«r. 123 Der Hietzener An,eiger erscheint täglich, mit Ausnahme des Montags. Die Gießener A>«mitie«vtL1ter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Erstes Blatt_______Donnerstag den 27 Mai_____________________ Gießener Anzeig er Kenerat-Unzeiger. IS»* 1» Vierteljähriger ASonncmentspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Kchutstratze Ar.7. Fernsprecher 51. Amts- unb Anzcigetlertt für den Ttveis Gieren. Hratisöeitage: Hießener Kamilienötätter Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de» folgenden Lag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. Alle Annoncen-Burraux deS In- und Auslandes nehme» I Anzeigen für den „Gießene-r Anzeiger" entgege«. Amtliche» Thell. Bekanntmachung. Nachdem der Ausbau des Riegelpfades vollendet und die Straße für den Verkehr freigegeben ist, wird die mit Bekanntmachung vom 9. April l. I. angeordnete Sperre aufgehoben. Gießen, den 25. Mai 1897. Großherzoglicher Polizeiamt Gießen. v. Bechtold. Bekanntmachung. Die Kirchftraste vom Klrchenplatz dis zur Wetzstein- gaffe wird hierdurch vom nächsten Freitag den 28. l. MtS. bis auf Weiteres auch für den Fußgängerverkehr polizeilich «efperrt. Gießen, den 26. Mai 1897. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. v. Bechtold. Deutsche* Reichstag. 282. Sitzung. Dienstag, den 25. Mai 1897. Die Berathung der Handwerker-Vorlage wird fortgesetzt. Es wird zunächst die namentliche Abstimmung über den Antrag Auer zu 8 1001 wiederholt (auf Wiederherstellung der Regierungsvorlage, also Schließung einer J"nung8 Krankenkasse, falls durch dieselbe die Leistungsfähigkeit einer OctS-Krankenkasse gefährdet wird). Für den Antrag stimmen 65, dagegen 141 Abgeordnete, der Antrag ist also abgelehnt. Bei § 100o hat die Commission die Bestimmung der Vorlage gestrichen, daß der Haushaltsplan der Zwangstnnungen der Genehmigung der Ausstcvtsbehörde oedarf und daß letztere event. Ausgaben in den Etat der Innung etnstellen kann, soweit ihr dies zur Erfüllung der Aufgaben der Innung erforderlich erscheint. Ein Antrag des Abg. Richter auf Wiederherstellung dieser Bestimmungen wird abgelehnt. 8 100s handelt davon, unter welchen Voraussetzungen sich die Innung auf eigenen Antrag wieder auflöfen kann oder muß. Nach der Vorlage: auf Antrag von mindestens drei Viertel der JnnungS- vlitglieder. Die Commission hat die Voraussetzungen noch mehr verschärft. Ein Antrag Richter, die Auflösung schon auf Antrag d.r Hälfte der JnnuvgSmitgltedrr etntreten zu lasten, event. wenigstens die Vorlage wieder herzustellen, wird abgelehnt. Mit 8 103 beginnen die Vorschriften über die Handwerkskammern. 8 103 h, Bestellung eines Staatscommissars für jede Kammer, beantragt Abg. Richter zu stretchen. Die Bestimmung wird aufrecht erhalten. Weiterhin beantragt Abg. Richter Einschaltung eines neuen Paragraphen analog der f. Z'. vom Reichstag in das Retchswahl- pffetz aufgenommenen Bestimmungen zum Schutze des Vereins- und Versammlungsrechts in der W-chlzeil. Es bedürfe solcher Kautelen um so mehr, als die Partikuiargesetzgebung sich anschicke, weitere Einschränkungen des Vereins- und Versammlungsrechtes zu schaffen. Abg. Stadthagen stimmt dem durchaus zu. Die gewerblichen Fachvereine winden, sobald sie einmal gesetzgeberische Fragen behandelt hätten, von der Rechtsprechung als politische Vereine angesehen. Was nütze den Arbeitern das Wahlrecht zu den Gesellen- ausschüssen, wenn sie behindert würden, sich zur Besprechung und Vorbereitung der Wahlen zu vereinigen und zu versammeln. Abg. Kropatschek (cons.) kann die Analogie mit den Retchs- togswahlen, wo doch über Alles solle gesprochen werden, nicht anerkennen. Abg. Hitze (Ctr.) erklärt stck gleichfalls gegen den Antrag. Wenn man auf diesem begrenzten Gebiete dergestalt vorgehe, werde eine allgemeine Regelung des Vereins- und Versammlungsrechts nur hinausgeschoben. t Unterstaatssecretär Lohmann glaubt nicht, daß die verbun- bdcn Regierungen geneigt sein werden, auf eine solche thetlweise Regelung des Vereins- und Versammlungsrechts, wie der Antrag sie fordere, einzugehen. Der Antrag wird abgelehnt. Bet 8 103i, Deckung der Kosten für die Handwerkskammern, ordnete die Vorlage die Verthetlung der Kosten auf die Handwerksbetriebe an. Die Commission Hal dies gestrichen, die Gemeinden als Träger der Kosten bezeichnet und event. auch die H ranztehung des Staates als zuläss g erklärt. Abg Richter beantragt Wiederherstellung der Regierungsvorlage. WaS seien das für Selbstoerwaltungsorgane, die nicht einmal ihre eigenen Kosten aufbrächten? Es fehle doch auch nicht an hinlänglich bemittelten Handwerkern! Und wie würden die Kammern wirthschaften, Secreläre anstellen rc., wenn eoerrt. der Staat die Kosten trage! Abg. Hitze (Ctr) erklärt sich mit dem Anträge einverstanden. Der Antrag Richter wird sodann fast einstimmig angenommen. Angenommen wird auch ein Antrag Richter auf Wiederherstellung deS von der Commission gestrichenen Satzes in 8 100n, wonach die Handwerkskammern die Kosten zu erstatten haben, welche eitwa durch ein von ihnen an andere Handwerkskammern oder an Behörden ergangene Ersuchen diesen erwachsen sind. Mit 8 126 beginnen die Bestimmungen über Lehrlingsver- h ältnisse. Ein vom Abg. Stadthagen beantragter Zusatz: volljährige Lehrlinge haben das gleiche Vereins- und Versammlungsrecht, ivte volljährige Gesellen, wird abgelehnt. Ein fernerer Antrag Stadthagen will untersagen, daß Lehr- [fcnge innerhalb der regelmäßigen Betriebszeit zu häuslichen Dienst- jitstungen herangezogen würden. Abg. Hitze gibt dem Antragsteller zu bedenken, daß der Lehrling dann um so mehr Abends, nach der BetriebSzeit, zu solchen Diensten verwendet werden würde. Abg. Zu bei 1 (Soc.) weist darauf hin, wie schwer etz ihm selber geworden sei, das, was er in seiner Lehrzeit wegen zu ausgedehnter häuslicher Dienste versäumt habe, nachzuholen. ES handle sich hier um einen nothwendigen Schutz des Lehrlings gegen den Meister. Der Antrag, gegen den sich noch Abg. Osann (nat.