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Gießener Anzeiger ZSerugsprei- Hierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohu. Bei Postbezug 2 Mark 50 Pfg. vierteljährlich. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Norm. 10 Uhr. Heneral-Unzeiger Alle Anzeigen-BermittlungSstellen deS In« und AuSlaube» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Aints- unb Anzetzgsdlcrtt für den Ureis Mefzen. Redaction, Expedition und Druckerei: Kchulstratze Ar. 7. Gratisbeilage: Gießener Familienblätter. Adresse für Depeschen: Anzeiger Kietzen. Fernsprecher Nr. 51. Amtliche* Thett« Bekanntmachung. »etr> Schafräude zu Göbelnrod. Die Schafräude zu Göbelnrod ist erloschen und werden die verfügten Sperrmaßregeln hiermit wieder aufgehoben. Gießen, den 31. Januar 1898. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Deutscher Aetchrtag. 29. Sitzung vom Montag den 81. Januar 1898. Eingegangen ist die Postdampferuovelle. Am BundeSrathStische: StaaiSsecretär Graf Posadowky. Tagesordnung: Fortsetzung der EtatSberathung. Etat Les Reichskanzlers und der Reichskanzlei. Die Budgetcommission beantragt, die im Etat vorgesehene Erhöhung der Repräsentationsgelder um 46000 Mk. zu bewilligen. Abg. Singer (Soz.) erklärt, daß seine Partei gegen geplante Erhöhung stimmen werde. Die Gründe lägen vorzugsweise darin, daß unsere schlechtestbesoldeten Beamten noch immer auf Gehaltserhöhung warteten, ferner, daß diese Forderung weniger gestellt sei mit Rücksicht auf den gegenwärtigen, als vielmehr auf einen künftigen Reichskanzler. Er bitte, über diese Position besonders abzustimmen. Abg. v. Kardorf (Rp.) kann die Gründe des Bor- redners nicht al» stichhaltig anerkennen. Der Reichskanzler müsie mindestens so gestellt sein, wie unsere Botschafter im Auslande und wie die Botschafter hier in Berlin. Abg. Lieber (Ceutr.) führt Namens des Centrum» auS, in den Gesellschaften deS Reichskanzlers könne mau sich ' nicht auf spartanische Suppe und Wasser beschränken. Au -den geforderten 46000 Mk. nehme dar Centrum keinen Anstoß. Die Abg. Ham mach er (nl.) und v. Massow (cous.) erklären sich Namen» ihrer Parteien für Bewilligung der 46000 Mk. Der Titel wird angenommen, und zwar gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, der freisinnigen und süddeutschen Bolkspartei. Auch der Rest dieses SpecialetatS gelaugt zur Annahme. Hierauf wird die Berathung des Etats des RetchSamt» des Innern fortgesetzt beim Abschnitt Kanalamt. Abg. Hammacher (nl.) verbreitet sich al» Referent über die bisherige unzulängliche Rentabilität deS Kaiser Wilhelm-Kanals. Eine Besierung der finanziellen Ergebniffe sei nur von einer Zunahme der Einnahmen in erheblichem Umfange zu erwarten. Abg. Molkeubuhr (Soz.) bemängelt, daß die kleinen Schiffe nicht, schnell genug durch den Canal geführt würden. StaatSseetär Graf Posadowky erwidert, daß bet den Schleppern ohnehin zugesetzt werde. Es müssen also, wenn die Kosten nicht gar zu groß sein sollten, die kleinen Schleppschiffe und Schleppzüge zusammengestellt werden. Eine Aenderung deS Tarifs jetzt schon vorzunehmen, sei doch nicht rathsam. Nach Ablauf deS jetzigen Tarifs werde der neue Tarif auf dem Wege der Gesetzgebung festzustellen sein. Die Hauptsache an der wenigen Benutzung de» Kanal» liege daran, daß der Kanal große Gegner habe, die aus Concurrenznetd jeden Unfall ausbeuteteo. Gegen solche Polemik werde aller- ding» fortgesetzt versucht, öffentlich vorzugehen. Die Einnahmen feien auch jetzt tn aufsteigender Linie. In absehbarer Zeit würden fie hoffentlich die Berwaltungtkosten decken. Abg. Jebsen (ul.) ist gegen etwaige Erhöhung des Schlepplohnes. Die Refaktien würden ebenso wie die Jahresabonnements eine Ungerechtigkeit tn sich schließen, denn fie würde nur den großen Rhedern zu Gute kommen auf Kosten der kleinen Leute. Am besten würde ein durchfichtiger klarer Tarif wie beim Suezkanal sein. DaS Capitel wird bewilligt. Im Extraordin dum de» Etats de» Reichsamt» des Innern find 100000 Mk. ausgeworfen zur wetteren Ausschmückung de» Retch»tag»gebäudeS im Innern (mit Bildwerken, Malereien) rc. Die Commission beantragt hierzu eine Resolution, die Reich»tagSbaucommisfion fortan auS fieben Abgeordneten und drei BundeSrathSmitgliedern bestehen zu laffen und ihre Befugnisse zu erweitern. Ein Antrag Müller-Sagan (frs. Bp.) geht dahin, den Reich»tag»baufond» von dem Etat des Reichsamts de» Innern nunmehr auf den Etat de» Retch»tageS zu übertragen, ent- sprechend einer von dem Hause schon vor zwei Jahren an- i genommenen Resolution. j Abg. Schmidt-Elberfeld (frs. BP.) weist darauf hin, ; daß auch im alten Reichstage für alle Bauten und Aus- : stattungsmaßvahmen nur der Vorstand des Reichstage» zuständ'g gewesen sei, ohne irgend welches Coudomtaium de» BudgeSrecht». Abg. Schneider (freis. Bp.) empfiehlt den Antrag Müller. Abg. Lieber (Ctr.) meint, eS wäre beffer, die Austragung der Sache dem neuen Reichstage zu überlaffeu und fich auf die Resolution der Commtsfiou zu beschränken. Abg. Richter (freis. Bp.) ist der Ansicht, die AuS- schmückung auf den RetchStagSetat zu übertragen, sodaß dann nur der Reichstag