Nr. 199 Zweites Blatt. DomerStag den 26. August Dn Hleßenrr Anzeiger erscheint täglich, tritt Ausnahme deS Montags. Die Gießener Aamikienbläller werden dem Anzeiger 'Wöchentlich dreimal beigelcgt. Gießener Anzeiger Kenerat-Anzeiger. Vierteljährig« Avonnemcntspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit Lringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Redaction, ExpeditioiL und Druckerei: Schatflraße Ar.7. Fernsprecher 51. 2lints- und Airzeigeblatt für den Ureis Gieren. Hratisöeitage: Hießener Kamilienötätter. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de« folgenden Lag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Uhr. Alle Annonccn-Bureaux des In- und Auslandes nehme» • Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgege«. Amtliche»' Theil. Gieße kl, den 23. August 1897. Betr.: Die in der Provinz Oderheffen im Herbst 1897 stattfindenden Truppenübungen- hier die Abschätzung der Flurschäden. Das Grobherzogliche Kreisamt Gießen au die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreises. Unter Hinweis auf die Bestimmungen im Reichsgesetz- blatt Nr. 36 von 1887 S. 446 zu § 14 beauftragen wir Sie, die Grundbesitzer alsbald, nachdem die Uebungen innerhalb Ihrer Gemarkung beendet find, dnrch ortsübliche Bekanntmachung zur Anmeldung ihrer Flurschäden aufzufordern. Zu der von Ihnen zu fertigenden Zusammenstellung der angemeldeteu Schäden ist das vorgeschrtebene Formular zu verwenden, welche- als Beilage E zur Instruction in dem vorgenannten RetchSgesrtzblatt S. 481 abgedruckt ist. Die daselbst gegebenen Anmerkungen Nr. 1—4 sind genau zu beachten. Das Formular wird Ihnen auf Anstehen durch uns übersandt werden. Sie wollen dasselbe, sobald SchadenSanmeldungeu bet Ihnen erfolgen, unter Angabe der ungefähren Zahl der beschädigten Grundstücke schleunigst von uns erbitten. In dem Formular find die erfolgenden Anmeldungen nach Flur und Nummer geordnet durch Ausfüllen der Spalten 1—5 mit Tinte einzutragen, während die Spalten 6—9 mit Bleistift auszufüllen find. Die Spalte 6 a, Forderung de- Beschädigten, ist nur au-zufüllen, und zwar mit Tinte, wenn der Beschädigte thatsächltch einen bestimmten Anspruch erhebt. Bet Ausfüllung der Spalte 7 empfiehlt fich Angabe des Verlustes von Körnern, Heu, Kartoffeln ic. in Centnern. Die Spalten 7 und 8 find io auS- zufüllen, daß die EntschädtgungSbeträge im Wege der Berechnung genau ermittelt werden können. Unmittelbar nach eingetretener Beschädigung haben die Bethetligten Ihre Entschelduug darüber anzurufen, ob und inwieweit die Aberntung der beschädigten Felder einzutreten hat. Letztere ist anzuordnen, insoweit beim Verbleiben der Früchte auf dem Felde ein höherer, als der durch die Truppen verursachte Schaden entstehen würde, namentlich also bei Früchten, welche dcm Verderben ausgesetzr find. Wird die Feuilleton. Kitty «nd Lilly. Eine Manovergeschichte von Hermann Birkenfeld. (3. Fortsetzung.) Er beschloß, fortan auf sein „Juwel von Burschen" — so hatte Feldwebel SchäperS — bekanntlich sucht jeder ordentliche Feldwebel den besten Burschen für sich selbst auS — so hatte der Feldwebel ihm den Racker Fernand an- gepriesen--er (d. h. der Hauptmann v. Pollhammer) beschloß, fortan auf dieses Juwel ein Auge zu haben. — Fortan. Einstweilen nahm er Säbel und Mütze und ging auS dem Hause. Erst für GraSwücks 'ne Lampe gekauft. Majolika natürlich, so protzig wie möglich. Dazu einen Leuchter. Kostenpunkt etounddreißig Mark fünfzig. Und daS bloS für einen Brummer! Dann zu Fernand Schrattenholz .... „Wo wohnt hier Consul Stengleiu?" Ein gaffender Bengel wies ihm den Weg: Gleich vorn am Osterthor das erste HauS rechts . . . Eine stattliche Billa mit Borgärtchen, über dem schmiedeeisernen Thore auf einem Wappenschilde der uaffauische goldene Löwe mit der Devise: Je maintiendrai. „Königlich Niederländisches Biceconsulat" stand darüber, goldig auf schwarzem Grunde. ES sah ordentlich großartig auS, trotz des „Vice". „Hier wäre gut sein," dachte Pollhammer, als er über das glatte Pflaster der Einfahrt schritt, gleich nm das HauS herum, einem Nebengebäude zu. Da irgendwo mußte er Karline nebst zugehörigem Fernand Schrattenholz finden. Er täuschte fich auch nicht. „Alles in Ordnung, Fernand?