-lib) äußert, wird abgelehnt. Beim 8 127a beantragt Stadthagen Einschränkung des in der Vorlage vorgesehenen Züchtigungsrechts des Lehrherrn. Abg. Kropatschek (cons.) erklärt, seine Freunde würden dem Antragsteller wenigstens insoweit entgegenkommen, als sie dem Verbot „übermäßiger Züchtigungen, sowie jeder die Gesundheit deS Lehrlings gefährdender B»Handlung" zustimmen würden. Nach einer längeren Debatte, in der noch Abg. Zubeil für völlige Beseitigung des „väterlichen" Züchtigungsrechtes plädirt, während Abg. Ofann sich mit der von Kropatschek voraeschlagenen Fassung einverstanden erklärt, wird ein Zusatz in dieser Fassung mit großer Majorität angenommen, unter Ablehnung der wettergehenden Stadthagen'fchen Anträge. Beim 8 127d wird ebenfalls unter Ablehnung wettergehender Anträge auf Antrag Stadthagen hinzugefügt, daß rin polizeiliches Zurückführen des Lehrlings in die von ihm eigenmächtig verlassene Lehre auch dann zu unterbleiben hat, wenn dem Lehrling daS Fortbleiben aus der Lehre durch einstweilige Verfügung des^Gertchts gestattet ist. Bei 8 129 hat die Commission einen Absatz hinzugefügt, wonach vom 1. Januar 1905 die Befugntß zur Anleitung von Lehrlingen nur solchen Personen zustehen soll, welche die Berechtigung zur Führung des Meistertitels haben. StaatSsecretSr v. Bötticher bemerkt sofort, mit diesem Zusatz habe die Commission mittelbar den Befähigungsnachweis binnen einer absehbaren Zett eingeführi. Er glaube nicht, daß das für die Regierungen annehmbar sein würde, da dieselben an ihrem bisherigen Standpunkte htnsichtl'ch des Befähigungsnachweises festhielten. Stimme das Haus diesem Absätze zu, so würde das also eine große Gefahr für das ganze Gesetz fein. Abg. Bassermann -notl.) beantragt, den Absatz wieder zu streichen. 2!bg. Hitze (Ctr) erklärt, seine Freunde seien hiernach in einer Zwangslage und würden lieber auf den Absatz verzichten, als daS ganze Gesetz scheitern sehen. Prtnclplell hielten seine Freunde an dem Befähigungsnachweis fest und sie würden deshalb noch eine entsprechende Resolution einbringen. Die Abgg. Garnp (Rp.) und Kropatschek (cons.) geben ähnliche Erklärungen ab. Abg. Richter will den ganzen Paragraph streichen. Abg. Euler (Ctr.) bedauert, daß die Mehrheit deS Hauses sich jetzt auf eine Resolution zurückziehen wolle und den Absatz 2 des Paragraph fallen -'affe. Von ihm könne man das nicht verlangen. StaatSsecretSr v. Bötticher erklärt, daß der BundeSrath das Gesetz mit diesem Absatz nicht annehmen werde. Abs. 2 wird sodann gestrichen. Für die Aufrechterhaltung stimmen nur die Antisemiten und die Mehrheit der Conservativen, außerdem Euler. Ein Antrag Auer und Gen., das Maximum der Lehrzeit von 5 auf 4 Jahre Helabzusetzen, wird angenommen. Bet den Uebergangsbestimmungen hat die Commission einen Absatz hinzugefügt, daß bestehende Innungen auch ohne Vorliegen der im 8 100 bezeichneten Voraussetzungen (Zustimmung einer Mehrheit usw.) sich in Zwangsinnungen umroanDeln können, wenn sie schon j-tzt im Besitz von Privilegien gemäß 8 100 e oder 100 f des bestehenden Gesetzes sind. Abg. Richier beantragt, diesen Zusatz wieder zu streichen. Abgg. Hitze, Gamp und Kropatschek bekämpfen entschieden den Antrag Richter. Abg. Kropatschek erklärt, wenn der Zusatz wieder gestrichen werde, sei ihm das ganze Gesetz sogar unannehmbar. Die Abstimmung über den Antrag Richter ist eine namentliche. Für den Antrag stimmen 83, gegen ihn 125 Abgeordnete. Der Antrag ist also abgelehnt. Damit ist die zweite Lesung der Handwerkervorlage beendet. Morgen 12 Uhr: Besoldungsoorlage und Rachtragsetats. Schluß 6 Uhr. MriffS trle-raphischeS Lt>rreil.'»vde»p^rLa». Berlin, 25. Mai. Einem parlamentarischen Berichterstatter zufolge beschloß der Sentoren Convent deS Reichstages, den verbündeten Regierungen die Vertagung des Reichstages vom 26. Mai Abends bis zum 22. Juni zu empfehlen und von da ab den Reichstag nach etwa achttägiger Sitzung za schließen. Berlin, 25. Mai. Der „Reichsanzeiger" meldet: Der Saatenftand im Deutschen Reiche betrug in der Mitte drS Monats Mai für W-nterweizen 2,4, Sommerweizen 2,5, Wintrrspelz 2,5, Sommerspelz 2, Winter- roggen 2,5, Sommerroggen 2,4, Sommergerste 2,5, Hafer 2,6, Klee (auch Luzerne) 2,3, Wiesen 2,4, wobei 1 sehr gut, 2 gut bedeutet. Bemerkt wird, daß in allen Theilen Deutschlands von Mitte April bis Mitte Mai naßkalte Witterung die Vegetation schädigte. Thetlweise traten Hagelschläge und Schneefälle, sowie Nachtfröste auf; letztere scheinen jedoch nicht sehr belangreich geschadet zu haben. Wien, 25. Mai. Die deutschnationalen Studenten wachten gestern Abend den Versuch, trotz deS von der Polizei ergangenen Verbotes eine Protestversammlung gegen die Sprachenverordnung abzuhalten. Bon der Polizei daran gehindert, zogen die Studenten vor das Parlaments- gebäude. Die Polizei verwehrte ihnen indeffen das Eindringen in daS Gebäude. Die Studenten zogen nunmehr vor die Universität, wo sie eine Stunde lang johlten und pfiffen. Späterhin gingen sie auseinander. Vern, 25. Mai. Der König von Siam traf heute Mittag mittels Sonderzuges, von zahlreichem Gefolge begleitet, zum offiziellen Besuche deS BundeSratheS hier ein. Der König wurde von dem Bundespräsidenten und den Übrigen BundeSräthen, sowie von den Vertretern verschiedener Behörden empfangen. Nach dem ihm za Ehren gegebenen Diner empfing der König das diplomatische CorpS, worauf er eine Spazierfahrt durch die Stadt Bern unternahm. Um 6 Uhr reiste der König nach Genf zurück. Westerland Sylt, 25. Mai. Mit dem heutigen Tage ist der telephonische Betrieb mit Hamburg und Berlin eröffnet. Alessandria (Piemont), 25. Mai. Im Schlafraum eines Armenasyls fand man heute früh 4 Männer tobt und 17 in Lebensgefahr infolge der Einathwung von Kohl en- oxydgaS, daS aus einem Ofen im Waschhause entströmt war. ____________ Depeschen deS Bureau »Herold/ Berlin, 25. Mai. Im Abgeordneteuhaufe wurde heute mit der zweiten Berathung der Handelskammer-Novelle begonnen. Morgen Fortsetzung und kleine Vorlagen. — Im Herrenhause wurde der Etat beratheu. Morgen Weiterberathung. Wien, 25. Mai. In hiefigen diplomatischen Kreisen ist man über die geringen Fortschritte, welche die griechisch- türkifchen Friedensverhandlungen machen, sowie über die in Athen immer stärker zu Tage tretende antidynastische Strömung äußerst beunruhigt. Man befürchtet allen Ernstes den neuen Ausbruch größerer Ereignisse, die gefährlicher sein würden als alle- bisher Dagewesene. Budapest, 25. Mai. Dem „Pester Lloyd" wird auS Berlin telegraphirt, die deutsche Regierung vertrete die Auffaffung, daß die Mächte, ehe fie der Pforte die von ihnen gutgeheißenen Friedensbedingungen mittheilen, sich darüber vergewiffern, daß die Griechen diese Bedingungen auch annehmen. Man gehe in Berlin sogar so weit, die weitere Theilnahme Deutschlands an der Action der Vermittelung