ine tonnttn neu 8902 ker, O», ’ Arbeiten auf ?ries, reu und Holz. ?n läjtit. oldstickereieu, uograwmsrc. 9385 Maschinen len scheu it i n uitt|trtLltiWW litt!(. 1 M auf Lager 975» ial, en *•8 itr. 27. | MHH chm togJdH2 ytwöSi1"11 i» «** Ä* Nv. 280 Drittes Blatt. Sonntau den 28. November 1807 Der fUfewet Z«iei,tr erscheint täglich, ■it Lusnahmr des Montags. Dir Gießener W«»ttte«»rstter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeig er Generat-Mnzeiger. vierteljähriger Aöonnementrpreis» 2 Mark 20 Pfg. mü vringerlohn. Durch die Post begegto 2 Mark 50 Pfg. -kedaction, Lxpediti« und Drucker«: Kch»kstr«teAr.,c Fernsprecher 51. Aints- uni Anzeigeblertt für den Aiveis Gieren. >»»»hmr von Anzeige« zu der Nachmittag- für de» felgmbm tag erscheinendm Nummer bi- Borm. 10 Uh». Gratisöeitage: Gießener AamitienSlätter. I - R' ■ XJJr Alle Annoncen-Vureaux de« In- und Au-lande- nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgegen. Eine unerwünschte Postreform. Wir haben schon verschiedentlich der Anstrengungen ge» dacht, welche der neue Letter unseres PostweseoS macht, um dem Publikum mehr entgegen zu kommen, als dies bisher der Kall war. Die Berathungen mit Vertretern der Handels- vnd Geschäftswelt haben stattgefundrn, und eine Reihe von Verbesserungen und Verbilligungen ist geplant worden, die seitens des correspondtrenden PubUkumS als ein wesentlicher Fortschritt zu dem Ziele, das Institut der RetchSpost immer mehr zu einem Gemeingut der Bevölkerung zu machen, dankbar empfunden werden dürfen. Die sog. Kartenbriefe find dem Verkehr bereit- übergeben worden, und fie erfreuen fich der Gunst de- Publikums, wenn auch aus dem reißenden Absatz, den die Kartenbrtefe gleich am ersten Tage ihrer Ausgabe fanden, nicht auf da- vorhanden gewesene Bedürfniß geschloffen werden kann. Die Mängel, welche die ersten Karten hatten, stnd prompt abg-strllt worden, sogar der auf der Rückseite derselben angebrachte dienstliche Vermerk hat eine Redtgtrung erfahren. Man steht aus solchen Kletntg. keiteu, daß die Postverwaltung bestrebt ist, so weit wie nur irgend möglich den Wünschen der Allgemeinheit vachzu- kommen, der büreaukratische Standpunkt, auf welchen fich die Postbehörde früher tu so vielen nicht angebrachten Fällen stellte, scheint überwunden zu sein. Wie schon oben gesagt, find auch Herabsetzungen de» PortotqrisS in AuSficht genommen; u. A. soll da- Porto für Ort-briefe, sowie die Gebühr für Postanweisungen niedrigerer Beträge eine Ermäßigung erfahren. Da hiermit eine wesentliche Verringerung der Retchsrtnnahmen verbunden ist, wenigstens vorläufig erwartet werden muß, so ist eS natürlich, daß die Poftverwaltung, ehe fie endgiltige Schritte unternimmt, fich mit dem Reichsschatzamte in Verbindung setzen muß. Es ist noch in frischer Erinnerung, wie fich der verstorbene Staatssecretär Stephan in den letzten Jahren seines Wirkens jeder Herabsetzung der Gebühren mit dem Hinweise auf den Ausfall in den Einnahmen widersetzte. Früher rechnete er mit dem Grundsätze, daß jeder Porto. Herabsetzung eine Steigerung des Verkehrs folge, welche den Verlust wieder ansgleiche. Dieser optimistischen Auffaffuug war er aber in der letzten Zett ungetreu geworden, und alle versuche, ihn zu Tarifänderungen zu bewegen, beantwortete u mir lüum scheuen Seitenblick auf Excellevz Miquel, den damaligen Hauptmacher auch in Angelegenheiten der Reich», finanzen. Wir wollten also sagen, daß über die Reformvor. schlüge de- Herrn v. Podbielskt selbstverständlich im Schooße der Regierung reifliche Erwägungen statlfinden. Am Dienstag hat fich das preußische Staat-Ministerium mit den Post, «formen in einer überaus laugen Sitzung beschäftigt, an welcher auch die StaatSsecretäre de- RetchSpostamtS und de- Reichsschatzamts Thetl nahmen. Unter den Plänen, welche Herr v. PodbielSki verfolgt, soll fich auch der befinden, da- Postregal auf den Ortsverkehr auSzusehueu. Bisher unterlagen dem Poftzwange nur geschloffene Briefe von Orten m.t einer Poftanstalt nach anderen Orten mit Postanstalt, sowie politische Zeitungen. Daß in der Oeffentlichkeit nicht die Neigung vorherrscht, bic Gerechtsame der Postverwaltung noch zu vergrößern, geht schon daraus hervor, daß bei dem Uebergang der Poft von den Einzelstaaten auf den Norddeutschen Bund und später auf da- Reich, die Vorrechte immer mehr beschnitten worden find. Dadurch, daß in den letzten beiden Dezennien dem allgemein empfundenen Bedürfniß auf