•plätien. | - Baemllch. J 6 aus der Brauerei T er Glas 10 Pfg. ▼ »•Wehe. | 6620 f ebung. weene ment ! nbtn Ur hlteS übervufltr. < n ind. Bist«llgel!> d -fg. i ,r,r -«Vs- O n «sim vad M t ftieti sorg x Mflttun» uud W Mt na» itbtt | Ufttmthtt Bt-1 oriLMt» Aa- | ponctnjdltSO^., z enlsprrlhmdtr Ito G itl ,n« I ' iBiifffi. I NIHH Wd KirtHi«rti rwd«i irt In dar i(Wi8NN . 1 lT 1897. benatr Rente *40! 00» l887 tenb. DbL W lÖLti 850 92» 3325 101» 1(016 >L Ifti} S 10L- gSS* *1 W -- "JJ 30875 lesezü*^* 1 Nr. 199 Donnerstag den 26. August Erstes Blatt 1897 Meßemr Anzeiger Kenerat-Anzeiger. Aints- und Anzeigeblatt für den rkreis Gieren. Äebaction, Lxpeditio» und Druckerei: -chutslraße Ar.7. Fernsprecher Vierteljährig« Kbonnementsprei» t 2 Mark 20 Pfg. mit Bringer lohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Die Gießener Aarnikienvtätler werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelrgt. Der -iehener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme de- MontagS. j Gratisbeilage: Gießener Kamilienökätter. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Borm. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehme» Anzeigen für de« „Gießener Anzeiger" cntyye. Die neuesten Toaste in Peterhof. Frrude herrscht tn TrojaS Hallen! Frankreichs Präfi- deut ist tn Rußland eingetroffen und wie ein Fürst empfangen worden. Au derselben Stelle, an welcher vor wenigen Wochen Kaiser Wilhelm den rusfischen Boden betrat, ist Herr Felix Faure aa- Land gestiegen, mit dem gleichen Jubel begrüßt, mit demselben Hurrahgeschrei der vielen Tausenden begleitet, welche dem französischen Geschwader entgegen gefahren waren. Und wenn bisher in der französischen Hauptstadt die Antheil- uahme an dem Ereigniß sich äußerlich nicht besonders kundgab, so wird dies vielleicht anders geworden sein in dem Augen« blick, als die Meldung nach Paris kam, daß Zar und Präsident wirklich und wahrhaftig zwei richtige Küfle auStauschten. Vielleicht ist in den nach Paris gerichteten Telegrammen auch noch von der herzlichen Umarmung Erwähnung gethan, die zwetfelSohne erfolgt ist- in den nach Deutschland gelangten ofsiziellen Telegrammen ist davon keine Rede. Dasjenige, was uns an dem Besuche Faures in Rußland am Meisten interessirt, find die bet dem osfizielleu Mahle gewechselten Toaste, die — wie wir schon gelegentlich der Anwesenheit Kaiser Wilhelms tn Peterhof ausgeführt haben — eines politischen EharacterS nicht entbehren, da sie gemeiniglich den Beziehungen der in Frage kommenden Länder zu einander Ausdruck verleihen. Jedenfalls wird man in Frankreich durch den Trinkspruch deS Zaren außerordentlich enttäuscht sein. Ungemein höflich und artig, aber reservirt und vornehm, daS würde ungefähr die Censur sein, welche wir dem Zaren für seinen Trtnkspruch geben könnten. Die größere Hälfte der ganzen Rede ist der Erinnerung an den vorjährigen Aufenthalt deS Zarenpaares in Frankreich gewidmet und mit wenigen Worten ist der Hoffnung Raum gegeben, daß die Bande der Freundschaft und der tiefen Sympathie, welche Rußland und Frankreich mit einander verbinden, durch den Besuch des Präsidenten noch enger geknüpft werden möchten. Man muß rfsen gestehen, daß der Zar weniger nicht sagen konnte. Denselben Toast hätte er sprechen können, wenn der Präsident der Bereinigten Staaten, König Menelik von Abeffhnteu ober der Monarch eines anderen, Rußland vielleicht ganz gleichgültigen Staates au FaureS Stelle geseffen hätte. Wieder hat man vergeblich auf das Wörtchen „Alliance" gewartet, wenngleich die einsichtigen französischen Politiker wohl kaum erwartet haben, daß dasselbe fallen würde. Aber der Zar hat sich auch noch nicht einmal eines Ausdruckes bedient, welcher, wenn auch noch so entfernt, eine jenem heiß herbeigesehnten Wörtchen ähnliche Deutung zuließ. Die Wärme, welche tu dem Trtnkspruch des Zaren bei der Anwesenheit Kaiser Wilhelms zum Durchbruch gekommen war, vermißte man in dem am Montag gesprochenen Toaste. Präsident Faure mag in Verlegenheit wegen der Erwiderung gewesen sein, und so fehlt denn auch seiner Entgegnung jene Präcifität, welche wir an dem Gegentoaste Kaiser Wilhelm- hervorgehoben haben. Er spricht von den so mächtigen Banden, welche Frankreich und Rußland vereinen, sagt aber nicht, worin denn diese Banden eigentlich bestehen. Ob eS eine Mahnung an Rußland sein soll, die Treue gegen die befreundete Nation zu wahren, als