1ÄI knv'V to. Sllberrack Marit iw r MM Rcntcnb. DbL Idbl M M' M 917 'M 1015 W- n.hyp.M-mlk.b.M 10[- fop. OL uni. b. 1905 10L- ftno JL8t.untb.190b 101- WZtLlMM ronderFiniuÄtiert&Kben, Grün«.Berlin, ut 4m m- ikungen »rtgesohrittener Lunten- Ittel bei Tuberkullnbehend- 1 schädlichen Nebenwirkung«, k 6.60, Mark 12.50. in gratis und franco. HGwaarkn. wtorietrito Dht 'en.MMfeP l 1897. *,S«W. «Mmh? Prüf *a,. __81» — 170.2 __Ui HANNOVER, 311» 76.', 77.V1 161. 103/ 108.' 146/ 159; 116.1 Ä 136.« 128> 9 M 31.< 114.50 103 50 107.10 39.75 23.80 .0855 27.50 12,60 22.30 24.20 23.- 138- 187'- 12860 92*70 35.30 39.' 23-5 108« 581 Ä 221 21 23/ gotttf* Wm und lurM- 1 und zurück. Fährst 155 40 153*' 139.80 |89j do.öüdb.W CtfL^-r" Aoch^llhu- ßchw,.Mdost Pr.he«n(L!b*i ßaput^l' 8^^10° Donau^„ BÄ ’lürf.M-400 >,7 Lnsbach-st 7 SÄ’20 Etz. 10 S; L-LL A!r. 174 Erstes Blatt Mittwoch de« 28. Juli ISO? Der Oteheuer Anzeiger erscheint täglich, Milt Ausnahme deS MontagS. Die Gießener Zpamilien b tatter werden dem Anzeiger .Wöchentlich dreimal beigelegt. Meßmer Anzeiger Kenerat-Anzeiger. Vierteljähriger ASonnemeutspreiL r 2 Mark 20 Pfg. mit vringerlohn. Durch die Post bezogerx. 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Schutstraße Ar.7. Fernsprecher 5L Aints- und Anzeigeblutt für den Tireis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für btx folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Borm. 10 Uhr. Hratisöeitage: Gießener Iamitienötätter. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehm« t Anzeigen für den „Gießener Anzeiger* entgey*. Deutsches Reich. Au» Hege«, 25. Juli. Die ersten weiblichen Fabrikinspectoren tn Deutschland wird daS Groß« herzogthum Hessen haben, wo in den Voranschlag des EtatS für die Finanzperiode 1897/1900 die Mittel für die An« fteUung zweier Asststentinnen der Fabriktospectoren eingestellt worden stad. Sie werden den Beamten der beiden tn Hesien bestehenden Aufsichtsbehörden unterstellt. Die AufstchtS« befugntsie gelten einstweilen nur für ganz spezielle, die Frauenarbeit betreffende Gebiete und solche Betriebe, in denen ausschließlich Arbeiterinnen beschäftigt find. Die andeien Bundesstaaten verhalten fich noch ia-mer in dieser Frage mehr oder weniger ablehnend, obwohl in ihnen die Anstellung weiblicher Fabrikinspectoreu mindestens ebenso norhwendig ist wie in Heflen. Berlin, 26. Juli. Seitdem die Kinderarbeit in den Fabriken beseitigt ist, werden die Kinder in vielen Jn- dustriebezirken tn der Hausindustrie tn höherem Maße als bisher verwendet. Dadurch wird der Jugend nicht allein die für fie so nothwendige Bewegung im Freien beschränkt, fie muß auch deS Abends spät noch bet schlechter künstlicher Beleuchtung arbeiten. Daß sich daraus ernste Mißstände ergeben, liegt auf der Hand. In Folge deffen ist die preu- chtsche StaatSregierung dieser Frage neuerdings ernstlich näher getreten, während tn Bayern bereits amtliche Erhebungen über den Umfang der Kinderarbeit in der Hausindustrie wie außerhalb des Hauses (als Laufbursche, Kellnerjunge, K geljunge, Haufirer usw.) angestellt werden. In Preußen widmen auch die Provinztallehreroerbände dieser Angelegenheit ihre Aufmerksamkeit, und im nächsten Jahre wird der allgemeine deutsche Lrhrertag zu ihr Stellung nehmen. Der geschäftsführende Ausschuß dieses BerbandeS hat bereits Fragebogen versandt, deren Beantwortung so zeitig erfolgen soll, daß daS Material schon auf dem nächsten Berbandstag benutzt werden kann. — D i e Einführung der Schnellfeuer- Geschütze für Festungen, und zwar als Ersatz deS bisher dort als Flankengeschütz zur Verwendung gelangenden 5,8 Centimeter-GeschützeS ist beschlossen. Der Aufgabe dieses Geschützes, daß zur Flanktrung des VorterratnS gegen Truppenziele zu wirken bestimmt ist, wird die Schnellfeuer- etgenschaft des neuen Geschützes tn gereiften Momenten des FestungSkrteges besonders entsprechen, andererseits aber eine weit zahlreichere Munition und eine Erweiterung der jetzt Zorhandenen Unterbringungsräume bedingen. Aus Lothrmgeo, 24. Juli. Unter Vorsptegtlung einer glänzenden Zukunft sucht man kräftige, im militärpflichtigen Alter stehende junge Leute zur Auswanderung nach Südafrika zu verleiten. Elegant gekleidete Herren, die angeblich in Luxemburg wohnen, reisen im Lande herum und versprechen goldene Berge. Vielleicht werden die Seelenverkäufer landscheu gemacht, wenn fie auf diesem Wege erfahren, daß man ihrer habhaft zu werden versucht. Wolff» telegraphisches Correspondmz-Bureau. Berlin, 26. Juli. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht eine vom Handelsmtnifter erlassene Anwetsurg zur Ausführung der Verordnung vom 31. Mai 1897, betreffend die Ausdehnung mehrerer Paragraphen der Gewerbeordnung auf die Werkstätten der Kleider- und Wäsche« Lonfection. Unter Anderem wird bestimmt, daß sowohl die Schneiderwerkstätten, reo auf Bestellung nach Maß für persönlichen Bedarf der Besteller gearbeitet wird, als auch die Näh- und Plättftuben für sogenannte Prtvaikundschaft von der Geltung der Verordnung ausgeschloffen bleiben. Madrid, 26.Juli. Während die Königin-Regentin, der König und die Prinzessinnen in einem Gehölz bet San Sebastian ipazieren gingen, schoß ein junger Mensch in der Nähe auf Vögel. Einige Schrotkörner schlugen unweit der königlichen Familie ein. Stockholm, 26. Jul«. Die vom schwedischen See- mannsveretn am 14. dsS. MtS. beschlossene Arbeitseinstellung auf den schwedischen Schiffen hat heute begonnen. Im hiesigen Hafen wird nur auf zwei Schiffen gearbeitet. Konstantinopel, 26.Jult. Fünf Artikel deS Friedens- Vertrages find redigtrt und theilwetfe definitiv festgeftellt. Als Kriegsentschädigung einschließlich der Ersatzleistung für die Schädigung von Privateigenthum find 4 Millionen türkische Pfund bestimmt. Die Frage der Lontrole der griechischen Finanzen ist noch nicht gelöst. Havannah. 