zuständig sei und nicht noch Andere. Abg. Rickert (frs. Bg.) empfiehlt nochmalige Verweisung de» Titels und des Anträge» au die Budget« commtsfiou. StaatSsecretär Graf Posadowsky macht geltend, daß der ReichStagspräsident keine Verträge abschließen könne, und daß doch eben auch ein Interregnum eintreten könne. Daß die Regierungen eine Berechtigung tn diesem Hause hätten, liege doch tn den thatsächlichen Verhältniffen, denn thre An- Wesenheit in diesem Hause sei eine staatsrechtliche Roth- Wendigkeit. Abg. Lieber (Centr.) wünscht Annahme der Resolution. Abg. Schmidt-Elberfelo (srs. Bp.) bemerkt, daß da» Beamtengesetz von 1873 ausdrücklich sagt: Vorgesetzte Behörde der ReichStagSbeamten ist der ReichStagSpräfidem. Abg. Richter (frs. Bp.) führt aus, tn den ersten Protokollen der RetchStagSbaucommisfion stehe ausdrücklich: ES besteht Ueberetustimmung darüber, daß etwaige Neube- wtlltgungen für den Reichstagsbau auf den Etat de» R.-ichS- tages kommen. ES handelt fich für uns, so schließt Redner, nicht um einen Einfluß, sondern um unser Recht zu bestimmen ! Nunmehr wird der Titel gegen Fretfinutge und Social- demoktaten genehmigt und die Resolution angenommen. Auch der nächste Titel 300,000 Mk. für eine Ttefsee- Expedttton wird genehmigt. Damit ist der Etat deS ReichSamts de» Innern erledigt. Es folgt der Etat der ReichSjusttzverwaltung. Abg. Bassermann (nl.) geht näher auf den dem BundeSrath vorliegenden Entwurf betr. Sicherstellung der Bauhandwerker ein. Eine Regelung dieser Frage sei dringendes Bedürfniß. De» Weiteren wünsche er eine Ergänzung des Strafrechts dahin, daß die unbefugte Anferttg- ung von Schlüffeln durch Schlosser strafbar sei. Auch müßten kaufmännische Schiedsgerichte eingeführt werden. Schließlich bitte er noch um Einführung des Befähigungsnachweises für Schiffer. Staatsseeretär Rieb er ding erwidert, bet der für eine nahe Zett vorgesehenen Revtfiou des Strafgesetzbuches werde dte bezüglich der Schlaffer angeregte Frage ihre Erledigung finden. Dte Frage der kaufmännischen Schiedsgerichte werde vom Reichsjustizamt erwogen werden. Auf eine Anfrage des Abg. Rickert (frs. Bg.) erklärt StaaiSsecretär Graf PosadowSky, daß wegen einer De- portation unserer Strafgefangenen nach dm Colonien bet den dortigen Gouverneuren angefragt worden sei. Sämmt- ltche Antworten hätten verneinend gelautet. Dte Reichs- regierung habe demnach vorerst keinen Anlaß, der Sache näher zu treten. Abg. Auer (Soc.) geht auf die Frage de» Straf- Vollzuges ein, dabet namentlich die Art, wie sociaidemokrattsche Redacreure behandelt würden, beleuchtend. Auch der letzte Erlaß de» Bundesrath» ändere an den Uebelständen nicht». Redner belegt seine Behauptung mit einer Reihe öffentlich bekannt gewordener Borkommntffe. StaatSsecretär Rieb er ding führt au», die Regelung des Strafvollzuges könne nicht beginnen, bevor die Revision des Strafgesetzbuches, dte dringend nöthtg sei, nicht thre Erledigung gefunden hätte. Dte Nothwendigkett einer Regelung des Strafvollzuges anerkannten auch die verbündeten Regierungen. Dos Strafgesetzbuch gestatte nicht, auf StandeSverhältniffe der verurteilten Rücksicht zu nehmen. Sächs. Bevollm. Geh. Rath BrÜger behauptet, daß der vom Abg. Auer dargestellte Transport des RedacteurS Schulze von der Dresdener Arbeiterzeitung nicht ganz zu- treffend geschildert sei. Schulze sei fluchtverdächtig gewesen und habe demnach gefeffelt werden müffen. Abg. Trtmboru (Centr.) wünscht, daß schon im nächsten Etat Mittel zur Vermehrung der Senate deS Reichsgerichts eingestellt würden. StaatSsecretär N t e b e r d i u g sagt nähere Erwägung zu. DaS Hau» vertagt nun die Weiterberathung auf morgen 2 Uhr. Schluß ey4 Mr. Deutsches Reich. Berlin, 31. Januar. Der Kaiser empfing heute vormittag den Minister Freiherrn v. Hammerstein, den Chef de» Civilcabtnet», Dr. v. LucannS, den StaatSsecretär de» ReichSmarineamt», Contreadmiral Tirpttz, und den Chef deS MarinecabtnetS, Contreadmiral Freiherr v. Senden-Bibran, zum Bortrage. Berlin, 31. Januar. Der Kaiser fuhr, wie alljahr- lich, so auch gestern, als am Sterbetage des Kronprinzen Rudolf, bei dem österreichisch-ungarischen Botschafter vor und stattete demselben einen zweistündigen Besuch ab. Berlin, 31. Januar. Die „Post" erfährt, an hiefigen unterrichteten Stellen sei nicht» davon bekannt, daß Katfer Wilhelm sich zur diesjährigen italientschen National-AuS- stellnvg nach Turin zu begeben gedenke. Berlin, 31. Januar. Fürst BiSmarck begeht in der preußischen Armee, der er al» General Oberst der Cavallerie und Ch-f de» Kürasfier-Regiment» v. Seydlitz (Magdeburg.) Nr. 7 angehört, am 25. März d. I. sein 60jährige» Dienst- judiläum. Er ist am 25. März 1838 als Einjährig Frei- williger beim Garde-Jägerbataillon in Potsdam etngetreteu und am 26. März 1839, nachdem er vorher zur 2. Jäger- abtheilung nach Greifswald versetzt war, al» Unteroffizier zur Reserve entlaffrn. Am 12. August 1841 wurde er zum Seconde-Lieutenant der Landwehr-Jnfanterie befördert und am 14. August 1842 zur Landwehr-Cavallerie versetzt. 