jwf? 6cR»Wt^r 10311 'bnnngenl_ ner mit Zubehör unb Srünbergersteotze 3 |u ,-Neber «arten- 11 Sterner, Bade« tnb, per L 3mM , yi Litte bMttr- 86,7 BZ 2160 9380 188! M 100^ n, gt 180?' Merratt b u vermiethen. Löhnung te NeiaD e zu otrmittfcn. eSveg18. vm «ttSZimim«. oiftßbiHSteWt, tockr RSWt ett wtdNk 10871 archH^M^ “fefe Retbetitt. udne Wohnung an °°ld zu oermittben, 6rft. aus 6 Zimmern, Mem, 2 Kellern unb jum 1. Februar evtl. niethenAderstrchlO. bttstr. U, I, miltenwohn (4 Stern. m «Uhü»str.S,lU. 6 grohe Sterner mit gerichtet, sowie 3 un« vahahof-ratze M Nr. 278 Erstes Blatt Freitag den 26.. November 1897 Gießener Anzeig er General-Anzeiger. Amts- unb Anzeigeblatt für den Kreis Gieren. Rebaction, Lxpeditio« und Druckerei: -chutüratze Ar.2. Fernsprecher 51c vierteljährig« Avonnementspreter 2 Mark 20 Pfg. mit vringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Die Gießener AinmikienStälter werden dem Anzeiger Wöchentlich dreimal b eigelegt. Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme bei Montags. Aunahme von Anzergen zu der Nachmittag! für bee folgenden Tag erscheinenden Nummer bi! Borm. 10 Uhr. Gratisbeilage: Gießener Kamilienökätter. Alle Lnnoncen-Bureaux bd In- und Auslandes nehen« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger^ entgehe. Amtlich«»» Theil. Auszug aus der vou Großh. Ober-RechuuugSkammer abgeschloffeneu Rechnung der Kreiskaffe de- Kreises Gießen für 1895/96. Rubrik Einnahme. JL 1. Beiträge der Gemeinden und Gemarkungen 161706.81 3. Gebühren für Duplikate von MtlttLrpapieren 14.50 4. Strafen 4948.— 6. Kapitalziuseu 688.11 7. Ersatzstoffen 15009.25 8. Prozeßkosten.......... 10.40 9. Beiträge der Provinz und der Gemeinden rc. zu den Bezügen deS KreiSingeuteurS und der Bezirk-bauausseher 4218.29 10. Beiträge aus der Provtnzialkaffe zu den Unterhaltungskosten der KretSstraßeu . . 45571.05 11. Beiträge zu den Kosten des Neubaues von KreiSstraßeu * . . 13533 51 12. AuS Gras, Obst und anderen Naturalien . 270.92 13. Beiträge deS KreiSingeuteurS und der Bezirksbauaufseher zur Wittwevversorgung 358.68 14. Ersatz der den Familien von etnberufeueu Mannschaften gewahrten Unterstützungen auS RetchSmttteln . . ; 2244.97 14a. Ersatz der an ehemalige KriegStheiluehmer verliehenen Bethülfen aus Reichsmitteln . 1820.— 15. SraatSbeitrag zu den Kosten der Landarmen- pflege 5042.— 16. KrrtS-Anleheu zu Gunsten der bei der Nebenbahn Grünberg—Londorf betheiltgteu Gemeinden 3123.60 18. Zurückewpfangeue Kapitalien 800 — 19. Ausstände aus vorhergehende» Jahren . . 65.— 20. Kafleoorrath„ „ „ 14614.68 Gesammtsumme der Einnahme 273 529.77 Ausgabe. 21. Kapitalziuseu 2786.— 22. Besoldungen und Peufioueu 16946.47 23. Diäten und Gebühren....... 3239.44 23a. Belohnung deS PolizeiauffichtSpersooalS . 5046.— 24. Botenlohn und Verkündigung« kosten . . . 142.08 25. Für Bureaubedürfntffe und Geräthschafteu. 1054.24 26. KreiSunterstützuugen........ 41833.32 26b. Unterstützung der Familien eiuberufener Mannschaften 2244.97 26c. Gewährung vou Beihülfen an ehemalige KriegStheilnehmer 1320.— 27. Unterhaltung vou KreiSstraßeu .... 94905.81 28. Neubau „ „ .... 21988.68 29. Für den Lesezirkel der Lehrercoufereuzeu . 235 85 30. Beitrag zur Provtnzialkaffe 65538.58 31. „ zu den, nach der Verordnung vom 25 Juli 1888 von den Kreisen aufzubriugeodeu EutschädigungSbeträgen und Verwaltung-- kosten der BerstcherungSanstalt der Hessen- NaffautschenBaugewerbS-BerufSgenoffenschaft 42.61 32. Beitrag zum Oberhesfischeo Obstbauoereiu . 200.— 33. Feuerlöschwesen 812.— 34. Für Untersuchungen deS Oberhesfischeu chemischen UutersuchuugSamtes .... 293.25 85. Uneinbringliche Posten und Nachlässe . . 4.37 36. KretS-Anleheu zu Gunsten der bei der Nebenbahn Grünberg—Londorf betheiltgtru Gemeinden 328.60 37. Ausgelteheue Kapitalien 1152.61 Gesammtsumme der Ausgabe 260108.88 Abschluß. Gesammtsumme der Einnahme 273529.77 , „ Ausgabe . 260108.88 verglichen bleibt Rest 13420.89 und dieser besteht in a. baarem Vorrath . . . 18365 89 H b. Vorlagen — „ — „ o. liquidieren Ausständen . _. 55 „ — # Zusammen wie oben 13420 JC, 89 Gießen, den 22. December 1896. Der KreiSkafferechner: (gez.) Kauß. Revidtrt, ohne daß sich für den vorstehenden Abschluß eine Aeuderuog ergeben hat. Darmstadt, den 15. November 1897. Großh. Ober-RechnungSkammer. (gez) sLorbacher. In Gemäßheit des Art. 43 der KreiSordoung wird der vorstehende Auszug zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Gießen, den 23. November 1897. Der Vorsitzende deS KreiSauSschuffeS des Kreises Gießen. v. Gag er».____________________ Bekanntmachung. Wir bringen zur öffentlichen Kenntniß, daß die bereit- früher von Großh. Ministerium de- Innern genehmigte Geldlotterie zum Zweck der Gewinnung vou Mitteln für die Wiederherstellung der Stadtkirche zu Friedberg nunmrhr zur Ausführung kommen und daß fragliche Berloofung im März 1898 stattfinden wird. Gießen, den 23. November 1897. GroßherzogltcheS KreiSamt Gießen. v. Gagern. Bekanntmachung. Auf Grund eines von Großh. Staat-Ministerium mit der Kaiserlichen Ober-Postdirection stattgehaaten Benehmens bringen wir hiermit zur Kenntniß der betheiltgteu Behörden und Beamten, daß nach Abschluß der am 1. September d. J-. begonnenen Erhebungen behufs Ermittelung einer Bausch- summe für daS von den Großh. Behörden zu entrichtende Porto, d. h. vom 1. December l. Js. au, die Couttruvg deS Portos in der nämlichen Weise wie vor dem 1. September wieder aufzunehmen ist. Darmstadt, den 17. November 1897. Großh. Staat-Ministerium. Großh. Ministerium des Innern. (gez.) Finger. (gez.) Finger. Großh. Ministerium derJusttz. Großh.Ministerium derFiuauzen. In Vertretung: In Vertretung: (gez.) Pückel. (gez.) Schäffer. Deutsches Reich» Berlin. 