26. Juli. In einigen Häusern find Niederlagen von Schteßbedarf entdeckt worden. ES wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen. NewZork, 26. Juli. Der „New-York Herald" veröffentlicht die Antwort Japans auf die Note deS StaatS- fecretärS Sherman, welche dieser tn Antwort auf den Protest der japanischen Regierung gegen die Annectirung Hawaiis an Japan gerichtet hatte. Die Antwort ist tn höflichem aber festem Tone gehalten und erklärt, Japan werde fortfahren, diplomatischen Krieg zu führen und mög- licherweise noch weiter gehen, um die Annectirung Hawaiis zu verhindern. Es sei Japan unmöglich, an die wahrscheinlichen Folgen deS Erlöschens der Selbständigkeit Hawaiis ganz theilnahwsloS zu denken und dieselben «chig hinzunehmen. Depeschen de» Bure«» »Herold.^ Berlin, 26. Juli. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Ernennung des bisherigen ersten SecretärS bei der Botschaft in Konstantinopel LegationSrath Grafen Henckel von Donnersmarck zum Minister-Residenten am Großherzoglich luxemburgischen Hofe. Berlin, 26. Juli. Wie vor einiger Zeit gemeldet wurde, hat das Ministerium deS Innern den Provinzialbehörden eine verschärfte Ueberwachung der kommenden Vorschriften über fahrlässiges Umgehen mit Streichhölzern und Brandstiftung auempfohlen. Der „Poft" zufolge wird die Regietung auch Maßnahmen treffen, um Ne Herstellung allzu leicht entzündlicher Streichhölzer zu verhindern. Berlin, 26. Juli. In politischen Kreisen steht man der „Staatsb. Ztg." zufolge unmittelbar nach der Rückkehr deS Kaisers von der Nordlandsreise wichtigen Entscheidungen über die durch daS Vereinsgesetz geschaffene innere Lage entgegen. — Daffelbe Blatt meldet, daß auch tn der Leitung und Organisation des Preßbureaus des AuSreärtigen Amte», deffen Chef LegationSrath vr. Hamann ist, demnächst eine Aenderung bevorstehe. Berlin, 26. Juli. Wie jetzt feststeht, trifft der Kaiser am 31. August in Wilhelmshaven ein und wird dem Stapellauf des Schlachtschiffes Ersatz Friedrich der Große beiwohnen. Neueren Bestimmungen zufolge werden der Kaiser, die Kaiserin und der Prinzregent von Bayern am 2. September Morgens tn Nürnberg Eintreffen und sich vom Bahnhofe aus auf die Burg begeben und von dort zum Paradefelde. Berlin, 26. Juli. Auf Grund des Artikels 6 der Ver- faffung ist der StaatSfecretär im ReichSmarineamt Contre- Admiral Tirpitz zum Bevollmächtigten des BundeSrathS ernannt worden. Berlin, 26. Juli. Zum Ankauf der anläßlich der Zentenarfeier hergeftellten Festschrift „Unser Heldenkaiser" hat Kaiser Wilhelm 40000 Mark angewiesen mit der Bestimmung, daß die für diese Summe beschafften Exemplare in der Armee und auch an Schulen zur Vertheilung gelangen sollen. Kiel, 26. Juli. Der König von Siam trifft morgen Nachmittag 3 Uhr, von Kopenhagen kommend, hier ein. Er gedenkt kürzere Zeit hier zu verweilen. Posen, 26. Juli. Aus Warschau wird gemeldet, daß die Rinderpest tn dem Gouvernement Grodno aus- gebrochen ist. Köln, 26. Juli. Der amtliche Bericht meldet, daß die Zahl der durch den Genuß von Rindfleisch vergifteten Personen in Kalk nunmehr auf 36 gestiegen ist. Gestern ist wiederum einer der Erkrankten gestorben. Von gerichtlicher Seite wurde die Obduction der Leiche an« geordnet. München, 26. Juli. In einer gestern abgehaltenen Versammlung des Bauern- und Bürgerbundes in Pfaffenhofen erklärte der Landtagsabgeordnete Dr. St gl, er fei ermächtigt, zu sagen, daß an höchster Stelle die bayrische Bauernpartei gewünscht werde, um den Abgeordneten eine Spitze zu geben gegen das überwuchernde Borussenthum. München, 26. Juli. Die Kaiserin ist heute Vormittag 11 Uhr mit Sonderzug von Tegernsee hier ein« getroffen. Der Prinzregent und die Mitglieder der preußischen Gesandtschaft waren zum Empfang am Centralbahnhof erschienen. Trotz heftigen Regens trat die Kaiserin an der Rechten des Prinzregenten in offener Equipage die Fahrt zur Kunstausstellung im Glaspalast an. Auf dem ganzen Wege wurden ihr von dem äußerst zahlreichen Publikum lebhafte Ovationen dargebracht. Später besuchte die Kaiserin die Schack'sche Gallerte und begab sich sodann tn das Residenzschloß, reo ein Diner stattfand. Die Stadt ist reich geflaggt. Reichenberg, 26. Juli. DaS gestern hier abgehaltene deutsche Turnerfest, an welchem mehr als 1500 Turner aus Deutsch-Böhmen theilnahmen und bei welchen die Reichs« rathS-Abgeordneten Funk und Pergelt sprachen, verlief Vormittags in sehr animirter Stimmung. Nachmittags kam es zu einem Zwischenfall, als mehrere tschechische Burschen und Infanteristen den deutschen Turnern Schimpfworte zuriefen. ES kam zu Thätlichkeiten. 