1854 rückte er im 7. schweren Landwehr-Reiter-Regiment zu« Premier Lieutenant, 1859 zum Rittmeister und 1861 zu« charact. Major auf. Am 20. September 1866 wurde er unter Uebersprtngung der Oberstlieutenant»- und Obersten- Charge Generalmajor, bei der Katserkrönung in Versailles Generallieutenant und am 22. März 1876 General der Cavallerie. Am 20. März 1890 wurde er zum General- obersten ernannt. Berlin, 31. Januar. Den Abendblättern zufolge stürzte der heutige Orkan in Charlottenburg ein mehrstöckige» Baugerüst auf dem Neubau des Kaiserin-Augusta-Gymnasiums um, kurz nachdem 50 Arbeiter da» Gerüst bis auf einen einzigen verlaffen hatten. Letzterer wurde von dem einstürzenden Gerüst erschlagen. Stralsund, 30. Januar. Der Oberbürgermeister von Stralsund, Tamm», Mitglied de» Herrenhause», ist heute vormittag an den Folgen eine» Schlaganfall» im fast vollendeten 70. Lebensjahre gestorben. Köln, 31. Januar. Die „Köln. Zig." schreibt zur Meldung einiger Blätter über eine eventuelle Reichstag»- auflösung, wenn da» Flottengesetz fallen solle, die Regierung befinde fich in einer solch starken Pofitton der Oppofition gegenüber, daß diese sich wohl hüten werde, er zum Aeußersten zu treiben. Werde aber da» Gesetz mnth- williger Weise zu Fall gebracht, so würde dte Regierung bei einer Auflösung einen schlechteren al» den heutigen Reichstag nicht erhalten. Die Regierung solle indeß fest bleiben und nicht nachgeben, sowie darauf verharren, daß fie eine gesetzliche Gewähr dafür erhalte, in der angegebenen Frist den Flottenmindestbkstand zu schaffen, den fie haben müsse. Dresden, 30. Januar. DaS „DreSd. Journ." meldet: Auf dem Bahnhof Chemnitz überfuhr vormittags 10 Uhr der von Leipzig eintreffende Schnellzug 774 daS GeleiS- ende des neuen Leipziger Bahnsteige» um fünf Meter. Hierbei sprang die Locomottve einen Meter weit in da» anstoßende Postdienstgebäude und zerstörte die darin befindliche Accumn- latoreneinrichtung. Bon den Jnsaffen deS Schnellzuge» erhielten drei Personen leichte Verletzungen. Der Unfall ist vermuthlich auf Versagen der Luftdruckbremse zurückzusühren. Schwerin i. Mecklenb., 31. Januar. Dte Hochzeit des Prinzen Christian von Dänemark und der Herzogin Alexandrine von Mecklenburg-Schwerin soll nach Ablauf des Trauerjahre» in aller Stille Ende April tu Cannes stattfinden. Nach der Hochzeit begeben fich die Neuvermählten nach Schwerin.___________ Ausland. Wien, 80. Januar. Der Kaiser begab fich heute früh nach der Gruft tn der Kapnztnerktrche und verrichtete ein Gebet am Sarge de» Kronprinzen Rudolf. Öfen, 31. Januar. Der Kaiser empfing heute Vormittag den ungarischen Ministerpräsidenten Baron v. Bansfh. Wien,31. Januar. Eine Kundmachung de-Rector» der Universität verbietet den Studireuden die Abhaltung von Versammlungen in den Höfen, auf den Gängen und Treppen und tu den Vorhallen der Universität, ferner da» Abfinqen von Liedern und da» Halten von Reden daselbst. Die Bestimmungen über den Bummel bleiben hiervon unberührt. Der Rector warnte zwei Studenten, die bet thm er'chieoen waren, vor etwaigen Beschlüffen bezüglich der Vorlesungen. Wien, 81. Januar. Der Rector der hiesigen Uni- verfität verbot den Versammlungen da» Absingen von Liefern und da» Redehalteu innerhalb des Univerfitäts- gebäu^e». Wien, 30. Januar. Die „Neue Fr. Presse" erfährt, daß trotz de» BeschluffeS des Leitmeritzer Akademikertage» die Prager Hochschule nicht schließen wird. Prag, 31. Januar. Die heutigen Vorlesungen au beiden deutschen Hochschulen waren gering besucht. Der Rector der deutschen technischen Hochschule ermahnte die Schüler neuerdings, die Vorlesungen in ihrem eigenen Jutereffe pflichtgemäß zu besuchen, indem er au die Besooueuhett apellirte und die Hoffnung aussprach, daß sie die Vorlesungen, die unter allen Umständen wieder ausgenommen würden, nicht hindern werden. Budapest, 1. Februar. Infolge deS stattgehabteu furchtbaren Sturmwetter» wurden zwei Personen getödtet, drei lebensgefährlich und acht schwer verletzt. Zahlreiche Häuser find verwüstet. Padua, 31. Januar. Ein Großfeuer zerstörte die hiesige Eavalleriekaserue. Nur mit Mühe gelang e», die RegimeutSfahne zu retten. Konstautiuopel, 31. Januar. Laut amtlicher Mtttheilung haben die Russen bet der Verfolgung von Kurden türkisches Gebiet besetzt. Konstantinopel, 31. Januar. DaS Schiff „Saratow" der freiwilligen russischen Flotte hat gestern mit zwölf Kanonen und Schnellfeuergeschützen 1600 Soldaten und 600 Auswanderern den Bosporus passirt, um sich nach Wladiwostock zu begeben. — Die von dem Londoner „Standard" gebrachte Meldung, der KriegSmtutster habe den Befehl erhalten, 80 Regimenter in Rumelten in Bereitschaft zu setzen, entbehrt der Begründung. gggssgg"— locale» rrnd prot>in$ieltes» Gießen, den 1. Februar 1898. • • Ordensverleihungen. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädtgst geruht, am 22. Januar dem Präsidenten der Handelskammer zu Maiuz, Geh. Commercteu- rath Stephan Karl Michel zu Mainz die goldene Verdienstmedaille für Wtffeuschaft, Kunst, Industrie und Landwirth- schäft, dem Vicepräfideuten genannter Kammer, Commercten- rath Karl Weis mann, und dem Secretär der Kammer, Direktor Gustav Dietmar, das Ritterkreuz 1. Kl. des Verdienstorden» Philipps des Großmüthtgen zu verleihen. • • GerichtSperfonalien. Durch Entschließung Großh. Ministeriums des Innern wurden zu RegierungS Assessoren ernannt die GertchtS-Accesisteu Hermann v. Bechtold au» Darmstadt, Wilhelm Bohn au» Alzey, Gustav Güngerich au» Bensheim, Ludwig Matthta» au» Bingen, Hugo Scriba aus Gießen, Gustav Spam er au» Bingen, und zu GerichtS-Affessoren die GerichtS-Accefisten Theodor Beilst ein au» Grünberg, Friedrich Bickelhaupt au» BeuS- heim, Gustav Erckmann aus Alzey, Paul Hechler au» Darmstadt, Dr. Theodor Jäger au» BenShetm, Heinrich Mann aus Alzey, Christoph Maser au» Darmstadt, Friedr. Schmeel aus Darmstadt und Theodor Schumacher aus Darmstadt. * * Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung Donnerstag den 3. Februar 1898, Nachmittags r/,4 Uhr pünktlich, nötigenfalls mit Fortsetzung am Tage darauf: 1. Baugesuch des Georg Btchler für ein Tretbhau» an der Hardt. 2. Gesuch de» Konrad Rübsamen um pachtweise Ueberlaffuug von Kie»lager- Plätzen. 3. Desgl. de» H. Benner II. um Verlängerung der Pachtzeit für die Wiese an der Lahn. 4. Gesuch de» Ferd. Schott wegen Belaffung einer Trittstufe vor seinem Hause, Bahnhofstraße. 6. Anschaffung von AuSrüstungSgegenständeu für die Feuerwehr. 6. Anbringung einer Wegweisertafel im Bürgermeistereigebäude. 7. Die Vermehrung der Plakat- tafeln. 8. Gründung einer „HundeShagen-Stiftuug". 9. Ge- such des Gießener Lefehalle-VeretnS um unentgeltliche Ueber- laffung des einen der beiden Thorhäufer am Seltersweg. 10. Ausführung erhöhter Bürgersteige- hier: in der Berg- und Gartenstraße. 11. Verlängerung de» Bürgersteigs der Marburgerstraße bis zum Wtefecker Weg. 12. Umbau der Wolkengaffe- hier: Plan und Voranschlag. 13. Verbindung»- st raße zwischen Westanlage und Hawmstraße- hier: Voranschlag. 14. VerbtndungSstraße zwischen Neuenweg und Plock- straße. 15. Anlage neuer Straßen im Rahmen de» südöstlichen Stadterweiterung»plane». 16. Au»bau der Liebig- straße, Theilstrecke Ebelstraße und Straße Q. bi» Q. 1. 17. Ausbau der Moltkestraße. 18. Herstellung von Aulagen auf dem vorderen Theil de- Trieb. 19. Der Voranschlag Großh. Polizeiamts Gießen für 1898/99. 20. Unterhaltung der städtischen Wiesen- hier: Bewässerung derselben mit LeitungSwaffer. 21. Die „Konrad Koch-Stiftung" zu Gunsten bedürftiger Schulkinder zu Gießen. 22. Wahl eines Bei- geordneten. 23. Gesuch des JustuS Heck um Erlaubniß zum WtrthschaftSbetrieb im Hause Neustadt 1. 24. DeSgl. deS ' Wilhelm Poppelsdorf im Hause Hammstraße 7. 25. DeSgl. de» Ferd. Schott im Hause Ecke der Bahnhofstraße und Wolkengaffe. 26. DeSgl. deS Louis Becker im Haufe Frank- furterstraße 82. 27. DeSgl. de» Georg Müßtng im Hause Dammstraße 39. * * H. Stadttheater. Der gestrige Abend machte un» mit dem neuesten Schwank der Herren Blumenthal und Kadelburg bekannt, der unter dem vielsagenden Titel „Hans Huckebein" seine Rundreise über die Bühnen angetreten und wohl überall, wenn auch nicht günstige Beurtheilung, so doch klingenden Erfolg einbringt. Die Herren Autoren haben sich nicht die Mühe gegeben einmal nach einem neuen Recept zu mischen, sondern tischen nur die seither immer gebrauchten Bestandthelle des Berliner Theaterhumors als neues Ragout fln auf. Wenn man auch erwarten könnte, daß von den Centren der Kunst aus wirklich fortschreitend nach Besserem und Künstlerischem gestrebt werde, so täuscht man sich, denn der Inhalt dieses Schwankes erhebt sich nicht auf ein höheres Niveau des Geistreichen, des Witzes, sondern ist im Gegen- theil noch etwas herabgesunken. Sieht man jedoch über solche Mängel hinweg, so findet man immerhin noch Etwas, das man ihm zu seinen Gunsten nicht abstreiten kann: daß er actuell und kurzweilig ist, und damit ist dem Gros der Theaterbesucher allerorts gedient. Das große Publikum nimmt die alten Ehestands- und Schwiegermutterwitze, nebst einigen Zweideutigkeiten und Sottisen gerne in Kauf, sofern die „Novität" etwas außergewöhnlich Packendes noch mit sich bringt und dadurch die Bedingung erfüllt, amüsant zu sein und nicht zu langweilen. Bei diesem neuesten Schwanke steht eine moderne Erfindung wirksam im Mittelpunkt der Handlung: Der Kinematograph oder die „Lebenden Photographien". Der Inhalt ist kurz folgender: Martin Hallerstädt, ein junger Ehemann, hat da» Pech, bei jeder kleinen Ehestandslüge sofort jämmerlich hereinzufallen und wird daher von seinen Freunden der Unglücksrabe „Hans Huckebein" genannt. Anläßlich eines kurzen Aufenthalts in Ostende lernt er eine junge Dame kennen, mit der er ein kleines Rendezvous hat, bei welchem er von dem Besitzer eines Kinematographen heimlich photo- graphirt wurde. Herr Hallerstädt hat davon natürlich keine Ahnung, und als kurze Zeit darauf seine Schwiegereltern bei ihm in Berlin zu Besuch erscheinen, so will er seiner Schwiegermutter und Frau einmal das Neueste was geboten wird, die „Lebenden Photographien" zeigen. Aber o Schrecken! da finden alle als Nr 6 des Programms dargestellt „eine Strandscene in Ostende", Motiv: ein Liebespaar auf einer einsamen Bank am Strande. Der indiscrete Apparat verräth der jungen Frau und lieben Schwiegermama, daß dieser