1897 Mittwoch dm 29. December Nr. 305 Erstes Blatt 2liittitö fwv beit ÄVStL Oie^ett* en 7 Tage, 11 Tage, 2 Tage, - DD® 69. 68'/i 147.10 U7.9O *’ <»o eü 138.80 144.- 105.50 99.30 111.40 188.30 105.- 992b 111.50] 38^0 2255 108.- 26.70 12.10 143.85 158.90 tage entfallen: auf die WeihnachtSferien..... d. h. vom 24. December einschließlich bi» zum 2. Januar einschließlich, auf die Osterferien....... d. h. vom Palmsonntag einschließlich bis zum Samstag nach Ostern einschließlich, 1345° 126.40 13055 92.- 34.80 38.30 22.50 108.- 56.45 26.50 1255 Vieri eljährig« Adonaemeutspret»» 2 Mark 20 Pfg- ”41 vriugerlohn. Durch die Poft bezog« 2 Mark 50 Psg. Redaclion, bitte» und Druckerei: -chalstratzeNr.t. Fernsprecher Mc. Zu Nr. M. d. I. S. 26735. Darmstadt, am 15. December 1897. 133-80 125-85 130.- 92.20 35.05 auf die Psingstferten . . . . • - b. h. DienStag und Mittwoch nach Pfingsten^ zusammen 20 Tage. Der Hiernach bleibende Rest von 42 Tagen (6 Sonntagen und 36 Schultagen) kann je nach dem Bedürfntß der betreffenden Orte auf das ganze Schuljahr vertheilt werden. Ferien von geringerer Dauer als eine Woche dürfen nur mit besonderer Genehmigung der betreffenden KreiSschulcommisfion kann wohl sagen, daß die Situation auf demselbm Punkte steht, auf welchem fie fich zu Beginn dieses Jahre« besimd. Freilich hat das Blutvergießen in großem Stile aufgehört, aber darum ist das Elend auf der Insel doch nicht geringer geworden. Handel und Verkehr ruhen vollständig, die Sicher- hett läßt Alles zu wünschen übrig und Seuchen sowie Mangel vollenden das traurige Bild, welches uns über dir Lage anf Kreta gegeben wird. Wenn der Krieg zwischen Griechenland und der Türket nicht auSgebrochev wäre, so würden vielleicht heute schon geordnete Zustände herrschen, und die schwere Verantwortung, welche Griechenland auf stch lud, als es den Krieg vom Zaune brach, liegt nicht zum geringsten Theile in der Verschleppung der Regelung der kretenfischen Berhältuiffe. Die Farce, die Griechenland mit der zett- weisen Besetzung der Insel Kreta beging, hatte ein schnelle« Ende genommen, und wenn auch zu Beginn der Action de- Obersten Vaffov sich Vielrr Sympathien auf Seiten der Hellenen befanden, weil mau immerhin die Tollkühnheit de« Unternehmers bewundern mußte, so dürste doch Jedkrma"« das Ende mit Schrecken Voraussagen. Denn die Bestimmungen de« internationalen Recht« waren unzweifelhaft von den Griechen verletzt worden, und Europa konnte eine der- | artige Uebertretuug nicht gutheißeu. Neben der Mokade | Kretas wäre es im letzten Frühjahr auch zu einer Bloktrung I der griechischen Häfen gekommen, wenn dies der AuSbruch des Kriege« nicht verhtudrrr hätte. E« ist immerhin eine beachtenSwerthe Thatsache, daß die Kretenser heute keinerlei Wünsche auf Bereinigung der Insel mit Griechenland mehr laut äußern, trotzdem fie sogar die Autonomie abgelehnt hatten und fich mit dem Anschluß au da« Helleuenreich zufrieden geben zu wollen erklärten. | Mau darf wohl annehmen, daß fie einsehen gelernt haben, I daß Griechenland nicht stark genug ist, ihre Jutereffen ge- | nügend zu wahren, wo eS ja auch außer allem Zweifel steht, daß dieser Staat finanziell und politisch zu zerrüttet ist, nm eine Culturmisfion zu übernehmen, wie sie die Annexion Kretas doch bedeuten würde. Der ganze Verlauf des gr echisch- I türkischen Kriege«, die Zerfahrenheit der Verhältnisse in I