von der vorherigen Erfüllung dieser Bedingungen abhängig zu machen. Rom, 25. Mai. Bei der Revision der Stadtkasse von Foggia hat sich ein Fehlbetrag von 354,000 Lire herauSgestellt. Der gesammte Gemeinderath wurde von der Regierung dafür haftbar gemacht. Paris, 25. Mai. In einem Souterrain des Boulevard Polffomiöre, wo Kmematographen« Vorrichtungen gezeigt wurden, fand infolge unsicherer Handhabung der ProjecttonS- lampe eine Explosion statt. Die zwanzig anwesenden Personen konnten sich trotz der schwierigen Ortsverhältniffe retten. Konstantinopel, 25. Mai. Infolge starker Meinungsverschiedenheiten , welche wegen der FriedenSbedingungeu zwischen der Pforte und dem Sultan entstanden find, wird eine Ministerkrisis als unmittelbar bevorstehend angesehen. Konstantinopel, 25. Mai. Dem Wunsche Griechenland- auf. Beschleunigung der FrtedenSverhand- l ungen Rechnung tragend, hat, wie verlautet, die deutsche Regierung dem Collectivschritt der Mächte, durch welchen die Mittheilung über die von Europa genehmigten Friedensbedingungen an die Pforte erfolgt, vorbehaltlos zugestimmt. Die diesbezügliche Collectivnote dürfte noch heute überreicht werden. Kanea, 25. Mat. Die kretenfifchen Anführer theilten der griechischen Regierung mit, daß fie auch nach Abzug der Truppen von Kreta fortfahren würden, mit allen Mitteln für die Vereinigung der Insel mit Griechenland zu agiiiren. Berlin, 26. Mai. Der Colonialrath berieth gestern Nachmittag die Vorlage betreffend Einführung einer Häuser- und Hütten st euer weiter. Auf Vorschlag der Commission wurde beschlossen, sich damit einverftauden zu erklären, mit der directen Besteuerung vorzugehen; darauf wurden die einzelnen Bestimmungen der Vorlage erörtert. Berlin, 26. Mai. Nach einem Petersburger Telegramm deS „Berl. Localanz." wurde im Park von Zarskoje-Selo seit einiger Zeit vom Wächter ein junger Handwerker bemerkt, der angeblich den Zaren scheu wollte. AlS sich der junge Mensch verdächtig machte, wurde er verhaftet und man fand bei ihm Revolver und Dolch. Wie er später auSsagte, wollte er den Zaren ermorden, um berühmt zu werden. Die Untersuchung ergab nicht, ob er Cowplicen habe. Man soll eS mit einem Fanatiker zu thun haben. (?) Wie», 26. Mai. Da» „Neue Wiener Tageblatt" meldet tu» Athen, da» griechische Cabinet habe erklärt, daß es rückhaltlos die von Europa zu bestimmenden Friedens- bedingungen accepttren wolle. Proceß v. Tausch-Lützow. Berlin, 25. Mai. Die heutige Sitzung im Procrsse v. Tausch« v. Lützow begann mit einer Erklärung de» Oberstaatsanwalt» Drescher, daß nicht er, sondern die Bertheidigung den Dr. Mantler, al» Zeugen geladen habe. Dann erwähnte der Oberstaats' anwalt, daß v. Tausch s. Zt. den Redacteur der „Berl. Pol. Nachr.", Schwetnburg, angeborgt habe, und giebt schließlich seinem Bedauern darüber Ausdruck, daß verschiedene Tageszeitungen bereits während der Verhandlung Artikel veröffentlichten, welche geeignet erscheinen, je nach der Richtung und Stimmung de- betreffenden Blattes für oder gegen die Schuld der Angeklagten das Wort zu nehmen. Bewegt und mit erstickter Stimme erklärte v. Tausch, daß er einem bayerischen Offizier, angeblich in einer Ehrensache, Geld geliehen habe, womit der Offizier nach Amerika durchgegangen sei. Er, Tausch, sei dann in Wuchererhände gefallen, und habe schließlich 1400 Mk. Schulden zu bezahlen gehabt. Daher rühre seine finanzielle Zerrüttung. Der Präfldeut erklärt, das nähere Eingehen auf alle diese Einzelheiten nicht zur Verhandlung stehenden Thatsachen würde den Proceß um zwei Wochen verlängern. Oberstaatsanwalt Drescher besteht aber darauf, daß diese Sache zur Erörterung gelange, v. Tausch verthridigt alsdann warm seinen früheren Chef, den Poltzeipräfidenten Frhr. v. Richthofeu, der auch unter dem Ministerium des Auswärtigen Amtes habe leiden müssen; Überhaupt sei daS Auswärtige Amt von einem unerklärlichen Mißtrauen gegen die Polizei behaftet gewesen, v. Tausch und Frhr. v. Richthofen hätten sich Jahre lang vergeblich bemüht, dieses Mißtrauen beim Frhrn. v. Marschall zu beseitigen. Der Präsident bringt einen Brief zur Sprache, welcher anonym an den Staatsminister v. Köller im Jahre 1894 riulief. Während v. Tausch jegliche Beziehung zu diesem Briefe ableugnet, und denselben gar nicht kennen will, ist v. Lützow bereit, Aufklärung zu ertheilen. Demnach war v. Tausch gegen den StaatSmioister v. Köller eingenommen, weil daS neue Ministerium sich der „Berl. Corresp." bediente, und sie mit osfictellen Nachrichten versah. Diese Mtttheil- uogen floffen hauptsächlich den liberalen Blättern zu. Diese amtliche Thätigkeit mißfiel dem Angeklagten v. Tausch und e» wurde der Angeklagte v. Lützow von dem mit angeklagten v. Tausch veranlaßt, diesen Brief abzufaffen. Letzterer gab Ihm spectelle Informationen. In der Leipzigerstraße ließ v. Lützow in einem Geschäft auf der Schreibmaschine den Brief ansertigen, wofür er 2 Wit. bezahlte. Er gab ihn zur Einsicht dem Angeschuldigten v. Tausch, der ihn revidirte und ließ dann den Brief vervielfältigen. Er hat den anonymen Brief selbst aufgegeben und ein Exemplar dem v. Tausch auSgehändigt. Während dieser Erklärung wendet sich v. Tausch vielfach um und blickt v. Lützow wegen dieser Treulosigkeit von unten bis oben mit stechendem Blick an.. Dem Vorsitzenden gegenüber leugnet v. Tausch jede Beziehung zu dem anonymen Schreiben an den Minister v. Köller ab. v. Lützow wird nun vom Vorsitzenden gefragt, ob e» wahr sei, daß er auf Antrag de» Angeklagten v. Tausch auch mit dem Polizeirath Eckardt, der im Ministerium des Innern beschäftigt gewesen, in Verbindung getreten sei. v. Lützow bejaht die», während Tausch eS entschieden in Abrede stellt. Auf den anonymen Brief an den Minister von Köller nochmals zurückkommend, sagt Tausch aus, Lützow habe den Brief aus dem Grunde geschrieben, weil er sich damals habe selbstständig machen «ollen. Der Brief wird verlesen, v. Tausch behauptet nun nach Verlesung deS Briefes, aus dem Inhalt gehe hervor, daß eS sich um eiu rein privates Interesse deS Lützow handle. Lützow bestreitet, daß er sich habe selbstständig machen wollen. ES kommt nunmehr daS anonyme Schreiben, welches der Chef- redacteur des „Berl. Tagebl.", Dr. Arthur Levy'ohn, am 22. October 1896 erhalten hatte, zur Sprache. Ja dem Schreiben wurden allerlei Mittheilungen über Lützow gemacht. Der Redacteur Gingold Staerk wurde mit dem Briefe zum StaatSsecretär Marschall