* ,/Jawoll, Herr Hauptmann. Wir find hier mit Karline sehr gut aufgehoben." „Hol doch mal die Quartierliste auS meiner Satteltasche, Fernand!" Aberntung demgemäß vor dem Eintreffen der Abschätzungs- commiffton angeordnet, so haben Sie sofort unter Zuziehung zweier, der Abschätzungen dieser Art kundigen, unparteiischen Personen den Stand der beschädigten und abzuerntenden Felder, das Quantum (Fuder u. s. w.) und die Qualität der übrig gebliebenen Früchte und deren etwaige weitere Verwendbarkeit (z. B. als Biehfutter) und den fich hiernach ergebenden Umfang des Schadens festzustelleu. ES ist hierüber ein kurzes Protocoll aufzunehmen und der Nachweisung bei- zuschlietzen, in welcher daS Ergebniß der Abschätzung mit besonderer Erwähnung Ihrer Verfügung wegen des AberntenS in Spalte 10 eiuzutragen ist. Zur Abschätzung sind die Beschädigten zu laden. Für ihre Thätigkeit in Flurschaden Angelegenheiten beziehen die Großh. Bürgermeister keine Vergütung. Die Theil- uahme bei der Abschätzung gehört zu Ihren Pflichtgeschäfteu. Indem wir noch auf unser Ausschreiben vom 24 März 1893 (KreiSblatt Nr. 73) verweisen, wonach die bei Ihnen zur Anmeldung kommenden Schäden in dem Formular einzutragen find, ohne daß Sie die Feldgeschworenen wie früher zur vorläufigen Abschätzung heranziehen, beauftragen wir Sie, die nach Maßgabe der vorstehenden Bestimmungen auSgesüllten Nachweisungen thunlichst bald und spätestens bis zum 10. September d. I. an uns einzusenden. Sollte bis dahin die Zusammenstellung noch nicht beendet sein, so ist uns jedenfalls anzuzeigeu, daß Flurschäden zur Anmeldung gekommen sind. I. B.: Dr. Wagner. Bekanntmachung, betreffend: Das Gesuch deS Vereins alter Herren deS Corpö „Starkenburgia" zu Gießen um Verleihung der Rechte einer juristischen Person. ES wird hierdurch zur allgemeinen Kenntniß gebracht, daß Seine Königliche Hoheit der Großherzog dem Verein alter Herren des LorpS „Starkenburgia" zu Gießen die Rechte einer juristischen Person zu verleihen geruht haben. Gießen, den 23. August 1897. Großherzogliches KreiSamt Gießen. I. V.: Dr. Wagner. „Je--zu Befehl, Herr Hauptmann, aber die Lifte --tch habe sie ja vor einer Stunde auf Herrn Hauptmanns Tisch gelegt.- Donnerwetter! Daß er — Erich v. Pollhammer — sie da auch nicht gesucht hatte! — Na — egal! Schrattenholz mußte auch so Bescheid wissen. „Dann bestell mir 'mal den Sergeanten Trappe her!" „Den Quartiermacher? — Je, Herr Hauptmann — zu Befehl, aber der Herr Sergeant ist mit den Fourieren seit einer halben Stunde schon wieder weg nach Bramschede, Quartier machen." „Die infamen Kerls l" Hauptmann v. Pollhammer sagte das nicht laut- er dachte es nur so int Stillen. „Ist sonst noch Jemand — — Hat dieses HauS keine andere Einquartierung als die Karline? DaS wäre doch zu drollig." „Freilich. Allerdings nur einen Offizier, wahrend mir -wei Herren von Ihrem Regiment angesagt waren. Nun statt des zweiten Ihr Pferd — — Na, 'S ließ fich ja auch zur Noth noch unterbriugen in dem Dings da, daS ich eigentlich als Kuhstall für meine Kinder bauen ließ." Pollhammer sah den Sprecher verdutzt an. Ein behäbiger Herr in seinen zweitbesten Jahren, tadellos