Athen und die Demüthigung, welche die Hellenen über fi« ergehen laffru mußten, dürften ihr Ansehen bei den Kretenseru I erheblich geschmälert haben. Für eine Regelung der Lage auf der Insel kann die- I uur von Vortheil lein, da die Botschafter in Constautlnopel nun nicht mehr gezwungen sind, auf etwaige Wünsche der I Kreteoser nach einer Bereinigung mit Griechenland Rücksicht zu nehmen. Die Sache liegt heute viel einfacher al« vor dem I Ausbruche des Kriege-, werngleich der Schwierigkeiten noch I immer viele zu überwinden sind. Schon bei der Gouverneur- frage ergaben fich diese, was schon daraus zu ersehen ist, I daß bis jetzt eine geeignete Persönlichkeit nicht gefunden werden konnte. G- sind ja btreitS Namen genug genannt I worden, aber immer würden die betreffenden Nachrichten dementirt, weshalb man gut daran thut, alle solche Meld» ungen mit Vorficht aufzuuehmen. Als sicher darf «an es ausehen, daß die Großmächte jetzt eifrig an die Aufgabe gehen, endglltige B-'häiwiff- auf Krela zu schaffen, da die jetzigen Zustände daselbst unhallbar find. Dar -ur°pLi,«e Eoncert hat schon so manche schwierige Aufgabe gelöst, daß man annehmen kann, ihm werde auch die Paclfizirung der Insel und die Durchsührung der Autonomie daselbst gelingen. Freilich muß zu diesem Zwecke- der Sultan seine Ansprüche noch bedeuteud etnschränken, und in dieser Beziehung einen Druck auf ihn auSzuübeu, wird die erste und nächste Arbeit der Großmächte sein. (xx) 55114 Katze 2. Anzeigen für den „Gießener Anzeiger-' entgehe. gegeben werden. Fällt der 3. Januar auf einen SamStag, so beginnt der Unterricht am 5. Januar. Die übrigen Bestimmungen unseres AuSschretbenS vom 1. Mai 1878 zu Nr. M. d. I. S. 3789 (Amtsblatt Nr. 9 von 1878) bleiben in Kraft, ebenso die Amtsblätter Nr. 5 von 1896 und Nr. 5 und 6 von 1897. Sie wollen die Ihnen untergebenen Schulvorstände hier- nach bedeuten und auf Befolgung der getroffenen Bestimmungen, insbesondere darauf achten, daß das zulässige Maß der Ferien nicht überschritten wird. v. Knorr. de Beauclatr. Versuche» Neich» Berlin, 27. December. Ein Masseustrike der Berliner Bauarbeiter aller Klaffen zum Zwecke der Erringung des achtstündigen Arbeitstages steht — wie die „BaugewerkSzeituug" mtttheilt — für das kommende Frü^ jahr bevor. Die Maurer und Zimmerer, welche sich durch die Strikes der beiden letzten Jahre zu eine« Theue den Neunstuudeutag sowie einen Stundenlohn von 60 Pfennig erkämpft haben, stehen an der Spitze der Bewegung. Die Vorbereitungen zu einem allgemeinen Au«- stände, tu de« auch die weniger zahlreichen Bau- arbeitergruppeu hiueiugezogeu werden sollen, find bereits im Gange. Die Arbeitgeber im Baugewerbe M schon jetzt bestrebt, dem neuerlichen Ausbruch eine« Strike« dadurch vorzubeugen, daß fie nach Möglichkeit solche Gesellen hfrauzuziehen, welche den bisherigen Lohnbewegungen fern- geblieben find, und die Veranstaltung von Strikesammluugen auf den Bauten zu verhindern suchen. Der Otetzeuer Anzeiger «scheint täglich, Mit Ausnahme M Montag« Die Gießener Mnmiktenvrätter »erden dem Anzeiger wöchentlich dreimal betgelegr. II. SW »ofstraße 88 i Malischen scoks, Kohle», vrlkell«. Die kretensische Frage. Ab und zu werden kurze Mitthelluugen aus Constanti- nopel veröffentlicht, welche nur besagen: Die Botschafter hielten gestern eine Sitzung ab. Selten wird uns da erzählt, zu welchen Zwecken die