zärtliche Liebhaber Herr Martin Hallerstädt ist. Die Folge davon ist, daß die junge Frau sich scheiden lassen will. Des Schwiegervaters gute Lehren ändern an dem „Pech" Haller- städts gar nichts, im Gegentheil, sie bereiten ihm neue Verlegenheiten. Doch des Unglücks Maß war für „Hans Huckebein" noch nicht voll. Nachdem er die Beseitigung des Bildes veranlaßt, erscheint bei ihm Tobias Krack, der Mann, welcher inzwischen die „junge Dame von der einsamen Bank" geheirathet, und sucht den Nebenbuhler zu erforschen, den er auf dem Bild bei seiner Frau gesehen, um ihn sodann „in Behandlung" zu nehmen. Dieser Tobias Krack, von Beruf Athlet, ist ein „Jemürh von'n Menschen" hat aber die unangenehme Eigenschaft, daß seine Finger leicht „kriwelich" werden und dann allen Leuten, die ihm in den Weg laufen, die Rippen brechen. Dadurch kommt Herr Hallerstädt in neue Roth und Angst, so daß seine zahllosen Verlegenheiten gar nicht aufzuzählen sind. Am Ende löst sich aber Allein Wohlgefallen auf, denn die bewußte junge Dame, von ihrem Mann mit athletischem Nachdruck zur Rede gestellt, verkündet, daß sie zu dieser Zeit angestellt war für den Kinematographen Gruppe zu stehen und ihre „Liebhaber", (darunter Hallerstädt und dessen Freund, den Russen Boris Mensky) zu einer Zeit bestellte, zu welcher der Apparat aufgestellt war und die sich dann abspielenden Vorgänge prompt aufnehmen konnte. — Dies ist der Leit-Witz der Handlung, die noch durch die nebenherlaufende obligate Backfisch-Liebelei und Verlobung ergänzt, sowie durch eine Fülle drastischer Scherze und hübscher Witze vervollständigt wird. — Die Darstellung war eine vorzügliche, die Regie mustergültig. Herr Böhm gab Martin Hallerstädt, den Unglücksraben, mit gutem Gelingen durch flottes Spiel und dem Galgenhumor eines Pechvogels. Bei einer Wiederholung möge er jedoch den vielen trefflichen Pointen seiner Rolle zu Recht verhelfen, gestern kamen diese nicht zur Geltung. Herr Liebscher war mit Erfolg der Schwiegervater aus der Provinz, der noch immer ein Schwerenöther und gern Seitensprünge macht. Einen eifersüchtigen Athleten in furioso gab Herr Fritz- schler, noch dazu in trefflicher Maske. Herr Janson als Russe Boris Mensky hatte seinen guten Tag, wie sein flottes Spiel bewies; das Sprachidiom jedoch, welches man von ihm zu hören bekam, war nicht das Deutsch mit jenem eigenartigen Accent und Vocalausdruck wie es ein Russe radebrechen wird, sondern ein Gemisch von ungorisch - daitsch und hochdeutsch. Frl. Viotti gab recht ansprechend die Gattin Hallerstädt«, Frau Dir. Kruse wie immer eine überzeugende Schwiegermutter, Frl. von Winterstetn den gelehrten Backfisch Martha, sowie Frl. Berner das Hausmädchen Emma recht adrett, frisch und lebhaft. Das sehr gut besetzte Haus amü- sirte sich ausgezeichnet und kam sozusagen aus dem Lachen nicht heraus Selbstverständlich fehlte dementsprechend es auch nicht an lebhaftesten Beifallskundgebungen. Die Direction wird wohl in Berücksichtigung der hohen Kosten, welche die Erwerbung dieser Novität erheischte, mehrere Wiederholungen folgen lassen, die wir hiermit als bestes Recept gegen Langeweile und Hypochondrie empfehlen. — Auch auf das Benefiz für Frl. Würdig morgen (Mittwoch) Abend sei nochmals aufmerksam gemacht. • • Theateruachetcht. Wie wir erfahren ist Frl. Mar- loff erkrankt, und durch einen nicht unbedeutenden Stimmbandkatarrh am Auftreten verhindert. • • Oberhefsifche Gewerbevereine. Die am Sonntag im Lass Ebel stattgehadte Versammlung der Vertreter ober- hessischer Gewerbeveretue hatte sich einer zahlreichen Betheiligung au» allen Gauen Oberhessen» zu erfreuen, indem 46 Handwerker uud 19 den verschiedenen Gewerbe- Vereinen al» Nichthandwerker angehörende Mitglieder der Gießener Einladung zu einer Besprechung gefolgt waren. Herr Comwercienrath Heyligenstaedt, al» Vorsitzender de» Gewerbeverein» Gießen, hieß die Anwesenden willkommen, zugleich seine Freude und Dank au-drückend über den zahlreichen Besuch, um hierauf in längerer Au-sübrnng darzu- legen, wie durch da» Gesetz vom 29. Juni 1897 den Ge- Werbevereinen künftig eine erhöhte Bedeutung b.izumeffen sei, uud die durch diese» Gesetz bedingte Satzungsänderung der Ort-gewerbevereine den engeren Ausschuß in Darmstadt schon wiederholt beschäftigt, und über welche Aufgaben die heutige Versammlung sich schlüssig zu machen habe, vor Eintritt in die Verhandlungen wird auf Antrag de» Herrn Lommercten- rath Heyligenstaedt für die heutige Versammlung Herr Hyrontmus-Friedberg zum Vorsitzenden gewählt, worauf Herr Stadtverordneter Petri die Anwesenden im Namen der Stadt Gießen willkommen hieß und gleichfalls seine Freude über den zahlreichen Besuch aussprach. Nachdem Herr Hyronimn» den Vorsitz übernommen, verbreitete sich derselbe zunächst über da» seitherige Verhältniß und die Vertretung der Gewerbevereine bet der Regierung, worin derselbe mit Herrn Comwercienrath Heyligenstaedt dieselbe Ansicht vertritt, nämlich daß die derzeitige Vertretung durch den engeren Ausschuß nicht ausreichend im Stande ist, ein vermittelndes Glied mit der Regierung darzustellen, de« weiteren Ausschuß eS dagegen