. Jerusalem, 13. Februar. Milten in den Schaueröden der Wüste Juda sitze ich auf einem Esel, der plötzlich nicht weiter hoppeln will. Mein arabischer Begleiter meint, das brave Thier habe vielleicht ein Geheimniß, das man ihm erst entlocken muffe. Gut denn, entlocken wir's I ... Ich rede mit der Reitpeitsche zu, erst zärtlich, dann eindringlich, schließlich ziemlich energisch. Nichts hilft; wenn ein Esel nicht will, dann will er nicht, und sämmtliche Beredsamkeit dieser Welt vermag daran Nichts zu ändern. Füge ich mich in geduldiger Ergebenheit meinem Schicksal und genieße einstweilen die Aussicht! . . . Jerusalem mit seinem ernsten Gemäuer ist hinter mir verschwunden. Durch trauriges Hügelland, fchauervolle Sandöde, starrtrotziges Gefelse zog sich der Pfad, hinein in feierlichste Wüstenftille. ... Auf steinigter Höhe, in unheimlicher Wildniß halte ich Ausguck. Tief unten in engen Schluchten zeigen sich schwarze Beduinenzelte; drüben erdüstert geheimnißvoll gleich einem Riesenleichentuch der schwarzblaue Spiegel des Tobten Meeres, und dahinter lauern die fteilrn, sonnenbeleuchteten Höhenzüge des Moabiter Gebirges. . . . Todtenstille. Nur manchmal peitscht mir ein warmer, vom Jordanthal heraufbrausender Wind dicke Staubwirbel in's Gesicht. O, muß hier im Sonnenbrand des Hochsommers der Durst gedeihen! . . . Dann denke ich an Mar Saba, mein Reiseziel. Es ist ein am wasserlosen Kidronbach in erhabenster Wüsten öde und wildester Felseneinsamkeit wuchtendes griechisches Kloster — jedoch ein Strafkloster für Priester, eine Art Plötzensee. . . Ach, wir Alle sind Menschen, und auch Kinder, selbst Haus- wirthe, ja sogar fromme Priester können fehlen, irren, straucheln. Pachnicke, eine Vermehrung des Personals sei dringend erforderlich. Er fürchte aber, daß er tauben Ohren predige. Mit den Worten, daß auf Grund de- Art. 43 der Berfaffung da- Reich da- Recht habe, diesen Dingen näher zu treten und aus Abstellung der Uebelstände zu wirken, bittet Redner um Annahme seiner Resolution. Präsident de- ReichSeisenbahnamt- Schultz kann Näheres über Einzelheiten der Frage der Personentarife jetzt nicht mittheilen, weil die Verhandlungen darüber noch schwebten. WaS zur Verhinderung von Unfällen seitens de- Reiche- geschehen kö.ine, sei berei'S geschehen. Die Anzahl ter Zugunfälle sei in den letzten Jahren nicht größer geworden, auch nicht in dem zweiten Halbjahr 1897. Das ReichSeisenbahnamt untersuche jeden Unfall. Wo es Mängel finde, würden diese verfolgt und mit Genehmigung der zuständigen Behörde auf Abhilfe gedrungen, und zwar ohne Rückficht auf den Kostenpunkt. Eine Vorlage an den BundeSrath über Ergänzung der Signalvorrichtungen durch Vorsignale für die Einfahrt, durch Ausfahrtfignale, durch Blockfigualvorrichtungen rc. sei bereit- in Vorbereitung. Auch eine Revision der Bestimmungen über die Dienstdauer sei im Werke. Wo die Bahnhofsanlagen fich als unzulänglich er* wiesen, seien die Eisenbahnverwaltungen zu beschleunigter Erweiterung aufgefordert worden, denn eS sei richtig, daß darin hier und da ein schnelleres Tempo geboten erschien. WaS die Mängel in der Wagengestellung anlange, so sei daS Reich hierfür nicht zuständig. Artikel 43 spreche nur von der Fürsorge für die BetriebSficherheit. Aber die Eisenbahn* Verwaltungen seien gegenwärtig energisch bestrebt, da- Betriebsmatertal zu vermehren- eS seien gegenwärtig große Bestellungen aufgegeb-n. D-r- Reich-etsenbahnamt sei jedenfalls pflichtmäßig bestrebt, Alles zu thuu, wozu es durch die ReichSverfaffuug berechtigt sei. Abg. Graf Kanitz (cons.) fragt, ob die Frage unserer billigen Ausnahmetarife für inländische Kohle etwa neuerdings Gegenstand besonderer Verhandlungen mit England gewesen sei. Abg. Gertsch (Soc.) äußert fich sehr abfällig über den Inhalt der kürzlich dem preußischen Abgeordnetenhause zu* gegangenen amtlichen Denkschrift über die Betriebssicherheit auf den prmßischrn Bahnen. Geh. Rrg.-Rath Misani stellt in Abrede, daß, wie der Vorredner behauptet hatte, an der Unfallstelle bei dem Eisenbahnunfall bri Eschede der Oberbau nicht in gutem Zustande gewesen sei. .;W Abg. Graf Stolberg (cons.) bemerkt, von der Resolutton dürfe man fich nichts versprechen, denn der Schwerpunkt der Sache liege ja doch in den Einzelstaaten. Madie Canäle anlange, so erkläre er, daß er kein unbedingter Gegner derselben sei. Nächste Sitzung morgen 2 Uhr. Tagesordnung: Fortsetzung der Berathung de- Eisenbahnetats. Schluß 5*/4 Uhr._________________ Deutsche» Reich» Berlin, 28. Februar. Bei dem Reichskanzler Fürsten Hohenlohe findet heute Abend ein kleines parlamentarisches Diner statt, zu welchem die drei Prä- fidenteu de- Abgeordnetenhauses, der Bicepräfident bei Herrenhauses und eine Anzahl von Reichstagsabgeordneten geladen find. Berlin, 28. Februar. Wie die „Nordd. Allg. Ztg." mittheilt, erhielt der hieflge griechische Gesandte gestern, noch ehe die amtliche Anzeige von dem auf den König verübten Attentat von diesem erstattet war, den Besuch bei LegationSsecretärS v. Humbracht, ber bie Glückwünsche bei Auswärtigen Amte- zur Errettung des König- Georg überbrachte. Nach erstatteter Anzeige erhielt der Gesandte den Besuch des Staatssecretär« Bülow. Im Laufe de- Tages erschienen sämmtliche Botschafter, der rusfische voran, die Gesandten, Minister und zahlreiche Mitglieder der Hofgesell« schast. Die Kaiserin Friedrich sandte ihre Glückwünsche durch bei Kammerherrn Grafen Keller. St. Zsharm, 28. Februar. DaS 3. Bataillon des 70. Regiments hat über 300 Kranke, darunter etwa 130 Schwerkranke. Bis jetzt find hier 22 Sterbefälle vor- gekommen. Eine große Commtffion, darunter Generalarzt Eoler, Geheimrath Gerhard, DtvtfionSarzt Werner, Oberstabsarzt Pfuhl, alle au- Berlin, und Generalarzt Lentze aus Coblenz find zur Untersuchung hier anwesend. Leipzig, 