ti. Mi|n ^genannt her Oats chHafecheise, pnM empfiehlt u, tu«... OtMe b'° «A. 11« ? »’1 <6, “8'J‘ ln vach DQfll 6?x Moe tHnfL5^ Mk. 150 “fca^ b($ ?al "UN rin ÄD0n -r S-unL d.^k fc»-8 e-toS 216 «“ä*uC lSL 6t“u °°ü> U)it vor uiS'ub¥bRltofitnt '2 », Lli)ur Slvtzeo ’n’ßm AuilLwungr. >60 Nach!, - Herber, keltersweg 71. Mi ich einen eleganten --J* < izug oder Paletot u- lassen wollen, enptilen Itz i unsere geschmtholle !tz ■rang in ßuckihn amu- Itz d sich m der grossen H ifahigkeit n äbeneugen. I| igong wird prompt und £ : st ausgefilhrt. 9916 lv M»M. i! Inhaber: 14 Llmheuier. || Hritftttchr - Wa lenantf HrrrschastSwo^ *»«ä; sE jti vnmlitb^ u( pari __ M« «rtg Ei Äd) aißMld S/ . Nr. 27S Erstes Blatt Samötag deu 27. November 1897 Ln Oießensr JUqetgrr erscheint täglich, Wit Ausnahme txi Montags. Die Gießener Il«»itie»ötätter werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeig er Kenerak-Anzeiger. vierteljLhrigw ASonne»e«tsPreiOS 2 Mark 20 Pfg. «N vringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Ps^ Redaction, LxpedNto» und Druckerei: -chntstraß-Ar.,. Fernsprecher 61c 2lints- und Anzeigeblntt für den ICreis Gie^eir. Hratisöeikage: Hießener Kamikienökätter. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag» für de, folgenden La, erscheinenden Nummer bi» Bonn. 10 Uhr. Die Schlacht im österreichische« Abgeordnetenhaufe. AlS wir vor einiger Zeit ausführten, daß die Dinge im Parlamente unseres Nachbarstaates einer Spitze -ntriebeu, welche eine große Gefahr für den Parlamentarismus bedeute, da glaubten wir, die Scenen des Tumults hätten ihren Höhepunkt erreicht. Aber wir hatten uns einer Täuschung htngegeben und einem schlecht angebrachten Optimismus ge- vuldtgt. Nach dem AusgletchSvorschlage des Grafen Badeni hätte man aonehmen sollen, daß darüber erst ruhige Erwägungen gepflogen worden wären, ob eS denn gar nicht möglich sei, einen Weg zu finden, der zum Frieden sührt. Aber die Zuversicht in die Ehrlichkeit des Grafen muß unter deu deutschen Abgeordneten nicht allzu groß gewesen sein, da fie die Anerbietungen des RegterungSpräfideuten für un- diseutirbar erklärten, und fie nur als eine Falle betrachteten, in welchrr die deutsche Obstruktion gefangen werden sollte, bis daS AuSgleichSprovtsortum erledigt worden sei. Ob dies begründet ist, läßt sich natürlich nicht sagen, aber man muß nach Allem, waS bisher geschehen ist, dem Grafen Badeni zutraueu, daß er nach jedem Mittel greift, um seine Ziele zu erreichen,- und den Deutschen kann man es nicht verdenken, daß fie nicht jeder plump gelegten Falle zum Opfer fallen wollen. Auch die in dem Prager Jungczechen Organ gemachten Vorschläge zu einer Verständigung konnten für die Deutschen nicht ernstlich in Frage kommen, und so blieb denn nichts weiter übrig, als deu Kampf bis aufs Aeußerfte fort- zusetzen. Daß dieser aber so erschreckliche Dtmeufionen anvehmeu würde, hat man wohl nicht geahnt, obgleich mau sich nach dem Voraufgegaugeueu schon auf äußerst erregte Scenen gefaßt machen mußte. Vorauf wollen wir schicken, daß die Majorität im österreichischen Abgrorduetenhause und der Präsident Abrahamowicz ein gut Thetl der Schuld daran tragen, daß die Gegensätze sich so zugrspitzt haben. Sie mißbrauchen ihre Gewalt tu unerhörtester Weise und lasten sich Handlungen zu Schulden kommen, welche den Stempel der Ungesetzlichkeit auf der Stirn tragen. Die Minorität ist in der üblen Lage, sich dem Allem fügen zu wüsten, und fie hat als einziges Mittel, ihrem Mißfallen über die Vergewaltigungen Ausdruck zu geben, nur die Obstruktion zur Hand. War nun die Mittwoch-Sitzung betrifft, tu welcher eS zu deu gröbsten Thätltchkeiten zwischen den Abgeordneten kam, so ließ fie fich so schön au. Zwar waren nahe an hundert Redner gegen daS Ausgleichsprovisoriuw angemeldet, aber eS verlief dtS Nachmittag Alles in voller Ruhe. Erst als von jungtschechischer Seite der Antrag gestellt wurde, über eine Anzahl Petitionen zur Sprachenverorbnung gemeinsam abzustimmen und dieser Vorschlag dir Billigung deö Präsidenten fand, da brach der Slurm los, wie er in solcher Heftigkeit kaum einmal in einem Parlament getobt hat. Die Einzelheiten dieser Scenen find ja durch die ausführlichen Berichte, welche wir über die Angelegenheit gebracht haben, bekannt, so daß ein näheres Eingehen darauf uunöthig erscheint. Nur wollen wir hier noch unserem Schmerze Ausdruck verleihen, daß das Parlament des uns so eng verbündeten Staates zum Schauplatz von Austritten werden konnte, welche von allen Parteien verdammt werden wüsten. Die allgemeine Sympathie in Deutschland wird wohl auf der Seite jenes kleinen Häufleins sein, welches fich verzweifelt gegen die Angriffe der Uebermacht wehren mußte, wenngleich das Auftreten einzelner Abgeordneter der Linken kaum Billigung finden dürfte. Mit banger Besorgniß blicken alle gutgesinnten Kreise Oesterreichs in die Zukunft. Wird ein Retter aus diesen Wtrrntffen erstehen, dem eS gelingt, die Gemüther zu beruhigen und die Erschütterung, welche die Grundpfeiler der österreichischen Monarchie auszuhalten haben, umwtrksam zu machen? Graf Badeni ist nicht dieser Mann, daS müßte die maßgebende Stelle unserer Nachbarmonarchte schon erkannt haben. Aber wer soll der Mann sein, welcher die Riesenarbeit übernimmt, welche die Krast eines Einzelnen zu erlahmen droht? Man will jetzt die Gerichte in Anspruch nehmen, welche gegen die Abgordneteu, die sich der Gewalt- thätigkeiteu schuldig gemacht haben, vorgehen sollen. Aber glaubt die Regierung wirklich, daß fie damit ihren Zweck erreicht und Frieden schafft? Sie sollte doch einmal versuchen, ob fich das Mittel nicht