10 Verhaftungen wurden vor- genommen, darunter befanden sich tschechische Infanteristen. Rom, 26. Juli. In der verfloffenen Nacht platzte vor der Thüre einer Wirthschaft eine Dynarnit-Bornbe. Fenster und Thüren wurden zerstört und alle Möbel im Innern zertrümmert. Venedig, 26. Juli. Mehrere Soldaten der Garnison von Padua wurden verhaftet, weil die Militärbehörden bei einer unvorhergesehenen Untersuchung mehrere Briefe und Flugschriften der focialdewokratischen Partei, welcher die Soldaten angehören, in deren Betten verborgen entdeckt hatten. Die Regierung hat eine strenge Untersuchung an- geordnet. Pari», 26. Juli. Für die Ausstellung von 19OJQ find im Ganzen 106 783000 Franc» Credit bewilligt worden, davon 20 Millionen von der Stadt Paris. Paris, 26. Juli. Die Ablehnung des preußischen Vereinsgesetzes wurde von den hiesigen Blättern als ein großer Sieg der Liberalen verkündet und als eine Niederlage der Regierung und ihrer Anhänger. Hier herrscht die Ansicht, daß die Nationalliberalen aus diesem Ereigniß den größten Nutzen ziehen werden, weil das Schicksal dieser Vorlage in ihren Händen lag. Der „TempS" fügt hinzu, man müfte nunmehr auf eine definitive Wiederbelebung der Bismarck-Politik in den leitenden Berliner Kreisen verzichten. Der „Radical" sagt, der RegierungS-Apparat werde bald wieder functioniren, denn Herr v. d. Recke werde bald gegangen werden. Berlin, 27. Juli. Wie aus Kiel gemeldet wird, tritt nach den neuesten Brstimmungen die „Hohenzollern" später als dar Kaisergeschwader die Reise nach Kronstadt an, um zusammen mit der Flotte in Kronstadt einzulaufen. Berlin, 27. Juli. In einer gestern Abend stattgefundenen sehr zahlreich besuchten Protest-Versammlung von Garantief onds - Zeichnern der Berliner Gewerbe-Ausstellung von 1896 wurde eine Resolution angenommen, worin erklärt wird, daß die Seitens de» Arbeitsausschusses dem Gesammtvorstande aufgemachte Abrechnung vom 15. Juli 1897 al» eine ordnungsmäßige Rechnungslegung, insbesondere als eine Schlußabrechnung nicht anerkannt werden kann. Die Versammlung wählte eine Commiifion von 10 Personen, welche ermächtigt wurde, die Interessen der GarantiefondS-Zeichner gegenüber dem Arbeitsausschuß mit allen gesetzlichen Mitteln energisch zu vertreten. Kopenhagen, 27. Juli. Ein furchtbares Gewitter mit Blitz, Hagel und coloffalen Regengüssen ging gestern Nachmittag über Kopenhagen nieder. Mehrere Straßen find vollständig unpasfirbar. In den Kellergeschossen stand daS Wasser bis zu 4 Fuß hoch. DaS Gewitter hat einen bedeutenden Schaden angerichtet. „ CoceUs tmb provinzielle-^ «ieße«, den 27. Juli. ** Erinnerungsmedaillen. Wie das „Drmst. Tgbl." erfährt, sollen sämmtliche Mannschaften, welche gelegentlich der diesjährigen Kaisermanöver zur Hebung einberufen werden, die Erinnerungsmedaille zum 100. Geburtstag Kaiser Wilhelms I. erhalten. ** Stenographisches. Bei dem am 13. Juni d. I. in Höchst a. M. anläßlich des VerbandStages de» Stenographen- Verbandes ^Babelsberger" für Hessen und Nassau abgehal« tenen „stenographischen PretS-Wettschreiben" errang ein Mitglied der Stenographen-Gesellschast „Gabelsberger" zu G i e ß e n in der höchsten Abtheilung den ersten Preis. " Turnerisches. Der Ausschuß der Gießener Turnerschaft hat tn seiner letzten Sitzung beschlossen, den Mitgliedern beider Vereine Gelegenheit zu bieten, durch gemeinsame monatliche Zusammenkunft dem geschlossenen Bund zur Pflege der gemeinsamen Turnsache immer mehr Anregung zu geben. Und so nehmen diese Monat»- Versammlungen von morgen Mittwoch (s. Inserat) mit jedesmaligem Wechsel de» Versammlungsortes ihren Anfang. Diese sehr schöne und löbliche Einrichtung muß von jedem TurnerschaftSmitglied, welches mit der Turnsache eS ernst nimmt, mit Freuden begrüßt werden, und wird manchen Freund der Turnerei als Mitglied zuführen. • * * Nadvettsahren. Für das am 15. August hier auf der Rennbahn stattfindende Wettfahren find folgende Rennen vorgesehen: 1. Eröffnungsfahren für Herren- fahrer über 2000 Meter. Drei Ehrenpreise im Werthe von 50 Mk., 30 Mk., 20 Mk. und drei Medaillen. 2. Militär- fahren über 2000 Meter, für Angehörige des Jnf.-RegtS. „Kaiser Wilhelm-- drei Ehrenpreise. 3. Hauptsahren über 4000 Meter für Berufsfahrer- drei Baarpreise über 2OO Mk., 120 Mk. und 60 Mk. 4. Jugendfahren mit Borgabe über 12OO Meter, für Fahrer bis zu 15 Jahren- drei Ehrenpreise, gestiftet von den »Wanderern», Gießener Radsahr-Gesellschaft. 5. Fahren um den Wanderpreis deSCuratoriumS, Strecke 4000 Meter, offen für Herren- fahrer- Ehrenpreis im Werthe von 250 Mk., der drei Mal hinter einander von demselben Sieger gewonnen sein muß, ehe er als Eigenthum übergeht. Dem Sieger außerdem Medaille und Ehrenurkunde- dem Zweiten und Dritten je eine Medaille. 6. MeisterschaftSsahren von Hessen über 50000 Meter, Schrittmacher gestattet, offen für alle in Heffen geborenen Berufsfahrer oder solche, die seit mindestens sechs Monaten ihren Wohnfitz in Hessen haben. Sieger erhält den Titel „Meisterschaftsfahrer von Hessen Über 50 Kilometer", sowie 150 Mk. in Baar und Meister, schaftsdiplom- der Zweite 80 Mk., der Dritte 40 Mk. in Baar. 7. Mehrsitzer-Fahren mit Borgabe über 4000 Meter, für Herrenfahrer- drei Ehrenpreise im Werthe von 100 Mk., 60 Mk. und 30 Mk. 8. Mehrsitzer-Fahren mit Dorgabe über 4000 Meter, für Berufsfahrer- drei Preise von 100 Mk., 60 Mk. und 30 Mk. in Baar. • • Die Hauptversammlung des Schützenveretns am gestrigen Abend har die vom Vorstaude zur Abhaltung eines größeren Preisschießens vorgeschlagenen Tage, den 22. und 23. August d. I., genehmigt und haben sich die zahlreich erschienenen Mitglieder berettwilltgft in die Festarbeiten eingetheilt. Die freundschaftlichen Begegnungen und die unfern Schützen entgegen gebrachten Sympathien gelegentlich der auswärtigen Schützenfeste in diesem Jahr gaben mit Anregung, noch in diesem Jahr den freundoachbarlichen Vereinen ein Rendezvous dahier zu geben. Wünschen wir, daß die freundschaftlichen Beziehungen zu den Freunden im Mittel- rhetn Verbände bald dazu beitragen mögen, daß das langersehnte Mittelrhein Baden-Pfälzische Schützeusest in Gießen obgehalten werde. • * Betrunken. In verflossener