iso» den 27. August reit Zweites Blatt. efbir Petry. chratisöeitage: Hießen« Kamilienölätter. ‘Rädchens fest >üge f die n (Srutii. lens gesorgt. bs Fran, )• Lebner. Lahn 30. August, Hand stecken lasten. (Fortsetzung folgt.) «'bnfzborden mit ebenden Plüscb- 'lem Kleiderrand L’schen Borde die reinigen eie die he Vorwerk’scbe deren Absehlnse. rten durch einen und fast nnver- „Vorwerk“ veröd vielen minder- ...»«** K * $ O K S K K »em» Vierteljährig« KVonnementspreisr 2 Mark 20 Pfg. eit Bringerlohn. Durch die Post bezogei- 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Kchntstraße Ar.7. Fernsprecher 51. eubet & isSSs IW- (21. sas»***" riiE „ tuiiiSchen, _ 'NK. >--g° hi«. *; ^nd. ^ätt er W zstiid,r rtätje 43«l rÄ für Port Mk.-.30. , -.15. 2e Sehmidtsi rfurt. hniss grat n. frc. Der geheuer Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme de- MontagL. Die Gießener KamitienblLlter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. •Br. Hannover. 24. August. Die 26. Wander- > Versammlung deS Deutschen Ph oto graphen-Ber- einS wurde heute Morgen 9 Uhr durch den Vorsitzenden Schwier - Weimar eröffnet. Als Vertreter der Sta Hannover begrüßte Senator Fink in herzlicher »eise-die Versammlung. Nach dem hieraus erstatteten Geschäftsbericht traten in Folge der Lübecker Prämiirungsangelegenheit eine Anzahl Mitglieder auS, indesten hob sich durch Neuaufnahme di? Mitgliederzahl wieder auf 868. Hierau schloß fich eiue Reihe Wahlen für verschiedene VeretnSgeschafte. Als Pre S richt» sür die mit der Wanderversammlung verbundene AuS. stellung wurden gewählt: Profestor Bruno Meher-Berlin, Brosestor Mohrmann-Hinnover, Photograph Rosenthal Guben, Rentier Festge-Erfurt, Fabrikant Schultz-Lüne- dura, Photograph Kloppmann- Wilhelmshaven und Fabri« Mt anbe”® .Dre,d-° Borstand-feitig wurde der « et über den Congreß der „Association Litteraire et Artistique ■Internationale“ in Monaco, über die Einrichtung der g '- vlanten deutschen Photographenschule in Weimar, Über unlauteren Wettbewerb, über wilde Ausstellungen re. Einer der wichtigsten Beschlüsse war die hierauf folgende afl dloc-Annahme der von einer dazu gewählten Commission ausgestellten Satzungen sür eine Sterbekaste deutscher^Photo- nrapben. Mitglied dieser Kaffe könn« außer den Mitgliedern deS Deutschen PhotograPhenvereinS werden, welche die Photographie einschließlich der Neben- 0 -werbe zu Erwerbszwecken auSüben. Em auf die Haltung i« „Deutschen Photographen Z-itnng" Sericht-t« An.ru» oab Veranlaffung zu einer längeren Debatte. Die zum Be schloß -.hobelten Wünsche gingen dahin, in Zu NN d ° Er- jrterung persönlicher Angelegenheiten nach Möglichkeit zu ver meiden. Hiermit schloffen am ersten Tage die Verhandlungen. Um 12V2 Uhr wurde die gut beschickte Ausstellung durch den Vorsitzenden eröffnet. Nach Besichtigung derselben folgte eia gemeinschaftliches Esten und darauf eine Wagrnsahrt durch den hannoverschen Stadtwald, die Eilmriede. Mit einem Besuch deS Tivoli schloß der erste Versammlungstag. • Ueber da, Vergnügen der Taubenschietzerei im mecto« buraiickeu Seebad H eiligendamm wird dem „B. £• «nnahmc von Anzeigen zu der Nachmittag« für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi» Norm. 10 