Herabsetzung der Gebühr für Ottsbriefe keine Rechnung getragen wurde, entstand die Anregung zur Gründung der Privatpostanstalten. Letztere würden aber, wenn der Plan auf Ausdehnung de- Postregals auf den Ortsverkehr fich verwirklicht, wieder von der Bild, fläche verschwinden müffen, und das muß unter allen Um« ständen verhindert werden, wenigstens soweit eS fich um gut geleitete und sicher fuudtrte Anstalten handelt. Denn diese Privalpostanstalten haben fich für die großen und größeren Städte zu einem Bedürfniß herauSgrbildet, sodaß ihre Be- feittgung eine Schädigung der BerkthrSrinrichtungen bedeuten würde. Herr v. Podbielskt will mit der Ausdehnung de» Postregals den durch die geplanten Reformen entstehenden PortoauSfall decken, während Herr v. Stephan stets in Abrede stellte, daß die ReichSpostoerwaltung erheblich durch die Privatanstalten geschädigt würde. Es ist nicht unmöglich, daß daS preußische StaatSmini- sterium in seiner letzten Sitzung besonders diese Angelegenheit eingehend berathen hat. Man darf erwarten, daß eS zu dem Eutschluffe gekommen ist, den Absichten deS Herrn v. Pod. btelskt zuzustimmen, aber unter voller Wahrung berechtigter Interessen. (xx) Feuilleton. Das Tüpfelchen auf dem i. Von E. Ritter. (2. Fortsetzung.) „Ein Stückchen Kuchen, Herr Doctor?" klangS jetzt aus MagdaS Mund, „tdj habe ihn selbst gebacken nach einem berühmten Recept." Kuchen war Gründlich nun ganz zuwider, aber eine so freundliche Aufforderung abschlagen, unmöglich! Umsomehr al- — halt — ein Gedanke durchzuckt fein Gehirn. DaS ttäre ein Weg -um Autogramm! Mit Todesverachtung also ging er zum Angriff auf daS respectable Stück Kuchen über — eS wollte gar nicht rutschen, und AuiS war drin, ein mtsetzltches Gewürz für Gründlich. Endlich nach verzweif- langSvollern Würgen hatte er's runter, bemühte fich, eine begeisterte Miene zu machen und sagte, so ganz von un- zrfähr: „Ein vorzüglicher Kuchen, Fräulein Magda, in der That, wundervoll. Dürfte ich vielleicht um das Recept bitten?" Magda horchte verwundert, dann lachte fie hell auf. „Sie wollen doch nicht Kuchen backen, Herr Doctor k" ,Nein, nein, natürlich nicht, ich nicht — aber ich möchte bas Reeept meiner Schwester schicken, die kann mir dann mit« rnter solchen guten Kuchen backen. Er ist wirklich sehr gut." ,3o, aber da- finde ich sehr umständlich, wenn Sie erlauben. Sie Plagen fich so mit Fritz — wir find Ihnen so dankbar dafür, nicht wahr, Papa? — und ich würde Zhnen sehr gern manchmal einen solchen Kuchen mitbacken, zewiß, Sie brauchen Ihre Frau Schwester gar nicht zu bemühen." Magda war etwa- roth geworden bei ihrem Vorschlag Md Gründlich stotterte: „Sie find zu gütig, Fräulein Magda, aber wirklich, ich bitte um das Recept — mein Schwager ißt nämlich auch sehr gerne Kuchen. Vielleicht könnte ich das Recept gleich heute mttnehmen — ich schreibe Borgen an meine Schwester." „Run, hat denn das solche Eile? Ich denke, Ihre Frau Schwester ist augenblicklich an der Riviera — da bäckt fie doch ficher keinen Kuchen." „Nein, allerdings, aber fie kehrt bald zurück, und dann hat fie eS gleich — das Recept. Ich bitte doch sehr dringend, wenn Sie eS mir bis morgen abf rretben könnten, ich möchte eS sonst vergeffen." „Gewiß, Herr Doctor, wie Sie wünschen, ich schreibe eS heute Abend noch ab und Max bringt e- Ihnen morgen hinüber * Damit war die Frage endlich erledigt zu Gründlich» Erleichrerung. ES war ihm schrecklich, er hatte gelogen. ES war ihm herzlich schwer geworden, aber „ber Zweck heiligt die Mittel". ES handelt fich um sein Lebensglück. — O, du dummer Doctor Gründlich! Da fitzt eS vor dir in leibhaftiger Gestalt, dein Glück — da- holde, frische Mädchen mit dem herzerquickenden Frohfiou — greif doch -u und frag nicht lang! . . So ähnlich spricht wohl eine Stimme in ihm, aber er wehrt fie ab. Nein, erst die Schriftprobe, denn eine oberflächliche Frau, die kann er nicht gebrauchen. — Am Montag Mittag kommt der Quintaner Max und bringt auf einem Briefblatt, sauber gefaltet und in einem Umschlag verwahrt, da- Recept. ES dauert Gründlich zu lange, btS der Junge fich entfernt und doch geschieht die- mit affenartiger Geschwindigkeit, denn die vielen Bücherregale und Hefte find ihm unbeimlich. Mit zitternden Händen entfaltet der Doctor da- Blatt. Ein Blick und er weiß genug! Flüchtige, unregelmäßige Schriftzüge — fast kein Grundstrich — o, er verstand fich darauf, er brauchte ja keinen profesfionSmäßigen Graphologen