bewährt, welches die Deutschen so dringend und stürmisch fordern: „Fort mit Badeni!" (xx) Wolff» telegraphisches Korrespondenz-Bure«. Berlin, 25. November. Der BundeSrath Hot in 'feiner heutigen Sitzung die Vorlage, betreffend die Ueber- ficht der Reichs-Ausgaben und -Einnahmen für oau jahr 1896/97, den Gesetzentwurf wegen der Zusammenstellung des ReichShau-haltSetatS für da» EiatSjahr 1898/99 und betreffend die Ausprägung von RetchSsilbrrmünzen, oeu Gesetzentwurf wegen Aufnahme einer Anleihe für Zwecke der Verwaltung de» RetchSheereS, der Marine und der Reichs- eifenbahuen, den Gesetzentwurf wegen Verwendung überschüssiger RetchSeinnahmen au» dem Etatsjahr 1898/99 und den Gesetzentwurf wegen anderweitiger Feststellung deS Gesammlcontingeuis der Brennereien, den zuständigen Au»- schüffen überwiesen. Ferner wurde dem AuSschußberlcht über den Entwurf der Etats, betreffend den allgemeinen Pension»« fand zum ReichShauShaltSetat für 1898/99, sowie dem Ausschußbericht, betreffend deu Entwurf von Etats zum Reichs- Haushaltsetat für 1898/99 und zwar für den Retchsinvaltden- foud und für die Verwaltung des RetchSheereS die Zustimmung ertheilt, ebenso dem AuSschußdericht über den Entwurf des Etats der Marinverwaltung zum ReichShauShaltSetat für 1898/99, sowie dem AuSschußdericht über den Entwurf des Etat» für die Poft und Telegraphen-Berwaltung zum RetchS- hauShaltsetat für 1898/99 Von den AuSschußbertchten über die Entwürfe von Etat» zum ReichShauShaltSetat für 1898/99 wurde der deS Auswärtigen Amtes abgesetzt und die des RetchSamtS deS Innern, des ReichSschatzamtS, deS Reichs- eifeubahnamtS unö der ReichSdruckeret genehmigt. Kaffel, 25. November. Die heutige Sitzung deS Pro- vinzial-LandrageS beschäftigte fich zunächst mit dem Verwaltungsbericht der Heffeu-Nastautschen Landwrrthschaft- ltchen BerufSgenostenschaft für 1894/95, der ebenso wie die Rechnungen derselben Anstalt sür 1894, 1895 und 1896 zur Kenntniß genommen wurde. Sodann wurde der Antrag deS Vorstandes der Alter»- und JnvaliditätS Versicherungsanstalten, betreffend die Unterstützung de» gemeinnütziges Baues von Arbetterwohuungen, berathen und angenommen. Hierauf wurde dem Anträge deS Provinztalausfchuffe» zu- gestimmt, den LandeSrath Scheel zum stellvertretenden Mit- gliede des Vorstandes der Alter»- und JnvalidttätSoerfiche- rungS-Austalt zu bestellen. Schließlich wurde eine Anzahl Neuwahlen für den ProvinzialauSschuß, sowie sonstige Wahlen vorgeuommen. Der letzte Punkt der Tagesordnung, betreffend die Vorlage bezüglich der Gleichstellung der Provinztalbeamten mit den königlichen Staatsbeamten, wurde heute nicht zu Ende berathen/ die Vorlage wird morgen in der Special- berathung nochmal» berathen werden. Alsdann ersolgt der Schluß bei Landtage». Sagan, 25 November. In dem benachbarten Kunz en- dorf brennt der Brauukohlenschacht der Lohrer Werke von Mayer u. Co. Der FörderungSthurm und die Spurre find bereit» vollständig etngeäschert. Die Belegschaft konnte bis auf etwa 9 Mann gerettet werden. Es find Bor- kehrungen zur Rettung der noch im Schacht btfiadlichen Bergleute getroffen. Der Brand ist noch nicht gelöscht. OelSnitz i. B., 25 November. Heute früh 2 Uhr 48 Miu. wurde hier ein wellenförmiger Erdstoß verspürt. Wien, 25. November. Nach einer Meldung der „Polit. Corresp." au» Belgrad befinden fich ungefähr fünftausend Albanesen in den Bezirken von Ipek und Djakova in vollem Aufruhr gegen die Behörden. Zwischen den au» Saloniki und Monasttr nach Uetküb entsandten Truppen und den Albanesen hat angeblich bet Djakova ein für beide Thetle verlustreicher Kampf stattgefunden. Depeschen deS Bure« ,H«old.* Berlin, 25. November. Der Kaiser traf gestern Abend 8/*9 Uhr auf der Wtldparkstation ein. Heute Morgen hörte der Kaiser die Vorträge deS KriegsmtnisterS v. Goßler, deS Chefs des Generalstabs Grafen v. Schlteffen, und des Chefs des MilitärcabinetS Generals v. Hahnke. Nachmittags gedachte der Kaiser den Vortrag des StaatSsecretärts Grafen Posa- dowSkh entgegenzunehmen. Berlin, 25. November. Der „RetchSanzetger" veröffentlicht die Verleihung der Staatsmedaille mit der Inschrift „für gewerbliche Leistungen" in Gold an die Stettiner Ma- schinenbau-Actiengesellschaft „Vulkan" in Bredow. Berlin, 25. November. Der „Nordd. Allgem. Ztg." wird au» Wien telegraphirt: In hiesigen diplomatischen Kreisen verlautet, auf Anregung Rußland» sei Prinz Franz Joseph von Battenberg al» Gouverneur von Kreta in Aussicht genommen. Berlin, 25. November. Ueber da» Befinden de» Herzogs Ernst Günther zu Schleswig-Holstein erfährt die „Kreuzzeitung", daß die Krankheit ein Darmletden ist, welches jedoch eine Wendung zum Besseren zu zeigen scheint. Berlin, 25. November. Der „Kreuzzeitung" wird au» Alle Annonccn-Bureaux de» Au« und Auslandes ndpaai Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" eMgeg«. Plön telegraphirt: Bet der Reichstagsersatzwahl am 23. d. MtS. im 9. Plöner Wahlkreise siegte v. Tungeln (conservattv) mit 833 Stimmeo. Berlin, 25. November. Wie eine hiesige Correspoudenz meldet, soll Professor Mommsen zu seinem 80. Geburtstage am 30. November den Titel „Excelleuz" erhalten. Berlin, 25. November. Einem Kieler Telegramm M „Berl. Tagebl." zufolge soll die Auslandsreise deS Flaggschiffes bei Prinzen Heinrich nach Oftafieu auf 18 Monate berechnet sein. Königsberg, 25. November. Der Sturm hat vielfach Schaden angertchtet. Auch Menschenleben find verloren gegangen. Im kurischen Haff ist ein Fischer mit seinem Sohn ertrunken. Bet Kotzau an der russischen Küste strandete ein Schiff, wöbet vier Mann der Besatzung ertrunken find. Wien, 25. November. Dte