<]W* Donnerstag den 1. September 1SOS Erstes Blatt. Nr. 204 6)kßener Anzeiger Heneral-Anzeiger Aints- und 2lnzeig«blatt für den "Kreis Gicszen | Gratisbeilage: Gießener Familieublätter erbitten und Drodcrri: I *■ Farbe ■ eeeN*< le|* ■ «Ä völlig fJ. ‘ ?«°°0520 '^'Nasche---12 Psg. Lall. '«ta L. Feidel, ___ 450 Preisgekrönte baskischen Provinzen ist die Ueberwachung eine sehr strenge. Die französische Grenze wird gegen die Einfuhr von Waffen vom Norden her strengstens abgesperrt. — Seine bisher wenig geschützte Lage zwischen Rußland einerseits und dem „Schwesterland" Norwegen andererseits legt Schweden verstärkte Rüstungen, vor Allem wettere Befestigungen nahe. Der im Jahre 1897 für die Ausdehnung der BefestiguugSaulagen ernannte schwedische Re- gierungSauSschuß schlägt in seinem nunmehr erstatteten Bericht denn auch vor, 21 Millionen Kronen zu verwenden, um eine Festung bei Boden tu Norrland zu errichten, Gothenburg von der Seeseite zu befestigen und die Befestigungen bei Stockholm, KarlSkrona, KarlSborg und auf der Insel Gotland zu vervollständigen. — Ueber die schwedische Flotte hat rin hervorragender dänischer Seeoffizier in Ber- aulaffuug des Besuches des schwedischen Geschwader» in Kopenhagen sich einem Vertreter des „Svenska Dagblad" gegenüber tu den anerkennendsten Ausdrücken geäußert. Er konnte, sagt dieser, die schönen und im Berhältuiß zu ihrer Größe besonder» starken schwedischen Schiffe nicht genug rühmen und sprach al» seine Ueberzeugung au», daß man in Schweden sehr glücklich gewesen sei tu der Wahl eines Typ», welcher für schwedische Berhältuiffe passe. Da man später bei diesem Typ stehen geblieben war, konnte die schwedische Marine binnen kurzer Zeit sechs völlig moderne Panzerschiffe von demselben Typ aufweiseu. — Allmählich wird in den Vereinigten Staaten die Frage der Einverleibung der Philippinen anscheinend mehr und mehr eine Partei- und eine Verwaltungsfrage. Schließlich werden der Congreß und das Land ihr Urtheil über die Politik des Präsidenten fällen. Völlige» Einver- ständuiß herrscht noch in keiner von den beiden Parteien. Aber die Erklärungen der republikanischen Partet-Eonventionen bringen die Republikaner immer mehr auf die Sette der Politik der colonialen Ausdehnung, während die Demokraten, anscheinend ohne Leitung Seitens ihrer Führer, tu den Widerstand gegen Erwerbung feruliegender Gebiete getrieben worden find. — Au» Manila ist nach London die Draht- meldung gekommen, hervorragende Kaufleute hätten eine Denkschrift au Lord Salisbury unterzeichnet, in welcher dieser gebeten wird, seinen Einfluß geltend zu machen, um zu verhindern, daß die Spanier die Souveräuetät auf den Philippinen zurückgewiunen. Nachdem in den Bereinigten Staaten sich der Siegerjubel ein wenig gelegt hat, wendet sich die Aufmerksamkeit wieder mehr den HeereSseandalen zu, welche mau der Unfähigkeit der Verwaltung zu danken hat. ES herrschen geradezu ungeheuerliche Zustände tu den amertkant- scheu Lagern, wo es am Nöthigsten fehlt. Die Krankheit»- und Sterbltchkett»ziffer ist gewaltig. Am Schlimmsten sieht e» im Lager von Chickamanga au». Einige von dort zurückgekehrte Soldaten bezeichnen diese» Lager al» schmutzige Pesthöhle. Viele entlaffeue Soldaten find in furchtbar schwachem Zustande tu ihren HeimathSstaateu angekommen. Generalarzt Sternberg beschwert fich darüber, daß seine Befehle nicht ausgeführt werden. Die Preffe fordert eine sofortige Untersuchung, damit dargethan wird, wer die Verantwortlichkeit für diese schlimmen Zustände trage. — Eine» der „gelben" Blätter Nordamerikas hat wieder einmal einen Grund zur Verdächtigung Deutschland» mit den Haaren herbeigezogen. Der Kreuzer „Geher" hat am Sonntag Havanna verlaffen. Die Offiziere, behauptet nun der „Sun", hätten viel Gerede dadurch veranlaßt, daß fie alle Befestigungen als Gäste der Spanier besichtigten. Mit solcher „patriotischen" Angeberei find die New-Yorker Jingo» offenbar bei den französischen Lhauvinisteu in die Lehre gegangen- nm da» Maß voll zu machen, mögen fie daher dem „freiesten Lande der Erde" da» französische Spionengesetz vom Jahre 1886 schenken! — Ueber die Zukunft Euba» hat fich Senator Mark Hanna, der dem Präfidenten Mac Kinley seine jetzige Stellung verschaffte, letzter Tage recht deutlich ausgesprochen: ES sei wirklich ziemlich gleichgiltig, ob die Cubaner im Staude wären, eine stetige Regierung zu bewahren oder nicht. In weniger al» zwanzig Jahren werde fast die ganze Insel amerikanischen Bürgern gehören. Dann würden die cubani- schen Industrien mit anderer Energie betrieben werden. Die amerikanische Garnison Eubas werde wahrscheinlich 50,000 Mann beanspruchen. Aber diese» Opfer werde fich gut rrn- tiren. Selbst wenn die Bereinigten Staaten 300 Millionen Pfd. Sterl. auf die Insel