iiaini, in. 16 ■ deutsche räder '«'System nnd Damen ElschW. ' MM. ®einer persönlichen ** « ten Damen wird auf feiner Dame Unter- E ertheilt. unibettstoüe. erwägen. and Besatzartikel. dtnewtg 19. ug. von 10 Mk. au. 1 V erlaufe leidechß ibatt. ischlag, 71.____________ » M M- n, ^L-uhojstraßr tt 1R A? n. Silbenente Slot 109.- 10L- 131.- 115.- biib. !f. D. btt ifotrtin omane ittbont rt ittelmea btonal «lnolkv bto. M.- 313.- 223- 115.! ZtlberrwU sjoib'-Sente fielen 0 23* 1881 SüA ioiA 1023 ** 18l(-: Aientenb. L>bl- «6DbL ,h 1905101.' L)yp.«r 0101.' Bk.unk-,!^ <01.- cht Illi 1897. SSF* & “Ä Äi*1 II. w- —■ Nr. 176 Der Hieße«er Anzeiger erscheint täglich, »it Ausnahme deS MontagS. Die Gießener Aamikienötätter werden dem Anzeiger wSchentlich dreimal beigelegk. ErftesBlM Frettag den 30 Juli 1897 Gießener A meiner Kenerat-Mnzeiger. Lierteljährigsr Aösouementsprelsr 2 Mark 20 Psg. ent Bringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Txpeditio« und Druckerei: -chukstraßeAr.7. Fernsprecher 5Sx Aints- und AnZeigeblntt für den lireU Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag ericlieinenden Nummer bis Dorm. 10 Uhr. chratisöeikage: Gießener Kamitienökätter. Alle Anm-ncen-Bureaux deS In- und Auslandes «eh«« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgeg«. Amtlicher Theil. Bekanntmachung, betreffend: die Maul- und Klauenseuche. In Elpenrod, Kreis Alsfeld,und Unter-WidderS- heim, Kreis Büdingen, ist die Maul- und Klauenseuche ansgebrocheu und deshalb GemarkungS- bezw. Wetdesperre angeordnet worden. In Hatnbach und Ehringshausen, Kreis Alsfeld, Münzenberg, Kreis Friedberg, Warzeubach und Treisbach, Kreis Marburg, und Braunfels, Kreis Wetzlar, ist die Maul- und Klauenseuche wieder erloschen uad find die verfügten Sperrmaßregeln aufgehoben worden. Der Kreis Friedberg ist nunmehr seuchenfrei. Gießen, den 27. Juli 1897. Großherzogliche- Kreisamt Gießen. v. Gagern. Bekanntmachung. Betr.: Die thierärztliche Ueberwachung der Viehmärkte. DaS nachstehend abgedruckte Ministerial-Ausschreiben rubricirreu Betreffs bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntniß. Wir machen dabei die Jnterrffenten darauf aufmerksam, daß bis auf Weiteres bet den Viehmärkten im Kreise Gießen die Bestimmungen des § 3 des nachstehenden AuSschreibenS zur Anwendung kommen. Gießen, den 26. Juli 1897. Grobherzogliches KreiSamt Gießen. v. Gagern. Za Nr. M. d. I. 15774. Darmstadt, am 7. Juli 1897. Betr.: Die thierärzrltche Ueberwachung der Viehmärkte. Das Großh. Ministerium des Innern an die Großh. Kreisämter. Auf Grund des § 17 des Reichsgesetzes über die Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen und der §§ 8 u. 9 veS AuSführungSgesetzeS vom 13. Juli 1883 bestimmen wir das Nachstehende: § 1. Alle Vieh- und Pserdcmärkte, sowie öffentliche Thierschauen, die auf obrigkeitliche Anordnung veranlaßten Zusammenziehungen von Pferden und Viehbeständen und die von Unternehmern behufs öffentlichen Verkaufs in öffentlichen oder privaten Räumlichkeiten zusammengebrachten Viehbestände find der Beauffichtigung durch den beamteten Thierarzt (KreiS- veterinärarzt) zu unterstellen. § 2. Als Unternehmer gilt, sofern ein anderer Unternehmer nicht erkennbar ist, bei öffentlichen Vieh- und Pferdemärkren die betreffende Gemeinde (Art. 8 Abs. 3 deS AuSführ.-Ges.). Der Unternehmer hat für diejenigen Einrichtungen Sorge zu tragen, welche eine sachgewäße Ueberwachung und Untersuchung deS aufgetriebenen Viehs ermöglichen. § 3. Zu Zeilen der Seuchengefahr ist daS aufzutreibende Vieh schon vor dem Auftrieb auf den Markt einer Befich- tigung durch den überwachenden Thierarzt zu unterziehen und sind dabet seuchenverdächtig befundene Thtere bis zur genaueren Feststellung ihres Zustande- vom Auftrieb auSzu- schließen und zu separiren. Für geeignete Einrichtungen zum Zweck der vor dem Auftrieb vorzunehmenden Besichtigungen, sowie für Räumlichkeiten zum Separirev verdächtiger Thtere und für das tttoa nöthtge AuffichtSpersonal hat der Unternehmer Sorge zu tragen. (Art. 9 Ztff. 1 deS Gr. Ausführungsgesetzes nm 13. Juli 1883.). Im Falle der Anordnung der im Abs. 1 enthaltenen Vorschrift ist bei Viehmärkten, bei welchen die vorausfichtlich abgetriebene Viehzahl über 500 Stück Großvieh (Pferde, Fasset, Ochsen, Kühe, Stiere und Ränder) beträgt, zur Ueber- wachung des Marktes ein weiterer beamteter