parlamentarische Majorität hat heute Bormittag beschlossen, in der heutigeu Sitzung des Abgeordnetenhauses folgenden Antrag einzubrtngen: Aufhebung der bestehenden Geschäftsordnung, Einführung einer provisorischen Geschäftsordnung, in welcher u. A. dte Besetttgung der namentlichen Abstimmung, Einräumung des Recht- für deu Präsidenten, dte Abgeordnete« 3 btS 30 Tage mit gleichzeitigem Dtärenverlust auszuschließen, und Einführung einer ParlameutSwage gefordert wird. Außerdem wird die Einsetzung einer parlamrutarischeu Unter- suchungS-Commtsfiou verlangt. Wie», 25. November. Gerüchtweise verlautet, daß dte Staatsanwaltschaft eS abgelehnt hat, dte vom Präfidtu« geforderte Untersuchung gegen einzelne Abgeordnete ein- zuleiten. Staatsanwalt Dr. BobieS soll heute Vormittag dem Justizmintster, zu welchem er berufen wurde, dte» mit- gethetlt haben. Wien, 25. November. Graf Badeni war heute Vormittag iy8 Stunden beim Kaiser, um über dte gestrigen Vorgänge Bericht zu erstatten. Wien, 25. November. Dte für 1 Uhr anberaumte Sitzung des Abgeordnetenhauses verzögerte fich au» bisher noch unbekannten Gründen bi« ^2 Uhr. Da» Hau» ist dicht gefüllt, die Abgeordneten Wolff, Schönerer und Pfersche find anwesend. Auch die Galerien find dicht besetzt. Beim Eintritt bei Präsidenten Abrahamovicz ruft Wolff: So ein Schuft. Präfident Abrahamovicz ergreift die Glocke und läutet. Der Lärm dauert fort, dann wird cß plötzlich ganz still. Wie aber der Präfident zu sprechen beginnen will, ruft Schönerer: Hinaus mit dem Präsidenten. Wolff schreit: Ein Anderer soll da» Präsidium übernehmen, nicht ein solcher Gauner. Da der Lärm fortdauert, wird die Sitzung sofort bis um 3 Uhr unterbrochen. Wien, 25. November. Um 3 Uhr 10 Min. wurde die Abgeordnetenhaus-Sitzung wieder eröffnet. Der Präsident gab dem Abgeordneten Falkenhahn baß Wort. Da Schönerer jedoch sprechen wollte, entstand ein großer Tumult. Trotzdem fing Graf Falkenhahn zu sprechen an und brachte den Antrag aus Abänderung der Geschäftßorduung ein. Während der Verlesung dieses Antrages herrschte coloffaler Lärm. Abg. Wo.ff hatte eine Pfeife au» der Tasche gezogen und pfiff darauf. Trotz beß Protesteß bet Linken erklärte der Präfident, daß die Mehrheit beß Hause» ben Antrag angenommen habe. Hierauf entstand ein großer Sturm, mehrere Abgeordnete schickten fich an, die Präfideutentribüne zu stülmeu, wurden jedoch von den Dienern zurückgewiesen. Nunmehr richtete fich die Wuth gegen den Ministerpräfidenten Badeni, sodaß derselbe retiriren und ben Saal verlassen mußte. Schließlich würbe ble Präfidententribüne gestürmt. Der Präfident wurde von seinem Sessel geworfen und flüchtete, kehrte jedoch bald zurück und schloß die Sitzung. Morgen vormittag 11 Uhr findet Fortsetzung statt. Wien, 25. November. Wie im Abgeordnetenhause verlautet, find die vereinigten Oppositionsparteien entschlossen, sobald von der Aenderuug der Geschäftsordnung Gebrauch gemacht wird, den Reichsraih zu verlassen. Madrid, 25. November. Mehrere Mitglieder beß Senat» unb der Kammer haben ben Ministerpräsidenten telegraphisch gebeten, bte Autonomie nicht zu beschließen, ohne bte Kammern gehört zu haben. Der Ministerpräfibent hat bereit» mehrere Hundert solcher Telegramme erhalten. London, 25. November. AuS Konstantinopel kommende Meldungen besagen, der Sultan sei nunmehr bereit, die Autonomie Kretas anzuerkeunen und zwar unter solgeudeu Bedingungen: Ernennung de» Gouverneurs durch den Sultan, Besetzung der Insel durch türkische Truppen und Beibehaltung der türkischen Flagge. Berlin, 26. November. Den Morgenblättern zufolge ist gegen den Criminalcowmiffar v. Tausch nunmehr die Anklage erhoben worden. Der Termin zur Hauptverhandlung foH bereit- im December stattfinden. Wien, 26. November. Im Abgeordvetenhauie sollte bereit» heute die neue Schutztruppe in Action treten. Der Präsident hatte die Partei-Obmäuner osfictell davon oer. ständige, daß die neue Geschäftsordnung schon io Geltung sei. Infolge deffeu beriethen die Obmänner der oppositionellen Club» über die weitere Haltung der L-nken und legten zwei Vorschläge vor, einer dahingehend, dem Parlament gegenüber Abstinenz zu üben und zu dessen Sitzungen nicht zu erscheineu- ber zwette, an den Berathungen weiter theilzvnehmen und jede Vergewaltigung mit Widerstand zu beantworten. Eine Einigung konnte nicht beantwortet werden. Abend» berietben die Club» selbst. Die deutsche DvlkSpartet beschloß einstimmig die Abstinenz, die Soeialdemokraten dagegen verbleiben im Parlament unter Fortsetzung de» äußersten Widerstande», die Christlich Socialen und die deutsche Fortschrittspartei haben auch nicht» Bestimmte» beschlosten. Die letzte Entscheidung aller Club» soll heute vormittag erfolgen. Cocalts tmb provinzielles Gießen, den 26. November 1897. • • OrdeuS Lerleihnuge». Im Anschluß an die gestrige Liste der anläßlich de» Geburtstage» Seiner König!. Hoheit de» Groß Herzog» Ausgezeichneten veröffentlichen wir nach, stehend da» Berzrichuiß der noch auf die Provinz Ober- heffeu kommenden Ordens-Berlethungen und Charakter- rrthetlungen. E» wurden verliehen: da» Ritterkreuz 1. Klaffe de» Verdienstorden» Philipp» des Großmüth'gen: dem Ober- Pfarrer Friedrich Rullmann zu Lauterbach, dem Pfarrer und Dekan Wahl zu Hausen, dem Bauiuspector de» Hochbauamt» Friedberg, Baurath Friedrich Groß, dem Renlamtmanu de» Rentamt» Friedberg, Domänenrath Georg Roßmanu, dem Obersorstmetster des Forstamt» Nidda, Karl Schnittspahn zu Salzhausen. — DaS Ritter« kreuz 2. Klaffe diese» Ordens: dem Bürgermeister Johanne» Wöruer zu Bad-Nauheim. — Da» Silberne Kreuz diese» Orden»: dem Rechner