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Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: -chukstraße Ar.1. Fernsprecher 51s AlmtZ- und 2!nzeigcdlutt fuv den Ttveis Gie^eir. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Jamilienölätter. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgege«. Das autonome Cuba. Nach mehrjährigem Ringen haben die Bewohner der Achänen Insel, der Perle der Antillen, das Zugeständniß der Autonomie von der spautschcn Regierung erhalten. General Bianco ist unterwegs, um dir Selbstverwaltung aus Cuba <>nzuführen und die in dieser Beziehung uothwendigen Maß- nabmen zu treffen. EL scheiut also nicht, daß — wie früher beschlossen worden war — der Ausstand erst viedergeworsen werden soll- vielmehr ist die Gewährung der Autonomie so» 1ort tnS Werk zu setzen. Man verspricht sich in Madrider maßgebenden Kreisen wahrscheinlich von diesem Zugeständniß eine gute Wirkung auf das Verhalten der Insurgenten, deren Kraft immer noch nicht gebrochen ist und deren vollständige Unterwerfung, wenn sie überhaupt gelingt, noch ein weiteres umfangreiches Aufgebot an militärischen Machtmitteln de- dingen würde. Ob freilich die jetzt angrboteue Autonomie ainb die tn Aussicht genommene Amnestie jetzt noch die erhoffte beruhigende Wirkung ausüben wird, steht dahin. Vor zwei Jahren hätte die spanische Regierung durch irgendwelche Zu« „estündniffe Alles erreicht- heute aber ist die Erbitterung -unter den cubanischen Insurgenten auf einem solchen Punkte ungelangt, daß sie vielleicht die Hand der Versöhnung rundweg abwetfen. Man muß gestehen, daß die Bevölkerung CubaS einen seltenen Grad von Selbstverleugnung bewiesen hat, alS sie Lange Jahre hindurch die Bedrückungen, welche ihr die Spanier uuferlegtrn, geduldig ertrug. Freilich hat eß an Auflehnungen rind Aufständen auch früher nicht gefehlt, aber dieselben waren Loch nicht so ausgedehnt, daß die «-panier ihr nicht hätten Herr werden können. Die Wunden, die geschlagen worden Sind, die ungeheuren Verluste an Leben und Etgenthum haben sich die Madrider Machthaber auf ihr eigenes Conto zu .chreiben, die haben sie selbst heraufbeschworen. Cnda war eine ertragreiche Insel, sie ist von der Natur mit Gaben überschüttet worden, wie selten ein anderer Erdevfleck. Ein großer Wohlstand hätte dort herrschen müffen, wenn eben die Cultur und der Fortschritt nicht gewaltsam unterdrückt worden wären. Die Spanier hatten daselbst ein Raubsystem eiagesührt, welches -jeder Beschreibung spottet- W llkür und Günstlingsherrschaft waren an der Tagesordnung, rechtlos standen die Eingeborenen den spanischen Bedrückern gegenüber. Spanien wollte aus oer Insel möglichst große Vortheile ziehen, aber Nichts sür dieselbe in wirthschastlicher und politischer Beziehung thun. DaS hat sich surchtbar gerächt und wird der spanischen Regierung hoffentlich eine Lehre sein für alle Zeiten und für alle Verhältnisse. Denn wie eß auf Cuba war, so geht eß auf den übrigen Besitzungen Spaniens, auf Portorico, den Philippinen u. s. w, ebenfalls her- überall handelt sie jetzt nach dem Principe, möglichst schnell und in umfangreichster Weise den natürlichen Reichthum jener gesegneten Colonien auszubeuten, aber keine Mittel dafür auszuwerfen, damit dieser Reichthum auch erhalten bleibt. Die Madrider maßgebenden Kreise sollten daher ihr Augenmerk darauf richten, daß ähnliche Reformen, wie man sie Cuba zugedacht hat, auch auf die übrigen Colonien ausgedehnt werden, wenn diesen vielleicht auch nicht so ausgedehnte politische Rechte zu- erkannt zu werden brauchen. Denn auch Cuba wird die Gewährung der Autonomie allein nicht das ganze erhoffte Ziel bringen- gleichzeitig mit der Selbstverwaltung müffen der vollständig ausgesogenen Insel die Mittel gegeben werden, die uothwendigen Reformen und Berbefferungen durchführen zu können. Denn die Hilfsquellen sind versiegt, die culturellen Anlagen zerstört- die großartigen Zuckerplantagen, welche einen Haupttheil deS ReichthumS CubaS auSmachten, sind verwüstet worden, und zwar meist auf Anordnung deS bisherigen Obercommandirenden der spanischen Truppen, bei Generals Wryler. Dieser Feldherr, welcher glaubte, durch rückfichtS- losestes Vorgehen die Insurgenten unterdrücken zu können, hat sich alö ein sehr verderblicher Reformator bewiesen- er hat in der verhältuißmäßig kurzen Zeit seines Wirkens mehr Schaden angerichtet, als tn langen Jahren wieder gut gemacht werden kann. Aber nicht nur Spanten muß aus den letzten Ereigniffen eine Lehre ziehen, auch andere Colonialländer können sich dieselben ad notam nehmen und danach ihre Maßnahmen treffen- denn die Aufstände, welche die Engländer, Franzosen, Holländer u. s. w. in ihren Colonien zu dämpfen haben, find vielfach nur veranlaßt durch die Unterdrückungen, deren sich die Europäer gegenüber den Eingeborenen schuldig gemacht haben. Hebet die Einzelheiten der auf Cuba einzuKhrenden Reformen ist etwas Bestimmtes noch nicht bekannt. AuS den Instructionen, welche dem General Blanco mitgegeben wurden, geht aber hervor, daß die spanische Regierung in rtchttger Würdigung der Verhältniffe ei als ihre Haupt- aufgabe betrachtet, Menschlichkeit und Gerechtigkeit auf der Insel zur Geltung zu bringen. (xx) Wolffs telegraphisches Correspondmz-Burero Berlin, 25. October. Die am SamStag unter dem Vorsitze bei