Thierarzt (der streisveterinararzt eines Nachbarkreises), oder, falls ein solcher nicht zur Verfügung steht, ein für dieses Geschäft besonders zu verpflichtender practischer Thierarzt (§ 2 deS ReichSgesetzeS) rizvziehen. Bei aufgetriebeoem Kleinvieh (Kälber, Schafe, Ziegen ivd Schweine) werden zwei Stück für ein Stück Großvieh zerechnet. § 4. Die Kosten der thierärztlichen Ueberwachung der Vieh- und Pferdemärkte, wie der sonst nach § 1 gegeuw. AuS- schretbens zu überwachenden Viehbestände fallen dem Unternehmer zur Last (Art. 8 des Ausführungsgesetzes vom 13. Juli 1883). § 5. Die dem beamteten Thierarzt für die gemäß dieses AuSschreibenS vorzunehmende Ueberwachung von Viehmärkten, Viehschauen rc. zukommende Gebühr berechnet sich, sofern dieselbe nicht durch Vereinbarung geregelt wird, nach der Stückzahl deS aufgetriebenen Viehs, wovet zwei Stück Kleinvieh als eines gerechnet werden (oergl. § 3 Schlußsatz). Die Gebühr beträgt für bis 100 Stück . . 3 Mk., für jedes weitere Hundert bis zu 500 Stück 2 „ für jedes weitere Hundert über 500 Stück . . 1 „ bis zum Maximalbetrag von 20 Mk. für den Tag. Bet mehreren Markttagen wird die Gebühr für jeden Markttag besonders berechnet. Ist nach § 3 Abs. 3 mehr als ein beamteter Thierarzt oder Stellvertreter eines solchen zur Ueberwachung zuzuziehen, so erhöhen sich die obigen Gebühren (Abs. 1) um die Hälfte und find in solchem Falle unter die Thierärzte zu theilen. Die KreiSveterinärärzte haben bei Viehmärkten, Vieh- schauen rc. außerhalb ihres Wohnortes außer der oben bestimmten Gebühr Anspruch auf die ihnen nach den bezüglichen Bestimmungen zustehenden Tagegelder. § 6. Amtliche Bescheinigungen, welche in Folge Anordnung Großh. Behörden verlangt werden, hat der beamtete Thier- arzt auf Viehmärkten unentgeltlich auszustellen, doch har für solche Fälle die Kosten für Formularten und Schretbhülfe der Unternehmer deS Markte«, zu tragen. § 7. Ueber die dem beamteten Thierarzte zustehenden Tagegelder und Gebühren, sowie über die Auslagen für verbrauchte Formularten und für etwaige Schreibhülfe hat derselbe eine Liquidation oufzuftellen und dem betreffenden Bürgermeister zur Decretur vorzulegen. § 8. Die Vorschriften dieser AuSschreibenS find den betreffenden Unternehmern mitzurhrilen, sowie auf Märkten durch Anschlag bekannt zu geben. Außerdem hat die Publikation derselben durch die Kreisblätter zu erfolgen. I. V.: v. Knorr. Dr. Weber. Die ruhelose Politik. Sonst um diese Zett herrscht auch in der Politik tiefe Stille, was Denen immer sehr wohlthuend ist, welche sich auf diesem, nach dem Ausspruche Bismarcks den Character verderbenden Felde viel bewegen müffen. Wenn die gewohnte Ruhe heute noch nicht eingetreten ist, so liegen dafür triftige Gründe vor. Einmal haben die Parlamente ungewöhnlich lange getagt, und dann war der letzte Berathungsgegenstand im preußischen Abgeordnetenhause von solcher Wichtigkeit und er berührte so direct die Jntereffen aller Volksschichten, daß eS nicht verwunderlich ist, wenn die Erregung über den geführten Kampf noch längere Zeit'sich bemerkbar macht. Ist es auch einesteils ein Gefühl der Befriedigung, welches einen Theil der Bevölkerung darüber erfüllt, daß der Versuch, die Rechte derselben einzuschränken, gescheitert ist, so macht sich doch auch die Befürchtung geltend, daß die Sache noch nicht ganz abgethan ist, daß insbesondere angesichts der geringen Majorität, welche daS VereinSgesetz zu Falle brachte, der Kampf in der nächsten Session wieder beginnt. Die Regierung wird vielleicht die Bestimmungen, unter denen die Auflösung von Vereinen und Versammlungen statifinden soll, näher präctfiren und dadurch verschiedene der Gegner der letzten Vorlage auf ihre Sette bringen, weil das Haupt- argumrnr der Nationalliberalen gegen daS RegierungSproject darin lag, daß der unrichtigen Handhabung und der Willkür der unteren Polizetorgane Thor und Thür geöffnet sei. Was wird die Zukunft bringen? Diese Frage ist eS also, welche den politischen Kreisen die Ruhe raubt. • Ja, was wird die Zukunft bringen? Die Lösung von einschneidenden Fragen steht bevor. Der Reichskanzler hat zwei Zusagen gemacht: die eine ohne, dte andere mit einem gewiffen Vorbehalt. Daß Verbot der Verbindung politischer Vereine unter einander sollte aufgehoben werden. Daran, daß die Regierung hiermit die Verschärfung deS