verwenden würden, so wäre da» Geld nicht unnütz ausgegeben. Hanna schloß seine Bemerk- uugen mit dem bezeichnenden Satze: „Wir haben un» selbst und der Menschheit etwas Gute» gethan." — In der Präsidentschaft Bombay sind in der letzten Woche über 2300Tode»fälle an der Pest vorgekommen, darunter 156 in der Stadt Bombay selbst. Die Lage in Karratschi und Kalkutta ist unverändert. Im Staate Heide- rabad ist ein neue» AuSbrechen der Seuche festgestellt worden- au» der Präsidentschaft Madras werden einige Todesfälle gemeldet. — Soeben kommt die Nachricht, daß König Malietoa von Samoa am 22. August an typhösem Fieber gestorben ist. Der deutsche, der englische und der amerikanische Cousul, der Oberrichter und der Vorsitzende des Munieipalrathe» in Apia sühren die Regierungsgeschäfte bis zur Wahl eine» Nachfolgers. DaS Ereiguiß kann wichtig werden. Die.Throu- streitigkeiten haben bekanntlich den Abschluß de» Vertrages herbeigeführt, durch den die gemeinschaftliche Schutzherrschast der drei Mächte eingerichtet wurde. CotaUs und provinziell«,. Sieben, den 31. August 1898. ** Personalien. Seine Königliche Hoheit der Groß- Her zog haben Allergvadtgst geruht, am 27. August den RechnungSrath Gustav Veit in Darmstadt von der ihm als Nebenstelle übertragenen Stelle eine» Rechners der Braud- verficherungskaffe zu entheben und dem Vorstand der Cal- eulatur der BraudverficherungSkammer, RechnungSrath August Haag in Darmstadt, die Stelle de» Rechners der Brand- verficherungSkaffe al» widerrufliche Nebenstelle zu verleihen. • » Ein bedauerlicher UugluckSfall ereignete sich gestern Vormittag im Hause Ludwigstraße 68. In dem dritten Stock deffelben putzte in Abwesenheit der Herrschaft da» Hausmädchen die Fenster, ohne fich dabei der Vorschrift ihrer Herrschaft zuwider der vorhandenen SichrrheitSvorrichtuugeu zu bedienen, vielmehr beträte» die Fensterbrüstung und stürzte, vermuthlich infolge eines OhnmachtSaufalleS, auf die Straße herab. Als ein Wunder ist es zu betrachten, daß es nicht völlig zerschmettert den Erdboden erreichte. Einen Schenkel- und Armbruch trug das Mädchen allerdings davon, so daß e» nach der Klinik verbracht werden wußte. Hoffentlich gelingt e» den Aerzten, die Verunglückte am Leben zu erhalten. Die Herrschaft, der da» Mädchen seit einer Reihe von Jahren treue Dienste leistet, bedauert den Unfall um so mehr, al» fie wiederholt strenge Weisung hatte ergehen laffen, da» Klären der Fenster nicht ohne Anwendung der SicherheitSvorrichtungen vorzunehmen. Möchte der beklagen»- werthe Unfall dazu dienen, die Dienstboten zu größerer Vorsicht bei dergleichen gefährlichen Hantirungeu zu mahnen. — Wie wir soeben erfahren, ist da» Befinden der Verunglückten verhältnißmäßig befriedigend, so daß gegründete Hoffnung auf Genesung vorhanden ist. • * HuldignugSfahrt nach Wie». Infolge veränderter Dispositionen von Allerhöchster Seite wird die anläßlich des 50jährigen RegierungSjubilaumS Seiner Majestät des Kaiser» Franz Josef I. geplante Huldigungsfahrt der im Deutschen Reiche lebenden Angehörigen der österr.-uugarischen Monarchie nach Wien erst am 20. September d. IS. statt- finden. Die offiziellen Feierlichkeiten werden vier Tage in Anspruch nehmen, und wird Seine Majestät der Kaiser au einem dieser Tage die Huldigung sämmtlicher Theilnehmer in der Jubiläums-Aurstelluug entgegennehmen. — An dieser unter besonder» günstigen Bedingungen stattfiudeuden Hul- diguugSfahrt können nicht nur Oesterreicher und Ungarn, sondern auch Angehörige der Deutschen Reiche» (al» Gäste) theilnehmen. Auskunft ertheilt und Anmeldungen nimmt entgegen der österreichisch - ungarische Verein „Austria" in Frankfurt a. M., z. H. de» Herrn A. Blazek, Neue Zeil 55. — Behuf» näherer Information findet Freitag den 2. September im Restaurant „TaunuS", 1. Stock, eine Versammlung statt. * • Der Betrieb der Wauderlager im Großherzogthum Hessen hat fich auf Grund der erhöhten Besteuerung derselben in ganz bedeutender Weise vermindert. Im Jahr 1897/98 waren in der Provinz Starkenburg nur 3 Betriebsfälle mit je 7 Tagen Betriebsdauer zu verzeichnen unb wurden an Gewerbesteuer 80 Mk. für dieselben erhoben. In Oberheffeu waren er vier Betriebsfälle, darunter zwei mit 14tägiger Dauer, wofür iuSgesammt 140 Mk. Gewerbesteuer entrichtet wurden. Die Provinz Rheinheffeu hatte fieben Brtriebsfälle, darunter zwei mit 14tägiger Dauer, wofür 260 Mk. Gewerbesteuer berechnet wurden. Die Gesamwt- zahl der Wauderlager belief fich in Hessen pro 1898 auf 14, wofür 480 Mk. Gewerbesteuer vereinnahmt wurden. * * Fahrrädertrausport auf der Eisenbahn. Die Königliche Eisenbahn-Direction Frankfurt a. M. hat zur Beförderung der Fahrräder bereits folgendes ch uellzüg e freigegeben: Zwischen Frankfurt und Wiesbaden, Frankfurt-Ostbahuhof- Hanau