Uhr. jeder Größe, jeder Farbe und jeden Alters auf.die in großen, sogen. „Taubenböden" gehalten werden. Futter er s ballen die armen Thiere nur so viel, wie unbedingt nöthig ist, um sie vor dem Verhungern zu bewahren, denn sie^sollen weder fett noch auch kräftig werden, damit sie dem „Schützen" nicht allzu rasch entfliegen. Von den zusammen- aevserchten Thteren werden an den einzelnen Tagen deS Schießens je nach Bedarf 200 bis 300 in Kasige gesperrt und nach dem Schießplatz tranSpornrt. Dieser ist ein idyl lisch zwischen alten Buchen in der Nähe der rausch-nd-n See belegen-« Plätzchen mit einem jierltch gebauten Hanse un gedeckten Wandelgängeni Restauration, Garderobe u. s. «. iebleu nicht, und auch sür G-leg-nd-it zu einem Spielchen ift gesorgt. Bor dem Hause dehnt sich eine haldkr-i-förmige Ra^uaulage au«, au, welcher sich fünf weihe Quadrat- -r- h-b-n l-» sind die« di« Klappen, au« welchen die Tauben h-raurkri-ch-n. Zu diesen Klappen führen nämlich schmale, unterirdische Gänge im Rasen; in diese werden di- Tauben binetuges tzt, und sobald ein Ang-st-llt-r einen W-chanismu- in Bewegung s-tzt, öffnet sich eine Mappe; -in-Taube, noch halb blind von dem Ausenthalt im Finstern, ^t"t u paar fdusi in di- Höhe, drr Schuh kracht, und die „sportliche That ist vollbracht. Der Vorsall wiederholt sich innerhalb -imr Stunde 50 bis 60 mal. Da nur au« -in-r Ent,-rnung v°n etwa 10 Metern geschoßen wird kommt °i° °°°st°"d«ger Fehlschuß selten vor, zumal da faft nur geübte Schütze» an den Schießen theilnehmen. Riesengroß ist dag-ger> di- Zahl der krank geschoßenen Tauben. Ueberall an den Wegen und am M-eresus-r findet mau dann nach einigen Stunden die armen blutenden Thiere. Mitleidige Damen und Kinder heben manche von ihnen auf, andere verkriechen ßch. >"Mw-r liche Klagelautc aukstoßeud, tu« Dickicht, den zerschoßenen Flügel au«breitend, oder im s-uch.-n Gras- Kühlung suchen . Hunderte von Tauben verhungern in dieser -lenden W- s-, einige stad noch im Stande, di- Schlag- von T°ub-nb-fitz-rn zu erreichen, und e« ist gerade rührend, zu sehen, wie die Tauben di-s-r Schläge die Ankömmling-, w-Ich- der b°d-n. l°s-u Rohheit gelangweilter Menschen zumOpfer gefallen fiud, füttern und pflegen. — Auf dem Schießplatz g h>t e inzwischen bock her. ES werden unter den „6atmlie«n hohe Wetten entriert, und während die armen unschuldigen Thiere unter den größten Qualen verhungern, rollt dort das Gold und die Kastenscheine fliegen. Nun mußte der Hauptmann die Geschichte von der 9amve rum besten geben und alle lachten. Frau Bohmke nur^sah etwas frostig drein: sie fand die Erzählung von dem Mittagsschlaf und dem Brummer unästhetisch. Aber daS entsetzliche^Quartier l Roch eS denn da nicht fortwährend nach Pferden und thranigem Leder? > Na, freilich. Soll Jan GraSmück sein Geschlrr mit Nasenöl schmieren, was?" lachte Stengleiu. „Und ein Pferde- tall ist schließlich keine Eau de Oologne-Fabrik, theuerste ^°^Di-"th-u-rst-»°hmk- drückt- ihr Spttz-utuch au di- Ra,-. Ich denke mir so etwas fürchterlich." Nun, man stirbt nicht daran, und daß Entgegenkommen der Hausleute ist einem in der Regel «ehr werth als aller Comfort. C’est la guerrel“ sagte Pollhammer achselzuckend. „Das ttft| C«6 gtQU (Sonfut Stengleiu, eine -iwa-"?orPuLt- Dam-, b-i, iud.m si« ihr- H-k-larb-st st, den,Schoß finken ließ, „dennoch verstehe ich nicht recht, wie mau Sie bei GraSmückS uuterbringeu konnte — „Und uns den Hauptmann voreuthielt. Nicht wahr, Papacheu?" neckie Litty. ^Bstt«"skhr, Papa! Hast Du nicht noch u°« auS-ind-rg-l-tzt, di- Hauptl-utk feien so richt die Strebe ^"^"„O,"wtt°arm-N Lieutenant« I" !