dazu. „Nimm ein Pfund Mehl" — so begann daS Schriftstück und, o Schrecken, o Grau-, gleich da» erste Wort bestätigte feine schlimmsten Befürchtungen. Da- Tüpfelchen, welches auf das i gehörte, eS stand nicht über dem i, sondern über dem ersten Grundstrich de« zweiten m, gleichsam als wäre es dahingepflogen k Weiter brauchte er eigentlich gar nichts zu sehen. Es zeugte von ganz außergewöhnlicher Flüchtigkeit und Mangel an Tiefe. Da» Tüpfelchen auf dem i. Gründlich seufzte tief auf. Nun hatte erS schwarz auf weiß. „Unb was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Haufe tragen!" Und wa» ein vernichtete» LebenSglück wäre! Mit schwerem Herzen studirt er weiter, sucht er noch dem fosgenden CsceUt rrnL> protrittjietto, •* Kirchliche Dienstnachrichten. Ueber den Besitz der nach Art. 1 und 4 des Gesetzes vom 5. Juli 1887, die Vorbildung und Anstellung der Geistlichen betreffend, zur Uebernahme eines Kirchenamtes notwendigen Eigenschaften ist der Nachweis erbracht worden bezüglich der Can- didaten der ebongtl. Theologie Emil Fachs aus Arbeilgeu, Ernst Kuntz aus Richen, Ludw. Schuchmann aus Zell t. O. und Joh. Wolf au- Alzey. Erledigte Lehrerstellen. Erledigt find: Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle au der Gemeindeschule zu Freimersheim, Kreis Alzey, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Mir der Stelle ist Organisten- dtenst verbunden. Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Landenhausen, KreiS Lauterbach, mit einem jährlichen Gehalt von 900 Mk. Mit der Stelle kann Organtstendienst verbunden werden. Die mit einem evanqel. Lehrer zu besetzende 1. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ruppertsburg, Kreis Schotten, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienft verbunden. Dem Herrn Grafen zu SolmS-Laubach steht daS Präsentationsrecht zu derselben zu. Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu EckartSborn, Kreis Büdingen, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Lcctoren- dienst verbunden. Die Lehrerftelle an der katholischen Schule zu Engelthal, Kreis Büdingen, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Eine mit einem katholischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gerneindeschnle zu Ober Mörlen, Kret» Friedberg, mit einem nach dem Dienstalter fich bemeffenden jährlichen Gehalte von 1000 bis 1500 Mk. Mit der Stelle kann Organistendienst verbunden werden. Die Lehrerstelle an der katholischen Schule zu Köngernheim, Kreis Oppenheim, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Mtt der Stelle ist Organistendienft verbunden. •• Einheitlicher Eigarrenpreis. Bei einer Mainzer Militär- Cantine ist von Berlm aus ein Circular mit dem Ersuchen eingelaufen, den Cigarrenbedarf von einer Berliner Firma zu beziehen, welche unter der Leitung eines höheren OfstzterS a. D. stehe. ES wurde weiter mitgetheilt, daß man wünsche, i, da heißt e» „vier Eier". Da- Tüpfelchen ist in „Eier" auf daö r geflogen, und in den „vier" hat eS zwischen dem e und dem r Halt gemacht. Und so geht- weiter bis zum letzten Wort „bäckt ihn bei mäßiger Hitze." In dem Wort „Hitze" hat daS t allerdings den weitern Flug aufgehalten, aber man fieht deutlich, wie daS Tüpfelchen fich gegen den Zwang aufgelehnt hat und widerwillig ganz oben an der Spitze de» t hängt. Und auch sonst, soviel er forschen mag, keine Spur von Festigkeit, von Ernsthaftigkeit in der Schrift. Ja, er weiß genug, aber wie die bedeutendsten Aerzte ihrer eigenen Diagnose mißtrauen, wenn e» fich um eine Krankheit ihrer nächsten Angehörigen handelt, so mißtraut Gründlich in diesem Fall seiner Kenntoiß der Schriftdeutung. Einen weh- müthigeu Blick noch wirft er auf das Recept, dann schreibt er ein paar Zeilen an den ihm bereit» bekannten Grapho- logen, einer Autorität in seinem Fach, fügt da» Recept bei, zwei, drei Mark in Briefmarken (eS gibt welche, die thun» schon für 50 Pfennige, aber die „Autorität" ist theurer), bittet um möglichst baldige Erledigung und verläßt mit dem Schreiben daS HauS, e» der Post zu übergeben. — Nun ist» gethan. Aber eS ist ihm nicht wohl zu Muthe. Er weiß ja, was er zu erwarten hat — da» TodeSurtheil feiner Liebe! Er rechnet aus, bi» wann er Antwort haben kann, vor Mittwoch Abend ketnenfalls. Und immerfort fieht er da» Tüpfelchen auf dem i vor fich — bei Tag und bei Nacht. Im Traum erscheint es ihm al» ein riesiger Punkt, schließlich al» Luftballon, weit in der Ferne