Vertreter der Großmächte neuerdings ihre Köpfe zusammengesteckt haben, und wir müffen uns in dem Gedanken beruhigen, daß Europa noch immer wacht und daß die Jntereffen der christlichen Uuterthaueu des Sultans fortgesetzt die Aufmerksamkeit de» europäischen EoncerteS in Anspruch nehmen. Der griechisch-türkische Friede ist zu Stande gebracht worden und damit ein Werk abgrschloffen, welches der Diplomatie ganz bedeutende Schwierigkeiten bereitet hatte und häufig dem Scheitern nahe war. Es galt eben, ganz entaeaenaesetzte Jntereffen mit einander zu vereinigen: die siegreiche Türkei nicht ganz um die Früchte ihres ErfolgeS beiugen und dafür zu sorgen, daß dem besiegten Griechen- land die Eristenzmöglichkeir belaffeu werde. Wir haben \a den ganzen Verlauf der Verhandlungen eifrig verfolgt und wiffen, welcher Anstrengungen es bedurfte, um den Sultan zur Nachgiebigkeit zu bewegen, und wie oft die Konferenzen nahe vor dem völligen Scheitern standen. Wenn nun auch die FrtedenSverhandlungen zum Abschluß gebracht worden sind, so ist damit noch nicht gesagt, daß die Arbeit der europäischen Diplomatie in dieser Angelegenheit gethan ist -denn man muß immer mit der Möglichkeit rechnen, daß bald auf dieser, bald auf jener Seite bei der Erfüllung der Frieden«- bedingungen illoyal verfahren wird. Ju dieser Beziehung hat man gegründete Ursache, beiden Thetlen nicht allzuviel Vertragstreue zuzutrauen, weshalb wahrscheinlich noch häufig die Entscheidung des europäischen Eoncert« ansernfen werden muß. Außerdem aber haben die Vertreter der Großmächte auch noch die creteusische Frage zn regeln. * DaS Jahr geht zur Rüste und roch immer find die Verhältnisse auf der Insel Kreta nicht geordnet, und «an iüdb.M- hart* . ;•#»1 E ■ iui-l-s' ES- laiizM- & flS SÄ S»; Si- 7 it6 « , !« Ä *1 Sä '6111« 86 um i,lhe •'« '“««14mm, WIU Brtta™. «atonit m " ant<>n hrirathet. J» jrdev ihrer Srft- aus bu tarnen * et°rS gebea W stattstabeo, tat» 1 aw 18.3ml, 'lhckathrt sein, au- issm, bk nicht »H lt N, ihm tztthül liaer Sovpagoie qm in srßltch gefW e ^ssk — pro Rann N - bk« M W Hoheit, btt Heu Tügesereignisse in kurzer den Thatsachen entsprechender Weise zur Kenntniß seiner Leser bringen. Die neuesten ; Nachrichten zuverlässiger telegraphischer Nachrichten- \ Bureaus sowie zahlreiche Mitthellungen aus dem > engeren und weiteren Vaterland halten den Leser; stets über die Vorkommnisse in demselben auf dem J Lausenden. Unterstützt durch umsichtige Berichterstatter in allen Orten Oberhessens und in den bedeutenden Städten der anderen hessischen Provinzen, ist der „Gießener Anzeiger" ferner in der Lage, die interessanten Vorgänge innerhalb unseres engeren Vaterlandes und der Nachbargebiete so frühzeitig wie möglich zur Kenntniß seiner Leser zu bringen, desgleichen wird den Begebenheiten in der Stadt Gießen die gebührende Besprechung im localen Theile des Anzeigers zu Theil werden. Der in der Provinz Oberhessen betriebenen Landwirthschast wird der Anzeiger durch Veröffentlichung von allem Wissens- werthen aus dem Gebiete derselben besondere Berücksichtigung zu Theil werden lasten, daneben aber auch die Beobachtungen und Erfahrungen in Kunst und Wissenschaft, Litteratur, Hauswirrhschaft, Handel, Gewerbe und Industrie in den Kreis seiner Besprechungen ziehen. Ein gediegenes Feuilleton wird neben besonderen Artikeln ernsteren und heiteren Inhaltes den erwünschten