Nacht traf eine Schutz- mannSpatroutlle auf dem Marktplatz einen 15 jährigen, anscheinend geistesgestörten Jungen und brachte ihn vorläufig im Poltzeigefängntß unter. Heute Morgen stellte sich heraus, daß derselbe in einer Wirthschaft zu viel Branntwein getrunken hatte, und in Folge dessen iu diesen Zustand ge- rathen war. Er gab an, daß ihm von einem ihm Unbekannten der Branntwein aufgenöthtgt worden sei. • • Geistesstörung. Seit vorigen SamStag wurde hier ein junger Mann vermißt. Gestern meldete sich derselbe in der med. Klinik und gab an, in selbstmörderischer Absicht Schwefelsäure getrunken zu haben. Dies bewahrheitete ficy nicht, jedoch mußte derselbe wegen Geistes- gestörtheit in die psychiatrische Klinik aufgenomen werden. • * Truppeudurchmarfch. Eine Schwadron des in Saar- brücken garnisontrenden Westsaltscheu Dragoner- Regiments Nr. 9 durchzog heute Morgen unter klingendem Spiel auf dem Marsche nach Westfalen unsere Stadt. * * vefihwechsel. Herr Brauereibefitzer I h r i n g zu Ltch kaufte das der Wittwe HarmS gehörige HauS in der Neustadt (Wirthschaft »Zum Lahnthal") für den Preis von 46,000 Mark. • • Die Zett der neuen Kartoffeln bringt für die vielen Verehrer dieser Delicatesse nicht selten Leibschmerzen und Diarrhoe. DaS kommt daher, weil die Kartoffeln in den seltensten Fällen um diese Zeit schon vollständig auS- gereift find und noch nicht den nöthigen Procentsatz Stärkemehl entwickelt haben. Um nun diese meistens noch etwa» seifigen jungen Kartoffeln durch eine Schnellreife mehlreicher und dadurch verdaulicher zu machen, empfiehlt es sich, dieselben in trockenem Sand einige Tage den Sonnenstrahlen auSzusetzen. Vor allen Dingen hüte man sich aber, nach dem Genuß von jungen Kartoffeln sofort Wasser zu trinken. Geldseuduogen an Soldaten. Zu den Postanweisungen an die in Reih und Glied stehenden Soldaten bis zum Feldwebel oder Wachtmeister einschließlich auswärts über Beträge bis zu 15 Mk., welche, bezeichnet mit dem Vermerk »Soldatenbrief, Eigene Angelegenheit des Empfängers", um die ermäßigte Gebühr von 10 Pfg. befördert werden, find von jetzt an die PostanweisungSkarten-Formulare ohne Werthzeichenstempel zu benützen, welche zum Preis von 1 Pfg. für je 2 Stück bei den Postanstalten und den Landpostboten bezogen werden können. e* Wetterbericht. Der niedere Druck hat feine Herrschaft bereits über ganz Nord- und Ost-Europa ausgedehnt. DaS Sentrum desselben hat jedoch bei weiterer Vertiefung seine Lage nördlich von Schottland beibehalten. Das gestern bereits am Südfuße der Alpen erkennbare secundäre Maximum hat sich weiter entwickelt und liegt heute über der Po-Ebene. Jo Eentral-Turopa besteht zwar noch hoher Druck, doch hat derselbe an Jntenfität allgemein verloren. Dagegen ist über Frankreich das Barometer neuerdings gestiegen. Auf unserem Gebiete ist unter der Einwirkung des niederen Druckes im Osten und Süden eine rasche Aenderung des Wetters ein- getreten. — voraussichtliche Witterung: Zunächst noch trüb und stellenweise Niederschläge- dann von Westen wieder Abnahme der Bewölkung. -b. Hause«. 26. Juli. Die übliche Psarrfamtlieo- conferenz auf dem Schiffend erg findet nächsten Mitt- woch, den 28. Juli, statt. Es werden die Pfarrfamilien des DecanatS Gießen nochmals daran erinnert, zugleich auch die in Gießen wohnenden Pfarrwittwen nebst Angehörigen und die Pfarrfamtlien angrenzender Decanate freundlichst eiu- geladen. H. AuS de» Horloffthrle, 25. Juli. Der Apfelwein ist um 2 Pfg. das GlaS — s/10 Liter aufgeschlagen, er kostet 12 Pfg. anstatt 10 bisher, ein Beweis dafür, daß eS wenig Moftobst in diesem Jabre geben wird. Anfragen darüber, ob in unserer Gegend Obst verkäuflich wird, find bereits gestellt worden und man bietet sehr gute Preise. — Auch das Frachtgeschäft belebt sich nach und nach- für neuen Weizen bietet man 16 bis 161/, Mk., je nach Qualität. Zu diesem Preise find bereits Verkäufe abgeschlossen worden, lieferbar sobald gedroschen ist. — DaS Spätgemüse zeigt viele Herzkranke Exemplare. Die eingetretene warme, sonnige Witterung fördert die Reife deS Weizens. Der Roggen steht gebunden auf Haufen und die Gerste, seither bei der feuchten Witterung nach und nach geschnitten, kommt jetzt rasch inS Seil. Heute morgen (am Jacobitage) hatten wir starken Nebel, der jedoch von der Sonne kräftig nieder gedrückt wurde. Man schließt daraus auf anhaltend gutes Erntewetter. § AuS dem Ohwthal, 26. Juli. In unseren Wäldern ist die Beerenernte keine so besonders reiche, wie sie aus anderen Gegenden berichtet wurde. Die Erdbeeren lieferten nur gewöhnliche Erträge, die Himbeeren dagegen ganz geringe. DaS AuSroden deS Waldgesträuchs zum Zwecke der Lüftung der jungen Heegen mag hierzu beitragen, aber auch ohne das hängen die Sträucher nicht voll. Daß auch die Heidelbeere, die sonst massenhaft im nördlichen Theile unseres Kreises gedeiht, eine schlechte Ernte liefert, ergiebt sich auS dem gänzlichen Fehlen der Heidelbeerverkäafer, die früher allwöchentlich die Ortschaften besuchten. Gerade der Mangel an Heidelbeeren macht sich fühlbar, da die Heidelbeeren mehr als alle anderen Beerensorten Verwendung im Haushalte findet. Laubach, 23. Juli. Der als Eomponist zahlreicher prachtvoller Männerchöre weit über die Grenzen feines Vaterlandes hinaus bekannte Lehrer Karl August Kern ist nach längerem Leiden hier verstorben. Diese Nachricht wird besonders in den Kreisen aller SangeSfreunde aufrichtige Thetlnahme Hervorrufen. 