Ostbahnhof, Frankfurt Hauptbahnhof Homburg, Frank- furt-Hauptbahuhof.Limburg, Hanau-Oftbahnhof Friedberg über Windeckrn. ES steht zu hoffen, daß noch weitere Züge frei- gegeben werden. Schlimme Aussichten eröffnen fich für die R ad fahr e r, die streckenweise die Bahn benützen wollen. Wie eine Berliner Correspoudenz mittheilt, haben die Regierungen der Königreiche Sachsen und Württemberg sowie de» Großherzogthum» Baden die Erklärung abgegeben, daß fie die Neuerung der Königlich Preußischen StaatS-Eiseubahnen über die Beförderung der Räder vier Wochen später al» diese, nämlich vom 1. October b». IS. ab, ebenfalls einzuführen beabsichtigen und diesen hat sich schon eine ganze Reihe von Prtvatbahnen angeschloffen. — Da haben wohl auch die Bemühungen um Erlangung von Ausnahmen recht wenig Erfolg zu hoffen. • * Ofenfeuer und Petroleum. Allgemein fällt es auf, wie schrecklich häufig in letzter Zeit durch unvorsichtige Be- Nutzung von Petroleum beim Feueraumachen Braud- Unglück verursacht wurde. Seit 14 Tagen konnte mau kaum eine Zeitung in die Hand nehmen, ohne auf einen oder mehrere solche Fälle zu stoßen. Warnungen scheinen nicht» zu helfen, da fast immer jugendlicher Leichtsinn im Spiele ist, der, über die Größe der Gefahr im Unklaren, die Warnungen in den Wind schlägt. Vielleicht hat e» darum mehr Zweck, auf ein Mittel aufmerksam zu machen, da» die Gefahr der ZugießeuS von Petroleum beseitigt, ohne doch deffen Vortheile zu verlieren. Es ist höchst einfach: Man thue in einen alten Topf rc. kalte Asche irgendwelcher Art und übergieße sie mit Petroleum, bi» fie völlig durchtränkt ist. Wenn man von dieser Maffe beim Feueranmachen einen oder zwei Löffel voll über das FeueruugSmaterial streut, so wird dieselbe Wirkung, nämlich sofortige» Anbrennen, erreicht, wie beim Zugießen von Petroleum- jrde Explosionsgefahr ist aber auSgeschloffeu. UnS ist, schreibt die „Jen. Ztg.", versichert worden, daß auf diese Weise sogar da» Holz gespart werde. ES wäre zu wünschen, wenn besonder» die HaurhaltungS- Vorstände darauf hielten, auf diese Weise einem leichtsinnigen Vorgehen ihrer Dienstboten vorzubeugen. Aber auch in jedem Haushalt ohne Dienstboten sollte au seinem bestimmten Orte da» Gesäß mit der Prtroleum-Asche zu finden sein. Feldbergfest. DaS auf deu vergangenen Sonntag verschobene Feldbergfest ist zum zweiten Mal verregnet, und zwar noch gründlicher al» das am 19. Juni. Während im Thal die Nacht zum Sonntag äußerst lind und angenehm war, war eS, je höher mau kam, rauh und windig. Bald nach Mitternacht stellten fich zeitweise Regenschauer ein, die gegen 7 Uhr in einen richtigen Landregen übergingen. Unter solchen Umstanden war an da» Wettturuen nicht zu denken. Nach 12 Uhr Mittag» trat da» Kampfgericht nochmal» zu einer Berathung zusammen und beschloß, in diesem Jahr daS Fest au»fallen zu laffen. Turnerschaft und Nationalfesifpiele. Ein vom Ausschuß der deutschen Turuerschaft jüngst in Hamburg betreffs seiner Stellung zur Frage des NatioualfesteS gefaßter Beschluß lautet wie folgt: In Erwägung, daß da» be- abfichtigte Nationalfest keine au» dem Bedürfuih de» Volke» hervorgegangene Einrichtung ist und nur der außerordentlich rührige« Behandlung der Sache fein Dasein verdanken wird, in Erwägung, daß ferner seine ganze Gestaltung, so wie fie bi» jetzt geplant ist, nicht der körperlichen Ausbildung großer VolkSmaffen, sondern nur der Erzielung einer beschränkten Anzahl von Höchstleistungen zu Gute kommen wird und daß somit die in dem Nationalfest gipfelnden Bestrebungen in geradem Gegensatz zu den Bestrebungen der deutschen Turnerschaft stehen, in Erwägung ferner, daß durch daS Zustandekommen der Nationalfeste ein großer Theil de» Jntereffe», welche» die beffer gestellten und einflußreicheren GesrllschaftS- klaffen für die Pflege der Leibesübungen übrig haben, und ein großer Theil der materiellen Mittel, die diese Klaffen dafür aufzuwenden geneigt find, bongen Nationalfesten verschlungen werden und dadurch für die allgemeine Pflege der Leibesübungen und für die deutsche Turnsache und ihre Be- dürfuiffe verloren gehen müssen, in Erwägung endlich, daß schließlich die Nationalfeste und die deutschen Turnfeste nicht neben einander bestehen können, ohne daß die einen durch die anderen geschädigt werden, beantragt der Ausschuß der deutschen Turnerschaft: der deutsche Turutag wolle beschließen, a. daß die deutsche Turuerschaft als solche fich an dem deutschen Nationalfest nicht betheiligt- b. daß fie aber dea einzelnen Vereinen und Turnern eine Teilnahme an dem Feste nicht verwehren will. * • Wetterbericht. Ueber dem Festlande liegt da» Ceutrvm einer tiefen Depression. Dieselbe breitet fich südwärts über die britischen Inseln und die Nordsee hin nach Deutschland aus. Der ganzen Küste entlang wehen