28. Februar, vou v rschiedeneu Seiten werden Mittheilungen veröffentlicht, wonach tn naher Zukunft die Da vergaß sich der eine dieser griechischen Ordensbrüder etwa gegen seinen obersten Vorgesetzten, den Patriarchen von Jerusalem — eine Patriarchen-Beleidigung kam zu Stande; dem anderen krochen bei all' den strengen religiösen Uebungen in unbewachten Augenblicken revolutionär angehauchte Ideen in's Gehirn; der dritte entdeckte plötzlich, daß schöne Frauenaugen auch nicht zu verachten sind; ein vierter gerirth wohl gar auf die Bahn des Verbrechers. . . . Solch' schwere Schuld — sie sühnt ein entsprechender Aufenthalt in Mar Saba. Darum die Verbannung nach dem weltvergeffenen Wüstenkloster, für Monate, für Jahre, für lebenslänglich. Mein Esel hat sich nach einer gründlichen Conferenz mit fich selbst besonnen. Auf einmal trottet er fröhlich weiter, jetzt über spitzes, mit grauen Felsblöcken beladenes Steingeröll, dann vorüber an jäh abfallenden Abgründen, dann durch enge Schluchten, und immer unter brennender Sonne. . . . Nach mehrstündigem Ritt leuchtet mir Kloster Mar Saba entgegen, besten Kapellen und Häuserchen und Mauernischen und Zellen sich waghalsig den steilen Felsen hinabziehen, wie angeklebt an das röthliche Gestein- Ich halte vor dem festgeschlostenen Eisenthor. Schwarz, gekleidete Mönche, welche oben von hohen Mauerzinnen schon längst nach uns einsamen Wüsttnreitern auslugten, lasten an langer Leine einen Korb herabbaumeln. Ich befrachte ihn mit meinem Einlaßgesuch, einem Empfehlungsschreiben vom griechischen Patriarchen in Jerusalem, und der Korb schwebt wieder in die Lüfte. Während man drinnen das Schriftstück prüft, guck' ich mir die Umgebung an. . . . Auf sandigem Hügel außerhalb der Klostermauern erhebt sich ein mächtiger Thurm, welcher Frauen als Aufenthaltsort dient, falls sie ihre Männer bei einem Ausflug nach Mar Saba begleiten. Keine Treppe, nur eine dicke Leiter führt hinauf zum Eingang, und sind sie oben, die Schönen so wird bei Einbruch der Nacht die Leiter von einem außerhalb des Klosters wohnenden Diener weg« gezogen. O, die Gesetze sind gar streng in diesem Mar Saba. Als jetzt vor mir das Thor aufknirscht — sogar mein Esel darf nicht die Klosterpforte passiren, weil e» ein weiblicher Esel ist. Er wird außerhalb der Mauer an einen Pfahl gebunden. Durch ein Labyrinth von schmalen Wendeltreppen, ummauerten Gängen, allerhand Wölbungen werde ich hinab auf einen kleinen Hof zu einem weißbärtigen Mönch geführt, der mir jovial die welke Hand entgegenstreckt. Wie ich ihn da vor mir sehe, ich halte ihn für einen Klosterdiener. Doch nein, er ist es selbst: Se. Hochehrwürden der Herr Prior. Freilich, seine schwarzgraue, hie und da grobgsflickte Kutte renommirt nicht gerade mit Salonfähigkeit. Wohl lange schon kam sein. Hemdenkragen mit keinem Wasser in Berührung, und das geplatzte, weit abstehende Oberleder des linken Pantoffels will beim Dahinschlurfen nicht recht mitthun. Oede, Schweigsamkeit, Verlastenheit ringsum. Nur manchmal von altersgrauen Gesimsen das Gurren der Tauben oder das übermüthige Gezwitscher glänzender, blauschwarzer Wüstenvögel, welche ganz zahm sind, so daß sie sich über die Felsschluchten herüber auf die ausgeftreckte Hand des Priors schwingen. f Jetzt geleitet er mich auf eine kühnvorsprmgende, von hohen Eisengittern umzogene Terraste. Plötzlich schallen von tief unten, jenseits der Klostermauern rauhe Stimmen herauf. Ich beuge mich über das Geländer. In der rothsandigen, von starren Felsen umtrotzten Thalschlucht lagern auf Steinblöcken verlumpte, banditenartige Beduinen. Alsbald entwickelt sich zwischen ihnen und dem Prior folgender Dialog: „He, Du da oben, kriegen wir heute aus Deinem Kloster etwas zu esten?" „Gern- aber ich muß erst die Vögel füttern." „Kommen wir nicht zuerst an die Reihe? Sind wir nicht bester als die Vögel?" „Nein, da seid Ihr im Jrrthum." — Man lotst mich in den hochgewölbten, lichtvollen, dürftig möblirten Empfangtzraum. Da ich von Jerusalem her in der Satteltasche meines Esels etwas Proviant transportirte, darf ich hier meine Reifeschätze zu einem frugalen Mittagsmahle auspacken. Doch auf dem großen, runden Tisch ruht das Weltreich einer beinahe fingerdicken Staubschicht, aus der sich unheimliche Krusten von erbeingesestenem Schmutz hervordrängen! Ich säubere die Provinz einer Tischecke und laste mir's schmecken. Später sehe ich verschiedene Mönche bei ihrem Diner. Bei der Rückkehr Cocales unö LrovinzieUes. Gieße«, den 1. März 1898. folgende Vorschrift: Nach fünfjähriger Dauer der Ehe wird für jede» angefangeoe Jahr ihrer weiteren Dauer dem ge« Ärzten Betrage V20 bei nach Maßgabe der Artikel 30 und 32 8U berechnenden Wlttweugelbe! so lange htnzugesetzt, bis der volle Betrag wieder erreicht ist. Artikel III. Diesel Gesetz trttt mit Wirkung vom 1. April 1897 in Kraft. Stadttheater. Unstreitig einer der fruchtbarsten Dramat ker bei modernen Frankreich ist Btciorten Sardou, denn mit Geschick versteht er seine Stoffe theatralisch wirksam zu verarbeiten, ihnen Leben und Wirkung zu geben in seiner Zelle über meine Cigaretten herfällt und wohl auch noch einen lieben Freund zu solcher Herrlichkeit einladet. — Vorbei der Nachmittag. Abgesehen von den Weihekerzen in den prunkvollen Kapellen kann sich Mar Saba den Luxus des Lichtbrennens nicht lange gestatten. Kaum ist die Sonne hinunter, kaum krochen Tauben und Wüstenvögel in ihre Nest- löcher, dann heißt es für die Mönche: „Vorwärts, auf die Schlafpritschen!