gesandt. Dieser sandte jedoch den Brief Herrn v. Tausch, der ihn photographtren ließ. Gefragt, zu welchem Zwecke er das gethan, erklärte Tausch, er habe einen Beweis dafür haben wollen, daß Levysohn über die Polizei Nachrichten an das Auswärtige Amt geschickt. AlS Schreiber des Briefes bezeichnet der Angeklagte Herrn Unruh. Nunmehr tritt eine Pause ein. Nach Wiederausnahme der Verhandlung beantragt Rechtsanwalt Dr. LubczynSkt die Ladung einiger weiterer Zeugen. ES folgt die Vernehmung de» Tausch über die Affatre der „Münch. Reuest. Nachr." d. h. die dort erschienene Depesche über die StaatSministerial-Sitzung in Sachen der Militär- strasproceß Ordnung, die von dem Angeklagten Tausch nach dem Urheber angestellten Recherchen und die Htnetnztehung de» Namen» Kukutsch rc. v. Tausch behauptet, daß er zum Oberstlieuteuant Gaede gleich geäußert habe, daß die Quittung ihm als gefälscht erscheine, dieser habe aber gemeint, der Betrag sei so gering und eS komme ihm bei der richtigen Ermittelung nicht auf Mk. 50 an. UebrigenS stamme nach der Ansicht de» KriegSminister» Bronsart von Schellendorf der Artikel aus dem Ministerium de» Innern. Oberst Gaede stellt dies in Abrede, v. Lützow sagt au», der Mitangeklagte habe ihm bet der ersten Information über diese Affaire mit- getheilt, daß man im Kriegsministerium den Minister von Köller im Verdacht der JndiScretioo habe. Er habe sich nun an den Vertreter de» „Hann. Cour.", v. Wangerow, gewandt, um Nähere» von demselben zu erfahren. Schließlich habe er in derselben Sache den Kukutsch ausgesucht. Als er Tausch darüber berichtete, habe er betont, Kukutsch brauche Mk. 50. Tausch habe ihm darauf Mk. 60 geschickt. Der Vorsitzende fragt nun Lützow, welche Absicht Tausch hätte haben können, ein so widersinniges, läppisches Stückchen zu insceniren. Die ganze Aussage Lützow» erscheine unglaubwürdig. Auch im früheren Prozeffe habe der Angeklagte von Lützow seine falsche Anschuldigung dem Kukutsch mit eiserner Stirn in» Gesicht geschleudert, von Lützow entgegnet, allerdings habe es den Schein, als ob es sich so verhalte, er könne aber an seinen Aussagen kein Tüpfelchen ändern. Der Präsident erwidert: DaS sagen Sie mit derselben frechen Stirn, wie gegenüber Kukutsch. Oberstaatsanwalt Drescher ist auch der Ansicht, daß Lützow in diesem'Punkte nicht die Wahrheit sage. Lützow behauptet nochmal», die Quittung nicht gefälscht zu haben. Auf wiederholte» Befragen, wer denn die Unterschrift hergestellt habe, erklärt Lützow, e» könne wohl möglich sein, daß er selbst den Namen geschrieben habe, aber dann wisse er eS nicht mehr (Bewegung). Der Bertheidiger, Rechtsanwalt Holz, fragt hierauf von Lützow, was für ein Interesse er gehabt habe, gerade den Namen Kukutsch zu schreiben. Lützow antwortet, er habe niemals mit seinem Namen quittirt. Auf die Bemerkung deS Präsidenten, daß das eine schöne Geschichte sei, bemerkt von Lützow: Wenn ich alles daS sagen könnte, wa» ich in den sech» Jahren habe thun müssen, so würden Sie mir glauben, daß ich nicht in meinem Interesse den Namen Kukutsch geschrieben habe. Ich werde aber mit meinem Bertheidiger darüber berathen, ob ich, um meine Ehre zu retten, nunmehr nicht alles an daS Tageslicht bringen soll. Angeklagter von Tausch wird nun über die Bestechung des Kukutsch vernommen. Lützow sei von ihm nicht beauftragt worden, Kukutsch zu verleiten, sondern etwas zu ermitteln. Lützow habe gesagt, Kukutsch sei bereit, sich bestechen zu lassen. Auf die Frage deS Präsidenten, ob es wahr sei, daß die Agenten mit falschen Namen quittirten, antwortet Tausch mit Ja. Es würde aber nur mit einem bestimmten Namen gezeichnet, von Tausch erklärt deS Weitern auf die Frage, warum er den Lützow nicht entlassen habe, er hätte daS nicht thun können, da Lützow zu viel erfahren habe und Verrath hätte üben können. Der Präsident spricht hierauf seine Verwunderung darüber aus, daß in keinem Bericht über die QuittungSfälschung etwas erwähnt sei. Er behalte sich in seinem Schlußplädoyer vor, die» als eine bewußte rechtswidrige Handlung zu beweisen. Angeklagter von Lützow erklärt noch, Herr von Tausch habe sich stets in den schärfsten bayrischen und norddeutschen Ausdrücken gegen daS Ministerium Köller geäußert. DaS Ganze sei ein Racheact, ein Polizeiact gegen Herrn von Köller gewesen. Oberstaatsanwalt Drescher betont nun, der Verteidiger vr. LubczynSkt habe bemerkt, daß Lützow zu seinem Geständniß an jenem Abend im Leckert-Prozeß gekommen sei, als er bei dem Schweigen Tausch- gegenüber Kukutsch dessen Schlechtigkeiten erkannte. Auch der Oberstaatsanwalt hält dieses Schweigen für verwerflich, meint aber, daß Lützow kein Recht gehabt habe, daran» Capital zu schlagen. Er möchte ihn fragen, ob er etwas anderes erwartet habe. Angekl. von Lützow: Ich habe stets zu Herrn von Tausch gehalten, ich habe ihn geliebt (Heiterkeit), ich habe mit ihm auch in der Politik au einem Strange gezogen, denn ich war auch Gegner des neuen CurseS. Er hatte gesagt, ich sollte festhalten, er würde mich heraushauen. Mit diesem Der« trauen kam ich in den Prozeß. Schumann war von ihm abhängig und stand im Verdacht der Bigamie und Unterschlagung. Auch Gtugold Staerk, der noch ein Rekrut war, war von ihm abhängig. Als ich sah, daß Kukutsch auftrat und daS Gebäude zusammenfiel, ließ ich mich zu Verdächtigungen hinreißen. ES war der schrecklichste Augenblick meines Leben». Ich konnte damals nicht mehr schweigen. Der Präsident entgegnet: Damals hatte ich auch den Eindruck, als ob Sie ein Geständniß ablegen wollten. Ein Geständniß macht nur ein Schuldiger. Handeln Sie auch heute darnach. Bon Tausch erklärt sich für zu erschöpft, um darauf erwidern zu können. Die Verhandlung wird um 5 Uhr auf morgen 9 Uhr vertagt. WB. Berlin, 26. Mai. Die im Prozeß Tausch beantragte Vernehmung de» Ministers von der Recke wurde abgelehnt. Die Geschworenen verweigern die Annahme des an sie gerichteten Schreibens, das uneröffnet der Post zurückgestellt wurde, v. Tausch, befragt, warum er im Leckert-Prozeß bei den falschen Anschuldigungen LützowS gegen Kukutsch geschwiegen, erklärte, er habe wegen Fälschung keine Strafverfolgung gegen Lützow eingeleitet in dem Gefühl, daß dies dem GtaatSintereffe nicht entspreche, wenn er in öffentlicher Verhandlung in dem Kampfe zweier Minister in die Er- scheinung trete; er habe deßhalb auch bei dem Verhör Kukutsch geschwiegen, weil er nicht direct befragt wurde. Der Oberstaatsanwalt hebt hervor, daS Zeugniß verpflichte auch, nichts zu verschweigen, v. Tausch bittet, in Betracht zu ziehen, daß er nicht wie andere Zeugen da- gestanden, sondern als Beamter mit bestimmten Aufträgen; wäre Kukutsch verhaftet worden, so wäre er sofort vor- getreten, um ihn zu entlasten. (Bewegung.) . CocaUs ntiö prroiitsicltef, liefet», den 26. Mai. * • KreiSansschutzfitznvg. Samstag den 29. Mai d. I, Vormittag» 9 Uhr, findet in dem RegierungSgebände dahier eine öffentliche Sitzung deS KreiSauSschuffes mit folgender Tagesordnung statt: 1. Gesuch der Oranienbrauerei in Dillenburg um Erlaubniß zum WirthschaftSbetrieb im Hause Goethestraße 54 dahier. 