24. November. Ueber die Dauer der Reichstagssession und den Zeitpunkt der Reich-tagSwahleo bringen die osfictöS bedienten „Berl. Pol. Nachr." bemerkenswerte Ausführungen, die vermuthen laffen, daß die Session sich einmal über da- Frühjahr hinaus erstrecken, daß anderseits die Neuwahlen sich bis zum kommenden Herbst verzögern können. ES heißt dort: Wenn in der Presse die Behauptung aufgestellt wird, daß die ReichStagSsesfion Anfang- Mat wegen der alsdann vorzunehmeuden Reichstagswahlen geschloffen werden solle, so hat man eS wohl lediglich mit einer vermuthuug zu thun. Vielleicht ist auch der Wunsch der Vater des Gedanken-. Bisher dürfte weder über den Zeitpunkt, zu welchem der Reichstag geschlossen werden soll, noch über den der nächsten Reichstagswahlen ein Beschluß gefaßt sein. Wenn aber behauptet wird, Verfassung und Gesetz erforderten die Erneuerung deS Reichstage- vor Ablauf der Legislaturperiode, so beruht diese Behauptung auf einem Jrrthum. Die Reichsverfassung enthält keine Bestimmung über den Zeitpunkt der Vornahme regelmäßiger Reichstagswahlen ; der dort festgesetzte zweimonatige Termin bezieht sich, wie die Bestimmung über die Zusammenberufung deS neu gewählten Reichstag-, lediglich auf den Fall der Auflösung. Um für diesen Fall die Möglichkeit auSzuschließeu, daß die Bunde-regierungeu durch Auflösung de- Reichstages auf unbestimmte Zeit hinaus die Volksvertretung beseitigen können, find Fristen von 2 und 3 Monaten eingeführt. Diese ratio legis trifft aber im Falle der regelmäßigen Erneuerung de- Reichstages nach Ablauf deS GesetzgebungSabschuitteS nicht zu, und eS können daher jene verfassuugSbesttmmungeu für diesen Fall auch nicht analoge Anwendung staden. ES besteht daher kein rechtliches Htnderniß, die ReichStagSsesfion bi- zum Schluffe des Gesetzgebungsabschnitte- fortdaueru zu laffen und erst nach diesem Zeitpunkte RetchStagSwahleu vornehmen zu laffen. Den äußersten Zeitpunkt, bis zu welchem diese verschoben werden dürfen, begrenzen die Vorschriften der RetchSverfaffung über alljährliche Berufung deS Reichstages und die Festsetzung de- ReichShaushaltSetatS. Innerhalb dieser Schranken find für die Wahl deS Zeitpunktes der Reich-tagswahl nicht sowohl Rechts- als Zweckmäßigkeitsgründe entscheidend. Wolffs telegraphische- Lorrespondmr-Vurea». Berlin, 24. November. Dem „Reichsanzeiger" zufolge ist der Stand der Herbstsaaten Mitte November tm Deutschen Reiche folgender: Wiuterweizeu 2,6, Spelz 2,5, Wtnterroggeu 2,6, Klee 2,3, wobei 1 sehr gut,2 gut und 3 mittel bedeutet. Der Ernteertrag 1897 nach vorläufiger Schätzung beträgt für Hafer 14,3, Kartoffeln 110,1, Klee 51,5, Wiesen 42,8 Doppeleeutuer vom Hectar. Berlin, 24. November. Die Morgeublätter melden aus Kiel: Die Kriegsschiffe „Deutschland" und „Gefion" gehen vorau-fichtltch am 10 December nach China ab. Die „Natioualzeituvg" erfährt jetzt mit größter Bestimmtheit, daß Prinz Heinrich die neue ostafiatische Kreuzerdtvifion commaudireu werde. Der Chef deS ganzen Geschwaders bleibe Coutreadmiral Diedrich-. Berlin, 24. November. Durch CabtuetSordre vo« 23. d-. ist Coutreadmiral v. DtedertchS unter Beförderung zum überzähligen Biceadmtral zum Chef de- Kreuzergeschwaders iu Oftafieu, Coutreadmiral Prinz Heinrich von Preußen zum Chef der 2. Dtvtfiou des Kreuzer- geschwaderS und der bisherige Commandant deS Schiffe- „Sachsen", Corvetteucapitäu mit OberstlieuteoantSraug Plachte, -um Commandauteu des Schiffe- „Deutschland" ernannt worden. Berlin, 24.November. Ueber den Eisenbahuuufall, der iu der Montag Nacht auf der Bahnstrecke Berlin- Stendal fich ereignete, wobei der Zug einen Mtlchwagm überfuhr und den Kutscher, sowie die beiden Pserde tödtete, theilt die BetriebSiuspecttou mit: Der Kutscher war fest eingeschlafeu und gegen die vorschrift-mäßig geschloffene Barrtsre gefahren, die Pserde vorgedräogt, so daß fie auf dem Geleise staudeu. Von dem Wärter au- de« Schlafe gerüttelt, versuchte der Manu, die Pferde zurückzusührea, wurde aber dabet vom Zuge überrascht uud sammt den Pferdm getödret. Kiel, 24. November. Der Kaiser befichtigte heute vormittag deu Panzer „Baden" und sodann die Sigual- cowpaguie in Friedrich-ort. Mittag- 12 Uhr reiste der Kaiser unter Flotteusalur nach Altona ab. Köln, 24. November. Ja der Züudhütchenfabrik iu Troisdorf ist eine Schießbude iu die Luft geflogen. Elue Person wurde getödtet, mehrere verwundet. Falkensteiu i. B., 24. November. Gestern Nachmittag kurz vor 4 Uhr wurde hier etu lang andauernder Erdstoß uud darauf etu kurzes Douuerrolleu bemerkt, während die Sonne schien. Ja der Nacht fiel Schnee. Sternberg (Mecklenburg), 24. November. Der m e ck l e n- burgtsche Landtag hat es mit 61 gegen 24 Stimmen abgelehut, die von der Regierung sür den Bau eines CaualS von Wi-mar nach Schwerin verlangten 2,900,000 Mk. zu bewilligen. Sraz, 24. November. Die Fahrradfabrtkeu vou Puch u. Co. verhängten über 700 Arbeiter, die gestern Nach- mittag an dem Leicheubegäagutß eine- der bei deu Ausschreitungen