llnterhaltungsstoff bieten. Inhaltlich werden wir den „Gießener Anzeiger" vom 1. Januar 1898 ab in der Weise erweitern, daß derselbe einschließlich der „Gießener Familienblätter" täglich mindestens 8 Sellen (2 Bogen) umfaßt. Die „Oietzesrer Fawilienblätter" werden vom gleichen Tage ab wöchentlich 4mal (Dienstags, Donnerstags, Samstags und Sonntags) erscheinen und neben den Erzählungen, Romanen und Novellen beliebter Schriftsteller anziehenden Unter- haltungsstoff aus dem Gebiete des Familienlebens und der Hauswirthschast bringen, und somit namentlich im Kreise der Familien eine beliebte Beigabe bieten. Wir ersuchen nun namentlich auswärtige Leser, chre Bestellung bei der Post baldgefl. aufgeben zu wollen. Neuhinzuttetende erhglten vom Tage der Bestellung bis 1. Januar den Anzeiger kostenfrei zu- aestellt, wie wir auch gerne bereit sind , Probe- Nummern nach auswätts postfrei zu versenden Den Leiern in hiesiger Stadt werden wir, wie seither, den Anzeiger weitersenden und den Abonnmnents- Letrag tacd; Quittung erheben lassen, falls nicht aus- brüÄiche Abbestellung erfolgt. Hochachtungsvoll Verlag des „Gießener Anzeiger" Brühl'sck- Univ.-Buch- u. Stemdruckerei (Pietsch & Scheyda). Meßmer Anzeiger Kemrat-Anzeiger. ---- j Betr.: Wie oben. Z»m Bezug des „(Siebener Anzeiger" für < Das Gk0ßh. MiNisteNUM des JMMN bas 1. Vierteljahr 1898 laden wir hiermit ergebenst j Abtütiluna für SchulaNgklegenheitM em. Wie bisher, wird der „Gießener Anzeiger" dre ! „ ^ Gr°ßh-r,°gliche° K-eis"chn.-°mmissi°°e«. Auf Grund de« ArttkelS 20 deS Gesetzes vom 16. Juni 1874, das Volksschulwesen im Großherzogthum betreffend, und in Abänderung unserer Ausschreiben vom 22. Februar 1875 zu Nr. M. d. I. S. 3035, Beginn deS Schuljahres betreffend, und vom 1. Mai 1878 zu Nr. M. d. I. S. 3789, Ferien in den Volksschulen betreffend (Amtsblatt Nr. 9 von 1878), setzen wir, mit Genehmigung Großherzoglichen Ministerium« des Innern, allgemein den ersten Montag nach der Osterwoche al« Beginn und den SamStag vor Palmsonntag alSSchluß des Schuljahres fürdie Volksschulen fest. Bon der nach Artikel 14 deS VolkSschulgesetzeS zulässigen Ferienzeit von zwei Monaten, den Monat zu 31 Tagen gerechnet, sollen unter Nichteiurechnung der eigentlichen Feier- Amtliche Theil. Gießen, den 24. December 1897. B-tr.: Bejinn d-S Schu jah«, und F-ri-n in dm V°I»schulm. Die MM. Kreis-SchtttnmMisßov Sieben a« die Schulvorstände des Kreises. von nachstehender Verfügung der obersten Schnlbehördo «eben wir Ihnen zur Nachachtung Kenntniß. v. Gagern. «»«ahm- von Anzügen zu der Nachmittag-H F (^rafidficifaÜ^I SfattliliCHßfättCt. folgenden Tag erscheinenden Nummer bir Barm. 10 Ubr. I V- « & I ■- .r.—,...... I. ' »rnr-wIMW ' ---- Abonnements - Einladung. Wolft» tdtgröW*H (toncfooate^äer««. Darmstadt, 27. December. Die Prinzessin Fer- ßtuand von Rumänien ist heute Nachmittag zu» Besuche deS Grobherzoglichen HofeS hier etogetroffeu.