Christian Schäfer II. zu Grünberg, dem Bürgermerster Eduard Blum zu Etchelsdorf, dem Stationsvorsteher in der Hessisch-Preußischen Eisenbahn- Gemeinschaft Philipp Kreß zu Hungen, dem Bahnmeisterin der Hessisch-Preußischen Eisenbahn-Gemeinschaft Konrad Bischoff zu Lauterbach, dem Materialrechner und Controlleur bet der Saline Bad Nauheim Peter Al etter, dem unbe- rittenen Wachtmeister Karl Kern und dem Fußgendarmen Johanne» Seibel im Distrtct Oberheffen. — Da« All« gemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Dienste-: Dem Gemeinde-Einnehmer Dern zu Lang- GönS, dem Forstwart Heinrich Simon zu Nieder-RoSbach, dem Forstwart Johannes Alb ach zu Hattenrod, dem Forstwart Heinrich Elfe zu Sich, dem Forstwart Georg Haber zu MarkhauS, dem Feldgefchworenen und Mitglied de» Wieieu- vorstande» Johannes Keipp zu Wallenrod, dem OrtsgertchtS- maun Konrad Wetz zu Holzheim, dem OrtSgerichtSmann Konrad Nern II. zu Kirch-Görr», dem OrtSgerichtSmann Adam Walther zu Münzenberg, dem OrtSgerichtSmann Carl Jockel zu Hungen, dem OctSgerichtsvorsteher David Repp zu Betzenrod. — Das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Arbeit": dem Waldarbeiter Georg Eisenach zu Ruppertsburg, dem Waldarbeiter Georg Schad HL zu Ruppertsburg, dem Hilfsbahn- Wärter in der Hessisch - Preußischen Eisenbahn - Gemeinschaft Johannes Dammel I. zu Nauheim, dem Hilfs- bahuwäcter in der Hessisch-Preußischen Eisenbahn - Ge- meinschaft Philipp Müller zu Nauheim, dem Holzhauer Andrea» Bollpert zu EhrtugShausen, dem Zimmermann bet der Saline Bad-Nauheim Johannes Will IH, dem provisorischen Steiger bei der Grube Ludwig-Hoffnung Georg Wilhelm Maul, dem Bergmann bet der Grube LudwigS- hoffnung Marttn Setpel, dem Bergmann bet der Grube Ludwig-Hoffnung Christian Eichler III., dem Bergmann bet der Grube LudwtgShoffnung Georg Philipp Seipel, dem Berg« mann bet der Grube Ludwig-Hoffnung Joh. Maul l. — Da» Allgemeine Ehrenzeichen für treue Dienste: Dem Weichensteller in der Hesfisch-Preußischen Etsenbahn-Gemetnschaft Wilhelm Link zu Hungen, dem Weichensteller in der Hessisch- Preußischen Eisenbahn Gemeinschaft Konrad Schmidt II. zu Großenlüder, dem Weichensteller in der Hesfisch-Preußischen Eisenbahn-Gemeinschaft Kaspar Höutg zu Mücke, dem Weichensteller in der Hesfisch-Preußischen Etsenbabn-Gemein- schäft Heinrich Simon III. zu Alsfeld, dem Weichensteller in der Hessisch-Preußischen Eisenbahn-Gemeinschaft Georg ttroemer zu Nidda, dem Bahnwärter in der Hessisch- Preußischen Eisenbahn-Gemeinschaft Heinrich Schmidt auf Posten 15 der Strecke Gießen—Gelnhausen, dem Bahnwärter in der Hesfisch-Preußischen Etsenbahn-Gemetnschaft Anton Wilhelm Jäger auf Posten 22 der Strecke Gießen—Gelnhausen, drm Bahnwärter in der Hesfisch-Preußischen Eisenbahn- Gemeinschaft Johannes Fr ank zu Ehringshausen, dem Bahnwärter in der Hesfisch-Preußischen Eisenbahn-Gemeinschaft Lorenz Hohl zu Ehringshausen, dem Bahnwärter in der Hessisch Preußischen Eisenbahn-Gemeinschaft Heinrich Frühling auf Posten 46 der Strecke Gießen—Gelnhausen, dem SteuercomnnffariatSgehtlfen bet dem Steuercomwtffartat N'dde Louis Schüler, dem Portier bet der Badeanstalt zu Bad Nauhetm Karl Schmidt. — Dem Kreisärzte de» KreisgesundheitSamt» Friedberg, Medtcinalrath Dr.' Martin Lorenz, wurde der Charakter al» Geheimer Medictnalrath, dem KieiSarzte des KreisgesundheitSamt» Schotten, Dr. Karl Drescher, und Dr. Ludwig Schäfer in Affenheim der Charakter al» „Medicinalrath", dem Rechner Wilhelm Wolf- schmtdt I. zu Schotten der Charakter al» „Rendant" ver- liehen. E» erdielteu ferner: den Charakter al» „Forst- meister" der Oberförster der Oberförsterei Hoch-Weisel Karl Weigand zu Butzbach- den Charakter al» „Rendant" der Districtseinnehmer der Dtstrictsetunehmerei Grünberg, Johanne» Müller,- den Charakter al» „Förster" der Forst- wart der Forstwartei Elbenrod Peter Merkel, dem Forstwart der Forftwartei Hainbach, Christian Nahrgang. * • fli8 der Sitzung des kezirkS-Slfeudahuraths Frank- firt e. M. ist Nachüeheude» — alS für diesseitige Beikchr». verhältniffe von Jutereffe — hervorzuheben: 1. Antrag Maceo-Siegen befürwortet die Einführung eine» Schnellzugverkehrs in der Richtung Frankfurt — Gießen —Betzdorf —Hagen, zugleich vermehrte Ausbildung dieser, uns auf kürzester Linie mit dem Norden verbindenden Strecke. In etugeheuder Ausführung wie» Antragsteller darauf hin, wie eine derartige Theiluug de» Verkehr» die Hauptstrecken zu entlasten und die Gefahren für Gesundheit und Leden der Paffagtere, welche die der- zeitige Ueberlastung der Hauptstrecken mit sich bringe, zu vermindern geeignet sei. Koch-Gießen trat für Neneiu- legnng von Schnellzügen auf der Main-Weser- Bahn mit Wirkung vom Sommerfahrplan 1898 ein, indem er dem Bedauern Ausdruck gab, daß der vor Jahresfrist der Versammlung vorgelegte, von den vereinten Dtncttonen mit so großer Umsicht ausgearbeitete Sommerfahrplau-Ent wurf pro 1897, insoweit er von der Direction Frankfurt a. M. io wohlwollendster Weise mit der längst als Bedürfntß anerkannten Neueinlegung von Schuellzügenauf jener Strecke, sowie in Relation Gießen—Hagen, bedacht worden, der höchsten Genehmigung entbehrt hade. Wäre jener Entwurf auch Vorbehaltlich dieser Zustimmung vorgelegt worden, so sei damal» doch jede Befürchtung ausgeschloffen gewesen, daß sie versagt bleiben könne tn Anbetracht des Umstande», daß die Bedürfnißfrage in früheren Sitzungen regierungsseitlich längst zugestanden war und die Ausführung beim Eintritt tu eine befriedigendere finanzielle Lage der Staatsbahn- Verwaltung tn sichere Aussicht genommen werden solle. Trotz der stetig sich mehrenden