Präsident Faure sagte, daS Herz der beiden Völker schlage int Einklang in dem Gedanken gegenseitiger Treue. Denn man sollte doch in den Pariser maßgebenden Kreisen wohl wiffen, daß Rußland die Werbung Frankreichs nlK so lange annimmt, wie es in den Jutereffen des ersteren liegt. Daß Faure tn seinem Trtnkspruch auch der friedlichen Gesinnungen Frankreichs Ausdruck verleihen werde, haben wir vorhergesagt, denn die Tendenzen deS Zaren Nicolaus find durchaus friedliche, und es war nicht mehr als billig, in dieser Beziehung Uebereinsttmmung zwischen den beiden Ländern zu constattren. Alles in Allem genommen wird die politische Bedeutung md Ausbeute deS Besuchs FaureS sehr gering sein. Denn seit bir Anwesenheit des deutschen Kaiserpaares in Peterhof fit in den Beziehungen zwischen dort und Paris eine nicht ju übersetzende Abkühlung eingetreten. Die Erkenntuiß dieser Thatsache ist tn den einsichtigen Pariser Kreisen wohl ver- hettet, weshalb denn auch der übermäßige Enthusiasmus für den rusfischen Freund bereits stark im Schwinden be- Riffen ist. Man räumt offen ein, daß nur die Hoffnung, Rußland werde den Revanchegelüften Frankreichs Borthetl lüften, daS letztere vermocht habe, sich dem Selbstherrscher p Füßen zu werfen und demselben seine Dienste zur Brr- stg.ung zu stellen. Aber man habe fich getäuscht- Deutschland habe vom jetzigen Zaren nichts zu befürchten und alles (,e beSwerben Frankreichs sei umsonst gewesen. Für den Weltfrieden ist es jedenfalls von großer Beden inng, daß die offiziellen tn Peterhof gewechselten Trink- prLche so harmlosen Inhalts sind, daß die Franzosen auch bei keiner einzigen Stelle die Hoffnung ansetzeu könnten, Zar NicolauS sei einmal für weitgehende Pläne ihrerseits zu haben. Sie werden fich immer mehr in den Gedanken finden wüffen, daß die Ereigniffe von 1870/71 nicht wieder ungeschehen gemacht werden können, daß alle Revanche-Gedanken beffer endgiltig aufgegeben werden möchten. Schließt Frankreich mit Rußland eine Alliance ab, welche auf den gleichen Grundsätzen beruht, wie sie der Dreibund verfolgt, so kann uns daS nur recht sein, denn dieselbe würde eine Bürgschaft mehr dafür sein, daß daS GroS der europäischen Staaten heute als Hauptziel seiner Politik die Erhaltung des Friedens anstrebt. (xx) Wolffs telegraphische« Correspondmz-Bureau. Berlin, 24. August. Der „Reichsanzeiger" beziffert den Saatenstand im Deutschen Reiche per Mitte August: Winterweizen 2,5, Sommerweizen 2,7, Sommerspelz 2,7, Winterroggen 2,7, Sommerroggen 2,8, Sommergerste 2,8, Hafer 2,9, Kartoffeln 2,5, Klee 2,6, Wiesen 2,5, wobei 1 sehr gut, 2 gut, 3 mittel, 4 gering, 5 sehr gering bedeutet. j,. < Berlin, 24. August. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht eine landespolizeiliche Anordnung des Regierungspräsidenten von Königsberg vom 23. August 1897 über die Verbreitung der Geflüg elch olera, die an Stelle der hierdurch aufgehobenen Anordnung vom 16. d. M. tritt. Berlin, 24. August. Die „Berliner Corrrspondenz" schreibt: Mit Rücksicht auf die umfangreichen Zerstörungen durch die Hochwasser. Katastrophen tn Schlesien, Sachsen und Brandenburg, wozu eS außerordentlicher Arbeitskräfte bedarf, beschloß der Minister des Innern, zu den erforderlichen Arbeitern Gefangene auS den zu seinem Reffort gehörigen, In den vorbezeichneten Provinzen und auch aus den tn der Provinz Posen belegeneo Strafanstalten unter Wahrung der nothwendtgen SicherheitSvorkehrungen zur Verfügung zu stellen. Die Abgabe soll auf Antrag an Gemeinden, andere Corporattonen und Private erfolgen. Dresden, 24. August. Der König von Siam traf heute Vormittag mit Gefolge hier ein. Der König Albert, sowie die Prinzen Georg, Johann Georg und Albert waren zur Begrüßung am Bahnhofe erschienen. Dresden, 24. August. Der König von Sachsen verlieh dem König von Siam und den siamesischen Prinzen den sächstschen HauSorden der Rautenkrone. König Albert erhielt den höchsten siamesischen Orden. Die heute Nachmittag zu Ehren dcS Königs von Siam veranstaltete Galatafel nahm einen glänzenden Verlauf. König Albert brachte einen Trink spruch auf den König von Siam in englischer Sprache aus. Letzterer dankte für den ihm bereiteten Empfang. Straßburg i. Elf., 24. August. Die 26. Hauptver- sammlung der deutschen Apothekervereins wurde beute hier von dem Vorsitzenden Frölich aus Berlin eröffnet. UuterstaatSsecretär v. Schraut, BezirkSpräfident