Nr. 230 Zweites Blatt Samstag den L. October 1S9S Orfchri-I U|H4 ■nt LuSnahmr bei Äontafl. Die ®k>ener Werbfü bna Änjtiger r*4rut!:d) viermal bngekgt Siebener Anzeiger Dierteljäbrft4 2 Start 20 moeathd) 76 PfV mit Cnngerleie. vei T cflbe|O< 9 Mark 50 Vf» tnrrtrliäbrli< • ■»Omt Anzeige» ju bet Nachmut für bes ftigenbc» t*% erscheinende« Nummer bis vorne. 10 Uhr. Heneral-Anzeiger VSe «njngen.vermMIungsstkllkn bei In- und «alUnbe* Nehmen Anzeigen für den Eietzener Ängeiger tntgcfm. Asnts- und Anzeigeblutt füv den Knb Gieren. RrWmon, Urpfbition »nb Druckerei: >4*r|rej< Pr. 7. Gratisbeilage: Gießener Familienblätter. Kbreffe für Depeschen: Anzeiger Gieße«. Fernsprecher Nr. 5L Deutsches Reich. Tarwstadt, 29. September. Die Stadtverordneten be- schloffen, vom 1. April 1899 ab die elektrische Straßen- bahn von der Firma Siemens & Halske in eigenen Betrieb zn übernehmen. Berlin, 29. September. Wie der ^Post^ gemeldet wird, ist der Oberft A la suite des Generalstabes der Armee und Militärgouveeneur der Söhne de! Kaiser», Frhr. v. Lhuker, mit dem 1. October d. I. von dieser Stellung entbunden worden und zum Eommaudeur bei Königin Elisabeth Garde» Grenadier Reotmenls Nr. 3 in Eharlottenburg ernannt. Der bisherige Lommandeur, Oberft Plötz, wurde am 12. August zur Vertretung bei beurlaubten Lommanbeurl bet 49. Inf.- Brigade in Darmlladt commandirt und bereits am 18. August unter Stellung K la suite seines Regiments mit der Führung der Lriaade beauftragt. M.P.C. Berli», 29. September. Es darf angenommen Verden, daß gleichzeitig mit dem Inkrafttreten der Bürger« l'cheu Gesetzbuchs t« ganzen Reiche eine Verjüngung des Iustizdienstel eintreten wird. M.P.C. Dal deutsch-englische Abkommen wird, wie verlautet, in einzelnen seiner Thelle dem im nächsten Monat zusammentretenden Lolontalrath mttgetheilt werden. Bis jetzt ist el seinem ganzen Inhalte nach nicht einmal den Bundesregierungen bekannt. M.P.O. Wegen del eventuellen Zusammentritt! der von Italien angeregten Lonferenz zum Zweck des Verständigung über gemeinsame Abwehrmaßregeln den Anarchisten gegenüber finden zur Zett noch Bor- erwägungtu zwischen einzelnen Mächten statt. M.P.C. Die Präfidtalvorlage zum beffereu Schutze Arbeitswilliger ist den Bundesregierungeu zugegangen. Die Stellung des preußischen Staatsministerinml ihr gegenüber ist eine günstige. M.P.O. Der Import aus dem Auslande nach den vereinigten Staaten weist in den ersten 8 Monaten 1898 gegen die entsprechende Periode des Vorjahres eine Abnahme um 119918 739 Dollars auf, während der amerikanische Export In derselben Zett eine Zunahme von 136 976 695 Dollar zeigte. Der Gold-Import nahm während derselben Zett um 90 Millionen Dollar zu, der Gold-Export um nahezu 23 Millionen ab. — Palästinareise. Aul Anlaß der Reise del Kaiser! nach Palästina wird in Jaffa am 1. October ein deutsche! Postamt eingerichtet, da! fich mit dem Briefpost-, dem Zeitung!« und dem Postpacketdtenste befaffen wird. — An der Kaiserfahrt nach Palästina werden auch einige bekannte Maler theilnehmeu, in erster Reihe der Profeffor Knack fuß und der Marinemaler Saltzmanu. Weiter schließen fich die Orientmaler Max Rabe! und Jlmael Gentz au. Herr Rade! unternimmt jetzt die sechste derartige Studienreise und hat auch Palästina und Syrien schön früher besucht. Jlmael Gentz hat feine Reise schon angetreten. Interessant ist die Erinnerung, daß sein Vater, der Orientmaler Prof. Wilhelm Gentz, 1869 den Kronprinzen nach Jerusalem be« gleitet und daS glänzende Schauspiel des Einzuges in die heilige Stadt in dem farberprächtige Bilde verewigt hat, das die Berliner Nationalgalerie besitzt. — DaS erste Natioual-Deukwal, das zu Ehren Bismarcks vollendet werden wird, ist dasjenige, welches seit etwa einem Jahre an der äußersten Nordgrenze del Deutschen Reichel, auf dem Kutvberge, dem höchsten Punkte Nordschlelwtgl, errichtet wird. Da! Denkmal, ein Granitbau, wird eine Höhe von 36 Meter erhalten, und da der Saivberg eine Höhe von etwa 100 Metern über dem Meereispiegel hat, so wird man von dem Sockel bei Denkmal! sowohl bte Nordsee wie die Ostsee erblicken können. Zur Zeit nimmt Professor Albrecht vom Geodätischen Institut in Potldam auf dem Kaivberge Gradmeffungeu vor. Der Bau del gewaltigen Denkmal! wird von dem Architekten Möller zu Berlin geleitet, auch der preilgekrönte Entwurf stammt von ihm her. Den bildhauerischen Schmuck liefert Bildhauer Magnuffen. Die Kosten bei Denkmals finb auf 10000Mk. veranschlagt worben, welche burch freiwillige Beiträge aufgebracht werben sollen, aber noch nicht aufgebracht finb. Geldbeiträge find zu richten unter „(Sonto BiSmarck-National- Denkmal Kaivberg" nach Apenrade: Senator Jrbsen; Altona: Altonaer Bank- Berlin: Dienstbach & Möbius, Bankgeschäft, Oberwallstr. 20, und Deutscher Bankverein, Zimmerstr. 