2. Gesuch deS Heinrich Nau zu Gießen um Ertheilung der Erlaubniß einer Schank« wirthschaft. • • Unfall. In der Werkftätte der Oberheisischeu Eisenbahnen gerieth gestern ein Arbeiter mit der Hand in daS Getriebe einer Bohrmaschine, wodurch ein Finger so beschädigt wurde, daß er amputirt werden mußte. ** lieber den Telegirteatag bei Landes Kriegerverbandel „Hasfia", welcher am Sonntag in Oppenheim stattfand^ wird u. A. berichret: Der Delegirtenkag wurde durch den Präsidenten, Herrn Oberstlieutenant Caspari, mit einem Hoch auf Kaiser und Großherzog eröffnet. Die Präsenzliste ergab die Anwesenheit von sämmtlichen 57 Deleqirten, welche 1464 Stimmen und 715 Vereine mit 41620 Mitgliedern repräsentirten. Die Herren Vertreter der Oppenheimer Der- waltungS- und Stadtbehörde wurden herzlich bewillkommnet- desgleichen die erschienenen Vertreter der Pfälzer Kampf» genossenschast. Dem RechenschaftS-, Kassen- und Providentia- berichte folgte ein Bericht de» Herrn Minnich «Oppenheim über daS Jahrbuch, das in 17153 abgesetzteu Exemplaren Mk. 2573.25 Reingewinn abwarf. Bon 80 Waisenkindern konnten 59 Berücksichtigung finden. Die drei ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder, die Herren Auler-Bensheim, Scriba- Schotten und Minnich-Oppenheim, wurden einstimmig wiedergewählt. Für den nächstjährigen Verbandstag wurde Jugenheim mit 678 Stimmen gewählt. Mitbewerber waren Groß- Gerau und Langen. Der Prinz Ludwig - Stiftung fielen Mk. 4745, dem KyffhLuser-Denkmal Mk. 3548 und der Ernst Ludwig« und Victoria Melita-Stiftung für 59 Kinder Mk. 590, sowie an Providentia-Bonificationen dem Verbände Mk. 6500 zu. Der Präsidial-Autrag auf Bewilligung von Tagegeldern an die Delegirten und daö Präfidialmitglied wurde angenommen, ebenso der Antrag de» Vereins Unter-Mossau, die Zuziehung der Kriegervereinsvorstände zu den Berathungen der Vertrauenspersonen solcher Vereine, welche sich die Fürsorge für Kameraden zum Ziel setzen. Auch der Antrag deS Vereins Butzbach, Unterstützungsgesuche solcher vereine, welche sich beharrlich gemeinnützigen oder patriotischen Veranstaltungen widersetzen, ablehnen zu können, wurde angenommen; dagegen wurde der Antrag deS Bezirks Laubach, die Anschaffung von Stempeln auf Kosten der BezirkSkassen betr., abegelehnt. Der Voranschlag pro 1897 schließt mit Mk. 21670 in Einnahmen und Ausgaben ab. Anmeldungen zur Kaiferparade bei Homburg müssen bis Ende Mai eingereicht sein. Damit endeten die Verhandlungen, denen eine gemeinschaftliche Festtafel folgte. • • Wetterbericht. Die Luftdruck - Bertheilung ist über Europa bei im Allgemeinen geringen Unterschieden in den Barometerständen sehr unregelmäßig geworden. Namentlich am Südfuße der Alpen find zahlreiche kleine Thrilminirna vorhanden, unter deren Einfluß vielfach Niederschläge gefallen sind. DaS Maximum im Nordwesten hat sich südwest verlegt und dadurch an Intensität verloren. Bon ihm erstreckt sich ein sehr unregelmäßig begrenzter flacher Rücken hohen Drucke» über den Canal und über die Nordsee. Die Haupt-Depression liegt noch über Südrußland. — Voraussichtliche Witterung: Ziemlich wolkiges, aber unbeständige» Wetter mit zeitweisen Niederschlägen und localen Gewittern. P3 •• Ober-Mockstadt, 25. Mai. Der zum Segen unserer Gemeinde und der Nachbarorte dahier bestehende Borschustund Creditverein, e. G. m.u.H., schloß bei einem Kassenumsatz von rund Mk. 834 200 pro 1896 mit Mk. 6 466,21 Reingewinn ab, wovon 10% den GeschäftSantheilen al» Dividende zugeschrieben werden. DaS Bereinsvermögen betrug am Ende deS verflossenen Geschäftsjahre» Mk. 808 301,36 und die Mitgliederzahl 291. Die s. Z. vielumworbene Rechnerstelle wurde dem seitherigen Kassirer Kaiser wieder übertragen. A Mainz, 25. Mai. Die diesjährige Regatta de» Mainzer Ruder-Verein», die nach dem erfolgten Ausschreiben am 13. Juni stattfinden sollte, ist gemäß gestern gefaßten Beschlusses auf den 1. August verlegt worden. Man kam damit den Wünschen vieler befreundeter Vereine nach, von denen der erste Termin al» zu frühzeitig erachtet worden war. Wohlauf zum fröhlichen Wandern; ES glänzet der Frühling so licht durch den Hain, ES rieselt die Quelle im Sende! Mit diesen stimmungsvollen Worten des stetig man dernden ZigeunerkindeS, laß Dir freundlichen Gruß entbieten, lieber Leser! ES ist Frühling! Erwacht zu neuem Werden, erlöst aus TodeSfefleln, beginnt die Allwutter Natur wieder ihren neuen Kreislauf. Da wo noch vor kurzen Wochen de» Winters starres Leichentuch lag, schwillt nun de» Lenze» zauberndes Grün; da, wo noch vor Kurzem der Murmelbach sich durch eine glitzernde Eiszapfenhülle den Weg bahnte, stehen nun die grüßenden Blumenkinder, getränkt von krtstall- hellen Thauperlen. Wo der scharfe Nord die kahlen Zweige brach, wiegt sich in deS Lenzwindes frischem Zuge die Lerche und schmettert ihr frohlockend Lied. Uno ein heilige» Sehnen erfaßt deS Menschen Brust. — Eine neue Kratt bewegt baß stockende Herz, eiu neues Hoffen erregt den zagenden Geist. Wohl auf denn, hinaus in den Garte« der Welt! Ein Heer von Sorgen umgibt Dich daheim. Mehr Gold! ist die Losung im modernen Lebenskampf und mit zehrender Strenge beherrscht der nackten Selbstsucht dämonische Gewalt unsere Zeit. Die kindliche Frohnatur stirbt dahin unter der Sclavenherrschaft des Mammons und klagend fragen wir das Geschick: Ist baß bie so viel gepriesene Cultur?! — Massett werden gegen Massen aufgeboten; gesondert nach Rang und Arbeit „orgamfut" sich der Mansch gegen den Menschen. Rnhelo» „speculirt" der Bemittelte, ruhelos „kämpft" der Arme und in all dem Ringen noch Dortheilen und irdischen Gütern vergißt der Beherrscher der Erde, daß er ein göttliche» Bernunstwesen ist. Unser Hirn ist voll Wissen, unser Gedankenkrei» zieht die