Frhr. v. Frey- berg, der Beigeordnete von Straßburg Jehl sowie Vertreter der Medizinalverwaltung und ärztlicher Vereine begrüßten die Versammlung. ES wurde beschlossen, die Reichsregierung um eine Beschleunigung der seit Jahren seitens der Apotheker gewünschten AuSbildungSresorm von Neuem zu bitten, sofern nicht im Anschluß an die nächstjährigen Verhandlungen deS preußischen ApothrkerrathS die Angelegenheit ihre Erledigung fände. Der Antrag des Kreises Oberhessen: „Den Frauen ist der Zutritt zum Apothekerfach zu gestatten, sofern sie die gesetzlich vorgeschrtebene wissenschaftliche Vorbildung besitzen und im einzelnen Fall auch körperlich befähigt erscheinen" wurde abgelehnt. Zurich, 24. August. In der heutigen allgemeinen Sitzung deS internationalen Arbeiterschutz-CongresseS nahm derselbe mit 132 gegen 35 Stimmen die Thesen über die Arbeit von Kindern und jungen Leuten an. Dieselben besagen: Gewerbliche Arbeit von Kindern biß und mit 15 Jahren sei zu untersagen. Bis zu 15 Jahren sei der Schulbesuch obligatorisch. Junge Leute und Lehrlinge von 15 —18 Jahren dürften nicht länger als acht Stunden täglich beschäftigt werden mit einer Pause von l1/« Stunden nach vier Stunden Arbeitszeit. Die für den Besuch der Fortbildungsschulen erforderliche Zeit sei in dieser Arbeitszeit eivzubegreifen. Jungen Leuten und Lehrlingen sei die productive Arbeit an Sonn- und Feiertagen ohne Ausnahme zu verbieten. Ro», 24. August. Unter den Landleuten in einigen Gegenden Latiums macht fich eine Bewegung bemerkbar, dahin abztelend, die Auftheilung der großen unbebauten Ländereien der Patrizierfamilien durchzusetzen. Früh be- gaben fich 700 Landleute mit Frauen und Kindern auS Marino nach dem Grundbesitz des Fürsten Colonna ie Frattochie, um denselben untereinander zu vertheilen. Dem Zuge wurde eine Natioualfahne vorangetragen. Die Musik spielte den KönigSmarsch. ES gelang den Behörden, die Leute zur Rückkehr nach Marino zu bewegen, wo sie ruhig auSeinandergtngen. Vier Compagnien find nach den Orten der Bewegung abgegangen, um event. Ruhestörungen zu begegnen. Bisher herrscht überall Ruhe. Paris, 24. August. Der Ministerpräsident Msline hat an den Präsidenten Faure nach Peterhof die folgende Depesche gerichtet: DaS Cabinet hat die Ehre, dem Präsidenten der Republik die tiefe Bewegung auSzu- drücken, welche eS bei der Nachricht von dem großartigen Empfang und der begeisterten Aufnahme empfindet, die dem Haupte der Regierung Frankreichs von der rusfischen Regierung und der russischen Nation bereitet wurden, und bittet den Präsidenten, den kaiserlichen Majestäten die ehrfurchtsvollen Bezetgungen seiner Dankbarkett und derjenigen der ganzen Nation darzubrtngen, welche mehr als jemals der befreundeten Nation die Hände darreicht. Petersburg, 24. August. Trotz anhaltenden Regens fand um l*/g Uhr Nachmittags durch den Zaren und den Präsidenten Faure tn Anwesenheit aller Großfürsten, der Botschafter , Staats- und Hofwürdenträger und der Stadtvertretung mit großem kirchlichem Gepränge die feierliche Grundsteinlegung der Troitzkybrücke statt. Der Metropolit PalladiuS vollzog die Einsegnung. Faure that die ersten Hammerschlägr, dann der Zar. DaS herrliche Zvrenzelt in Goldbrokat, von drei retchbesetzten Tribünen umgeben, gegenüber auf der Newa eine schwimmende Tribüne, viele Schiffe tu Flaggengala und zehn Torpedoboote bet der Brücke machten einen prächtigen Eindruck. Die Capellen in- touirten abwechselnd die russische Hymne und die Marseillaise. Beim Eintreffen deS Zaren mit dem Präsidenten herrschte enthusiastischer Jubel, ebenso bei der Abfahrt. Der Zar kehrte per Dampfer nach Peterhof zurück, während Faure mit einer Kosaken-Escorte nach der französischen Botschaft fuhr, woselbst Empfang der französischen Colonie und später deS diplomatischen CorpS und der Stadtvertretung stattfand. Depesche« deS Bureau .Herold." Berlin, 24. August. Die „Nordd. Allgem. Ztg." ist ermächtigt, die Angaben des „Figaro" über abfällige Aeußerungen d eS deutschen Kaisers betreffend die Haltung der italienischen Truppen tn der Schlacht bei Adua alS jeder Begründung entbehrend zu bezeichnen. Berlin, 24. August. Der Kaiser hörte heute Vormittag auf Schloß WilhelmShöhe auch den Vortrag deS Chefs deS Militär-CabinetS, v. Hahnke. Berlin, 24. August. Wie aus Cassel telegraphirt wird, reist daS Kaiser paar mit den kaiserlichen Kindern morgen früh tn einem