VereinS- und Versammlungsgesetzes verknüpfen würde, hat Niemand gedacht. Erft als dte Erfüllung der Zusage sich immer «ehr verzögerte, da kam man zu der Erkenutniß, daß die Regierung nach dem Grundsätze Hanseln wollte: do ut des. — Ferner steht noch aus dte Erledigung deS vom Reichskanzler a« 18. März v. I. dem Reichstage gegebenen Versprechen- bezüglich des MtlttärstrafproceffeS, welcher auf den Grundsätzen moderner Rechtsanschauungen aufgebaut werden sollte — vorbehaltlich der Besonderheiten, welche die militärische» Einrichtungen erheischen. Diese letzteren müffen dte Erfüllung sehr schwierig gestalten, denn noch immer ruht die Angelegenheit im BundeSrath, ohne daß etwas Positives über den Inhalt des Entwurfs bekannt geworden wäre. Im Uebrige« dürften sich dte Schwierigkeiten im BundeSrathe weniger um dte Frage der „modernen RechtSanschauuugen" handeln als um Competenz-Differenzen zwischen den größeren Bundesstaaten. Nach einer vor Kurzem erschienenen halbofficiöseu AuS- laffung soll die Gesetzgebungsmaschtne künftig etwas langsamer arbeiten, womit man ja, falls eS sich nicht um unbedingt nothwendtge Culturarbeiten handelt, sehr wohl einverstanden sein kann. Umsomehr aber werden dte beiden obengenannten Gegenstände — BeretnSgesetzfrage und Militärstrafproceß- reform — der nächsten Session den Stempel aufdrückeu. Die Zeit verstreicht und bald steht der Herbst vor der Thür, für welchen man bekanntlich wettere Veränderungen innerhalb der Regierung prognosticirt. DaS Reichsschatzamt ist noch immer verwaist- ob Herr v. Thtelmann daffelbe übernehmen wird, gilt zwar als zweifellos, aber es fehlt noch die amtliche Verkündigung. Der Inhaber des Auswärtigen Amts weilt im Süden und er kann sich um so ungestörter der Ruhe hingeben, als er einen Stellvertreter in der Person — seines Nachfolgers hat. Uad Reichskanzler Fürst Hohenlohe? Vorläufig begleitet er noch den Kaiser nach Petersburg, aber alle Anzeichen sprechen dafür, daß er ruhebedürftig ist und sein Amt nicht mehr lange behalten wird. Gerade dte Ungewißheit bezüglich deS „kommenden ManneS" ist es, welche unsere Politiker so nervös macht, daß fie die gewohnte sommerliche Ruhe nicht finden können und gespannt Ausschau halten, um die Geheimntffe, welche die nächste Zukunft birgt, möglichst zu ergründen. (XX) *7 .... fi, Wolffs telegraphisches Correspond rnz-Bureau. Berlin, 28. Juli. Dte „Nat.-Ztg." schreibt: Dte neuesten Mitiheilungen aus Konst an ttnopel lassen erkennen, daß Deutschland eS ablehnt, den Sultan zur Räumung Thessaliens zu drängen, so lange nicht die thatsächliche Leistung der von den Mächten festgesetzten Kriegsentschädigung wirklich gesichert ist. Daß daS Berliner Cabtnet durch eine Sonderstellung den Gang der Ereignisse aufzuhalteu beabsichtigt, ist nicht anzunehmen, denn Europa, als Ganze- gedacht, ist auch ohne Deutschland stark genug, den Sultan zu Allem zwingen zu können. Das Berliner Cabinet verwahrt sich durch seine Haltung gegen den späteren Vorwurf, den Sultan zur Aufgabe Thessaliens als Unterpfandes bewogen zu haben durch Vorspiegelungen, deren rein illusorischer Charakter bereits feststand, als fie gemacht wurden. Brüffel. 28. Juli. Repräseutantenkammer. Zur Berathung steht der Gesetzentwurf über die Bürgergarde. Bei Artikel 1 (Treue gegen den König) protestirt der Socialist Demblon und greift die Person des Königs heftig an, weil er die Ernennung zum deutschen Admiral augenommeu habe. (Großer Lärm.) Demblon wird zweimal zur Ordnung gerufen, setzt aber seine Angriffe fort. Der Präsident bittet, gegen Demblon dte Censur zu verhängen. Staatsminister Woeste bemerkt, augenblicklich möge die Censur noch genügen, bald aber dürfte man weiter gehen. Die Kammer verhängte sodann mit 74 gegen 17 Stimmen gegen Demblon dte Censur- 6 Mitglieder enthielten sich der Abstimmung. Madrid, 28. Juli. Nach Meldungen aus Lissabon hat die portugiesische Regierung aus Furcht, dir Republikaner könnten Unruhen Hervorrufen, in den Hauptstädten militärische Maßnahmen getroffen. Samsrag Nacht durchzogen Patrouillen die Straßen Liffabons und dte Posten wurden verstärkt. Sonntag wurde ein Ministerrath abgehalten, der Maßnahmen zur Unterdrückung etwaiger Unruhen beschlossen haben soll. Die portugiesischen Blätter sprechen davon, daß verschiedene Generäle und Offiziere entlaffen und in Anklagezustand versetzt