- Aacheo, 27. December. Amtlich wird gemeldet: Am 26. December, Abends kurz nach 10 Uhr, stieb der vo» Reub kommeude Persoueuzug 98 auf Stattou Herzogen- rath bet der Einfahrt infolge UeberfahreuS de» Haltefignal» auf eine zurücksetzende Wagenabtheiluog des Güterzuge» 1147 auf. Anscheinend nicht erheblich verletzt wurden Zug- und Locomotivführer de» Persoueuzuge», sowie Loco- motivführer, Heizer und ein HUfSbremser de» Süterzuge». Reisende wurden nicht verletzt. Ereseld, 27. December. Amtlich wird gemeldet: Trasect und Betrieb zwischen Spyck und Welle, Sttecke Eleve—Zrveuar, wegen Ei»gauge» im Rheine von heute Morgen 11 Uhr ab bi» auf Weiteres eingestellt. Hamburg, 27. December. Die „Hamb. Nachrichten" schreiben: Ja dem „Hamb. Corresp." finden wir die auch in andere Blätter übergegaugeue Nachricht, daß das Befinden de» Fürsten BtLmarck wieder zufriedenstellend sei. Dies ist bisher nicht der Fall. Die schmerzhafte Affectiou besteht nach wie vor, verhindert den Fürsten am Gehen und raubt ihm die Nachtruhe. Der Empfang von Besuchen und die Beantwortung von Briefen ist ihm daher zur Zeit nicht möglich und feine Freuude werden die» entschuldigen. Die Tharsache, daß der Fürst in der genanuteu Zeitung gesund gemeldet wurde, hat in FrtedrichSruh Befremden erregt und wir hören, daß der Fürst, al» er davon las, geäußert hat, weuu der Herr, der da» geschrieben hat, in meinem Zustande wäre, so würde er fich eine Vorstellung davon machen können, waS zufriedenstellende» Befinden ist. Paris, 27, December. Im Panama-Prozeß hielt heute der Staatsanwalt unter großem Audrange deS Publikum» seine Anklagerede. Sofia, 27. December. Die Sobranje wurde heute in feierlicher Weise geschloffen. Fürst Ferdinand dankte der Nationalvertretung für ihren bei der Berathung der Gesetzes- Vorlagen betätigten Eifer und bekundeten Patriotismus. Depesche» de» Bure« „Herolds Berlin, 27. December. Das StaatSmiuisterium trat heute Nachmittag 2 Uhr in seinem Dieustgebäude zu einer Sitzung zusammen. Berlin, 27. December. Reichskanzler Fürst Hohen- lsohe wird, wie die „Nordd. Allgem. Ztg." meldet, erst morgen Abend von Schillingsfürst hierher zurückkehren. Da» feier.tche Trauer-Hochamt zum Gedächtuiß der verewigten Fürstin wird, wie schon bekannt, morgen Vormittag 11 Uhr in der hiesigen HedwtgSkirche abgehalten. Berlin, 27. December. Das Reichstag-Präsidium hat, wie die „Post" meldet, dem Anträge des Abgeordneten Freiherrn v. Stumm entsprochen, eine Berichtigung der von dem Abgeordneten Bebel au dem amtlichen steno- graphischen Bericht über die RetchStagSfitzung vom 16. d». vorgenommenen Aeuderungen für den nächsten stenographischen Bericht zu verfügen, sodaß also der eigentliche Wortlaut der vebrl'schen Ausführungen wieder hergrstellt wird. Berlin, 27. December. Die „Kreuzzeitung" bestätigt, daß Freiherr v. Manteuffel für den nächsten Reichstag kein Mandat mehr annehmen wird und fügt hinzu, daß er trotzdem die Leitung der confervativen Gesammtpartei beibehalte. Berlin, 27. December. Die „Nordd. Allgem. Ztg." schreibt: Einer telegraphischen Meldung deS Gouverneur» von Kamerun zufolge beruht die in der englischen und auch in der deutschen TageSprrsse verbreitete Nachricht von einer Niederlage der deutschen Schutztruppe in Kamerun auf Erfindung. SS hat im Gegeotheil die Banu-Expe« dition mit einer völligen Niederlage dieses Stammes und mit der Stürmung seiner Hauptstadt geendet. Die Verluste der Schutztruppe in diesem Kampfe waren gering. Die Handelsstraße nach Aaunde ist sicher. Berlin, 27. December. Wie die „Germania" meldet, har der Papst anläßlich de- WrihnachtSfestes an die Cardinale, Bischöfe und Prälaten, die ihm die Glückwünsche deS Cardtnalcollegium» darbrachten, eine Ansprache gehalten, in welcher er n. A. betonte, es dürfe nicht verheimlicht werden, daß die gegenwärtige feindliche