Extrazuge nach Magdeburg ab. Berlin, 24. August. Von verschiedenen Blattern wurde die Nachricht gebracht, daS StaatSministerium habe 500 000 Mark für die Ueberfchwemmten in Schlefiea bewilligt. Dem Vernehmen der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge hat es fich dabei nur um die Bereitstellung von Mitteln gehandelt, welche zur Abwendung dringlicher, insbesondere auch sanitärer Gefahren schleunigst gebraucht werden. Daß der Staat damit seine Aufgaben nicht als erfüllt anfieht, dürfte selbstverständlich sein. Berlin, 24. August. Der Minister sür öffentliche Arbeiten hat dem Vorstände deS Bundes der Landwirthe auf das von diesem ausgesprochene Ersuchen, Frachtfreiheit für Sendungen an Ueberschwemmte bewilligen zu wollen, geantwortet, daß das Ministerium schon vor der Anregung des Vorstandes des Bundes der Landwirthe die entsprechenden Schritte eingeleitet habe. Berlin, 24. August. Der StaatSsecretär des Reichs- marineamtS, Contreadmiral Tirpitz, ist, aus Friedrtchsruh kommend, tn WilhelmShöhe eingetroffen. KriegSmtuister v. Goßler wurde heute Vormittag vom Kaiser in Cassel zum Vortrag empfangen. Später begab fich das Kaiserpaar nach Calden, um einer Felddienstübuvg der Cavallerte beizuwohnen. Berlin, 24. August. Gestern haben die Maurer beim Bau der Gasanstalt tn der Fichtestraße die Arbeit nieder- gelegt, weil der geforderte Stundenlohn von 60Pfg- nicht bewilligt wurde. Die Gasanstalt ist ein städtischer Bau. Die Socialdemokraten wollen in der nächsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung den Magistrat über die Loh«- Verhältnisse auf den städtischen Bauten inlerpelltren. Morgen findet eine Versammlung der ausständigen Maurer statt, zu der alle Stadtverordneten schriftlich etngeladen find. Behördlii kvgtdl 1 Maschtnensch Solportuirr, 1 4 Dienstmädche Sa<6fr< 6 vouschloffer, 2 Echuhmacher iluSwärtS, 3 i knecht, 1 Tagllh 2 NWurftten, und L'avSardett, schen Frauen, der Heimgegangenen Fürstin ein würdiges Denkmal zu stiften, in allen Kreisen des Landes die wärmste Unterstützung finden. Die Aufrufe, welche in fast allen Zeitungen unseres Landes bereits erschienen find, die zahlreichen Spenden, die au» Stadt und Land eiolaufen, sind ein Beweis dafür, daß man das erwünschte Ziel sicher erreichen wird, wenn Jeder nach Können und Vermögen selbst mit der kleinsten Gabe zu dem schönen Fraueu-Unternehmen betsteuert. Wie wir erfahren, wird demnächst nochmals ein wichtigen Gebiete in Deutschland ergriff, wodurch ein Beispiel gegeben wurde, welches jetzt bereits in Weimar und Bayern Nachahmung gefunden hat und dem sich auch der größte Bundetstaat auf die Dauer nicht wird entziehen können. Haben die hessischen Frauen durch diese Kundgebungen nicht den Beweis dafür erbracht, daß fie die von der Groß Herzogin Alice gezeigten Bahnen in maßvoller, aber zielbewußter Weise einzuhalten und zu verfolgen wissen? — Aehn- ltche Gesinnungen haben den Gedanken, dieser fürstlichen Wegweiserin ein würdiges Denkmal zu widmen, in» Leben gerufen. Daß dieser Plan von den hessischen Frauen in Vorschlag gebracht worden ist, daß sich dieselben im ganzen Lande in stiller, aber durch Begeisterung für daS Ideale rasch geförderter Arbeit in kurzer Zeit vereinigen konnten, das ist eine an sich so befriedigende Erscheinung, daß man das freudige Zugeständniß machen muß, die Meisterin hat Nachfolge gefunden, welche nicht ermüdet tu Bethätigung der Hilfe für die Mitmenschen und welche die schönste Blüthe, die nur auf dem Felde wahrer Nächstenliebe gedeiht, die Dankbarkeit, zu pflegen weiß. — In diesem Sinne und von Aufruf erscheinen, welcher von Frauen aus allen Städten und Hauptorten des Landes unterschrieben sein wird. Möge die gemeinsam vorgetragene Bitte an die Bewohner deS Lande» auch fernerhin auf fruchtbaren Boden fallen. ** Uufrankirte Postkarten kommen neuerdings in besonders großejr Zahl zur Absendung und zwar find es zum weitaus größten Thetl die Ansichtskarten, die vielfach ohne Marke hergestellt und auch so verkauft werden. DaS Publikum beschreibt diese Karten in bekannter Elle mit einigen flüchtigen Worten und steckt sie rasch in den Briefkasten, ohne an die nothwendige Fravktrung zu denken. Früher wurden solche uufrankirte Postkarten von der Beförderung überhaupt ausgeschlossen. Seit einiger Zeit aber zeigt sich die Post dem Publikum darin entgegenkommender, d. h. fie befördert und bestellt die