Nr. 15 i Erstes Blatt. Freitag den 1. Juli 1898 Meßmer Anzeiger General-Anzeiger Bei Postbezug 2 Mark 50 Pf^ vierteljährlich. AezugspreiA vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerloh». Alle Anzeigen-VerminlungSstellen deS In« und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr. Erscheint täglich mit Ausnahme deS Montags. Dir Gießener IsamilienvtLtter werden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigelegt. Anrts- und Anzeigeblatt für den Urei* Gieren. Adresse für Depeschen: Anzeiger chkehe». Fernsprecher Nr. 51. Redaktion, Expedition und Drnclerei: Schntstraße Ar. 7. I Gratisbeilage: Gießener Familienblätter. Amtlicher Theil. Nr. 29 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 24. d. M., enthalt: (Nr. 2496.) Bekanntmachung, betreffend Aenderuvgen der Anlage B zur Verkehrs Ordnung für die Eisenbahnen Deutschland». Vom 19. Juni 1898. Gießen, den 29. Juni 1898. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ____________v. Gagern.__________________ Bekanntmachung, betreffend: Rotzkrankheit bet einem Pferde oeS Nathan Julius Dreyfnß zu Watzenborn. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß bei einem am 22. I. MtS. getödteten Pferde des Nathan Julius Dreyfuß zu Watzenborn chronisch er Nasen- rotz festgestellt worden ist. Gießen, den 27. Juni 1898. GroßherzogltcheS Kreisamt Gießen. _________________v. Gaaern. ____________________ Oberheffischer Obstbauverein. Die auf Souulag den 3. Jult, Nachmittag» 3 Uhr, i« Kloster Arntburg anberaumre Versammlung findet eingetretener Hindernisse halber nicht statt. Gießen, den 30. Juni 1898. Der Vorsitzende des VeretnSbezttkS Gießen. _____________________Dr. Wallau. Gießen, 29. Juni 1898. »ttr.: Die Strafregister- m--r- die Nachweisungen der im ersten Halbjahr 1898 verstorbenen bestraften Personen. Der Großherzogl. Ober-Staatsanwalt beim Landgericht der ProvinzOberheffen au sämmtliche Ortspolizeibehördeu des Kreises Gießen. Sie werden ersucht, die obenerwähnten Nachweisungen bezw. Fehlanzeigen bi» zum 1. August 1898 ohne nochmalige Erinnerung an mich einzusenden. Dr. Güngerich. Die Solidarität der Slaven. Die Vorgänge in Prag gelegentlich der Palaczkyseter haben die Aufmerksamkeit auf die große Bölkergrnppe im Osten und Südosten Europa» gerichtet, welche die Ruffeu, Serben, Bulgaren, Kroaten, Slovrneu, Polen und Czechen unter dem Namen Slavrn zusammeufaßt und weit über 100 Millionen Seelen zählt. In den letzten Jahren haben von diesen nur die Czechen viel von fich reden gemacht, und Nicht» sprach dasür, daß fie i» ihren Bestrebungen wirksame Unterstützung finden würden bet den übrigen Angehörigen ihrer Raffe. Freilich find bet dem Kampfe gegen das Drutschthum in Oesterreich die Czechen Arm in Arm gegangen mit den Polen, aber die» bedeutete immer noch nicht, daß fich alle Slaven solidarisch fühlten gegen die czechischen Widersacher. Die oben erwähnte Feier tu Prag hat nun den Ruf zu einer Sammlung aller flavischeu Stämme gegen die Deutschen veranlaßt, und besonder» au» der Rede de» rusfischen Generals Komarow könnte man schließen, daß der gemeinsame Haß gegen das Drutschthum ein Wunder voll- bracht hätte, nämlich die Einigkeit der Slaven. Aber man darf wohl den auf dem Prager Journalisteutage gesprochenen Worten nicht allzu viel Werth beilegen- zeigt doch insbesondere die Beurtheilung, welche die Rede Komarows seitens der rusfischen Presse erfährt, daß die letztere sich keineswegs mit den haßerfüllten Aeußeruugeu des „General»" einverstanden erklärt. Und eine Verbrüderung der Slavrn ohne Einbeziehung der Ruffen hat wenig Werth, da diese in der großen Ueberzahl sind und aus deren Hülse bet der Verwirklichung der slaoischen Pläne, die auf dir Vernichtung der Deutschen gerichtet sind, gezählt werden muß. Rußland hat mit feinen früheren Bestrebungen, alle Slaven zu vereinigen, ül>k ^sshruugen gemacht. Mit ungeheueren Opfern hat e» die Serben und Bulgaren vom türkischen Joche befreit und dürfte nun wohl auf Dankbarkeit und einen engeren Anschluß dieser Stämme an daö rufftsche Volk rechnen. Aber t» zeigte fich, daß Rußland fich ver- rechnet hatte und weder Bulgaren noch Serben geneigt waren, in dem rufftschen Slavevthum aufzugehev. Bulgarien ist sreiltch nach langjähriger Entfremdung reuevoll in die Arme de» Zaren zurückgekehrt, aber Serbien hat fich von demselben immer mehr abgeweudet. Darau» ist zu ersehen, daß e» mit der völligen Solidarität der Slaven, auch wenn dieselbe nur für den Kamps gegen das Deutschthum gelten soll, gute Wege haben wird. Denn man wuß u. A. auch rechnen mit dem Haß der Polen gegen die Ruffeu und mit dem Gegensatz zwischen der griechischen und der römischen Kirche. Die Polen find unversöhnliche Gegner Rußlands und würden gewiß nicht die Hand dazu bieten, deffeu Macht zu vergrößern, ebensowenig wie dies die römische Kirche thu« würde zu Gunsten einer Erweiterung de» Einflusses der griechischen Kirche. Czechen und Polen in Oesterreich mögen fich vereinigen zum Kamps gegen die Deutschen, eine solche Verbindung mit den Russen würde fich aber wohl kau» erzielen taffen. Sind die auf dem Prager Fest gehaltenen Reden bezeichnend für den Geist, welcher heute unter vielen Slave« herrscht, so darf man doch nicht vergeffen, daß der Nationalitäten- haß wohl in einem und demselben Staate fich breit machen und Unhe-l aurichtev kann, wie die» ja unser Nachbarstaat Oesterreich zur Genüge beweist, daß derselbe aber nicht im Stande ist, auf da» verhältuiß zweier Staaten unter ein- ander einzuwirken, da hierbei die Rücksicht auf die internationale Politik das entscheidende Wort zu sprechen hat. Ueber- dies sind wir Deutsche ein kraftvoller VolkSstamm, der dem Anprall der Slaven zu widerstehen vermag und einen solchen dehhalb nicht zu fürchten braucht. Unsere Landsleute in Oesterreich geben uns in dieser Hinsicht ein gutes Vorbild, fie wehren fich wuthig gegen die slavtschen Uebergrtffe, und e« steht zu erwarten, daß fie trotz der Schwierigkeiten, die ihnen die Regierung bereitet, Erfolg haben werden. Fordern uu» die Slaven zum Kamps, gut, wir nehmen ihn aus und zeigen, daß wir selbst den vereinigten Slaven gegenüber unüber windbar find. (xx) Deutsches Reich. Berlin, 30. Juni. Fürst Bismarck und die Wahlen. Ja einerMtttheilung au» Friedrichsruh schreiben die „Dresdner Nachr." u. A.: „Die durch da» treue Zusammenhalten der Deutschen erzielte Niederlage der Polen ist das einzige Moment, welches dem Fürsten hinsichtlich der diesmaligen ReichstagSwahl eine Genugthuung gewährt hat. Im Uebrigeu hat thu einerseits das Anwachsen der social- demokratischen Stimmen, andererseits die Thatsache, daß die Regierung zur Durchbringung ihrer Entwürfe nach wie vor auf den guten Willen de» Centrums angewiesen ist, wenig I befriedigt. Rach privaten Aeußerungen hält e» der Fürst Feuilleton. Melchior Lechter. Von Georg Fuchs.