Staatssekretärs Podbielskt im ReichSpostamte tagende Confereuz der LandwirthschastSkammern und landwirthschaftlichen Centralvereine behandelte dieselben Fragen wie die Confereuz der Handelskammern und kaufmännischen Korporationen, o die Erhöhung deS einfachen Briefgewichts von 15 auf 20 Gramm, Ermäßigung deS Briefportos für den Nahverkehr und der Gebühr für Postanweisungen über niedrige Beträge Die Mitglieder der Confereuz brachten den geplanten Resormen lebhaste Sympathien entgegen und äußerten Spectalwünsche, so auf Fort- fall des Bestellgeldes auf dem Lande. Berlin, 25. October. Der „ReichSavzeiger" meldet: Saateustand im Deutschen Reiche in der Mitte bei October: Stand bei jungen Klees (Luzerne) 2,2. Vorläufige Ernteschätzung für Winterweizen 1720, Sommerweizen 1460, Winterspelt 1420, Sommerroggen 1000, Sommergerste 1560 Kg. pro Hectar. Ja einer überwiegenden Anzahl der Berichtibezirke war wegen ungünstiger naffer Witterung die Herbstbestellung erst zum kleineren Theile beendet. Die eingebrachten Saaten waren theili noch gar nicht aufgelaufen, theils in der Entwickelung zurück. Einzelne Gegenden melden dagegen fertige Bestellung und günstiges Welter. lieber Beschädigung der Saaten durch Ackerschnecken wird fast aui allen Theileu deS Reiches geklagt, so daß stellenweise eine Neubestellung nöthig wird. Der Ernteertrag zeigt nur geringe Abweichung vom Durchschnitt der letzten vier Jahre, nur Sommergerste hat erheblichen Ausfall. Berlin, 25 October. Die „Berl. Neuest. Nachr." con- statiren, daß Mcinungiverschiedenhetten über die Marine- Vorlage an keiner irgendwie in Betracht kommenden amtlichen Stelle bestehen, und daß die beabsichtigt gewesene Veröffentlichung nur tn Rücksicht auf die in der betreffenden Sitzung deS Preußischen StaatiministeriumS im Jntereffe der Vorlage selbst geltend gemachten Anschauungen unterblieben ist. Dresden, 25. October. Das „Dresdener Journal" meldet: Von dem Personenzuge, der fahrplanmäßig um 1 Uhr 37 Mtn. von Bodenbach kommend in Dresden etn- zutrrffen hat, find heute Mittag bei der Durchfahrt tn Pirna die beiden letzten Wagen entgleist. Verletzungen von Personen find nicht vorgekomwen. Infolge deS Unfalles ist das Geleise gesperrt. Der Personenverkehr muß durch Umsteigen aufrecht erhalten werden. toten, 25. October. Wie die „N. Fr. Presse" auS Konstantinopel meldet, taffen sich die Vorschläge der Pforte zur Lösung der kretischen Frage in folgende Punkte zusammenfaffen: Vollständige Autonomie unter der Souveränetat bei SnltanS, Ernennung eines Geueral-Gou- verneuri, der türkischer Unterthan, wenn auch christlicher Religion sein soll, durch den Sultan, Garantie des LebenS und EigenthumS der muselmanischen Bewohner von Kreta, Aufrechterhaltung der tütkischen Garnisonen und Belaffung türkischer Kriegsschiffe an den Punkten der Insel, wo dteS nothwendig ist, Ausübung aller Acte der Verwaltung und Justiz im Namen deS Sultans, Zahlung eines festen, jährlichen Tributs an die Türket und Beibehaltung der türkischen Flagge für alle kretischen Handelsschiffe. Paris, 25. October. Bet verschiedenen Hova-ChefS im Innern der Insel Madagaskar ist dem „Soleil" zufolge ein Wiedererwnchen von Selbstständigkeitsgelüsten unverkennbar. Rewyork, 25.October. Die Seuchen imKlondhke- gebict raffen wöchentlich etwa 50 Personen dahin. Depesche» des Bure«« .Herold.' Berlin, 25. October. Ein Gewinn von 300000 Mk. fiel in der heutigen NachmittagSziehung der preußischen Klassenlotterie auf die Nr. 218959. Berlin, 25. October. Sine große Feierlichkeit findet morgen Nachmittag 2 Uhr beim 1. Garde-Feldartillerie- Regiment in dessen Kaserne statt. Der Kaiser hat bekanntlich den Großfürsten Michael Nicolajewtlsch von Rußland bei seiner Anwesenheit in Rußland ä la suite dieses Regiments gestellt. Morgen Nachmittag wird der Kaiser mit dem Großfürsten dieses Regiment besuchen. Berlin, 25. October. Zu der Absage deS Zaren, den Grobherzog und die Großherzogin von Baden zu empfangen, bemerkt die „Nationalztg.", daß eine amtliche Veröffentlichung über einen so ungewöhnlichen Vorgang auf schwere Zerwürfnisse persönlicher Art schließen laffen. Uebrigens (et auch der Fürst von Montenegro, der sich in Darmstadt aufhielt, ebenfalls vom rusfischen Kaiserpaar nicht empfangen worden. Die „Deutsche Tagcsztg." meint, die Erregung, welche die Ablehnung tn Karlsruhe Hervorrufe, werde wohl nicht aus Karlsruhe beschränkt bleiben, sondern allgemein werden. Und sie werde um so tieser und berechtigter sein, als dem Zaren auch bet seinem diesjährigen Aufenthalt in Deutschland Aufmerksamketten erwiesen worden seien, die allem Anscheine nach übet daS Maß des Nothwendigen und Gebotenen hinauSgehen. Die „Voff. Ztg." ist der Ansicht, daß sich der Großherzog von Baden durch die Ablehnung seines Besuches gewiß schwer verletzt fühle. Die „Post" glaubt die Antwort nach Karlsruhe auf die Ungeschicklichkeit eines Hofbeamten zurückführcn zu müffen, der dem Befehl deS Zaren vielleicht nicht den nichtigen Ausdruck gegeben habe. DaS „Berl. Tagebl." erfährt noch zu der Angelegenheit, daß der Telegraphrndeamte an der hiesigen Börse die Beförderung von Telegrammen ablehnte, welche auf jene auffällige Thatsache Bezug nahmen. Berlin, 25. October. Der hiesige Hof legt heute für die Herzogin von Sachsen-Altenburg die Trauer auf vierzehn Tage an. Berlin, 