Stellungnahme gegen den Papst mcht nur den Traditionen widerstrebe, sondern sogar bittet dem nationalen Geiste. Dieselbe werde daher auch niemals die Billigung der Mehrzahl der Italiener finden, welche ihrem Herzen nach kgtholisch gesinnt und gewohnt seien, zum Papstthum wie zu einem Bollwerk deS Heils und der Größe aufzublicken und dasselbe als das Haupt und das Herz der Nation zu betrachten. Wenn dieselben also zu erkennen gäben, daß sie die politische Einheit nicht für hinreichend erachten, um ihr Wohlsein zu fördern, wenn sie für den Papst die erforderliche Unabhängigkeit und die Wiedereinsetzung in seine Rechte verlangen, so sei eS schlecht, den wahren Character solcher Bestrebungen zu verkennen, schlimmer aber noch, friedliche Bürger mit den Umsturz- Parteien auf die gleiche Stufe zu stellen. Den besoonenen Elementen könne eS nicht entgehen, daß durch dar Walten der Vorsehung die Geschicke Italiens mit dem apastovschen Stuhle sozusagen solidarisch verknüpft gewesen seien und daß eS ein Fehler war, die Sache Italien» in so offenen Gegensatz zum Papstthum zu bringen. Frankfurt a. M., 27. December. Die „Franks. Ztg." meldet aus Darmstadt: Die Nachricht, der bisherige russische Gesandte am hiesigen Hofe, v. Ozerow, sei nach Coburg versetzt, ist dahin richtig zu stellen, daß er neben der Vertretung de» russischen Hofe» in Darmstadt künftig uuch die am Loburger Hofe wahrzunehmen hat. Bochum, 27. December. Auf der Zeche „Maria Anna" sand eine Explosion schlagen der Wetter stütt. Zwei Manu wurden getödtet und einer schwer verletzt. vlmLtz. 27. December. Gestern früh wurde am obere» Ringe tu der Nähe de» Theatergebäude» von «udekaunteu Thätern ueuerding» eine au» einer starken eisernen Röhre bestehende mtt Pulver gefüllte Bombe zur Explosiv» gebracht. Verletzt wurde Niemand. Der Fall erregt große Aufregung unter der Bevölkerung. vrüun, 27. December. Die für heute Abend festgesetzte soctaldemokrartsche Volksversammlung, in welcher daS Thema: „Weg mit dem Absolutismus" zur DiScusfiou stand, wurde poltzelltch verboten. Prag, 27. December. Gras Schönborn ließ in allen Kirchen einen Aufruf zur Gründung eine» ver- söhnungSderetuS vertheilen, dessen Mitglieder die Anf- gabe haben, für die verstäudtgnng beider Nationen und für den Frieden im Laude zu wirken. Budapest, 27. December. Zwei Delegirte der ungarischen Slowaken, welche in diesen Tagen in Prag weilten, um dort mit den tschechischen Führern zu eonferireu, erhielten die Weisung, die slowakische Action gegen Ungarn im nächsten Jahre zu beginnen. Die Jnngtschechen würden die Bewegung materiell unterstützen. Rom, 27. December. Der preußische Gesandte beim Vatikan hat, wie verlautet, gestern dem Papste ein Schreiben Kaiser Wilhelms überreicht, in welchem der Kaiser dem Papste zufichert, daß die gegenwärtigen Operattoneu Deutschlands in China auch dem Schutze und den Interessen der Katholiken und katholischen Missionare gelte. Rom, 27. December. DaS unter dem Comwaado deS Prinzen Heinrich nach China gehende deutsche Geschwader wird in einem süditalienischen Hafen aulaufen. ES ist nicht ausgeschlossen, daß Prinz Heinrich auf einen Tag hierher- kommt, um den König Humbert zu begrüßen. Brussel, 27. December. Die Polizei hat festgestellt, daß die drei Franzosen, welche am 14. November wegen Falschmünzerei und Erschießung eint» Polizei-Agenten verhaftet wurden, einer