*) Ja unserer heutigen Betrachtung, die zum ersten Male einen Ueberblick über da» Schaffen Melchior Lechter» bietet, wollen wir nicht sowohl die Einzelheiten prüfend besprechen, sondern vielmehr versuchen, die Schöpfungen ihrer ästhetischen Art nach zu verstehen, sondern auch zu finden, was der Künstler will, noch darüber hinaus will, endlich zu erkennen, roa* solche Kunst, solche Art von Kunst innerhalb der gegenwärtigen Entwickelung bedeute. Wohl ist e» leicht herausgesondert, welche gemetnschaft- liche Grundlagen Lechter» Kunstweise mit derjenigen der übrigen Deutschen har. Man blättert in seinen farbigen Studien und Zeichnungen und verfolgt, wie er ganz al» Impressionist die Eindrücke au» der Natur sammelt- man stellt fich vor seine Oelgemälde und erblickt die Einwirkung der Meister des coloristischen Stile», sonderlich des Anselm Feuerbach und de» Arnold Böckltn, ja, mau möchte ihn den „ächteftcn Sohn" de» großen Vaters von Basel nennen. Jndeß führen uns die CartonS zu seinen GlaSgemälden noch weiter zurück auf jene Meister von Anfang und Mitte de» Jahrhunderts, welche bisher fast ausgeschieden schienen ander lebendigen Ueberlieserung: auf Cornelius, Steinle, Führich, Rethel, Schwind und bringen ihn so dem Han» Thoma nahe. In der Aegtdienkirche zu Münster, in seiner Heiwathstadt, sah er, wenn er zur Messe dienend am Altäre kniete, die „Himmelskönigin" Eduard von SteinleS, jene» merkwürdige Bild, welche» daran erinnert, daß die stärksten u»ter jenen katholischen Künstlern über die Romantik hinan» verlangten nach vollendeter Neubelebung der alten Symbole au» modernem Geiste, nach einer Neudeutung der traditionellen *) Nachstehenden Aufsatz entnehmen wir der von Alexander Koch in Darmstadt herausgegebenen »ortrefnijjen Kunst und Decoratton", die sich namentlich die Pflege nationaler Kunst und Kunstgewerbes angelegen sein läßt. Motive. In der alten Bischofsstadt, wo er zwischen den gedrungenen Säulen wandelte, welche die gothischen Kreuz- gewölbe der Lauben tragen, darin er da» Leben des Markte» und der Kaufhallen fich erströmen sah, wo u zu den F alen und Wimpergen, zu den lichten Gitterwerken, nach den heiligen Wächtern und harfenführenden Engeln und zu den Kreuzblumen der starren Giebel emporblickte, wo er zwischen den herrlichen Formen alter Kirchen den Duft de» Weih- rauche» athmete und himmlische Klänge von brausenden Orgeln vernahm, wo ihn der Prunk feierlicher Hochämter auf die Kniee zwang und da» stille Beschauen bunter Meßbücher in einsamen Zellen tief entzückte, wo er auf allerlei edlem Geräthe und Geschmeide einen Reigen von Gestalten erblickte: den Tanz Überlieferter Formen, der sich in immer reicheren Rhylhmeu durch die Geschlechter der Schaffenden seit Jahr- Hunderten bewegte, an dem fie alle Theil hatten, alle tüchtigen Männer der Heimath: da mußte ihm die Nothwendigkcit einer heimathltchen üeberlteferung für jede» stilistisch reife Kunstschaffen bewußt werden. Ebenso sehr aber auch die andere Nothweudigkeit.: au» der Ueberlieserung heraus weiter zu schaffen, fie forrzusühren- nicht nur da», was fie au Vorbildern bot, nachzuahwen und etwa gar, um mit diesen in vollem Einklänge zu leben, auch die Weltanschauung der Vorzeit wieder künstlich in fich herzustelleu, wie eS von den Romantikern versucht worden war. So wurde Melchior Lechter, ganz ohne fich durch bewußte» Nachfinnen und Wollen letten zu laffeu, unwillkürlich in Verbindung mit der alten Ueberlieserung wachsend und groß, gerade al» ob er al» Lehrling unter den würdigen deutschen Meistern gewesen wäre. So trieb er e« gerade, so wie es diese einsten» pflogen: er that zum Ererbten sein Theil hinzu, er machte da» Ueberkommrne durch Erweiterung, Umdeutung und Umbildung der formalen Charaktere zum AuSdrucktmtttel seine» Geist-S und seiner Zeit- denn so that e» doch früher der Sohn nach dem Vater, der Jünger nach dem Meister. Darum ist der Thättgkeit Lechter- io außergewöhnlich: Aus- merksawkeit zu schenken. Er ist Träger der alten deutschen Tradition, die er bei ihrem heimathlichen Höhepunkte ergriff, bestehen. (Fortsetzung folgt.) bei der Gothik- allein er ahmte nicht» von dem nach, wa» er dort vorfand, sondern er führte die Ueberlteferung über Jahrhunderte hinweg, die bereit» gespannten Brücken nützend, Kraft feiner Gestaltungskraft zum Empfinden und Bedürfe« unserer Zeit hin. So ist er einerseits streng geschieden von den gelehrten Kennern der alten Stile, die in ihren Bilder« und Zierrathen nicht- Eigenes zum Alten geben, anderer« seitS aber ficherer und reifet im Stile, al» alle Anderen, die jüngst den Muth gewannen, für den neuen Geist neue Formen zu finden. . Die größten Meister seiner Heimathgaue, van Eyck, Memlinc, Lochner, belehrten ihn auch, warum den romantische« Künstlern dar nicht gelingen konnte: fie ermangelten hinreichender Schulung im Handwerke. Sie waren zufriedea mit ihrer Zweckerreichuug. Al» ob der prüfende Blick jener Alten auf ihn gerichtet sei, so fleißig und gründlich lernte er seine Kunst. Er kannte und verstand nicht- von den hastigen Bestrebungen seiner ruhmsüchtigen Zeit- und Alter-genoffen. Er war ein einfacher Mann, der gleichsam einen Befehl erhalten hatte, etwas zu vollbringen und danach that. Er bangte nicht mit Zeternder Seele nach