25. October. Wie die „Nationalzeitung" erfährt, hat der Abgeordnete Dr. Hammacher feinen Wählern an- gezeigt, daß er mit dem Abschluß der gegenwärtigen Legislaturperiode wegen seines Alters auS dem Reichstage und Abgeordnetenhause ausscheiden und eine Wiederwahl nicht aunehmen werde. Berlin, 25. October. Der deutsche LandwirthschaftSrath hat für den wirthschaftlichen Ausschuß, welcher zum Zwecke der Vorbereitung und Begutachtung handelspolitischer Maßnahmen gebildet werden soll, folgende Herren als Vertreter der Landwirthschaft vorgeschlagen: ReichSrath Freiherr v. Soden (Bayern), Gras Kanitz (Ostpr.), v. Frege (Sachsen), Domänenrath Rettich-Rostock (Mecklenburg) und Oecouomie- rath Winkelmann (Westfalen). Köln, 25. October. Der „K. Z." wird aus Berlin gemeldet: Die Stelle eines Hofberichts der „Karlsruher Zeitung", wonach der Zar den Besuch des Großherzogs von Baden abgelehnt habe, wird in weiten Kreisen leb- hasteS Bedauern Hervorrufen. ES unterliege keinem Zweifel, daß dem Zaren die Absicht ferngelegen hat, dem hochverdienten Fürsten eine Kränkung zuzufügen, aber die Thatsache der öffentlichen Mittheilung dieser Ablehnung beweise, daß der Beschluß deS Zaren in Karlsruhe als eine Kränkung empfunden wurde. Jedenfalls bleibe die auffällige Form zu beklagen, die gewählt wurde, um einem reinen HöflichkeitSact aus dem Wege zu gehen. Die „K. Z." meint, der Vorfall sei nicht anders zu erklären, als daß er auf einer Verstimmung beruhe, die zwischen den beiden benachbarten Höfen von Heffen und Baden bestehe. Der Kaiser von Rußland habe Rücksicht zu nehmen auf die Wünsche deS Hofes, dessen Gastfreundschaft er zur Zeit genieße und der dem badischen Besuche abgeneigt gewesen sein muß. toten, 25. October. Auf dem Raugirbahnhofe zu Schwechat entstand gestern eine Explosion mehrerer Centner Kohlensäure. Einige Waggons gerieten in Braud. DaS Feuer konnte erst nach fiebenstündiger anstrengender Arbeit bewältigt werden. Der Schaden ist sehr bedeutend. Rom, 25. October. Die Regierung beschloß den Ban zweier neuer Kriegsschiffe erster Klaffe, welche je 28 Millionen Lire kosten. Paris, 25. October. In Marseille hat die große Getreidesirma Mendel FräreS ihre Zahlungen eingestellt. Die gerichtliche Liquidation ist eingeleitet. Die Passiven betragen 6 Millionen Francs. Der Pariser Platz ist mit P/g Millionen betheiligt. Paris, 25. Dctober. Die 1876 eingegangene „Cor re- spondence ESpagnola", baß osficielle Organ Don Carlos, hat wieder zu erscheinen angefangen, um, wie fie erklärt, der Welt über bevorstehende große Thaten der Carlisten- Partei getreu zu berichten. Madrid, 25.October. General Weyler telegraphirte an die Regierung, er werde vor seiner Abreise keine Manifestation dulden, welche einen regierungsfeindlichen Character trage. Dem amerikanischen Botschafter Woodford wurde eine Protestnote übergeben wegen der Flibustier-Expeditionen, welche die amerikanische Regierung nicht verhindern kann. Konstantinopel, 25. October. Die Vorschläge der Pforte zur Lösung der Kretafrage find folgende: Vollständige Autonomie der Insel unter Suzerenität deS Sultans, Er- nennnng eine! GenetalgouverneurS, der jedoch türkischer Aaterthan fein muß, durch den Sultan, Garantie für das Leben und Eigenthum der muselmanischen Bevölkerung, Aufrechterhaltung der türkischen Garnison und der türkischen Kriegsschiffe. Penta, 25. Oktober. General Eanevaro hat mehreren Mitgliedern der kretenfischen Versammlung erklärt, daß die kr et en fische Frage binnen einem Monat gelöst sein «erde. Gr hat ihnen die verficherung gegeben, daß die Insel eine vollständige Autonomie erhalten werde. Rewyork, 25. Oktober. Der Expreßzug von Mil- wauke nach Newhork ist verunglückt. Lokomotive und fünf Wagen fielen in den Hudsonfluß. 28 Personen find ertrunken. Die Ursache deS Unglücks ist in dem Einsturz einer Mauer zu suchen. Berlin, 26. Oktober. Ueber eine Strafexpedition der achten Compagnie der Schutztruppe für Deutsch Ostafrika in da» Hinterland von Lindt und Mtkindani hat der Führer der Expedition, Premier-Lieutenant Engelhardt, einen Bericht erstattet. Nach demselben wurde der Zug ausgeführt, um künftigen Einfällen der Wangoni vorzubeugen. Bet den Verhandlungen mit den Häuptlingen mußte zur Verhaftung der- felbeu geschritten werden, da auf gütlichem Wege die Herausgabe der in den letzten Jahren geraubten Menschen und Güter nicht zu erreichen war. Die am meisten schuldbeladenen fünf Aktda» bezahlten einen Fluchtversuch aus dem Lager mit dem Leben. Wie», 26. Oktober. Erzherzog Franz Ferdinand ist gestern Abend nach der Riviera abgeretst. Petersburg, 26. Oktober. In der ganzen Stadt graffirt die Diphteritis. In einigen Wochen erkrankten 203 Personen, wovon 73 starben. *n6 prwinjicU« «ieße», den 26. Oktober ** Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung Donnerstag den 28. Oktober 1897, Nachmittags 3»/, Uhr pünktlich: 1. Ueberficht über fern Bestand der städtischen Schulen (als Mittheilung). 2. Die Prüfung der Löber'schen Stiftsrechnung pro 1896/97. 3. Der Voranschlag derselben Stiftung pro 1897/98. 4. Erläuterung ^__^kvifiouSbemerkangen zur Rechnung der Armenkaffe für 1895/96; hier: RevifiouSbemerkung Nr. 6. 5. Die Auf- "ahme des Ernteertrages pro 1897; hier Kostendecretur. 6. Umänderung von Straßevcandelabern in der Moltkestraße und in der Südanlage. 