seien. Christiania, 28. Juli. Zu der Amsterdamer Meldung, daß ein Dampfer am 17. dS. im Weißen Meere die Ueber» refte eines Luftballons, möglicher Weise von Andrer, angetroffen hat, erklärt Nansen, eS erscheine ihm unwahr- sch-iult-b, datz «udrör« Ballon schon °°4 W Togen bi« ,um Weihen SRtere hinabgettteben wölben sei, zumal »er Ballon beim «nsftieg gegen Norden trieb. Sothenbnrg, 28. Juli. Der Bruder AudrLe«, Haupt, »an- AndrL-, hat nach B-rgleich mit den von «ndrse beim Ausstieg zurückgelafleueu F-ff-ll-iu-n, die vorn Dampser -®toen3f|unb* * hierher gebracht worden stob, berechnet, daß die cm Ballon AndrLeS noch befindlichen Leinen zu. samrnen 123 Meter länger find, als »au verwuthet. Kairo, 28. Juli. Der Jaaltnstamw, der sich gegen den «balifes aufgelehot, errichtete zusammen mit dem Haffaoiastamme einen bewaffneten Posten in Gakdul. Der befreundete Hawawtrstamm griff Gabra an unb töbtete viele Derwische, barunter einen mächtigen Emir. Sin Augenzeuge bei Kampfes zwischen beu JaalivS und Derwischen verfichert, die ersteren seien geschlagen. Beide Theile erlitten schwere Verluste. Die Jaaltns kämpften verzweifelt, bis die Munition auSgtng. Biele Jaaltns flohen nach Doogolo, wo fie sich mit den eghpttschen RegierungStruppen vereinigten. — Die Einnahme MetamuehS burch Derwische wirb bestätigt. Depeschen des Bureau »Herold/ Verein. 28. Juli. Der Kaiser ist heute Vormittag in Bergen etugetroffeo. Berlin, 28. Juli. Die Kaiserin wirb mit ihren Kindern schon vor der Reise nach Rußland tu WilhelmShöhe erwartet. Im Laufe des Monats August wirb fie nach der Mckkehr aus Rußlanb zum Besuche bet griechischen Kron- Prinzessin in WilhelmShöhe wteber etutreffev. Berlin, 28. Juli. DaS „Militär-Wochenblatt" ver. öffeutlicht eine große Zahl BerSnberungen innerhalb der preußischen Armee. U. A. find acht General- Majore zur Disposition gestellt. Berlin, 28. Juli. Die „9iorbb. Allg. Ztg." ist zu der Erklärung ermächtigt, baß bte MiUhetlung, die brutschen Uoterhänbler beim Abschluß beS beutsch.russischen HanbelSvertrageS hätten eS bei ber Eollationirung derart an Aufmerksamkeit fehlen laffeo, baß eS den russischen Uoterhäublern gelungen sei, eine beutscherseitS abgelehnte Be- sttmmuog über die Eisenbahvtarise in beu Vertrag einzu- schmuggeln, vollstänbig auS ber Luft gegriffen ist. Berlin, 28. Juli. DaS Togo-Abkommen zwischen dem Deutschen Reiche unb Frankreich ist, wie .'jetzt officiell erklärt wirb, vor seiner Ratification mehreren auf colonialem Gebiete einflußreichen Personen, wie bem Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg als Präfideuten der deutschen Coloutalgesellschaft mttgetheilt worden. Es sollte so der Beweis geführt werden, daß Deutschland seine Rechte mög. lichst gewahrt habe. Berlin, 28. Juli. Die „Berl. Reuest. Nachr." ver- öffentlichen eine längere Zuschrift deS Abgeordueten Kardorff, in welcher derselbe die Eingabe deS Bundes der Landwirthe vertheidigt und zu dem Schluß kommt, daß die Laudwirthschaft dem Bunde der Landwirthe dankbar sein müffe, selbst wenn ein Theil derselben die Einbringung deS Antrages zur Zett für wenig opportun und keinen Erfolg versprechend erachte. Berlin, 28. Juli. Der „Nationalllb. Eorresp." zusolge ist die Eingabe deS Bundes derLaudwirthe wegen Sperrung der Getreide-Einfuhr von den Herren Dr. Hahn, Dr. Röficke und v. Plötz verfaßt, abgesandt und veröffentlicht worden, ohne daß auch nur die leitenden Vertrauens- männer der Provinzial-Organisattoo vorher davon in Rennt- niß gesetzt worden find. MouS, 28. Juli. Gestern Abend haben wiederum zweitausend Ausständische die Arbeit wieder ausgenommen. Das Elend wächst mit jeder Stunde. Auf den Straßen stehen bettelnde Ausständische. Die erwarteten Geldspenden der frauzöflschen Arbeitervereine blieben auS. Infolge einer Schlägerei zwischen franzöfischen und belgischen Bergarbeitern in LenS forderten sämmtliche Arbeiter der französischen Belegschaft rte Entlassung ihrer belgischen Genoffen und drohten im anderen Falle mit dem AuSstand. Paris, 28. Juli. Den Hauptgegenstand der Eonserenz zwischen dem Grafen Goluchowski und dem Minister Hanotaux bildete, wie von gut unterrichteter Seite versichert wird, die Schwierigkeit, welche Deutschland in der Kriegs- entschädigungSfrage dem FrtedenSabschluß bereitet. Goluchowski soll es gelungen sein, Hanotaux davon zu überzeugen, daß