Geschichte I ganzer Jahrtausende in seinen Bereich, stolzbewußt feiern &8" '• !fi*j**i LAr *i« tmZ «ta*'£w*ta , ° »Ü-tfab«, «Wb.Sm 'S1”' 8=116,. e,l,ftinnni0 tsitber. ’r6er toartn Groß, L®*« st„„ ’48 unb btr graft stader Mk. 590, *bt |R(, 65QQ 1 ,.6°n Nwlbttn lUt6 würbe angf Uöta‘Nau, die Stn Berathaagea 'klche fich die Für« d» Antrag des hrr vtttine, welche lrnVeranstaltllngrn itnommta; dagegen ie Anschaffung von brtr., abegelehnt. N- 21670 in Sin. zur fialfrWe reicht ftln. Damit ntinfWt Fch- Heilung ist über «schieden in bin den. Namentlich eine Thriiminisa berschikige gesallrn ich sübwest verlegt i ihm erstreckt sich cken hohen Drucket e Haupl'Deprelfion ichtlicheWitte. obiges Wetter mit ittern, m Segen nnstttt r^wbr Vorschuß« ; bu linm Aasten« mit Ml 6466,21 schasttantheilu» all klosvmoögeo betrug I Mk. 808301,36 Z. vielumivorbene :rer Kaiser wieder igt mifiattaltl och bim sollte, iS H 1. WS vieler besrenubeter in all »n Wandern'. licht durch dm fcato, öde! , M »«*8 ”°" jm ®tu6 l»*®' „B ®til«, W« *« *E {ntitn Woche" di tul® h,A Leuzet llt nun des wr -MS ‘•Ars I W S s-r'l' laus 'N ö,n Dl» A* -b'A»- U * '«f,1.18‘P* ff.« 6» i.. LW .uV ü f««’ wir die Großthaten des Menschengeistes und besonders das zur Neige gehende Jahrhundert zeigt uns die Titaneogewalt menschlichen Könnens. Doch dies strahlende Bild hat auch seine TodeSschatteu. Eine Krone für das, was menschlicher Geist ersonnen! Ein Diadem dem Arbeiter am stolzen Culturtempel! Doch, welk wird einmal all der Lorbeer irdischen Ruhmes 1 Zerfallen in Trümmer wird der stolzeste Tempel, wenn die, die ihn bewohnen, im steten ZerfetzungSkampfe verharren, wenn ihnen nicht das himmlische Manna der allumfassenden Bruderliebe den Labetrunk beut im schweren Ringen. Nicht im Bereichern mit allerhand geistigen, sittlichen oder gar materiellen Gütern allein kann deS Lebens Würze liegen, nein, es müssen Ruhepausen des stillen Genusses dazwischen abwechseln. Dem hastenden Vorwärts muß ein mähizrndrs Halt geboten werden, der routinirten WirthschaftSmajchtne, dem nach Gottes Ebenbild geschaffenen Menschen muß AuS» spannung und Erholung gewährt werden. Welcher Erholung»« genuß ist da der beste? Ein Jeder weiß es, aber Wenige handeln danach. Keine Feste, keine Kneipgelage, draußen, wo der frische Odem der freien Gottesnatur weht, da ist daS Paradies Deiner Gesundung und Erfrischung. In dem Wundergarten der Schöpfung ergehe Dich und vergiß eine ganze Spanne Zeit, was Dich drückt und bindet. Da strhe um Dich und empfinde die Größe der schaffenden Natur, e» wird Dir klar werden, wie klein Du dagegen bist. Versenke Dich in daS Wesen dieser unsterblichen Werdekraft, eine kindliche Freude und Ehrfurcht wird Dich beschleichen und mit den gefiederten Sängern wirst Du einstimmen: Wie bist du doch so schön, bji wette, weite Welt! Dann zieht ein frischer Hauch durch Deine Seele, Dein Auge blickt auf und die Sticn hebt fich frei. Ein erquickendes Wohlbehagen gibt Dtr die Gewißheit, daß die Mutter Erde bet allem Leid auch noch herrliche Freuden hat. Der dräuende Ernst von daheim wird schwinden, und Kraft wirft Du finden zu neuen Thaten. Die „deutsche Turnerschaft" hat diese Wanderfahrten als eine ihrer vornehmsten Bestrebungen in ihren Arbeitsplan aufgenommen. Da ziehen sie denn hinaus mit klingendem Spiel, die Alten wie die Jungen. Wie spricht mau fich so herzhaft au», wenn Freund dem Freund fern von den heimischen vier Wänden die volle Seele auSschüttet, angeregt durch die grünende und blühende Welt! Grade daS volkliche Wesen deS deutschen Turnen», seine allumsaffende, toctale Grundlage bietet auch hier wieder den besten Boden für eine gedeihliche Wirkung. DaS Wesen der Turnerschaft im Sinne Jahn» beruht auf Einfachheit. Auch die Turnfahrten kennen keinen Aufwand. Weder Wagen noch Rad gebraucht man als Hilfsmittel, denn der Gott, der uns zum Gehen und Laufen ein Paar gesunde Beine gab, will dieselben auch gebraucht wiffen hi natürlicher Weise. Pracitsch und bequem ist ja heute so viele», vorthetlhaft nach dem Spruche: Zeit ist Geld! Ob daS Alles aber gesund ist und nachhaltend dem Dolkswohl, der Gesammthkit dient, daS ist was anders. Alle die rafft« uirten Kunstmittel deS Zeitgeistes, so prickelnd und siege»- gewiß sie auch auf uns wirken, entbehren meist der inner- ltchen Weihe. Alles prunk« und pomphafte Wesen ist doch meist nur falscher Schein, unsere Nerven werden zerrüttet und unsere Seele verliert ihre Ruhe. Nur im einfach Natürlichen kannst Du de« Leben» wahre Kunst finden, nur darin liegt Segen und wahrer Genuß. Also hinaus au» engem Haus! Nimm Deinen Wanderstab und ziehe mit der fröhlichen Turnerschaar! Wlrf de» BorurthcilS beengende Feffel einmal ab, frage nicht, ob dieser oder jener der Mitwandernden mehr oder weniger hat und ist, wie Du, bedenke bei allem Werden und Vergehen der Schöpfung um Dich herum, daß auch der Mensch ein Theil der organischen Welt und den Gesetzen einer unfaßbaren Naturgewalt unterworfen ist. Auch ihm ist nur eine kurze Zett deS Leben» beschieden. Auch er hat feinen Frühling u. s. w. Doch vergleiche einmal draußen den prangenden Frühling, den reifenden Sommer, den segenbringenden Herbst, de» Winter» stille Majestät mit den Lebensaltern so vieler Menschen von heute. Da gibt eS kaum einen Frühling mehr, schon die früheste Jugend wird mit Ueberbürdung de» Lernens abgequält einer- seit» und andererseits wird ihr schon daS Lied vom Klaffen« und Maffenkampf gesungen und die keimende Seele vergiftet. Greisenhafte Jünglinge wollen dann Staaten bezwingen und Neid und Streberthum hemmen jede gesunde Entwickelung. Hat dann im Sommer und Herbst das Leben zeitlich seine Höhe erreicht, dann ist die natürliche Vollkraft längst dahin oder ist gar nicht zur Reife gekommen, Unzu- zufriedenheit verdunkelt daS Gemüth un* * die Seele erfüllt bittere Klage und stiller Haß. DaS Auge des Geiste» sieht alles grau in grau und man findet in dem Mitmenschen nicht mehr den Bruder, sondern den Unhold und den Tyrannen. — Solche Empfindungen und klar erwogenen Gedanken inmitten der freien GotteSnatur werden Dir Einkehr bringen, ein beffereS Erbenlos wirst Du erkennen und gerne in die gebotene Bruderhand des mitwandernden Ge- noflen einschlagen. Kehrst Du dann später wieder heim nach so viel Freude und Genuß, dann hast Du etwas errungen, wa» Dir kein Gold dieser Erde ersetzen kann. Gerne wirst Du die Reihen der Mitwandernden wieder aufsuchen, Du wirst die frohe, freie deutsche Turnerart preisen und sie im nationalen, socialen uud ethisch-sittlichen Sinne al» einen Jungbrunnen für die Gesundung und Erhaltung wahren Volkslebens schätzen lernen. Wohlauf denn, zieh mit mir hinaus und koste die Schönheiten der heimischen Erde! Zieh auS mit fröhlichen Menschen und Freude wird in Deine,Seele ziehen! Vergiß im freien Reiche der GotteSnatur de» Alltagslebens Feffel und eine göttliche Freiheit wird Dir werden! Gut Heil zum fröhlichen Wandern! Wilhelm Wintesr. Ve*«ischtes • Trier, 25. Mai. Auf eine telegraphische Anfrage der Kaiserin über daS Befinden der bei Gerolstein Verwundeten antwortete der Chefarzt deS hiesigen La- zarethö Zwicke: Von den 36 Verwundeten find 9 schwer verletzt, 12 sind bereits aufgestanden. Ihr Zustand ist günstig. • Die Bicioria«Fahrrad«Werke, Act.