unfrankirten Karten, erhebt dafür aber von dem Adressaten Strafporto, und zwar bet Karten aus dem eignen Ortsbestellbezirk 10, bei solchen von außerhalb desselben 20 Pfennig. Mau hat also noch immer genügende Ursache, auf da» Franktreo der Postkarten zu achten. Wetterbericht. Ueber Central-Europa ist seit gestern da» Barometer zwar wieder gestiegen und erstreckt sich ein I keilförmige» Gebiet hohen Druckes von Südwest-Frankreich über die Alpen und Süddeutschland nach Schlesien. Jndeß I tritt bereits wieder eine neue Depression über den britischen I Inseln auf, welche voraussichtlich ihren Einfluß bi» nach I dem Contiueot herein erstrecken wird. Die Wetterlage bleibt daher unsicher und dürften bei bewölktem Himmel neuer- dtngS zeitweise Niederschläge eiutreten. — Voraussicht- I ltche Witterung: Wolkiges Wetter mit zeitweisen I Niederschlägen. Butzbach, 23. August. Am 5. Juni früh rettete der aus Erzhausen bei Darmstadt gebürtige Gefreite Benz von I der 4. Compagnie deS Infanterie-Regiments Nr. 168 gelegentlich einer Felddienstübung eine von Ober-Hörgera stammende ältere Frau au» der Wetter vom Tode deS Er- I trinkens. Für diese brave That, welche der Soldat in voller Felddienstausrüstung vollführte, wurde ihm von Sr. Köntgl. I Hoheit dem Großherzog die Rettungsmedaille verliehen. Diese Auszeichnung wurde gestern Nachmittag dem Lebensretter von I seinem Hauptmann, Herrn Träger, mit einer lobenden Ansprache vor versammelter Compagnie überreicht. □ Leusel, 24. August. Ein hier bedienstetes Mädchen I aus Wallenrod versuchte sich gestern Morgen im Leuseler Feld durch die Eisenbahn überfahren zu lassen. Beim Heranuahen des ZugeS legte eS den Kopf über die Schienen, aber da» Vorhaben wurde rechtzeitig bemerkt uud konnte der Zug zum Stehen gebracht und so die Abficht der Leben»- müden vereitelt werden. Laubach, 22. August. Am gestrigen Tage gab man dem ältesten Bewohner unserer Stadt, Herrn Pauli, da» letzte Geleit. Er erreichte daS ansehnliche Alter von 93 Jahren 7 Tagen. Der nunmehr älteste Einwohner hiesiger Gemeinde, Herr Meier Strauß, erreicht in kürzrster Zeit da» 93. Lebens- jahr. Er befindet sich in so großer Rüstigkeit, daß er in Nachbargemetndeu noch seinem Geschäft, dem verkauf von Seife, nachgehen kann. ReinhardShaiu, 24. August. Am verflossenen Sonntag Abend geriethen mehrere junge, dazu befreundete Bursche» von hier auf dem Nachhauseweg in Wortwechsel, in dessen Verlauf der eine Bursche von seinem Taschenmesser Gebrauch machte und zwei seiner Begleiter, den einen sogar mittel» | eines Stiches in die linke Seite lebensgefährlich, verletzte. Beide befinden sich in ärztlicher Behandlung. Der Thäter wurde gefänglich eingezogen. Offenbach, 23. August. Die Stadtverordneten-Versamm- hing bewilligte für die Ueb erschwemmten 3000 Mk. A Mainz, 24. August. Die Bewegung unter dem Arbetterpersoual der Actienbranerei Schöfferhof-Dret- könt gShof dauert noch fort. In den letzten Tagen haben wiederholt Versammlungen stattgefunden, in den zwar von den verschiedensten Seiten von einem Strike und allgemeinen Boykott abgerathen wurde, in welcher aber einstimmig die Meinung zum Ausdruck kam, daß die zehnstündige Arbeit»- zett etngeführt und die gleichen Lohnsätze bewilligt werden wüßten, welche die Filiale der Schöfferhofbraueret in Cassel ihren Arbeitern zugestanden haben. In der letzten Ber- sammlung wurde eine Commisfiou gewählt, welche auf der Grundlage dieser zwei Forderungen mit der Leitung der Brauerei verhandeln soll. — Der Inhaber des hiesigen Bankincasso-Geschäfts und AuökunftSbureau» „Hofmann & Ephraim", Siegfried Ephraim, wurde vorgestern wegen verschiedener Betrügereien gefänglich etngezogen. Früher war dar Geschäft in Frankfurt domicilirt, wo der andere Thetl- Haber der Firma, Hofmann, mit den Gerichten in Conflict gerieth, weßhalb die Schwtndelfirma Mainz al» Ort ihrer Thätigkeit aussuchte. Mainz, 23. August. Gestern Abend wurde ein Soldat de» 117. Inf.