0 Ulkschsteiu, 26. Juli. Der heutige Bullen- und Rindviehmarkt unseres „Jacobimarktes" zeigte gute Auffahrt an Thteren und auch starken Besuch von Handelsleuten. Trotzdem war im Handel ein besonders flotter Gang nicht bemerkbar, und viele Stück Rindvieh gingen unverkauft wieder in die heimathlichen Stallungen. Vielfach wurden den Verkäufern niederere Preise angeboten, als sie bereits zu Hause hätten erhalten können. Gute Milchkühe waren schon für 250 Mark erhältlich und gingen bis zu 800 Mark, Rinder galten je nach Alter und Qualität 130—150, 150—200 Mk. Eigentlich muß es wunderlich erscheinen, daß nach einer solch ausgezeichneten Hru- und Kornernte die Preise für daS Rindvieh nicht höher hinauf gegangen sind und nicht wieder die Preisstufe erklommen haben, die sie ehemals besessen. Die Preise für die Mastschweine (der Schweinemarkt findet morgen statt) find dagegen letzthin sehr in die Höhe geschnellt. DaS Pfund Lebendgewicht wird um 10 Pfg. theurer bezahlt als im Winter, und gilt jetzt 45 und 46 Pfg. Die Metzger sehen sich deshalb veranlaßt, mit dem Preise für daS Schweinefleisch aufzuschlagen- statt des seitherigen Preises von 60 Pfg. für daS Pfund soll eS nunmehr 65 Pfg. kosten. Offenbach, 26. Juli. Am Samstag Abend stürzte von einem Neubau in der Austraße ein Maurer so unglücklich vom Gerüst, daß er sich die Hirnschale zerschmetterte und tobt auf der Erde liegen blieb. Der Mann war gerade im Begriff, nach Eintritt deS Feierabends den Heimweg anzutreten- er ist verhetrathet und Vater mehrerer Kinder. Reinheim, 26. Juli. Am Donnerstag Abend fand eia Schaffner in dem letzten von Offenbach nach Reinheim gehenden Bahnzuge eine Bri eftasche mit 30 000 Mark Werthpapieren. Der Fund ist auf der Station Dieburg ab- geliefert worden und war bis zum Samstag Abend noch nicht reclamirt. Drmft. Tgbl. * Cassel, 25. Juli. Vom 30. September bis 3. October findet eine allgemeine Ausstellung für Kochkunst, Hotel- und WirthschaftSwesen und verwandte Gewerbe in den Räumen deS StadiparkeS statt. Sie wird in 8 Gruppen eingetheilt, in: Kochkunst und Condttorei, Nahrungsmittel, Getränke, Kücheneinrichtungen und Tafelgeschirre, Hotel- und WitthschaftSeinrichtungen, Fachliteratur, Automaten. Es ist bereit- ein Ausschuß für die Kochkunstaus stellung eingesetzt, der Interessenten nähere Auskunft ertheilt. • Kassel, 25. Juli. Vom Schnellzug 72 Hamburg- Frankfurt sind heute Mittag vor dem Bahnhof von Freden 11 Wagen entgleist. Drei Reisende wurden unerheblich beschädigt. Soweit bis jetzt ermittelt ist, wurde die Entgleisung durch einen Bruch der Hinteren Tenderachse herbeigeführt. DaS westliche Geleise ist voraussichtlich bis morgen gesperrt. Der Betrieb auf dem östlichen Geleise bleibt aufrecht erhalten. * Wie der Kaiser reist. Kaiser Wilhelm bringt ungefähr den dritten Theil deS Jahres in seinem Hofzuge zu, welcher, wenn er mit großem Gefolge reist und die Kaiserin an der Reise Theil nimmt, auS 14—15 Waggon» besteht. Dieselben verthetlen sich folgendermaßen: Salon deS Kaisers mit Schlascabinet, Salon der Kaiserin mit Schlafzimmer und Toiletteraum, großer Speisewagen mit anstoßender Küche, eigener Küchenwagen, Spetsewaggon für große Reisen, 4 SchlaswaggonS, 2 Gepäckwagen, jeder mit einem Raum für den den Hofzug begleitenden Reisecommissar und 2 Wagen für daS Gefolge, schließlich noch ein Jagd- Salonwagen, welchen der Kaiser nur bet kurzen Jagdretsen benutzt. Die einzelnen Waggons, von denen 3 je 6 Achsen, die übrigen je 4 Achsen haben und im Gewichte von 48 Tonnen bis zu 37 Tonnen schwanken, haben eine Länge von ca. 20 Metern. Der ganze Zug ist, wenn alle Wagen sür große osficirlle Reisen, wie jene nach Italien, Wien rc. verwendet werden, über 300 Meter lang und benölhigt stet» zwei, manchmal auch bet größeren Steigungen eine dritte schiebende Maschine. Bei ganz besonder» starken Steigungen, wie über den Sömmering, Brenner u s. f. wird der Zug getheilt. Derselbe ist Eigenthum der preußischen Staat»- bahnen, welche ihn theil» in BreSlau, theilS in Görlitz bauen ließen und steht unter der Aufsicht eines Ingenieur», welche« für jeden Wagen ein eigener Wagenwärter zur Verfügung steht. Der Hofzug ist für alle BremSsysteme (Hardy , Luft- und Carpeuterbremse) eingerichtet, um auf alle Bahnen übergehen zu können. Auf den russischen Bahnen, welche bekanntlich eine größere Spurweite haben, kommt der Hofzug nicht in Verwendung. Derselbe ist für Heißwasserheizung eingerichtet, da die Heizung mittelst Dampf von der Maschine auS bei solcher ZugSlänge unmöglich wäre. Der Küchen- wagen enthält Alle», wa» nöthig ist, um selbst für größeres Gesolge vollständige DinerS Herrichten zu können. Da» nöthige Eis wird auf den jeweiligen Halteftationen eingenommen. Wenn, wie eS kürzlich der Fall war, die Kaiserin mit den sämmtlichen Kindern reist, so schläft sie während der Nachtfahrt mit einer Hofdame und Kammerfrau, die sich iu anstoßenden (Sabinen bienstbereit halten, allein in ihrem Schlafsalon, während die vier größeren kaiserlichen Prinzen in einem Abtheil deS Schlafwagen», die drei kleineren Kinder aber mit ihrer Gouvernante in einem zweiten Abtheil begleichen Schlafwagens ruhen. • Die Berliner Droschke. Einem von der Fachzeitschrift „Der Fuhrhalter" gebrachten Artikel „Zur Geschichte de» Berliner DroschkenwesenS" find folgende Daten zu entnehmen: „Berlin hatte bis in die Mitte der Dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts kein geregelte» Fuhrwesen. ES exi stirteu zwar Miethchaisen, die um daS Jahr 1700 die Zahl von etwa hundert erreicht haben dürften. Meistenthei'.S benützte man derartige Chaisen nur bei größeren Festlichkeiten