7. Voranschlag der katholischen Kirche für 1898/99. 8. Gesuch des Fritz Teigler um Er- laubniß zum Wtrthschastsbetrieb im Hause Rodheimerstraße 2. 9. DeSgl. des Friedrich Lehrmund für das HauS Liebig- straße 64. 10. Die Eanaltsation der Stadt Gießen. **H. Stadttheater. Ein recht auSgelaffener Schwank, eigentlich schon wehr eine tolle, mitunter derbe Burleske war es, die hier gestern Abend unter dem Namen „Bock- fprünge" über die Bretter ging. Nach französischen vor- bildern haben die Berfaffer (P. Hirschberger und E. Kraatz) ein überaus gewagtes Motiv ziemlich ungenirt verarbeitet; die Gefammtwirkung des Stückes ist jedoch auf lachlustige Leute eine außerordentlich starke, fo daß wohl überall damit ein durchschlagender HeiterkeitSerfolg erzielt wird. Als Kernpunkt der ganzen Mache, die ja weder literarische noch künstlerische Ansprüche erfüllen will, muß daS wissenschaftliche Problem von der Bluttransfusion herhalten, welches in seiner Anwendung geschwächte und alterSmüde Personen zu ver- jüngen, heißblütige dagegen abzukühlen im Stande ist. Ein amerikanischer Profeffor kommt nach Berlin und übt diese Kunst der Bluttransfusion an zwei Versuchsobjekten: Herr Rentier Grünewald, ein tugendsamer alter Pantoffelheld auS Treuenbrietzen, dem der Profeffor das Blut eines jungen Ziegenbocks einimpft, verliert daS bequeme Phlegma deS Alters und hüpft wie ein Böcklein unternehmungslustig-verliebt herum, umgekehrt wird das zweite Object, ein feuriger, eifer- süchtiger Ungar in seiner Liebesraserei gezähmt durch Ein- impfen einiger Tropfen Schafblut, so daß er nun friedfertig und sanft einherschreitet. Die Tochter des Rentier Grünewald, der in seinen alten Tagen Bocksprünge machen lernt, hat sich mit einem jungen Berliner Maler verlobt. Da nun ber biedere Treuenbrietzener Schwiegerpapa in spe vom Berliner Künstlerleben durch Romanlectüte curiose Begriffe gewonnen hat, nach welchen jeder Künstler ein „verhältniß" haben muß, fo darf der künftige Schwiegersohn, ein nüchterner, arbeitsamer Mensch, nicht eher heirathen, bis er in Gegenwart fce« aus seine RomanweiSheit verseffenen Alten die Liaison mit seiner Geliebten gelöst hat. Ein Freund deS Malers, Schauspieler Felix, findet Rettung durch Unterschiebung einer talfdjen „Pouffade" mit einer leichtlebigen Operettendiva, die sich der höheren Kunst widmen will. Im Beisein deS Alten spielt ne mit dem Maler die gerade studitende Scene ander Gamelienbame, wo Marguerite von ihrem Armand scheidet. Der Treuenbrietzener nimmt jedoch daS Spiel für Ernst, ist gerührt und erklärt, daß solch ein Liebespaar, wie der Maler und sein „verhältniß" nicht getrennt werden darf und seine Tochter verzichten müffe. Diese verblüffende Scene im Boudoir der Ehansonettenfängerin und da» dort sich ab- spielende Hin und Her der Personen, die wahllos bald herein- stürmen, bald hinausfliegen, entscheidet den vollen Sieg des Schwankes. In diesem zweiten Act geht alles so auSgelaffen lustig zu, daß man über die Unwahrscheinlichkeiten der Situationen unter Lachen hinweggetäuscht wird. Im Schluß- act folgen die unausbleiblichen Aufklärungen, Versöhnungen und Verlobung. Da» Ganze ist gepfeffert mit erlaubten und gewagten unerlaubten Wortwitzen und Späffen. — Der Darstellung gelang c», den Ubermüthigrn Ton der Handlung mit Glück festzuhalten. Herr Liebscher als Rentier Grüne- wald war von wirksamer Komik und ansteckender Lustigkeit doch darf da- eingeimpfte Meckern nicht in „mäh — mäh" a» Wirkung verlieren. Als deffen Frau Auguste war Fräulein Natusiu- vorzüglich im Spiel, nur gelang ihr nicht, mitunter mit Ernst die tyrannifirende Hausfrau glaubhaft zu machen. Fräulein Budowöka al- Tochter Annie war keine natürlich muntere Naive, ihr fehlten die Molltöne der Liebhaberin. Herr Fellner zeigte sich gestern als Advocat Häufer von besserer Seite. Ein MehrauSfichherauSgehen in Sprache und natürlichem Spiel und feine Gantöre wird gesichert fein. Herr Böhm al- Maler Freimann, sowie Herr Janson al- Schauspieler Felix waren in ihrem Fach im richtigen Fahrwaffer. Als tranSfufionirender Profeffor Löwenstrom war Herr Forsch, al» Kunsthändler Klettke Herr D o s e r von bester Wirkung. Eine pikante Chansonettensängerin war Fräulein Würdig; ein temperamentvoller heißblütiger Ungar Herr Fritzschler, der in Extase aller« dingS die Worte im höchsten DiScant, wie am Spieß steckend, herauSpreßte. Eine etwas pathetische, sonst wirkungsvolle Schwiegermutter gab Frau Kruse. Die übrigen Rollen waren durch Fräulein Berner, Fräulein viotti, Fräulein Winterstein und den Herren Albrecht und Keßler ver» treten. Der Beifall äußerte sich nach jedem Act in stürmischer Weise. Eine Wiederholung wird auf alle Fälle ein volle- HauS sichern. • • Stadttheater. Heute, Mittwoch, wird „Bocksprünge", welches am Montag einen durchschlagenden Erfolg erzielte, wiederholt. Donnerstag findet das Gastspiel de- Herrn Georg Hacker vom Darmstädter Hoftheater statt. Derselbe gastirt in Goethe- „ßgmont" in ber Titelrolle. • • Verhaftete vaukdiebe. Die „®off. Ztg." meldet au- Hannover: Bei dem versuche, 4000 Mark Serbische amortisable Anleihe zu verkaufen, wurde in einem hiesigen Bankhause ein Mitglied einer internationalen Diebesbande verhaftet. Derselbe führte für ca. 100000 Mk. weitere gestohlene Werthpapiere mit sich; er weigert sich hartnäckig, seinen