am vergangenen SamStag getödteten Arbeiters thtilgeuommen hatten, die Sperre, weil deuArbeitern nur die Entsendung von Deputationen gestattet war. Pari-, 24. November. Der cowmaudireode General de- 10. Armeecorps (C6tea du Nord), de Jesfö, ist heute gestorben. Dspefchea des Bure«, „Herold." Berlin, 24. November. Dem Chef des Milttärcabiuets General v. Ha Huke ist vom Sultan der Großcordou des O-maotorden- mit Brillanten verliehen worden. Berlin, 24. November. Bei dem Diner, welches nach der am Freitag stattgehabteu Hochjagd im Letzliuger Schloß vor fich ging, ergriff der Kaiser, wie die „Kreuzzettung" meldet, da- Glas uud brachte die Gesundheit de- Prinzen Heinrich au-, des von ihm ernannten Chef- de- oftafiati- scheu Geschwader-. Berlin,24. November. Der Entwurf der Militär» ftrafproceßordnung soll einige Tage vor dem Zusammentritt deS Reichstages, wahrscheinlich am SamStag Abend, amtlich veröffentlicht werden. Berlin, 24. November. Die „Berl. Poltt. Nachr." können bestimmt versichern, daß nie die Absicht bestanden habe, etu besondere- Reich-amt für Productions- st attstik zu errichten. Die Arbeiten, welche zu leisten find, dürften theilS im Reich-amt des Innern, iheilS tm Stattstischen Amt des Reiche- besorgt werden. Um zu ermitteln, welcher Proeeutsatz unserer Gesammt-Productiou vou der Au-fuhrmeuge darstellt, soll das Material in einer Weise ein» gefordert, gesammelt und verwerthet werde», welche jedwede Benutzung zu anderen Zwecken unbedingt ausschließt. Berlin. 24. November. Die Generalsynod e der P.'euh'scheu evangelischen Landeskirche beschloß heute eine» Protest gegen die CantsiuS-Enchelika. Die Erklärung soll von allen Kanzeln der evangelischen Kirche in Preußen verlesen werden. Berlin, 24. November. Herzog Ernst Günther von Schleswig-Holstein, der Bruder der Kaiserin, ist au einer Darm-Affeetion plötzlich erkrankt. Die Kaiserin fuhr heute Mittag in Begleitung der Frau Prtozessto Friedrich Leopold beim „Hotel Bristol", wo der Herzog Wohnung genommen hat, vor und ließ ihren Leibarzt an daS Bett des Erkrankten rufen. Kiel, 24. November. Im Wappeusaale de» königlichen Schlöffe- fand gestern beim Prinzen Heinrich Abendtafel statt, an welcher auch der Kaiser theilnahm. Einladungen waren ergangen au daS Gefolge, beo StaatSseeretär de» ReichSmartueamtS, den commaudtrendeu Admiral v. Knorr, den Oberpräfidenten v. Köller, die ortßanweseodeu Admirale, sowie zahlreiche Oifiziere der Armee und Marine. Wien, 24. November. Ja Kreisen der parlamentarischen Majorität erklärt man bestimmt, bis zum 1. December da» Ausgleichs-Provisorium erledigt zu haben. Seitens der Minorität find 25 MinorirätSvoren angemeldet worden. Wien, 24. November. Die heutige Abgeordnetenhaus- fitzung, in welcher die zweite Lesung des Ausgleich»- Provisorium« stattfand und welcher Graf Bad ent beiwohnte, ist bi» Nachmittag» ziemlich ruhig verlaufen. ES haben sich bereit» 86 Gegner der Borlage zum Wort gemeldet. Die Jungtschechen haben sich um daS Präsidium geschaart, um dasselbe beffer bet den gegen dte Obstructtou vorzunehmenden ZwangSmaßregelu unterstützen zu können. Dte Majorität hat, wie verlautet, beschloffen, durch endlose Tag- und Nachtfitzungen die Opposition mürbe zu machen. Wien, 24. November. Im weiteren Verlauf der heurigen Abgeordnetenhausfitzung kam eS zu fürchterlichen, noch nie dagewesenen Seenen, weil der Präsident Abrahamowtcz den Abg. Schönerer nicht sprechen lassen wollte, trotzdem demselben daS Wort früher ertheilt worden war. Dte deutsch- nationale» Abgeordneten stürmten die Präfidenteutribüne, ent- riffeu dem P ästdenteu dte Glocke und schließlich artete der Tumult in eine Prügelei au». Die Abgeordneten Wolff und Dr. Pfersche wurden von den polnischen und tschechischen Abgeordneten Schuklte und Potocki am Halse gewürgt und mit dem Fuße gestoßen. Der Abgeordnete Dr. Pfersche wurde von dem polnischen Abgeordneten Potocki derart gewürgt, daß er einer Ohnmacht nahe war. In seiner Aufregung und um sich zu vertheidigen, nahm er au» der Westentasche ein Federmesser, schwang eS drohend um seinen Kopf und drohte, den ntederzustechen, der ihn anrühre. Der Abgeordnete Wolff, welcher fürchterlich zugerichtet, mit vollständig zerrissenen Kleidern schließlich von den ihm zu Hilfe eilenden Abgeordneten befreit wurde, rief tu da» Hau»: ^Demnächst kommen wir mit Revolvern!" Der Präsident Abrahamowicz. welcher während der Rauferei den Saal verloffen hatte, erschien wieder und wurde von den Abgeordneten der Linken mit dem Rufe begrüßt: Hinaus mit ihm! Derselbe schloß dte Sitzung mit der Aufforderung an dte Abgeordneten, ihm Diejenigen namhaft zu machen, welche sich an den Gewaltthätigkeiten betheiltgt haben. — Abend» soll ein Mtnisterrath abgehalten werden, um Maßregeln gegen die an der Schlägerei betheiligten Abgeordneten zu ergreifen. — Wie verlautet, plant man die Abtretung de» Hause» an den Staatsanwalt und dte Verhaftung mehrerer Abgeordneten. Im Abgeordnetenhause verlautete, daß trotz der Vorfälle morgen früh wieder eine Sitzung stattfinden soll. Wie weiter berichtet wird, ist während des TummultS eine Ab- thetlung SicherheitSbeawten In daS Abgeordnetenhaus eilige- rückt, ohne jedoch in Actton zu treten. Morgen soll da» Haus wiederum mit einer Polizei-Abtheilung besetzt werden. Budapest, 24 November. Ein hiesige» Blatt kündigt neuerdings den baldigen Rücktritt Bad ent» an. Rom, 24. November. Der officiöse „ChiSciotte" verlangt, daß General Barattert wegen Veröffentlichung seine» Buche» über den afrikanischen Feldzug in DtSetpltnar-Uurer- suchun n gezogen werde. Pari», 24. November. Der neue Pauama-Proceß wird endgültig am 17. December verhandelt werden. Marseille, 24. November. Nachrichten au» Madagaskar zufolge haben weitere Kämpfe mit den SakalourS stattgefunden. 