schwebend. ES ist ein schrecklicher Zustand. Am Donnerstag Morgen hat Gründlich den Brief be» Graphologen in bet Hand. Da» Resultat ist ein traurige». ÄI« hervorstechendste Eigenschaft: Oberflächlichkeit, Flüchtig- keit — stehe da» Tüpfelchen auf dem i — bei allelding» großer geistiger Begabung (o, wie Gründlich biefe Zusammenstellung haßt!), dann eine Heiterkeit, bie fast an Leichtsinn grenzt, aber allenfalls auch in großer Herzensgute wurzeln kann. Dem steht allerdings entgegen, daß gew'ffe Eigen- thümlichkeiten der Schrift auf einen Hang zur Grausamkeit deuten u. s. w. u. s. w. — Gründlich war außer sich. (Schluß folgt.) daß sämmtliche (Kantinen ihren Bedarf au Cigarren re. von der erwähnten Frrma entnehmen möchten, um einen möglichst einheitlichen Prei» in der geiammten Armee emfUhren zu können. Wenn daS eintritr, sei die Firma im Stande, an die säwwtlichen Cantinen der deutschen Armee eine Dividende von 40000 Mark zur Vertbeilung zu bringen. •• Die Leutenar Srtaneruuglmedatlle kann auch an Damen verliehen werden, waS n chr allzu bekannt sein dürfte. Natürlich müffen er solche Damen fein, die im Feldzüge a>» freiwillige Krankenpflegerinnen thätig gewesen und im Besitze der Krtegsdenkmünze find. Bon einer solchen Dame ist jetzt ein Antrag auf Verleihung der Erinnerungsmedaille au die zuständigen Behörden ringereicht worden. •* Für dal nächstjährige Heereserfatzg-fchast wird denjenigen jungen Mäane> n, welche ia tem Zeitraum vom 1. Januar bis 31. December 1878 gtboicn find, io Erinnerung gebracht, daß fie zur Vermeidung von Nachtheileu uud Weiterungen sich mit Geburtsscheinen oder sonstigen Au-wriSmittrlu über die Zeit und den Ort ihrer Geburt zu versehen haben. Die für diesen Zweck auS den Geburts« regtsteru der Standesämter zu elthelieaden Bescheinigungen werden kostenfrei aa-gesertigt. Der Zeitpunkt für die Anmeldung zur Rekruitrungsstammrolle wird in der ersten Hälfte de» Monat» Januar k. I. bekannt gemacht werdens W. TuS der Wetterao, 25. November. Bou allen Seiten laufen Klagen über die schlechte Beleuchtung an unseren Haltestellen uud Bahnstationen auf den beiden neuen Etieubahalinien ein. Der Zu- uud Weggang nach den Bahnhöfen war au den letzten Abenden bei dem herrschenden Rebel geradezu lebensgefährlich. Ein älterer Mann rannte vorgestern auf daS Ende einer Brüstung, er stieß einen Schmerzensschrei au» und war längere Zeit ohne Besinnung. Es steht fest, daß sich unsere Wetterauer Bahnlinien rentiren, die Verwaltung hat darum gewiß keinen Grund, au einigen Laternen zu sparen und dabei unter Umständen die Gesundheit von Menschen, oder gar daS Leben oder die Gliedmaheu in Gefahr zu bringen. Für die Staatsbehörden aber erwächst die Pflicht, die Gemeindeverwaltungen aozuhalten, daß fie für Laternen sorgen, wo fie dazu verpflichtet find. A Hungen, 24. November. Am letzten Freitag bewegte flch um 3 Uhr Nachmittags unter Boraulritt von zwei hie- figen Vereinen ein imposanter Leichenzug durch die Hauptstraße unserer Stadt nach dem Friedhöfe, um die sterbliche Hülle de» Gemeiodeetonehmer» und Kirchenrechners Herrn Bast zur letzten Ruhestätte zu geleiten. Das au» allen Kreisen der hiefigeu Einwohnerschaft sowie den Angehörigen der benachbarten Gemeinden bestehende zahlreiche Trauer- gesolge legte Zeugntß davon ab, welche hohe Achtung und Werthschätzung der Verstorbene fich während seine» ganzen, einer rastlosen, nie ermüdenden Thätigkeit gewidmeten Leben» erworben hatte. Den 9. December 1821 zu Langd geboren, erhielt er in dem jugendlichen Alter von 23 Jahren die Rechuerstelle in seinem Geburtsort, welche er auch bi» zu seinem Tode, also 53 Jahre, treu und gewifieuhaft verwaltete. Infolge de» ihm von allen Seiten eutgegeuge- brachten Vertrauens wurden ihm daun in den 50er und 60er Jahren noch die Rechnerstellen für die Gemeinden Rodheim und Rabertshausen übertragen, wozu später noch diejenigen der Kirchen Langd und Hungen sowie die beiden Aemter de» Eontroleur» und de» Revisors der htefigen Spar- kaffe hinzukamen. Den in so reichem Maße mit Aemtern gesegneten Beamten befiel im Herbst vorigen Jahre» ein schweres Brustleiden, von welchem er fich leider nicht wieder erholen sollte. Doch ertrug er die damit verbundenen Be- schwerden mit der größten Geduld und Standhaftigkeit und ohne jemals eine Klage laut werden zu laffen. Er starb am Dten»tag, den 16. d. Mt»., Abends 10 Uhr infolge hinzugetretener Altersschwäche im festen Glauben an seinen Herrn