- Mein langer Eselritt, ferner das beständige Treppauf und Treppab im Kloster haben mich prächtig ermüdet. Schon gegen neun Uhr strecke ich mich im Empfangsraum auf einen Dlvan. Und kaum, daß man bis hundert zählen könnte — tiefer Schlaf. . . . Aber nicht lange. Legionen von Flöhen, Schwärme von Moskitos, Bataillone von Wanzen rücken in's Feld und fallen in blutdürstiger Tapferkeit über mich her. Ich schlage um mich, ich kugele mich von einer Seite auf die andere, ich richte mich auf und werfe mich wieder nieder — nichts hilft. Um mich herum hüpft und furrt und kriecht es in raffinirten Einzelangriffen — nein, beißt und sticht es blutgierig fort. Ich bin das geplagteste und gequälteste Geschöpf m ganz Mar Saba. Ach, das halte der Kuckuck aus. Wüthend tappe ich im dunklen Zimmer herum. Weit hinaus im Mondenglanz glotzt mein offenes Fenster m schaurige Oede. Der warme Athem des Meeres, des Todten Meeres, haucht über die Wüste herüber, und die Grabesstille wird zuweilen nur unterbrochen vom gespenstigen Schreien der Eulen und Schakale. Mitternacht. . . . Verschlafen gellt kurzes Glocken, gebimmel hinaus in die Wüstenöde — das Zeichen zum Beginn der Nachtandacht. Ich blicke aus dem Fenster. Auf Gängen, Treppen, Höfen, überall erscheinen die Umrisse halbverfchlafener Gestalten, die im Mondgedämmer nach der Kirche schwanken. ... Ha, ein Gedanke! Ich entfliehe meinen blutsaugenden Peinigern und rette mich in die Kloster, kirche! Beim spärlichen Schein flackernder Kerzen, welche von den Blechständern in der röthlichen Goldpracht des Altars erstrahlen, versammeln sich vor den grobgeschnitzten Kirchen- stühlen einige vierzig Mönche. Hier schwerverrunzelte, von langen, weißen Bärten umrahmte Gesichter, auf denen stolz das schwarze Barett thront; dort derweiterte Erscheinungen mit breiten um die Hüften gewundenen, rothen Tüchern — wahre Räuberfiguren, wie sie in den Schluchten de- Balkan- gedirges Herumstreifen; ganz hinten mehrere zusammengeduckte Gestalten, die ich wegen der dort herrschenden Dunkelheit nicht unterscheiden kann. Wie ich in dem knirschenden Kirchenstuhl auf dem schmalen, ungepolsterten Sitz Platz nehme — warme Behaglichkeit gegen die vorausgegangene Situation erfaßt meinen Körper. O, nun mag es da oben herumhüpfen, Herumkriechen, herumsurren — ich, ich bin in diesem Kirchenstuhl weit vom Schuß I Inzwischen haben sich auch die Mönche gesetzt. In raschem Gemurmel und mit halblauter Stimme beginnt- ein Bruder die Vorlesung aus den Evangelien: jetzt von den „Weisen aus dem Morgenlande", jetzt „die Versuchung", jetzt „die Bergpredigt", jetzt „der Hauptmann von Capernaum", und immer weiter wie ein träges, aber rastlos schnurrendes Räderwerk — ach, lange, lange. . . . Rechts von mir, links von mir tönt's zuweilen wie geisterhaftes Orgelpiano: Grrrr — kfff — grraaatsch —. Müde schlägt es jetzt vorn Thurm drei Uhr, müder brennen die Kerzen, am müdesten summt die Stimme des Vorlesers. Wohl zum hundertsten Mal rücke ich auf dem schmalen Sitz hin und her. Nur wenn ich an meine blutsaugenden Peiniger da oben denke, huscht ein Schimmer von Behaglichkeit über meine trübe Situation. Nun lehne ich mich zurück, während vor dem Altar der Vorleser mühsam ein neues Blatt seines großen Buches umwendet, dämmere in meiner weildogigen Stuhllehne vor mich hin und weiß kaum, ob die Vorlesermühle noch klappert oder nicht. . . . Zuweilen ist mir, als höre ich aus weiter Ferne leises Gemurmel, und dann schwimmt in meinem Kopf der „See Genezarelh", — das „Unkraut unter dem Weizen" — „Zachäus auf dem Maulbeerbaum" —--„ber barmherzige Samariter" durcheinander — schlimmen und schweben und wogen, ich weiß nicht wie lange. — — — Plötzlich rüttelt ein Mönch an meiner Schulter: „He! Mein Bruder!" ... Ich fahre empor und bemerke, wie" sich die Mönche mühselig aus ihren Stühlen erheben. Ausgebrannt sind die meiften Lichter, und der tapfere Vorleser hat sein Buch zugeklappt.....Während wir jetzt hinaus auf den kleinen Hof treten, während die Mönche mit schlurfenden Schritten wieder in ihren Zöllen und Mauernischen verschwinden, graut über der Wüsteneinsamkeit der Morgen. — Bald suche ich meinen Esel auf. Er hat vor dem Klosterthor an feinem Pfahl auch nicht gerade die beste Nacht verbracht, der arme Teufel. Ermüdet ziehen wir Beide hinein in den aufglühenden Morgen, ziehen zurück gen Jerusalem. ö Errichtung eines zweiten sächsischen Armeecorps, sowie die Begründung eine» neuen Geueralcommanbol für Leipzig und damit in Verbindung wichtige Trupproveränbe- rungen au erwarten seien. Demgegenüber ist ba! „Leipz. Tagebl." nach eingezogeuen Eikunbiguogen zu brr Erklärung ermächtigt, baß hier an maßgebender Stelle von bevor« stehenben Neuerungen der genannten Art nichts bekannt sei. Athen, 28. Februar. Der verhaftete Thetlnehmer an dem Morbanschlag gegen bev König, Karb.tzt, ist ein 35jähriger Mann, ehemaliger Unteroffizier unb Angehöriger einer in Athen eigenthümlichen Spectes von Leuten, die bie Mitte zwischen Zuhälter unb Bravo einnehmen unb hier „Krazavontis" genannt werben. Karbitzi scheint eine allge» meine Idee vom Anarchismus zu haben. Er erweist sich all ein stumpfsinniger Kopf. Der Verbrecher hatte eine Anstellung im Bürgermeisteramt, wo er sich jedoch sehr selten blicken ließ. Nachdem die Polizei in Erfahrung gebracht ha"e, daß er sich in einem bestimmten verdächtigen Hause verborgen Halle, umzingelte sie diese! Hans. Um den gegen ihn bestehenden verdacht zu beseitigen, begab sich Karbitzi au! freien Stücken zur Staatsanwaltschaft. Hier wurde er ledoch de,maßen mit Fragen in bie Enge getrieben, daß er schließlich gestanb, einer ber Urheber bei Anschläge! gegen de» König zu fein. Er zeigte keinerlei Reue, unb er- Härte, wenn feinem Mitschulbigen, al! dieser, am Boden knieenb, ans den König schoß, nicht die Hand ge- ztttert hätte, wäre der König unfehlbar getöbtet worben. Später hüllte Karbitzi sich in vollkommene! Stillschweigen und weigerte sich auch, feinen Mitschuldigen namhaft zu machen. Die Zeitung „Asth" erfährt indessen, bereit! feit zwei Monaten sei verschiedenen Personen bekannt gewesen, daß ein geheimoißvoller