Rr. 251 Erstes Blatt Dienstag de» L6 Oktober 1897 Der Hirßcner Anzeiger erscheint täglich, Mit Ausnahme deS MonragS. Die Gießener A>«urikienbtälter Werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigdnjL Gießener Anzeig er Keneral-Mnzeiger. viertelsähriger Avouucmcntspreisr 2 Mark 20 Pfg. mü vringerlohn. Durch die Post bezöge» 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Schutstratze N*-7. Fernsprecher 5k Anrts- und Anzeigeblntt fiw den Kreis Gieren. Annahme von Anzelgen zu der Nachmittags für de« At^GottOY GottfifrtftfiY «ll- Armoncen-Bureaux d«S In- und Auslandes nehm« folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Sonn. 10 Uhr. ^lUUlUUUVlUlUl« Anzeige« für den „Gießener Anzeiger" cntgtf*. Betreffend: Die Unterhaltung der Kceisstraßen. Gießen, am 19. October 1897. Das Großherzogliche Kreis amt Gießen an die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Die Lieferung zerkleinerter Uuterhaltungssteiue bezw. das Brechen, Anfahren und Zerkleinern der Uvterhaltuugssteiue für die Kreisstraßen des Kreises Gießen für die nächsten drei Jahre soll in den nachstehenden Terminen für die einzelnen Lieferstrecken loosweise auf dem Weg mündlichen Abstreichs versteigert werden. 1) Höeröesstugen: Montag den 1. No- vcmöer, Vormittags 10 Uhr. cbm 30 a Hungen—Hofgraß 80 83 a Hungen—Villingen 40 b In Villingen 25 c Villingen—Ruppertsburg 7 84 b Villingen—Nonnenroth 40 o In Nonnenroth 10 d Nonnenroth-Oberbessingen 40 s In Oberbessingen 10 1 Oberbessingen—Ettingshausen 4 g In Ettingshausen 25 h Ettingshausen—Harbach 39 i In Harbach 17 k Harbach—Staatsstraße 2 45 o Ettingshausen-Queckborn 35 2) Steinheim: Mittwoch den 3. No- vemöer, Vormittags 10 Uhr: cbm 25 d In Trais-Horloff 10 e Trais-Horloff—Steinheim 30 f In Steinheim 15 g Steinheim—Unterwiddersheim 10 29 a Steinheim—Rodheim 30 b Rodheim—Rabertshausen 38 c In Rabertshausen 12 d Rabertshausen - Harbwald 10 e In Rabertshausen II 14 30 b Hofgraß—Rodheim 56 c In Rodheim 20 d Rodheim-Glaubzahl 10 31 a Langd—Straße 30 b 30 3) Staufeuöerg: Donnerstag den 4. No- vemver, Nachmittags 3 Uhr. cbm 71 b Lollar—Daubringen 34 72 a Gießen—Daubringen 18 b In Daubringen 3 ■c Daubringen—Mainzlar 1 d In Mainzlar 2 e Mainzlar—TreiS a. d. Lda. 17 73 a Lollar—Staufenberg 4 b Staufenberg—Mainzlar 4 75 a Staatsstr. Marburg—Friedelhsn. 10 76 a Kirchberg—Ruttershausen 1 b In Ruttershausen 5 c Ruttershausen—Odenhausen 18 d Odenhausen— Staufenberg 16 77 a Gießen—Wißmar 32 obm 67 d In Alten-Buseck 50 68 a Wieseck—Trohe 10 b In Trohe 2 71 d Daubringen—Alten-Buseck 3 h Trohe—Rödgen 3 5) A Ikendorf a. d. £ba.: Montag den 8. November, Vormittags 10 Uhr. cbm 69 a Beuern—Allertshausen 21 o Allertshausen—Londorf 10 70 a Beuern—Climbach 20 b Climbach—Mendorf a. d. Lda. 17 c Mendorf a. d. Lda.—Nordeck 13 72 e Mainzlar—Treis a. d. Lda. 17 f In Treis a. d. Lda. 26 g Treis a. d. Lda—Mendorf 11 h In Mendorf a. d. Lda. 15 i Mendorf—Londorf 13 k In Londorf 7 6) Weilershain: Mittwoch den 10. No- vemöer, Vormittags 10 jjamborg-Seitie. Ueber den rühmlichst bekannten Ist ein auf Strafaufschub g-richt-ie« Gnadengesuch oonbim Wiener Clavierhumoristen Herrn O. Lamborg, welcher am Ministerium adschlaglich beschieden worden und wird dann ein ®™n,r.U8 «6“nT (a „@td"« @aat* «nctrtkt, äußern fich auf Strafaufschub (§ 488 d» Strasproz-ßordnung) fich