und Erlöser in seinem nahezu vollendeten 76. Lebensjahre. Der Dahingeschiedene war ein echt deutscher Eharacter, von reinem Wandel, makellosem Ruf und unbestechlicher Ehrlichkeit, ein treuer Gatte und sorgsamer Familienvater. Wir find der festen Ueberzeugung, daß Alle, welche den gegen Jedermann bescheidenen und liebenswürdigen Mann gekannt haben, ihm ein treues Andenken bewahren werden. Requiescat in pacel Lanbach, 22. November. Unter der großen Betheiligung der htefigen Bevölkerung sowie auch derjenigen der Orte der Grafschaft wurde heute daS 25jährige Regiernng»- jubtläum des Herrn Grafen Friedrich zu SolmS-Laubach festlich begangen. Nachdem Tags über GratulationScour im Schlöffe stattgesunden hatte, bewegte sich am Abend ein prächtiger, von htefigen und auswärtigen Vereinen, sowie den Schülern de» Gymnasium» gebildeter Fackelzug durch die Stadt nach dem Schlöffe, um dem Jubilar eine Ovation darzubrtugen. Den Schluß der in schönster und würdigster Weise verlaufenen Veranstaltungen bildete eine Festversammlung im Gatzhau» zum Schützenhof. * Trier, 21. November. Trotz des umfaffenden Ge- fiändntffe» feiner Schuld wurde der Briefträger Johann Dockendors aus Olk, der der Unterschlagungen im Amte zum Nachtheil de» PostfiScuS angeklagt war, von dem Schwurgericht fretgesprochen. Der Angeklagte war zuerst in Pronsfeld mit 1,20 Mk. Tagegeld angestellt. Da er von dieser Summe auch noch seine armen Eltern unterstützen mußte, so nahm er ein Darlehen von 60 Mk. auf. Bald wurde er nach Merzig mit einem JahreSgehalt von 700 Mk. versetzt. SlS er am 1. Juli sein Monatsgehalt von 64 Mk. erhoben hatte, zahlte er da» Darlehen von 60 Mk. zurück sodaß ihm noch vier Mark für den ganzen Monat verblieben. Bon dieser geringen Summe konnte er sein Kostgeld nicht bezahlen. In seiner Noth wandte er flch an die Post Spar- und Borschußkaffe, bei der er 167 Mk. Ersparnih stehen hatte. Nach dem Kaffenstatut hätte ihm die Summe über 50 Mk. auSgezahlt werden müffen, durch ein Mißorrständniß kam er jedoch nicht zu seinem ihm rrchr- lieb zusteyenden Gelte- In seiner Bedrängrnß vergriff er flch nun an fremdem Gute und unterschlug verschiedene ihm anvertraure Summ'n. Der Bertheitiger betonte, daß der Angeklagte bei den angeblichen Uarerschlagangen die Urber- zenguug gehabt habe, daß er jederzeit daS von ihm einbehaltene fremde Geld zurückgeben könne, weshalb keine Unterschlagung vorhanden wäre. Der Angeklagte sei nnr der satzungswidrigen Behandlung des PostdirectorS zum Opfer gefallen. Die Geschworenen schloffen fich dieser Auffaffuug an und sprachen den Beschuldigten frei. • Köln, 25 November. Der au Bersolgungswahuflnu leidende Eastellan de» Kö ner StadttheaterS, Johann Heim, durch schnitt fich in der ver stoffenen Nacht mittelst eine» Brokmeffer» den Hal» und stürzte fich alsdann su» einem Fenster der dritten Etage tu den Hof hinab. H:im war sofort tobt. • Gilt das standesamtliche Aufgebot als ein rechtSgiltigeS Eheversprechen? D ese Frage ist vom Landgerichte in Cassel auS folgendem Anlaß verneint worden. Ein dortige» Brautpaar hatte da» standesamtliche Aufgebot vollzogen und der Tag der Livillrauuug war bereit» festgesetzt, als der Bräutigam fich eine» Anderen besonnen und dem Mädchen ohne Angabe von Gi linden mittheilte, daß er auf die Eheschließung mit ihr verzichte. DaS Mädchen wollte ihren früheren Bräutigam so leichten Kaufs nicht fahren lassen, fie stellte Klage auf Erfüllung de» Eheversprechens - hierzu fehlten ihm jedoch die Mittel und fie stellte deshalb den Antrag, ihr da» Arwenrecht zu bewilligen. DaS Landgericht wieS jedoch dieses Gesuch zurück mit der Begründung, daß nach dem hier geltenden Rechte nur da» „gerichtliche Eheversprechen" — die Abgabe der beiderseitigen Erklärung zwrckS Eingehen der Ehe vor dem zuständigen Gericht — als rechtsbindend betrachtet werden könne und daher ein Proceß als auSfichtSlo» erscheinen müffe. Hiergegen legte der Rechtsbeistand der Klägerin Be- schwerde bei dem OberlandeSgericht ein, die damit begründet war, daß an Stelle de» gerichtlichen Versprechens daS standesamtliche Aufgebot getreten fei und daß nach Inkrafttreten des StandeSamtSgefetze» im Jahre 1878 in ganz Kurheffen kein gerichtliches Eheverspcechen mehr abgegeben worden sei, sowie ferner, daß jedes Mädchen bei Erlaß de» standesamtlichen Aufgebot» fich zweifelsohne wohl al» rechtlich ver- fprochene Braut betrachte. Das OberlandeSgericht stellte fich jedoch auf den