frische westliche Winde. Der Kern deS barometrischen Maximum» zieht fich nur noch alS schmaler Rücken über den Südweften Frankreichs und deu nördlichen Alpenkarnrn. Im Süden ist da» Barometer zwar gestiegen, doch steht unser Gebiet bereits zum größten Theile unter dem Einfluß des von Norden her vordringenden niederen Drucke». — Voraussichtliche Witterung: Unruhige», unbeständige» Wetter mit zeitweisen Niederschlägen. xx Gruuiugeu, 31. August. Am 2. October d. I. werden e» fünfzig Jahre, daß unser Gemeinderechuer ChristianLeidichll. daö Rechneramt in hiefiger Gemeinde führt. Obwohl er im 79. Lebensjahre steht, erfreut er fich noch körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische. Möge rS dem ältesten activen Rechner de» Kreise» Gießen beschiedrn fein, seinen Jubeltag gesund feiern zu können. - f- Ober-LaiS, 30. August. Unsere vor einem Jahre gegründete Spar- undDarlehen-kasse, e. G. m. u. H., welcher am 1. Januar cr. 92 Mitglieder angehörten, hatte im verflossenen Rechnungsjahre einen Gesammtumsatz von 49891 Mark bei 158 Mark Reingewinn. § § Bermuthshain, 30. August. Bei der Ersatzwahl de» Gemeinderaths wurden die ausgeschiedenen Mitglieder wiedergewählt, nämlich Christoph Läufer mit 48, Johanne» Groh IV. mit 50 und Heinrich Baumbach mit 55 Stimmen. § § Vom höhere« Vogelsberg, 29. August. Infolge der seitherigen günstigen Witterung konnte der Korn schnitt rasch beendet und da» Korn nach Hau» gefahren werden. Erfreulicherweise kann in diesem Jahre von einer reichen seit langen Jahren nicht vorgekommenen Kornernte berichtet werden. Mit dem Abernten der Sommerfrucht ist ebenfalls begonnen worden. R . Alsfeld, 30. August. Die Vorbereitungen zu der am 15. September d. I. hier stattfindenden Bezirksthier- fchau, verbunden mit Prämitrung von Simmenthaler Rindvieh, Schweinen und Ziegen find im vollen Gauge. Nach den bisher erfolgten Anmeldungen, deren Endtermin der 5. September ist, zu schließen, wird die Zahl der vorgeführten Thiere eine sehr beträchtliche. Die BezirkSthierschau wird zeigen, wie weit die Zucht der in Frage kommenden Thier- gattungen in den hierbei betheiligten Kreisen Alsfeld und Lauterbach vorwärt» gegangen ist. Insbesondere wird die Ausstellung des Simmenthaler Viehes interessant werden^ Die BezirkSthierschau gibt sodann Gelegenheit, gutes Zucht- material zu kaufen, was auch für solche Gemeinden günstig zu sein scheint, welche reines männliches Zuchtmatertal anzu- schaffen gedenken. A Aus dem Großherzogthum Heffeu, 30. August. Ja Darmstadt fand am verflossenen Sonntag eine von nahezu 100 Vertretern besuchte focialdemokratische LandeSconferenb statt. Den HaupeberathungSgegenstand bildete die bevor- stehende Landtagswahl, und beschloß man, in acht Landtags- Wahlkreisen Candidaten aufzustellen, und zwar in der Provinz Starkenburg in Langen, Groß-Gerau, Darmstadt-Land, Pfungstadt, Gernsheim, ferner im ersten oberheffifcheu Bezirk Vilbel, im fünften oberheffischen Bezirk Gießen und im Land- bezirk Mainz. A Mainz, 30. August. Nach einer uns von Darmstadt zugegangeuen Mitthellung hat das zur Entlastung des hiefigeit EtfenbahutunnelS entworfene Project der Herstellung einer Verbindungsbahn von Mombach über die Ingelheimer Aue und Kastel nach Bischofsheim jüngster Tage in Berlin die Genehmigung erhalten und ist man eben mit einer biei* bezüglichen Vorlage an ben preußischen Landtag beschäftigt. Da die Ausführung des Projecte» neben bedeutenden Gt- ländeerwerbnugeu in der Kastel-Kostheimer und GinSheimtr Gemarkung eine Ueberbrückung des Rhein» und des Main» nothweudig macht, dürfte die an ben Lanbtag gelangende Crebitforberung eine ziemlich beträchtliche fein, zumal man bei bet nothwendigen Ueberbrückung be» Rheins wohl auch unzweifelhaft Rückficht auf ba» schon lauge seiner Ausführung Es starben an: Zusammen: Erwachsene: Einigung erzielt worden zu sein. Bei Verhaftung bet Obersten 'Nreis pro ßursus 20 Mark. 8639 (f-iiijjffliluwn e nem Pistolenduell, und Roger in der Ao« wurde dem Letzteren der 2I(D 1 (1) 1 2_(1) 1 Altersschwäche Lebensschwäche Lungenentzündung rüstet fich zum Kampfe. Pari», 31. August. welches die Redacteure Guerto gelegeuhett Drehfus ausfochtea, Unterkiefer zerschmettert. • Sine eigeothomliche Einrichtung existirt in Genua. Biele wohlhabende, ja selbst auch reiche Familien besitzen keine eigenen Equipagen, wögen aber doch auch nicht ganz auf die Brqurmlichkeit eigenen Fuhrwerks verzichten. Man ist da- »Inder hn vom Lebensjahr: 2.