Deutschland keine Sonderintereffen im Orient verfolge, sondern lediglich im Interesse der deutschen Gläubiger auf eine internationale Controle der griechischen Finanzen dringt. Wenn diesen billigen Forderungen entsprochen würde, so werde Deutschland seinen ganzen Einfluß beim Sultan einsetzen, um den raschen Friedenlschluß herbeizusührea. Loudon, 28. Juli. Der „Standard" meldet auS Konstantinopel: Während der Sultan am Sonntag die Gebete verrichtete, wurde ihm ein Schriststück überreicht. Nachdem der Sultan daffelbe gelesen hatte, gab er Befehl, zur Nachtzeit mehr al» hundert Personen zu verhaften. Unter den Brrhaftetev befinden sich vier Palast-Offiziere. Moskau, 28. Juli. Auf dem Güterbahnhofe der Kasan- Bahn geriethen eine große Anzahl Waggons in Brand. Eine Menge Getreide, Naphra und andere Güter wurden vernichtet. Mehrere hundert Waggons verbrannten. Der Schaden ist sehr beträchtlich. Berit», 29. Juli. Prinz Heinrich wird nach Bern di- gung der Manöver zum Marine Eommandeur hierher commandtrt. Kiel, 29. Juli. DaS Geschwader unter dem Befehl des Viceadmirals Thomsen und des Prinzen Heinrich ist von der Nordsee und Skagen hier eingerroffev, um Vorbereitungen für die Begleitung des Kaisers nach Rußland zu treffen. Brüssel, 29. Juli. Dem „Sott" zufolge werden im hiefigen königlichen Palast bereit- Vorbereitungen: zu« Empfang Kaiser Wilhelm- getroffen, welcher im September hierher kommt. Brüssel, 29. Juli. In Charterst dynamitirten ftrtkende Bergleute da- Hau- eine- Aufsehers. Dasselbe wurde theilweise zerstört. Niemand wurde verletzt, vrer der That verdächtige Bergleute sind verhaftet._______________ Ctceles MieO provinzielles- Gieße», den 29. Juli. Rückkehr. Herr Geheime Medicinalrath Profeffor Dr. Gaffky ist von seiner Reise nach Indien heute gesund wieder hier eingetroffen. Bekanntlich ist Herr Gaffky Mitglied ber zur Erforschung der Best nach Indien entsandten Expedition. * • Empfang. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog empfingen am 28. Jnli u. A. den Pfarrer Schäfer von Bübingen und den Pfarrer Brill von Ober-Widder-hetm. • • Auszeichnung. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigft geruht, zum 28. Juli dem Philipp Herwig in Büdingen, in Diensten der Andr. Heller'schen Hofbuchdruckerei zu Büdingen, da- Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Arbeit" zu verleihen. • • Militär - Dieustnachricht. Rudeloff, Premier- lteutenant ä la suite deS Inf. Regis. Nr. 85, in daS Juf.- Regt. Kaffer Wilhelm (116) versetzt. SerichtSpersoualten. GerichtSaffeffor Bruel tu Gießen wurde mit Wahrnehmung der Dienstfunctionen eine- Amtsrichter- bei dem Amtsgericht Zwingenberg und Gericht-- Affeffor Sellhetm daselbst mit Wahrnehmung der Dienst- functionen eine- AmtSanwaliS bei den Amtsgerichten Zwingenberg, Lorsch, Gernsheim und Wimpfen beauftragt. * ■* Zu« Vahuverkehr Saffel-Frankfurt und umgekehrt. Sehr begründete, auch Gießen unb Umgebung lebhaft intet» esfirenbe Betkehrswünsche spricht die Hanbelskammet zu Caffel aus, die in ihrem Jahresbericht von 1896 schreibt: Nothweubig ist die Berbefferung der Verbindung auf bet Strecke Cassel— Marburg — Frankfurt a. M. Entsprechend dem Fehlen einer Vormittags - Schnellzugs - Vrrbin- düng auf der Strecke Hannover—Cassel fehlt eine solche auch auf der Strecke Caffel—Marburg—Frankfurt. Für die Verbindung nach Frankfurt sind die Reisenden z. Th. auf den Weg über Bebra angewiesen, der, ab Caffel 840, mit 133 Mittag- in Frankfurt geeignete Ankunftszeit, auch mit Rücksicht auf die weiteren Anschlüsse nach Sübdeutschland usw. ergibt. Die Kammer befürwortete deshalb für die Fahr- karten Cassel—Frankfurt die bisherigen Sätze der Strecke über Marburg auch für den Weg über Bebra gelten zu lassen, was ja auch z. B. für die Verbindung Cassel—Berlin gilt unb im vorliegenben Falle um so angemessener scheint, als bei bem Mangel passender SchnellzugSverbindung bte Reisenden häufig auf diesen Weg angewiesen find. Auch in ber umgekehrten Richtung fehlt eine geeignete VormirtagS- verbinbung, sobaß namentlich ein Frühzug Marburg — Cassel erwünscht ist, da ber 805 vormittag- in Cassel ein- treffenbe Persooenzug auf bieser Strecke zwar für bte näher Itegenben Orte günstig liegt, jeboch nicht für bie entfernter gelegenen, während der nächste 1202 eintreffenbe Zug toieberum zu spät liegt, sowohl sür geschäftliche