der „Münch. N. SR.": Der Claoierhumorift O Lamborg gab stützende« Gesuch eingeretcht, o ist da«selbe von der Staat« im großen Museum Saale -in- humoristisch- Soirö-, anwaltschaftsofortzurachzuw-is.n lof.rnnich nu.Tba, mit ber er sich nunmehr auch in München auf do« Beste ein- fachen zur Begründung de« Gesuchs v°rgebracht werben. Ist g-sührt hat. Da« gewählte Publikum, welche« ben Saal bi« vor ber Einreichung ein,« auf ^rafauffchub gestützten «n auf ben letzten Platz füllte, kam während zweier Stunden trag« ein auf Straferlaß oder Strafumwanbiung gerichtete« au« b-m Lachen gar nicht mehr h-rau« nab zollt- namentlich Gnadengesuch vom Ministerium abgefchlagin ben Elauier-Numm-rn, welche zeigten, daß der Künstler die,,« die Staotianwaltfchaft ben ihrer Ent ch-idung unterbreite en Instrument In vollendeter Weise beherrscht, stürmischen Bei. Antrag auf Strafaufschub einer -anderen org a-üg e fall! Man wird nicht fehl gehen, wenn man Herrn Lamborg Prüfung in der Rtchwng zu unterziehen, ob d-rfelbe nich al« einen der besten Muflk.Hnmorist-n der Gegenwart b-. lediglich eine B-rfchleppung ber Strafvollstreckung be,we«t tddmet lumat er auch gesanglich unb beclamatorisch Tüch- nab dabei im Auge zu behalten, daß Gnadengesuch, s st «« leistet unb alle ferne Produ-tionen mit einer ebenso wenn sie nur in beschrankter Weise einen Gnadenart et it en einen, ai« durchdachten Komik gewürzt find. Den Glanz- stets von bem Ministerium nach Rich ungen geprüft punkt des Abend« bildete die „Wettstreit ber Melodien" be- und gewürdigt werden. Ist ""fSnabengesnch abfchlägige^ titelte Nummer bei welcher fich der Künstler vom Publikum Bescheid ergangen, bann ist, wenn die Strasvollfttecknng au« -ine große Zahl von Opern, Operetten, komischen unb Bolk«. gesetzt war, ben Bestraften ' ttebern f°w7e von Eomponist-n angeben ließ unb hieran« zu setzen, nach deren Ablauf Vorfü rung.- odet hafib-f, sofort mit virtuoser T-chntk ein große« humoristische« Pot- zu eriafiin ist, wenn fich bet Verurtheilte zum ©trafantri hnnrri tmürotilfirte Auch der ^Musikalische Familienabend" nicht aestellt hat. erregte stürmische Heiterkeit, ebenso du« Finale au« der Oper - «'tt-rb-'icht. Der Kern de. b°r°m-'r scheu M°pimuw, Der zerbrochene Eid", d.e Parodien auf die italienische Op-r liegt noch immer im Norden, verlegt fich aber ollutalig weiter und ba« italienisch- Schauspiel, bie Spielereien auf bem gegen Osten, habe verliert dasselbe etoa« an Jutinfita. Elanitr sowie namentlich bie Schluhnummer, worin der BerhSitnißmäßsg niederer Druck besteht im Südea fort, doch Künstler eitten unserer modernen Claoi.r Birtaosen mit käst- find die Gradienten von Eeutrol.Suropa gegen d°« Mittelm-er. lichem Humor perfiflirte. Stürmischer Beifall nach jeder Gebiet schwacher geworbeo.Aus uns-remGebt-t-ftvieisach Nummer lohnten seine originellen heiteren Darbietungen. Ausklarung eingetriten, doch uM ber b<:itere ®lt . Siaditheater. Ein beisallSsreubigeS Publikum unb charakter durch die vorherrschende frische östliche Luftbewegv g eine nach verühmten Mustern zugelchnittene Berliner Poffe, beeinträchtigt. - Borau-sichtliche Witterung. M st „Bummelfritze", die noch etwa« localifirt wurde, bildeten heitere«, aber kühle« Wetter, gestern die Signatur de» Theater-Abend». Auf den Inhalt de» Stücke» näher etnzugehen ist nicht nöthlg, da