Namen anzugeben. • • Spott. Herr Karl Keil, Mitglied de- Ersten Gießener Stemm- und Ring-Club, Besitzer der Meisterschaft von Heffen im Wett- und Dauerlauf, errang am verflossenen Sonntag zu Bornheim nach schwerer Coucurrenz den ersten PreiS im Wettlauf. Da» Präsidium de» Landesverbandes ber Krieger- vereine in Hessen hat beschloffen, bie alljährliche ver- theilung ber ConfirmattonSgeschenke ber Victoria-Melitta- Stiftung statutarisch zu regeln und mindesten- 19pCt. Volks- Waisen zu berücksichkigen. — Die Nachricht, daß auch im nächsten Jahre eine veteranenlotterie in Hessen veranstaltet werden sollte, ist unrichtig. Da- Präsidium der „Hasfia" erklärte es für unthuulich, bereits im nächsten Jahre wieder mit einem Lotterie Gesuch vorstellig zu werden. •• Oberhesfische Bahnen. Den „N. Heff. Volk-bl." wird aus Oberhessen, 21. October geschrieben: Aus der Bahn« linie Gießen—Fulda, die ein wichtiges Verbindungsglied nach Thüringen bildet, soll ein zweite- Gelei- gelegt werden, da sich der Verkehr auf dieser Strecke seit Uebergang in die hessisch.preußische Verwaltung mehr wie verdoppelt hat. Ob auch die Linie Gießen—Gelnhausen, die den Verkehr nach Bayern vermittelt, ein zweites Geleis erhält, ist noch nicht bestimmt, wohl auch schwierig, weil aus dieser Linie mehrere größere Tunnel- sich befinden. Wie verlautet, soll im Lause de- nächsten Jahre- die Perronsperre auch aus den ober- hessischen Linien eingeführt werden. •• Die erste Bernttheilnng eines Detailreifenden, ber bie Kundschaft „ohne ausdrückliche Aufforderung" besucht hat. Der Geschäftsreisende einer Firma in Osnabrück hatte drei Privatpersonen in Lemförde ohne Aufforderung zweck- WaarenverkaufS besucht. Freilich hatte der Reisende angefragt, ob sein Besuch genehm ist, worauf aber eine Antwort nicht erfolgte; der Besuch ist aber auch thatsächlich nicht gewünscht worden. Auf die Anzeige eines Concurrenten beim Centralverbaude für Handel und Gewerbe in Hannover stellte dieser Strafantrag bei ber kgl. Amtsanwaltschaft in Diepholz, woraufhin ber Geschäftsinhaber in Osnabrück vom Schöffengericht in eine Geldstrafe von 25 Mk. und zur Kostentragung verurtheilt worden ist. ** Zum Capitel „Gesauguißarbeit" gab bie „Darmst. Ztg." dieser Tage folgende Erklärung ab: „Unter der Überschrift „Zur Hebung des Mittelstandes" ober „Zur Coucurrenz ber Gefänguißarbelt" unb ähnlich haben vor einiger Zeit mehrere hessische Zeitungen Artikel gebracht, bereu wesentliche Behauptung darin bestand, daß die Ber- waltung deS hiesigen GefängniffeS die daselbst hergestellten Bürstenwaaren zu Schleuderpreisen in Vertrieb bringe und durch diese Unterbietung der freien Arbeit den Mittelstand in empfindlichster Weise schädige. Die hierüber gepflogenen Ermittelungen haben ergeben, daß die für die Bürstenwaaren de» GefängniffeS angesetzten Engrospreise zum Theil höher, jedenfalls aber nicht niedriger sind, als die Engrospreise der einheimischen Bürsteu-Fabriken, daß also von Schleuderpreisen nicht die Rede sein kann. Insbesondere ist eS unrichtig, daß, wie die- in einem der Artikel angegeben war, die Gesang- nißverwaltung Darmstadt fast bei allen Submissionen den Zuschlag erhalte. Insoweit in dem fraglichen Artikel besonder- Lieferung von Bürstenwaaren für die hiesige Garnison- Verwaltung und die Irrenanstalten in Heppenheim und Hofheim angeführt waren, hat sich ergeben, daß für die Garnison-- Verwaltung hier und die Irrenanstalt in Heppenheim die Ge- fängnißverwaltung überhaupt noch keine Bürstenwaaren geliefert hat. Die Versendung von PreiSverzeichniffen ber Bürstenwaaren an Privatpersonen, bie keinen Bürstenhanbel treiben, war ohne Kenntniß ber AuffichtSbehörbe erfolgt und ist für bie Zukunst untersagt worben." *• Ein solch wunderbar schone» Herbstwettet, wie wir e» zur Zeit noch haben, gehört fürwahr tu die Zeitungen. Man hat schon mehr schöne- Octoberwetter gehabt, ober baß eS so warm unb so anhaltend schön gewesen, deffen wiffeu sich nach unserer Information wirklich die ältesten Leute nicht zu erinnern. Don größter Bedeutung ist diese einzig gute Witterung für die Herbstbestellung ber Felber. Alle Stoppelfelder vermag ber Laubmann umzupflügen und wie ganz ander- liegt da- Ackerfeld im vergleich zu de» naßkalten Herbsten anderer Jahrgänge. Daß aber diese gute Cultur deS Boden- für bie fommenbe Saat bie erste Bebingung ihre- GebeiheuS bilbet, ist zweifellos. „ES ist eine Lust, In diesem Herbste im Felde zu arbeiten", sagte un- ein bejahr- ter Landwirth, und der Mann hat Recht. Würden nicht die früh hereinbrechende Dämmerung, die kahlen Bäume unb der in allen Schatttruogeo leuchtende Wald un- mahnen an dazu Ende gehende Jahr, man könnte sich in den Sommer versetzt glauben. Kein Wunder, daß bei solchem Wetter die Erdbeeren von Neuem anfaogen zu blühen und bie Gänse- blümchen frisch auf ben Triften sprießen. WaS der naßkalte September un- vorenthaltev, der October zahlt e» reichlich beim. Wiesen und Kleefelder bieten infolge des warmen Wetter- reiche Weide und letztere- gibt Gelegenheit für da- Dieh, sie gut au-zuniitzen. Wenn die Wetterregel: wie der October — fo der März, wahr bleibt, so haben wir für da- kommende Jahr endlich wieder einmal einen echten FrühlingSmonat zu erwarten. •* Wetterbericht. Das barometrische Maximum behauptet seine Herrschaft über dem größten Theile von Europa unb hat sich fein Kern von Scanbinavien südwärts noch etwa» ausgedehnt. Relattv nieder Druck lagert über ber BiScaya- See unb dem Mittelmeer. Da» Weiter ist in Central- Europa meist heiter, aber ziemlich kühl. — voraussichtliche Witterung: Fortdauernd heiter und kühl. Friedberg, 26. October. Am Sonntag den 31. Oktober findet die Grundsteinlegung des wiederherzustellendeu Theile» unserer Kirche statt. Offenheim, 25. October. Heute feierte Herr Gemeinde- rechner Maul zu Offenheim in voller Rüstigkeit feinen 80. Geburtstag. Vor 27 Jahren wurde ihm daS Amt eine» Gemeinderechners für Offenheim und Bauernheim übertragen, welches er in dieser langen Zeit pflichttreu verwaltet hat. Harbach. 