2000 wurden gefangen genommen. Madrid, 24. November. Die hiesigen Parteigänger Wehler», katalanische Fabrikanten, deren Interessen durch die Zoll-Autonomie für Cuba geschädigt werden, ferner Couser- dattve, Carltsten und Republikaner bereiten für Wehler einen größeren Empfang vor. Loudon, 24. November. Die Morgeublätter melden, daß mehrere Offiziere am nächsten Mittwoch nach der ost- afrikanischen Küste abgehen. Loudon, 24. November. „Standard" meldet au» Konstantinopel: Die Polizei verhaftete sech» armenische Anarchisten. Koustautiuopel, 24. November. In der gestrigen Sitzung über bic Friedensverhandlungen wurde dte Redactiou des Artikel» 11, betreffend den Handel und die Schifffahrt, diScutirt. Die Mitglieder der Commission konnten zu einem Einverständniß nicht kommen. Berlin,25. November. Da» Befinden de» Herzog» Ernst Günther zu Schle»wtg-Holst ein hat sich gebessert. E» ist Au»ficht vorhanden, daß der Herzog bald wieder hergestellt ist. Berlin, 25. November. Dte Regierung hat nunmehr einen Gesetzentwurf znm Schutze der Bauhand- werker fertiggestellt und dürste auch tu nächster Zett veröffentlicht werden. kiel, 25. November. Die Besatzung für den Panzer „Deutschland" reist am SamStag nach WiltelmShaven ab. Der Kreuzer „Geie r" wird neuen Bestimmunger zufolge nicht nach d-w Mittelmeer, sondern au Stelle des „Geston" nach China abgeheu. Graz. 25. November. Der von den Hochschülern zur JnaugurationSfeier des Rectors veranstaltete Festeomwer» wurde aufgelöst, weil sich der Studenten wegen polizeilicher Draugsalirung eine hochgradige Erregung bemächtigt hatte. Unter Andere« war auch die Festrede verboten worden. Wien, 25. November. Da» Präsidium deS Abgeordnetenhauses nahm gestern Abend die Aussagen der Abgeordneten der Rechten über die in der gestrigen Sitzung vorgefall neu Gewaltthätigkeiteu auf; selbst die Stenographen wurden vernommen. Der Justizminister laS die Protokolle hierüber durch. Die Gerüchte von einer Verhaftung mehrerer Abgeordneten haben sich bisher nicht bestätigt. Dagegen wird berichtet, daß die Rechte heute die Auslieferung der Abgeordneten Schönerer, Wolff und Pfersche an da» Strafgericht beantragen wird. Der Club der deutschen Fort- fchrittSpartei bedauert in einer Erk ärung die Mißhandlung von Abgeordneten der Opposition durch solche der Rechten. Loudon, 25. November. Eine Petersburger Drahtung behauptet, Rußland werde keinen Einwand gegen eine dauernde Besetzung von Kiao-Tschau erheben. Auch werde eS sich keiner Macht in der Forderung, eine Erklärung von Deutschland zu verlangen, anschlteßen. Brüssel, 25. November. Infolge einer Unterredung de» König» veranstalteten die belgischen Kriegervereine, welche 30000 Mitglieder zählen, einen Congreß zur Propaganda für die HeereSreform. General Brialmont und der ExkriegSmintster General Brasfine werden als Hauvtret'ner auftreten. CocaU» Mttö provinziell«» Gießen, den 25. November 1897. ** Verleihung von Fahnen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben zum 25. d. M. der Großherzog- lichen Garde-UateroffizierS-Compagnie ein neue» Fahnentuch und eine neue Fahneuipitze sowie, wie bereit» gestern ge meldet, den beiden Bataillonen des 5. Großherzoglichen Infanterie-Regiment» Nr. 168 Fahnen zu verleihen geruht. Die Fahnen wurden gestern Vormittag 10 Uhr 30 Mtn. von Seiner Königlichen Hoheit Deputationen der Garde- UuteroffizierS-Cowpaguie und de» Regiment» im Weißen Saale de» Großherzoglichen Rrsideozschloffe» zu Darmstadt mittelst nachstehendem Allerhöchsten Erlaß bezw. Tagesbefehl übergeben : Um Meiner Garde-UnterofstzierS-Compagnie einen erneuten Ausdruck Meiner Zufriedenheit zu geben, welche sich dieselbe durch treue Anhänglichkeit an Mich und Mein Hau» erworben hat, verleihe Ich der Compagnie ein neues Fahnentuch, nachdem da» seitherige durch den Gebrauch unhaltbar geworden ist, und eine neue Fahneuspitze. Darmstadt, den 25. November 1897. Ernst Ludwig. Tage«-Befehl. An Mein 5. Infanterie-Regiment Nr. 168. Ich übtrgebe Meinem 5. Infanterie-Regiment heute Fahnen, dieselben, welche duS ehedem bestandene 5. Hessische Infanterie-Regiment Prinz Em>l in den Feldzügen 1814 und 1815, insbesondere in tem Gefecht bei Straßburg ruhmreich geführt hat. Möge das junge Regiment al» Erbe der Fahnen deS Regiments Prinz Emil sich dieser alten Feldzeichen stets würdig zeigen zur Ehre unseres hessischen NawenS, zum Ruhme unsere» deutschen Vaterlandes und zur Zufriedenheit unsere» Allerhöchsten Kriegsherrn, Seiner Majestät deS Kaisers. Darmstadt, den 25. November 1897. Ern st Ludwig. ** Ordensverleihungen und Auszeichnungen. Znm heutigen Geburtstage Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs wurden wieder eine große Anzahl Orden»- und sonstige Auszeichnungen verliehen. Wir theileu an» der Liste vorläufig die folgenden mit: ES erhielten: Zahnarzt G. W. Koch, Kreisveterinärarzt Dr. Win ckler das Ritterkreuz 2. klaffe de» Verdienstordens Philipps de» Großmüthigen; 6ie Oberlehrer Fuhr und Hahn da» silberne Kreuz desselben Orden» mit der Krone; LaudgerichtSrath Dr. Möbiu» und Amt»gericht»rath Gebhardt das Ritterkreuz 1. Klaffe desselben Orden»- GerichtSichreiber Neid Hardt da» Ritterkreuz 2. Klaffe deffelbeu Orden»; Cruzleidtener Fr. Korell da'- Allg. Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue D enste"; RegierungSrath PH. Burger daS Ritterkreuz 1. Klaffe deffelbeu OrdenS; Hochbauaufseher Peter Sahlfeld da» silberne Kreuz diese» Orden»; Lokomotivführer Joh». Seth, Locomotivführer Hch. Kolb, HilfSdammwärter Jacob Kreiling da» allgemeine Ehrenzeichen für treue Dienste. — Professor Dr. Behaghel erhielt den Eharacter als Geh. Hosrath; Professor Dr. Kattenbusch den Eharacter al» Geh. Sircheurath; Oderbibliothekar Dr. Haupt den Charakter al» Professor. •• Die Feier bei SebnrtStagel Seiner Königlichen Hoheit bei Sroßherzogl und Ihrer Königlichen Hoheit bei Großherzogin fand heute in der üblichen Weile statt. Militärisch wurde die Feier begangen durch einen Zapfenstreich am gestrigen Abend und Weckruf am heutigen Morgen. Hierauf wurde vom Mofikcorp» des Kaiser Wilhelm Regiment» vom Thurm der Stadtkirche eiu Choral geblasen. Nach dem Militärgotteldienst fand um IV/i Uhr auf dem Hofe der neuen Kaserne die Parade statt. Sn derselben nahmen nur die älteren Mannschaften de» Regiment» Theil, während die Rekruten al» Zuschauer aufgestellt waren. Herr Ooerst v. Madai hielt an daS Regiment eine die Bedeutung de» Tage» auSdrückeude Ansprache und brachte am Schluffe derselben auf Seine Königliche Hoheit den Großherzog und Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin ein dreifaches Hurrah au». Hierauf fand Besichtigung de» Regiment» unter Gefolge der R -serve-Off'ziere und der dazu geladenen BertreterderUaiversi'ät, deS KreiSamkS und der S'adt Gießen, nab nach brr Besichtigung Parademarsch statt. Auch in der Schule wv'de» Feierlichke ten, bestehend in Gesang und Ansprachen, gedalirn. Dte Krieger- re. Vereine begehen die Feier bei G'bur v g» unsere» LandeSderrn om heutigen Ab-nb Für die Minn schäften bei Regiment» stad F stlichkeiten in verschiebenra größeren Localitäten der S'adt vorgesehen. • *p. Schulfeier. Zu Ehren der Geburt»taa»feier Allerhöchst Ihrer köaigl. Hoheiten bei Großherzog» Ernst Lubw g und der Großherzogin v'ktoria Melitta hatte auch die Volksschule festtägliches Gewanb angelegt. Wir berichien hierüber kurz Folgende»: Die Feier begann mit bem Vortrage bei 100. P,alm», „Jauchzet bem Herrn alle Welt", durch bte Chorschule. Hieran knüpfte sich eine An p oche an die Jugend, welche derselben die vcdeutng der Tage- klar machen und sie zum Dank und zar Anhänglichkeit an da» angestammte Fürstenhaus auffordern sollte, einen Dank, de» e» wie früher so auch heute \xn höchsten Maße verdiene. In einem kurzen Resums wurde zum Schluffe noch manche» ernste, beherzigenswerthe Wort an die Jugend dahin gehend gerichtet, dereinst diese Gefühle in Thaten uwzusetzen und m t Gut und Blut für Fürst und Vaterland einzutreten. Von Schülern wurden noch zwei sog. „Heffenlieder" vorgetragen und von einem Lehrer ein Siück Hess scher Geschichte, „Die Bez'ehungeu Karl» bei Großen unb seine» Hause» zum Heffenlaube", zur Verlesung gebracht. Die Feier schloß mit bem Choral: „Nun danket Alle Gott." ♦ ♦ Milttardteuftnachrichten. Koch, Sec. Lt. von der Reserve de» Jnf. Regt» Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 zum Prem.-Lieutenant befördert. * * Oefsenlliche Anerkennung einer edlen Thal. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben dem Johann Baptist Ohan» zu Mainz in Anerkennung der von demselben mit Muth und Entschloffenheit, sowie unter eigener Lebensgefahr ausgeführten Rettung de» Schuhmacher» Heinrich Kornmeffrr daselbst vom Tode deS Ertrinken» He Rettungsmedaille zu verleihen geruht. * • Parlamentarische!. Der Abgeordnete Weith hat beantragt: 1. bte Kosten der Kurmusik zu Bad-Nauheim in Cap. 2. Titel 3 Nr. 6 bei Hauptoorauschlai,» für 1897/1900 von 28,500 auf 38,500 Maik zu erhöhen, dagegen die Bevefizconcerte wegfallen zu lassen. 2. unter Titel 10 desselben Capitel» die Kosten der Parkanlagen von 30 500 auf 40,500 Mark zu erhöhen. • *H. Stadttheater Seit einer Reihe von Jahren hatte» wir dal Vergnügen, alljährlich einmal die Muse Fritz Reuter» in den vortrefflichen Recitatiouen de» Herrn Hoffchau- spieler» Junkermann bestens kennen zu lernen. Weniger oft jedoch finden hier dramatische Darstellungen au» den Werken de» Dichters statt, obwohl dadurch der Hörer durch bte lebendig sich abspielende Handlung weit wehr profitirt, da solche anschaulicher und eindringlicher wirkt, all die Recitat'on. Deshalb war es mit Freuden zu begrüßen, daß für gestern Abend da» Lebensbild „Onkel Bräsig" augekündigt war und zur Aufführung gelangte. Da» Stück ist nach bem Reuter'ichen Roman „Ui mine Stromtib" bearbeitet und stellt „Onkel Bräsig" in seinen Beziehungen unb bei allen Ereignissen zu bem Hause von Rambow, sowie zur Rüßler- unb Habermann'scheu Familie in ben vordrrgrunb. Fritz Reuter gab schon in seinen Schriften olle handelnben Personen in plastischer Schilberung unb trefflicher Characteristik wieber, der dramatischen Bearbeitung konnte e» detzhalb nicht schwer fallen, lauter lebenswahre, echte Menschen, wie sie im Lande Mecklenburg Vorkommen, zu schaffen. Schwieriger