sauber gekleidet, biS auf ein Paar Mynheer'fche Totletts an den gerötheten Wangen glatt rasirt, au- gutmüthigeu Aeuglein den Offizier jovial anblinzelnd. „Meine Kinder sollten nämlich 'ne Milchkur nöthig haben — da legten wir uns so'n Ding zu. Ich meine ’ne Kuh. Zog aber nicht. Ack was! Pfeife auf den Firlefanz mit Milchtrinken und so 'waS. Rationell leben! sage ich immer. Thätigkeit, Bewegung, keine plärrige Sentimentalität und — heirathen, wa-? Das haben die Mädels nöthig." Der dicke Herr schlug fich dabei mit der Rechten schallend auf seinen Oberschenkel. „Sehen Sie, nun stand der Stall leer — das heißt, eigentlich nicht, denn Gertrudis — meine Frau — hatte ihn voll Gartengeräth und sonst noch was packen lassen und deßbalb für Pferdeeivquartierung gedankt- aber als Ihr Gaul kam, mußte das Gerumpel 'raus — VerarHehtes * Was Versicherung« Gesellschaften verdienen. Der „Straß« burger Post" vom 4. Mal Nr. 256 ist zu entnehmen, daß die Aachen'Münchener Feuer-VerficherungS-Gesellschast vergangenes Jahr 66% pCt. Dividende vertheilt hat. Wer also der glückliche Besitzer von 1000 Mark Actten dieser Gesellschaft ist, erhält mühelos jährlich 666 Mk. „Zinsend Ein weiterer Beitrag bietet eine Gerichtsverhandlung, in der eS sich um eine Klage der VerficherungS-Gesellschaft „Victoria" zu Berlin gegen ihren früheren Jnspector Esser auS Rheydt, der des Erpressungsversuchs beschuldigt war, handelte. Wegen einer Differenz in Höhe von 66 Mk. gerieth er mit dem Generalagenten in Köln in Meinungsverschiedenheiten, er ging dann dazu über, eine Broschüre gegen die Gesellschaft zu schreiben. Die Anklage sah hierin eine Discredttirung der Gesellschaft und einen Erpreffungsoersuch. DaS Gericht konnte dieser Ansicht nicht beitreten, und sprach den Angeklagten frei. — In der Broschüre wies der Angeklagte besonders darauf hin, welch' glänzendes Geschäft die Versicherungs-Gesellschaft „Victoria" durch die BolkSverficherung machte, das Publikum aber, wie gewöhnlich, derjenige Theil sei, der den Schaden trage. Nach dem letzten Jahresbericht der „Victoria" vereinnahmte dieselbe im Jahre 1895 an BolksverficherungS - Prämien mit wöchentlicher Bezahlung 5,984,775 Mk. Hiervon wurden an Agenten als Provisionen gezahlt 1,560,345 Mk. und al- Verwaltungskosten 609,207 Mk. verbraucht. Mithin wurden an Unkosten allein für die BolkSverficherung gezahlt 2,169,502 Mk.!! Nach Abzug eine- ReservecapitalS von etwa 2% Millionen Mk. verblieb immer noch ein Ueberschuß von 1,017,445 Mk. Dieses Ergebniß konnte hauptsächlich nur dadurch erzielt werden, daß von den 600,000 au-gefertigen Policen Über die Hälfte ftornirten, d. h.: von 100 Personen haben über 50 die Police nicht eingelöst bezw. den Wochenbeitrag nach einiger Zeit nicht weiter bezahlt. Den Verlust, den die Fa- mitten der Arbeiter und Handwerker durch da- Nichtweiter- zahlen der Wochenbeiträge erleiden, ist ein großer, der für die Gesellschaft dadurch erwachsene Gewinn dagegen ein sehr beträchtlicher. * Was ein Apotheker errathen muß. Ein Offiziersbursche polnischer Herkunft verlangt: „Doppelten Sauerkohl mit Nath dran" und bekam daS Richtige, nämlich doppel- kvhlensaureS Natron. selbstverständlich, waS? — Komischer Tausch aber doch: 'ne Stute statt eines Offizier-, haha! — WaS? — Aber rein vergessen: habe die Ehre — — Consul Stengleiu." „von Pollhammer." „Angenehm, da- heißt, wußte schon. Gutes Quartier gefunden, Herr Hauptmann, waS? — Ist ja so übliche Frage. — Nicht ein bischen nähertreten? — Herr Lieutenant Flattrich macht drinnen den angenehmen Schwerenöther bei den Damen." Zu den letzten Worten schnitt Herr Stengleiu ein etwas verdrießliches Gesicht. „Der singt fich rein lahm, was?" murmelte er. ; ; . Und