°ufjie Flattrich. Pollhammer hatte währenddem einen Blick iu die Qu tierliste geworsen. Nun reichte er dies-lbedem „Hauptmann von Pollhammer bei Consul Stengle Pferd bei Fuhrherr GraSmück" stand da. Nee so waS!" rief Stengleiu. A-r verflixte Ser eavt," knirschte W"»tiuiä ttt Set Mensch hatte sich verschriebene Quartierbille.« . «in „attirtei Schiss. Der Grand-nz-r „Gesellige" WUMM ft nierbei -rh-beu fich die flachen Kuppeln der drehbaren Pauzerthiirme, au« denen die langen Roh« von vier G^ schützen nach Hlck und Bug hiuau«rageu. Aber »°$ “““* Andere«, als diese kriegsmäßige Bereitschaft, erregt die Auf m-rkiamk-it d-S fich nähernden Beschauer«: -tue Anzahl auf "-r Commaudobrücke stehender Offiziere, die -usi-erk -'m 'n »etne svähen. Leider ist dem stolzen Kriegsschiff nur noch^ein Dasein von wenigen Tagen beschiedeu, dann liegen seine Trümmer aus dem Grunde des MeereS. Denn eS st das alte abgetakelte norwegische Barkschiff ^Drafe , we che» hnrt fVüt ein alter Kasten, der künstlich in ein Kriegsschiff !"wL °wor°d"n u™ »ei der b-vorsteh-ud-n großen Seeschießübuug als Zielobi-et für d e Granat u unferer KrteaSschsß« zu dienen. Der graugestrichene fioU auSfcola sind die drohenden Geschützrohre °°d fef-cht«. Lst'eu, dtt^ommandobrücke und Laufstege Au« Ble^flnd ifie VanrertbÜrme und der Schornstein und schließlich auf Hö.k°gLe'P°bierpvppen find die stolzen Gesta.-U er Offiziere. Di- Schießübungen gegen tiefe 81"-/»°'» ‘9«“ vom Lande, thetl» von d-n Schiße» de« Geschwader« au« statt. Das „feindliche Krteg«schiß" wird au eine»etwa 1000 Meter langen Stahltrvße von '"'"DambflrglchPP- Die Schießübungen erfolgen, um f-stzustelleu, auf we ch Entfernung ein den KÜft-ubef-ftigung-n ß-b «uh»»de« feind liche« Geschwader wirksam beschoßen werden kann. D f ; Hebuna bei welche, zur Mark-rung weiterer KriegSfchiffe ; nach mihrere mächtige schwimmende Scheiben dienen, wird sich in den nächsten Tagen vollziehen. konnte. Da« bekam Erich °. Pollhammer io in der ^sten halben Stunde diese« Septemb-rabend« und Kurt Bohmke, ein hochaufgeschoßene« Exemplar lan wtrtblicker Eristenz, der in seinem unmenschlich hohen Hemd tt°Än (blau mit rosa) fortwährend einem Erstickungsanfalle au-g-setz schttn , erört rte dazu immer von Neuem uud würgte ^on ein" 'paar „Allerding-, Sehr gut, Herr Hauptmann," wie der Wolf am halb "^'ffind-°Sie'nich"daß die sungen Leute heutzu.ag- etwas'sthr unbeständig find?" fragte Frau Bohmke im Laufe d-r Unterhaltung. „Zumai beim Militär--34 f»8' d-Ü fungeu Mädchen immer: Kinder, nehmt Euch vor i-ei--- lei Tuch in Acht." Pollhammer mußte lachen. „Gnädige Frau vergeffen, daß ich setvfl Di- gnädig- Frau warf da, iPltz- K °» -mp° . „Ausnahmen, H-r, Hauptmann, «u«uahmen. «ich fiE Ihr« Stimm batte nämlich wirklich etwa« dem Krah n eine« Hahne« Aehnliche«. „Wenn ntan erst