gestaltet sich indessen die Darstellung, besonder» wenn die Hauptrolle nicht wirksame Verkörperung findet. Doch darunter hatte die gestrige hiesige Aufführung nicht zu leiben. Die Gestalt bei alten pensionieren Inspektor» Bräsig fanb in bem hiefür gewonnenen Gaste, Herrn kgl. württembergischen Hofichau- spieler Emil Richard, eine ganz vorzügliche Vertretung. Dem geschätzten Künstler ist eS in hohem Maße geglückt, da» Hauptiutereffe durch sein behaglich humorvolle» Spiel, feine vorzügliche Maike, feine unvergleichliche Komik unb glänzende» Mienenspiel, baß iha all zweiten „Büller" erscheinen ließ, zu gewinnen. Dal Publikum befand sich bet den mit prächtigem Humor vorgebrachten Einfällen „Onkel Bräsig»" ununterbrochen in fröhlicher Stimmung unb überschüttete ben vorzüglichen Darsteller mit lebhaften BeifallSbezeugunqen unb mehrfachen Hervorrufen. An dem Erfolg, den der Gast unstreitig errungen, nahmen alle übrigen Mitwirkenben Theil durch ihr gute» Spiel. Besonder» zu erwähnen sind: Herr Albrecht, der den Fritz Triddelfitz in derb possenhafter Weise gab unb damit starke komische Wirkungen erzielte, Herr Doser al» dunkler Ehrenmann PomuchelSkopp, Herr Liebscher in der guten Wiedergabe de» alten, ehrlichen Mosel. Da» Idiom de» „Mecklenburger Platt" war größtentheil» gut verständlich, hätte jedoch stellenweise, nicht zu« Nachtheil für da» hiesige Publikum, eine Milderung durch hochdeutsche Aussprache erfahren dürfen. Die Vorstellung war gut besucht. • • Stadttheater. Die nächste Vorstellung im hiesigen Stadttheater stabet am kommenden Sonntag, den 28. b Mtl. statt. Nachmittag» 4 Uhr ist eine Aufführung für Kinder, und zwar gelangt alflbann Göruer» beliebte» Märchenspiel „Apfelbaum, Erdmänachen und Flöte" zur Darstellung. Abend» geht Ferdinand Raimund» herrliche Zauderpoffe „Der Verschwender" mit der Kreutzer',cheu Musik in Scene. Die Aufführung de» längst mit Spannung erwarteten neuen Schauspiele» „Der Gymnasialdiree- tot" von Eugen Zabel und Alfred Bock findet voraul- fichtlich Anfang» nächster Woche statt. • • Die Gießener Omnibulgesellfchaft hat gestern bei der Firma Ro weiser u. Co. tu Fliedderg einen neuen 24sitzigeu Sommerwagen in Auftrag gegeben, welcher mit Beginn de» Sowmerfahrplane» in Dienst gestellt werden soll. • • Auszeichnung. Apotheker A. F. H. Paleo« in Mühlheim a. d. Ruhr, ein geborener Gießener, von dem wir s. Zt. meldeten, daß derselbe für die von ihm erfundene LL7,.r ''k“ 9,fij* *' 8»r bi tt’*1 - >"i»c W , “ btTl4UD 7° «» de« tzo?. alle 8ell, 'tn/ ^>°utttttn. •©«ffenlteber* 6ot, [WWer ®t|d)ld)tt, unb Itlne« Hault, J\®1« Seiet Idjlofe ' ^ec.-Lt. Don bet ° (2- Tevhy. H,ss.) edle« rhllt. Trine haben dem Johann 1un8 der von betn* fowie nutet eigener TchnbwatetS Hemdes Srttinkens (|{ irbnete Seit Mot H zu Bab-No«- NuptootanlchlatzS fit la;! zu ethSz», zu laßen. 2. am bet Patkai/i-ln len. he von Jafm hotte» ble Mule K'ltz Reu- des hem holichou« lernen, ©eniget oft gen ans den Weilen er Höret buii tii md)r Profite da , all bit SkcltQt'on. i, M fßt gestern ' augtlünbipi wat M ifl nai btm Dtaxbdttt unb nb bei M trog» )\t pt Mer- unb 6xunb. tze^Reniet abelnben Petfonen In Chatacteristik wleber, behhalb nicht \t>w in, lvle fie l-L-rtt Schwieriger »io« bie W* i)och baruntn p" leiben. Die SB fonb in btm M ibergilchrn HofiD' r-ügliche 8enrtiuDS. v Me gegißt, 0,61118 6* I* “ Ito' «**>* i* bei btu «it M MW* • mb ntol*‘" 61«, k'»,bHÄ i Mvttkeudr W ermäßen M* $ >.>« 1,-1°"'° T„ 8U1' 'S'1™ Lutjuii S.J* notaS' D ginb«/ ,b 318 h, toilK' - •4Ä A*-** blt -JägflS aromatische Sisentinctur auf der Brüsseler «ul- ftellunp mit der goldenen Medaille prämiirt worden ist, hat in Parts wieder einen glänzenden Erfolg zu Der zeichnen. Der PaScoe'schen Etsenttnctur wurde auf der daselbst stattfindenden medieintfchen hygienischen Ausstellung die goldene Medaille nebst Diplom zu erkannt. ** Eine neue Hofr«ithe. Herr Hoflohnkutscher Huhn hat in der Rittergasse eine vollständig neue und geräumige Hofraithe, w«e fie für sein Geschäft im Mittel- Punk der Altstatt schwerlich besser zu schaffen, hergest Ht. H rr Huhn hat hierzu die neben seinem seitherigen Besitz thum in der Ritiergasse belegene Ktnkel'sche Besitzung erworben. Durch Abriß der alten Gebäude auf beiden Grundstücken bis auf das Klvkel'sche Wohihaus und durch neue stimucke Berblendsteinbauten zur Unterbringung deS Huhn'ichen bediutendkn PferdebeftandeS, sowie für dessen Eqatpagen Paxk, ist ein geräumiger Hosraum geblieben, welcher nach der engen Gaffe durch eine Mauer abgeschloffen ift. Durch d ese Umwandlung ist auch in dem früher engen Winkel der Rittergaffe mehr Luft und Licht geschaffen. •• Zum eenen Güterbahnhofe. Am Montag wurde die Hammstratze, die neue Unterführung deS Bahndammes an der Westaulape und der neue Güterbahnhof dem Verkehr übergeben. Bereits am Sonntag wurde diese Neuanlage Don zahlreichen Passanten besichtigt. Zwar können sich die In- tereffeaten auf dem Güterbahnhof noch nicht zurecht finden, eS gtebt hier und da Klagen, aber wenn die Verhältnisse dort erst geregelt sein werden, wird eine bedeutende Verbesserung deS BerkehrSlebenS für unsere Stadt nicht verkannt werden können. Die Bureauräume der Güierhalle sind praktisch angelegt; an dieselben schließt sich der geräumige Schuppen für Stückgut. Dann kommt der etwas abseits stehende Zollichuppen, die Vieh- und die