glänzendem Erscheinen vor der Orffentlichkeit, denn er wußte, daß die Meister, die er so sehr liebte, un- bekannt geblieben waren bi- zum heutigen Tage, er mußte, daß es für den Schaffenden nur Eine» gibt: Da- Werk! Die- liebte er au- voller, t'eser, frommer Seele- darum liebte er auch das Werkzeug, die bittere Arbeit, da- schwere, schlichte Werk der Hände. So ging er unbeirrbar, nur da» dem Werke Taugliche auuehmend, durch die Berliner Akademie, so durch die ungeheuere Wtldniß der malerischen Bestrebungen und EtnflÜffe seine» Zeitalter-, so auch durch bie Natur. Von allen empfing er, wa» -ein Werk fürder« konnte - keinem aber gab er sich und ttia Werk preis. I» dieser Tendenz scheint mir die wahre Selbständigkeit zu gerade tu 1 t Tagung, in welcher so einschneidende Vorlagen t . i unsere innere Politik zur Erörterung gestellt w für einen Uebelstaud, daß, bei den bestehender i Kampfgruppen, die parlamentarische Lage fortgeseyr uuytw.fi bleibt und daß auf eine sichere Mehrheit für oder wider nicht gerechnet werden kann, — daß also, an Stelle der Politik der großen Gesichtspunkte auch in den kommenden fünf Jahren immer nur „von Fall zu Fall" verhandelt und „gehandelt" werden muß. — Dank de- Großherzog- von Weimar. Die „Weiwarer Ztg." veröffentlicht die folgende Danksagung: Ein erhebendes, seltenes Fest ist Mir soeben zu feiern be- schieden worden, und in demüthiger Dankbarkeit gegen die Führung des Himmels blicke Ich auf die vergangene Zeit zurück, eine Zeit, reich au Beweisen göttlicher Gnade, die Mir und den Meinigen widerfahren find. Wie herrlich fich diese auch au uns offenbart hat, nirgends ist sie Mir doch beglückender entgegengetreten, als in der immer gleichen, liebevollen Theilnahme Meiner LaudeSkiuder. Eine treue Begleiterin aller Ereigniffe in Meinem Hause, der freudigen, wie der traurigen, hat diese schöne Herzensempfindung auch der letzten Geburtstagsfeier gleichsam eine höhere Weihe verliehen- tief bewegen Mich die unzähligen Kundgebungen anhänglicher Gesinnung, deren Anlaß der gestrige Tag gewesen ist, und erfüllen Mein Herz mit inniger Dankbarkeit. Auf daS Freudigste bezeuge Ich diese durch den erneuten Ausdruck Meiner allbekannten laudesväterlichen Gefühle und hege daS feste Vertrauen, daß mit Gottes Hilfe die bisherige enge Gemeinschaft zwischen Meinem geliebten Lande und seinem angestammten Fürstenhause fortbesteheu werde bis in die fernste Zeit, als sicherstes Unterpfand einer glücklichen Zukunft. Wilhelmsthal, den 25. Juni 1898. Carl Alexander. Leider ist der Geburtstag des GroßherzogS dadurch getrübt worden, daß bei der an diesem Tage stattgehabten Stichwahl im Wahlkreise Weimar-Apolda der Socialdemokrat den Sieg davongetragen hat. Der Großherzog soll beim Empfang der Nachricht schmerzlich geäußert haben: „DaS hat mein Hanum Stadt und Land wahrlich nicht verdient!" Berlin, 30. Juni. Der künftige Reichstags- Präsident. Die „Germania" schreibt in ihrer letzten Abendausgabe, daß daS Centrum als stärkste Partei des Reichstags wieder die Stelle des ersten Präsidenten zu besetzen haben werde und daß, da Herr v. Buol dem neuen Parlament nicht mehr angehöre, die Annahme nahe liege, Graf Ballestrem werde von seiner Partei als erster Präsident in Vorschlag gebracht werden. Berlin, 29. Juni. Die Zahl der Socialdemo- k rat en im neuen Reichstag beträgt, nachdem in der Stichwahl ihnen auch München I abgeuommen ist, 56. Sie hatten im Reichstag bisher 48 Sitze inne, von diesen verloren sie 13. Neu gewonnen haben sie 21. Berlin, 30. Juni. Eine Verbesserung der Reichstagswahlstatistik scheint angebahnt zu werden. Die Wahlcommiffare find nämlich angewiesen, dem Statistischen Amte — außer der wie bisher sofort eiuzusendendeu Ge- sammt-Ueberficht für den Wahlkreis — spätestens zehn Tage nach Vornahme der Hauptwahl (engeren Wahl, Neuwahl, Ersatzwahl) eine Abschrift der von ihnen für die ReichStagS- wahlacten aufzustellenden Generalzusammenstellung der Ab- stimmungS-Ergebniffe aus sämmtlichen Wahlbezirken zugehen zu laffen, und zwar unter Aufrechnung der Summen für die einzelnen Kreise (Oberämter in den hohenzollern'schen Landen), sowie für die mehrere Wahlbezirke umfaffendeu Stadt- und Landgemeinden. verlin, 30. Juni. Einen bedeutungsvollen Erfolg hat derReichScommiffar für die Pariser Weltausstellung, Geh. RegterungSrath Dr. Richter, bei einer Besprechung über die Weltausstellung zu verzeichnen gehabt. ES wurde dabei vereinbart, daß die der „Norddeutschen Wagenbau- Bereinigung" angehöreuden Anstalten sich inSgesammt an der Pariser Weltausstellung betheiligen und ausstellen werden: einen Spetslwagen, einen Salonwagen, einen Aussichtswagen, einen Kranken-Salon-Wagen, einen V-Wagen 1. Klaffe, einen Schlafwagen neuesten preußischen Typs, einen Brief-Postwagen und unter Umständen noch zwei Wagen 2. u. 3. Klaffe. Auf dem Ausstellungsplatze werden hierfür 170 Meter Geleise zur Verfügung gestellt werden und im Ganzen für diesen Zweck 1700 Raummeter verwendet werden können. Die nächste Besprechung soll im October in Paris stattfinden. Ars-Unsd» Paris, 29. Juni. Die Aufnahme, welche das neue Miutsterium Seitens der Blätter findet, ist eine stark getheilte. Die gemäßigten und conservativ-republikanischen Blätter erwarten bereits morgen anläßlich der Debatte über die allgemeine Politik eine entschiedene Niederlage. Dagegen hoffen die radicalen Blätter, daß fich für das Ministerium eine genügende Majorität finden werde. Madrid, 29. Juni. Heute unterzeichnete die Königin- Regentin ein Decret, welches die sofortige Bildung einer Division von Hilfskreuzern verfügt. Die sion besteht aus den mit Artillerie versehenen Schiffen s HI., Joaquim, Pielago, Ciudado de Cadiz und ,.vüX. Madrid, 29. Juni. General Blauco telegraphirte an die Regierung, daß fich die Landung der InsurgenUn« führer Sanguilla und Bethencourt mit 1000Manu Artillerie und zahlreicher Munition in Baues (Pinar del Rio) bestätigt. Madrid, 29. Juni. Nach aus Port Said hier ein- getroffenen officielleu Meldungen befindet fich das spanische Geschwader bereits auf der Durchfahrt