Club, der an einer entfernten Stelle der Etadttheater. Die für heute Dienltag angegeigtr Vorstellung von „Dal bemooste Haupt" fällt wegen Vorbereitung ans da! morgige Gastfpiel de! Herrn Olcar Bohnse vom Kölner Stadttheater, welcher hier den „Essex" spielt, au!. El befindet sich ferner in Vorbereitung zum Benefiz,für Fräulein Clara Natusiu! eine locale Poffe, betitelt „Gießen von der heiteren Seite", worauf wir schon heute aufmerksam machen wollen. ** Stenographie. Bei dem am 27. Februar in Frank- furt a. M. abgehaltenen W ettf ch reib en des Stenographen- verbanbe! „Gabellberger" für Hessen unb Nassau errang Ausland. Loudon, 28. Februar. Die „Times" rnelbet aus Singapore: Prinz Heinrich von Preußen wird heute Abend einen Empfang an Bord de! Kreuzer! „Deutsch land" veranstalten unb sodann seine Reise fortsetzen. Auf der Jagd in Johore erlegte ber Prinz einen roilben Eber. Petersburg, 28. Februar. Auf Befehl de! Zaren werden die zehn ostsibirtschen Küsten«Bataillone im laufenden Jahre zu Rrgimenteru ä zwei Bataillone nm- gewandelt. Die Rritei-Divtfionen de! Küstengebiete! werden durch ein neue! Dragoner-Regiment zu fech! Schwadronen verstärkt. Koustautiuopel, 28. Februar. Nachrichten au! Galli- polt zufolge veranstalteten etwa 600 Personen Kundgebungen gegen die Behörden wegen ber Erhöhung der Brod- I bestätigt, preise. Es wurde versucht, das Regierunglgebäude in Brand zu stecken. 36 Personen wurden verhaf'et. Athen, 28. Februar. Um IOV2 Uhr vormittag! wurde in der Metropolitankirche ein Tedenm gesungen, welchem die königliche Familie, sowie eine Überaus zahlreiche Menschen- »enge beiwohnte, vor der Kathedrale, sowie auf dem ganzen Wege vorn Palais nach ber Kirche war bie königliche Familie ber Gegenstanb unausgesetzter Huldigungen. Bor Allem hörte »an die Rufe: „Es lebe König Georg!" Bei der Rückkehr der königlichen Familie nach dem Palai! wiederholten sich die Kundgebungen. In die Listen, die im Palais aufliegen, »elchneten sich bereits viele Tausende ein. Die Zugänge zum Palais find fortwährend von einer großen Menschenmenge «"gefüllt. In ber Nacht würben einige Verhaftungen vorgenommen, jedoch nur zu bem Zwecke, irgenbwelche Auskunft zu erlangen. In Athen, sowie in den Provinzstädten herrscht vollkommene Ruhe. Stadt im verborgenen Sitzungen abhielt, beschlossen hatte, den König nach ber Annahme bes Gesetzes über bie inter« I nationale Finanzcontrole umzubringen. Die Beschlüsse biefel Clubs wurden ausgezeichnet und dem König selbst Abschriften davon zugestelll. Darin kam Karbitzi! Namen häufig vor. 1 zu verarbeiten, tynen Leben unb Wirkung zu geben. Dor Der König beachtete jeboch biefe Drohungen niemals unb kurzer Zeit würbe an hiesiger Bühne seine Febor'a" mit luhr fort, allein ober mit ber Prinzeffin Marie auSzugehen Erfolg aufgeführt, gestern würbe uns fein erfreuliches, mit ober auszufahren. In letzter Zeit waren bem König auch satirischen Einfällen über Ehe unb Ehescheidung ausgestattetel viele anarchistische Briefe zugegangen. Die Mitglieber bei Lnstsp el „Cypr ienne" geboten. Das Stück ist hier bnrch Clubs gehören den niebersten Gesellschastsschichten tw. ES wieberholte Aufführung bekannt, vor Jahren feierte mit der find barunter viele beschäftigungslose Handarbeiter, zerrüttete Titelrolle Frl. Thessa Klinkhammer hier ihre Triumphe. — Existenzen unb Überspannte junge Burschen. Diese Leute be- Die gestrige Aufführung gab Frl. Clara Drucker Ge- trachteten den König unb bie Staatsmänner bei Landes als legenheit mit der gleichen Rolle ihr hier so erfolgreiches Gast- Werkzeuge ber auSlänbifchen Mächte. spiel glänzenb abzuschließen. Der Künstlerin gelang e!, Athen, 28. Februar. Die Polizei hat an bem Orte, eine reizenbe, temperamentvolle, heißblütige echte Französin wo ber Morbanschlag gegen den König verübt wurde, eine zu schaffen, voll Nervosität und Empfindung, eine verkörperte mit Dynamit gefüllte Grube entdeckt. — Die über Caprice. BloS die Scene, wo sie von ihren sich nicht er- Äorb^t6 ermittelten Einzelheiten werden füllten Hoffnungen unb Poesie beS geträumten Eheleben! spricht, hörte man ein wenig die ernste, benkenbe Deutsche, Havana, 28. Februar. Eine Dynamitbombe zer- der die französische Leichtigkeit der Anschauung mangelt; doch fiörte bei MatanzaS einen Güterzug. Menschenleben find nicht die naive Anmuth der Bekenvunglscene, der Sturm der Eiser- zu beklagen. | sucht unb bie tolle Souperscene entschäbigten bafür am so "ehr, hier war sie pikant, liebenswürdig, anmuthig, französisch durch und durch. Hier erzielte die Künstlerin großen Erfolg Dank ber Natürlichkeit unb Verve ihres Spiels, bal sich । „ , keiner Uebertreibung fchulbig machte, unb bei aller Excentri- Bestatigung. Seine Königliche Hoheit ber Groß- I ciiät boch ben guten Ton wahrte, ber in unserem Heben Herzog haben Allergnädigft geruht, am 21. Februar ber Vaterlands Pflicht unb Sitte ist. Ein prachtvolles Bouquet, am 3. v. Mts. burch bie Stabtverorbneteuoersammlung zu stürmischer Beifall unb wieberholter Hervorruf waren die Gießen erfolgten Wahl de! Rendanten Grüneberg zum I Zeichen der Ehrung und Anerkennung für die geschätzte Gästin. I Bürgermeisterei-Beigeordneten der Provinzialhauptstadt Gießen Ihr Partner, Herr Fritzschler, spielte seinen v. Prunellel die Bestätigung zu ertheilen. zufriedenstellend; etwa! mehr savoir vivre im Sinne ter ** Parlametttarifchel. Der Zweiten Kammer ist franzöfiichen Eleganz unb Grazie hätte diesen Salonmann ein Gesetzentwurf, anderweitige Bemessung ber Bezüge für noch vortheilhafter geschaffen. Herr Forsch litt an dem bie Hinterbliebenen ber im Hessisch-Preußischen Gemeinschaft!