5/6; Hamburg: Filiale der Deutschen Bank. München, 28. September. Delegirtenversammlung bei verbandel d eutscher Arbeitsnachweise. Zur Frage, wie die Arbeitsnachweise dazu beitragen können, der Laudwtrthschaft Arbeitskräfte zu erhalten und zuzuführen, wurde der Antrag, der Ausschuß solle in geeigneter Weise und möglich im Sinne der gestrigen Resolution Naumann dahin wirken, daß bte Arbeitsnachweise bazu beitragen, btt Laubwitthschast Arbeitet zu tthalteu unb zu verschaffen, ab- gelehnt; bafflr nur wenige Stimmen. Beanstaubet würbe namentlich bte Wenbung „möglichst im Sinne bet Resolution Naumann". Angenommen wutbe bet Antrag Flesch-Ftauk- furt, btt gestern zu bitser Frage erstatteten Referate dem Ausschuß zu überweisen unb biesen zu bitten, die wichtige Frage der Förderung de! ländlichen Arbeitsnachweises weiter im Auge zu behalten, hierbei auch den Inhalt der von Dr. Naumann gestern ausgestellten Resolution und den hierzu von Assessor Dr. Treuter gestellten Antrag in Rückficht zu ziehen unb bte Frage auf einem weiteren BerbaubStag erneut zur Behanblung zu dringen. Die Frage der Einrichtung der Arbeitlnachweisstatiftik wurde zur Erledigung dem Ausschuß überwiesen, der einen Fachstatistiker zuziehen soll. Bezüglich der Frage, ob der Arbeitsnachweis gebührenfrei sein soll, sollen Erdebungen gepflogen werden, wie die Einzelämter es in dieser Beziehung halten. Die Vorstandschaft wurde durch Acclamation wiedergewählt. AttsUruo Wien, 29. September. Die Regierung hat heute im Abgeordnet en Hause sämmtliche AulgleichS-Borlagen, die auf Grund de! § 14 erlassenen kaiserlichen Verordnungen sowie dal Budget Provisorium vorgelegt. Die Sitzung ist bisher trotz der allseitig bemerkten Erregung ruhig verlaufen. Es geht das Gerücht, daß der Minister värnreither heute demisfiontrt bat. Budapest, 29. September. Der „Pesti Naplo" meldet, auf dal auf der Durchreise nach Bukarest befindliche rumänische König Spa ar sei von ausländischen Anarchisteo ein Attentat geplant worden. Die ungarische Polizei habe dafselbe jedoch durch die in Orsowa erfolgte Verhaftung bei Attentäter! vereitelt. Bei dem verhafteten fand «an einen Paß auf den Namen Milo! Demtrovic, zwei Dolche und zwei Pistolen. Züttch, 29. September. Bon den beiden auf dem Monte Eenero verhafteten Anarchisten wurde der eine Namen! Ovoglio ausgewtesen, der andere Namen! Rombolt wird von der Genfer Behörde reclamirt, da fie in ihm einen Mitschuldigen Lnechent! zu erkennen glauben. Paris, 29. September. „Agence National" versichert, in der Lage zu fein, die Nachricht zu dementiren, daß General Zur lind en ein Tadel! Votum von der Regierung erhalten habe. Kopenhagen, 29. September, liebet die letzten Leben!- stunden bet Königin Luise witd noch gemeldet: Die Königin lag gestern den ganzen Tag bewußtlol; allem Auschet» litt fie keine Schmerzen. Die Lebenskräfte schwanden zusehends. Der König entfernte fich keinen Augenblick von seiner sterbenden Gemahlin. AlS der Tod eintrat, hielt König Ehristian die Hand der Königin umschlungen. — Die Nach« .Feuilleton. ZUS der Krupp'sche» Hußstahlfaörik. Unter allen dem Eisengewerbe dienendeu industriellen Eiabliffement» hat im Laufe der Zeiten keine! sich zu so hohem Ansehen — ja, zu Weltruhm — emporgehoben, als die Krupp'sche Gußstahlfabrik. Wer fich der Krnpp'schen Gußstahlfabrik nähert, erkennt sofort die großartige Anlage derselben. Scheinbar unbegrenzt, eine Stadt für fich bildeub, nehmen bte unzähligen Werkstätten unb Bauten einen weit- läufigen Raum ein. Ein Wald von Schloten unterbricht den einförmigen, graubraunen Gebäudecomplex. Schwere, bicke Rauchwolken lagern über dem Ganzen: Allerorten pustet und dampfte!, und hie und da sausen gewaltige Dampsmaffm mit stundenweit hörbarem Getöse hervor. Wenn die gigantischen Fallklötze im Betriebe find unb auf ungeheure Schmiedestücke herabsausen, erzittert weit unb breit ber Boden. Wir besuchen zunächst ba! Pubbelwerk. Daffelbe besteht au! brei ansehnlichen Gtbänden von je 40 Meter Breite und 70 Meter Länge, welche zusammen einen geschloffenen Hütteucomplex bilden. Au! den vielen Oefen kommen bte glüheuben Eisenklumpen auf die zweirädertgen Luppenkarreu und werden zu den Dampfhämmern geführt. Langsam senkt sich der Fallklotz herab, nicht nm eine mach- tige Schlagwirkung auSzuübcn, sondern um durch allmählichen, aber gewalttgen Druck au! der Luppe die überflüssige Schlacke huaulzuprtffeu. Gleich einem roihen Feuerkatarakt rinnt die letztere am Amboß herab. Der unförmige Klumpe, beginnt eine prismatische Form anzunehmen, erkaltet ein wenig, enb nun tritt an Stelle be! Pressen! der Schlag de! Fall- llotzel, immer kräftiger und ausgiebiger, so daß die Schlackenfetzen umhersprühen. Aber die wid erstand Skräftigeu Schutz- schirme bewahren die Arbeiter vor Verletzungen. Sobald die zeschmiedeten Knüppel die gewünschte Form erhalten