durch den Suez- Canal. Madrid, 29. Juni. Nach officieller Meldung aus Santiago zieht fich das amerikanische Landung-- Corps infolge der in den letzten Gefechten erlittenen Schlappen nach der Küste zurück und errichtet dort verschanzte Lager, in welchen er Verstärkungen abwarten will. Madrid, 29. Juni. Au- Manila wird gemeldet, daß auf Ersuchen des Gouverneurs der Commandant de- spanischen Geschwader- Befehl erhielt, Manila vor weiteren Angriffen der Insurgenten zu schützen. Madrid, 29. Juni. Nach einer Meldung aus Manila find die nach dem General Mouet und seiner 1000 Mann starken Abtheilung auSgesandten Boten unverrichteter Sache zurückgekehrt. Der größte Theil der Insel Luzon hat fich wegen Mangels an Lebensmitteln ergeben, ebenso General Pena, weil fall alle seine Leute, welche Eingeborene waren, zum Feinde übergegaugen find. Mehrere reiche Spanier, darunter auch die Gouverneure verschiedener Provinzen, haben fich nach Cavite geflüchtet. Die Aufständischen halten Manila mit 25000 Mann etngeschlossen. Alle Verbindungen nach außen find abgeschnitten. Da- spanische Geschwader wird in Manila stündlich erwartet, da die Lage unhaltbar geworden ist. _ Gibraltar, 29. Juni. Bei Cadiz find 1500 Mann Verstärkungen und eine Batterie Artillerie augekowmen. Cocate» rrird j-eovinzieUes. Gießen, 30. Juni 1898. * * Empfang. Seine Königliche Hoheit der Großherzog empfingen am 29. Juni u. A. den Major Goldman n, Batatllon-commaudeur im Infanterie-Regiment Nr. 28, den Pfarrer Euler von Gießen, den Polizeicommiffär Ortwein von Nauheim. * * Ernennungen. Seine Königliche Hoheit der G r o ß - Herzog haben Allergnädigst geruht, die Geometer 1. Klaffe Johann Heil au- Schlitz und Friedrich Lohne- au- Höchst i. O. zu Katasteringenieuren bei dem Katasteramt zu ernennen. * ♦ Auszeichnung. Seine Königliche Hoheit der Groß- herzog haben Allergnädigst geruht, am 28. Mai l. I. dem Forstwart der Forstwartei Ilbeshausen, Förster Friedrich Möuuig zu Ilbeshausen aus Anlaß seines am 29. Juni l. I. eiutretenden fünfzigjährigen DieustjubiläumS das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen zu verleihen. * • «rbeiter.Wohnnngen. GroßherzoglicheS Ministerium des Innern hat genehmigt, daß der Vorstand der Versicherungsanstalt Großherzogthum Hessen zu Darmstadt Darlehen auf Arbettrrwohnungen auch unmittelbar an Arbeiter gewährt. Der Zinsfuß ist auf 3pCt. ermäßigt, es muß jedoch jährlich mindestens lpCt. auf die Schuld abgetragen werden, und die Beleihung darf bis höchsten- % der Schätzung stattfiuden. Zn Betreff der Allgemeinen Bauordnung hat der Abgeordnete Schönberger eine Anfrage an Großh. Ministerium gerichtet welche lautet: Die in der allgemeinen Bauordnung vorgesehene Baugenehmigung wird von den Ber- waltung-behörden theilweise durch Verfügungen bethätigt, welche unveraulaßte erschwerende Vorschriften und Bedingungen der Bauerlaubniß enthalten und zu bedauerlichen Störungen, Verzögerungen, Mißständen und Nachtheileu von Staatsbürgern geführt haben. ES ist weiter schon vorge- kowmen, daß gegenüber definitiv ertheilter Bauerlaubniß auf ganz.einseitige, grundlose Einsprachen dritter Personen ohne Weiteres von Berwaltuug-behörden Einhalt geboten, und die bereits ertheilte Bauerlaubniß demnächst mit ganz neuen erschwerenden Bedingungen versehen worden ist, welche fich al- uuvöthig herausgestellt haben. Durch derartige Vorgehen haben fich gleichfalls jahrelange Verzögerungen und große Benachtheiligungen ergeben. Der Unterzeichnete erlaubt fich die ergebenste Anfrage an Großherzogliches Ministerium: 1. ob dasselbe Kenutniß von solchen Mißständen und deren Folgen hat, 2. wa» GroßherzoglicheS Ministerium zu thun gedenkt, um solchen Mißständen entgegen zu wirken, 3. ob GroßherzoglicheS Ministerium beabfichtigt, in solchen Fällen den dadurch beschädigten Staatsbürgern Ent. schädigung zu Theil werden zu laffen. Am Gießener VolkSbad wird im Innern lebhaft weitergeschafft. Ja den nächsten Tagen wird man die erste Probefülluug deS großen Schwimmbassins vornehmen, um dasselbe auf seine Dichtigkeit zu proben. Als Termin der Fertigstellung des Bade- ist Anfang September in Aussicht genommen. Unsere Radfahrer Kolonie vermehrt fich immer mehr. Zu den Ravfahrern Opel, Verheyen, Derossi, Cisotti, Dnill, Boggio, welche sämmtlich in Gießen wohnen, und den Gebrüdern DöngeS wird in den nächsten Tagen der Italiener Miuozio kommen. Die Radler erklären sämmtlich, daß fie Gießen als Wohnort vorziehen, weil fie erstens die ganz vorzügliche Rennbahn für ihr Training schätzen und weil eS fich im Allgemeinen hier gut und solid leben läßt. • • Lahuthal Sängerbund. In dem durch seine reizvolle Lage weithin bekannten Marburg, begeht vom 9. biS ll.Juli d. I. der vor 38 Jahren aus nationaler Gefinvung hervor» gegangene Lahnthal-Sängerbuod sein 22. Bundesfest. Gegen 500 Sänger des Lahn- und DillthaleS werden fich dort zusammeufinden, um in edler Begeisterung vaterländische Schöpfungen hervorragender Meister der Ton- und Dichtkunst, sowohl im Kunstgesang wie auch besonders im Volkslied, in Gesarnmtchören wie in Einzelvorträgeu zu Gehör zu bringen. Den Theilnehmern an diesem Feste, da- im Ueb- rigen volkSthümlich ausgestaltet ist und zu deffen Wohlgelingen fich alle Stände und Berufskreise vereinigt haben, stehen genußreiche Tage bevor. Da- wird für viele Fremde, selbst auf weitere Entfernungen hin, eine willkommene Gelegenheit sein, da- freundliche Städtchen, seine wunderbar schöne Umgebung, und vor Allem seine gastlichen Einwohner kennen zu lernen, für viele Andere, die Marburg au- ähnlichen Veranstaltungen kennen, ein Anlaß sein, dorthin zu gehen, um in Erneuerung alter Verbindungen freudige Erinnerungen an schönverlebte Tage aufzufrischeu. Die Festordnung ist wie folgt ausgestellt: Samstag den 9. Juli: Don 7 bi- 12 Uhr: Concert der Capelle des Hessischen Jäger-BataillovS Nr. 11 (Königin Margherita von Italien). — Gesellige Unterhaltung. — Abends 10 Uhr präcis Turnerische Aufführungen von Mitgliedern der Turngemeinde Pyramiden) auf dem Festplatze. Sonntag btn 10. Juli: Don 9 Uhr vormittags ab: Empfang der auswärtigen Sänger und Gäste am Hauptbahnhofe. 