Petroleum-Rampe. Der Güter Bahnhof hat drei Zugänge; erstens vom Neu- städterthor her durch die Hammstraße, dann durch die Unter« führung an der Weftanlage und von der Frankfurterstraße/ wenn man die im Zuge der Klinikstraße befindliche Ueberführung des BahnrahonS Überschreitet. Die neue Straße wird zur Hebung deS Verkehrs in dem jenseilS deS Bahndammes an der Lahn gelegenen Stadttheil wesentlich beitragen und die Anlage von rechrwinklich abzweigenden Straßen die Baulust in bezeichneter Gegend fördern. Eine erhebliche Steigung des Verkehrs wird auch die Bieberthalbahn mit sich bringen. Der Dirhmarkt gestern und vorgestern brachte ebenfalls regen Verkehr, indem das mit der Bahn ankommende Vieh auf kürzerem Wege über die Hammstraße befördert werden konnte, wodurch die Bahnhofstraße unb Westanlage entlastet wurden. •• Gieße» in Frauengestalt. In den Schaufenstern des Photographen Herrn Wilhelm Becker in der Bahnhofstraße wie im Seltersweg bemerken wir seit einigen Tagen ein Lichtbild, welches durch feine außergewöhnliche Ausstattung vor den modernen Bildern aus der Gegenwart besonders auffällt. ES ist das personificirte Gießen, welches das Bild darstellt. Eine anmuthige hohe Frauengestalt, deren dunkles Haar ausgelöst über die Schultern fällt, bekrönt mit der Mauerkrone des Gießener Wappen«, deren Thürwe genau vachgebildet find. Auf der Brust erblicken wir das Gießener Wappen, den geflügelten Löwen im Buchstaben G. stehend. In dem schwarzen Sammetmantel, der leicht über die Schultern fällt, fehen wir ebenfalls Löwenfiguren eingesteckt. Da* Ganze ist von einem in Barokstil auSgesührten Rahmen von starkem Carton umgeben, der in seinem unteren Theil eine feine Zeichnung der Umgegend von Gießen mit den Burgen Gleiberg und Vetzberg zeigt. *• Belr. der Koste» der Verpflegung von Gefangenen in den Krankenanstalten wurde an die Justtzverwaliungen folgendes Mimsterialaußschreiben erlaffen: ,9a mehreren Emzeisällen sind Meinungsverschiedenheiten zwilchen Justiz- und Verwal- tungsdedörden darüber entstanden, in welchem Umfange eine Krankenanstalt berechtigt ist, anS Mitteln der Justizverwaltung Erstattung von Kar- und VerpflegungSkosten für Gefangene zu erlangen, die ihr von Justizbehörden zur Verpflegung überwiesen werden. Das Bundesamt für Heimathwesen hat sich in wiederholten Entscheidungen dahin ausgesprochen, daß Gerichtsgefangene, die krankheitshalber von den Justizbehörden aus der Haft entlaffen und Gemeindekrankenanstallen zur Verpflegung übergeben worden find, gleichwohl nach wie vor als Gefangene anzujehen seien, die zur Verfügung der Justizbehörden verbleiben unb auf Kosten ber Justizverwaltungen zu verpflegen find, sobald bei ihrer Entlassung auS der Haft Vorbehalten war, fie nach beendigter Kur in das Gefängniß zurückzunehmen. Im Hinblick auf diele Rechtsprechung werden in Fällen der erwähnten Art die Kosten der Krankenpflege den Kranken- anstalten auS der Eriminalkaffe oder ter Strafanftaltskaffe zu erstatten fein. Zugleich aber werden die Justizbehörden unb Beamten, welche die Uebertührung von Gefangenen in Krankenanstalten anordnen, jedesmal zu erwägen haben, ob die Untersuchungshaft aufzuheben oder die Strafhaft zu unterbrechen, oder ob der Gefangene nur vorübergehend zu seiner Verpflegung einer von der Gesangenanstalt getrennten Krankenanstalt zu überweisen ist. •* Viehmarkt. Der gestrige Kuhmarkt war mit Vieh aller Gattungen sehr gut befahren. ES standen etwa 6—700 Kühe und ca. 250—300 Kälber zum Verkauf. Der Handel setzte flott ein. Käufer waren besonders stark aus der Wetterau gekommen, auch Frankfurt war vertreten, doch waren eS von diesem Platz nur Reflectanten auf Kälber. Trotzdem gingen die Preise für diese Waare gegen den letzten Markt stark zurück, während für Prima-Waare frischmelkender und tragender Kühe die Preise bedeutend anzogen. ES wurden gehandelt Milchkühe 1. Qualität 500—550 Mark; 2. Qualität 350—400 Mark. Kühe zum Abmelken je nach Werth. Kälber kosteten schwerste Waare 58—60 Mark, geringere Sorte 52—54 Mark pro Sentner Schlachtgewicht. — Auf dem gestrigen Ochsenmarkt waren ca. 80 bis 90 Stück Vieh aufgefahren. Der Handel entwickelte sich verhältnißmäßig sehr gut. Bezahlt wurden für Gang- ochsen in guter Waare 700—800 Mark per Paar. Auch der Vorrath von Mastochsen wurde verhältnißmäßig gut verkauft. ES wurden für gute Waare 31—33 Mark pro Gentner lebend Gewicht angelegt. Geringere Waare war für 29—30 Mark zu haben. — Der Handel auf dem Schweinemarkte war ebenfalls ein recht flotter. Begehrt wurden hauptsächlich Einlegschweine, bet denen sich die hohen Preise des lrtzten Marktes auch in Folge davon erhielten. Bei den Ferkeln waren jedoch die Preise um eine Kleinigkeit gegen den letzten Markt zurückgegangen. Ferkel kosteten, 6 Wochen alte, 34—38 Mark; 12 Wochen alte 45 bis 52 Mark. Läufer wurden gehandelt Vz-jährige 90 bis 100 Mark, »/.