Betriebsergebniffe, zumal im Verlauf der gegenwärtigen Periode, scheine man auS dem Br harrungSzuftand nicht heran» kommen zu können, um endlich dem Verkehr die berechtigtsten Ansprüche zu bewilligen. Der Antrag war in erster Faffung mit Anschluß an die Gotthardzüge (wie in jenem Entwurf enthalten) gestellt, doch erfuhr er St teuS der Direction Caffel, welche den Abgang ab dort auf 6 Uhr vormittag» befürwortete, Widerspruch, und wurde derselbe darum vom Antragsteller in dieser allgemeinen Faffung modificirt. Die für beide vorstehenden Anträge von den Antragstellern begründete Dringlichkeit wurde mit großer Majorität ausgesprochen und die Anträge selbst fast einstimmig von der Versammlung angenommen. Die vereinigten Dtrectioneu gaben durch ihren Referenten die Versicherung ab, daß nach wie vor man die durch die Anträge behandelte Zugvermehrung in wohlwollendster Weise erstrebe. * • Stadttheater Die fett längerer Zeit angeküudigte Aufführung de» Schauspiels „Der Gymnafial-Director" findet nunmehr, nach Beseitigung einiger Hiuderniffe in der Rollenbesetzung, bestimmt nächsten Montag Abend statt. Diesem dramatischen Werke dürfte um deswillen dahier besondere» Interesse entgegengebracht werden, al» der eine Mtt- verfaffer ein angesehener Bürger Gießen» ist. Oberhessischer GefchichtSvereiu. In der am Mittwoch abgehaltenen Versammlung des Oberhefftschen GeschichtSverein» berichtete Herr Professor Dr. Höhlbaum zunächst über die Thätigkeit de» Vorstände» innerhalb de» Iktztverfloffenen Jahre» und theilte mit, daß die Neuwahl desselben am 80. December stattfinden werde. Was die Aufgaben des BercinS betrifft, so wird derselbe allgemein geschichtliche, wie provinziale und städtische Forschungen auch fernerhin anzubahnen suchen. Der Vorstand wünsche hinfichtlich seiner Thätigkeit, daß die Mitglieder daran Kritik übten, denn e« sei noch manche Lücke vorhanden. Der Vorstand habe sich eine Geschäftsordnung geschaffen und EinzelauSschüff: eingesetzt. Die aus Verwaltung und Vergrößerung der Mittel gerichtete Thättgkett de» Finanz- ausschnffeS sei von Erfolg gewesen, mehrere Herren au» der Einwohnerschaft Gießen» seien dem Verein mit ansehnlichen Beiträgen al» „Patron" beigetreten, auch der Provtnztal- auSschuß, tote die Stadt Gießen hätten durch ansehnliche Beiträge bekundet, daß sie die Zwecke de» Verein» zu fördern gewillt sind. Den Dank hierfür bitte er durch Erheben von den Sitzen zum Ausdruck zu bringen. In der vor einiger Zeit zusammengetretenen historischen Comwiffton für Hessen und Waldeck sei auch der Oberhefftsche GeschichtSverein ver- treten. Die Bearbeitung des Materials für den neuen Band der „Mittheilungen" werde ebenso Aufgabe des RedactionS- ausschuffeS sein, wie namentlich »m Hinblick auf die in zehn Jahren stattfindende 300jährige Jubelfeier der Univerfität seine Betheiligung an Einzelarbeiten zur Geschichte der Univerfität- Ql» weitere Aufgabe betrachte der RedactionSauS- schuß die Jnveutartsirung oberheffischer Städtearchive. Der MuseumsauSschuß könne bereit» Günstiges berichten, da» Museum de» Verein» mache einen guten Eindruck. Die Verdienste, welche sich um die Neuordnung de» Museum» Herr Dr. Fuhse in Nürnberg erworben, wurden ebenfalls durch Erheben von den Sitzen anerkannt. Es seien, so berichtete Herr Prof. Dr. Höhlbaum weiter, verschiedene Schritte ge- than, das Museum zu bereichern- für diejenigen Gegenstände, welche in Be^ug auf die Gesch'chte der Universität von Ja- tereffe, werde ein besonderer Raum hergestellt. Dem in einem Eingesandt (im „Gießener Anzeiger") geäußerten Wunsche, daß da« Museum Sonntag« auch tn den Stunden zugänglich fein möge, über welche der Kaufmann frei ver- fügen könne, solle bereits vom nächsten Sonntag ab entsprochen werden und da« Museum außer von 11 bis 1 Uhr weitere zwei Nachmirragsstunden geöffnet bleiben. Ein neue» Gebiet, darjentge der sprachgeschichtlichen Forschung mit Be- zng aus Hessen, soll erschlossen werden durch eine Section für hessische Volkskunde, lieber die Aufgaben derselben theilte Herr Geh. Hofrath Prof. Dr. Behaghel Nähere» mit. ES solle zunächst Oberheffen tn» Auge gefaßt, da« Material durch Vertrauensmänner und auszugebeade Fragebogen be- schafft werden- man gibt sich dabet der Hoffnung hin, daß I dem Vorgänge Friedbergs, woselbst sich bereit- eine Section gebildet hat, noch andere Otte Oberheffen» folgen werden. Die zur Darstellung der BolkSthümlichkeiten einznleitenden Forschungen würden sich erstrecken out Wohnung, OrtS und Flurdezeichnung, Namen, Nrhrung, Kleidung, geistige Arbeit, ßteber und Gedichte, Sagen, Sprüchwörter, Sitten, Gebräuche nfw., aus sprachliche Dinge werde besonder» W-rth gelegt werden, da man durch sie besonder» wichtige Aufschlüffe über Manche» zu erhalten hofft, worüber e» an verläßl chen Quellen fehlt. — Der Verein hat auch im l'tzten Jahre einen erfreulichen Zuwach» an Mitgliedern erfahren; dem Museum wurde eine größere Anzahl Gegenstände überw'.tsen, wofür den Gebern der gebührende Dank abgestattet wurde- Herr Prof. Dr. Höhlbaum sprach die Bitte um weitere Zuwendungen für da» Muieurn au». — Herr Prioatdocent Dr. Dieterich hielt hierauf einen Vortrag über „Germanische Wanderungen in Mitteldeutschland, besonders in Hessen". Der ausführliche, unter Zugrundelegung prähistorischer und agrarhistorticher Forschungen behandelte Vortrag lieferte mancherliei Anhaltspunkte zur Feststellung derjenigen Grenzen, bi» zu denen die Germanen ihre Wanderungen ausdehnten und sich schließlich ansiedelten. An den auch in Bezug auf Sprachforschung interessanten Vortrag schloß fich eine Besprechung. * «ul bei Univerfitätl-KttnUen. Die