haben, wandern fit in dal Walzwerk, au! deffen Registern alsdann die immer dünnet ttnb langer werdenden feurigen Schlangen hinüber und herüber fich winden. DaS nächste Werk, dem unser Besuch gilt, ist der sogen. Schmelzbau, die Heimstätte deS berühmten Krnpp'schen Ttegelstahle! oder „Gnhstahles" schlechtweg. ES ist ein gewaltiger Raum, den wir vor uu! haben, ähnlich einer Kathedrale durch hohe eiserne Säulen in drei Schiffe getheilt, deren mittlere! den eigentlichen Gleßraum bildet. Hier zieht fich der ganzen Länge nach der 4 Meter breite Steßcanal, längs welchem sahrbare Krahne zur Arbeit bereitstehen. Die beiden Seitenschiffe bitten ausreichend Platz für alle nothwendigen Hantlrungen. Der Sußcanal bient zur Aufnahme bet Formen für bte zu girßenbeu Stahlblöcke, bereu größte da! enorme Gewicht von 50 Tonnen erreichen. Die Form hat die Gestalt eines mäßig fich verjüngenden stumpfen Hohlkegel! und ruht mit der breiten Fläche auf der Sohle des Eanals. Er ist aus Gußeisen und so stark dimenfionitt, daß sein Gewicht kau« hintet demjenigen ber aufzunthmenben Gußmaffe zurück- steht. Die Schmelzöfen werben mit Generatorgas geheizt, zu welchem Zwecke in ber Krnpp'schen Fabrik über 60 Gaserzeuger in Thätigkeit finb. Die Gase finb bereits auf 1000 Grad vorgewärmi, wenn fie in bte Oefen gelangen. Die Beschickung betreiben mit deu btreitgtftellten Tiegeln erfolgt mittelst langer auSbalavctrter Zangen, welche es be« Schmelzer gestatten, in austeichenb großer Entfernung von be« Gluthherbe zu hautiren. In gleicher Weise »erben bte Tiegel aus ben Oefen genommen, wenn der Schmelzprozeß beruhet ist. Nachdem das Letztere geschehen, stehen zwei Leute bereit, welche jeden aus dem Ofen kommenden Tiegel mit bet Hangezange soffen und ihn rasch an bte Ofenecke besörbern. Hier wirb jeber Tiegel von je einem Gießer- paar übernommen, b. h. mit einer zweigriffigen Zange festgeklemmt unb nach ber Gießriune getragen. Die Entleerung geschieht durch das erwähnte Raudloch, aus welchem der Stahl dünnflüssig abfließt. Paarweise folgen die Gießer einander und ebenso regelmäßig und mit größter Präcifion spielen fich alle übrigen Hantitungen ab. Aber gerade diese Ordnung überrascht den Besucher, der tn dem scheinbaren Gewimmel alsbald ein gleichmäßiges Kommen »ud Gehen der mit den einzelnen Hantlrungen betrauten Arbeiter erkennt. In der Krnpp'schen Fabrik, wo Alles ins Großartige geht, find auch die Martinwerke hervorragende Anlagen dieser Art. Das Martiuwerk I ist eine Halle wie der Schmrlzbau, nur etwas kleiner. Die Anordnung ist ungefähr dieselbe: In der Mitte, zwischen den eisernen Säulen, der Gteßcanal, zu beiden Belten, aber viel näher an die Säulen heranrückend, die Oefen, aus jeder Seite fünf. Sie find auf der Rückseite völlig geschloffen und haben hier nur bas Abstichloch und eine kurze Abflußrinne. Die tu jede» Ofen enthaltene Schmelzmaffe fließt nicht unmittelbar in den Gieß« eanal (beziehungsweise in die bereitgestellten Formen) ab, sondern kommt vorerst in die sogenannte „Psaune", einen etwa mannshohen, freihängenden Behälter, der inwendig mtt einer feuerfesten Muffe ouSgekleidtt ist und am Boden ein leicht zu regulireudes Abfluhloch hat. Ein mächtiger Dampf- krahu hebt und senkt die Pfanne mit eint« Inhalt bis zu 17 Tonutn und führt fit tm Kreist herum. Die Pfanne ist dazu bestimmt, die aus ben Oefen kommenden Schmelz- «offen aufzunthmen, nachdem fit zuvor inntn auf Rothgluth erwärmt tootbtn ist. Dtr Krahn, wtlchtr fit führt, sttht bereit und wartet nur auf bas Signal zum Gießen. Sobald bieses erfolgt ist, bampst er ketteuraffrlnd heran, senkt die Pfanne in die Vertiefung unter der kurzen Gießriune des ersten Ofens, worauf da! Gießloch beffeiben durch die Arbeiter mittelst einer langen Eisenstange geöffnet, d. h. der bereits vorher etwas geloderte Propfen durchgestoßen wird. (Fortsetzung folgt.) richt von dem Ableben der Königin hat hi» große Trauer hervorgerufeu. Auf allen öffentlichen Gebäaden wurden die Flaggen halbmast gehißt. Auch zahlreiche Prioathäuser haben Trauerschmuck angelegt. Eine Menge Blumenspeudeu find bereit» auf Schloß Berustorff eiogelaufeu. Die Hoftrauer ist auf sechs Monat ungeordnet. Eine Landestrauer findet nicht statt. Da» erste Telegramm mit der Nachricht von dem Ableben der Königin wurde au den Kaiser von Rußland gesandt. Bom Präfideuten Faure traf bereit» heute Bor- mittag ein Beileidstelegramm hier ein. Tine Deputation wird au» Pari» zur Leickenfeier abaeiandt werden._______ totales r»rr- provinzielles. (§) Nieder GemLudeu. 