dasselbe Butzbach. nock von frühereu Aufführungen her bekannt sein dürste und Dieostzrtt am . ,nt. bann _ offen gesagt — kann man darin mit dem besten Forstmeister Reuß fand am Mittwoch Abend I« -^fischen Willen von einem °Jnhalt" nicht« h-rau«find°n. G-fpi-lt Hof" ein AbfchiedSefien statt. In ben verfchiedenften Re°ea mürbe reit ne« In erster Linie ist Herr Direetor Helm würbe Herr Reuß gefeiert und hierbei all ber guten S en- zu nennen^ weicher den weichlichen Tischler Rohrmann Wirkung«- schäften gedacht, bie brr elbe b-fitzt. N'-ht nur al« tücht ger voll darstellte- ferner Frl. Nathusiu», die eine sehr an- uud gewiffeohafter Forstbeamter hat er sich ^" bewiese , muthige Guste war und ihren GesangSpart entsprechend durch- sondern auch al» Förderer der Obstbaumzucht war er führte8 Nicht unerwähnt soll Frl. v. Winterst ein als figer Gegend unermüdlich thätig. Such auf de« Gebiete der chalkh'after Berliner Schusterjunge bleiben. Die übrigen Imkerei war Herr Reuß zv.Hau« und suchte auchhier durch Darsteller erledigten ihre Rollen zusrtedenftellend. seine reichen Erfahrungen den für unsere Landwtr hschaft so •• btabttheater. Wie au» dem Theaterbureau gemeldet wichtigen Zweig der Bienenzucht zu fördern. Ku z, H wird, kommt Mittwoch Abend Gutzkows .Der KönigSlieu- Forstmeister Reuß zeigte fickl °l» Ma°n, der^e»^verdien^ ^enan " Donnerstag Abend Schiller» .Egmont" unter geehrt zu werden Möge hm die wohlverdiente Ruhe noch Heranziehung eine, ^gel^ten au,»artigen Künstler, zur | i. 22. O-iober. Der in Leib- hecken niedergegangene Luftballon (vergl. Nr. 249 d. Bl.) wurde gestern von seinem Eigevthümer zurückgeholt. Er war am Freitag Mittag in Frankfurt im Scheffel-Garten dem Netz entschlüpft, hat also einen Weg von ca. 37 Kilometer zurückgelegt. Trotz der durch die Explosion entstandene, bedeutenden Verletzungen soll die Ballonhülle nach Aa»jage de» Luftschiffer» noch einen Werth von 500 Mk. haben. -|- Ridba. 21. October. Am 10. November findet die feierliche Uebergabe de» für die Spar- und Leihekaffe Nidda neu erbauten prächtigen Dieuftgebäude» an der htefigew Bahnhofstraße statt, worauf dann die diesjährige Generalversammlung tu dem neuen Kaffengebäude abgehalten wird. Dieselbe hat bet dieser Gelegenheit auch über die Besetzung der in Kürze vacant werdenden Rechnerstelle endgiltig beschließen, für welche fich dem vernehmen nach schon gegen hundert Bewerber gemeldet haben sollen. Der zukünftige Rechner, sowie der Diener de« segensreichen Spar-JustitutS erhalten Dienstwohnung in dem schönen Kaffengedäude. Darmstadt, 22. October. Die neueste Frucht gemeinsamer Arbeit der Herren Fr. v. Schönthan ual Koppel-Ellfeld in Berlin, das Lustspiel ^Helgas Hoch' «olff« telegraphisches Lottesponbenz-Vureau. Miestnhorst, 24. October. Amtlich wird gemeldet: Heute gegen 3 Uhr früh fuhr auf Haltestelle Miesterhorst infolge Nichtbeachtung des HalteffgualS der Eilgüterzug 802 in den dort überholten und in der Ausfahrt begriffenen Güt erzug 823. Beide Geleise find gesperrt. Eine Maschine und sieben leere Wagen sind beschädigt. Menschen wurden nicht verletzt. Der Betrieb wird durch Umsteigen aufrecht erhalten. Die Geleise werden voraussichtlich um 12 Uhr frei werden. Depesche« bei vuream .Herold.' Darmstadt, 24. October. Der Reichskanzler Fürst Hohenlohe ist gestern Abend hier etngettoffen