oder zu weiteren Reisen. Die ständige Einrichtung von Droschken verdankt Berlin dem Kammerherrn König Friedrich Wilhelms I., Baron v. Pöllnttz. Der weitgereiste Mann hatte die „fiacres“ am Hofe Ludwig» XIV. kennen gelernt und seinem Monarchen eine so verlockende Schilderung von derartigen Fuhrwerken gemacht, daß sich Friedrich Wilhelm I. entschloß, auch in Berlin solche Wagen einzustellen und eine Zunft Ftakerhalter inS Leben zu rufen. Der König erließ im Jahre 1739 eine diesbezügliche Cabinetßordre an den Minister Happe, wonach nur die Zunftgenossen das Recht haben sollten, mit solchen Wagen in der Stadt gegen Lohn zu fahren. Natürlich waren diese Fuhrwerke noch sehr primitiv: vierfitzige Kastenwagen in Riemen hängend, die Kasten olivenfarbtg, das Gestell roth angestrichen. Kurz, nachdem diese FiacreS inS Leben getreten waren, begann ein Strtke der Zunftgenoflen. Sie erklärten, nicht bestehen zu können, wenn nicht den nicht berufsmäßigen Fnhrhaltern verboten würde, Lohnfuhren innerhalb der Stadt zu machen. Der König beendete den Strike dadurch, daß er das gewünschte Verbot erließ. Zwölf Tage später wurde die Fiakerzunft in aller Form privilegirt. An der Spitze stand ein staatlich ernannter Director, der Stade- Präsident von Neuendorf. Im Jahre 1769 wie» Berlin 36 FiacreS auf, im Jahre 1784 standen den Berlinern nur noch sieben derartige Fuhrwerke zur Verfügung, Und 1795 gab eS keine Droschken mehr. Erst im Jahre 1812 bewarb sich der Pferdehändler Mortier um die Eon- cesfion, in Berlin „Warschauer Droschken", daS heißt vorn und hinten halbverdeckte, kleine einspännige Wagen zur allgemeinen Benützung gegen feste Fahrtaxen aufstrllen zu dürfen, 1814 wurde die Concession auf sechs Jahre erthei't. Außer ihm hatten noch sechs Fuhrleute je eine Droichke in Beirieb gesetzt. Die Droschken durften nur innerhalb der Stadtmauern fahren. Außerdem hatte ein Fuhrbefitzer zwölf sogen. „Wiener Jagdwagen" in Betrieb gesetzt, die auch außerhalb der Ringmauern fahren durften. Bis zum Iah e 1837 war Mortier sein Privilegium verlängert worden. Erst ! in diesem Jahre wurde eS aufgehoben und das Polizei- Präsidium erließ nun sehr genaue Anordnungen der Wagen, । Pferde, Halteplätze usw. Im Ganzen traten 236 Wagen in Betrieb. Im Jahre 1868 wurden die Droschken erster Klasse eingeführt und den Kutschern eine Livree vorgeschrieben. 1892 wurden für Berlin die Taxameter durch Polizei-Verordnung genehmigt. Gegenwärtig find vorhanden 5229 Droschken erster Klaffe, 2289 Droschken zweiter Klasse." ♦ lieber die Verleihung der Wohllhateu de» PotSdamschen großen Milttär-Waiseuhause» find die nachstehenden Bestimmungen maßgebend: 1. Die Stiftung gewährt den Kindern verstorbener Soldaten vom Feldwebel abwärts 1) Aufnahme in die Erziehungsanstalten Potsdam (Knaben), Pretzsch (Mädchen), Haus Nazareth zu Höxter (katholische Knaben und Mädchen). 2) soweit eine solche Aufnahme nicht statt- finden kann, Pflegegeld von jährlich 90 Mk. oder für Doppelwaisen von 108 Mk. 2. Anspruch auf diese Wohlthatev haben die Waisen iw Fall der Bedürftigkeit, wenn der Vater im preußischen Heere zur Zeit der Geburt de» Kindes actio diente ober während diese» Militärdienste» ober an den Folgen einer KriegSbeschädignng gestorben ist. Dem Dienst i im preußischen Heere ist zur Zeit derjenige in der Kaiserlichen Marine gleichgestellt. 3. Aufnahme in die Erziehungsanstalten kann auch solchen Waisen bewilligt werden, bereu Vater einen Felbzug mitgemacht ober nach Erfüllung der gesetzlichen Dienstpflicht längere Zeit weiter gebient hat oder als invalibe anerkannt ist. 4. Die Wohlthaten werden bt» zum 15. Lebensjahre des Kindes gewährt, und zwar das Pflegegeld vom Monat der Anmeldung an. Die Aufnahme in die Anstalten findet zwischen dem 6. bis 12. Lebensjahre de» Kindes zu Ostern und Michaelis, in die Anstalt zu Pretz'4 nut zu Ostern statt. 5. Die Aufnahme in die Anstalten Hai vom 1. deS der Aufnahme folgenden Monats bis zum Ab' lauf deS EntlassungsmonatS die Abführung des gesetzliche« Waisen- und deS aus dem Reichs-Juvaliden-Fond» und des Kaiserlichen DiSpofitionS-FondS bewilligten Erziehungsgelde«, zur Haupt-Militär-WaisenhauSkasse zur Folge. 6. Gewäd' rung von Pflegegeld wird durch Waisen- und Erziehung»' fei®. V'S 3. kiok a-Mt a.M« jichoi-st'deld- . 1 - M -llt » letzt« Mhe best°> Sochhiudler reMstaur^chtU W der 8tr»nr befniteoellS^ Mel« I. ® l bt hm Berdtenfikrem Dbermertb trieb * eine grobe lltssnstiche henü dir Lüche trug Schiffiheizer, hiesigen Friedhöfe Obburtlnn stattfin • m b« Holzhaustll a. großer Theil einer Sie besteht avS Zeilen auf einer e hohen falksteinplat! Soweit der Znsam beit eS sich um ein Zuschrift slir den s aber die Alemanne sind die vier Thor • 6iu fabstuck berget Allg. Zig." $1 ist da» eine JO. Juli. 1781" der Tasel dir Ui de» jetzigen Inhal L Die Mtnaag tyaraturen an be 30. diese« Monat« dm Bemerken zur beiden Tagen aus b' werden können. Giehen, bt 9 Fener-ta'cb Tarantiefond übet Werlindisc Im l2u’,n b-ml Me Seng' U I. f le,0unotc g‘ 8'1 1 'M« I18> f6llW llg,e«'6 bl‘» ä*1« 1We»’'L5,|S bm, S .»«* b„ L^S “® l"bft fc"7“ eg,e5M* ’ b“1 ’ltlaninSlli*,, ” Mibdl 1,| •8« @tWiu m 'knbe®’,n iatwnti«« ", ®*« »t b« lte* Fahrwefrv. Es fii b‘* J°V 1700 bi, a-i *■ MfatWlih Jtäteen Schlich!,,,,, fanbige Einrichtung bei merherro Köch FrtM Der weitgereiste Ma° M S11ün# bi- ”"^jbX89* rSs« «ud> ,««f b"n„ IO«* tiailue1* ®. ginbt« «*' !