-jährige 140—180 Mark per Paar. ** Wetterbericht. Die nördliche Depression bringt zwar ostwärts in das Innere Rußlands vor, hat jedoch ihren Wirkungskieis in südlicher Richtung über den Osten deö ErdtheilS ausgedehnt. Dabei hat auch in Central-Europa ber Luftdruck noch meist abgenommen und weicht daS Maxi- malgebiet nach Westen zurück. Außerdem treten innerhalb desselben mehrfach kleinere Unregelmäßigkeiten auf. In Süddeuifchland bestand am Morgen noch ruhiges unb zumeist nebelige* Wetter. Im Alpenvorlande unb an den Hochstationen war der Himmel zwar Leiter, doch hat in den höheren Lagen die Luftbeweaung ti ea ruhigeren Eharacter angenommen und sind daselbst a ch die Temperaturen merklich zurückgegangen. — Voraussichtliche Witterung: Kühles, meist trübe« odr nebelige* Wetter. Drrmtfdyte*» A* Gladenbach, 22; November. Gestern Abend gerieth der Händler Johanne* Schwarz mit seinem Sohne Karl, der au* einer Wirthschaft hrimkehrte, in Streit, in dessen Verlaufe der Alle die Axt ergriff und seinem Sohne die Brust auf schlug. Der Schwerverletzte taumelte noch einige Schritte vorwärts unb brach bann vor der THÜre blutübeift ömt zusammen. Der Thäter wurde sofort verhaftet unb infl hiesige Amtsgerichtsgesängriß eingelieftrt. * Die Schuhmacher »ad Schneider solle» mehr turnen, so empfiehlt eS der erste Bürgermeister Anker zu Lauds- b e|r g a. W. in einem Rundschreiben, welche* er an die dortige Schuhmacher- und Schneider-Innung, sowie an de» Vorstand de* Turnverein* und den Leiter der Jugendspiele gerichtet hat. Ja dem Schreiben heißt e* folgendermaßen: „Bei der diesjährigen Musterung habe ich wiederum die Wahrnehmung gemacht, daß von den jungen Leuten da* Turnen leider sehr vernachiäsfigt wird, natürlich zum erheblichen Nachtheil ihrer Gesundheit. Besonder* tritt dieser Uebelstand bei Handwerkern in sitzender Lebensweise, wie Schuhmachern und Schneidern, hervor. G* müssen die jungen Leute mehr zu Leibesübungen herangezogen werden. Ich bitte den Vorstand, sich auch in dieser Hinsicht der Gesellen und Lehrlinge mit warmem Herzen anzunehmen und seinen Einfluß dahin geltend zu machen, daß die Lehrherren diese mit ihnen arbeitenden jungen Leute zum Eintritt tu den Turnverein unb zur Theilnahme an den Jugend- unb Dolksspielen anhalten. Meine* Erachten* bedarf es nur der ersten Anregung; ist dieser erst Folge gegeben, so werden die jungen Leute selbst an diesen ßeibelübungen Gefallen finden unb sich Körper und Seele gern gesund unb frisch erhalten. Der Segen wirb nicht auSbleiben und die Janungen uab Lehrherren werden ihre Freude haben." Hntoerfitäts - Nachrichten. Heidelberg, 22. November: Das Stiftungsfest der Uuiverstiät wurde heute Vormittag in üblicher Weise begangen. Die Festrede hielt der derzeitige Prorector Geh. Hofrath Georg Meyer, herüber die „Entstehung und Ausbildung des allgemeinen Stimmrechts" sprach. Der Redner sprach zu Gunsten des allgemeinen Wahlrecht*, stellte ihm aber die allgemeine Wahlpflicht gegenüber. Bei der mit der Feier verbundenen PreiSoertheilung erhielten Preise: in der philosophischen Faculiät cand. jur. et. hiator. Paul Pick und in der medicinischen Faculiät cand. med. Dr. Franz Müller. Die von den übrigen Facultäten gestellten Preisausgaben sanden keine Bearbeiter. — Die Frequenz beträgt in diesem Semester mit Einschluß der Hörerinnen 1198 gegen 1115 im vorigen Wintersemester. — Aus Edinburgh, 20. November, wird berichtet: Der Professor der Ethik an der hiesigen Universität, Dr. Henry Calder- wood, ist gestern, 74 Jahre alt, gestorben. Gottesdienst in der Syuagog Samstag den 27. November 1897. Vorabend 4 Uhr, Morgens 9 Uhr, Nachmittag* 3 Uhr, SnbbatbauSgang 5" Uhr. Verkehr, Caub* unfc Votikswirrhschäft- 8tw»wee. 24 November. Fruchtmarkt. Roth er Weizen X 16.60, weißer Weizen X 00.00, Korn X 10.99, Gerste X 10 63, Hafer x 6.91. Bekanntmachung. Die Rechnung der Armenkasse und der Plockifchen Stiftung für 1896/97 liegt vom 26. d. Mt*. ab auf acht Tage zu Jedermanns Einsicht offen. Gießen, 22. November 1897. 10822 Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Rodheim a. d. H. für 1898/99 liegt vom 26. d. Ms. an acht Tage lang auf hiesiger Bürgermeisterei zur Einsicht der Interessenten offen. Rodheim a. d. Horloff, den 24. November 1897. Grobherzogliche Bürgermeisterei. Schäfer. 10810 Bekauurmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Geilshausen für 1898/99 liegt vom 26. November an auf hiesigem Bürgermeisterei- bureau acht Tage lang zu Jedermanns Einsicht offen. Geilshausen, den 24. November 1897. Großh. Bürgermeisterei Geilshausen. Pfeiff. 10815 BehördlicheAnzeigen Der Wechdmoer Heinrich Ruhl von Gießen und dessen Ehefrau, Christine geb. Belloff, haben durch Vertrag vom 9. b. Mts. Güter- itrennung vereinbart. Gießen, 22. November 1897. Großh Amtsgericht. Wien er. 10811 Neidhart. In den Gemarkungen A tz b a ch und Dorlar soll ein Feldweg planirt und theilweise chaussirt werden; Kostenanschlag 2250 Mk. Project- stücke können hier eingesehen werden. Angebote sind bi* zum 10. December d. I. hierher einzureichen. Krofdorf, den 24. Novbr. 1897. 10816 Da* Bürgermeister-Amt. SaudklslkhranAaltDarmIladt Prospecle durch den Director gf. Fehr. mpfehlungen MdI. MlliWllS. Freibank. 10791 Heute und morgen: Dcksenfleisch nicht ladenrein, per Pfd. SIPsg. Rindfleisch, nicht ladenrein, per Pfd. SVPfg. Schweinefleisch nicht ladenrein, per Pfd. 52 Pfg. Mit mehreren goldenen Medaillen prämiirt, dem französischen Cognac an Güte gleichstehend und an Qualität, wie Aroma unerreicht ist der bereits in annähernd 10,000 Geschäften Deutschland* eingeführte 9574 1734 lehr alte Kornbranntwein reell gebrannt au* Gerstkndarrmalz und Roggenkorn von E. H. Magerfleisch Wismar a. d Ostsee. Gründung der Sornbranntweinbrennerei und Läger im Jahre 1734. 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