«Gef. in Nürnberg, haben neuerdings von dem Köaigl. Preuß. KciegSmtnistertum einen umfangreichen Auftrag auf Fahrräder erhalten, nachdem dieses Etobliffement erst kürzlich eine größere Anzahl der sich vorzüglich bewährten „Victoria"-Militärräder für daS 11. und 16. Armeecorps zur Ablieferung gebracht hat. Wöchentliche Ueberstcht der TodeSMe tu Gieße* 21. Woche. Vom 16. Mat bis 22. Mat 1897. Einwohnerzahl: «genommen zu 23 700 (tncl. 1600 M«nn Militär). SterbttchkeitSziffer: 17,54, nach Abzug der Ortsfremden 15,36°/». Kinder LS starben an: Zusammen: Erwachsene: tm vom 1. Lebensjahr: 2 — Ib.Jahr: Lungenschwindsucht Lungenentzündung 3 (1) 1 3 (1) 1 — — Lungencatarrh 1 1 — — Herzleiden 1 1 — — Darmcatarrh 1 — 1 — Krämpfen 1 — 1 — Summ»: 8 (1) 6 (1) 2 — Anm. Die tn Klammern gefetzten Ziffern geben an, wie viele der Todesfälle tn der betreffenden Krankheit auf von «uSwärt» nach Gießen gebrachte Kranke komm«. Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemeffen am 26. Mai, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags: Wasser W, Loft 16°. ;Rübsamen'sche Badeanstalt. Vattetyt' tand- unb Polf»wirtbkt?aft W. Gießen, 26 Mat. Der gestrige Viehmarkt war von fremden Käufern vom Rhein, der Mosel und aus dem Siegerland lehr gut besucht. In Folge davon setzte der Handel schon frühzeitig flolt du und blieb auch so während der Dauer deS Marktes, sodaß gegen 11 Uhr der Platz beinahe vollständig geräumt war. Der Auftrieb bestand auS etwa 600 Kühen, 60 bis 80 Rindern und ca. 200 Kälbern. Am Markt waren Vogelsberger und Landrassen, nur vereinzelte schwere Waare, die sehr gesucht war. Gegen den letzten Markt wurden diesmal höhere Preise erzielt und kosteten Kühe frischmelkend und tragend 1. Qualität 375 btS 475 Mk., 2. Qualität 275 bis 325 Mk., geringere Waare wurde nach Werth zu guten Preisen abgesetzt. Fttle Rinder wurden gehandelt: 1. Qualität 54 bi» 58 Mk., 2. Qualität 50 bis 52 Mk. pro 100 Pfd. Schlachtgewicht. Schwere Kälber (die für Rauhetm, Wiesbaden rc. gesucht und stark abgingen) wurden mit 56 bis 58 Mk., leichtere Waare mit 50 bis 52 Mk. pro 100 Pfd. Schlachtgewicht abgegeben. Auf dem heutigen Ochsenmarkt waren 20 Stück F/s5 bis 2jährige Stiere aufgefahren. Es mangelte an Käufern, sodaß eS zu Anfang schien, «lS ob der Markt ungeräumt bleiben würde, doch entwickelte sich das Geschäft zum Schluß noch und wurde zu einigermaßen guten'Preiftn verkauft. Die erzielten Preise schwankten zwischen 160 bis 225 Mk pro Stück je nach Qualität. {Behördliche Anzeigen | Concursverfahren. In dem Concursverfahren über Las Vermögen des August Hel- feubeiu in Gießen ist zur Abnahme der Schlußrechnung des Verwalters und zur Erhebung von Einwendungen gegen das Schlußverzeich- niß der bei der Vertheilung zu berücksichtigenden Forderungen Schlußtermin auf Montag den 21. Juni 1897, Vormittags 10 Uhr, vor dem Großherzogl. Amtsgerichte Hierselbst bestimmt. Gießen, den 20. Mai 1897. Orth, 5179 Gerichtsschreiber des Gr.Amtsgerichts. Die Theilnehmerkarten zum 200 jjähr. Jubiläum des 3. Großherzoglich Hessischen Jufaut.- Regiments (Leib-Regiments) Nr. 117 am 10. und 11. Juni d. I. können bis spätestens ».Juni er. einschließlich bei den Bezirks- Commandos bezw. Meldeämtern, bei welchen seiner Zeit die Anmeldung zum Feste erfolgte, in Empfang genommen werden. 5109 Mainz, Mai 1897. 3. Großherzogl. Hessisches Infanterie- Regiment (Leib Regiment) Nr. 117. Verding««». ES soll die Lieferung voa 14000 cbm gesiebtem Kies, zusammen oder gethellt, vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen sind gegen post- und gebührenfreie Einsendung von 60 Pfg durch unS zu beziehen bezw. in unserem Amtsgebäude, Poststraße 6, § immer 26, einzusehen. Die Eröffnung t geschloffenen, mit der Aufschri t: ^Angebot auf Kies" an die unterzeichnete Dienststelle etnzureichenden Angebote erfolgt Mittwoch, den 2 Juni 1897, Vormittags 11 Uhr, in Gegenwart der etwa erschienenen Bieter. Zuschlogsfrtst 14 Tage. 5218 Frankfurt a. M-, den 22. Mai 1897. König!. Eisenbahn Betriebs,Jnspection 2. Berichtigung. Bezüglich des Ausschreibens der Arbeiten zur Instandsetzung des sog. „Heidenthurms" muß es heißen: Zimmer-, Dachdecker«, Schreinerund Schlofferarbeiten, weshalb der Termin bis zum l Montag, den 31. ds. Mts., Vorm. 11 Uhr verlängert wird. Gießen, den 26. Mai 1897. Das Stadtbauamt. Schmandt. 5208 mpfehlungen. 1 lt G. Wallenfels Markt 21 Telephon 46 offeriren Weisswein die Flasche von 50 Pfg. an, Rothwein die Flasche von 50 Pfg. an, ferner empfehlen einen guten 1893 er Niersteiner die Flasche mit 85 Pfg-, bei 12 Flaschen ä. 80 Pfg. ohne Glas. 5199 t Zum Schöafchreib« "W® Unterricht "W3 nehme ich nur noch heute und morgen — Meldungen von o. gottlieb Damen, Herren u. KALLIGRAPH. Kindern im "WS Hotel Schütz entgegen. "WG Honorar für Deutsch 15 Mk., mit Latein 27 Mk. O. Gottlieb, Kalligraph. Dem Kalligraphen Herrn O. Gottlieb aus Leipzig, z. Z hier, beschet, nigen wir hierdurch gerne, daß sich die Handschrift unseres Commis Tb. Schlierbach bereits nach wenigen Unterrichtsstunden ganz wesentlich verbessert hat. Gießen, 25. Mat 1897. (5196 Trtbu» & Gundheim. ML Schlachthaus. Freibank. 4971 Von heute ab: Oki»senfl209 _________________«eltersweg 78. 5197] GchSue Wohnung von 5 ev- 4 Zimmern und Zubehör preiswürdig per 15. Juli zu vermiethen- Louis Walther. Lindenplatz. 6219] 2 Wohnungen von je 4 Zimm- nebst Zubehör zu vermiethen. Näheres Ludwigsstraße 8, I. 5222] «in Logis vermlethet A. Heß, KaplanSgasse 25. 