11 Uhr Dormittags: Begrüßung der Sanger durch den Fest-Vorsitzenden Herrn Bürgermeister Siebert auf dem Feftplatze. Anschließend daran: Generalprobe der Gesammtchöre. 2*/, Uhr Nachmittags: Aufstellung des Feftzuge- tu der Bahnhofstraße. 3 Uhr: Abmarsch deS FestzugeS durch die Hauptstraßen der Stadt nach dem Festplatz. Ansprache des Herrn LandgerichtSrath Gleim. Instrumental- und Vocal-Concert der gesummten Jägercapelle und der Bundesvereine. 8 Uhr Abends bis 2 Uhr Nachts: Abwechselnd Tanz und Concert von der Marburger Stadtcapelle bezw. Jägercapelle. Montag den 11. Juli: 7 Uhr Morgens: Weckruf von der gejammten Jägercapelle. 9 Uhr: Sammeln der Festtheilnehmer am Rudolph-Platz zum Ausflug nach dem Kaiser WilhelmSthurm. Daselbst Concert der gesummten Jägercapelle. 12 Uhr: Rückmarsch nach der Stadt bis zum Marktplatz mit der Mufikcapelle an der Spitze. 4 Uhr Nachmittags bis 11 Uhr Abends: Concert der gesummten Jägercapelle, abwechselnd mit Tanz von 4 Uhr Nachmittags bis 2 Uhr Nachts (Stadt- capelle). 10 Uhr präcis: Turnerische Aufführungen von Mitgliedern der Turnvereins (Pyramiden in Verbindung mit Marmorgruppro). • • Eine für Zagerkreife wichtige Entscheidung hat vor Kurzem daS Kammergericht gefällt. — Ein Jagd- berechtigter im Kreise König-berg Nm. war, als er sein Jagdgebiet verlaffen hatte und sich auf dem Heimwege befand, von einem GenSdarmen ungehalten und nach seinem Jagdschein gefragt worden. Er verweigerte dem Beamten die Vorweisung der Legitimation, da er keine Veranlaffung habe, dies außerhalb des Jagdgebietes zu thun. Er wurde dann zur Anzeige gebracht und erhielt ein Strafmandat. Gegen dieses erhob er Widerspruch uud beantragte richterliche Entscheidung, wobei er die Sache durch alle Instanzen bis zum Kummergericht führte, dus endlich den Full zu seinen Gunsten entschied, indem el erklärte, der controllirende Beamte habe nicht daS Recht, die Jäger vor uud nach der Jagd nach den Jagdscheinen zu fragen. In der Begründung der UrtheilS heißt eS: „Die Jagd übt nur Derjenige aus, der jagdbaren Thieren nachstellt, um fie todt oder lebendig in seinen Besitz zu nehmen. Wenn aber ein Jagdberechtigter, nachdem er auf seinem Jagdgebiete die Jagd auSgeübt hat, es verläßt und fich außerhalb desselben auch noch mit Gewehr und Jagdgerätdeu versehen und seine Jagdbeute tragend, auf dem Heimwege befindet, so übt er die Jagd nicht mehr auS, denn er stellt nicht jagdbaren Thieren nach. • » Religions-StatisttscheS. Nach den Mittheilungeu der Hessischen Centralstelle für LaudeSstatiftik find im Jahre 1896 im Großherzogthum Hessen 102 Uebertritte von der katholischen Religion zur protestantischen erfolgt und 10 von der protestantischen zur katholischen. Unter den bürgerlichen Eheschließungen gab e» 577, bei denen die Frau katholisch, 651 bei denen der Mann katholisch ist. Davon wurden durch protestantische Pfarrer getraut 295 Paare, bei denen die Frau und 223, bei denen der Mann katholisch war. JnS- gesammt wurden 6583 protestantische Ehen civiliter, davon 5618 auch kirchlich geschloffen. Die Zahl der auS Mischehen geborenen Kinder betrug 3943; davon wurden durch protestantische Pfarrer 1097 getauft, deren Mutter und 635P deren Vater katholisch ist. InSgesammt wurden 20830 Kinder protestantisch getauft. Die Gesammtzahl der Confirmirren betrug 14028, davon hatten 623 eine katholische Mutter und 307 einen katholischen Vater. •• Bade-Regeln. Man bade entweder am frühen Morgen oder am späten Nachmittag, nie nach eben vollendeter Mahlzeit. Vor dem Baden vermeide man jede Aufregung uud allzu große Anstrengungen, namentlich sorge man für eint mittlere Körpertemperatur und durch langsamer Entkleiden für eine allmähltge Abkühlung. DaS Herumlanfeu und Herum- lungern vor uud nach dem Baden uud in den Pausen muß streng vermieden werden. Etwaige Erkältungen find auf diese Unfitte zurückzuführen. Nachdem mau daS Waffer verlaffen hat, reibe mau fich nicht nur trocken, sondern warm, lege schnell die Kleidung an und mache noch einen Spaziergang, bis die gewöhnliche Körpertemperatur erreicht ist. DaS Baden erfüllt seinen Zweck nur halb, wenn eS nicht mit Schwimmen verbunden ist. Abgesehen davon, daß Erkältungen und Ertrinken in der Regel den Nichtschwimmer treffen, gibt eS wohl kaum eine Bewegung, die alle Theile des Körpers so gleichmäßig beschäftigt wie daS Schwimmen. — Dem Krampf im Waffer fallen jährlich viele Personen, darunter vorzügliche Schwimmer, zum Opfer. Der bis zum letzten Augenblick noch muntere Schwimmer macht plötzlich ungewöhnliche Bewegungen mit den Armen, finkt lautlos in die Tiefe und verschwindet zum Schrecken der Badenden — der „Krampf hat ihn befallen!" In Wirklichkeit aber ist es niemals Krampf im gewöhnlichen Sinn, der den Schwimmer befallen hat. Das schnelle Nachlaffen der Muskelkraft wird dadurch erzeugt, daß Schaum oder Wafferstaub in den Schlundkops mit der Einathmung gelangt und in die Luftröhre eindringt oder, wie es im BolkSmund heißt, in die „falsche Kehle" ge» räth, wodurch eine fast augenblickliche Stockung sämmtlicher AthmungSorgane eintritt. Kommt daS Waffer bei Beginn einer Athmung in die Luftröhre, wenn die Lungenflügel ganz luftleer find, so finkt der Körper sofort. Wenn daher die Mitbadenden bemerken, daß Jemand beim Baden ungewöhn- liche Bewegungen macht, so müffen fie sofort Hilfe leisten, weil der Betreffende unter den beschriebenen Umständen keinen Hilferuf uuSstoßen kann. Vom südlichen Odenwald, 28. Juni. In den letzten Tagen wurde in dec hiesigen Gegend mit der Heidel beerenernte begonnen; allgemein dürfte sie jedoch erst in etwa zehn Tagen erfolgen. Die Ernte verspricht reichlich zu werden und der armen Odenwaldbevölkeruug wieder eine uennenswerthe Einnahme zu bringen. Auch in diesem Jahre haben die Behörden Maßnahmen getroffen, um die Heidelbeerensammler vor Uebervortheilungen durch die Händler zu schützen, insbesondere soll darauf gedrungen werden, daß die Beeren nicht gemeffen, sondern gewogen werden. A Mainz, 