—Ib.Iahr: HD 5 — Aus öer Seit fflr die Jeit Vor 122 Jahren, am 1. September 1776, starb In Hannover der Dichter Ludwig Hölty. In seinen durch Correctheit und Wohllaut der Sprache ausgezeichneten Liedern spricht sich ein zarter Sinn für reinen, ungetrübten Naturgenuß, Liebe zur Ruhe, und Stille des Landlebens, Lust am Leben und fröhliche Heiterkeit neben tiefer Schwermuth und Sehnsucht nach dem Tode aus. Er wurde am 21. December 1748 in Mariens« bei Hannover geboren. harrende Project der Anlage einer direeteu Linie Mainz« Wiesbaden nehmen wird. Mainz, 30. August. Die Socialdemokraten rüsten fich bereit- sür die im December d. I. statifiadrnden Stadt« verordoeteuwohlen. Um den „Genossen" da- Wahlrecht zu sichern, werden die nichthesfischen llaterthaneu aufgesordert, sich da- hesfische Staatsbürger- und das Mainzer Ortsbürger« recht zu erwerben- damit den „Genossen" dadurch keine Kosten verursacht werden, hat fich ein Parteimitglied bereit erklärt, alle zur Erlangung dieser Rechte oothwendigen Schreibereien rc. kostenfrei ausznführeo. (Frankf. Ztg.) Mainz, 30. August. Im Bereich des Eisenbahn- Directiousbezirks Mainz kommt, wie jetzt gemeldet wird, die allgemeine Bahnsteigsperre erst im Lause des nächsten Jahres zur Etnsühroog. Durch die umfangreichen vor« bereitungea zur glatten Bewältigung des Hrrbstvrrkehrs ist es aus technischen Gründen unmöglich, die Einführung früher zu bethätigen. △ Mainz, 80. August. Die Strafkammer des hiefigen Landgericht» hatte fich in ihrer letzten Sitzung mit dem aus Frankfurt gebürtigen Kaufmann Richard Goldschmttt zu beschäftigen, der feit einiger Zeit hier ein eigenartiges Bankgeschäft betrieb. Derselbe gab nämlich gegen eine ent« sprechende Provision tu Geldoöthen befindlichen Firmen sein Aecrpt, zu defien Einlösung die Firmen kurz vor dem Verfalltag Deckung schicken mußten. Am 1. December v. Js. wurden Gobschmitt für die Einlösung zweier solcher Ge- sälligkeitswechsel von der Firma Kramer aus Fürth 810 Mk. und von der Firma vörsenroth in Berlin 460 Mk. eingesaodt. Diese Beträge steckte Goldschmidt tu seine Tasche, und als die Wechsel au die Firmen mit Protest zurückkamen, war er in Paris, von wo er den geprellten Firmen noch dadurch Geld erpreßte, daß er drohte, ihre Eorrespoodenz der Sou- curreoz zu verkausen. Bon der Firma Kramer erpreßte Goldschmttt auf diese Art noch 360 Mk. Bon Parts ging Goldschmitt nach England, von wo er hierher auSgeltesert wurde. Die hiesige Straskawmer verurtheilte ihn zu l^Jahr Gesängniß und 3 Jahren Ehreuverlust. Mainz, 30. August. Neuerung beimOetroi. vom 1. September ab wird tu Folge eiaes Vertrag» mit der Obrrpostdirectiou tu Darmstadt bei dem Octroi eine Neuerung eiotreteu, welche dem Publikum manche Annehmlichkeiten bietet. Wenn seither mit der Post octroipflichtige Gegenstände ein- getrosten sind, dann war das Publikum geuöthigt, nach dem Empsang der Octroisenduug durch die Post, zur nächsten Erhebestelle zu gehen, um dorten das fällige Octroi zu bezahlen, vom 1. September nächsthtu ab wird ein ständiger Octroi- augestellter in dem Postamt, und zwar in dem Packetraum desselben thätig sein, um die hier ankommenden Packete, aus welchen fich etwa ersehen läßt, daß die Packete octroi- pflichtige Fleisch« oder Wurstwaaren, Wild rc. enthalten, zu revtdiren. Ist e» den Octrotbeamteu ermöglicht, wa» ja oft der Fall sein wird, zu ermitteln, welcher Betrag für deu octroipflichtigen Inhalt zu entrichten ist, lo wird dieser Betrag durch den Postbeamten erhoben, welcher auch da» Packet besorgt. In dem Fall aber, daß e» dem Octroibramren nicht geltogen sollte, do» Gewicht der octroipflichtigen Sendung festzustelleo, dann erst wird die» de« Empfänger der Sendung «tegethetlt und dieser hat alsdann den schuldenden Octroi« betrag nachträglich zu entrichten. Die Octroibeamteu, welche die Pflicht haben, in dem Packrtraum des Postamts die Revifion der Packete vorzunehmen, find gestern durch den Herrn Post- direetor auf das Pofigrhetmniß verpflichtet wordeu. Allgemeinen Deutschen Lehriunen-Verein» Leipzig, Hohestr. 35, im Lehreriovenhet«. • „Die Sultur, die olle Welt beleckt", hat jetzt auch auf den Jordan sich erstreckt. An dem Orte vorbei, wo einst im härenen Gewände Johanne« taufte, fährt heute das Dampfboot. Schon vor zwei Jahren hatte Abt Pachomius vom Kloster St. Johanne« bei Jericho den Versuch gemacht, mit einem sehr kleinen Dampfer den Fluß zu befahren. Der Versuch gelang, und so wurde im vergangenen Jahre ein kleiner Personendampfer erworben und auf den Jordan gebracht. Er unterhält jetzt einen regelmäßigen Personenverkehr von der Brücke nahe bei Jericho bi« an da« südliche Ende de« Tobten Meere«. Dieser Dampfer, „Prodomus" genannt, ist für die Pilger und Vergnügungsreisenden, die die heißen Gestade de» Tobten Meeres besuchen, eine große Annehmlichkeit. • Nordpolfahrt. Herr Kapitän a. D. W. Bade, der Letter der Gesellschaftsreisen nach dem Nordpol, sendet den „M. N. N." aus einer hübschen Ansichtspostkarte folgenden Gruß: Nördliche» EtSmeer, 16. August 1898. Der Dampfer „Kong Harald" hatte im Eismeer denkbar