nicht möglich sei, die Interessen der Gewerbeveretue entsprechend zu vertreten, weshalb von der Lentralftelle in Darmstadt eine direkte Vertretung im Ministerium angeregt worden ist. Ueber die von der Regierung an die Gewerbeveretue gerichtete Anfrage, tu wie weit dieselben einer durch andere Vertretung bedingten Satzungsänderung zustimmrn, einigt sich die Versammlung dahin, daß der engere Ausschuß allgemein al» unzureichend bezeichnet und eine andere Regelung der Vertretung al» dringend noth- wendig anerkannt wird. Eine längere Debatte rief der Auf- nahmeparagraph hervor, welcher die Bestimmung enthält, daß bei überwiegender Anzahl der Nicht Handwerker der Verein sein Wahlrecht einbüßt und demselben daher daS Recht zu- stehen soll, sich zur Aufnahme meldende Ntcht-Handwerker zeitweilig abweisen zu können. In der sich darüber ent- spinnenden DlScusfion wurde darauf htngewtesen, wie gerade den Gewerbevereioeu von den demselben als Nicht-Handwerker angehörenden Mitgliedern das größte Jntereffe entgegengebracht würde und in einer Abweisung sowohl, al» einer ihnen zugemutheten Zurücktretung eine Verletzung derselben nicht zu umgehen wäre. Nach Vorschlägen verschteteaer Art stimmten alle Anwesenden, Handwerker wie Ntcht-Handwerker, einem BermittelungSvorschlage zu, Bestimmungen in da» Statut aufzunehmen, welche da» Wahlrecht der Verein» nicht in Frage stellen. Der Vorsitzende macht sodann die Mittheilung , daß die diesjährige Generalversammlung der Gewerbevereine Hessen» in Butzbach stattfindet und daß der dortige Verein mit derselben eine GewerbeauSftellung verbinden wird. Weiter gab derselbe dem auch von anderer Seite geäußerten Wunsche Ausdruck, öfter derartige Zusammenkünfte der Vertreter zu veranstalten, da der aufklärende Charakter derselben nicht zu verkennen wäre. Herr Cow- merzienrath Heyligenstaedt stattete sodann Herrn HyronimuS den Dank der Versammlung für die Führung de» Vorsitze» an», und bittet die Anwesenden, al» Ausdruck des Darke» sich von ihren Sitzen zu erheben. Derselbe schließt mit dem Wunsche auf baldige» Wiedersehen der Vertreter. Bevor die Versammlung auseinandergeht, bringt der Vorsitzende de» OrtSverein» Büdingen einen Au»zug der „Kleinen Presse" zur Kenntmß der Anwesenden, worin die „Südwestdeutsche Gewerbezeitung", da» Organ des Lande»- verbandcS hessischer Innungen und Gewerbetreibender, sich in äußerst gehässigen Anzapfungen gegen die Gewerbevereine wendet. Auf solche Gehässigkeiten glaube er keine bessere Antwort geben zu können, al» die Anwesenden zu bitten, ihr GlaS zu erheben und mir ihm in ein Hoch auf den Großherzog und die Regierung einzustimmen. ♦♦ Kaufmännischer Verein. Wir machen an dieser Stelle nochmals auf den Vortrag de» Herrn Jen» Lützen anö Berlin aufmerksam. Derselbe steht durch seine früheren interessanten Vorträge hier über „Nordpol", „Ein Tag auf dem Mond" re. noch im besten Gedächtniß und dürfte auch der neue Vortrag, verbunden mit Demonstrationen, da» größte Jntereffe erwecken. Der Vorverkauf der Karten findet bei Herrn E. Challier statt. Buderus sche Eisenwerke Wetzlar. Nachdem die Georgs- Hütte zu Burgsolms und die Sophienhütte zu Wetzlar durch die vorgenommenen bedeutenden Um- und Neubauten auf eine Roheisenerzeugung gebracht worden sind, wie sie früher nicht vorhanden war, hat sich die Verwaltung entschließen müssen, die ihr gehörende Margarethenhütle bei Gießen, die die theuersten Selbstkosten aufzuweisen hat, vorübergehend außer Betrieb zu setzen. Die Margarethenhütte soll am 1. März dieses Jahres niedergeblasen, aber so gehalten werden, daß die Wiederaufnahme des Betriebes jederzeit erfolgen kann. Es wird sich voraussichtlich ermöglichen lassen, einen Theil der Arbeiter auf den andern Hütten unterzubringen. •• Vortrag. Der vom Haus- und Grundbesitzer- Verein für Freitag, den 4. d. M. vorgesehene Vortrag des Herrn Dr. Oppenheimer über Miethrecht ist mit Rücksicht auf den am gleichen Abend im Kaufmännischen und Ortsgewerbe- Verein stattfindenden Vortrag von Jens Lützen auf nächste Woche verschoben worden, und soll nunmehr am Mittwoch, 9. Februar Abends im Saale des Hotel „Einhorn" abgehalten werden. Gelandet. Heute Morgen ist die Leiche des seit 10. December v. I. vermißten Schneidermeisters Martin Weiner von hier an der Militär-Schwimmanstalt in der Lahn geländet worden. R. 8. Der Stseubahnuufall bei Ostheim. (Nachdruck verboten.) Zwischen Nauheim und Butzbach sollte f. Z- eine Auswechslung von Schienen vorgenommen werden. Bei der starken Frequenz auf dieser Strecke ließ e» sich nicht »«iomoimg ' ltu°8 alt btingtnb och « ®tbottt rief btt W ■öttttBsunj entölt, t«i : V^divnkn btr 8trti « Recht p La*e Xicht'HaobBelkn 3 &tT fid) darüber tot* Viertel«, ttie 8erch 10161»Nt-Hwti!n V‘ ^nttrtfie entgegn- d|U| fvfevhl, all etcet t'.=t Bnletang berftltc 'tagen vnichieteatt In fer wie W.HmdirnK, Bentinmnngea In fürcht der Bereis vit Nate sodann die M i'M« „ ^‘«1» S» to,nS ' h‘t. L, a? M >».