29. Juni. Die hiesigen Stadtverordneten beschloffen heute Abend die Errichtung eine- städtischen Electricitätswerkes und bewilligten entsprechend den Vorschlägen der bestellten Spezialcommisfion hierzu einen Credit von Mk. 1,700,000. Da- Werk soll mit Drehstromsystem auSgesührt werden. Als Platz ist die „Ingelheimer Aue" in Aussicht genommen, doch ist die Stelle noch nicht genau bestimmt. — Der Antrag auf Anschluß an den von der Wormser Stadtverwaltung gegen die Einleitung de- Fäc al stosse vonMannheim in d en R h ein erhobenen Einspruch wurde, couform dem Beschluß des OrtSgesundheitS- raths, von den Stadtverordneten mit großer Majorität abgelehnt. Eine sanitäre Gefahr glaubt die Mehrheit der Stadtverordneten in der Einführung der FScalstoffe in den Rhein nicht erblicken zu können, wogegen ein Arzt, Dr. Mafferell, gerade aus sanitären Gründen den Wormser Einspruch mit großer Entschiedenheit befürwortete. A Au» Rheinhessen, 29. Juni. In Wöllstein find zwei Kinder, da- eine 3 und da» andere 1 Jahr alt, ver- brannt. Die Eltern der Kinder waren zur Heuernte gegangen und hatten die Kleinen ohne Aufficht gelaffen. Arrr der Zeit für die Ießt. Vor 19 Jahren, am 1. Juli 1879, wurde in der Irren- Anstalt Burghölzli bei Zürich der Dichter Heinrich Leut- hold von seinen geistigen Leiden durch den Tod erlöst. Er gab zuerst mit Geibel fünf Bücher ftanzösischer Lyrik heraus. Seine eigenen Lieder, die 1879 durch Freundeshand in die Oeffentlichkeit gelangten, laffen einen ganz bedeutenden Lyriker erkennen; sie sind, ähnlich wie die Lenaus, oft tief schmerzlich, oft voll trotziger Weltverachtung. Der Dichter wurde am 9. August 1827 zu Wetzikon in der Schweiz geboren. • Aus Jerusalem, 13. Juni, meldet der „Aeghpt. Cur.": Eine seltene Ueberraschung bot vergangenen Sonntag die türkische Militärkapelle, die Sonntags von 4 bi» 5 Uhr im Pavillon des StadtgartenS muficirt. Plötzlich nämlich ertönten im Marschtempo die bekannten Klänge der Händel'schen Compofition: „Tochter Zion, freue dich, sieh', dein König kommt zu dir!" Wir trauten unseren Ohren kaum, und billig fragte man sich: JstS möglich, daß die MuSlemin dieses Lied ihrem Spielplan einverleibt haben? Wie mag das gekommen sein? DeS RäthselS Lösung ist einfach. Ein Herr H., der vom Kapellmeister gebeten worden war, etliche deutsche Märsche (wohl mit Bezug auf würdige EmpfangSmufik beim Besuch deS deutschen Kaiser») zu bestellen, hat sich den Spaß erlaubt, auch dieses Lied kommen zu laffen, und so schmettern nun die türkischen Soldaten die Weise, die sie wegen der Schleifen besonders lieben, gar herzhaft über die „Tochter Zion" hin, nicht ahnend, was sie blasen. Mehr Schwierigkeit scheint ihnen „Die Wacht am Rhein" zu machen- da haperte e» neulich noch gewaltig. * Bom Kyffhauser. Der ehrwürdige Khffhäuserberg ist zu einem Wallfahrtsorte des Volke- geworden. Wer ?8 irgendwie ermöglichen kann, will da- große Nationaldenkmal gesehen haben. Wie in den Vorjahren, so strömen auch in diesem Jahre viele Tausende von den Bahnstationen Roßla, Berga und Frankenhaufen aus durch den herrlichen Wald nach dem Gipfel des Berges. An dem letzten schönen Sonntage besuchten etwa 4000 Personen da- Denkmal. Man muß das Leben vnd Treiben der Tausende sehen, die den Denkmalsplatz und die idyllisch gelegene, nach den Plänen des Profrffors Bruno Schmitz erbaute Wirthschaft mit ihren schattenreichen Plätzen beleben, um Studien an der Eigenart der verschiedenen deutschen Stämme zu machen. Da trifft man Krieger-, Gesang- und Turnvereine, Deutsche aus allen Gauen deS Vaterlandes, auch Fremde, die sich an dem großartigen Detkaral und der lieblichen Gegend ergötzen. In der Wirthschaft stndet der Tourist vorzügliche Verpflegung und billige- Nachtquartier. Der Besucher de- Harze- und von Thüringen werden e- nicht bereuen, wenn sie einen Abstecher nach dem sagenumwobenen Khffhäuser machen. * Der neue Reichstag ist, den Namen der Abgeordneten nach, eine fast vollständige Vertretung aller Stände und Berufsgruppen. Vom Rath und Ritter bis zum Träger und Steinhauer, vom Hofmann und Richter bis zum Leineweber und Stöcker finden sich alle Schichten der Bevölkerung im neugewählten Parlamente. An erster Stelle steht das Handwerk, das ein Sattler, drei Müller, ein Baumann, ein Schmieder, Schmidt und Schmitt, ferner ein Metzger und ein Brodbeck im Reichstage vertreten. Den Werthstand repräfentirt ein Hauffe, bewaffnet mit Spieß und Haake, den ein Heeremann zum Sieg führt, den Handelsftand ein Kauf- mann und ein Krämer, Hochfinanz ein Werthmann. Die Kunst und Literatur hat nur einen Heine entsandt und einen Sieger, der kein Meister ist. Von den deutschen Stämmen giebfs im Reichstag einen Franken und einen elsässischen Preiß, neben denen ein Hesse, ein Sachße, sowie als Vertreter des Auslandes ein Rormann und Franzius figuriren. Die Land- und Forstwirthschaft vertreten ein Bauermeister, ein Förster, der sich mit Esche und Birk zu schaffen macht, ein Fischer, in dessen Fischbeck sich nur ein Plötz und ein Krebs befinden, ein Köhler und ein Jäger. Dieser mit Hieber und Fußangel ausgerüstet, stellt dem Bock und dem Böckel, dem Haase und dem Haas nach, bleibt aber dabei nicht Stumm, sondern stößt in's Horn. Arg gefährdet ist das zahlreich vorhandene Hühnervolk der Hahn, Hähnle und Hänel mit ihrem Küchly durch den Geyer und Sperber, welche mitunter auch das friedliche Lama nicht verschmähen. Ein Raab und ein Wurm sind die übrigen Repräsentanten des Thierreichs. Für den einzigen Effer ist durch Kohl und Speck, Klooß und Pfannkuch zur Genüge gesorgt, dem Pichler dagegen wird trotz der Hitze Blos ein Kirsch geboten. Für den einzigen Geck des Parlaments, der seltsamer Weise ein Rother ist, giebt's einen Spiegel. Wird auch im neuen Reichstage mancher Spahn angefochten werden müffen, mancher Abgeordnete eine Mauser durchmachen, wird es auch öfter Hoch hergehen, der Ton Rauh oder öfter noch Gröber als bisher sein, eins fehlt dem Parlamente nicht, der nothwendige Ernst zur Arbeit. Wenn sich die einzelnen Parteien nicht mit Haffe begegnen, Lieber