Nr. 276 d. Bl. brachte eine Ueberficht über die Heilanstalten im Groß- herzogthnm Hessen pro 1896. Den Mittheilungen der Großh. Centraiftelle für die Lanbesstatistik entnehmen wir noch fpeciell für die hiesigen Universitäts-Kliniken die folgenden Angaben: Betten oder Plätze 152 Zahl der verpflegten vetpflegungs- Chirurgische Klinik 1635 tage 45772 Medicinische H 155 1651 85300 Augen- 84 847 20287 Frauen- « 44 667 8468 Psychiatrische n 70 154 11799 Hiernach wurden im Durchschnitt au Kranken täglich verpflegt: In der chirurgischen Klinik 125,4 „ „ medicinischen „ 96,5 , „ Augen- , 65,6 „ „ Frauen- , 23,2 , „ psychiatrischen „ 82,8 In der sEutbindungsaustalt, welche 36 Betten besitzt, wurden in 1896 275 Personen verpflegt. *e Kuustvereia. Die Gemäldeausstellung im Thurmhau» am Brand, welche in den letzten 14 Tagen durch die Ausstellung der Modelle für da» Kriegerdenkmal theil- weise unterbrochen war, ist nunmehr seit vergangenen Sonntag wieder vollständig. Gleichzeitig wollen wir e» nicht unterlassen, unsere Kunstfreunde darauf oufmerftam zu machen, daß ein Theil von den nahezu hundert ausgestellten Gemälden schon kommende Woche unsere Ausstellung wieder verlassen müssen, um eine Anzahl neuer Gemälde zur Au»stellnng bringen zu können. • • Eis Verein. Auf da» heutige Inserat de» Eis- BrreinS wollen wir unsere Leser besonder» aufmerksam machen- hiernach können die Mitgliedskarten bi» einschließlich Sonn- tag noch bei Herrn Friseur Gerhardt, Ltndenplatz, in Empfang genommen werden. Nichteinlösung derselben gilt nach § 9, 10 der Statuten al» AustrittSerklärung und muß der Betreffende gegebenen Falle» nochmal» Eintrittsgeld bezahlen. Auch Neuanmeldungen werden daselbst entgegengenommen. • • Der Artillerie-Verein Gießen feiert morgen SamStag im Gießener Festsaal fein zweites Stiftungsfest, das, nach dem reichhaltigen Programm zu urtheilen, in besonders festlicher Weise staltfinden wird. Der „Bauersche Geang- verein" wird die Feier durch einige 8;ebetDorträge verschönern helfen, außerdem findet Aufführung zweier Theaterstücke und lebender Bilder, sowie Concert statt. Zahlreiche S albungen an kameradschaftliche Vereine find ergangen, desgleichen find alle Artillerie-Waffengenoffen von hier und Umgegend dazu freundlichst eingeladen. •• Wetterbericht. Der Kern des barometrischen Maximums verlegt fich nunmehr vollständig nach dem Nordwesten de» Erdtheil», während im Osten und Süden flache Gebiete niederen Drucke» auftreten. Voraussichtlich wird fich der hohe Druck noch weiter nach Norden aulbreiten. Die Witterung ist meistenortS trüb und find im südlichen Deutschland allenthalben leichte Niederschläge gefallen. — Voraussicht- liche Witterung: Trübe», kühles Wetter mit stellenweisen Niederschlägen. ---- Lich, 25. November. Die durch die hiesige Prä- parauden-Anftalt heute im Heiland'jchen Saale dahier veranstaltete Geburtstag»-Feier zu Ehren unseres hessischen Fürstenpaares nahm einen erhebendsten Verlauf. Der Saal war dicht besetzt, alle Kreise der Bevölkerung, namentlich aber der Beamtevstand waren äußerst zahlreich vertreten. Die von dem Vorsteher der Anstalt gehaltene Festrede endete mit einem begeistert angenommenen Hoch auf unser Fürstenpaar. Die von den Präparanden vorgetragenen Musikstücke, Geigen, Clavier, Harmonium und Xylophon, unter Mitwirkung des Herrn Pfarrer Weber und der Herren Lehrer Zimmer und Alt zeugten von einer ejacten Einübung und sorgfältigen Auswahl der einzelnen Nummern und sanden deß- halb auch den größten Beifall. Ganz besonder» riefen auch die mit großer technischen Fertigkeit vorgetragenen Ly ophvn soll» durch einen Schüler der Anstalt allgemeine Bewunderung hervor. Richt minder trugen zu der bi» zum Schluffe dauernden animitten Stimmung auch die Declamationen von patriotischen Gedichten bei. Die für die Abgebrannten in Michelbach bei Schotten veranstaltete Sammlung ergab einen recht ansehnlichen Betrag. Man schied mit dem allseitigen Wunsche einer Wiederholung dieser Feier am 25. Ns- vember 1898. toAj ,Whbrben daselbst M«" :iert morgen S-v^i >tift«ngSfiil Mtn, In nvomäge verMM ltlti Theaiklftü^ unb MecheS«l°b>mge° »t“' tt utb W“‘111 , »J1, ‘ „,4 Ite to'11* L-§ s%s? Wtt, *M** iS» sgtars 111 ?e5 »«""“* mWf“* . jHeftlf®* «elt,a!.’” uni» ®* i-p ”bWibM hi in»®1", A Jli’“ «!» < inlt ■n i« ", = Mendorf a. d. 8da., 24.November. Unser Nickel«- «arkt, welcher wegen de« preußischen Buß- und Bettage« ftntl in voriger Woche erst heute abgehalten wnrde, war recht gut besucht. Bei den in sehr großer Anzahl ange« trtebenen Schafen gestaltete sich der Umsatz anfangs wenig belebt, da die Händler für fette Hämmel erster Qualität vur 46 Mk. per Paar zahlten und die Bauern deshalb mit dem verkaufe zurückhielten. Als Letztere schließlich doch mit dem einmal gemachten Preise mehr vorlieb nahmen, wurde auch in Zuchtschafen der Handel lebhafter. Lämmer kosteten 25 bis 30 Mk., zwei und dreijährige Mutterschafe 32 bis 38 Mk. Auf dem Schweinemarkt war, wohl infolge de« gleichzeitig in Gießen stattfindenden Marktes, das Angebot weniger stark,- der Umsatz zeigte fich viel reger als bet den Schafen. Ferkel erzielten einen Preis von 32 bis 45 Mk., größere einen solchen von 46 bis 58 Mk. baß Paar. Läufer wurden weist nur einzeln gekauft und kamen per Stück auf 83 bis 65 Mk. Kramer und Wirthe können mit dem erhaltenen Zuspruch sehr zufrieden sein. 8W Aus der südlichen Wettern», 25. November. Die Abschätzung der durch die Manöver verursachten Flurschäden find jetzt größtentheilS zu Ende gediehen. Wir haben einen Einblick in die Arbeiten thun können und müffen sagen, daß die Schäden in sehr