Standpunkt deS Vordergerichts und wie» die Beschwerde zurück. * Ehescheidungen. Die Thatsache, daß Berlin in der Häufigkeit seiner Ehescheidungen in der ganzen Welt nur vom Laude der Mormonen, Utah, und einigen anderen westlichen Staaten Nordamerika» übertroffen wird, ist nur wenig bekannt. ES kommen nach dem Durchschnitt der letzten Jahrzehnte auf je 10000 stehende Ehen in Berlin 31.92 Scheidungen. Ueber- troffen wird diese» Verhältntß nur in Utah mit 96, Montana 75 1, Wyoming 70 6, Colorado 67.2, Nevada 62.2, Oregon 45 5, Washington 45.9, Californien 44,9, Idaho 39,6 und Jllinoi» 33.5. In Europa nähert fich dem Berliner Durchschnitt einigermaßen Hamburg mit 26,7. Selbst da» Übel berufene Paris hat nach der Einführung de» geltenden Gesetze» über die Ehescheidung seit dem Jahre 1884 nur 21,2 Ehescheidungen auf 10000 verheirathete im Jahre. • Die Rachweheu. Wegen Genehmigung einer Geldlotterie zur Deckung de» Deficit» der Treptower Ausstellung waren die bei der Zeichnung deS Garantiefonds betheiligten HauSbefitzer aus dem Südosten Berlin» mittelst Jmmediat Eingabe vom 12. December v. I. vorstellig geworden. Darauf ist vor einigen Tagen der Bescheid ergangen, daß der Kaiser nach erfordertem Bericht von den Ministern deS Jonern und für Handel und Gewerbe diesen beiden Ministern die abschlägliche Bescheidung der Bittsteller aufgetragen hat. Die Angelegenheit hat also beinahe ein Jahr geschwebt. Der erste Termin in den Garantiefonds Proceffen steht am 24. d. Mt». vor dem Landgericht I an, dürfte aber eine Entscheidung noch nicht bringen, da die umfangreiche Klagebeantwortung erst vor Kurzem dem klägerischen Anwalt zugestellt ist und eine weitere schriftliche Vorbereitung nöthig sein dürfte. * Die größten Einnahmen der Welt an» dem Post- und Telegraphenverkehr hat Deutschland im verfloffenen Jahre erzielt: 486,7 Mill. Fr. und verausgabt 469,5 Mill. Fr. An zweiter Stelle steht Nordamerika; es nahm 398,8 Mill, ein, während fich die Ausgaben auf 449,7 Mill, beliefen. ES folgt England mit 286,6 Mill. Einnahmen und 202,021,825 Fr. Ausgaben. Frankreich nimmt den vierten Rang ein mit 224,8 Mill. Einnahmen und 174 Mill. Ausgaben. Rußland vereinnahmte 160,2 Mill., denen Ausgaben von 116,5 Mill, aegenüberstehen. An sechster Stelle steht Oesterreich (ohne Ungarn) mit 113,7 Mill. Fr. Einnahmen und 105,1 Mill. Ausgaben. In den Einnahmen folgen bann Italien mit 50, Ungarn mit 49, Japan mit 29, die Schweiz mit 25, Spanien mit 23, Raaaba unb Belgien mit je 19, Hollanb mit 16 unb Schweden mit 12 Mill. Franken. ♦ Ueber den gegenwärtigen btaud der Arbeiten an der Znngfraubahn vern rnmt man Folcienbes: In Lauterbrunnen ist eine Wafferkraft von 2400 Pferden nutzbar gemacht; die Hälfte wird schon nächster Tage in Betrieb gesetzt werden, um sür die Tunnelbohrung am Eigergletscher die elektrische Kraft zu liefern. Die Stromleitung vom TurbinenhauS bis zur Station Scheidegg und zum Eigerglrtfcher, 10 Kilometer lang, ist vollendet und die offene Linie zwischen der Scheidegg und dem Ggergletscher mit einem Tunnel von 80 Metern in der Hauptsache fertiggestellt, so daß der elrctrische Bahnbetrieb auf dieser Strecke in der zweiten Hälfte de» Juni 1898 eröffnet werden kann. In den Haupttunnel ist man mittelst Handbohrung etwa 150 Meter tief eingedrungen. Für 75 bei der elektrischen Tunnelbohrung zu beschäftigende Arbeiter find Dorräthe für den ganzen Winter bereit» beim Eigergletscher angehänft. Die Triangulationen zur Bestimmung de» Trace» de» großen Tunnel» find nach einer Arbeit von zwei Jahren im Wesentlichen durchgeführt; einige ergänzende Aufnahmen werden im Verhältnisse zum Vorrückcn der Tunnelarbkiten mit aller Muße gemocht werden können. • Erfolgreiche Pferde. Nach der Beendigung der deutschen Rennsaijon liegt nunmehr auch die genau aufgestellte Statistik der siegreichen Pferde von 1897 vor, welche diele imereffante Z'ff-rn enthält. Danach haben 251 deutsche Pferde im Laufe der letzten Saison mehr als 1000 Mark verdient. An der Ep tze steht der Derbyfieger Flu kerm chel mit 125,395 Mark, ihm folgen Saphir, welcher 112,800 M. und G:ranium, der 109,300 M. auf sein Conto zu bringen vermochte. Diesen drei Champion» reihen sich iechS Pferde an, deren Gewinne zwischen 100,000 und 50,000 M. betrugen, nämlich Lobengnla, die Gröditzer Habenichts, Lebemann unb Psaueninsel sowie Ea Bloe, der Sieger de- Großen Preises von Baden-Baden, und Wasa, der erfolg- reichste Zweijährige der Saison. Mehr a!» 30,000 Mark gewannen die Gröditzer Kirsche, Argwohn und Volapük sowie der nützliche Engländer Shadow und Trumbeter. Ueber 20,000 M. brachten 8, über 10,000 M. 34 Pferde ihre» Ställen ein, während 51 Kämpen mehr al» 5000 unb 47 mehr als 3000 gewinnen könnten. 