26. October. (Telephonmelduug.) Bei der ■ gestern stattgehabten Bürgermeisterwahl wurde ber seitherige Bürgermeister, Herr Georg Münch III., ein- stimmig wiedergewählt. Gewiß ein Zeichen ber Beliebtheit, deren sich ber Wiedergewählte unter feinen Mitbürgern erfreut. □ Ruppertenrod, 25. October. Daß da» Kleehüter. immer noch eine gefährliche Sache ist für da» Rindvieh trotz der vorgerückten Jahreszeit, beweisen zwei neuerding» hier vorgekommene viehunfälle. In dem einen Fall wurde eine Kuh, die tagsüber auf dem Klee geweidet hatte, während der Nacht so dick, daß sie gestochen werden mußte; sie scheint aber wieder aufzukommen. Schlimmer verlief ber anbere Fall. Auch hier hatte die Kuh auf dem Klee geweidet, am Abend drohte dieselbe zu zerplatzen, so stark zeigte sich bei ihr der Windfang. Die Kuh mußte geschlachtet werden, immerhin für einen Mann, der auf zwei Fahrkühe angewiesen ist, ein bemerkenswerther Verlust. § Grebenhain, 25. October. Dem Jagdpächter ber hiesigen Gemarkung wurde ein Wildschaden angtmelbet. Ein Obstbäumchen bes Adam Ufinger soll, obwohl mit Schutzvorrichtung versehen, von Rehen entrindet worden fein, so daß e» zu Grunde gehen wird. Im Sühneversuch konnten fich beide Parteien nicht einigen, und ist bie Sache an bie Sachverständigen-Commission gegangen. Uftnger beansprucht 25 Mk. für ba» Obstbäumchen. Man ist in den Kreisen der Waidmänner gespannt auf den Ausfall dieser Entscheidung. Lauterbach, 25. October. In diesen Tagen wurde die Wirthschaft in Eisenbach wieder eröffnet und ist damit ein ersehnter Wunsch vieler Lauterbacher, welche immer gerne uach ber so herrlich gelegenen Stammburg ber Freiherren Riedesel wanberten, um bort zu kurzer Rast einzukehren und einen kühlen Trunk zu nehmen, in Erfüllung gegangen. -h- Altenstadt, 25. October. Ein sehr trauriger Fall ereignete sich gestern Abeub am östlichen Eingang unsere» OrteS. Ein junger, kräftiger Maun im Alter von erst einigen zwanzig Jahren, welcher zu Beginn ber Herbst- arbeiten aus dem Odenwald hergekommen war, um fich al» Taglöhner bet dem hiesigen Gastwirth Rahn einige Mark zn verdienen, wollte bei feiner Rückkehr von der Rübenzucker- Fabrik Stockheim während ber Einfahrt in den Ort von bem Wagen vorn absteigen, kam aber hierbei infolge eine» Fehltrittes, wie ber Betreffenbe selbst später aus feinem Schmerzenslager bem Arzt noch angeben konnte, zu Fall, und bie Räder des mit Rübenschnitzelu schwer beladenen Wagens rollten ihm über den Unterleib. In bewußtlosem Zustande wurde er in die Behausung seiner Herrschaft verbracht, wo ihm sofort durch Herrn Dr. Kullmann die mögliche Hilfe zu Theil wurde. Außer unverhältnißmäßig starkem Blutverlust und einer Zertrümmerung der Beckeuknochen auf ber einen Seite, constatirte ber Arzt so schwere innere ver- letzungen, baß er von vornherein jebe Hoffnung auf Wiede» - Herstellung des Patienten aufgab, unb noch in berfelben Nacht um 3 Uhr ist denn auch ber Bemitleiben-werthe bereits seinen fürchterlichen Qualen erlegen. Gestern gebuchte er wieder in sein Elternhaus nach Weiten-Gesäß zurück- zukehren. □ Darmstadt, 25. October. Der zweite Vortrag de» Herrn 0r. Ferdinand Noack am heutigen Abend galt dem großen griechischen Bildhauer PheidiaS und seiner Schule, vordem erwähnte er in kurzen Zügen den Maler Polygnot, auf den die ersten Ansänge zur griechischen Landschaft-Malerei zurückgehev und der durch eine Anzahl neuer Typen die Kunst bereichert hat; et versteht, in seinen Darstellungen die Freunde bi- zum stummen, thränenlosen Schmerz ebenmäßig zum Ausdruck zu bringen. PheidiaS selbst schuf seine Werke In dem damals die erste Seemacht im Mittelmeer bildeoben, auf dem Höhepunkt ber politischen Macht befindlichen Athen, in bem Athen de- Euripides, AeschyloS, Sophokles unb anderer großer Dichter. Sein Zeus von Olympia läßt in den betreffenden Münzbildetw unb bet Beschreibung des Pausania» — bei den Au-grabungev 11 OW1' _ Phtidio nahmt/ bei Olympia, MUtde die ta Parthe PheidiaS I tm Boden sehen. Z> Vedaillov! da- i° erinnert. Lemoia r eine -kl» ptt Ka-tb S-logna be| »itfelung de in einer ? -artheno der Forschn wohl von v Lompofiiior punkte biete 6er tlgentli e'ner Zelt, geschaffen u namentlich ersterer mi Urania nsn schon den 1 sogen. Orpl verfeinert derer bei Peloponnes mit diese hc lebte Bortra -k- Ar früheren Jak angeordnet, deutschen Re solle. Gewi genommen; tag fällt, hc lichen Raffe: Tamitag bi kenrhe Gerniheime braudt vo △ Ke vorgekomvei Acteonaierfö oünungi ouiht, bringi Hi tlärung. Einzelheiten, Dit tzkhuld a Der 9 Jahr 189! Bürgermeister Harbo ta Bick J Wasch? »I Heute Cdif * ladenrein Mmi ^Uabenrein