anständiger Weise geregelt worden sind. So kommt z. B nach dem Dorfe Eckartß. Hausen, daß ungefähr 630 Einwohner hat, der stattliche Vertag von 20,000 Mk. und nach Burggräfenrode, daß nur 530 Einwohner hat, die bedeutende Summe von 38,000 Mk. Hie und da kam eß vor, daß mancheß Bäuerlein, durch besondere Schläue einen recht Vortheilhaften Abschluß zu machen gedachte, die Leute bei den Commissionen find jedoch gewiegte Praktiker und verstehen fich auf solche Geschäfte. Die anständigen Taxationen sind jedenfalls auch darauf zurück zu führen, daß die ganze Bevölkerung den Soldaten mit der größten Aufmerksamkeit und Gastfreundschaft entgegenkamen, woraus geschloffen wurde, daß Schäbigkeit und Filzigkeit nicht vorhanden ist. H. Aus de« Horloffthale, 25. November. Heute, auf Katharinentag, hatten wir den ersten leichten Schneefall, der jedoch gegen Mittag wieder verschwand. Nach den bei unß fich bewährenden Witterungßregeln wird man darnach erst gegen den 12. oder 13. December auf einen kräftigeren Frost zu rechnen haben. * Wiesbaden, 25. November. Heute früh wurde auf dem Bahndamm bei Moßbach die Leiche deß Kanonier« Zetfch der 5. Batterie deß Artillerie-Regiments Nr. 27 gefunden. Der Kopf war vom Rumpfe getrennt. Zetfch hot sich bereits gestern aus der Kaserne entfernt; wahrscheinlich liegt Selbstmord vor.? * Hamburg, 23. November. Eine Strafe von nicht weniger als 8000 Mk. wurde heute von der Strafkammer gegen den Lottertecollecteur Bauer wegen PostvergeheuS erkannt. B. hatte 10000 verschlossene Briefe, enthaltend Prospekte der Hamburger Lotterie, in einer Kiste verpackt als Frachtgut nach Kopenhagen gesandt. Dadurch hat er das Poftregal verletzt und muß er für jeden Brief anstatt 20 Pfg. eine Strafe von 80 Pfg. und außerdem daS befrachtete Porto mit 20 Pfg. bezahlen, so baß ihn bie ganze Sache auf 10000 Mk. zu stehen kommt. B. machte geltenb, baß er die Briefe in einzelne Packete von 5 Kgr. hätte verpacken und so der Post übergehen können, wonach sich ein viel geringerer Betrag beß bcfraubirten PortoS ergebe. Doch ist nach bem Weltpostvertrag btc Versendung von Briefen in Packeten nicht zulässig. Universität- - Nachrichten. — AIS ordentliche Hörerinnen haben fich noch den amtlichen Listen an der Universität Berlin 162 Domen einschreiden lasten: 98 Deutsche, 26 Amerikanerinnen, 23 Russinnen, 4 Oesterreicherinnen, 4 Engländerinnen, 2 Französinnen. Je eine studtrende Frau fanden Finland, die Schweiz, Holland, Ungarn, Bulgarien. 3 Damen hären Theologie, 3 Jura und zwar find die 3 Juristinnen Deuische. Zwei Damen hären Medicin, alle übrigen sind in der philosophischen Facultät eingeschrieben. — Bei der Preisvertheilung an der Universität zu Heidelberg wurde die Abhandlung des stud. jur. Paul Pick, eineß Sohnes des Aachener Sladtarchivars, über die von der philosophischen Facultät gestellte Preisaufgabe „®ie Reichspolittk der beiden Hohen- zovern'schen Kurfürsten Joachims I. von Brandenburg und Albrechts von Mainz in den Jahren 1517 bis 1521 mit fpecieller Untersuchung ihrer Beziehungen zu der Kaiserwahl von 1519" mit bem Preis« gekrönt. Es gehört wohl zu den seltenen Fällen, daß die von einer Facultät gestellte Preisaufgabe von einem dieser Facultät nicht an- gehörenden Studirenden gelöst wird, wie eS hier der Fall ist. Der Bater beß Preisgekrönten würbe im Jahre 1865 von der juristischen Facultät ber Universität Bonn für seine Abhandlung über „Die Kölner Stiftsoogtei" mit bem Preise ausgezeichnet. Kirchliche Anzeige« Ser Staö» «ietzen. Evangelische Gemeinde. Sonntag, den 28. November. 1. Advent. Gottesdienst. An der AohavuaAkirMe. Dor mittags 9V, Uhr: Pfarrer Schlosser. Beichte und heiliges Abendmahl für alle vier Gemeinden Vormittags um ll1/« Uhr: Kinderkirche für die Lucas, gemeinde. Pfarrer Dingeldey. Abends 5 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Montag, den 29. November, Abends 8 vhr, vlbelffrrnde im Confirmandensaal der JohanneSkirche Epheserbrief. Cap. 2, TodeSzustand und herrliche Neuschöpfung. Pfarrer Dr. Naumann. I» der Frtedhof«eapelle. Vormittags 9Va Uhr: Pfarrer Dingeldey. Im Eo«ffrma«deafaal, Neustadt 61. Vormittags 11 Uhr: Kinverkirche für die MarcuSgemeinde. Pfarrer Dr. Grein. Donnerstag den 2. December, Abends 8 Uhr: Bidet stttvde. Ev. Marci, Cap. 10. Pfarrer Dr Grein. Collecte für die Kirchmkasse zur Vermehrung des Capital- vermögens der Gemeinde. Sonntag, den 5. December, 2. Advent, findet Beichte und heil. Abendmahl im Abendgottesdienst für die Lucas- und Johanneß- gemeinde in der Johanneskirche statt. Anmeldungen vorher bei den Pfarrern erbeten. Eathrlische Gemeinde. Samstag den 27. November. Nachmittags um 4 Uhr und Abends um 8 Uhr Gelegenheit zur hl Beichte; Sonntag den 28. November. 1. Adventsonntag. Vormittag« von 6«/, Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; ■ um 7 Uhr erste hl- Messe; vor und in derselben Ans, theilung der heil. Communion; „ um 8 Uhr zweite hl. Messe; Vormittag« um 9Vs Uhr Hochamt mit Predigt; Nachmittag« um 5*/t Uhr Christenlehre; darauf Advent-, andacht. Gottesdienst der israelitischen ReligionSgesellschaft- Sabba'hfeier am 27. November- Freitag Abend 4 Uhr, SamStag Vormittag 830 Ubr «edurtS- tagifeier Ihrer »S-iigliche« Hoheiten de« «rotzderzog« und der Großherzogin. NachmUtag 3 Uhr, Sabbathausgong t*° Uhr Nachmittag 2« Uhr Schrifterklürrrng Bahnhofstr. 50. Wockengottesdienst Margens 7 Ubr. Avends 4 Ubr Schiffsnaehrichteu. Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch di« Agenten Carl Loos und I. M. Schulhof. Bremen, 21. November. sPer transatlantischen Telegraph.] Der Postdampfer München, Capt. W. Kuhlmann, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 3 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen. Wöchentliche Ueberstcht der Todesfälle in Gießen. 