- gleichen Fehler; er war in Sprache unb Benehmen einfach bienst angestellten Staatleisenbahn.Beamten (Gesetz vom hausbacken. Herr Janson all geckenhafter Dümmling 26. März 1897) betnffenb, vorgelegt worben. Die Bestim- «dhemar war passabel; baß feine Mimik nichüfagenb war, mungen befifelben lauten: Artikel I. Der Artikel 30 bei dafür ist er nicht verantwortlich zu machen, ba ihm ba! Zeug Gesetze! vom 26. März 1897 (Reg.-Bl. S. 25) ist aufge- zu einem Komiker fehlt. Einen vorzüglichen Oberkellner hoben unb wirb durch folgende Vorschriften ersetzt: Artikel 30. f$uf Herr Albrecht, einen brauchbaren Kammerdiener Herr Da! Wiltwengelb besteht in vierzig vom Hundert derjenigen Dos er; die übrigen Rollen waren passend besetzt. Im Pension, zu welcher der verstorbene berechtigt gewesen ist, Ganzen kann man sagen, trotz ber mitunter großen Fühlung ober berechtigt gewesen sein würbe, wenn er am Todestage der Herrenrollen mit ber Souffleuse, baß bie Vorstellung eine in ben Ruhestand versetzt worben wäre. Das Wittwengeld befriedigende war, nur die Zufchauerfitze ließen bedauerlicher- soll jedoch, vorbehaltlich ber im Artikel 32 Derorbneten Be- weise toteber zu wünschen übrig, schränkung, minbestens zweihnnbert unb sechszehn Mark betragen und die nachfolgenden Beträge nicht übersteigen: 1. für Wittwen der Beamten, die nach den für die Gemein- fchaftSbeamten geltenden gesetzlichen Bestimmungen beziehen: a) ben WohnungSgelbzuschuß der ersten Abtheilung 3000 Mk. b) den Wohnungsgeldzuschuß der zweiten Abtheilung 2500 Mk. 2. für Wittwen ber übrigen Beamten 2000 Mk. Die Zugehörigkeit ber Staatleifenbahnbeamten beS Gemeinschaft!- bienste! zu einer Rangklasse bemißt sich nach bem ihnen ge» währten Wohnungsgelbzufchuß. Artikel II. Der Artikel 34 des Gesetze! vom 26. März 1897 erhält als brüten Absatz Sie essen nur Brol und dazu etwas Gemüse; ein Tüpfelchen Fletsch kommt ihnen höchstens alle vier Wochen zu Gesicht. Solche Lebensweise, welche das Gegentheil von Völlerei bedeutet, hat nichts Aufregendes; dabei vertrocknet der Geist, und der Körper schrumpft zusammen. . . . Was sie sonst thun? Sie beten und beten oder gucken mit gleichgiltigen Gesichtern hinaus in die Wüste oder hinab in die gähnenden Kidronschluchten oder hinauf zum wolkenlosen Himmel. Ich suche einige dieser Mönche in ihren Zellen auf. . . Eusebius darf heute einmal rauchen, ein sonniges Glück, das ihm nur jeden Monat ein halbes Stündchen lang entgegenstrahlt. In feiner Begeisterung für Cigaretten hat er alle von ihm hier in der Einsamkeit zusammengerauchte Ctgarrenasche in einem kleinen Blechkaften aufbewahrt, den er mir jetzt schmunzelnd vor die Nase schiebt- „Sehen Sie," ruft er siegesfreudig, „man sollte nicht glauben, roieoiel Asche der Mensch mit seinem Mund zu Stande bringt." Ein anderer, Bruder Nicodemos, dichtert philosophisch vor sich hin. Nur mühselig nimmt er bei meinem Eintreten Notiz. Aber als ich ihm gegenübersitze, als ich ihm fest in die kleinen, wasserblauen Augen gucke, fragt er plötzlich: "Na, was machen die Menschen in Jerusalem?" „O, sie freuen sich, essen, trinken, heirathen, halten Äinbtaufen —" 7 „Ist doch Alles blos für die Würmer," meint er in unheimlicher Ruhe und starrt weiter vor sich hin. Auf dem Gang begegnet mir Bruder Gerasimos mit feinem prachtvoll geschnittenen Denkerkopf. Ich halte ihm AßcUerfö meine Cigarettenschachtel entgegen unb biete Ärnh naUf$en .Tief verneigt er sich und flüstert dann zögernd nut einer kleinen Entrüstung: ”^in ~ *2 ist verboten; ich darf nicht." „Aber bitte! Zulangen!" . . . QU= fcinem dm Widerschein einer kurzen Gew.ffenrkampfer. . . . Dann aber legt sich hastig der Kralle cmis Raubvogels eine schmutzige, mit langen Fingernägeln versehene Hand auf meine Pappschachtel. Ich ' .starkzitternde Bewegung, die nicht nur eine 8 garette erfaßt, ntm, bie gleich ein halbe» Dutzend mit sich E am liebsten den ganzen Vorrath auiräumen mötte. schiebe ich der bebenden Hand die ganze Schachtel • ••»««» »««onseSen vergegenwärtige ich mir die einsame Weihestunde, in welcher der brave Bruder Gerasimo, in der Abteilung zu 170 Silben den ersten Preis Herr Han» Leister zu Gießen, in der Abteilung zu 120 Silben Herr Fritz Ploch zu Gießen ebenfalls den ersten Preis. •• Die öffentliche Lesehalle und BolkSbibliothek, deren Eröffnung hoffentlich tu kürzester Zeit zu erwarten steht, hat durch Ueberlaffung de» ThorhauseS am SelterSweg nun auch ein Heim gefunden, ja die Manificenz unsere» Stadtvorstandes hat dem Verein sogar die Sorge für Heizung und Beleuch- rung abgenommen. Ob da» bezeichnete Gebäude, so wie e» dasteht, den Zwecken vollkommen entspricht, vermögen wir nicht zu beurtheilen, doch wird dasselbe im Inneren wohl einige Veränderungen erfahren müssen; wir vermmhev, daß der Stadtverordneten-Versammlung am nächsten Donnerstag bereits geeignete Vorschläge hierzu unterbreitet werden und hoffen, daß die Stadt auch die noch entstehenden Kosten übernehmen wird. So wett un» Mittheilungen über auswärtige Anstalten dieser Art zu Gebote stehen, finden die öffentlichen Lesehallen überall nicht nur Förderung von Setten der Gemeinden und Privaten, fie werden auch fleißig benutzt, und zur Hebung de» Besuches trägt nicht in letzter Linie die bauliche Einrichtung derartiger Anstalten bei. Vor uns liegt ein Aufsatz über die in diesen Tagen eröffnete „Stadr- bibltothek" in Gotha, die auf Anregung der städtischen Behörden von einer gemeinnützigen Gesellschaft gegründet wurde. Der Gesellschaft gingen von der Bürgerschaft neun« hafte Spenden an Geld und Bücheru zu und auch da» GtaatSministerium bewilligte einen ansehnlichen Beitrag, desgleichen der Sparkaffrn-Verein. Der bereits erschienene Eatalog weist die stattliche Anzahl von 3400 Bänden auf und dürfte fich sonach das Wort bestätigen: „Wer Viele» bringt, wird Manchem etwa» bringen!" Die freundlichen Hellen Räume und die Stille ringsum laden zum Niederlaffen und Vertiefen in die Seetüte ein. In drei einfach, aber geschmackvoll ausgestatteten