-Regt», dabei ertappt, als er in einem Cigarrengeschäst einen falschen Thaler verausgabte- er flüchtete und konnte trotz der Verfolgung nicht mehr ermittelt werden. I Dispofitionsfond der Armenkasse überwiesen werden. — Da die Gertaste bei Urbertretungen de» Gesetzes über den un- lauteren Wettbewerb fast nie selbstständig eintreten, es vielmehr der Prioatklage überlassen bleibt, eiuzuschreiten, diese aber zu führen für den Einzelnen zu kostspielig und umständlich ist, so dürfte es deßhalb eine Aufgabe der Vereine sein, erfolgreich ein- schreiten. Wir dürfen dem Detaillisten-Verein zugestehen, daß er auf diesem Felde schon segensreich gewirkt hat. Man kann constatiren, daß in der Anwendung der Ausdrücke bei Reclamen I schon viel mehr Sorgfalt verwendet wird und die Oberaus- sicht des Vereins auch für spätere Zetten von Wirkung ist. "Ermittelt. Der Radfahrer, welcher vorigen Soun« tag am Asterweg ein Mädchen überfnhr, und dann das Weite suchte, wurde in der Person eines Schullehrers aus der I Wetterau ermittelt und zur Anzeige gebracht. •* Unerwartete Niederkunft. Eine Taglöhnertn von hier, I welche heute Morgen im Neustädterfeld mit Erntearbeiten beschäftigt war, wurde bei der Arbeit von einem Kinde entbunden. Da dtefelbe gegenwärtig keine Wohnung hat, I wurde fie in die Klinik gebracht. •• Wegen der Anbringung eiue» Briefkastens in der Nähe I de» Treffpunktes der Bahnhofstraße mit der Neustadt resp. I Marktstraße sind zahlreiche Geschäftsleute jener Gegend in I einer Eingabe bei der Postbehörde vorstellig geworden. Die Petenten geben der Poft gegenüber ihrer Ansicht dahin Ausdruck, daß es auch im Jntereffe der Post gelegen ist, für reichliche und bequeme Gelegenheit zu sorgen, wo daS schreibende Publikum seine Briefe los wird, da in Folge deffen mancher Brief und manche Postkarte mehr abgesandt wird, als die» wohl sonst der Fall sein dürfte. Wir wünschen den Antragstellern mit ihrer Eingabe den besten Erfolg. I •• Auszeichnung. Die 3. Compagnie des Marburger 1 JägerbataillonS (Hauptmann v. Bülow) hat auf dem UebungS- platz beim Griesheimer Lager die Nachricht erhalten, daß fie fich mit ihren hervorragenden Schießleistungen daS Kaiser-Abzeichen des 11. Armeecorps erschossen hat. ** DaS Alice-Denkmal. Der sociale Grundgedanke, welcher der Großherzogin Alice in ihren Bestrebungen für Hebung des weiblichen Geschlechtes leitete, war der, die Frauen zu lehren, in gemeinsamer Arbeit die Kraft zu ge- winneu, um das Schicksal Hilfsloser zu verbessern, um durch Unterweisung in Krankenpflege und häuslicher Arbeit stellen- suchenden Frauen die nöthige Fertigkeit und Bildung für die । Beschäftigungsarten zu geben, welche in den Beruf der dem Vaterlande dienenden Frau gehören. Hat dieser sociale Gedanke nicht auf vielen Gebieten echt weiblicher HilfSthätigkeit und Vaterlandsliebe tiefe Wurzeln tu unserem Lande gefaßt? Wer denkt nicht noch mit Stolz an die Tage zurück, als 60000 hessische Frauen und Mädchen dem großen Kanzler deS Reichs, dem Fürsten BiSmarck, durch eine Deputation, in Vereinigung mit der Pfalz und Baden, ihre Glückwünsche und DankeSworte zum 80. Geburtstage darboten? Wer erinnert sich nicht an die Versammlung der Freundinnen junger Mädchen in WormS, in welcher zuerst die Forderung nach I weiblichen Angestellten für die Fabrikinspection erhoben und I vor die Stände gebracht wurde? Ein Beschluß, welcher von der Ersten Kammer aufgegriffen, die Veranlaffung wurde, daß unsere Gesetzgebung die Initiative auf diesem socialen * Der Doppelmord in Berlin. Den Berichten der Blätter entnehmen wir über daS bereits gemeldete Verbrechen Folgende»: Au» dem Hause Königgrätzerstraße 35 war die Besitzerin, eiue 71 Jahre alte Wittwe Schultze, die bei Sperenberg große Gipsbrüche besitzt uud deren Ver- mögen auf 10 bi» 13 Millionen Mark geschätzt wird, mit ihrer 51 Jahre alten Tochter seit etwa 14 Tagen verschwunden. In dem Hause, in dem die beiden Frauen in ihrer Wohnung ohne jede Bedienstung hausten, ging seitdem alle» drunter und drüber. Der Bäcker brachte jeden Morgen das Frühstück, bi» der ganze Kasten gefüllt war, die Zeitungen lagen schließlich bergehoch auf der Treppe, der Müll- kästen stand Überladen da, für die Beleuchtung sorgte Niemand mehr, da eine Frau, die man dazu angenommen hatte, die Arbeit niederlegte, weil sie auch nicht wußte, woran fie wäre. Ein Schuhmacher, Josef Goenczt, der schon vor längerer Zeit einen Laden in dem Hause beziehen sollte und fich einmal al» Verwalter vorstellte, hat sich nicht mehr blicken lassen und ist auch nicht wiederzufinden. In der Wohnung der beiden Frauen stand Alle» kunterbunt durch- einander. Die Möbel find in einem Zimmer zusammengestellt, die Betten lagen noch ungemacht da, wie fie von den Eigenthümerinnen verlassen wurden. Au» Berlin und von auSwärt», auch aus den GyPSbrüchen, kamen zahlreiche