«iS? Ui.? M, M1 r >• »ntmtt, ta>M \u'&“ »>- Don J 2*,’** l«S SenerQlDtrlammlnug in dach ßanfindet nnb lt$ eine 9tn>er6eoiilftellnq 'f hi aut boa Mine feer derartige ßaiaimt» L, la In au'Uhvabi mtn feixt, hm $oi Kumt sodann hkm ■lang für die i iDueftnben, all 84 ren &|n zn «heda auf baldiges Wiedersehn gelang autelnandergchl nl Butmgen einen Äul»q her anfetfenben, wort , bat vegan bet Lande» acwerbctretbenber, sich d e6en die GewerbeveM! : glaube er keine bessere Icwcienben zu bitten, ih> em Hoch auf den ®W een. „ •j gechen an dieser Teelie frrrn Ient Lütze. ßeht durch iewe frühero > r°s * • ;itntB rmd dürfte esonftrationen^öM’^ ai ter tititt f»abu ll4I Nachdem die 0t# « Wetzlar iiti Reubauten at :A;S 'gSdSt* > Grunbbe!'^ »• ®Logbel^ ■a.ricne^^t rt Art eit «> A2eck Hom //^ ^2°«"" sLgchb^g 'ÄS’; Altei *p4 anders einrtchten, als die Arbeit in dem nur ein Stunde benagenden Zwischenräume zwischen zwei Zügen vorzunehmen. Die Arbeit wurde pünktlich begonnen, unpünktlich war aber der erste Zug, der vorher noch durchfahren sollte, da er mit erheblicher Verspätung aukam, als die Arbeiter die alten Schienen schon gelöst hatten. Die Schienen Imißten, um den Zug passtren zu lassen, nochmals auf die Schwellen gelegt werden, worauf der Zug in ganz langsamen Tempo durch- fuhr. T)sdurch wurde die Arbeit so aufgehalten, daß die neuen Schienen noch nicht fertig eingelegt waren, als bereits wieder der andere Zug kam. Da der Stationsvorsteher Lukan in Butzbach die Strecke freigegeben hatte, ohne sich zuvor nach dem Stande der Arbeiten erkundigt zu haben, fuhr der Locomotivführer Graubert mit der normalen Geschwindigkeit auf Ostheim zu. Der Bahnwärter Er Hardt unterließ es nun, rechtzeitig Knallfignale zu legen, beschränkte flch vielmehr darauf, das Signal „langsame Fahrt" zu geben, als der Zug noch 500 Meter von der Baustelle entfernt war. Al» die Entfernung des Zuges von der Arbeitsstelle nur noch 170 Meter betrug, gab er zwar baß Haltsignal, da jedoch der Zug immer noch mit einer derartigen Geschwindigkeit fuhr, daß er 100 Meter in neun Secunden zurücklegte, war eß zu spät und der Train entgleiste, wodurch rin Materialschaden von ca. 200 Mk. verursacht wurde - Menschenleben wurden zum Glück nicht gefährdet. Infolge dieses Unfalles wurden der Stationsvorsteher Lukan, der Bahnwärter Erhardt, der Bahnmeister Franz und der Loco- wottvführer Graubert wegen Gefährdung eines Eisenbahntransportes unter Anklage gestellt. Daß Landgericht Gießen erkannte in der Sitzung vom 22. Oclober v. I. die beiden Erstgenannten für schuldig, sprach aber den Bahnmeister Franz und den Locomotivführer Graubert frei. Die Staatsanwaltschaft focht das Urtheil, soweit durch dasselbe Graubert freigesprocheu wurde, an und führte zur Rechtfertigung derselben aus, eß sei festgestellt, daß auch Graubert für seinen Theil die pflichtmaßige Aufmerksamkeit außer Acht gelassen habe, indem er daß Haltesignal nicht rechtzeitig wahrge- nommeu habe- Die Strafkammer habe aber bezüglich seiner Person die Strafbarkeit abhängig gemacht von der Frage, ob ein Causalzusammcnhang von der Pflichtwidrigkeit Grau- bertS und der Entgleisung vorhanden sei. Diese Frage sei verneint worden, in der Annahme, daß Graubert selbst bet rechtzeitiger Wahrnehmung beß Haltesignale- den Zug ooch nicht mehr hätte zum Halten bringen können, weil einmal letzteres zu spät gegeben worden sei, und zweitens weil er von dem Butzbacher Stationsvorsteher nicht auf den Bau aufmerksam gemacht worden sei und daß Signal „freie Fahrt" erhalten habe. Zu dem Thatbestand des angewandten Strafgesetzes sei aber nicht nur eine Entgleisung erforderlich, viel- mehr genüge schon eine Transportgefährdung. Selbst wenn also die Entgleisung nicht zur Last zu legen sei, so trage er doch auch mindestens Schuld au einer Gefährdung des Transportes und müsse deshalb bestraft werden. Der Reichsau- valt bezeichnete die Beschwerden für hinfällig. Ohne Rechts- irrthum sei vom ersten Richter festgestellt worden, daß eine Gefährdung der Zuges vorlag, sobald derselbe von der Station abgelassen wurde, ohne daß Maßregeln getroffen iourdeu zur Verhinderung dieser Gesährdung. Wenn also Graubert vom Stationsvorsteher von der Schieueuaußwechse- lung benachrichtigt worden wäre, so hätte er allerdings eine .ganz besondere Sorgfalt aufweuden müssen. Freilich hätte rr auch da- Haltesignal sehen müssen- aber auch wenn er -eß rechtzeitig gesehen hätte, würde eß doch nutzloß gewesen Hin, ba eß erst unmittelbar vor ber Baustelle gegeben wurde. Im Einklang mit diesen Ausführungen, benen ber Verthei- diger Graubertß, Rechtsanwalt Dr. Stulz Frankfurt beitrat, erkannte ber erste Strafsenat auf Verwerfung ber Revision ber Staatsanwaltschaft und legte der Großh. Staatskasse die Kosten beß Rechtsmittels zur Last. Gedern, 31. Januar. Man geht hier mit dem Gedanken um, ein Krankenhaus zu erbauen. Eine schöne Zeichnung eines solchen wurde bereits von Herrn Kreisbau- inspector Endres in Schotten angefertigt. Mainz, 31. Januar. Der Rechner beß ftäbtischen Gaßwerks, Georg Beil ft ein, ist heute Nachmittag auf Veranlassung ber Bürgermeisterei verhaftet worben. Eß handelt sich um Unterschlagungen, die sich auf eine Reihe von Jahren zurücklühren lassen. Gleichzeitig wurde der Director beß Gaßwerkeß, Hessemer, unb der Buchhalter Feldmann vom Amte