Zimmern, denen ein Vorz'mmer und eine Garderobe fich anschließen, find die Bände, wohl und übersichtlich geordnet, untergebracht. Selbstverständlich find Schiller, Goethe, Leffing, Wieland, Klopstock, Körner, Seume u. s. w. vertreten. Aber auch die Schriftsteller und Schriftstellerinnen neuerer Periode fehlen nicht. Mögen die Namen einiger hier genannt sein: Gustav Frehtag, Berthold Auerbach, Fr. Boden- stedt, Georg Ebers, Friedrich Gerstäcker, F. W. Hackländer, E. Marlitt, W. Heimburg, S. Juughan», Fanny Lewald, Louise Mühlbach, August Niemann, Paul Hkhse, Julius Rodenberg, Otto Ruppius, Sacher-Masoch, Paul Lindau, H. Laube, Franz v. Schönthan, Offtp Schubin, Levin Schücking, HanS Wachenhusen, Fritz Reuter und viele, viele Andere. Zudem find auch Uebersetzungen fremder Werke vorhanden. Shakespeare, Bulwer, Cooper, Danilewski, Alphonse Daudet, Dicken« (Boz), Alexander DumaS, MauruS Jökai, Mar«hat, Tegrär, Tolstoi, Tugevjew, JuleS Berne und — in geeigneter Auswahl feiner Werke — auch der jetzt in der ganzen ctvilifirten Welt so viel genannte Emile Zola. — Rühmend muß hierbei der bedeutenden Bücherschenkungeu einiger hiesiger und auswärtiger Herren gedacht werden. — Zwar weisen ja die Reihen noch Lücken auf- diese werden aber sicher im Laufe der Zeit auSgefüllt werden, denn die Baarmittel sind glücklicher Weise noch nicht erschöpft. — Den übersichtlichen, 70 Druckseiten enthaltenden Catalog erhält man an Ort und Stelle zu dem billigen Preise von 25 Pfg. Nach ihm ordnet fich der jetzige Bücherstand so: 1. Seite 4 bis 6: Lexica und Allgemeines- 2. Sette 6 bis 7: Philosophie und Theologie- 3. Seite 7 bis 8: Literatur- und Kunstgeschichte- 4. Sette 8 bi» 15: Geschichte- 5. Seite 15 bis 16: Biographien: 6. Seite 17 bis 18: Naturkunde und Technik- 7. Seite 19 bis 20: Geographie, Retsebe- fchretbungen, Kartenwerke- 8. Seite 20: Rechts und Staats- Wissenschaft- 9. Seite 20: WinhschaftSlehre, Gewerbe, Handel und Verkehr- 10. Seite 21 bi» 69: Schöne Literatur, Erzählungen, Romane u. s. w.- 11. Seite 69: Vermischte»- 12. Seite 69 bis 70: Zeitschriften. Natürlich hat die Stadt- bibltothek im Jaterrffe ihrer Leser auch auf eine nicht unbedeutende Anzahl Journale der periodischen Literatur abonnirt. Die Hefte liegen stet» druckfrtsch und neu im Lesezimmer au». Die Stadtbibliothek ist an den Wochentagen Vormittags von 11 bi» 1 Uhr und Nachmittags von 3 bis 9 Uhr, — Sonntag Nachmittags von 3 bi» 7 Uhr geöffnet. Die Zett der Verleihung von Büchern währt 14 Tage- indeß wird eine Prolongation der Frist gestattet. Da» eine größere Gemach der Bibliothek verdient eigentlich mit gewiffem Rechte die Bezeichnung „Rath-zimmer", denn man kann sich dort „Rath holen". Es enthält eben vorherrschend Nachschlagewerke, — Lexica, nicht allein in deutscher, sondern auch in fremden Sprachen. Nicht Jedermann besitzt einen kostspieligen „Meyer" oder „BrockhouS", aus dem er Informationen und Wiffen schöpfen kann. Die Stadt-Bücherei hilft aus. Ferner stehen dort Fachbücher für Kaufleute, Landwirthe, Handwerker usw., sogar für Frauenthärigkeit, zum Nachschlagen aufgereiht. Die Fürsorge der Verwaltung hat in einem anderen Zimmer Schreibzeug auf die grün überzogenen Tische stellen lasten, damit der Rechtsbedürftige auch die Früchte seines Forschens gleich zu Papier bringen kann, denn wahr soll eS sein: „Was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen!" Auch zur Abfassung von Briefen ist hierdurch Gelegenheit geboten. ** 50jährige» Dieustjubtlaum. Am heutigen Tage blickt Herr Caazletdiener Heinrich Nahrgang bet Großh. Landgericht der Provinz Oberheffen auf eine 50jährige Dienstzeit zurück. Er trat am 1. März 1848 in da- Großh. Hessische Reiterregiment in Darmstadt ein und wurde am 26. Juli 1852 zum Gendarm zu Pferd bestellt. Am 28. Januar 1873 wurde er zum Landgerichttdiner in Schlitz und am 1. October 1879 zum AmtSgerichtSdiener tu Oppenheim ernannt. Am 31. August 1887 erfolgte seine Ernennung zum Canzlet- diener bet Großh. Landgericht der Provinz Obe»hssen. Derselbe wachte die Feldzüge 1849, 1866 und 1870/71 mit und ist im Besitz deS Milttärdienst-EhrenzeichenS für 25 Dienstjahre, des FelddienstzetchenS, der Gedächtntßmedatlle für 1849, der deutschen KrtegSdenkmünze für den Feldzug in Frankreich und des eisernen Kreuze» 2. Klaffe. — Au« vorstehendem Anlaß wurde diesem treuen und bewährten Beamten mit Rücksicht auf seinen im Dienst betätigten Fleiß und Eifer von Sr. Kgl. Hoheit dem Großherzog daS Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps de» Großmüthigen verliehen. Seiten» der Herren oberen Gerichtsbeamten wurde dem Jubilar durch den Herrn Präsidenten des Großh. Landgericht», Fceihcrrn v. Ricou ein würdige» Geschenk überreicht. Ebenso ehrten Registratur und Canzlei denselben mit einem Andenken. R. Jubiläum. Wie bereits an dieser Stelle kurz erwähnt, blickte Herr Geschäftsführer Friedrich Bender am 21. Februar dss. Js. auf eine 25jährige Thätigkeit in seinem Berufe zurück, welche Jahre er f. Z. bei der Firma Georgi u. Klinzspor, jetzt Ludwig Georgi, ununterbrochen thätig war. Da« Comptoirpersonal überreichte am Sonntag dem Jubilar einen prachtvoll gearbeiteten silbernen Pokal mit entsprechender Widmung, aus welchem Anlaffe derselbe seine Freunde zu einer kleinen Festlichkeit im Kaufmännischen Vereinshause auf gestern Abend eingeladen hatte. Ber- fchiedeue Toaste auf den Jubilar und deffen Familie, sowie einige Clavier- und Liedervorträge trugen zur allgemeinen Hebung der Feier wesentlich bei, so daß fich die Betheiligten erst zur frühen Morgenstunde mit dem Bewußtsein trennten, einige recht srohe Stunden verleby zu haben. — Möge e» dem allseitig beliebten Jubilar vergönnt sein, noch recht lange zum Segen feiner Familie und feine» Berufes zu wirken. ** Den 70. Geburtstag beging vorgestern der durch