29. September. Sestern tagte im Södler'scheu Saale die Hauptconferenz der Lehrer de» Kreises Alsfeld. Der Borfitzende, Herr Kretsrath Dr. Mellor, bewillkommnete die Erschienenen. Herr Kreis- schuliuspector MatheS gab die statistische Ueberficht über die Schulen de» Kreises. Dieser zufolge beträgt die Zahl sämmt- ltcher BolkSschulklaffeu im Kreise 103, worunter 68 einklassige, 14 zweiklasfige, 3 dretklasfige und 1 mehrklasfige. Dazu kommen die höhere Bürgerschule zu Homberg mit 4 Klaffen und die höhere Privatmädchenschule zu Alsfeld mit 1 Klaffe. In diesem BolkSschulklaffen werden unterrichtet 5948 Kinder gegen 5962 im Vorjahre - unter dieser Zahl befinden fich 2932 Knaben und 3016 Mädchen. Davon find 5480 evau- gelisch, 321 katholisch und 147 israelitisch. Die höhere Bürgerschule zu Homberg wird besucht von 33 Schülern, 26 Knaben und 7 Mädchen. Davon find 23 evangelisch und 10 israelitisch. Die Zahl der die höhere Privatmädcheu« schole besuchenden Schülerinnen beträgt 51, wovon 45 evang., 2 kathol. und 4 Israel. Die FordbtldungSschulen des Kreise» wurden von 985 Schülern besucht, nämlich 933 evangelisch, 36 katholisch und 16 israelitisch. An den Volksschulen wirken 103 Lehrkräfte, nämlich 78 Lehrer and 24 Schulverwalter, wovon 96 evang., 5 kathol. und 1 Israel. Der methodischen Ausbildung der Lehrer dienten die Tonferenzen, die Jnspectionen, die vortrefflich geleitete Kreislehrerbibliothek und die Muster- lectiouen, von denen in diesem Sommer 36 gehalten wurden und zwar 15 von den betreffenden Klaffenlehrern und 21 von dem Herrn KceiSschulinspector selber. Al» erste» Referat stand auf der Tagesordnung: „Die Ritter'ichrn Grundsätze im geographischen Unterricht der Volksschule", Referent Herr Lehrer Fritzel au» Büßfeld. Der Vortragende behandelte in fließenden Worten und klarer Weise die Ritter'sche Methode 1) nach ihrem Wesen, 2) nach ihrer Vrrwerthung im Schulunterricht und 3) nach ihrem eigentlichen Werthe, letzteren wieder in feine Hauptmomeute gliedernd. Das zweite Referat behandelte: „Die Naturlehre in ihrer Beziehung zum practischeu Leben", Referent Herr Lehrer Schwarz au» Romrod. In dankeoSwerther Weise entledigte fich auch dieser Referent seiner Aufgabe, indem er 1) eine geschichliche Ueberficht der Naturlehre gab, 2) die hier einschlägigen Vorgänge am menschlichen Körper behandelte, sowie 3) diejenigen in Stube und Küche, 4) die wässerigen Lufterschein- ungen und 5) die Bedeutung der Naturlehre für da» häusliche, gewerbliche und wtrthschaftliche Leben eingehend erörterte. Au beide Referate knüpfte fich eine lebhafte Debatte, in stets fesselnder, führender Weise von Herrn KretSschultnspecior MatheS geleitet. Der Besitzende sprach beiden Referenten seinen Dank für die gelieferten, trefflichen Arbeiten au». Bei der nun folgenden Mittag»tafel brachte Herr Kreierath Dr. Melior ein Hoch auf Se. Königl. Hoheit den Groß- herzoa au», in daS die Bersammluna begeistert einstimmte. Vermißtes. * Leipzig, 23. September. Ist die Heils arme eine „im Staate bestehende Religionsgesellschaft"? Bom Landgerichte Tilsit find auf Grund des § 167 B. G. G. der Arbeiter Georg N. zu zwei Monaten und ein Mitangeklagter B. zu einem Monat Gefängntß verurtheilt worden, weil fie gemeinschaftlich im Betsaale der Heilsarmee ruhestöreudeu Lärm verübt und dadurch gotteSdieustliche Verrichtungen ge- stört haben. Sie kamen angetrunken in den Brtsaal uud sangen lachend „Heil dir im Siegerkravz". Der Leiter der Verjammluug, Capitäu M., gebot ihnen Rahe, aber vergeblich. Schließlich wurden die beiden profanen Sänger htnauS- geworfeu. DaS Landgericht hat angenommen, daß die Heilsarmee im preußischen Staate al» Religtonsgesellschaft anerkannt sei. Gegen das Urtheil hatte nur N. Revifiou eingelegt, in der er unrichtige Gesetzesanwendung rügte. Der ReichSauwalt bezeichnete fie als unbegründet. Zwar sei die Heilsarmee nicht, wie das landgerichtliche Urtheil meine, eine vom Staate anerkannte ReligiouSgesellschaft (§ 166), wohl aber könne sie als eine „im Staate bestehende Religion»- gesrllschaft" (§ 167) angesehen werden. Zum „Bestehen" einer Gesellschaft gehöre, daß fie Mitglieder oufnehme, bestimmte Zusammenkünfte und einen bestimmten Versammlungsraum habe. DaS treffe im vorliegenden Falle zu. Fraglich könne es sein, ob die Heilsarmee als ReligiouSgesellschaft im Staate zu Recht bestehe. Die» könne aber dahingestellt bleiben, da die Motive zum Gesetze nichts darüber ergäben. Beschränkungen stelle das Gesetz in dieser Hinficht nickt auf zur Anwendbarkeit des § 167. Selbstverständlich sei da» ephemere Bestehen kein Bestehen im Sinne de» Gesetze», aber von der Heil»armee müssen doch gesagt werden, daß fie Eonfisten» angenommen habe. Da» Reichsgericht erkannte demgemäß auf Verwersung der Revifiou. * Wn Soldatensrühstück bei» Kaiser. Ein Düffeldorfer, der eben im Infanterie-Regiment Nr. 158 seiner Militär- Pflicht genügt, theilt folgende» iuterrffante Vorkommniß aus dem letzten Kats er Manöver mit: Die 2. Eompaguie unsere» Regiment», bei welcher ich stehe, hatte am 9. d». Mt». die Aufgabe, den obersten Kamm des Wiehevgrbirge» zu