I ♦ ÄS ♦ Ato.,,7 onn ♦ »ehto enuig ♦LAnfe,o : N Hin LSr it. «n,1 «n bt ah. d uns J kn 6« i fo, ta »Ith *’ ?oben »Ir |t" ftÄ* w »inna, >« Hm tn und kühl. •"«'«ehnSLOw, Wtttt Hin @lml„, ,a" »Wrt ftfat: n tvurde ihm das §c ri® und Laukrnhiii D «eit pfltchttrku c!v | onmelbung.) Bei kr'' terwahl wurde la I rg Münch DL, tic. Zeichen der BeltebP ; er leinen Mitdürzen Daß darKleehSttt ] sür da- Rindvieh nc; zwei neutrbingi hi» ' einen Fall wurde eine | idel halte, «ähnud dn \ en mußte- fit schein! er verlief der anlrn em Ritt geweidet, a i fiat! jtlgtt sich bn gtfdjlaiiitt Verden, I KahMe aagtaitfir m Jagdpächter btt chadeu au%tmt\btt. 1, ibti wvtden \tto, s° Mnmrsuch tonnten ist dir Sache au lii i. üsinger beausprut! n ist iu deu Sretseu dki >ll dieser Sutscheidun^ eseu Tagen wurde in' ; eröffnet und ist ban" |er, welche imwer gtw rmburg der Areihen» r Rast eiuzukehreu ml füllung gegangen, fio sehr traurtgil am östlichen MM l Maua im Alter von iu*ntoK iw»«■ “ V b N« >W 7 I w 1« wil",,r L i« w "! Id, »w “Vn l-b-° «Äfis * > LL« V I*««t innere Dtl »5*« f SS .SSrf* mritt SorNaS * Dct " Abend b helltigeee |fl(I Ihblll«» “" >• W” E" 8tl,d|l|t': Infi«1 fi d.. ‘“'C »f* in Olympia fand man nur Bruchstücke der BafiS der Statue — PheidiaS' hohe Schule erkennen. Bon ber früheren An- "°vme, ber Zeus von Otricoli sei eine Copte bes ZeuS von Olympia, ist man jetzt abgtkommen. Im Jahre 438 v. Chr. tornrbc bie Golbelfenbein-Statue ber Athena ParthenoS im Parthenon geweiht, bie leider ebenso wie ber Zeus bes PheidiaS im Alterthum schon verschollen ist. Die Eintheilung im Boden an ber Stätte bes CulturbildeS ist nur noch zu sehen. Zwei noch vorhandene Statuetten und zwei kleine Medaillons geben eine Borstellung von dem großen Werk, daS in Gewand, Haartracht ufw. noch an die ältere Kunst erinnert. Ein drittes Werk des PheidiaS ist die Athena Lemnta von 450 v. Chr., die einzige Statue der Göttin ohne Helm (Original in Bronce), bezüglich deren wir auf zwei Nachbildungen der Figur und einen prächtigen, in Bologna befiadlichen Kopf angewiesen sind. Die weitere Entwickelung der Kunst des PheidiaS führte wahrscheinlich noch zu einer Vertiefung und Verinnerlichung derselben. Die Parthenon-Sculpturen find nach dem heutigen Stande der Forschung nicht von PheidiaS,- die Sculpturen waren wohl von verschiedenen Künstlern, der Entwurf der ganzen Lompofition aber von einem Künstler. Bezügliche Anhaltspunkte bietet nur der in Paris befindliche sogen. Torso Medici, oer eigentlich ein gekünsteltes Werk ist und von PheidiaS zu einer Zett, da der Z?uS von Olympia entstand, wohl nicht geschaffen worden fein kann. Bon PheidiaS' Schülern find namentlich AlkameneS und AgorakritoS zu erwähnen, ersterer mit verschiedenen Werken (Diskuswerfer, Aphrodite Urania usw.), die zu den unbekleideten Statuen des PaionioS schon den Uebergang bezeichnen, letzterer vielleicht mit dem sogen. OrpheuS-Relief. Die Schule hat die Kunst drS Meisters verfeinert, sie reicher und freundlicher gemacht, aber die Höhe derer des PheidiaS nicht erreicht. Mit dem Ende der pelopounefischen Kriege sank Athens politische Macht und damit diese hohe Kunst. — Der durch viele Darstellungen be> lebte Vortrag fand wieder reichen Zuspruch und Beifall. -k- An8 Starkenburg, 24. October. Aehnltch wie in früheren Jahren hat daS Finanzministerium auch Heuer wieder angeordnet, daß Ende October eine Statistik über die im deutschen Reiche umlaufenden Münzsorten ausgestellt werden solle. Gewöhnlich wird der 31. October als Normaltag angenommen- da dieser Tag aber dieses Jahr auf einen Sonntag fällt, hat die Aufnahme der Baarbestände bei den öffent- lichen Kaffen und den bedeutenderen Privatinstituten auf SamStag den 30. October zu erfolgen. Bensheim, 24. October. Die Leiche des bei der GernSheimer Fähre jüngst verunglückten Fuhrmannes Hillen- b raubt von hier wurde gestern bei Oppenheim gelandet. △ Mainz, 25. October, lieber den hier vor Kurzem vorgekommenen Fall, daß ein Angeschuldigter in Folge einer Actenunterschlagung Seitens eines Schreibgehülfen 6 Monate ordnungswidrig in Untersuchungshaft behalten wurde, bringt jetzt die amtliche „Darmstädter Zeitung" eine Erklärung. Dieselbe bestätigt das Vorkommniß in allen Einzelheiten, wie eS von den Blättern geschildert wurde. Die Schuld an dem höchst bedauerlichen Vorkommniß wird I In der amtlichen Darstellung lediglich dem verbrecherischen I Thun des Schretbgehilfen beigemeffen, indem die Untersuchung ergeben habe, daß andere Beamte kein Vorwurf treffe. Der auffällige Umstand, daß man bei einer Revision deS Unter- suchungSgefängniffes nicht auf den vergeffenen Untersuchung»- gefangenen aufmerksam geworden, wird in der amtlichen Mittheilung damit erklärt, daß der letztere sich selbst niemals über die lange Dauer seiner Haft erkundigt und auch keinerlei Beschwerde dieserhalb erhoben habe. Nach mehrwöchentlicher Erkrankung deS GefanguißverwalterS habe dieser selbst deu UutersuchungSgefangenen zu einer Beschwerde veranlaßt, worauf die Sache bet einer Revision deS Beschwerdebuchs zur Kennintß des Gerichtes gekommen sei. — Soweit die amtliche Darstellung. Wie wir hören, wird die Sache von verschiedenen Abgeordneten zum Gegenstand einer Interpellation in der zweiten Kammer gemacht werden. Mainz, 26. October. DaS 23 jährige Dienstmädchen Marie Hofmann aus