feine zahlreichen Schriften über Naturheilkunde und feine Vorträge in weiten Kreisen bekannte Herr Oberst Spohr hier. Aus diesem Anlaß gingen gen. Herrn von auswärtigen Vereinen für Gesundheitspflege usw. Glückwünsche zu. ♦* Der HauS- nnb Gruudbefitzer-Bereiu beabsichtigt, wie wir schon berichteten, demnächst eine Generalversammlung abzuhalten, in welcher neben der nothwendigeri Statutenänderung über den Beitritt des Vereins zum „Cen- tralverbande der städtischen HauS- und Grundbesitzer-Vereine Deutschlands" beschloffen werden soll. Wir machen In- tereffenten schon heute auf diese Versammlung aufmerksam. (Siehe Inserat in heutiger Nummer). •* Bei der Berloosung gelegentlich de» Friedberger FrühjahrS-Pserdemarktes fielen auf folgende ßoofe Pferde: Nr. 1104, 1855, 3852, 4490, 6694, 7769, 10856, 10905. N ** Turnerische». Auf dem am Sonntag hier stait- gesundenen Gauturntag wurde beschloffen, daß da« diesjährige Gauturusest in Lauterbach am 26. Juni ober 3. Juli (je nachdem daS Feldbergseft fällt) stattfinden soll. Für die Turnsahlt ist Anspach vorgesehen. Da» nächstjährige Gauturnfest soll in Friedberg abgehalten werden. ** Vor 50 Jahre»! Am 28. Februar 1848 beantragten in der Zweiten Kammer die Abgeordneten Heinrich von Gagern, Wilhelm Wernher, Lehne und Frank: Die Kammer möge in einer Adresse an den Großherzog die Bitte richten, unverzüglich in der Bunde»versammlung und außer derselben in geeigneter Weise dahin wirken zu wollen, daß unter so dringenden und von außen gefahrdrohenden Umständen, und für die Dauer de selben 1) die Sorge für den Schutz der äußeren und inneren Sicherheit Deutschlands, insbesondere die Stitnng der auswärtigen Angelegenheiten, de» Heerwesens und der Volksbewaffnung in die Hände eine» Cabinets gelegt werde, deffen Minister dem interimistischen Haupt Drutsch'andS und der Nation verantwortlich seien - 2) daß daS interimistisch e Haupt Deutschland« Gesetzgebung und Besteuerung in Übereinstimmung mit einem Rath der Fürsten und einem Rath de» Volke» nach den wesentlichen Formen de» repräsentativen Systems ausübe, und daß die Berufung der Nationalrepräsentation gleichzeitig mit der Ernennung des Bundesbauptrs erfolge. Sietze«, 1. März. Marktbericht. Auf dem heutige» Wockenmarkt kostete: Butter vr. Pfd. X 0,80—0 95, Hühnereier pr. St. 1-0 4, 2 St. U—134, Enteneier 1 St. 7-8 4. Gänse - eier pr. St. 12—13 4, Käse pr. St. 4-8 4, Käsematte pr. St. 3 4, Erbsen pr. Liter 18 4, Linsen pr. Liter 32 4, Tauben pr. Pa« X 1,00 bis 1,30, Hühner pr. Stück 1,00 bis 1,20, Hahnen pr. Stück X 0,60-1,00, Enten pr. Stück X 1,30—1.80, Gänse pr. Pfund X 0.00-0,00, Ochicnfleisch pr. Pfd. 66-74 4, Kuh- und Rindfleisch pr. Pfd. 60-66 4, Schweinefleisch pr. Pfd. 72 bis 76 4, Schweine- fleisch, gesalzen, pr. Pfd. 80 4, Kalbfleisch pr. Vfd. 60-64 4 Hammelfleisch pr. Pfd. 50-66 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo 6,10 bi, 7,00 X, Weißkraut pr. Stück 0—00 4, Zwtebeür pr. (Sentit er 7,00—8,00 X, Milch pr. Liter 16 4- Neueste Nachrichten. Depeschen des Bureau „Herold". Wien, 1. März. Die Kronprinzessin-Wittwe Stephanie ist schwer erkrankt. Nach dem letzten Krankenbericht ging die influenzaactige Bronchitis, woran fie zuerst erkrankte, in eine linksseitige Lungen- und R-Ppenfell- Entzündung über. Rom, 1. März. Der Botschafter in London, General Ferrero, soll demnächst zurückberufen werben und wird er ein Corpßcommando übernehmen. Al» Nachfolger wird Canevaro bezeichnet. Brussel, 1. März. Der , Courier de Bruxelles" de- mentirt ebenfalls die Nachricht von der Verlobung der Prinzessin Clementine mit dem Prinzen Albert. Paris, 1. März. Nach dem „Figaro" find die Kamm erwählen auf den 8. Mai festgesetzt worden. Parts, 1. März. Picquart sandte dem Obersten Henry seine Zeugen. ES wird jetzt erst bekannt, daß der Ministerrath über die Maßregeln PicquartS getheilter Meinung war. Mehrere Minister, darunter Hauotavx, widerstrebten der Verabschiedung, welche Billot nur mit einer Stimme Mehrheit durchs-tzte. Paris, 1. März Nach einer chiffrirten Athener Privat- depesche war der wahre Urheber deS Attentats gegen König Georg Mitglied einer meist aus Maniaten, d. h. Spartanern, bestehenden geheimen Gesellschaft, welche die ihr ungerecht erscheinende Verurtheiluag deS Schiffsfähnrich» Kckoris zu einem Jahre Gefängniß rächen wollte. KokotiS ist Maniater. Sein Vergehen bestand darin,; daß durch ihn eine geheime Ordre de» Königs von Griechenland bekannt wurde. Vom Marinetribunal schon sreigesprochen, nurbe KokoriS am letzten Donnerstag vor ein neue» Gericht gestellt und verurtheilt. Die» erregte alle spartanischen Hitzköpfe. Der verhaftete Karbitzi ist jedenfalls nur daS Werkzeug uner Gruppe. Paris, 1. Marz. Gerüchtweise verlautet, baß heute ein Zweikampf zwischen Picquart und Henry statt- finden wird. Paris, 1. März. Keiner der Advocaten des CaffationS- gerichtShofeS hat sich mit der Bert heidigung im Nichtig- ketti-Berfahren Emil ZolaS befassen wollen. Zola wird jetzt von Amtkwrgen ein Anwalt gestellt werden. W Madrid, 1. März. Der Ministerrath beschloß die Maßregelung deS Erzbischofs von Valladolid. Sofia, 1. März Die Blätter fahren mit Berichten üb?t weitere von türkischer Seite in Macedonien verübten Grausamkeiten fort und drücken in deftigster Weise ihre Entrüstung über die Versuche der türkischen Unter» suchungs-Commisfion, da» bulgarische Beschwerde Memorandum Lügen strafen zu wollen, aus. Athen, 1. März. Die Stabträthe de» Landes sandten an den König TheilnahmS-Adressen. Von ollen Seiten komm-n Tel-arowme 'm Pal^S nn. Foulard-Seide 95 Pf» chinesische 2C. in den neuesten DesstnS u.Farben, sowie schwatze, weiße ,md farbigeHennebera-Seid- von 75 Pf. bis Mk. 18 65 p. Met. - in den modernsten Geweben, Farben und Dessins. Aq Private porto- und steuerfrei ins Haus. Muster umgehend. 