besetzen. Unser Zug, unter Führung dr» Lieutenant» W., faßte auf einer Felsenpartie Posto, hinter un» lag eine kleine Wald- wiese. Plötzlich gab e» eine frohe Ueberraschung. Der Kaiser erschien und ließ auf der kleinen Wiese Tische ausschlagen, um mit seinem Gefolge da» Frühstück einzunehmen. Al» der Kaiser un» bemerkte, wir waren etwa 26 Mann, schickte er un» Obst. Wir waren schon seit aller Frühe auf den Beineu und ließen un» die Spende trefflich schmecken. Nach zehn Minuten befahl er unseren Lieutenant au seinen Tisch, uud gleich darauf erhielten wir Ordre, die schweren Tornister abzulegeu, die Gewehre zusammeuzusetzeu und bet dem Kaiser zu lagern. Noch selten ward ein Befehl so rasch au»geführt. Zwar bubberte uu» allen da» Herz, iudeffen da» ging wie ein Donnerwetter. In wenigen Minuten lagen wir im Gra» um unseren obersten Kriegsherrn herum, nur wenige Schritte von ihm entfernt. Darauf bekamen wir, von einem alten General gereicht, Marsala, Rothweiv, Weißwein, Würste uud Obst, und so frühstückten wir guter Dinge an der kaiserlichen Tafel. Der Kaiser, in KönigS-Ulanen Uniform, sah vorzüglich au» und schien sehr lustig. Unser Lieutenant bedankte fich nach einer Weile. Der Kaiser schüttelte ihm dreimal die Hand und sagte, er solle seinen Hauptmann grüßen und ihm mittheilen, daß wir bei Majestät gefrühstückt. Nach einer Stunde zogen wir fidel zn unserer Eompaguie zurück, wo unser Erlebniß, da» ficher Keiner von uu» so rasch vergeffeu wird, zuerst ungläubigem Staunen, dann aber ehrlichem Neid begegnete. • Sine niedliche Mauövergeschichte, die den Vorzug befitzeu soll, nicht erfunden zu fein, wird der „Halberst. Ztg." von einem Leser, der während der Kaisertage in Olyihansen war, erzählt. Unweit von Oeynhausen liegt daS Dorf Bergkirchen- in dem weiten Thalgrunde zwischen beiden Orten biwacktrte da» ganze 7. Ameeeorp». Am Anfänge de» hochgelegenen Bergkirchen liegt die Apotheke, die an der Thalseite eine Veranda hat, von der die ganze Gegend gut zu übersehen ist. Während de» Kaisermanövers klingelt es in der Nacht zwischen drei und vier Uhr in der Apotheke. Der Apotheker, au» dem besten Schlafe geweckt, steht auf, geht au die HauSthür, die weder Fenster noch sonstige Orffuung hat, und fragt, was denn lo» fei. Eine Stimme antwortete von draußen: „Lasten Sie mich doch bitte mal auf Ihre Veranda gehen, da» Arrneecorp» wird alarmirt, ich möchte mir die Alarmirung von dort au» gern anseheu." Der Apotheker ist über diese sonderbare Bitte ganz erstaunt: ,^Da» wäre ja noch schöner, daß man Einen au» dem Schlafe weckt, um da» Schauspiel bequem genießen zu können- er solle sonstwo hingehev, übrigens sei die Nachtklivgel nur iw Jatereffe der Kranken da usw." Die liebe Gattin, die munter geworden war, mischte fich auch noch in den Wortwechsel ein und es fiel, was Jeden, der die dem Westfalen angeborene gesunde Grobheit kennt, nicht Wunder nehmen wird, manch kräftig Wörtlein. Der Draußenstehende läßt aber Alle- ruhig über fich ergehen uud wiederholt nur seine Bitte. Schließlich ruft der Apotheker: „Na, wer find Sie denn eigentlich, wie heißen Sie denn?" „Wilhelm", lautet die prompte Antwort. „Da bin ich gerade so gescheit wie vorher, Wilhelm heißen viele Leute, wie heißen Sie denn noch?" „von Hohenzollern" antwortete die Stimme von draußen. Jetzt erst geht dem Apotheker ein Licht auf, er reißt die Thür auf und vor ihm steht der Kaiser, dem diese ganze Scene augenscheinlich viel Spaß gemacht. Lächelnd wehrt dieser die Entschuldigung des Apothekers, dem in Erinnerung an manche» von ihm gebrauchte Wort nicht ganz wohl zu Muthe war, ab und bittet, auf die Veranda geführt zu werden. Der Weg zu dieser ging unglücklicherweise durch die Schlafstube, in der fich die Gattin, unkundig der neuen Wendung der Dinge, befand. In die Schfafftube laufen, seine Gattin beim Arme nehmen und in ein anstoßende» Z mmer führen, war bei dem Apothrkrr ein». Al» der Kaiser bann auf der Veranda angelangt war, lirß er Alarm blasen und beobachtete die Entwicklung de» aus der vollen Ruhe geristenen Armee- corp». Die Frau hatte unterdeffen Kaffee gekocht und bot dem Kaiser eine Taffe an, die Se. Majestät mit Wohlbehagen trank, er bat fich sogar noch eine »weite au», da er noch nicht» genoffen habe. Al» die Aufstellung der Truppen beendet war, verabschiedete fich der Kaiser mit Dank für die genostene Gastfreundschaft von dem Ehepaare, da» diesen unverhofften Kaiserbesuch wohl zeitlebens nicht vergeffeu wird. • Müuz Auetiou. Am 11., 12. uud 13. Oclober gelangen in Frankfurt a. M. durch die Firma Adolf Hrß Nachfolger wiederum verschiedene Sammlungen zur Versteigerung, darunter da» Würzburgische Kabinet de» Herrn Karl Roeder (ca. 1500 Stück in 735 Nummern), da» reiche Serien von Prägungen der dortigen Bischöfe seit dem 14. Jahrhundert enthält - ferner Kunstmedaillen