Lipporn, in Mainz bedienstet, ist vor der Strafkammer der fahrlässigen Tödtung angeklagt. Am 19. August war die Frau Pr-Lt. Müller mit ihrem ältesten Kinde nach dem Niederwald gefahren, die beiden jüngsten Kinder in der Obhut der Angeklagten zurücklaffend. Die Köchin war für den Nachmittag in die Mefle beurlaubt worden, während die Angeklagte außer der Bewachung der beiden Kinder noch die Wäsche der Kinder in der Küche zu besorgen hatte. DaS 2V,jährige Kind Ilse befand sich während dieser Zeit bei der Angeklagten in der Küche und spielte mit ihrem Puppenwagen- die Angeklagte hatte auf den Boden der Küche inzwischen einen Topf mit heißer Seifendrühe hin- gestellt. Plötzlich hörte sie jämmerliches Schreien des Kinde»- auf ihr Umwenden entdeckte die Angeklagte das Kind mit dem Rücken in dem Topf heißen Waffer» liegend. Trotz aller sofort von der Angeklagten angewenderen Mittel und trotzdem auch der Arzt alsbald erschienen war, konnte daS Kind nicht mehr gerettet werden. Es starb später an deu Folgen der Verbrennung. Die Angeklagte war vollständig außer sich vor Schmerz und auch heute in der Verhandlung konnte man ihr noch tiefen Schmerz über den Tod deS Kindes an- sehen. Herr Staatsanwalt Dr. Jungk beantragte 14 Tage Gefäugniß. Die Bertheidigung, Herr Dr. Zuckmaher jun., beantragte Freisprechung. DaS Gericht konnte ein Verschulden bei der Angeklagten nicht finden und sprach dieselbe frei. Frau Pr.-Lt. Müller beglückwünschte unter Thräuen daS unglückliche Mädchen zu seiner Freisprechung. Bingen, 22. October. Ertrunken ist gestern Abend zwischen 9 und 10 Uhr dahier der Maschinenmeister Th. Feldmann, 34 Jahre alt, verheirathet, aus Dortrecht, von dem z. Z. hier lagernden Güterboote „William Egau 6". Der Verunglückte hatte sich an Deck begeben, plötzlich hörte seine im Schiff wohnende Schwägerin einen Fall, fie eilte hinaus und konnte den Ertrinkenden noch sehen- sofort an- gestellte Rettungsversuche blieben erfolglos. Die Leiche konnte bis jetzt nicht geländet werden. Es kann sich der ganzen Sachlage nach nur um einen Unglücksfall handeln. *•* Alzey, 25. October. Gestern wurde das neue Bankgebäude des Vorschuß, und Credit-Vereins zu Alzey durch eine einfache Feier dem verkehre übergeben. Allerdings war nur ein kleinerer Theil von den 600 Mitgliedern erschienen, um nach dem Abschied vom alten Hause in feierlichem Zuge fich nach dem Neubau tu der Unteren Bleiche zu begeben. Nachdem Herr Bürgermeister Dr. Sutor den Schlüssel au« den Händen der Bauleitung empfangen, übergab er ihn, in längerer kerniger Rede die Bedeutung des Werke» für den Geldmarkt darlegend, au den Director de» Vereins, welcher das Hau« öffnete und zur Befichtigung einlud. Besonderes Jntereffe erregte natürlich das feuer- und dtebSfichere Gewölbe, daS auf gewachsenem Boden errichtet, rings von einer circa % Meter dicken, mit Eisenstäbeu vergitterten Beton- schicht umgeben ist. Der Neubau kostet 74000 Mark. * Marburg, 25. October. Die Königin Margherita von Italien verlieh dem Jäger-Bataillon Nr. 11 ihren NamenSzug mit der Krone. * Brüssel, 25. October. Gestern wurde in einem Hause an der durch den Wald von VtllerS bei Namur sührendeu Straße ein 86jährtger Greis, dessen verwittwete 50jährige Tochter und die 24jährige Tochter der letzteren ermordet aufgefuoden. ES liegt ein Raubmord vor. Univerfifäts - Nachrichten. — Heidelberg. Der .Franks. Ztg. wird berichtet: Für den verstorbene Chemiker Professor Victor Meyer ist noch kein Nachfolger ernannt. Im neuen Semester wird der langjährige Affistent MeyerS, Professor Gattermann, über anorganische Chemie lefen, in die übrigen Fächer «heilen fich die Herren Jannasch, Auwers, Goldschmidt und Knöoenagel. Privatdocent Graf du Moulin wurde zum Professor der Geschichte ernannt. Verkehr, Land- nnö Vottsroirthschaft«, Gieße«, 26. Ociober. Marktbericht. Auf dem heutigen Gochmmerkt kostete: Butter pr. Pfd. Jt 0,90—1,00, Hühnereier or. St. 0 2 St. 14—16 H, Enteneier 1 St 0—00 H, Gänse- eier pr. St. 00—Oü 4, Käse pr. St. 5-8 Käsematte pr. St. 3 *, Erbsen pr. Liter 18 H, Linsen pr. Liter 27 H, Stuben pr. Paar X 0,50 bis 0,70, Hühner pr. Stück 1,00 bis 1,20, Hahnen pr. Stüct -X 0,d0—0,90, Enten pr. Stück .* 1,50—1,70, Gänse pr. Pfund X 0,44-0,54, Ochsenfleisch pr. Pfd. 66-74 H, Kuh- und Rindfleisch pr. Pfd. 60-66 H, Schweinefleisch pr. Pfd. 64 bis 72 4, Schweine- fleisch, gesalzen, pr. Pfd. 76 <4, Kalbfleisch pr Pfd. 60—64 4. H«mmelfleisch pr. Pfd. 50—66 4, Kartoffeln pr. 100 Kilo 4,10 bi» 4.75 X, Weißkraut pr. Stück 0--QO 4- Zwiebeln pr. Eentne- X 4,00—5.00, Milch vr. Liter 16 Wasche mit Luhn’s Wasch Extract! Sparsam und billig, ohne Schärfe! — Anzuwenden ohne Seife, ohne Soda! — Kein Aoschmieren der Wäsche nökhig! — Zum Reinigen der Haus- und Küchengeräthe, Treppen rc. äußerst beliebt! Ueberall in Schachteln ä Vs Pfd. zu haben. — Bitte versuchen. 168e IfeSÄnstoffeESS Derlange Wbu - mH Angabe b. Qctouiifdjttn. ““ private. Mao von Eiten & Keussen. Crefeld. Bekarmmmömng. Der Borauschlag für die Gemeinde Harbach für das Jahr 1898/99 liegt vom 29. d. Mts. an 8 Tage lang auf dem Bürgermeisterei-Bureau dahier zur Einsicht der Interessenten offen. Harbach, den 26. October 1897. Großh. Bürgermeisterei Harbach. __Münch. 9927 Versteigerungen. Mittwoch, den 27. Art. 1. 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