von einander Lehr annehmen, wird sich's auch mit dem neugewählten Parlamente gut auskommen laffen. Er ist nicht viel besser, aber auch nicht viel schlechter als seine Vorgänger, selbst die Regierung wird mit ihm recht zufrieden fein können, wenn sie nur nicht an Opfergelt gar zu Vielhaben Will. (Berl. Volksztg.) • Ausmerzung des Wortes „Deutsch". Ein Schulmann schreibt der „N. Fr. Pr.": An vielen Gymnasien Oesterreich- wird da- deutsche Lesebuch von Leopold Lampel (Wien, Alfred Hölder) verwendet. In dem vierten Bande (für die vierte Klaffe) findet sich da- LeseftÜck „Bom St. Stephans- thurme" von Adalbert Stifter (au- den „Vermischten Schriften", 1870, zweiter Band, „Schilderungen au- dem alten Wien"). Die erste Auflage de- Lesebuches vom Jahre 1884 enthält auf Seite 161 den Satz: „Einmal trauten wir auf dem Thnrme das Wohl .... des deutschen Vaterlandes .. ." In der vierten Auflage vom Jahre 1893 erschien das Wort „deutsch" bereits bedenklich und staats- gefährlich, und e- lautet der Satz auf Seite 131 daher nur mehr: „Auf da- Wohl. .. des Vaterlandes ..." Demnächst dürfte wohl auch der Titel de- Buches „Deutsches Lesebuch" als aufreizend und „provocatortsch" erscheinen und in „Lesebuch" schlechtweg verbösert werden. ♦ „Cohn" in der Chemie. In einem Nachruf, den die „Bre-lauer Ztg." Ferdinand Cohn, dem berühmten Botaniker und Ehrenbürger Breslaus, widmet, wird folgende Anecdote erzählt: Wenige akademische Lehrer besaßen die Gabe, den Studirenden ihre Specialfächer so klar darzustrllen, wie Ferdinand Cohn, der da- Semester wiederholt mit dem Scherze eröffnete: „Die vier Grundstoffe der Pflanze find Kohlenstoff — 0, Sauerstoff — 0, Wasserstoff --- 8, Stickstoff = N. Dabei hatte er, scheinbar abfichtSloS, diese vier Buchstaben an die Tafel geschrieben und fetzte lächelnd hinzu: „Sie sehen, daß ich von den Pflanzen Etwas ver» stehen muß." Citaratur Munft. — Der Alte und der Neue Reichstag. Vergleichende Karten der Ergebnisse der Retchstagswahlen 1893 und 1898 von Paul Langhans. (Sonderausgabe aus Justus PertherS' Staats, bürger-Atlas.) Preis 40 Pfennig. Golha, Justus Perthes. Der Alte und der Neue Reichstag, zum unmittelbaren Vergleich in vielfarbigem Kartenbtlde einander gegenübergestellt — das ist jedenfalls j die anschaulichste Darstellung der Wahlergebnisse von 1893 und 1898. i Paul Langhans hat sofort nach den Stichwahlen unter obigem Titel ein geschmackvoll ausgestattetes Heftchen erscheinen lassen, das in seiner sauberen und klaren Darstellung sich hoch über die sonst üblichen rohen Reicktztagswahlkarten erhebt. Außer der Parteifarbe seines gewählten Abgeordneten zeigt jeder Wahlkreis gegebenenfalls auch die Partetfarbe des in der Stichwahl unterlegenen Gegners; die „Wilden" sind wiederum unterschieden in wtrthschaftlich rechts und links stehende, d. h. solche, die den „Sammlungsaufruf" und solche, die den freisinnigen Gegenaufruf unter schrieben haben „Der Alte und der Neue Reichstag" dürfte als das pretswertheste Andenken an den verflossenen Wahlkampf zu bezeichnen sein. — Mit der Deutschen Kunstausstellung Dresden 1899 wird eine Cranach-Austtellung verbunden sein, welche unter der Leitung deS Directors der königlichen Gemäldegalerie, Geheimen Hofraths Prof. Dr. Wörmann, steht. Sie hat sich die Aufgabe gestellt, ein möglichst umfassendes, richtiges und anschauliches Bild ' von dem eigenhändigen Schaffen des altsächsischen Malers Lukas ; Cranach deS Aelteren (1472—1553) zu geben. Universitäts-Nachrichten. Würzburg. In der hiesigen Universität, ebenda, von wo die erste Kunde über diese Strahlen die Welt überraschte, ist es gelungen, in einem Leichenmuskel etngekapselte Trichinen mittels Röntgenstrahlen aus der photographischen Platte nachzuweisen. Die EntdÄung ist natürlich für die Erkennung der Trichinose von großem Werth, vor Allem aber zeigt sie, bis zu welcher Feinheit die Nutzbarmachung der Röntgen'schen Entdeckung bereits vorgeschritten ist. — Der Rector der Universität Berlin, Professor Gustav Schmoller, feierte am 24. Juni seinen 60. Geburtstag. — Jubelfeier der Francke'schen Stiftungen. Die altehrwürdige Universität Halle-Wittenberg begeht in den Tagen vom 29. Juni bis 1. Juli die 200jäbrige Gedenkfeier der segensreichen Stiftungen August Hermann Franckes. Nicht nur die Uni- versitätskreise, sondern auch zahlreiche ($ großartigen Liebeswerkes von dem unftei Halle geiilt, um das Fest in würdiger W — An der Universität Straßbur vr. Johannes Kromayer als PrtvatI habilitirt. Freunde de8 ncke sind nach hm. der Oberlehrer alte Geschichte — Das Reichsamt des Innern hat utm uiucnuidjm Professor an der Universität Freiburg t. B., Dr. Ernst FabriciuS, die Function eines dritten Dirigenten bet der Reichs-Ltmes-Commtffion übertragen. Verkehr, Land- nnd volkswirthschaft. Gießen, 30. Juni. Viehmarkt. Der gestrigetkOchsmmarkt war sehr gut besahren. Es mochten etwa zwischen 250—300 Stück Fahrvteh zum Verkauf stehen. Der Handel ging zu Anfang des Marktes etwas schleppend, nahm aber dann ein lebhaftes Tempo an, so daß der Markt um 11 Uhr geräumt war. Prima-Gangochsen wurden zu 850-900 Mk., zweite Sorte mit 700-750 Mk., dritte Sorte mit 600—650 Mk. per Paar gehandelt, 2>/,jährige ungelernte und gelernte Stiere wurden mit 400—450 Mk. per Paar verkauft. — Der Schweinemarkt hatte einen Auftrieb von etwa 1000 Stück. Die Preise blieben für gute Waare in alter Höhe. Der Markt blieb um eine Kleinigkeit überständig. Gottesdienst in der Synagoge. Samstag den^2. Juli 1898. Vorabend 745j Uhr, Morgens 83’ Uhr, Nachmittags 4 Uhr Schrifterklärung, Sabbathausgang 9" Uhr.