der Renaiffance au» dem Befitz de» Herrn Greene in Winchester, eine kleine, aber sehr gewählte Collection- brandenburgische Porträt-Medaillen und seltene Thaler, darunter ein emaillirter goldener Anhänger des Kurfürsten Johann Sigismund, ein Kunstwerk, da» wahrscheinlich aus Anlaß der Belehnung mit dem Herzog- thum Preußen im Jahr 1618 entstanden ist- ferner Thaler und Goldmünzen verschiedener Länder und eine Anzahl moderner französischer Medaillen der Meister Roiy, Chaplain u. A. Die reich illustrirten Kataloge find soeben erschienen. • Uebrr die Reclameschilder am Rhein schreibt der „Kunst- wart": Au» dem Rheingau wird lebhaft über den Unfug von Weingroßhandlungen uud audero Gcschäf Sfirmen geklagt, die mit riefigen Reclametafeln die Laudschaft»schönheit verderben. Klebte in einer Kunstausstellung Einer seine Ge- schäftSkarte auf eine gemalte Landschaft, man nähme ihn schön beim Wickel- thut Einer genau da» Entsprechende mit einer Landschaft, die Gott selber vor» Menschenauge malt, so duldet man». Aber doch auch nicht immer: der Krei»au»schuß von St. Goar geht gegen die „industrielle Berwerthung" der Rheingauschönheit jetzt Gottlob mit dem Verbote vor, Reelame- schtlder usw. außerhalb der Ortschaften anzubringen. Nun, innerhalb der Ortschaften, wa» wird da? Soll'» dabei bleiben, daß der „geriffeue" Geschäft»wann die herrlichen Städte und köstlichen Städtchen öffentlich verunreinigen darf? * Angebliche Erfindung de» Dampfschiffe» im 16. Jahr- hundert Eine erstaunliche Nachricht bringt d e „Science Frangaiee*. Darnach soll da» erste Dampfschiff im Jahre 1643 erbaut worden sein. Der Spanier Martin Fernandez dr Navarrete spricht davon in einem 1820 erschienenen Werke Über spanische Entdeckungsreisen. In dem genannten Jahre 1543 stellte der spanische Capitäu BlaSco de Garay dem Kaiser Kaiser Karl V. eine von ihm erfundene Maschine vor, die dazu dienen sollte, große Schiffe ohne Segel und Ruder zu bewegen. Auf Befehl des Kaiser» fand ein Versuch im Hafen von Barcelona am 17. Juni 1543 statt. Augenzeugen berichten, daß die Maschine au» einem Apparat bestand, der zur Erhitzung einer großen Waffermenge diente, au» Rädern, die die Ruder ersetzten, und aus einer Vorrichtung, die die Wirkung de» Wafferdampfe» auf die Räder übertrug. Der Versuch wurde mit einem getreidebeladenen Schiffe von 200 Tonnen Raumgehalt, dem „Trinidad", unter dem Befehl de- CapitänS Pedro de Searza gemacht. Unter den Zuschauern befanden fich der Kaiser, sein Sohn, der nachmalige König Philipp II., der Gouverneur Pedro Cardoua, der Schatzkanzler Ravajo. Alle Anwesenden, auch der Kaiser und sein Sohn, zeigten fich höchst zufriedengestellt, nur der Schatz- kanzler, der fich von vornherein gegen diese Erfindung erklärt hatte, behauptete, die Maschine würde da» Schiff nicht schneller als zwei Meilen in drei Stunden fortbewegen, der Mechanismus wäre zu verwickelt, der Reffei brächte das Schiff in eine dauernde Gefahr der Explosion usw. Andere Mitglieder der Commisfiou versicherten im Gegentheil, daß man auf drm Sch ffe mir solcher Maschine ebenso ficher wäre, wie auf einer Galeere und daß die Dampfkraft da» Fahrzeug in sehr ruhiger Bewegung bi» auf eine Geschwindigkeit von einer Meile in der Stunde brächte. Jedenfalls wäre die Erfindung trotz aller Widerrede vom Kaiser weiter verfolgt worden, wenn nicht dringende StaatSgeschäfte fein Jntereffe davon abgelenkt hätten. Capitäu Garay erhielt sämmtlichr Kosten zurückerstattet und außerdem noch eine Geldoelohnung und andere Gunstbezeigungen, aber die Maschine wurde an Land gebracht und anSeinandergenommrn, damit hatte die Sache ihr Ende. In den Schriftstücken der königlichen Archive sollen die angegebenen Thct achen bestätigt sein. * Neugierige Chinesen. Jeder, der einmal tn China auf Reisen gewesen ist, weiß, wie lästig die Zudringlichkeit de» Volke» dort überall ist. In den Gasthäusern wird der Fremde meisten» von Hunderten von neugierigen Menschen belagert, die alle feine Sachen in Augenschein nehmen wollen. Diese Unsitte der Chinesen ist auch den Erbauern der Sifin- bahn von Wusung nach Shanghai vielfach unbequem geworden. Al» Lastzüge auf der Strecke zu fahren begannen, verlangten die müßigen Gaffer häufig, man solle fie mit- nehmen. Um Unannehmlichkeiten und Weiterungen au» dem Wege zu gehen, wurde einem solchen Wunsche manchmal gewillfahrt. Kürzlich hat aber, wie die „China Gazette“ berichtet, eine Schaar dieser Leute eine empfindliche Lectioa erhalten. Al» nämlich mehrere Wagen, die Schienen und andere» Material nach Shanghai gebracht hatten, nach Wusung zurückkehren wollten, kiett.rten etwa 500 Chinesen hinauf und sagten, fie möchten gern einmal eine freie Eisenbahnfahrt haben. Zureden half natürlich nicht». So mußte man fie mituehmen. Die Mehrzahl verließ den Zug bald wieder auf einer Zwischenstation, aber