229 6. Hennebergs Seiden-Fabriken (k n.k. Hoti.), Zürich Verdingung. Die Pflasterung von 8 lieber« gängen in verschiedenen Straßen der Stadt soll Montag, 7. Mär? d. I., Borm. 11V2 Uhr, öffentlich verdungen werden. Die Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck find bis zum genannten Termin einzureichen. 2150 Gießen, 1. März 1898. Das Stadtbauamt. Schmandt. Berdinguug. Die Maurer, Pflaster- und As- phalrarbeiten, sowie die Steinzeuglieferung zur Herstellung erhöhter Bürgersteige im Leltersweg, zu nächst dem Kreuz, in der Bahuhof- ftraße, zunächst der Marktstraße und in der vorderen Dammftratze sollen Samstag, 19. Marz d. I., Borm. 10 Uhr, öffentlich verdungen werden. Plan, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen bei uns, Zimmer Nr. 7, zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck sind bis zum Termin bei uns einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, 1. März 1898. [2151 Das Stadtbauamt. Schmandt. Verdingung. Die Maurer-, Pflaster- und As- phaltarbeiten, sowie die Steinzeuglieferung zur Herstellung erhöhter Bürgersteige an der Stadtkirche und in der Kirchstraße sollen Samstag, 19. Mär? d. Borm. 11 Uhr, öffentlich verdungen werden. Plan, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen bei uns, Zimmer Nr. 7, zur Emficht offen. Angebote auf Vordruck sind bis zum Termin bei uns einzureichen. 2152 Zuschlagsfrift 3 Wochen. Gießen, 1. März 1898. Das Stadtbauamt. Schmandt. Verdingung. Die Maurer-, Pflaster- und Asphaltarbeiten, sowie die Steinzeuglieferung zur Herstellung erhöhter Bürgersteige in der Wolkengasse, zunächst der Bahnhofstraße, sollen Samstag, 19. Mär; d. I, Vormittags 11 Va Uhr, öffentlich verdungen werden. Plan, Arbeitrbeschreibung und Bedingungen liegen bei uns, Zimmer Nr. 7, zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck sind bis zum Termin bei uns einzureichen. — Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, 1. März 1898. Das Stadtbauamt. Schmandt. 2153 Versteigerungen. Nllhhotz-Nelstkigkruug Freitag den 4. März er., Vormittags IO Uhr anfangend, kommen in der Viehmann'schen Wirthschaft zu Kinzenbach zur Versteigerung : 12 Eichenstämme 2. und 3. Kl., 35 Fichtenstämme 2., 3. u. 4. Kl., 300 Fichtenstangen L, 2. u. 3. Kl. Das Holz liegt in den Districten Dreiblaue Enten und Schmit tergrund. Kinzenbach, den 28. Febr. 1898. Der Gemeindevorsteher. ____________Pfaff._______2158 Mittwoch den 23. Mar? Nachmittags 2 Uhr, soll auf dem hiesigen Orts^ericht die der »atl Schmidt Wwe., Mathilde geb. Löber, in Gi-ßen gehörige Hofraithe: Flur 1 Nr. 9842,/ioo — 427 qm in der Wallthorstraße öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 1. März 1898. Großh Ortsgericht Gießen. I A.: Bogt. 2156 Sledarti Nr. 6 des tvthält: (9h. 244i Mr brr Rri Giehrv G ,„ahwe v°° ^ndai Tag er! Ltklill, 21 nai der erfolg gramm an d schon »klb, dc schwere innere \ Zreudt erfüllt, Schlage, der ! Tlsolg beschiede gioße Arbeit nr Sorge. Metnr aollkft Da srr Bettln, 21 mtlbtt, hat d türkischen Ril z'ehungrri 1 Wonutta, g Vertreter W Dchrmg der liBoibm. Bettln, 21 fteht der -tat Tagesordnung. T-irlen gestern nkrankt sei. ( btl Tssenbahn'! b '°°«te hierg! ela‘ W Rei «Wjt wurde. $«Hn, 28 die Novelle W heute ihre i -rscheiat tägl Ausnahme Montags- D,c Zi-ßeun ottden d'm Anz ^chrnllich Ditr bngelegt- 91 ®gt d,°> ^Ontion Qllg llnd z,» 9} l«Nt ®0'11 Föt L-r ehb. jJ B-ftrö« SÄ i11 S.**» . u”1 Ä 6l ! '* »ä i- 30 "A r "üttn ttrbactkn: L. ScheHda. — Dnid unt Verlag der vrühl'schrn UniverfitStS-vuch- und Stcindruckrrei (Pietsch * Echeyda) ia Gießen. Donnerstag den 3. März d. I., Mittags 1 Uhr, soll ein der Kasse Laug Göns gehöriges, in der Anstalt (ließen stehende» Pferd, circa 11 Jahre alt, öffentlich meistbietend versteigert werden. Lang-Göns, den 27. Febr. 1898. Der Vorstand. 2083 I. A.: Henrich. Ät Mlachthsab. Freibank. 2063 Heute und morgen: Kuhfleisch nicht ladenrein, per Pfd. 48 Psg. 8chweineffeisch nicht ladenrein, per Pfd. 56Pfg. Sauerkraut, Hülsenfrüchte in vorzüglichen Qualitäten empfehlen zu billigsten Preisen 536 A. 8t G. Wallenfels, Markt 21. Telephon 46 Specialitat in rohen vnd gebr. Kaffees. 2166] Mansardenwohnung mit Wasserleitung, Gartenantheil per 1. April zu oermiethen.__________Riegelpfad 18. 2164] Zwei ordentliche Arbeiter können Wohnung erhalten. Savdgaff« 12. 2146] Fr dl. Wohn., 3 bi« 4 Zimmer mit all Zud,zu verm. Näh Bleichstr. 5,11 Jogis zu oermiethen. 2148_________S. Elsoffer. Mark str. 213«j 6m Zimmer und Küche mit abgeschlossenem Corridor und eine Man' sardenwohnung |u oermiethen. __vahuhofftraße 88, II. 2140] Wohnung im 1. ob. 2. Stock mi allem Zubeh zu verm Grünbergerstr. 34. Hammftratze 12 t Z142 MansardenlogiS, 3 Zimmer mit Zubehör, per 1. AprU zu oermiethen. 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Giessener Stadttheater Mittwoch, 2. «Lrz 1898 Einmaliges Gastspiel von Oscar Bohnee vom Kölner Stadttheater. Graf Essex. Große Friedberger Geld Lotterie Ireifinniger Herein. Generalversammlung Dienstag den 8. März, Abends 9 Uhr, in der Restauration Felde! (Bavaria) am Kanzleiberg. Lehrling aus achtbarer Familie und mit guter Schulbildung für ein Manufoctur- und Modewaarenaeschä't unter günstigen Bedingungen gesucht Selbstgeschriebene Offerten uni r A. N. 2i51 an die Expedition diese? Blatte« Danksagung. Für die bewiesene Aufmerksamkeit und Theilnahme, sowie für die zahlreichen Blumenspenden bei unserem schmerzlichen Verluste sagen wir Allen, insbesondere Herrn Pfarrer Dr. Nau- mann für feine trostreichen Worte herzlichen Dank. Gklikralllgklltmkll für isämm'liche größere Städte Deutsch, landtz werden von einer deutschen Ver- ficherungS-Gesellschaft allerersten Ranges zur Verbreitung einer neuen, einfachen und originellen Versicherungssorm errichtet. 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