Zwecke als auch für Verhandlungen beim Gericht und anderen Behörden ufw. Im Anschluß an den 635 vormittags in Marburg von Friedberg eintreffenden Personenzug würde sich eine geeignete Verbindung schaffen lassen, bet der Caffel gegen 10 Uhr erreicht würde, sodaß hiermit auch die wichtigen Anschlüsse nach Halle, Berlin u.s.w. benutzt werden können. Zugleich würde hiermit den Wünschen der ver- kehrSintereffenten der Strecke Wabern—Wtldungen Rechnung getragen werden, die ebenfalls ein erhebliches Interesse an einer geeigneten VormiltagSverbindung nach Caffel haben, wie in ttner an die Handelskammer gerichteten Eingabe näher dargtlegt wurde. Auch die Stadt Caffel hat (mit Unterstützung der an der Strecke liegenden Städte) beschlossen, mit Rücksicht auf die erheblichen Interessen des Casseler Verkehrs für eine Verbesserung der Zugverbindungen mit Frankfurt a. M. sich zu verwenden. Es darf wohl erwartet werden, daß bei der Wichtigkeit der vorliegenden Frage für weite Kreise des Verkehrs es gelingen wird, den vorstehend vertretenen Wünschen in thunlichftem Umfange bald gerecht zu werden. • * Die Capelle deS Zufanterie-Regimeuts Kaiser Wilhelm (2. Großherzogliches) Nr. 116 spielte am Dienstag während der Tafel in Jagdschloß WolsSgarten. * * Patent-Liste. — Hessen. B. 12,216. Schreibmaschine. Dr. Büttner, Darmstadt, Grüner Weg 18. — Sch. 12,070. Schlittschuh mit HilsSschienen und an bet Laufschiene an» georbneten BrernShacken. Jean Schlecht, Mainz, Bauerngaffe 11. — M. 14,011. Verfahren zur Darstellung von Monoalkyläthern aus Dialkyläthern zweiwerthiger Phenole. Zus. z.Pat. 78,910. E. Merk, Darmstabt. — Sch. 12,523. Verfahren zur Herstellung eines gleichmäßig geschloffenen KorneS auf Metallplatten. Firma Jos. Scholz, Mainz. — W. 12,866. Vorrichtung zum Entfernen beS Pechs auS Spunblöchern von Bi-rsäffern u. dgl. Robert Wegel, Schlitz. — N. 3789. Vorrichtung zum Einstellen beS FaffeS für Reiseuantreibmaschinen. C. A. Neubecker, Offenbach a. M. — N. 10,721. Verfahren zur Verarbeitung von Legiruogen, welche neben Silber und Blei Zink ober anbere Metalle enthalten. Zni. z. Pat. 92,0222. Dr. Richard 913fei, Darmstadt, Kahlerstr. 13. • • Postalisches. Wir erhielten folgende Zuschrift: Die gestrige Mittheilung, betreffend Soldaten-Po st auwei- sungen, ist nicht ganz zutreffend und daher geeignet, d lern Bormittüg au 1 r Fleischvergiftung Siel vorläufig, i " rgiftung eingetreter 11' ,an8 wird wohl dii 1 ° Magen, und ar ; r,8tD- theilweise sch " behandelnder • Slding, 29.' W 'Qnb v«« ^lobbte. Wort tobt. aTbte Ai°rr verletz! «hfic , Junge 4 afi am 1 Activa i ' ^renvonath 7 . ■ ^obilitg nach Kfx' ii T w 4* "■***«‘.* «?,N ber Wenb ]89| j 'b(" 29. Dir..,,8tne Eer •W; ■SSt °, b“ 9|. ><-K Mi'Jj «f.»? «g ■" • *>i «Mt« tb»'u’"1 $ob' 1 tn bespannt,» Last. e“ unb ougeDblliüi) W" bon der dntn WM«, ftürilt in ta lb uvd di, Rad» dc» *,a8t bkr Sach, oster». B Darmst. 3ta. Bahnlinien, 27. Zuli. ^fl,nb/ die an unb jflt am tzchsch dn aus unferen rasch Flinten dn hübscher •* auf den Linien eine i 8 bi» 10, aufgesahren, an die Orte ihrer Le- ! Soldaten die Wagen md den nachfolgenden erartigr Hebungen von ch drrsrche Laie schon Menschenansawwinngen junberten von Reisenden hrn hat. Dak Einladen r schwer und gesihrlich, mit Waffen und Tornistel i kiiegSzeiieU/ wo Aller md AuSsteigen doppelte »Übung der Truppen ffir der Eisenbahnwagen ist für alle Truppentheile. 28. Jnli. Die Heu- . Die Ernte-AuSfichten Zitternng etwa» getrübt, Sewitter-Regen in del geworden, lodah die iter Kleeschni'tt, Flacht er dchdrn. M de° bu\tt Woche begönne- , der seitherigen Trockn Preise des Schweine' b in die höhe »e»an»«( I Psg- per Pfd- märtet eine noch tin den Landwirthen wenig ch nichts wehr an fetten iw b,(l ™,J'" orf rusammen. Metzger dach, Schlierbach, Han°u. saft täglich selbst io d» »1'4 6lt[e6 tun AB ® .wilf Ort. 6e Meldung, daß die 51 Jahre alte Wittwe Peter Josef Duckscheid und deren vier Kinder an Wurstvergiftung erkrankt seien. Am Nachmittag desselben TageS theiltr Dr. med. Schulte der Polizeibehörde mit, daß auch der hier wohnende Wirthschaftsverwalter Leh in der Nacht zum 19. d. unter Vergiftungserscheinungen nach dem Genuffe von Hackfleisch erkrankt sei. Die sofort angestellteu polizeilichen Ermittelungen ergaben Folgendes: Das vom Verwalter Leh genoffene Fletsch ist am Sonntag Nachmittag (18. d.) von dem Metzger Adolf Effer, Mühlheimerstraße 35 hier, gehackt geliefert und zwischen 7 und 8 Uhr desselben Abends hon Leh gegessen worden. Schon in der Nacht trat die Erkrankung unter BergiftungSsymptomen ein. Bei einer Nach- suhung im Hause des Metzger» wurde von dem fraglichen Fleische nichts mehr, wohl aber ein Packet sogenannten Präserve-SalzeS (Meat Preserve Crystal) von Kleesattel, da» dem Hackfleische von vielen Metzgern immer noch zu- grsetzi zu werden pflegt, vorgefunden. Der Metzger be- dlluptete, er habe dem von ihm selbst am Sonntag gehackten Fleische, das der Verwalter Leh kaufte, kein Präservemittel zuletzt, wohl aber habe er am Freitag durch seinen erwachsenen Sohn eine Menge Hackfleisch im Gewicht von Kgr. mit dem Präservesalz präpariren lassen, das bereits am Sonntag Nachmittag verkauft gewesen sei. Ferner wurde festgestellt, daß die Wittwe Duckscheid außer der Wurst ebenfalls von dem Fleische des Metzgers Esser genossen hatte, und daß sie und ihr 17jähriger Sohn, die am meisten von dem Hackfleische zu sich nahmen, schwer, dagegen drei andere Kinder der Wittwe, die nur wenig gegessen, leicht erkrankt nuten. An demselben Abend und am andern Morgen wurden noch weitere erkrankte Personen, die auch von Effer bezogenes Fleisch gegessen hatten, ermittelt; im Ganzen find 15 Männer, 12 Frauen und 9 Kinder an Fleischvergiftung erkrankt. In den der königl. Staatsanwaltschaft übergebenen Verhandlungen der Polizeibehörde ist die Thatsache feftgestellt, daß die erkrankten Personen Fleisch, da» sie von dem genannten Metzger kauften, theil» mit, theils ohne Conser- birungömittel und theilS in roh m, theils in gekochtem Zu- fiande genossen hatten. Da» Gutachten der Sachverständigen Imitet dahin, daß in der Wurst sich keine schädlichen Be- fiandtheile befunden haben; somit sei anzunehmen, daß die Ursache der Erkrankungkn wahrscheinlich auf den Genuß deS Fleische» von dem Metzger Effer zurückzuführen sei. Außer dem in der Nacht zum 23. d. verstorbenen Dreher Kiel ist gestern Bormittag auch der Verwalter Leh an den Folgen dir Fleischvergiftung gestorben. Die Leichenöffnung ergab bet Kiel vorläufig, daß fein Tod wahrfcheinlich in Folge Vergiftung eingetreten ist; näheres über die Art der Vergiftung wird wohl die noch ausstehende chemische Untersuchung b s MagenS und anderer innerer Organe ergeben. Die übrigen, theilweise schwer Erkrankten befinden sich nach AuS- jcfle der behandelnden Aerzte sämmtlich außer Gefahr. ♦ Elbing, 29. Juli. In A»eywilken am Schieß- p'atze ArhS sand ein 12jähriger Kaabe einen Zünder. L tzterer explodirte. Der Knabe wurde entsetzlich verstümmelt ötih war sofort tobt. Sein ihn begleitender jüngerer Bruder tvurde schwer verletzt. ♦ In der Absicht, Sperlinge zu schießen, feuerte ein 12jähriger Junge in Hafseuhaufm ein mit gehacktem Blei »kladenes Gewehr ab; er traf dabei leider das 7jährige Söhnchen des dortigen Einwohners Schober. Der hübsche Knabe, dem die Brust zerschossen war, starb nach wenigen Stunden unter unsäglichen Schmerzen. Möge dieser aber- malige traurige Fall eine dringende Mahnung sein, jedwede» Schießgewehr sorgsam aufzubewahren und vor Kinderhänden zu hüten. • Siu etfteelidjeB Verbot. Wie au» Schwerin gemeldet wird, hat die Regierung die Abhaltung der großen internationalen Taubenschießen (auf lebende, geblendete Tauben) im Oftseebad Heiligendamm für die Zukunft verboten. Dieses Verbot dürfte der energischen Initiative deS Regenten Johann Albrecht zu verdanken sein. * Pari», 27. Juli. In den beiden letzten Wochen weilte die Exkaiserin Eugenie in Paris. Sie war im Hotel Continental abgestiegen, wenige Schritte von den Tuilerien entfernt. Während ihres Aufenthalte» hat fie das strengste Jncognito bewahrt und, Schneider ausgenommen, sehr wenig Besuche empfangen. Zum ersten Mal seit ihrer Entthronung hat die Kaiserin daS Boi» de Boulogne besucht und dabei die Straße befahren, die früher ihren Namen trug. Gestern ist fie nach England abgereist. ♦ Sarah Bernhardt, die ewig rührige, hat fich ein neue« Kunststück auSgesonnen. Sie wird sich zur Abwechslung einmal in die Rolle deS „Hamlet" versuchen und zwar zuerst vor einem englischen Publikum, nämlich in London Be> kanntlich hat es schon früher einmal einen weiblichen Hamlet gegeben in der Person der Felicita» v. Vestvali, die vor längeren Jahren in Berlin