etwa 200 gefiel die Sache so gut, daß fie die ganze Strecke von 16 dis 17 Kilometer bi» nach Wusung mttfuhren. Dort stiegen fie au» und besahen sich den neuen Bahnhof gründlich. Sehr befriedigt kehrten fit bann zum Bahnsteig zurück, um auf biefelbe Weise heimzukehren, wie fie gekommen waren. Zn ihrem größten Schrecken wußten fie aber hören, boß die Güterwagen nicht nach Shanghai zurückfuhren, sondern nur die Lokomotive. Al» fich diese langsam in Bewegung setzte, waren die auf ihr befindlichen Europäer Zeugen einer eigenartigen Scene: mehrere hundert wild umherlausende, bestürzte Chinesen rangen verzweifelt die Hände und schrieen, fie hätten weder ein Obdach in Wusung noch Geld, fich auf andere Weise zurück- besördern zu lassen. Sie werden also wohl haben zu Fuß gehen müffen, und weil da» fast allen Chinesen, soweit fie keine Kulis find, höchst unangenehm ist, so werden diese Beute ficher keine freie Fahrt wieder verlangen.____________________ llnit>trfiläls - Nachrichten* — Vorlesungshonorare. Man schreibt der „Tgl. Rdlch." ou8 UniverfitätSkreisen: In Nr. 225 der „Tgl. Rdsch." tst der Erlaß deS preußischen CultusmintsterS über die Festsetzung der Vorlesungshonorare an den Universitäten mttgetheM worden. Dieser Erlaß hat tn den Kreisen der Docenten große Verwunderung erregt. Nach ihm darf „bei Vorlesungen, die seither schon gehalten sind, da» Honorar denjenigen Betrag nicht Überschreiten, welcher bis j fct für die Vorlesungen angesetzt war." Und dies soll „auch in dem Fam gelten, wenn die Zahl der Vorlesungsstunden vermehrt wird. ES ist kaum anzunehmen, daß dieser Erlaß auf genauerer Kenntniß der Verhältniffe der deutschen Universitäten beruht. Bekanntlich Heft btt Mehrzahl der Professoren nicht Jahraus Jahrein dasselbe Eolleg, sondern man wechselt mit den Vorlesungen, theilt fie, setzt fie ander# zusammen usw. Da kommt es nun häufig vor, daß man von vornherein nicht genau übersehen kann, wie viel Zett man für eine Vorlesung nölhtg hat. Man nimmt etwa zwei Stunden in Aussicht; eS stellt sich aber nachträglich heraus, daß eine größere Zahl a- forderltch tst. Natürlich kündigt man nun daS nächste Mal cm etwa dreistündiges Eolleg an. Soll nun in einem solchen Falle da* Honorar nach dem ersten Versuch bemeffcn werden? Ganz besonders würden von dem Erlaß die Privatdocenten betroffen werden. AuS sehr vernünftigen Gründen halten sie meistens kürzere Vo^ lesungen als die Professoren. Sollen fie sich damit für ewig bindenk Soll etwa ein Prtvatdocent, der tn erster Linie auf Zuhörer au# anderen Fächern rechnet und deshalb sein Thema mehr nur in bm Grundzügen und daher kurz behandelt, damit für alle Zetten dar-« verzichten, für eine eingehende Vorlesung vor Studenten seine# Faches dasjenige Honorar zu empfangen, das ihm mit Recht gebührt? ES tst zu wünschen, daß der Minister seinen Erlaß 1# präcifirt, daß die Bewegungsfreiheit, wie fie der UnioerfitätSunter- richt verlangt, nicht leidet.___________ Gegen Fliegen, gSfeJS den, Russen und Wanzen kauft nur „Lahr'S Dalma". S» töbtet in 10 Minuten alle Fliegen im Zimmer. Nicht giftig. Hunderte von Dankschreiben. Nur allein echt zu haben tx . versiegelten Flaschen zu 30 und 60 Pfg. 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M n $»!«(«, (»«“ f f0 »t,te° M‘SMt ert.____ - rnl. Wck- ’y v,T Dor» i'< Änta-®* miigethklU w n,qt rÄS5 L'->S> :'Ää °s ifiri vor, vav p Ä 3at ®?Jbilull* 'SK 47-G bam|l 2 eiub®1«^! f ®ie n< ke»«-' Bekanntmachung. Die Kartoffel- nnb Dickwurz Crescenz von verschiedenen zu dem neuen Friedhof erworbenen Grundstücken an der Marburgerfiraße soll II LamStag, 1. Oktober l. Js., Nachmittags SV, Uhr, an Ort und Stelle meistbietend versteigert werden. Zusammenkunft auf der Marburgerstraße an dem Gasthaus zur Stadt Marburg. U ^Gießen, den 28. September 1898. 9636 Troßherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. Bekanntmachung. Diejenigen, welche für den bevorstehenden Winter FichtenDeck reifer au» dm städtischen Waldungen zu beziehen wünschen, wollen ihre Anmeldungen spätestens bis zum 10. k. Mts. auf unserem Bureau — Zimmer Nr. 15 — erstatten. Die Lieferung erfolgt frei vor» Hau» und ist der Preis auf 16 Pfg. pro Welle festgesetzt und bei der Anmeldung zu entrichten. Gießen, dm 27. September 1898. Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 9637 Gnauth. Flur 43 Nr. 157 — 531 qm n. n. G Acker daselbst, , 42 Nr. 115-122 — 20041 qm n. n. G. Acker über dem Schäfer- brunnen, , 42 Nr. 22,1 — 818 qm n. n. G. Felvscheuer auf dem Saud, feld, , 42 Nr. 24,1 — 1472 qm n. n. G- Wiese daselbst, „ 86 Nr. 376—78 — 2753 qm n. N. G. Wiese am Gänsacker b. d. Wald« sieg, „ 87 Nr. 221 — 752 qm n. n. G. Wiese hinter dem Waldbrunnen, , 39 Nr. 175 u. 176 — 609 qm n. n. G. Wiese unter dem Wiesecker Weg, „ 44 Nr. 149—162 — 3819 qm n. n. G. Wiese in der Lichtenau. Gemarkung Wieseck. „ 20 Nr. 317 — 2500 qm n. N. G. Wiese hinter dem Wallborn. „ 20 Nr. 337 — 4125 qm n. n. G. Wiese daselbst, „ 20 Nr. 337b — 8419 qm n. N G. Wiese daselbst, „ 20 Nr. 337a — 1875 qm n. N. G. Wiese daselbst, „ 20 Nr. 337o — 1544 qm n. N. G- Wiese daselbst. Bemerkt wird noch, daß der mit -f- bezeichnete Acker sich sehr gut zu Backsteinbrennerei eignet, direkt an der neuen KreiSstraße Gießen—Wißmar liegt und durch 2 Abfahrten damit verbunden ist. 9594 Die Concurdverwalturrg. Ikkiiiiiitiiiiiiljniiivii Beim 1. Bataillon Inf.