____________ Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemeffen am 30. Juni, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags: Wasser 15°, Luft 18°. Rübsamen'sche Badeanstalt. Neneste Nachrichten. Depeschm deS Bureau „Herold-. Berlin, 30. Juni. Dem „Local-Anzeiger" zufolge erregt in Konstantinopel die Verhaftung von vier jung- türkischen Marine Offizieren Aufsehen. Dieselben wurden auf der großen Brücke zwischen Stambul und Galatha von mehreren Polizisten festgenommen und bis zum Eingang der Drahtseilbahn in Galatha geführt und diese sodann für das Publikum auf einige Minuten gesperrt, bi- die Offiziere mit ihrer Begleitung in einem Separatzuge nach Pera hinaufbefördert waren. Am Tunnel-Eingang in Pera wurden die Arrestanten in bereitstehende Wagen nach dem Polizeigewahrsam gebracht. Die Verhaftung wird auf jun-türkische Umtriebe zurückgeführt. Prag, 30. Juni. Der Gemeinderath der vereinigten Gemeinden Nu-le und Pankratz bei Prag beschloß, die fdt undenklichen Zeiten auf dem Ringplatz stehende Statue de- heiligen Johannes in eine Huß-Statue um» zuwandeln. Auf Einschreiten der kirchlichen Behörden verbot die Polizei die Ausführung dieses Planes. Trotzdem erschienen am letzten Dienstag Arbeiter und begannen der Statue den Kopf abzumeifeln, worauf die Polizei einfchrnt und die Weiterarbeit untersagte. Die Statue wird von Schutzleuten bewacht. London, 30. Juni. General Linare- hat, wie durch Spione bekannt geworden ist, Santiago In weitem Umkreise befestigt. Graben find gezogen, Minen gelegt und Fallen aller Art errichtet worden. General Wheeler kletterte auf einen B^um, um Außguck zu halten. Er sah die Spanier an den Wällen arbeiten. Garcia hält Santiago in einem Halbkreise nördlich abgeschloffen. London, 30. Juni. Die Uaion-truppen haben S ab ans la Piedra und Salado, Dörfer an der Straße nach Santiago de Cuba, besetzt und campiren dort unbelästigr von den Spaniern, die sich auf die Vertheidigung Santiagobeschränken. London, 30. Juni. Der Dampfer „Yade" bringt von dem Fort Monroe 20,000 Cattun-Uniformeu nach Cuba zum Ersatz der Tuch-Uniformen. London, 30. Juni. General Pando steht mit 8000 Mann jetzt ungefähr 5 Meilen von Santiago entfernt nno beeilt sich, dem General LmareS zu Hilfe zu kommen. — General Shafter stellt in Abrede, daß da- gelbe Fieber unter feinen Truppen herrsche. Madrid, 30. Jani. Nach einer Meldung au- Portorico wurde der Dampfer „Antonio Lopez" bei dem Versuch, in den Hafen von San Juan einzulaufen, von einem amerikanischen Kreuzer verfolgt und gerieth auf Grund. Zwei spanische Schiffe wollten den Dampfer schützen und unterhielten mit dem amerikanischen Kreuzer ein lebhaftes Feuer. Der Krffel de- spanischen Dampfer- explodirte. New-York, 30. Juni. Die Regierung hat endgültig be- schloffen, auf alle Fälle ein Geschwader nach der spanischen Küste zu entsenden, gleichviel ob Samara nach den Philippinen geht oder nach Spanien zurückkehrt. Tampa, 30. Juni. General MileS wird fich heute mit 5000 Mann BerftärkungStruppen nach Santiago ein- schiffen, um den Angriff auf die Stadt persönlich zu leiten. 50 Militärärzte werden ihn begleiten. (auch in Umtausch gegen ältere-Werke) sowie alle andern Bücher , liefert gegen Teilzahlungen von monatl. 3 M. an h. 0. Sperling, Buchhandlung, Stuttgart VII. Bekanntmachung. Die Kirschen von den Bäumen auf dem Trieb sollen Montag den 4. Juli, Nachmittags <> Uhr, an Ort und Stelle meistbietend versteigert werden. Die Zusammenkunft ist an der Wirthschaft „Germania". Gießen, den 30. Juni 1898. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 6587 Samstag den 2. Juli 1898, Nachmittags 2 Uhr, im „Adler" zu Gießen versteigere ich öffentlich gegen Baarzahlung: 1 Handkarren, 1 Hobelmaschine, 1 Ladeneinrichtung, 1 Verticow, 6 Sophas, 2 neue Betten, 2 Com- moden u. sonst. Mobilien, 1 Nähmaschine, eine Anzahl Bilder usw. Versteigerung voraussichtlich theilweise bestimmt. I 6591 Engel, Gerichtsvollzieher. O-iiiptilihiiiiiiii »L Schlachthaus. Freibank. 64 He«te ttttb arvrgeu: OWfikislh 45 Psg. Zchmiukßchch 45 psg. Montag, Mittwoch und Freitag, von 9 Uhr ab: frischer Zwiebelkuchen bei 6584 W. Ameudt, S-hnhMr. 58. ggy Wer schnell u. billigst Stellung finden will, verlange per Postkarte die I Deutsche SaKanzcnpoS in Eßlingen, sho Todes-Anzeige. V erwandten und Bekannten die traurige Mittheilung von dem gestern erfolgten Hinscheiden unserer geliebten Mutter, Grossmutter, Schwiegermutter, Schwester und Schwägerin Frau Fanny Reis, geb. Katz. Giessen, 30. Juni 1898. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Freitag Nachmittag 3 Uhr vom Sterbehause (Alicestrasse 18) aus statt. Blumenspenden dankend verbeten. 6589 6573 6211 Julina Kotberg. Poft Dannenfels. zu räumen, verkaufen wir dieselben [6592 big 15. Juli ?n Augvllhmkpreisk« Linien der pfälzischen Eisenbahnen. 6264 6482 Wetzfteingosse 8. 3 6 15 bis 20 gute bei bei Köln, Hamburg, Paris, London. [6588 • ” u uyi Nachmittags Nordanlage-Ederstraße Ecke. I Proviant mitnehmen. Marschzeit 3* 1/« Std. Wetzsteingaffe 13 Schalstrasse 7. HAectieu: «. Barkbardt. ©nid und Verlag der vrühl'schen Univkrfttät».Buch. und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießens Während diesen Tagen gewähren wir auch auf sämmt- liche andere von uns geführte Artikel einen besonderen Rabatt. 6540) Eine noch gut erhaltene Näh-' maschine billig zu verkaufen. 6574] Ein gut erhaltener Gasofen, für ein Wohnzimmer paffend, preiswerth zu verkaufen. Ludwigsplatz 10, patt. lebend. Ital. 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Im VormittagsgolteSdienft predigt Herr Pfarrer Clotz aus Wallern« hausen, in der Nachversammlung am Wald (3 Uhr) werden reden Herr Pfarrer Nies aus Melbach und Herr Pfarrer Schmidt aus Hartershausen. — Freunde der Mission ladet zur Theilnahme freundlich ein 6567 der Kircheuvorstaud. Arbeiter finden dauernde Beschäftigung Jean Dern & Co., im Schovbach'scheu Hause befindet. Halte mich zugleich in allen in mein Fach einschlagenden Arbeiten bestens empfohlen. 6590> Gießen, den 1. Juli 1898. Gg. Bellof, Lackirer. des Aadisch-pfälzisch-mittelrheinischcn Schützmöundes vom 3. bis 10. Juli 1898 sw ?il Landau, Psah. Sonntag den 3. Juli, 11 Uhrr Großer Festzug mit 10 Prachtwagen. Täglich große Concerte, Schlachtenmufik Feuerwerk, Luftballon-Auffahrt mit Fallschirm-Absturz. Näheres siehe Placate. Sonntag den 3. Juli: Fahrpreisermäßigung auf sämmtlichen Cementwaarenfabrik 6568 und Baumaterialienhandlung. Wiistige Gckgchkit! 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