Anfragen, aber Niemand wußte, wo die beiden Sonderlinge, die keinen Verkehr hatten und Niemanden in die Wohnung etnlirßen, geblieben find. Am Montag hat nun da» rätselhafte Verschwinden der beiden Frauen eine furchtbare Aufklärung gefunden. Beide Frauen find am Montag vor- mittag im Keller ihre» Hause» ermordet aufgefunden worden. Man hat sie wahrscheinlich oben in der Wohnung erdrosselt und dann die Leichen in einer großen Kille, die man mit Bandagen, Lumpen usw. gefüllt unten im Keller - Ceeeks unö prrohQieOt#. Meßen, den 24. August. *• Kirchliche Dienstnachrichten. Se, Kgl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 18. August dem Pfarrer Wilhelm Volp zu Groß-Winternheim die evangelische Pfarrstelle zu Schwarz, Decanat Alsfeld, zu übertragen. *e Detaillisten-Berein. Wir brachten s. Z. eine Notiz über die Schöffengerichtsverhandlung in Sachen de» Detaillisten-Verein» gegen die Firma Spornhauer wegen unlauterem Wettbewerb. Auf Ansuchen des Herrn Dr. Jung, de» Anwalts des Beklagten, wurde die Angelegenheit vertagt. Bei der Wiederaufnahme der Sache in der Julisitzung kam vor Eintritt in die Hauptverhandlung folgender Vergleich zu Stande: Der Angeklagte Spornhauer zieht die Aeußerung, welche die Unterlage zur Privatklage bildet, unter Bedauern zurück, zahlt an den Detailltsten Verein 30 Mk. Buße, welche der Verein zu mildthätigen Zwecken verwendet. Sodann übernimmt Angeklagter alle Kosten. Dieser Tage find die 30 Mk. an den Detaillisten-Verein abgeführt worden und sollen dieselben je zur Hälfte den Ueberschwemmten und dem Königsberg, 24. Augull. Die Untersuchung der schulpflichtigen Kinder der hiesigen städtischen Lehranstalten durch Professor v. E-march auf Angenkrankheiten ergab, daß gegenwärtig mehr als 25pCt. der Kinder an couragiöser Augenentzündnug erkrankt find. Die große Verbreitung der Krankheit wird dem Wasser deS Pregel- fluffeS zugeschrieben. Wiesbaden, 24. August. Die 4 2. Wauderver- fammlung deutscher, österreichischer und ungarischer Bienenwirthe wählte Salzburg zum nächsten Congreßorte. Köln wurde für 1899 zum Versammlungsort gewählt. Wie», 24. August. Bei Besprechung der in Peterhof gehaltenen Toaste constatiren die hiesigen Blätter, au» den Trinksprüchen fei ersichtlich, daß daS continentale Europa augenblicklich in Bezug auf die einst fo gefährliche orientalische Lage ein einige» Friedenslager bilde. Budapest, 24. August. Der Magistrat faßte heute Beschluß über die au» Anlaß der Anwesenheit Kaiser Wilhelm» hier zu veranstaltenden Festlichkeiten. Alle Straßen, welche der Kaiser passtren wird, werden decorirt. Abends wird die Stadt illnminirt. Budapest, 24. August. Die Strikebewegnng hat eine sehr große Ausdehnung angenommen. !ES strtken circa 20000 Maurer. Gestern kamen blutige Zusammenstöße vor, wobei viele Arbeiter und Polizisten verwundet wurden. Die Polizei constatirt, daß 410 Verhaftungen vorgenommen wurden. Zahlreiche Personen wurden schwer, etwa 15 leicht I verletzt. Rom, 24. August. Die „Tribuna" beharrt auf ihrer Meldung, daß das Ministerium der Fahrt de» Königs nach Homburg ablehnend gegenüber steht und versichert, sowohl Rudini als auch Visconti Venofta würden den König nur auf dessen Wunsch begleiten. Paris, 24. August. DaS Marine-Ministerium erhielt I ein Telegramm, wonach der Dampfer „Dupuy de Lome" I die Fahrt nach Kronstadt mit einer Geschwindigkeit von I 18 Knoten zurückgelegt hat. Paris, 24. August. Präsident Faure telegrophirte an I feine in Havre weilende Familie, die Fahrt nach Rußland I sei ausgezeichnet verlaufen und eS fei ihm Seitens des I russischen Herrscherpaares ein sehr schmeichelhafter Empfang I bereitet worden. Paris, 24. August. Aus Petersburg wird gemeldet, I daß Prinz Louis Napoleon dem Präsidenten Faure I vorgestellt wurde. Letzterer unterhielt sich beim Galadiner I längere Zeit mit dem Prinzen. Madrid, 24. August. In Gracia sind mehrere Dy- I namitbomben gefunden worden. Loudon, 24. August. Die „Times" melden aus Kon- I stantinopel, daß die Ottomanische Bank nicht ab- I geneigt ist, die Kriegsentschädigung vorzustrecken, I wenn die europäische Finanzcontrole etngesührt wird. Loudon, 24. August. „Standard" meldet au» Peters- I bürg, ein großer Theil de» Winterpalastes, sowie ein Theil I der französischen Botschaft seien bereit» mit Geschenken I für da» Zarenpaar angefüllt. Petersburg. 