« S-bu-i bi« » B k SilitätbicnP«» •* ®|rt «tftoth« 71 b„ M «i ftn **%■»* LftS ‘ tti e"*' ®lt -ld-"« g 12. ft**j . rr. >Uk SttiehE gelb (5.) ausgeschloffen. Neben dem auf Grund des Reichs- gefetzeS vom 13. Juni 1895, betreffend die Fürsorge für die Wittwen und Waisen gewesener Soldaten deö RetchsheereS und der Kaiserlichen Marine vom Feldwebel abwärts, zu- ftändigen Waisengeld kann jedoch ein Thetl deS Pflegegeldes bis zur Erreichung der Beträge von 90 und 108 Mk sl. 2)j bewilligt werden. — 7. Die Bewerbung um die Wohlthateu ist an daS Directorium der Pot-damschen Großen Militär- Waisenhauses In Berlin (Wtlhelmstraße 82/85) zu richten. Dem Gesuch find betzufügen: 1. die Militärzeugniffe deS Vaters, 2. die Sterbenrkunde des Vaters und bei Doppelwaisen auch der Mutter, sowie die Geburtsurkunde deS Kindes, 3. eine amtliche Bescheinigung der Bedürftigkeit. 4. ein amtlicher Ausweis über das zuständige Waisen- oder Er« ziehungr-Geld. e Eine alte Kriegsveteranin ist in Neubrandenburg^zur letzten Ruhe bestattet worden. ES ist dies die 84jährtge Frau Buchhändler Friederike BrünSlow, die fich im deutsch-französischen Kriege durch hervorragende opferwillige Pflege der Verwundeten auf den von den Kugeln des Feindes bestrichenen Schlachtfeldern hervorthat und hierfür von Kaiser Wilhelm I. mit dem Eisernen Kreuz am weißen Bande und dem Berdtenstkreuz ausgezeichnet wurde. • Koblenz. 26. Juli. An der Südspttze der Insel Oberwerth trieb gestern die Leiche eines Mannes an, welche eine große Kopfwunde trug, die anscheinend von einem Meffersttche herrührt. Nach der Kleidung zu urtheilen — die Leiche trug einen blauleinenen Anzug — ist es ein Schiffshetzer, btn man gelandet hat. Die Leiche wurde zum diesigen Friedhöfe gebracht, wo heute die gericht-ärztliche Obduction stattfindet. * Bei den Grabungen am Limescastell Alteburg bei Holzhaus en a. d. Heide ift vor einem der Thore ein großer Theil einer prächtigen Inschrift gefunden worden. Sie besteht aus vergoldeten Bronzebuchstaben, die in fünf Zeilen auf einer etwa 3 Meter langen und 90 Centimeter hohen Kalksteinplatte mit filbernen Stiften angeheftet find. Soweit der Zusammenhang fich bis jetzt erkennen läßt, handelt es sich um eine im Jahre 213 n. Ehr. errichtete Ehren- Inschrift für den Kaiser Caracalla, gestiftet nach deffen Sieg 'über die Alemannen. Von dem vortrefflich erhaltenen Castell find die vier Thore fast vollständig freigelegt. • Ein Erbstück eigener Art befindet fich, wie die „Königsberger Allg. Ztg." schreibt, in der Familie I. zu Lappieuen. ES ist daS eine Schiefertafel, welche das Datum „10. Juli. 1791" auf den Rahmen trägt. Es haben auf der Tafel die Urgroßmutter, die Großmutter und Mutter deS jetzigen Inhabers ihre ersten Schretbversuche gemacht. Der Tag des hundertjährigen Bestehens des Erbstückes wurde durch ein Kinderfest in finniger Weife begangen. * Aberglauben. Ein Apotheker in Tilsit erhielt von einem Bewohner aus der Nähe der rnfftschen Grenze ein Schreiben, welches, ins Deutsche übersetzt, folgenden Wortlaut hat: „Lieber Herr! Könnte ich von Ihnen solche Tropfen oder ein anderes Mittel zum Augenverblenden erhalten, daß die Russen mich an der Grenze nicht sehen können? Bekomme ich solches Mittel, bann treibe ich das Geschäft (den Schmuggel) wieder so wie früher. Lieber Herr! Sollte eö zu bekommen sein, dann bitte, mir durch diesen Mann einen kleinen Brief zu senden, was eS kosten soll, und wie eS gemacht wird, dos darf der Mann nicht wissen. Um die Preise macht mir gar nichts. Lass' kosten, wie viel eS kostet, wenn man zu bekommen wäre." * «u8 Altenburg wird berichtet: Die Bogelsamm- lung des bekannten Naturforschers Brehm, die in Reuthen- dorf aufbewahrt wurde und größtentheilS von dem alten Pfarrer Brehm, dem Ornithologen, zusammengestellt worden war, ift von Baron Rothschild angetauft und einem Lon- doner Museum als Geschenk überwiesen worden. * Schlau. Bei Doctor Merker wollte fich der erste Patient durchaus nicht sehen lassen. Da erließ er folgende Anzeige: „Gestern find bei mir in der Sprechstunde fünf Stöcke und sechs Damen-Sonnenschirme stehen geblieben. Dr. August Merker, pract. Arzt, M.gasse 6." Vier Wochen später hatte der Doctor alle Hände voll zu thun. Universitäts - Nachrichten. Kiel, 26. Juli. In Universitätskreisen verlautet, Professor Döhle habe den Syphilis-Bacillus festgestellt. — Aus Halle wird berichtet: Der Director der Francke'schen Stiftungen, vr. Wilhelm Fried, ist zum ordentlichen Honv'ar- professor an brr Univexsilät Halle ernannt worden. Damit wäre die vor einiger Zett in Aussicht gestellte „Professur für practtsche Pädagogik" geschaffen. Canfc» nnd Vottswirthschaft- 27. Juli. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. X 0,90—1,00. Hühnereier pr. St. 6-7 4, 2 St. 00 Enteneier 1 St 7—00 Gans" eter pr. St. 00—12 H, Käse pr. St. 5-8 Käsematte pr. St. 3 A Erbsen pr. Liter 18 Linsen pr. Liter 27 A, Tauben pr. Paa, v4L 0,70 btS 0,90, Hübner pr. Stück 1,10 bis 1,30, Hahnen pr. ©tüd JL 0,90-1,30, Enten pr. Stück X 1,50—1,70, Gänse pr. Pfurü * 0,00-0,00, Ochsenfleisch pr. Pfd. 66-74 H, Kuh- und Rindfleisä pr. Pfd. 60—66 H, Schweinefleisch pr. Pfd. 64 bis 72 A, Schweine I fletsch, gesalzen, pr. Pfd. 76 A. Kalbfleisch pr. Pfd. 56-60 A Hammelfleisch pr. Pfd. 50—66 A, Kartoffeln pr. 100 Kilo 5,(0 6il 7,00 JL, Weißkraut pr. Stück 0—00 A. Zwiebeln pr. Centner .< 8,00—9,00, Milch pr. Liter 16 A. Kirschen pr. Pfd. 15-23 A, Gurken per 100 Stück 1,50—2,50^ — Ilmenau tu Thüringen. Das hiesige Thüringische Technikum — eine höhere und mittlere Fachschule für Maschinenbauer und Electrotechntker — wird tm Sommer-Semester 1897, im 6. Semester seines Bestehens, von 518 Technikern besucht, im Winter- Semester 1896/97 besuchten 438 Techniker die Anstalt, mithin stellt sich die Jahresfrequenz tm 3. Schuljahre auf 956 Besucher Es gibt kein Technikum, das eine ähnliche günstige Entwickelung aufwetsen kann. Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemessen am 27. Juli, zwischen 11 und 12 Uhr Mittag-: Wasser 17V,Luft 19» Rübsamen'sche Badeanstalt. Kaufen Sie noering’s Sie können nicht bester kaufen. Diese vorzügliche Toiletteseife hält doppelt so lang als die Füllseifen; ist von ganz besonders U Seife ♦ günstiger Wirkung auf Klarheit des Teints, auf Schönheit der Haut. Für die Kinder- 2C94 mit der Eule. stube u. Damentoilette ein unentbehrliches Requifit. Obschon in der Neuzeit wesent- lich verbessert, bleibt ihr Preis 40 Pfg. neues Dargestellt von den Höchster Farbwerken in Höchst am Main. Dieses von Aerzten warm empfohlene, aus frischer Kuhmilch gewonnene vorzügliche Eiweisspräparat, dasinBezug auf leichte Verdaulichkeit, Nährkraft und Billigkeit das Fleisch weit übertrifft, ist Kindern zur Kräftigung, ebenso auch Recon- valescenten und Bleichsüchtigen ganz besonders zu empfehlen. In Schachteln ä 100 Gr., ausreichend für 15 Mahlzeiten, durch Apotheken, Droguen-Handlungen etc. zu beziehen. Bekanntmachung. Die Lastwaage auf dem Seltersberg ist wegen vorzunehmender Reparaturen an derselben am Donnerstag und Freitag, den 29. und 80. dieses Monats außer Betrieb gesetzt. Wir bringen dies mit dem Bemerken zur allgemeinen Kenntniß, daß Verwiegungen an diesen beiden Tagen auf der städtischen Waage am Neustädterthor vorgenommen werden können. Gießen, den 27. Juli 1897. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gnauth. 7123 Vaterländische Feuer-Versichenings-Äctiengesellscliaft zu Elberfeld. — Gegründet 1822. — Garantiefond über 13 Millionen Mark. — Versicherungssumme über 4000 Millionen Mark. Vaterländische Hagelversicherungs-Gesellschaft zu Elberfeld. — Gegründet 1856. — Interessenten zur Kenntniß, oaß wir in Folge Ablebens unseres langjährigen bewährten Vertreters Herrn Ferdinand Hoffmann in Gießen die Verwaltung unserer Agentur dem Herrn Kaufmann Philipp Herrmann daselbst, Seltersweg Nr. 33, übertragen haben. 7016 Darmstadt, im Juli 1897. We Tkneral-Agentur für das EroßhttMthaia tzkssea. F. Kemmler. L = ■ Büstenhalter, Sport-Corsetts, Gesundheits-Corsetts empfehlen 6458 Geschwister Aron, Special-Corsett-G-eschäft, 25 Seltersweg 25 Das Grabmonumenten - Geschäft F. Hofmeister, Frankfurt a. 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Allen Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die schmerzliche Nachricht, dass gestern Abend 11 Uhr meine liebe Frau, unsere liebe Mutter, Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante, Brühl’sche Univ.-Druckerei (Pietsch 4 ScheyOA ______________________ ÄehuletrMee 7. Jungr, Kräftige Arbeiter werden bei hohem Lohn für dauernd gesucht von 7H8 H Lhiele, Liebtgstr. 35. Für da» Comptoir einer Brannt- tveiuhaudluug und Licörfabrik wird ein junger Mann gesucht, welcher sich auch für kleinere GeschäftStouren eignet. Brancbekundiae erhalten den Vorzug. Eingehende Offerten nebsi Gehalts.Ansprüchen erbitten unter H. B. 139 an die Expedition diese« Blatte«. 7046 im Kursaale zu Salzhause zu Gunsten des Vereins „Krankenpflege“ unter gefl. Mitwirkung von Fräulein Marie Vetzberger, mehrerer anderer geschätzten Künstlerinnen und Künstler, wir hiermit freundlichst einladen. Tiidit. Glasergehitstn sofort gesucht. 7105 Ne. Giff, Bad-Nauheim. - D-uck brc BrSbI H„r unö 6tnnbnldtm 64eob<) eu,,„ *****0*86**«? Emil Pistor Nacht Karktslrasse 10. Telephon Kl. Telephon 61. . bi«en tüchtigen Schmtodegesellen lucht 7127 __Thomas, Neuenweg 18. ^"«« Md ratrirtr gesucht PH Hohmeyer Wwe. 7109] Tinen Schreinergeselle« sucht Schretnermeister vendee, ----- Eberstadt bet Ltch °»W Äer',UMrll,fi«" äBo? sagt die Trveditlon d. Bl- Zur g*efl. Nachricht. Meiner werthen Kundschaft, sowie einem verehrlichen Publikum hierdurch die ergebene Mittheilung, daß ich das von meinem verstorbenen Manne betriebene Sattler« und Polstergeschäft in unveränderter Weise weiterführen werde. Indern ich für das meinem verstorbenen Manne in so reichem Maße bewiesene Vertrauen bestens danke, bitte ich, dasselbe auch auf mich über« tragen zu wollen. Hochachtungsvoll 6973 Frau Friedrich Kühne Wwe. Backsteine lu haben bei «hr. Hauba» L erloren e ein goldener Eiegelring von der Brandt gaffe bi« an den Bahnhof. Gegen gute Belohnung abmaeben V»audaaste 6. 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Chrysostemus. 6) Ich weiss, dass mein Erlöser lebt, Arie aus dem „Messias“ — Händel. 7) Sonatine für Orgel — L. Kistler. 8) Zwei Frauenohöre mit Orgelbegleit.: a) Benedictus — F. Lux. b) Laudate pueri — F Mendelssohn. 9) r8ei still“, Sopransolo mit Orgelbegleitung — J. Raff. 10) Zwei Motetten für gemischten Chor. — D. H. Engel, a) Schaffe in mir Gott, b) Der Herr ist König. 11) Zwei Knabenchöre: a) Zeuch ein zu deinen Thoren, Choral von J. Krüger. b) Ps 100 - C. Stein. 12) Du bist’s, dem Ruhm und Ehre gebühret, für gemischten Chor. — J. Haydn. — Eintritt frei. — Für die inactiven Mitglieder sind Plätze auf der Seitenempore und im Schiff der Kirche reservirt. Programme und Texte sind an der Klrchthüre für 80 Pfg. zu haben. Freiwillige Beiträge zur Deckung der Kosten werden in den ausgestellten Becken erbeten. 7038 Warme u. kalte Speisen Voreügl. Biere aus der Brauerei ä la earte. G. Bichler. Per Glas 10 Pfg j Beingehaltene Weine. 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