Hauptmann ist, be”n (tnn^^ntan höro de bataille ? - Danke ergebenst." "„Aber nei» da« hatte ich i« g-- »««* " -Ä schlimme Erfahrungen °°"°^u -ohmie' warf dem Kecken einen bitterböf.n Blick zu und hüllte sich in den Panzer kalter R-ser°i-theit> „Sie vergeßen, Herr Lieu.euant, daß Sie zu einer E«^7,L»"'aßVn"diesem Augenblick etwa« dazwischen '“"'•Ku Ä«Ä Herrn Haupt- mann^kd-r Dach-grube geholt. Uvd ob Herr Haup man lauge bliebe. GraSmück« gingen s°»ft »>» rtUfen Und für die schöne Lampe thäten sie M besten« ' bedanken. Gießener Anzeiger Keneral-Mzeiger. rlints- «nd Anzeigeblatt für den rtrei» Bietzen üTäruwnrnr.Bur.aur d-S In- unb «uelanbre 1 «n»-ig-n f8r d-n Feuilleton. Kitty «nd Litty. eine Manoo-rg-schicht- von Hermann Birk-nseld. (4. Fortsetzung.) Stenalein war offenbar ein Biedermann, der nicht- Rechte« zu thun und zu solchem Geschäst Zeit in Fülle hat e - auck führte er — daS merkte Pollhammer gleich eine anständige Cigarre und schien in jeder Hlaficht alS Quartier» rolttb für Hauptleute wie geschaffen. Für Lieutenants in» llinlite er wohl weniger, denn daS Geplauder zwischen seinen Töchtern und dem Seconde Flattrich beobachtete er offenbar mit stillem Argwohn. Seine Frau half ihm dabei, wenn ihr auch eine ordnungsmäßige Dofis mütterlicher Eite kei aus den Augen strahlte. Du liebe Zeit - zweierlei Tuch l Nebenbei: daß Hugo v. Flattrich bei Kitty und Litty sämwt. liche Register seiner Courschneiderei aufzog, war ihm durchaus^nicht zu verargen: Litty, die jüngere, war e n Made^ einfach zum Anbeißen - leicht, zierlich, Jiftnm CÄaQr und einem gesundheitathmenden Teint, der keiueswrg kär dtt Nothw-ndigk-it -ine, „Milchkur" Iptmch. Dazu neckisch lebhaft, sprühend bi« zur Pikanterie. Wenn da ein ®,c ube - und wenn der Premidrstern noch 1° »°he °-i» wie bei Flattrich - Ei-bl°ck bleibt, na, daun taugt d r Kerl eben nicht«. Die ältere Schw-st-r ga der jüngeren nicht« nach: Litty eine kaum im ersten Schmelz sich b-r Leben«.Maisonne erschließende Kno-pe^- Kftiy dl- formen,art und farbenprächtig entwickelte Biüthe. Auch fi dunkel, wennschon mit einem kräftigen Tonfall in, Blonde. Ein wenig stiller al« Litty, lag eine ftoige Anmuth über ihrer ganzen Art, ihren Bewegungen, ihrer Sprache, den Blicken der rehbraunen Augensterne. ^°be erschien a e an ihr schlicht, wahr, ungekünstelt und ungesucht, was den braven Pollhammer gleich gefangen nahm, s war wie eine love at first sight. Den schwächsten Eindruck machte ihm Frau Bohmke nebst ihrem Sohne. Er war ihr Einziger »nd fie die letz geborene von Flammry, deren der Erdball fich rühmen Ä e ■ ® garantirt soliüe, SeKhnsleHisse " EäröTTeisTe"«.“ CrefeM Fried« Fussbodenanstrich IMöerlroffen \ Toilelte-Cream Nur echt mit den Apotheken Marke Pfellrlno nriu„Pfeilrlflg- 7647J 3 Zimmer nebst Zubehör und Wasserleitung zu verm. Asterweg 28. 8 Mobiliar-Dttsttigkrullg Conrsberlcht Pro«»» 1887 7949 101, Frkf. Ldw.Cred.Bk. unk. b. 1900 10L5t dto. Dasmft. Seiten 156.00 l Oesterr. Eredit-Actien 309 37 Linie B Linie O Technikum Mittweida Linie D Rebocthn: A. Echeyda. . ---------------- v •__w io* ~ ®n“f “* Berta, bar »r°h,iq« m, Gtrinbnatod (Pi- filgfiiben Ta 4 3 3 20 Frankm-St. Engt. Sovereign« Dollars in Gold Schönheitsmittel und zur Hautpflege. 