47. Woche. Vom 14. November bis 20. November 1897. Einwohnerzahl: angenommen $u 23 700 (incl. 1600 Mann Militär). SterbltchkeitSziffer: 19,75, nach Abzug der Ortsfremden 13,16 o/o». Kinder Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel« der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach «ieste» gebrachte Kranke koyWen___________________ _____________ Ls starben an: Zusammen: TyphuS 1 Lungenschwindsucht 1 Tuberkulose d. Darms 1 Darrneinklernrnung 1 (1) Nierenentzündung 2 Altersschwäche 2 (2) Stirnrnritzenkrarnpf l Erwachsene: im vom 1.Lebensjahr: 2.-15.Iah,: 1 — — 1 - - 1 — - 1 (1) 2 — — 2 (2) Summa: 9 (3) 8 (3) 1 — ---- Zuröldgksehte Stoffe für Meihvachtsgrschellke. ------ 6 Meter Noppen-Bocker zum Kleid für M. 1.80, 6 „ Tokio Winterstoff „ „ „ „ 8.40, 6 „ Damentuch in 15 Farben „ „ „ „ 3.30, 6 „ Veloutine Flanell solid. Qual. » „ » „ 4.80, 6 „ Frühjahrs- u. Sommerstoff gar. waschächt ■ , Ä»08 versenden in einzelnen Metern franoo Ins Haas. Gelegenheitskäafe In Woll- u. Waschstoffen zu reducirten Preisen, Muster auf Verlangen franco. Modebilder gratis. Versandthaus: Oettinger & Co.. Frankfurt b. ®L Separat-Abtheilung für Herrenstoffe: 7695 Stoff zum ganzen Anzug für M. 3.75, Cheviot „ ,, ,, „ „ 5.85. Für Blutarme und Bleichfüchtige. Bon ärztlicher «eite wird geschriebene „Auf Grund von oerfchiedenen Versuchen kann ich behaupten, baß Stntrose ein in jeder Beziehung geeignetes Fleischersatzmittel ist. 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Vettzeugen, Tüllspitzen, Stickereien, seid. Bändern, per Meter 30, 35 Pfg. per Meter 5 IO, 15 Pfg. per Meter 5, IO, 15 Pfg. per Meter 1, 3, 5 Pfg. Perl- und Posamenten-Vesätze re. re. per Meter 5, 9, 12, 15 Pfg. werden, um damit zu räumen, MWf zu außergewöhnlich billigen Preisen verkauft. 10824 SUf* Diese Preise gelten jedoch nur für den einen Tag. Richard Loewenthal Hf Co, Bahnhofstrasse !• Giessen. Bahnhofstrasse 1. Gießener Zitherclub. (WohlthätigkeitS oerein.) SamStag den 27. November, A!»dS. 8 Uhr bei Herrn Gastwtrth Wellhöfer, Schlohg. Kslyt-Mgiikder-Pechmmlimg WetbnachtSbescheerung betr. Um zahlreiches Erscheinen wird dringend gebeten. 1U775 _________________Der Vorstand. (vemüschteAnzei^ Wer rechtmäßige Forderungen an den Nachlaß Karl Brück II. in Albach zu machen hat, wolle solche bis zum 4. December bei Phil. Schmitt in Albach einretchen, da nachträglich cinlaufende Forderungen nicht anerkannt werden. 10838 Vergebung von Bauarbeiter». Die Weißbinder-, Schreiner-, Glaser- und Schlofferarbeiten zu meinem neuen Wohnhause an der Nordanlage beabsichtige ich in Accord zu vergeben. Bewerber wollen Voranschläge und Bedingungen bei den Architecten Herren Stria & Mayer einsehen und mir Angebote bis zum Dienstag den 30. d. Mts. einreichen. Gießen, den 23. Novbr. 1897. 10783 I. Rothschild. GenuOewYork Schnell ■> Postdampfer Linien iwiiechan' reweüMwvorj oriieiiMiery.aÄ x&L Beförderte Passafcierzahl **3, Millionen. WWW Oceanfahrt nach NewYork 6-7 Tage. Bremen-Baltimore Bremen-La Plata Bremen-Brasilien Bremen-Ost-Asien Bremen-Australien. Nähere Auskunft erthellt der Norddeutsche Lloyd, Bremen eowie dessen Agenten. Nfthero Auskunft ertheilt: J. M. SchulhofJ Gieren, 16821 Isidor Sohelhof, Friedberg, Julius Karl, I GrQnberg u. Wilhelm Aoker, Berstadt. I Giessener Stadttheater Sonntag de« 28 November 1897, StachmittagS 4 Uhr: Kindervorstellung Apfelbaum, Erdmännchen und Flöte. Ein Märchen für Jtinber in 5 Bildern. Abend« 8 Uhr: Der Verschwender Original Aauberpofle in 3 Acten von Ferdinand Raymond. Musik von Konradin Kreutzer. Vwrttag »in 29. Rovemder 1897 t Der Gymnasialdirector Gießener Eis-Verein. Diejenigen unserer Mitglieder, welche die Quittungen beim Umgang des Dieners nicht in Empfang genommen haben, können dieselben bis zum Samstag den 27. November einschließlich bei Herrn Friseur Gerhardt, Lindenplatz, abholen. Wer seine Quittung bis dahin nicht eingelöst hat, gilt nach § 9, 10 der Statuten als ausgetreten. Neuaumeldungeu werden daselbst entgegengenommen. Gießen, den 25. November 1897. 10836 Der Vorstand. Angekleidete Pappen. Puppenköpte jeder Art. J. H. Fuhr, Giessen Grosse Weihnachtsausstellung in Kinderspielwaaren 25 Son nenstrasse 25. 10664 Alle Arten Selbst- und Gesellschaftsspiele nach Dr. Georgens Froebel. Dr. Richter'sche Holz- und Stein-Baukasten. Puppenzimmer, Möbel, Küchen und Kuchen- Einrichtungen, Läden, Festungen, Ställe, Theater. 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A.: Schlosser, Pfarrer. Die Beerdigung findet Samstag den 27. November, Nachmittags 1 Ubr, in Staden statt. 10840 Todes-Anzeige. Freunden, Verwandten und Bekannten hiermit die traurige Nachricht, daß gestern Abend 5s/< Uhr unsere liebe Schwester, Schwägerin und Tante Frau Wilhelmine Pfeiffer geb. Damm sanft in dem Herrn entschlaf m ist. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Geschwister. Hießen und Reittirchea. den 26. November 1897. Die Beerdigung findet statt: Sonntag, den 28. d. Ms., Nach mittags 2 Uhr, von bett neuen Kliniken aus. 10842 ÖWOOHOOOOOOOOO D:e beliebten reiuleineneu | Rester-Taschentücher $ Ä das Dutzend Mk. 2.50, Mk. 3 —, Mk. 3.80, Mk. 4,80 H unk Ffc __ fitih michcr rinnctrntrcn. und Mk. 5,—, sind wieder eingetroffen. •••• OOOOOMOOHO Fritz Nowack, Ausüattniigs - kkschäft und Wäscht - Fabrik. 10539 [10677 leere, Skropheln etc. etc. Original-Sch. 4 1,60 Mk. Depot für Glennen die privil. 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