und im „Hotel zur Traube" abgestiegen. Er wird voraussichtlich heute vom Kaiser von Rußland empfangen. Darmstadt, 24. October. Der russische Minister de» Aeußeren, Graf Murawtew, trifft am Montag Hierselbst ein und wird zusammen mit dem Zarenpaar die Rückreise antreten. Berlin, 24. October. In einer Versammlung der zur „Germania"-Jnnung gehörigen Bäckermeister Berlin» wurde einmüthig der Ueberzrugung Ausdruck gegeben, daß die Bäckermeister alle» daransetzen mühten, um da» Bartetet ■ gewerbe von der drückenden Last der BundeSrathS-Berordnung vom 4. März 1896 zu befreien. Obermeister Bernard gab in jener Versammlung gleichzeitig bekannt, daß bei der Audienz, welche die „Bereinigten JnnungSvorstände Deutsch- landS" kürzlich bei dem StaatSsecrerär Grafen v. PosadowSky gehabt haben, auch der Maximalarbeitstag im Bäckereibetriebe zur Sprache gekommen sei, und die Delegirten Gelegenheit genommen hätten, dem StaatSsecretär ouSeinanderzusetzen, wie durch die Verordnung da» frühere gute Einvernehmen zwischen Meiffer und Gesellen gestört worden sei und wie die Meister durch jene socialpolitische Maßnahme auch andere schwerere wirthschaftliche Nachtheile zu erleiden hätten. Lübeck, 24.October. Hier tritt die Augengra>ulose auf- fie scheint von Canalarbeitern eingeschleppt worden zu fein. Die Schulbehörden treffen umfaffende Maßregeln. Wien, 24. October. Baron Dipauli läßt durch da» „Vaterland" erklären, daß er trotz deS bisherigen Mißerfolges feine versuche, den Bölkerfrteden in Oesterreich wieder herzustellen, so lange fortsetzen werde, bis dieselben von Erfolg sein würden. Rom, 24. October. Die beabsichtigte Gemsenjagd deS König» Humbert in valdteri ist durch einen furcht- baren Schneesturm unmöglich geworden. Die ganze Jagd- gesellschaft war infolge eine» Lawinenstürze» im Jagdschloß eiugeschloffen und konnte erst nach 24stündiger harter Arbeit freigemacht werden. Der König reiste dann ab. Rom, 24. Oktober. Auf dem Adrtattschen Meere er- litten infolge heftiger Bora mehrere Schiffe Havarie. Warschau, 24. October. Der Lultu»mintster hat entschieden, daß in den Schulen nunmehr da» Morgengebet in polnischer Sprache abgehalten werden soll. Orau, 24. October, vorgestern Abend wurde hier ein starker Erdstoß von Osten nach Westen, welcher 4 Secunden dauerte, verspürt. Koupanttuopel, 24.October. Die griechischen Dele- girten der FrtedenSconferenz finden die türkischen Forderungen von 10 Millionen Franc» sür den von der griechischen Flotte angerichteten Schaden übertrieben. Darmstadt, 25. October. Reichskanzler Fürst Hohen- lohe und Gemahlin wurden gestern vom russischen Kaiser- paar empfangen und nahmen später an der Großherzoglichen Tafel Theil. Berlin, 25. October. Der Kaiser wohnte gestern vormittag dem Gottesdienst in der Potsdamer Garntson»- kirche bei, während sich die Kaiserin zur Einweihung der neuen Kirche nach Erkner begeben hatte. Wien, 25. October. Graf GoluchowSki hat fich gestern auf sechs Tage nach seiner Besitzung in Galizien begeben. 