97 Pferde mußten fich mit den bescheidenen Renngewinnen von etwa 1000 begnügen. • Ich kann ja nicht! Stürmische Heikerkeit herrschte i» der Sonntagnacht am Schlesischen Thor zu Berlin. Daselbst saß vor dem Schaufenster eines Restaurant» ein dem bessere» Stande angehöriger Mann und war trotz de» nicht gerade gelinden Wetters sanft entschlafen. Al» Vorübergehende ihn bemerkten, aufweckten unb ihm znrebeten, nach Hanfe zu gehen, gab fich der anscheinend Angetrunkene redlich Mühe, dem wohlgemeinten Rathe Folge zu leisten, aber alle seine Anstrengungen waren vergeblich unb ein Über da» andere Mal rief er jammernd: „Ich kann ja nicht, ich kann ja nichts Auch den vereinten Kraftanstrengungen der Umstehenden gelang e» nicht, ibn auf die Beine zn bringen. Bereit» wurde» faule Witze über die „schwere Ladung" de» Festfltzeuden lo»« gelassen, al» man mit einmal die Entdeckung machte, daß die Rockschöße des Manne» von der — herabgelaffenen Schau- sensterjaloufie eingeklemmt waren! Der Localinhaber hatte beim Herablaffen der Jaloufie den draußen fitzenden Manu nicht gesehen und so war derselbe „sehhast" gemacht worden. Der heran»geklopfte Wirth zog nun die Jalousie in die Höhe und mit „Hnrrah" und „Hallo" wurde der Eingeklemmte zum Stehen gebracht. * Widerspruche. Die Mechaniker, die bekanntlich zur sachgemäßen Ausübung ihre» Berufe» in erster Linie auskömmliche technische Kenntniffe befitzen müffen, nennt man trotzdem Mech aniker und der glückliche (?) Besitzer griechischer StaatSpnpiere, der längst nicht mehr glaubt, daß er Capital und Zinsen in dieser Welt unverkürzt wieder fieht, bleibt gerade trotz seine» Unglauben» ein Gläubiger. * Gefärbt. Schulze: „DaS haben Sie denn mit he* Lehmann? Ich höre, Sie haben fich mit ihm geprügelt." — Me er: ,3a, er hat wich augeschwärzt und ich hab' ih» dnrchgebläut." * Die perfekte Köchin. Gymnasialproseffor schreibt btt abgehenden Minna in da» Dienstattest: „Ich muß noch besonders hervorheben, daß fie fich in ihrer Eigenschaft all Köchln nicht nur al» Perfektum, sondern sogar al» ein Plu »- quampetf ectum bewährt hat." • Rene Gattung. „Höre, Max, wir find in riesiger Verlegenheit, Du mußt ein Festgedicht machen." — »Warum ich?" — „Du bist doch so ein Verleg enheitSdichter." • Rach bem Sommer». Nachtwächter (Morgens 2 Uhr): „Schreien Sie doch nicht so 1 Sie stören ja die nächtliche Ruhe!" — StndiosuS: „Schläft denn schon Jemand?" * Umschrieben. Sergeant: „Schnucke, die Würste von zu Hause waren ja gut, — nur die Zipfel saßen etwal zu nahe aneinander!" * Kafernenhofblüthe. Unteroffizier: „Kerl»! Der Paradernarfch muß ein mit den Beinen deela- mirte» Epos sein!" Citeratur uub ICunft. - »«schichte der Weltliteratur nebst einer »eschichte de» Dheoter» aller Zeiten und Völker. HerauSgegedm vor, Julius Hart. Erschemt in 40 Lieferungen |um Preise von je 30 Psg. und umfaßt ca. 120 Druckbogen und 825 Abbildungen und 16 Tafeln in feinstem Farbendruck. Auch zu beziehen in zwei hochfeinen Leinenbänden zum Preise von 15 Mk. Verlag von I. Neumann in Neu da mm. In den unS heute vorliegenden Lieferungen 7 bi» 10 wirb die Gefchichle der griechisch,n uud römischen Literatur zum Adfchluß gebracht unb der Verfall de» antiken Geisteslebens in interessanter Werse dargestellt. Wie die vorhergehenden Hefte, so find auch die heute vorliegenden reichlich mit Tert Illustrationen geschmückt, auch ist ein in Farbendruck vorzüglich ausgrführte» Facfimile, Seite aus einer südfranzösifchcn Hand'chuft b"■ lheitldichter. Morgens 2 Ilja blt nächM jemand?* die Wrfie tou fei s-tzku etmas ,Kerll l Der tzeiuev deeia» tt* ,(flt Wit"J äS>’ ernvel - s«s$. unD|UW ft. । einer ®“"Ä* $ »W® *” *a $l» b -NKwi I» “»Ä " ■Sen -iSZ- :A» Christbescheerung* der Kleinkinder Bewahranstalt. 