gestorben ist. Die Vestvali erfreute fich wenigstens einer leidlichen Figur, aber die magere Sarah wird auch äußerlich ungewöhnlich stark „auftragen" müssen, um ihren Hamlet vorgeschriebenerweise „fett und kurz von Äthern" erscheinen zu lassen. * DaS sogenannte Wetterleuchten, d. h. ein Blitz ohne Donner, wie man e» vielfach beobachten kann, hat bisher noch wenig genauere Untersuchungen erfahren, da man fich damit begnügt, eS als ein fernes Gewitter aufzufaffen, bet welchem nur das Licht der Entladungen, nicht aber der Schall der Explofionen unb bas Echo, welches bas Rollen des Donners erzeugt, zu uns bringt. Wilhelm MeinarbuS führt nun aber aus, baß bte Sache nicht so einfach liegt, baß vielmehr eine akustische Anomalie, eine besondere Beschaffenheit der Luft, wie sie häufig bei den Nebelfignalen der Leucht- thürwe festgestellt ist, zu Grunde liegen muß, da die Hörbarkeit des Donners 15 Kilometer nicht übersteigt. ES folgt dies daraus, daß beim Herannahen eines Gewitters noch kein Donner gehört wird, selbst wenn der Himmel von den grellsten Blitzen erleuchtet wird, und daß, wenn nach dem Blitze 40 bis 50 Secunden verstreichen, ohne baß Donner hörbar wird, überhaupt keiner mehr zu erwarten ist. Es ist nun aus ben Untersuchungen Mohn« unb Anderer über die Hörbarkeit der Nebelfignale bekannt, daß, wenn da« BrechungS- vermögen der verschiedenen übereinander liegenden Luftschichten stark von einander abweicht, ein in der Höhe erregter Schall selbst bei kleinen Entfernungen nicht zur Erdoberfläche gelangt, sondern total nach oben reflectirt wird. DaS tritt nun nach MeinarbuS sehr leicht bei den Blitzbetanatianen in ben Wolken ein, weil bie Dichtigkeit«- unb Wärme-Ver- schiebenheiten ber Luftschichten bei Gewittern sehr bebrütend finb und bie Hörweite der Gewitter finkt darum leicht bis auf zwölf oder acht Kilometer herab, während die Blitze immer noch stark, namentlich des Abend« oder Nacht«, herüberleuchten. Man spricht bann nicht von fernen Nachtgewi tern, sonbern e« heißt: „DaS Wetter kühlt sich ab." Jr we ter der Beobachter sich über der Erdoberfläche befindet, desto größer wirb bie Schallweite; sie kann auf da« Doppe te steigen, wenn ber Beobachter fich mit ber Schallquelle in gleicher Höhe befindet. Von diesem „subjeetiven Wetter- leuchten", welches wohl den häufigeren Fall darftellt, muß aber ein durch stille elrctri che Entladungen hervorgebrachte» Wetterleuchten unterschieden werden. » Dir englischen Pferdewettrennen kosten jährlich Lstrl. 8 000 000. Die Preise im Betrage von Lstrl. 300 000 jährlich find nicht mit darin eingeschlossen. Wa« für Wetten auSgegeben wird, ist nicht zu berechnen. * Kindermund. Mutter: „Aber Karlchen, wie kannst Du zu der Tante sagen, sie sei eine dumme Gan«; sofort gehst Du hin und sagst, daß es Dir leid thut." — Karlchen: „Tante, es thut mir leid, baß Du eine bumme GanS bist." * Immer praktisch. Frau A.: „Sie haben keine Jbee, wie mein Mann beS Nachts schnarcht." — Frau B.: „So thut ber meine auch, aber ich habe ein gutes Mittel: sodalb er mit feinem Raspeln beginnt, binbe ich ihm eine Mundharmonika unter die Nase und e« wird bie sch önste Mufi barauS!" • Gemitthlich. Gefängnißdirector: „Was werden Sie anfangen, wenn Sie diesen Abend entlassen werden, Huber?" — Sträfling: „Hm, geben Sie mir 'mal einen guten Ratb, wo iü hier irgendwo was lo«?" Citeeatii* m«6 R-nst — Soeben gebt uns Band 29 der öl&titr zu. Was uns aus deren Inhalt besonders lobenswerth genannt zu werden verdient, tst, daß sie die moderne Kunstrichtung, alle« möglichst unklar und unvollkommen zu bringen, nicht verfolgen und nur so weit ben neuen Curs mitmachen, als eS auch ein gesunder taten? verstand noch begreifen kann. — Jede nicht becente Zeichnung ist strengstens ausgeschlossen und auch textlich ist der alte gute Humor gewahrt, man findet wirklichen unb nicht gesuchten Witz. Die technische Ausführung ist bie gleich sorgfältige wie bisher, bie farbigen Seiten genügen ben höchsten Anforderungen in lithographischem Drucke unb bie schwarzen Zeich ’ungen in Autotypie und Zinkographie stehen voll aus der Höbe her Zeit. Der Titel „Zeitschrift für Humor und Kunst" ist den Meggendorfer Blättern angepaßt und können wir unseren Lesern die Lectüre dieses schönsten deutschen farbigen Witzblattes nur empfehlen. 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