wär' ein König ich und war' Die Erde mein — die Erde mein . . . Natürlich! Flattrich gleich am Duettiren, wo er einen Klimperkasten und ein paar Mädchenlippen fand. Und hier im Hause Stengleiu hatte er gleich zwei Paar entdeckt . . . „Meine Töchter Kitty und Litth,- stellte der Hausherr vor, „meine Frau . . . unser lieber Besuch: Herr Guts- befitzer Bohmke nebst Frau Mama — Herr Hauptmann von Pollhammer — die Herren kennen fich." Selbstverständlich kennt ein Compaguiechef seinen eigenen Offizier. Die jungen Damen waren roth geworden, worin fie aber von tem jungen Herrn — Curt Bohmke — übertroffen wurden- die beiden älteren erhoben fich mit der für Mütter und Anstandsdomen vorgeschriebenen Würde- Flattrich, der kleine Lieutenant, begrüßte feinen Chef mit der ganzen, ihm eigenen „Schwernöthigkeit", tote man8 im Regiment benannte. Litty aber, die jüngere der zwei Schwestern, tuschelte ihm hinter ihrem Notenblatt zu: „Gott sei Dank! Nun hat Papa doch seinen Hauptmann." DaS bemerkte aber weder der Papa noch der Hauptmann. Nur Herr Bohmke bemerkte es, hatte aber nichts verstanden und warf dem Paar einen hilflos ingrimmigen Blick zu. Pollhammer sagte den Damen ein paar Artigkeiten und fich selber, daß der Steuglein'sche Salon unstreitig an- hrimeluder sei als das Interieur bei seinem Fuhrherru mit den zu bestehlenden Equipagen. (Fortsetzung folgt.) Leuilleton. /rankfnrttr Brief. (Origivalbericht für den »Gießener Anzeiger".) (Nachdruck verboten.) 3* Zoologische» ©arten. — Schneiders Knnstsalon. — Sin neues Denkmal. Dr. M. Wenn die MittagShitze Über dem Zoologischen Garten brütet, dann ist die stille Zett gekommen, sowohl für Menschen als sür die Thiere. Löwe und Löwin halten ihr Mittagsschläfchen und blinzeln auS trägen Raubthieraugen auf die paar Gäste, welche vielleicht gerade in dieser allgemeinen Ruhepause vor den großen und kleinen Käfigen in aller Muße Beobachtungen machen können, zu welchen sonst der stark auf- und abfluthende Berkehrsftrom weder Zeit noch Raum läßt. DaS denkt jedenfalls jener junge Manu, der schon eine gute halbe Stunde vor dem Gehege, welches daS Zebra umschließt, Posto gefaßt hat, um das elegante Thtercheu feinem Skizzenbuch einzuverleiben. Die ruhigsten Stellungen trifft man bei der Fauna des Zoologischen Gartens wohl so von 1 bis 3 Uhr Mittags an, wenn anders die Herren Bären, Panther und Leoparden nicht etwa ihre allertiefsten und kühlsten Schlupfwinkel aufgesucht haben sollten. Manchmal wird es dem Auge gar nicht leicht, in das Innere solcher Zellen einzudriugen und nach Form und Art das zu erkennen, was da im Hintergründe in einer Ecke zusammengekauert liegt und sich sowohl als Blaufuchs ober Stachelige! oder Ameisenbär entpuppen kann. Prächtige Neuanschaffungen hat sich übrigen- wiederum der Frankfurter Zoologische Garten geleistet. In der Klasse der Säugethiere rechnen dazu n. A. ein Schakal, ein schwarzer Panther, eine gefleckte Hyäne. Eines günstigen Klimas muß fich der Garten etfreuen, denn an einer ganzen Menge von Käfigen und Gehegen liest man die Angabe: Im Garten geboren. Aus dem Grundftamm ergänzt sich die Sammlung zum Theil immer wieder. Auch die Löschen, die mau vor einem Jahre um diele Zeit noch liebevoll mit der Hand streicheln durfte, haben sich mittlerweile zur ganzen Herrlichkeit der Bestie entwickelt." Die Bühne sammt Bretterzaun als Herberge für exotische Völkerschaften und ihre Schaustellungen kommt im Frankfurter Zoologischen fast nie zum Abbruch. Jetzt haben dort Mer einen Monat die Samoaner geweilt, an welchen viele Photographen ihre Freude erlebt haben. ES ist ein großer, stattlicher und intelligenter Menschenschlag, auf welchen fich der Begriff vom ^Wilden" nur