sußpendirt. Frkf. Z. * Wegen Briefmarkevfälfchung erkannte daß Offenbacher Schöffengericht gegen den Moritz Walther aus Eisenach auf 4 Wochen Gesängntß. W. hatte 40 Thurn- und Toxtßmarken mit einem Stempelaufdruck versehen, um sic zn ctntm hohen Preise verkaufen zu können. * Im Restaurant. Gast: „Da schauen'ß, ein Haar in der Butter." — Kellner: „Verflucht! Schon wieder so a dumm's Kuhhaar, was die Frau in die Butter giebt, damit de Gast' net merken, daß es Margarin iS." * rmpfehleuSwerth. Warum sind Sie von ihrem letzten Platz ausgetreten? — Eine Dummheit, gnädige Frau. Der gnädige Herr hat mich geküßt. — Und Sie haben das übel genommen? — Ich nicht, aber die gnädige Frau. Eingesandt. Gieße«, 1. Februar 1898. ™ sFremdeu-BerkehrS Berei«. w* Die Ansicht, daß ein Verein zur Hebung des Fremdenverkehr- für Gießen etwas recht Ersprießliches sei, ist nicht zu bestreiten, zumal Angesichts der Thätigkett, welche andere Städte, z. B. Marburg, in dieser Richtung entfalten. W Doch wäre hier ein neuer Verein wohl gar nicht nöthig; wir besitzen den Verschönerungs-Verein, welcher über viele Mitglieder und gute Mittel versügt. Eine Erweiterung der Thätigkett dieses Vereins in der Weise, daß eine Abtheilung sich spectell mit der Frage, Hebung des Fremdenverkehrs, beschäftigte, wäre gewiß zu ermöglichen. Die Arbeiten und Ziele eines Verschönerungs-Vereins und eines Verkehrs-Vereins gehen derart Hand in Hand, daß beide ohnehin auf einander angewiesen sind. Vielleicht versucht man eS einmal. M. 8. Citarain» rsrrd — Geschichte der Weltliteratur nebst einer Geschichte deS Theater- aller Zeiten und BSlker. Herausgegeben von Julius Hart. Erscheint tn 40 Lieferungen »um Preise von je 30 Pfg. und umfaßt ca. 120 Druckbogen mit 825 Abbildungen und 16 Tafeln tn feinstem Farbendruck. Auch zu beziehen in zwei hochfeinen Leinenbänden zum Preise von 15 Mk. Verlag von I. Reu- mann in Neudamm. verkehr, €cmfc* und PsUrwirthschaft« Gieße«, 29. Januar. Marktbericht. Auf dem heutige» Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. X 0,80—0,95, Hühnereier pr. ©t 7-8 4,2 St. 00—00* Enteneier 1 St. 0—00 4, Gänse etrr pr. St. 00—00 Käse pr. St.4 —9 A, Käsematte pr. ©L 3 4, Erbsen pr. Liter 18 4, Linsen pr. Liter 32 H, Tauben pr. Pa« X 0,60 bis 0,00, Hühner pr. Stück 0,90 dis 1,10, Hahnen pr. Stüc X 0,60—1,00, Enten pr. Stück X 1,60—2,00, Gänse pr. Pfun. , X 0,00-0,00, Ochsenfleisch pr. Pfd. 66-74 4, Kuh- und Rindfleisch I pr. Pfd. 60—66 H, Schweinefleisch pr. Pfd. 72 bi« 76 4, Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfd. 80 4, Kalbfleisch pr. Pfd. 60-64 4. Hammelfleisch pr. Pfd. 50—66 H, Kartoffeln pr. 100 Kilo 5,00 bi« 6,00 X, Weißkraut pr. Stück 0—00 4, Zwiebeln pr. Eentner 6,00—0,00 X, Milch pr. Liter 16 4. Neueste Nachrichten. Depeschen beß Bureau „Herold". Posen, 1. Februar. Die polnische Reichstag-- fraction antwortete auf die ablehnende Resolution ber polnischen Wähler betreffenb Annahme der Marinevorlage, daß die Resolution der Berechtigung entbehre. Warmbruun, 1. Februar. Seit zwei Tagen herrscht im Riesengebirge starker Regen mit heftigem Sturm. Von Schreiberhau wird Hochwasser gemeldet. Eine Wiederholung der Katastrophen des letzten Juli wird vielfach befürchtet. Graz, 1. Februar. Gestern hat in Marburg ein Duell zwischen dem Dragoner-Oberlieutenaut Wescher und dem Mediciner Attaneder stattgefundeu. Der Siubent erhielt einen Schuß durch die Brust und starb bald darauf. Rom,.1. Februar. In der Kammer erklärte Unter» staat-secretär Brtn auf eine Anfrage, daß weder der Mitttär- attachs noch ein andere- Mitglied der Pariser Botschaft jemals mit Dreyfuß Beziehungen unterhalten habe. Paris, 1. Februar. Heute Nachmittag 2 Uhr wird Oberst Picquart vor dem Untersuchungsrichter erscheinen. Petersburg, 1. Februar. Der hiesige griechische Gesandte theilte bezüglich ber (Sanbibatar deS Prinzen Georg mit, baß bie Ernennung bcsselben zum Gouverneur von Kreta nahe devorfteht. Sämmtltche Mächte hätten bie Caudidatur acceptirt und eß seien nur noch einige Formalitäten mit dem Sultan zu erledigen. Der Prinz werde, wie verlautet, Ende Februar in Petersburg eintreffen. Loudon, 1. Februar. Au- Sebastopol berichtet „Daily Graphic", daß ber russische Kaiser in Konstantinopel seinen Entschluß habe bekannt wachen lassen, neue Niebermetzelungen von Armeniern nicht mehr b ul b en zu wollen. Daß Blatt ist der Meinung, daß die Streitfrage im äußersten Osten auf friedlichem Wege geschlichtet werde, nicht sowohl durch den Einfluß den England auf Rußland auSÜben kann, sondern vielmehr durch ein Einvernehmen Chinas mit den europäischen Mächten. London, 1. Februar. Der größte Thetl der Maschinenbauer hat die Arbeit wieder ausgenommen. nimnöhnrri-tlniil a — nur ächt, wenn dtrect ab meinen IlUlinoIWry mCIUv Fabriken bezogen. — schwarz, weiß und farbig, von 75 Pfg. bis Mk. 18.65 p Meter — in den modernsten Geweben, Farben und Dessins. An Private porto- und steuerfrei ins Haus. Muster umgehend- 229 6. Hennebergs Selden-Fabriken (k. u. k. hoa.), Zürich. —6 Meter Frühjahrs- n. Sommer— ‘ 6 Meter Wasohstoff zum Kleid f. 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