2lm Sonntag den 19. December d. I. soll die Christ- oefcheeruug für die Kinder unserer Anstalt stattftnden. Wir haben für 223 Kinder den Christbaum zu schmücken und den Trsch mit Gaben zu decken. Um die« zu können, wenden wir uns wieder an die Liebe und den wohlwollenden Sinn der Freunde unserer Anstalt und ihrer Kinder und bitten, uns Gaben an Kleidungsstücken, Stoffen, Garn und bergt, besonders aber auch an Geld, das und die gletchmäßigste Bescheerung für unsere Kleinen ermöglicht, zuwenden zu wollen. Eine Liste zur Erhebung von Beiträgen wird nicht herumgegeben. Vielmehr bitten wir, die uns zugedachten Gaben recht bald an eine der nachbenannten Vorstandsdamen gelangen zu lasten: Frl. Amalie Banfa, Diezstraße 15, Frau Dr. Brüel, Löberstraße 11, Frau Amtsgerichts« rath Gebhardt, Bergstraße 3, Frau RecknungSrath Kalbfleisch, Ludwigstraße 7, Frl. Emilie Langermann, Südanlage 21, Frau Pfarrer Naumann, Südanlag' 8, Frau Louise Ottens, Bismarckstraße 11, Frau Auguste Schwan, Seltersweg 64, Frl. Louise W o r t m a n n Asterweg 16. Auch die Schwestern unserer Anstalt sind bereit, Gaben in Empfang zu nehmen. Gießen, den 10 November 1897. Der Vorstand der Kleinkiuder-Bewahraustalt. Dr. Naumann, Pfarrer. Verein Jugendfreund. Wie in früheren Jahren so gestatten wir uns auch diesmal wieder die Bitte an die bekannte Mildthätigkeit der Einwohner Gießens, dieselbe wolle uns auch dieses Jahr wieder darin unterstützen, einer Anzahl Kinder unbemittelter hiesiger Familien eine Weihuachts- srende zu bereiten. Cigarrenabschnitte, Staniolkapseln und Geldbeiträge werden gerne in Empfang genommen von unseren Vorstandsmitgliedern: Buchbinder meister Bourgeois, Rechner Doering, Schlostermeister Dörr, Mon teur Friedrich, Friseur Gerhardt, Bibliothekscustos Heuser, Bildhauer Kalbfleisch, Verwalter Keller, Quästor Orbig, Verwalter Schneider. Kunst-Verein für das Großherzogthum Hessen. Die Berloosuug der im laufenden Jahre angekauften Kunstgegen- stände unter die Vereinsmitglieder findet Samstag den 11. December l. I., Nachm. 3 Uhr, in der Kunsthalle zu Darmstadt statt. Die zu den Gewinnen gehörigen Oelgemälde, Aquarelle rc. sind bis zum Verloosungstage in der Kunsthalle zur Ansicht ausgestellt. Wir laden unsere Mitglieder ergebenst ein, sich an der Verloosung recht zahlreich zu betheiligen. 10817 Der Verwaltungsrath. von Starck. Gießener Eis-Verein. Diejenigen unserer Mitglieder, welche die Quittungen beim Umgang des Dieners nicht in Empfang genommen haben, können dieselben bis zum Samstag deu 27. November einschließlich bei Herrn Friseur Gerhardt, Lindenplatz, abholen. Wer seine Quittung bis dahin nicht eingelöst hat, gilt nach § 9, 10 der Statuten als ausgetreten. Neuaumelduuge« werden daselbst entgegengenommen. Der Vorstand Gießen, den 25. November 1897. 10836 Ortskrankenkasse Gießen. Sonntag den 28. November 1897, Nachmittags 3 Uhr: Generalversammlung im Saale des Lenz'scheu Felseukeller. Tagesordnung: 1) Wahl eines Ausschusses für Prüfung der Rechnung des laufenden Jahres. 2) Wahl des erforderlichen Vorstandes und der Ersatzmänner. 3) Statutenänderung, und zwar: a) zu § 42. Hinter baare Auslagen, Zeitverlust für jede ange« fangene Stunde sind 50 Pfg. den Vorstandsmitgliedern aus der Kaffe zu ersetzen. b) § 43, Abs. 3 soll gestrichen werden. c) § 31, sollen die Kaffenbeiträge, Antheil der Arbeitgeber und Arbeitnehmer, getrennt aufgeführt werden. d) $ 14 Ziffer 3, !oll das Krankengeld vom Tage der Erkrankung und für jeden Sonn« und gesetzlichen Feiertag auch die Kranken« Unterstützung für 26 Wochen ausgedehnt werden und zwar für die letzten 13 Wochen pro Tag die Hälfte des seither bezogenen Krankengeldes. e) zu den Vorschriften über das Verhalten her Kranken soll zugefügt werden, daß die vom Arzte ausgestellten Krankenscheine bei Mei« düng von Strafe von 50 Pfg. bis 5 Mk. auf der Kaffe sofort vorgezeigt werden sollen. Nur die Vertreter der Kaffe sind berechtigt, an der Generalversammlung theilzunehmen. 10479 Der Vorstand. Da in der Annonce im Anzeiger Nr. 268, viertes Blatt, ein Druckfehler unterlaufen ist, fo kann deshalb die Generalversammlung Sonntag den 2L November nicht stattfinden. ____________________________________________ Fort mit den Hosenträgern! Aur Ansicht erhält jeder frco gegen Frco-Rücksdg. 1 Gesandhetts Spiral Hosenhalter, bequem, stets paff., ges. Haltg., keine Athemnoth, kein Druck, kein Schweiß, kein Knopf. Preis 1,25 Mk. (3 Stück 3 Mk. per Nachn.) Schwarz Co., verli« E. 32, Anrrenstr. 23. Vertreter ges. 8400 Kaffee, roh und gebrannt, halte ich nack wie vor nur in seinen und feinsten Qualitäten in allen Preislagen am Lager. 9695 Emil Fischbach. Gebrannter Kaffee inPacketen von Schepeler ist unübertroffen. Frisch eingetroffen: Kieler Sprotte«, Kieler Bücklinge, geräucherte Schevfische 10509 J. M. 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