87.05 104.25 22 35 92.30 34 00 101.50 1C0.60 101.— 4‘/i Oesterr. Sllberrmte 4 Ung. Gold-Rente 3 Portugiesen 6 Mexicaner 4 Monopol-Griechm von Freitag, den 27. August d. Js., Nachmittags 2 Uhr, werden im Bieker'schen Saale, Neu. stadt 55 dahier, folgende Gegenstände gegen Baarzahlung versteigert: 1 ovaler Tisch, 1 Schreibtisch (eichener), 6 Polsterstühle, ein Actenregal, 1 vollständige, elec- irische Schelle, Tische, Stühle, Sessel, Commoden, Kleiderschränke, Betten, Weißzeug usw. I. 21.: Schneider, Ger. Taxator. SF Zache jfnnö- oder Hrrrschaftsgut. Krauerci oder indußr. werben W eHcni|llfi 1 7551] Ein möblirteS Zimmer zu ver- miethen. Kren,platz 18, fvermischteAnzeigen'l Wirth uab Metzger. Für eine frequente Wtrthschaft, oer. bunden mit Metzgerei, in bester Lag- Gießens, Neustadt, wird em solider, cautionSsähiger Wirth und Metzger als Pächter gesucht. Offerten unter Nr. 199 an die Er- peditton dieses Blattes. 7927 meatß abgelöst hatte. Gewiß, in den «nsang'ftadieu ihrer Entwickelung wollte die Maleret io christlichen Landen über« Haupt nichts anderes sein als die gehorsame Dienerin der Kirche. Dann kam die sormenreine und farbenleuchtende Epoche der Renaissance, d e fich hauptsächlich um den CultuS bet Schönheit bemühte. Wohl schmückt auch sie vorzugsweise daS Innere der Gotteshäuser und Papstgemächer, aber die Tendenz zum blühenden, glühenden Lebensgenuß kann sie nicht verleugnen, auch wenn eS sich um die Schilderung biblischer Ereignisse handelt. Die schmerzvolle Mutter, welche am Stamm des Kreuzes von unendlicher Pein gefoltert zu ®obtn sinkt, tritt zurück gegen den Typus der strahlenden, siegreichen Madonnen, die sich, umschwebt von einer Engels- glorte auf Wolkenpolstern wiegen, und ebenso muß die Um» gebung, in welche der Herr sich begibt, nur zu oft den Character eines großen äußeren Gepränges aufwetsen. Man denke nur an Paul BeroueieS „Hotzeit zu Kanaan." Daun kommt für Deutschland in der religiösen Maleret die Zett der abftracten Nazarener, die fich von der Farbe wieder zu der tadellosen Reinheit der Linie zurückwenden und ihren Gestalten wohl einen gewtffen Adel, aber nimmermehr die Frische deS unmittelbaren Lebens zu geben vermochten. Dieses frisch pulfirende Leben will man nun heute auch wieder für die Welt des Neuen Testaments zurückerobern, doch im anderen Sinne als die Renaiffavce es that, das Leben, nicht wie eS fich in Schönheit darftellt, sondern wie eS sich auf der Wahrheit aufbaut. Man will wieder die innere, die ewige Wahrheit der ChristuSgestalt und der ChristuStdee in den Bildern aufleuchten laffen. Als die gleiche geht sie durch die Jahrhunderte und stellt fich doch zu jeder Zeit in ein besonderes persönliches Lebensoerhältniß. Unsere modernen Maler empfinden ähnlich wie der fromme Sänger deS altsächfischen Heliand,- sie wollen Jesum nicht aus idealer Ferne, sondern auS den bekannten Verhältnissen des Alltagslebens auf fich wirken laffen. Fritz Uhde hat mit dieser Richtung den Anfang gemacht. Auf seinen Spuren find Exter, StuSk u. A. weiter. Zwiebelkuchen Montag«, Mittwochs und Freitag«, von 9 Uhr ab. 6433 _______k>. Noll, tzofbälktr. geschritten. Herr Anton von Werner überhört eutschtedei, den socialen