1. tu”1 chSglt- itfÄ Jl'ÄS '•■"Ä ,A"°» iw ülun mt 5.bem fetten« bei btrt LaserhSosero in i5tu! ^tru. S*“«|Mow. "’h immi UBtl Witta 1« Itmro. ta »eUmfltttx yittti. Wommen. Dir Vorstand des drr Deutschen "edttu, bie Im ®QÜ to/ Mr statutarischen itlidjen Zuschuß bon hdllloitD'Untttftübung M der Dauer der tttstützung 10,20 uud 1 Frankfurt. Htfsrn mit einen GegenseitiMs. i. DaS Grohherzogliche ie au die JnsttzdehSrde Folgendes entnehmen: Gnadeugesuch bon bem irden uud wird dann ein rtrasprozehordnung) fit ilftlbe bon der Ttaal1> fern nicht neue W -orgebracht werden. Ist ausschub gestützten Än> isumwandiung gerichiellk schlagen worden, so hol tscheidung unterbreiteten eionberen sorgfältigeren ehen, ob derselbe nichi 'afvollstreitung bezwet! @nabtngtlüd)t, selbst utn ©nobtnact erbitten, 1 Mtungen geprüft adengesnch abschlägiger tztrafvollftrechmgavr' Ach M Ttt^uwU |Tu^b vdn hDW M M TNafavtriit ,arorne»ischenW°PM°i t sich aber allwälig weiter Ibe etwa« an 3»*; lebt i« Süden foit, d°t opa gegen da. MclE llserew Gebiete ist öM4 der heitere Sitterung-' tiffilttcrutig: W 6ttn M «>* noch Abend iw «■*?.*: erbet aU " B ^iger i«' ’Ä-S S-S- i» ?*«* *5>* 1,4 . Octobtl- D 24gbifl|.) ion (»tiolt •* harnet iU ff ,,Meten fctl t im Schrfftl ® Ri(owela JÄ’Ä ,m ’ ßeibe^ ,. fl6fl Spar-uB -h bet htestb BK- gelt* *, fand heute am Hoftbeater al« PremiSre mäßige Aufnahme. Da« Stück strotzt geradezu von Unwahrschein« lichkeiten uud Geschraubtheiten und die Handlung, wenn man boa einer solchen reden kann, schreitet recht langsam fort. DaS Beste am Abend war da« flotte Zusammenspiel der Herren Werner und Oltbert und der Damen Groh6, Berl und Denkhausen. nn. Darmstadt, 24. October. Da« am SamStag Nachmittag vom Heflischen Reiter-Verein auf dem Wciterstätter Exercierplatz abgehalrene Herbst-Reuneu war vom Herr» lichsteu Wetter begünstigt und hatte ein zahlreiches und distiuguirte« Publikum herbeigezogeu. Einen besonderen Glanz erhielt da« Rennen durch die Anwesenheit der rufftschen Majestäten. Gegen i/i3 Uhr trafen Kaiser Nikolaus und der Großherzog mit offenem Viererzug auf dem Rennplatz ein, begrüßt von der rufftschen Kaiserhymne. Ihm folgte die Kaiserin uud die Großherzogin, die ihren Schimmel Viererzug wieder meisterhaft lenkte. Auch Prinz und Prinzeffin Heinrich vou Preußen, sowie Fürst Schaumburg-L'ppe und Gemahlin und Prinzeffin Victoria von Battenberg mit ihren Kindern waren zum Rennen anwesend. Die Kaiserin, die wieder Alles mit ihrem Liebreiz überstrahlte, trug taubengraues Eostüm mit Stlbersttckeret und Federn, ditto Capes, grauen Hut mit Federn uud Rosen, während die Großherzogin in eine heliotropblaue Robe mit Silberetnsatz in den Aermeln ge- kleidet war. Die Herrschaften nahmen in einem besonder« erbauten Pavillon Platz und verfolgten die einzelnen Rennen mit fichtbarern Jntereffe. Nach dem Eintreffen der rufftschen Majestäten nahmen die Rennen ihren Anfang. Eröffnet wurden diese mit: Leichtes Jagd-Rennen, Distanz 3500 Meter, Edrenprei« Seiner Majestät des Kaiser« von Rußland dem ersten, Ehrenpreise des Vereins dem zweiten und dritten Pferde. E« liefen sechs Pferde. Schon beim Dribünensprung ging baß Feld au« dem Leim und durch AuSbrechen, Sturz, Berreiten und Resüffiren der Hiuberniffe zog fich dasselbe bann so auSeinanber, baß nur noch drei Reiter in Betracht tarnen. Lieutenant von MaffenbachS (24. Drag) br. Stute „Morphta", bie ben ganzen Weg führte, siegte mit vielen Längen. Ihm folgte als Zweiter Lieutenant v. Gröben (14. Huf.) mit „Lagerbemain", währenb Rittmeister a. D. v. Köppen (12. Huf.) mit „Adelaide" Dritter wurde. Das nun folgende Schwere Jagdrennen für Chargen- ober Dienstpferbe, Distanz 2500 Meter, Ehrenpreise be« Vereins ben brei ersten Pferden, bietet wenig Interessante«. Geschloffen geht da« Feld zum Tribünensprung, rollt sich aber während des Rennen« ebenfalls auS- dnanber. Hauptmann Blecken v. Schmehling« „Perle" (Reiter Lieutenant Völkers, 25. Artillerte-Regimeot) Erste, Lieutenant v. GoienS (Art. Regt. 25) „Kitty" Zweite, Lieutenant AhlerS <81. Jnf.