internationalen Anarchisten- baude augehöreo, die in einem Keller in der Nähe der Börse regelmäßige Zusammenkünfte abhielten. Paris, 27. December. Die RegieruugSprefle äußert fich optimistisch über die Vorgänge in Ostasieu und erklärt jede Verwickelung sür ausgeschlossen. Der Marinemiuister wird einen Credit von 200 Millionen zur Verstärkung der Kriegsflotte fordern. Madrid, 27. December. „Jmpareial" sagt, daß infolge der letzten Note Spaniens an Woodford die Nothwendigkeit für Spanten, seine Flotte zu vermehren, um einem eventuellen Covflict mit den Bereinigten Staaten ruhig entgegeoseheu zu können, ernstlich ins Auge gefaßt werden müsse. London, 27. December. „Daily Mail" meldet aus Kopenhagen, die Vereinigten Staaten hätten die Abficht, auf der Nordwestküste Grönlands eine Flotten- statiou zu gründen. Loudon, 27. December. Bei einer gestern hier au»- gebrochenen Feuersbrunst kamen eine Frau und neun Kinder in den Flammen um. London, 27. December. Die Arbeiter des Ma- fchineubaugewerbeS haben den Antrag auf Einführung einer ölstüudigen Wochenarbeit verworfen. Die Zusammenkunft der Arbeitgeber und Arbeitnehmer hat zu keinem Resultat geführt. Bukarest, 27. December. Den gestern gegen Ungarn gerichteten Versammlungen folgten unter Vorantragung blauer Fahnen große Gegendemonstrationen, sodaß daS Militär einschreiten mußte. Gibraltar, 27. December. DaS deutsche Geschwader unter dem Befehl deS Prinzen Heinrich erschien heute Mittag in der Straße von Gibraltar und steuerte bei heftigem Orkan auS Osten auf die Bucht zu. Chicago, 27. December. Nack neueren Meldungen über die Feuersbrunst in dem vergnügungslocal Colosseum Hierselbst hatte der größte TheÜ der Besucher da» Local bereit- verlassen, als der Brand ausbrach. Nur etwa 300 Angestellte befanden fich noch im Gebäude. Berlin, 28. December. Die Kaiserin ist gestern zum ersten Male nach ihrer Unpäßlichkeit ausgegangen. Sie hat zusammen mit dem Kaiser einen kurzen Spaziergang in den Garten de» neuen Palais unternommen und fich alsbald wieder in ihre Gemächer begeben. Berlin, 28. December. Dem „Berl. Tagebl." wird au» Brüssel telegraphirt, daß der zum russischen Botschafter in Paris ernannte bisherige Gesandte in Brüssel, Fürst Kutusow, auf seiner Reise von Petersburg tu Berlin Halt machen und eine Unterredung mit dem Fürsten Hohenlohe haben werde. Wesel, 28. December. Premierlieuteuant v. Eichstett vom hiesigen Regiment Nr. 56 hat Befehl erhalten, sich am 1. Januar in Hamburg zu melden, um als Commando- führer eines NachtranSporteS nach China abzugehen. Prag, 28. December. Die Schöuerer-Gruppe agitirt in deutschen Bezirken für ein Fernbleibru vom Landtage. Athen, 28. December. Nach dem Blatt „Hrstia" hat die griechische Regierung mit der österreichischen Regierung Verhandlungen angeknüpft, um österreichischen Offizieren die Neu-Organisation der Armee anzuoertraueu. Kairo, 28. December. Sämmtliche Militärärzte, welche in Kairo anwesend find, wurden nach Wingate gerufen. Zu gleicher Zeit sind bedeutende Materialsendungeu abgeschickt worden. Gerüchtweise verlautet, daß bte Kanonenboote, welche über Metemneh hinaufgefahren waren, gescheitert sind. CoceU* prwin$i Vr un6 Flaschen der Firma FrsttTaumls-Cögnal-Krellllkrei jrih Scheller Söhu^, Homburg - gegründet 1843 — mehrfach I ärztlich preisgekrönt. | empfohlen. 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