Mahnruf der Zeit, wenn er an den mobernei Chrtstusbildern nur den Mangel an Idealismus constatiier kann Es giebt kein höheres Ideal als die Wahrheit. Unt °uS einem inneren WabrheitSdrange heraus find die meisten der modernen religiösen Bilder geflossen. Gerade in der Leipziger Kuvfthalle kann man diese Beobachtung macker Derselbe Geist, welcher Mox Kretzer seinen Rowan »Das Gesicht Christi" und Hermann Sudermann seinen „Johannes der Täufer" schreiben ließ, lebt in dem Bilde von Ferdinand PauwelS „So Ihr mich von ganzem Herzen suchet, werde ich mich finden lassen." In einem breiten Ltchtstreifen erscheint einem sterbenden Krieger daS trostreiche Antlitz de? dornengeklönten Christus. E'u anderes Bild „Die Kreuzabnahme Christi" von Papperitz ist ebenso einfach wie packend gehalten. Neben diesen Thatsachendildern schiebt fich bann eine andere Klaß- nach, die in der Malerei ungefähr die nämliche Stufe ein- nimmt wie in der Poefie die Gedavkrnlhnk. Eine der ori- ginellsten Ausstrahlungen dieser symbolischen R'chtung bf. jtidjnet Max KltngerS Gemälde „Christus im Olymps dem man einen ganzen Saal eingeräumt hat. Man kann über diesen Gegensatz zwischen antiker und christlicher 8Bdi rote er hier in bekannten Typen, in räumlichen Nebeneinander Aufstellung gefunden hat, ganze Commentare schreiben, nack- dichten und um dichten, denn nicht immer möchte man sich widerspruchslos der Auffassung Klingers beugen. Aber Io biel stehl fest, daß hier ein Künstler den großartigen Versuch gewagt hat, mit seinen AuSdruckSrnitteln und zwar ganz verschieden von allen bisherigen dogmatischen und tranScendentra Betrachtungen, den Sieg deS Nazareners über die in Marasmus befindliche antike Götterwelt zu schildern. So, wir Klmgrr fie hier darstellt, pflegte man fich die griechischen Gottheiten ehedem nicht zu denken. Das ist ntchr mehr die lebensvolle Herrlichkeit, welche noch Schiller feiert, da« ist die richtige Göiterdämmerung. Dtt -ir-tver A ertönt; tnit Ausnai SRonta Di- Sicl FebiMischk FchkiiWk (in EiSpackung) 4551 etngetroffen bei J. M. Schulhof, _________________Matttftraße 4. 103.80 98.25 10190 000.0. 101.60 Bekanntmachung. Samstag, den 28. August l. Js., vou Nachmittags 4 Uhr an, sollen auf dem Vieh- Marktplatz links am Neustädterthor versteigert werden: 30 Pappelstämme, 19 Haufen Pappel-Knüppelholz 5 Haufen Pappel Stöcke und 12 Haufen Reiser. Gießen, den 25. August 1897. Großh. Bürgermeisterei Gießen. I. V.: G eo r gi. 7947 Bernstemlacksarbe, hochglänz., üb. Nacht trock., lose gern. 90 Pf. Hpirituslackfarbe, § hochglänzend, sof. trocken, lose gern. 75 Pf GnÜMMalter,MäusburglZ 7835] Eine Wohnung mit Wasserleitung per 1. Oct, zu verm. Schützeustr. 4. Wittwe Hassan, Hoflieferant Frankfurt a. M. empfiehlt feinste Java-Mischungen JL 1.60, 1.70 und "0p-r Pfund netto, sowie Chinesischen The- in te . währtesten Sorten, lose und m allen Packungen. 7013 Niederlage bei Eberhard Dort, Giessen. Städtischer Arbeitsnachweis Gießen. Garteustrasse 2. < 8".E ®'^l bet werden. m, w ®one gesp ®pannun0 puppen tz ^°lte. e?' eln« Sv 0 gerne * * -rhnlte? ?