3266] Die Bel-Etage der Villa Pietsch am NahrungSberg nebst Zubehör (und mit oder ohne Nutzland) ist zu vermiethen u. alsbald zu beziehen Nähere» im Neben- hause, Nahrungsberg 9, bei Gg. choß. 5182] Wohnung zu vermiethen. Gr. «ühlgaste 87. | ^liBth-Gesuehe. | 5180] Eine Dame fucht 2 bt» 8 Zimmer nebst Küche und Zubehör in besterem Hause. 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Sonntag, den 30. Mai, Vormittags 6*/z Uhr: Weckruf. 11 Uhr: Baunerweihe der „Wanderer" G. R.-G. in Steins Saalbau. IP/g Uhr: Frühfchoppeucoucert, ebendaselbst. 12V, Uhr: Festtafel in Steins Saalbau. 2i/, Uhr: Corfo-Auffahrt der Radfahrer von Steins Garten aus zum Festplatz 31/, Uhr: Beginn der Wettfahrten auf der neuen Bahn, und des Volksfestes auf der Hardt. 8 Uhr. Kunstfahren, Preisvertheiluug, Ball dS in Steins Saalbau. Montag, 11 Uhr: Frühschoppen mit Musik im „Restaurant Busch". 3 Uhr: Volksfest auf der Hardt Terraffe, und Vereiusfahreu. Sport- und Volksfest in Giessen, K5T zur Einweihung der neuen Rennbahn an der Hardt. Tperrfitz, nummerirt . . . Eintrittspreise: SÄ*'*:: : 2. Platz, nur links vom Eingang Stehplatz uud Terraffe Eintrittskarten für Sperrsitz, Tribüne und Sattelplatz berechtigen zum Eintritt zu allen, Samstag und Sonntag stattsindenden Festlichkeiten. — Eintrittspreis für das Volksfest am Montag den 31. Mai: 20 Pfg. W* Verkaufsstellen bei de« Herren: 3m Vorverkauf: An der Kaffe: Mr. 2,25 Mk. 2,50 ,, 1,30 tf 1,50 ft 1,30 tf 1,50 tt —,90 ff 1,— ft tf —,75 tf —i— ft —,30 Städtischer Arbeitsnachweis Gießen. Garteustraße 2. Vugeboi der Vrbeitneb«er: 2 Krankenwärter, 1 Krankenpflegerin, 1 Bauschlofser, 1 Maschinenschlosser beiw. Hetzer, 1 Ba schreiner, 1 Aufseher, 2 Gartenarbeit er, 1 Gärtner, 1 Fabrikarbeiter, 2 Taglähner, 1 HauSbursch«, 1 E^darbetter, 3 Dienstmädchen, 1 Kindermädchen, 1 Büglerin «achfraae der «rbeitaedrrr 4 Drechsler (Holz), 1 Metalldreher, 1 Spengler, 1 Glaser, 1 Anstreicher, 1 Tapeiier, 1 Schmied, 2 Schreiner, 2 Schneider, 1 tücht. Schweizer, 2 HauSburschen. 5 Taglöbner, 1 Gartenarbetter, 1 Köchin, 13 Dienstmädchen für Küche und HauSarbeit, 2 Kindermädchen. Die Kunstausstellung* im Thurmhaus am Brand ist vom Freitag den 28. ds. Mts. bi» 1. Juvi wegen theilweisem Wechsel der Gemälde geschloffen.5203 Bilanz des laudwirthlchMchell Eollssm-Vereius II $e leiskikche« e. G. m. u. H. für das Jahr 1896. Stand der Mitglieder Ende 1895 .... 48 Abgang in 1896 ... 5 Zugang in 1896 . . . 7 Actlva. JL 1) Kaffenbestand . . . 344.06 2) Waarenvorrath. . . 1969.29 3) Mobiliar nach Ab schreibung von 10*/, 117.34 4) Ausstände .... 822.84 Passiva. JL H 1) Geschäftsguthaben der Genoffen .... 250.— 2) Aufgenommene Eapi- talien..... 400.— 3) Noch zu deckende Schulden 665.20 4) Reservesond.... 700.— 5) Betriebsrücklage . . 917.27 6) Reingewinn.... 321.06 Summa 3253 53 Summa 3253.53 Lampions ergebenst 5222 L. Beck. Landstrassen. 3388 Hierzu labet ergebenst ein G HarmS Wittwe.__ 5213 C. Ii. Walter & Söhne Schillerstrasse I Gießener Aitherclnb Auswahlsendungen per Post franco. 5191 3 Uhr mit einladet wozu Phil. Duill Ww- 4774 3 Sonnenstrahe 3. Louis Scheid. 6207 Eigene Reparatur- Werkstätte Abschlagszahlungen gestattet. Lager in sämmtlichen Zubehör- Theilen. Volle Garantie.', Gratis-Unterricht unter meiner eigenen Leitung wird meinen Abnehmern ertheilt; insbesondere mache ich wiederholt darauf aufmerksam, dass mir der grosse Saal von Steins Garten zum ungenirten Erlernen des Radfahrens für Damen und Herren auf Wunsch zur Verfügung steht. Auf nebenstehenden Fabrikaten wurden weitaus die meisten Records, Meisterschaften u. ersten Preise gewonnen, sowohl auf Rennbahnen wie auf Daher Stand Ende 1896 . . . Reiskirchen, den 21. Mai 1897. Philipp Stumpf VII., Director. Gutgeübte Cigarrenarbeiterinnen finden dauernde Beschäftigung bei Zur Wellersburg Heute, am Himmelfahrttag. V ersandtg-eschäft eleganter und gediegener Knaben-Garderobe 61981 Per sofort mehrere tüchtige Arbeiterinnen gesucht. Geschw. Rosenbaum, Damencons , 44 Wctzsteinstroße 44 Heute, am Himmelfahrttag. Licherstrasse, l> Schneise rechts: »215 (Wohlthätigkcitsvereiu). WalimsÜug am Hiunurlsahrlslaz Licherstraste, erste Tchneife rechts. Allgemeiuer Abmarsch mit Musik vom Lndwigsplatz. Abends: Rückzug Der Vorstand. Zum Abendstern Am Himmelfahrttag: ■ .«ft• • /w Z Bringe meine neu her» • ♦ a a v wk A T gerichtete Gartenwirth» l V 11 V A /tKV v le fchaft in empfehlende Er» s—y 1 innerung. Prima Exportbier, hell und dunkel, aus der Brauerei Bichler. 5089 ' Achtungsvoll Himmelfahrttag. Waldseft am Lndwigsbranne« unterhalb vom Tchiffeuberg. Abmarsch Morgens 3 Uhr vom Ludwiqsvlatz mit Musik. Schoppen Bier 15 Pfg. "Wa Philosophenwald. Am Himmelfabrtstage: Großes Militär-Lonrert, aus geführt von der b18S Sspklle des 2. Srrßtz M Iaf »Ke-imellts $k. 116, fniftr Wützel» unter persönlicher Leitung des Grohh. MusikdireclorS Herrn C. Krauße. Anfang 4 Uhr. Entree SO Pfg , Statt besonderer Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mtt» tbeilung, daß unser li der Gatte, Vater, Großoater, Bruder, Schwager und Schwiegervater Johannes Stecker im Alter von 57 Jahren gestern Nachmittag 3‘/a Uhr nach langem, schwerem Leiden sanft in dem Herrn entschlafen ist. Um stille Teilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen Wwe. Stecker u. Kinder. Die Beerdigung findet Donnerstag Nachmittag 3 Uhr vom Sterbehause, Neuenweg 28, aus statt. 5200 Frankfurt a. M. cegr. is«o. U1O3U t>ÖfL eintabct Phi^W-ll-r Wwc. •••••eeeeeeeceeeeeeeeeeee 2 Klimatischer Luft-Kurort Braunfels. 5 ä Empfehle meine neu eingerichtete M e--Hotel-Restauration —— • M zum Sommeraufenthalt. 5187 M G Vorzügliche Küche uud Oeträuke. Neue Betten. • W Um geneigten Zuspruch bittet ® ga J. Kohl, Restaurateur. M 5201] Für em jungetz Mädchen wird eine leichle Stelle gesucht. Näb»rrS in der Expedition dieseSBlattes. IVerloren ^Gefunden, j ihhhhbhhhhhhhhbhI OrSmU. Alenslmäöchen gesucht. Kochen nicht erforderl'ch. 5212 Näheres Bahnhoistrahe 33. 5136) Zu zwei einzelnen Damen nach Wiesbaden wird zum 15. Juni d. IS. ein iblavks, ßtißiyrs Mädihcii gesucht, welches die Hausarbeit gründlich versteht und gute Zeugnisse aufzuwrisen hat. Näheretz in der Expedition d Bl 5183] Braves, kräftiges Dienstmädchen sofort gesucht. LSderstratze 4. 4882] BraveS, zuverlässiges Lauf- madchen. von Morgen? früh btS über Mittag gesucht. Näheres in der Exp. d. Bl. ein Pilp. Kennzeichen: Kasgiockr-. Der ehrliche Finder wolle ihn im Lotz abliefern. 5185 I ein schwarzer Lpitz mit weihen Vorder- psot