schönste» Wetter. Nach dem Besuche de» Nordkaps wurde zunächst auf der Bäreninsel gelandet. Aus Spitzbergen besuchten wir die Recherche-Bai, im EiSsjord die Adveut-Bai und Säte- Harbour, iw Norden Magdalena-Bai, Andrär» Ballonstation und Smeerenburg. Hier begegneten wir dem Fürsten von Monaco auf seiner Uacht „Alice". Nordwärts von Spitz« bergen besuchten wir auf 80° n. Br. die Moffeu«Jnsel und erreichten unsere höchste Brette im Polaretse auf 81°5'. Hier landeten mrhrrre Damen und Herren auf einem Et»- felde und amüstrten fich mit Schneeballwerfeu, Tanzen und Photographiren. An Bord Alles wohl; Begeisterung allgemein. — Die Karte zeigt das Eismeer mit den Smeerenburg« Gletschern, im Vordergründe einen auf einer großen Scholle treibenden Eisbären. Universität- - Nachrichten. Erlangen. An der hiesigen Hochschule wurde der approbirte Arzt Dr. med. Hein, aus Wüstegiersdorf als Prtvaldocent für das Fach der Ph-rmacologte und Taxtcologie in die medictntsche Facultät ausgenommen. — AIS Prtvaldocent in der philosophischen Facultät der Uni« verfität Königsberg habtltttrte fich Dr. Richard Loewenherz für Ebemte. Seine Antrittsvorlesung wird „die neueren Methoden der MolekulengewichtSbestimmungen* behandeln — Wie das .Leip,. Tgbl" erfährt, ist Profefior Holder auS Königsberg an die Untoerfität Leip,tg auf den Lehrstuhl der Mathematik berufm worden. Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemeßen am 31. August, zwischen 11 u. 12 Uhr Mittag»: Wafler 14°, Luft 15°. Rübsamen'fche Badeanstalt. mde liegt tat ton tet sich ffltoSn, üta hi» M DtMaU thtll frischt totWt Mchmmz M ft,| >tn Mlvrstru Fm! Im Mia ist kl : uvstr Tebiet bum h bei von Notbeo so doraolfichtliö ilflil Weiter mit zrn Die Ansichten darüber find grtheilt. Die Einen sagen, er käme au» dem Keltischen, nämlich von dem Beiworte „squan‘'= gewunden, schlangeusörmtg, oder von „sin-ane" — der leise Fluß, oder von „sogh-ane" — da» liebliche Ufer. Die Römer latinifirten die Ausdruckweise tu „sequana". Die Anderen behaupten dagrgeu sest und steif, der Name käme au» einem der sanskritischen Wurzel gleichkommeuden Radtcal „sio" — benetzen, befeuchten, dem auch da» deutsche „saugen" und da» englische „to suck" entstammt. ♦ Eia kalter Wasserstrahl Der Physik Proseflor P. in Leipzig war wegen seiner Gutmüthigkeir bekannt und deß- halb kamen in seine Vorlesungen viele von den Leuten, die sür Collegienhöreu nicht gern Geld auSgrben und der Meinung find, daß mau tu unbezahlten Vorlesungen eben so viel lernen kann wie in bezahlten. Diese überzeugten Bekenner dr» Satze», daß die W'ssen'chaft und ihre Lehre frei sei, sahen auf den Hinteren Bänken. Schließlich schien der Profefior -u merken, daß ihrer immer mehr wurden. AIS er nun eine« Tages eine Spritze functioniren und den Strahl durch daS ganze Auditorium gehen ließ, sprach er die geflügelten Worte: „Wie Sie sehen, m. H., ist dies eine ganz vorzügliche Spritze: ihr Strahl reicht von hier bis Nassau!" genannt wird, hat bet den Feioden Drryfu» große Bestürzung hervorgerufen. Ein Redacteur der „Agerce Nationale" begab fich gestern Abend noch zu Madame Henry, um von dieser Einzelheiten zu erlangen. Madame Henry erklärte demselben: Sie find der Erste, der mir von der Verhaftung meines Mannes Mtttheilung macht. Wir kommen soeben au» dem Bade und wollen morgen oder übermorgen zum Landaufenthalt fortreisen. Nach der Rückkehr au» dem Bade kam ein Offizier de» KriegSmintsteriumS und bat um eine Unterredung, die über eine halbe Stunde dauerte. Nach Beend gung der Unterredung sagte mir «ein Mann, der KriegSmimster läßt wich zu fich rufen, ich weiß nicht, zu welchem Zweck, ich weiß auch nicht, wie lange ich abwesend sein werd:. ES handelt fich um eine geheime Action, ich soll n cht beunruhigt fein. An geheime Missionen, die mein Mann vom Kriegsminister empfing, war ich gewöhnt und daher durch diese Berusung nicht beunruhigt. London, 31. August. Der Gew erkoerein»-Longreß in Bristol nahm eine Resolution an, worin er seine Befriedigung über den Vorschlag de» Zaren au»spricht und die britische Regierung anfiordert, Schritte zu thon, um diesem Vorschläge Wirksamkeit zu verleihen. Kopenhagen, 31. Angnft. Bei stürmischem Wetter schlugen drei hohe Wellen über deu norwegischen Schoouer „Livltg", der sofort sank. Trotz aller Rettungsversuche ertranken von der Mannschaft 6 Mann - die übrigen 12 wurden gerettet. Wöchentliche Nebersicht der Todesfälle in Gießen. 35. Woche. Vom 21. August bi« 27. August 1898. (Einwohnerzahl: angenommen zu 24 100 (ind. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 25,89, nach Abzug der Ortsfremden 15,10*/*. vermischte-. • Die Stellenvermittlung de» Allgemeinen Deutschen Lehrerinnen Vereins hat schon Tausenden von Lehrermneu Stellen verschafft. In den 8 Jahren ihres Bestehen« ist fie Familien und Schulen, öffentlichen sowohl wie privaten, fast unentbehrlich geworden. Der Verein ist durch seine große Mitgliederzahl (über 10,000 Lehrerinnen) in der Lage, Vorschläge zu Besetzung der verschiedenartigsten Stellen zu machen. Unter seinen Mitgliedern zählt er Vorsteherinnen, Oberlehrerinnen, Sprachlehrerinnen, die im Anslande gewesen find, Fachlehrerinnen für Zeichnen, Handarbeit und Turnen. Seine Mufiksection besteht nur aus tüchtigen, wohlvor« bereiteten Lehrerinnen, die Schul« und Privatunterricht er« theileu tu Theorie, Sologesang und Cborgesang, Elavter, Violine und Orgel. Auch wird manche Schule und manche« Pensionat mit Hilfe des Verein» abgegeben. I« letzten Jahre hat der Verein 877 Stellen im Jnlaude und AuS« lande vermittelt. Mit freier Station erhielten die Lehrerinnen Gehälter von 300 bi» 2200 Mk., ohne freie Station 700 bis 3600 Mk. Wir bitten Alle, die einer Stellenver« mittlung für Lehrerinnen bedürfen, fich vertrauen»voll zu wenden an die Eentrolleitung der Stellenverwittlun, de» Pari», 31. August. Die Henry, welcher fich gestern al» der Verfasser de» Briefe» bekannt hat, in welchem Lapttän Drehfu» zum ersten Male Magen Darmcatanh 5 ZrllgewebSentzünd. 1 (1) Verunglückung_______2 (2) Ausgleichsverhandlungen wird hier sehr skeptisch beurtheilt. Bezüglich der weiteren Schritte scheint keine Dir ungarische Oppofitioa Neueste Nachrichten. Depeschen de« Bureau .Herold". Berlin, 31. August. Aus London wird hierher tele« grophirt: Nach einer Meldung aus dem Lager von Wad ei Obeid griff Major Stuart Wortley an der Spitze der britenfreundlichen Araberftämme die Vorposten der Derwische au, machte fünf Gefangene und erbeutete ein Boot mit Getreide. Der Major hat die Aufgabe, nach dem erwarteten Treffen bei Omdurman den Rückzug des Feindes nach dem Obernil abzuschneiden. Hamburg, 31. August. Die „Hamburger Nachrichten" glauben aus Grund von Gesprächen mit dem Fürsten Bismarck über die Abrüstung»frage, daß dieser zu dem Vorschläge de» Zaren etwa in folgender Weise Stellung ge« nommen haben würde. Er würde die Menschen« und Völker« freundliche Abficht de» Zaren anerkannt, aber den Plan für undurchführbar gehalten haben. Am wenigsten würde er der Meinung gewesen sein, daß Deutschland auf da« bi»herige Maaß von Rüstungen verzichten könne. Die Abrüstung wäre ohne Gefahr nur möglich, wenn absolute Sicherheit dafür hergestellt werden könnte, daß ^alle Staaten den übernommenen Abrüftung»verpfltchtungen wirklich ehrlich und ohne Hintergedanken entsprächen. Diese Sicherheit hielt Fürst Bismarck nicht für herstellbar. Im Urbrigen hielt Fürst Bismarck ähnlich wie Moltke den Krieg für ein Glied der göttlichen Weltordnung. Wien, 81. August. Im Gemeinderathe verlas gestern trotz heftigen Einspruchs seiner Partei Bürgermeister Lueger einen Antrag der Deutsch-Nationalen, welcher verlangt, daß in Wien eia hervorragender Platz oder eine schöne Straße im ersten Bezirk nach de« Fürsten Bismarck benannt werde. Er stützte diesen Antrag auf die Thatsache, daß feit dem Tode diese» größten deutschen Manne» aller Zeiten der Gemeinderath keine Gelegenheit hatte, der schuldigen Trauer und Dankbarkeit für den Begründer de» neuen Deutschen Reiche» Ausdruck zu geben. Dr. Lueger brachte den Antrag nicht zur Abstimmung- derselbe wird vorau»fichtlich abgelehnt werden. Krakau, 31. August. Der hier verstorbene Schuhmacher- meister Joses Czernek hat sein ganze» vermögen im Betrage von über 30000 Gulden der socialdemokratischen Partei vermacht. Budapest, 31. August. Da» Resultat der gestern beendeten ML Schlachthaus. Freibank. 8582 Heute und morgen: OchskMsch 50 pfg. Summ«: 12 (5) 6 (4) U (1) An«. Die in Klammern gesetzte» Ziffern gebe» «n, wie viele der Tode«fälle in der betreffenden Krankheit «uf von enlwirt« nie* Gieße» gebrachte Kranke komme». Vom 15. ds. Mts. an werden einige tüchtige Arbeiterinnen, sowie Lehrmädchen angenommen. Auch von Damen, welche da« Zuschueideu gründlich erlernen wollen, werden noch Anmeldungen bis zum 1. Lctober entgegen genommen. Geschw. Rosenbaum, <4. Bekanntmachung. Es wird hiermit bekannt gemacht, daß aus der ConcurLmafie des Ludwig Kliukel VI von Lollar 1639 Mk. 31 Pfg. bereit liegen, die an die nicht bevorrechtigten Gläubiger oertheilt werden sollen. Tie nicht bevorrechtigten Forderungen betragen 11374 Mk. 07 Pfg.; die Gläu biger erhalten hiernach 14*/ie Procent. Lollar, den 31. August 1898. 8659 Schwalm, ConcmsVerwalter. afi » . tutlubn „L, LL 'J®'» * ml ' 8‘frtlai||g , M baj ßnfag,! IBM 111 ’ * j|li bieft IHif.