^bar, i(, Stt ft* ■ Feuilleton. Moderne Stsdtebilder Leipzig. II. Reisebrief für den „Gießener Anzeiger". (Nachdruck verboten.) M. Die Kunsthalle gehört zu den größten SehevS« Würdigkeiten auf der Sächsisch-Thüringischen Gewerbe-Au-- stellung. Nach der brausenden Sinfonie, welche das Sausen er Schwungräder, daS Klopfen und Hammern der Hunderte von Mechanismen in den Maichinenräuwen veranstaltet, umfangt uns hier in dem weißen, reinen Kuppelbau, zu welchem das Licht nur gedämpften Zutritt hat, der tiefe, zur inneren Sammlung lockende Friede einer gegen den Außen- lärm abgesperrten Stätte der Musen. Bei der Fülle und Häufigkeit der internationalen Ge- maldeauSstellungen ist daS Publikum nachgerade etwas müde und stumpf geworden, und um eS wieder zum Genießen heranzuziehen, bedarf eS vielleicht weniger ausgesuchter Reiz. Mittel als eines vornehmen und freien Sinnes, der in solcher Ausstellung keinen Bilderjahrmarkt, sondern einen mit gelautertem KunftgefÜhl hergerichteten Tempel baut. Wir können in Leipzig die siebzehn Säle der Bilder- Ausstellung in der Kunsthalle in aller Gemächlichkeit durch- wandern,- nichts treibt zur Hast und zu jenem erschöpfenden Zagen, das schließlich den Kopf mit Schwindelgesühlen belastet. Eine Thatsache, die mich in den letzten Jahren schon öftere beim Besuch moderner Ausstellungen gestreift hat, ist mir gerade jetzt in Leipzig und bald darauf auch in Dresden immer stärker ins Bewußtsein gedrungen: das starke, innere F, ™&/ das die moderne Kunst zu Christus gewonnen bat. Man könnte vielleicht meinen, eigentlich sei kaum je eine Periode in der Malerei gewesen, welche fick von den Gestalten und Vorgängen der Schrift alten und neuen T.sta- 7885) 3 Zimmer mit Zubehör und Wasserleitung sofort beziehbar. Ä Unverzagt, Steinstr. Procal 3% Deutsche Reich Sanl. 3 Preuß. ConfolS 3% Gr. Hessische Obl. 4 Stadt Darmstadt o. 1891 Stadt WormS unk. b. 1901 74031 2 Zimmer mit Küche Im Nebenhaus für 12 Mark zu vermiethen. ____________Marburgerftratze 22. 6365] In meinem Hause, Mastanlage 19 ist vom 1. October ab eventl. auch früher der untere Stock, 6 Zimmer mit Zubehör, zu vermiethen Dr. Zinsser. • I M o « t < II t Brüt «etb A ärztlich empfohlen iÄfran,!fi%r13!trf4ni‘t- per Liter flasche JL 2—, sowie französische Cognacs unter Originalverschluß in verschiedenen Preislagen. 7014 F. Dort, Wallthorstrasse 45. m J. Kurz & Co., Giessen, SitzipUkiP « _ . Frankfurter Börse vom 25. August 1897. an I JHS Kmez. Banknoten 20.35 I 20L2 Oesterr. 4.20 । 4.18 Americ. Gutachten. Das Haarwaffer von Better enthält der damit angestMen Analyse zufolge durchaus keine den Haaren nachtheilige Materien; ihre Bestandtheile find vielmehr solcher Art, daß von dem Gebrauche des Mittels eher ein wohl- thätiger Einfluß auf das Wachsthum der Haare zu erwarten ist und ftebt daher ihrer Anwendung keinerlei Bedenken entgegen. 722 München, 7. September 1867. (L. 8.) Dr. K. K. Wittstein. Zu haben A 40 Pfg. u. Mk. 1.10 bei st^uhr, Sonnenstraße 25. Crtrf Stil 80.90 170 00 4.16 Oest«r. Staat,bahn v. 18852 00 00 4 Eisenb. Rentenb. Obl. Jtal. staatßgar. Eismb. 6800 4 Buderu? Obl. 7921J Mansardenwohnung von vier Zimmern mit Zubehör zu oermiethen. ___Schreiner aiatel, Bruchstr. 7900] Zwei große Zimmer mit Zubehör zu vermiethen. _______________Krofborferstr. 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