-ReglS. Kaiser Wilhelm (Nr. 116) soll die Lieferung der in dem Küchcnbetriebe erforderlichen Kartoffeln und Gemüse vom 1. November l IS ab auf ein Jahr vergeben werden. Bertragöbedlngungen liegen auf dem Geschäftszimmer des Bataillons zur Grnsicht offen. Offerten sind verschloffen, mit entsprechender Aufschrift versehen der Küchenverwaltung biS zum 5. October l. IS. einzureichen. 9579 Gießen, den 27. September 1898. Die Küchenverwaltung 1 Kaiser Wilhelm. veWgminiieli Kosraithk- nnb Güter- vcrfleigernng. LamStag den 1. Oktober L I., Nachmittags 8 Uhr.sollen auf dem hiesigen Ortsgericht d»e auf den Namen der Shr. Nebe'schenEheleute stehenden Grundstücke, Hofraithe und Feldscheuer einer noch- -maligen Versteigerung unter günstigen Zahlungsbedingungen ausgesetzt werben. Die größeren Grundstücke sind in Parzellen von 1 */»—2 Morgen aufgetheilt und kann der Plan hierüber eine Stunde vor der Versteigerung auf dem OrlSgericht eingesehen werden. ES kommen zum Ausgebot: Flur 40 Nr 152<>/joo — 1255 qm nach neuem Gütergeschoß Hofraithe im Gartfeld an der Schoor, „ 40 Nr. 153H/too — 553 qm n. n. G. Grabgarten daselbst, , 28 Nr. 47/48 — 3884 qm n. n ®. Acker am Altenfeld auf das Bruch. , 28 Nr. 76/77 — 1565 qm n. n. G Acker im Altenfeld links auf den Weg. 89 Nr. 15—20a — 7816 qm n. N. G- Acker bei der Taubentränke am Waldbrunnen, , 39 Nr. 15—20a— 6637 qm n. N.G. Wiese daselbst, w 89 Nr. 44 u. 45 — 5312 qm n. n. G Acker hinter dem Waldbrunnen, „ 39 Nr. 44 u. 45 — 837 qm n. n. G Wiese daselbst, , 39 Nr. 46 u. 49 — 4555 qm n. N. G. Wiese hinter dem Waldbrunnen, , 89 Nr.210u.211 —8185 qm n.n G Acker auf die Chauffee, „ 39 Nr. 320—22 — 8173 qm n. n G- Acker am Wingert rechts der Chauffee, , 39 Dir. 326—29 — 7474 qm n. n. ®. j Acker daselbst, , 40 Nr. 179 — 2401 qm n. N. G Acker zwischen der Marburger und Caffeler Straße, , 44 Nr. 212 — 3092 qm n. N. G- Acker in der Lichtenau auf die Wiesen, _ 44 Nr.200—204 — 7374 qrn n.N.G. Acker daselbst, , 44 Nr. 129 — 1700 qm n. N. G Acker am grünen Weg, , 46 Nr. 4 u. 5 — 8271 qm n. N. G Acker daselbst, 46 Nr. 281 — 632 qm n. n. G. Acker in derLichlenau amRömere- loch, , 43 Dir. 24—26, 101—84 u. 137 — ' 31120 qm n. n. G Acker links am Etetnkauter Weg, -f , 48 Dir. 161—67 — 15058 qm n.n.®. Acker daselbst, w 43 Nr. 146a—150 — 4957 qm n. n. ®. Acker daselbst, „ 43 Nr. 143 — 1314 qm N. N. G Acker daselbst, , 43 Nr. 12u. 13 — 1027 qm n. n. ®. Acker an der Gänsweide, , 43 Nr. 71—88 — 11329 qm n. N. G Acker an der Lahn neben den Wiesen. , 46 Nr. 215 — 955 qm n. n. G. Acker in der Lichtenau, r 46 Nr. 202 -5, 210—11, 217—31 — 21711 qm n. n. ®. Acker in der Lichtenau, 44 Nr- 106,8 — 1325 qm n. N- ®. Acker rechts am grünen Weg, „ 43 Nr. 171,5, 171,1 — 2148 qm x. n. G. Acker links am Stein« tautet Weg, von JAVA- Kaffee. Versuche» Sie gefl. PW- den vielfach pretSgekrönten^OH M. Schuster in Bonn Dntnps-Knffee-Krennerel ■■■■ gegr. 1857 ■■■ zu 75, 80, 85, 90 und 95 Pf^ da» Vi Pfund. Verkaufsstelle: Steßeu, H. Wallach, Marktplatz 8. 309 Scbeller’s Cognac anerkannt feinste Marke preisgekrönt — ärztlich empfohlen Moskl-Sogllac No. I 1 X6,- , II , , 4.- , III , , 3.— . IV ,, 2.40 , V , ,1.80 Sraazöstscher Sogvac fine Champ. jt6, petite Champ , 5, fin boiS , 4, bon boiS , 3. V, u 7< Flaschen verhältn iß mäßig, empfiehU die Löwcn-Drogerie W. KUblnger, '08) SelterSweg Rr. 5 2. Herrenhemden nach Maaß oder Muster, werden unter Garantie des guten Paffens in kürzester Zeit geliefert. ___ Reiche Auswahl in Stoffen und Einsätzen. 8265 Geschw. Heerz, Neuenweg. 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Reorganistrt 1855. lrdkns-, Rentku- n. Kapilalvtrßchkrungs-Hkskllschaft a«f Gegenseitigkeit, unter «nfficht der Kgl. württ. Staat», regiernng. Aller Gewinn kommt ansschlietzli» den «it»lt«dern 3107 der Anstalt zn gnt. Berfichernngsstand Uhr, für Franenr Montag, Dienstag, Donnerstag, Frtitag, Samstag von 9—11, 3—5 Uhr, Mittwoch von 9 — 11, 5—8»/, Uhr, Sonntag von 9—11 Uhr, für 10 Pfennig: Mittwoch von 5—8y2 Uhr. Wannenbäder nnb Brausebäder; geöffnet an den Wochentagen von 8—1 und 3—8Vs Uhr, Sonntag von 8—1 Uhr. Römisch irische und Dampfbäder für Männer: Montag, Dienstag, Donnerstag Samstag, Sonntag von 10—1 Uhr, Montag, Mittwoch. 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