noch bedingt auwenden läßt. Gewiß, ihre HochzeitS-, Liebes- und KriegStäoze zeigen das monotone rhythmische und mimische Bild, welches wir, bald in dieser, bald in jener Variation, bei den Dahomey Amazonen, bet den WaheheS, den Singhalesen re. re. antreffen, aber andere Züge verrathen, daß wir eS hier schon mit einem UebergangSstadium zur Civiltsatiou zu thun haben: die durchaus anständige Art, fich zu tragen und zu bewegen, die manche Gaffenbubenmanier unserer Großstädte beschämen könnte, und die Sprachkenntnisse, die ja wohl auf einen kleinen Wort- vorrath beschränkt bleiben, aber doch zur Verständigung auS- reicheu. Die Männer, welche die Photographien, Ansichts- karten und Beschreibungen herumbtetev, sprechen sogar ein ganz wohllautendes Deutsch,- die Frauen können nur ein paar Redensarten, aber die eine, mit welcher ich ein kurzes Interview hatte, sagte wir in Englisch auf meine Fragen Über Herkunft, Reise, LebenSgewohnheiten, Kenntniß im Lesen und Schreiben, Gefühle in der Fremde, ganz ordentlich Bescheid. — Die Samoaner besitzen Tact. Weder Mann noch Weib fällt es ein, den Zuschauern ihre Bilder und Programm» auszudräogen oder die Hand nach Cigarren und Kleinmünze anSzustrecken, und hierdurch unterscheiden sie sich vortheilhast von manchem anderen „Stamm". Im Schneider'schen Knnstsalon hängen gegenwärtig ein sehr feiner Mädchenkopf von Fr. v. Leubach, von Gab. Max „Faust und Gretchen", das für unseren Geschmack etwas theatralisch und dabei nicht sehr vielsagend berührt. ES ist die Kerkersceoe. Fauft's Gesicht sieht man überhaupt nicht und daS irre Lächeln im Antlitz Margarethen» läßt keine besondere weibliche Psyche erkennen. Jos. BeollinreS „Wunderthätige Madonna" ist ein entzückend fein gestimmtes kirchliches Genrebild von kleinem Formate, in welchem Alles unmittelbar wirkt. Die naiv-sinnliche Andacht der hübschen Spanierin ans dem Volk wie der kirchliche Pomp des Interieurs mit seinen Bildern, Kerzen und Kränzen. Ein neues Gelehrten-Denkmal hat Frankfurt a. M. kürzlich erhalten. Sömmering,der Erfinder des electrischen Telegraphen, blickt in einfacher, schlichter Forscherhaltnng auS dem Grün der Eschenheimer Anlagen heraus. Die ganze Auffassung und Anordnung zeigt, daß unsere Zeit nicht mehr um Darstellungsmittel verlegen ist, wenn es fich um Monumente für Diejenigen handelt, welche ihre Eroberungen im Reiche des Geistes zählen. DaS ColumbuS-Denkmal in Genua, baß Liebig-Denkmal in Gießen, die Lessing-, Börne- und Sömmering-Denkmale zu Frankfurt find sprechende Zeugen hierfür, wie denn Frankfurt überhaupt von jeher einen Sinn für schlichte Bürgergröße besessen zu haben scheint- fein Gutenberg-Denkmal ist geradezu ein Hymnus tu Erz auf diesen ! Textors Terrasse. Täglich: 4225 frische Waffeln. Seit 25 Jahren S Rchotanarke hat sich das ächte ■n Liebig sehe Pudding- Pulver die Welt erobert, es bietet in Bezug auf Güte das Höchste, was erreicht werden kann. Man achte auf den Namen «Liebig“ und die Schutzmarke. Zu hab. in all. besser. Geschäft. u. Meine & Liebig, Hannover. Prima Weißwein per Flasche von 80 Pfg. an, sowie ff. Südweine, als: Malaga, Sherry und Portwein, Deutscher und Fraujös. Cognac zu haben bei 2978 Hch. Belloff ll„ Mrßrsße2v. (wefrorenes in verschiedenen Sorten end anerkannter Güte. 6060 Laflee- und Jhee- 80.90 170 10 4.15 zufügen. 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Cred.D. unk.b. 1906 100.30 3*/, Vreuß. Hyp. A. Bk. unk. b. 1905 4 dto. unk. b. 1905 103.2* 3*/, Pomm. Hyp.«. Bk. unk.b. 1906 3V, DeutscheGrdfch.B.unk.b. 1906 101.00 ' ----- - - — ----- 6303 . Siebaction: Ä. kcheyda. — Druck mW Verlag der Brühllcheu UniBerfttätS-Cud^ und 6idnbrndttd (Pietsch A Schehda) in Wirtz kN.