- “ Mwilfeta tr ** Wta ""lacht nnb ih« ttoä8ö88 Eich, in ■ ^chtv runfkft Dl: qb bk rillt» dllrch | |t bet Sllilchllh V. ut°g tootte brschlich 1 Ä fich an in b. dah fir üb» k k Thkilllabwr an tu Am 2, October b.AM uni« Glmilldntjr: mt in hitfiger @nmk:: le fieht, «sttllt n st Igct Frische. •• ciseS Tieft» brschiü!i tänato. rc vor dann lalle, e.G.v.v.h ibtx a w oinn. Bei der Er|atz»°. laeschiedtlle» SRitflUe^ nfer mit 48, W' gbach mit 66 Stimm' ntt di, 1 pau« von einer reicht"' Kornernte bericht" w.frW >dw ®,lil 1 tjnl I„ 8 J htrta Sndtermm del»«E gn'brfonbt« ' htl inttrtfi ngM SS-’- bt( bi»” »» ta 4t man, Pro-kl Dgst» *3. (i«ll £ Mi her, wie wir einet Mtttheilung de» Internationalen Patent- > buteau» Carl Fr. Reichelt, Berlin NW. 6, entnehmen, auf | den Gedanken gekommen, daß mehrere Familien gemeinsam eine Equipage nebst allem Zubehör halten, die nach Maßgabe bet nach jeder Partei geleisteten Beiträge der Reihe nach jedem Theilnehmer zur Verfügung steht. Meist hat jede Familie ihre festen, vorauSbestimmteu Tage, an denen ihr da» Geschirr zur Verfügung steht. Aus diese Weise find auch Familien, deren Mittel eS nicht erlauben, eine ständige Equipage zu ’ halten, in die Lage versitzt, den Genuß einer Spazierfahrt । in eigenem Geschirr ohne übermäßige Kosten zu haben. — Um die Illusion ganz vollständig zu machen, besitzt noch gewöhnlich jede Familie ihre eigenen Thüren für den Wagen, die mit dem Wappen ober Movogramm geschmückt finb, und die Wagenbauer sind vollständig darauf eingerichtet, strt» ; mehrere Paare Thüren zu einem Wagen zu liefern. • Der Name „Seine". Woher kommt der Name „Seine", der Name jene» durch Pari» tläge fich windenden, unsauberen Flusse», von dem jeder Wassertropfen mindestens nach vier Ertrunkenen schmeckt und der nach der letzten Verordnung de» Polizeipräsecten den Bewohnern de« V-, VI. und VII. Arrondissement» al» einziger Wasserborn dient? Grosser Reste-Tag heute Donnerstag, den 1. September. 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Grölz, sagt innigen Dank im Namen der Hinterbliebenen: eff. Geld Loose 1 11 Loose für 10 Mk. jom Kesten des Kaufonds des Hess. Fchioereins Maisenschvtz. Ziehung unwiderruflich 15.—17. September 1898. Haupttreffer Mk. 25000 baar ohne Abzug 8642 in d. bekannten Verkaufsstellen u. bei z.F.GHnacker ia Darmstadt. Für das Großherzogthum Hessen wird ein tüchtiger 8641 Reise-IllsPkltor von alter leistungsfähiger Lebens- vers.-Ges. gesucht. Anfangsgehalt 150 Mk. (steigend bis 300 Mk.), 8 bis 10 Mk. Spesen und Prov., bei guten Leistungen Aussicht auf Anstellung als Oberinspector bezw. Generalagent. Off. an Haasen« stein & Bögler, A.»G., Frank« furt a. M. unt. „Reiseinspector" Brief- and Packet Siegelmarken fertigt tu billigen Proben die Reineclauden grüne und gelbe, zu verkaufen, ä Pfund Ädectien: E. vurlhardt. — Druck und Verlag der Brühl'scheu Universitäts-Buch' und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gieße». 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Zur zweite« Hauptübuug haben die drei Compagnien der Feuerwehr: 1) die „Gießener freiwillige Feuerwehr" am Thurmhause am Brandplatze, 2) die „Freiwillige Gail'sche Feuerwehr" am Geräteschuppen j in der Sandgaffe, 3) die „Pflichtfeuerwehr" vor dem Thurmhause am Brandplatze, j Mlmlag den 5. September d. Is., pünktlich 8 jlhr Abends, Aufstellung zu nehmen und pünktlich 8'/, Uhr auf Oswaldsgarte« einzutreffen. (§ 18 der Ortsfeuerlöschordnung ist zu beachten.) Gießen, den 30. August 1898. 8638 Der Brauddireetor: Traber. 8650] Junges Mädchen, bisher als Verkäuferin in ein. Manufacturw.-Gesck., sucht für sof. Stell. Bestimmte Brancke Bauplatz im Mersmg in bester Geschäftslage, für Geschäftshaus vorzüglich geeignet, zu verkaufen. Anfragen unter Chiffre A. B. 8637 an die Expedition dieses Blattes.___________ 8644] Fahrrad (Kissenreif) zu ver- , Kutscher per sofort gesucht. 8651 Carl Huhu, Hoflohnkutscher. 8635] Kutscher gesucht für Ende September. Dr. Geugnagel, Großen-Buseck. 8656] Tüchtiger Pferdeknecht gesucht. _______Rübsamen, Dampfbaggerei. 8636] Ein gesundes, kräftiges Mädchen, das waschen, plätten und kocken kann, wird für außerhalb gesucht. Zu erfragen Südanlage 22, pari._______________ 8632] Wegen Erkrankung meines seitherigen Mädchens suche ich zum möglichst sofortigen Eintritt ein anderes braves u. fleißiges Mädchen. Frau Emma Seilheim, Göthestratze 40, III. Etiketten Brühl’sche Univ.-Druckerei Perfecte Büglerin hat nock Tage frei. 8655 Näheres Tiefeuweg 18. 8634] Tüchtiges Mädchen für Vor- mittags sofort gesucht. Neustadt 1, II. 8645] Für eine kleine, bessere Haushaltung wird ein solides Mädchen, das tüchtig in Küchen- und Hausarbeit ist, gegen hohen Lohn per 1. October gesuckt. Zu erfragen in der Expedition d. Bl. 8619] Jüngeres Laufmädchen sofort gesucht._________Bahnhofstr. 60, II. Lehrmädchen sür Kurzwaarengeschäft gesucht. Angebote unter F. 8661 an die Ex- pedition dieses Blattes erbeten. 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