-Regt.) Dritter. Nunmehr folgte ein Schweres .Jagdrennen. Ehrenpreis Sr. König!. Hoheit de« Groß- herzog« dem ersten und Ehrenpreise des Vereins dem zweiten Lind dritten Pferde. Distanz 3000 Meter. Es liefen vier Pferde. Während der ganzen Fahrt geht da« Feld geschloffen über die Bahn, theilweise geführt von Lieutenant v. Mafien- l'achS (24. Drag.) Stute „Morphia", die fich auch in diesem schön ausgerittenen Rennen mit einigen Längen ben ersten Platz sickert. Ihm folgen als Zweiter ß'.eutenant v. Gobefroh- Färber (23. Drag.) und als Dritter Lieutenant v. Hacke (25. Art.-Regt). Als letztes Rennen folgte ein Hutcher- Jagdrennen, Ehrenpreis Ihrer Kgl. Hoheit der Groß- verzogin dem Ersten und Ehrenpreise des Vereins bem Zweiten und Dritten. 3000 Meter. Es starteten sechs Pserde. Leider endigte da« Rennen mit einem schweren Unfall. Gleich beim Beginn befl RennenS stürzte Rittmeister v. Köppen bei dem Nehmen be« Tribünensprungs vor bem Zelt be« Kaisers mit seinem Pferde „Adelaide". Da« Pferd brach baß Genick und blieb auf ber Stelle tobt, wahrend Rittmeister v. Köppen mit anscheinenb schweren inneren Verletzungen besinnungslos elst««de im Confirmandensaal der Johannesklrche. Die Psalmen, zunächst Psalm 1 Pfarrer Dingeldey. Vergehe, rrnd VoUrrviethschnft- •rfttiHre, 23. October. Fruchtpreise. Wetzen 1850, Korn X 13,48, Gerste JL 13.80, Hafer X 13,04, Erdsm ** 15,00, Linsen 14,00, Wicken JL 00,00, Lein ur 00,00, Kartoffeln JC 0,00, Samen X 00,00. — Die preußische und hessische Eisenbahn-Beiried«, gemeinschaft hatte im Monat September 103818000 Maik oder 4871000 Mark mehr als im gleichen Monat befl Vorjahres zu verzeichnen. Auf den Personenverkeor entfällt ein Mehr von 1330000Mark auf den Güterverkehr 2 886 000 Mark und auf außerordentliche Einnahmen 655 000 Mark. Vom 1. Apiil dis zum 30. September beliefen sich auf der genannten Eisenbahnstrecke die Gesammtemnahmen auf 597 013000 Maik oder 29 656 000 Mark mehr wie in dem gleichen Zeitraum des Vor nonatfl. Liebesgaben. Bei dem hiesigen Postamte sind für die durch Wetter- unb Wasserschäden heimgejuchten Beoölkerungskreise ferner etngegangen: R. Wwe. 10 Jt, Balser 1 JL. Ungenannt 2 JL, Ungenannt 2 JL Gelammtsumme bi« jetzt 1177.50 JL Weitere Gaben werden bei ben Annahmestellen des Postamtfl enlgegengenommen. Foulard-Seide 95 Pi• chrnefische rc. in den neuesten Dessins u.Farben, sowie schwarze, weiße .'nd farbigeHennederg-Se-i-s von 75 Pf. bis Mk. 18.65 p. Met. — tn den modernsten Geweben, Farben und Dessins. Ao Private porto- und steuerfrei ins Haus. Muster umgehend. 9194 6. Hennebergs Seiden-Fabriken (k. u.k. Hoti.), Zürich. „befördert die Heilung aufgertss-ner Haut an den Händen auf das Beste," ist ein LrzUicher Ausspruch. Ueberall, auch in ben Apotheken erhältlich. 9674 — Roihwendig für jede Dame, welche einen eleganten Taillensttz wünfcht, find Prym's neueste Patent-Taillen-Verschlüfie. 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