24. August. Präsident Faure traf heute I Mittag 12 Uhr aus der russischen Kaiser-Macht „Alexandra" I hier ein. Bei der Landung wurde er vom Petersburger I Stadthaupt empfangen. Nachdem er die Front der Ehren- I wache abgeschritten hatte, begrüßte er die Soldaten in russischer I Sprache. Hierauf bestieg Faure den bereitstehenden offenen I Wagen und fuhr nach der Kirche der Peter-Paul-Festung, I um dortselbst Kränze niederzulegen. Berlin, 25. August. Dem „Vorwärts" wird aus Leip- I zig telegraphirt: Eine von 2500 Personen besuchte Versammlung sollte zum Maurerstrike Stellung nehmen. I Al» der Reichstagsabgeordnete Schönlank erklärte, daß I mit dem sächsischen Vereinsgesetz unliebsame Regungen nieder- I ‘ gehalten würden, entzog ihm der überwachende Beamte daS I : Wort und löste infolge stürmischer Beifallsrufe die Versamm- I ■ lung auf. Berlin, 25. August. DaS „Kleine Journal" meldet I sßttam Tamstag, l- Js., t 4 Uhr an, warFtpfafe lin versteigert wer 30 19 Haus 5 Haus m 12 Haus Gießen, d Tr°bh. Bürg Montag, Vorwittaai M da» Erin ^arienßift £ borgen Wartungen Lic lfNen versti Anfang W»n der Ci LH, am 21 W Kr„ui ^erst, iloat: Elu-v, "Atz Ä Harbach ft rLK anS Petersburg, daß Präsident Faure gestern Nachmittag bei der deutschen Botschaft vorfuhr und, da Fürst Radolin abwesend war, seine Karte abgegeben hat. Frankfurt a. M., 25. August. In der gestrigen Stadt- . . .. , _ verordneten-Sitzung wurden für die Ueberschwemmten in solchem Geiste getragen, muß der Herzenswunsch der hessi- Deutschland 5 0000 Mark bewilligt. ~ " *’ ----- Athen, 25. August. Die aufständischen Kretenfer wählten für die fernere Dauer des Aufstandes eine provi- so rische Regierung mit dem bekannten Bandensührer Beniselo» als Präsidenten. » OH» dtvi A- « Smoditr 3 »OS1‘ Ä la °-°« i. dick , 1o |abe »ollen an l1”1 ethött dadell/ spater, oW • beten«»»” fW- »* ieirti, daß er unb gelegentüd intiunbein mrde ttelttelt. De sicher Wx n rr Narben, b Ob etwa» flt- Drr Keller, Straße eia g borgen M Heller. - v ßtruch, der v sogar deo He Hotel- gefähl DaS Hau-, iv vierstöckiges L Katze am Ä« SalaiSgancn i .Hotel Habsbi Mo. Bor 1 |idl tie Dn Qbtt 3nbtfc *• Dir »ach * tat -Schch's,'''»>' ■*d..L"L i. I‘l”8tb,tM,ii‘* ltar*l0l,glln «» ätofa Im Sfoliitt n W löffen. S'" '•»«> dtt ‘ #bW in &big|. eei mm btm M bM ?e a“« »in 93 gQhn ^“WlKSimttabt, t«ß'lpal93.8lt(U,' ®Wdt, i«6 « f» ft ie« Verkauf bon vnfichnrn Sonntag bthiunbett «urschen Dvrtwrchsrl, in btfito Taschrnwesser Gebraut “ einen sogar mitten enSgefShrljch, bei. cher Behandlung. Der dtberordneten-versM^ mmtcn 3000 Ml. Bewegung unter dm Tchösserhof-Dret- -en letzten Tagen habe» )tn, in den zwar btn Atrike und allgemeinen r aber einstimmig die zehnstünbige flröeitS- fLtze bewilligt werde« x^xanttA \n MW ^n btt It^tn 8k- vW, welche aus der mit der Leitung dn Inhaber deS hiesigen ureauS „Hofmann k urde vorgestern wegen eingezogen. Früher»« wo der andere Theil- n Gerichten in ConD Mainz all Ort ihr« tnb wurde ein Soldat )t, als er in einem rler üttauigabtt; er »lgung nicht mehr er» Dm Bericht der i'ereits tse Köuiggratzer^' flüt Vitme Schülp , und deren 8e geschätzt wird, mit ****"!£ ®iS*5 ,s-£ä 1*"^ bitte, » w,"6«f««« »•' oericzi, . «te un{ 'a^e 65fidi nicht mehr :t, der liederzufi^"' t® 31””1 mit |li1,1 =”‘*‘a ' Strli« :ben die 6{ benh|, goljnting ml-« « °2°" * »*■''»M *; sind aD1 14 -b'" * I« s* ’ ,,fO fand, aus dem Zimmer geschafft und im Keller im Sand verscharrt. Der Mörder ist vermuthlich jener angebliche Schuhmacher Josef Goeuczi, der einen Laden mit Wohnung beziehen wollte und sich vor 14 Tagen, als die beiden Damen noch da waren, den Miethern als neuer Verwalter des Grundstücks vorstellte. Der angebliche Goenczi erklärte damals, seine Frau sei mit der HauSeigenthümerin verwandt - da diese mit ihrer Tochter tu einen Vorort ziehen wolle, so habe fie ihm die Verwaltung übertragen. Hausbewohner wollen an jenem Tage in der Wohnung der Schultze Lärm gehört haben, ohne weiter darauf zu achten. Vier Tage später, al- man die HauSeigenthümerin und ihre Tochter bereits vermißt hatte, ließ der neue Verwalter durch zwei verschiedene sogen. Klamottenkutscher zwei Fuhren Sand anfahren, die vom Hofeingange aus in den Keller hinein- geschafft wurden. Der angebliche Verwalter erklärte das damit, daß er Wein einlegen wolle. Die beiden Frauen find an jenem Tage ohne Zweifel schon ermordet gewesen und gelegentlich, ohne daß Jemand etwas davon merkte, in der zweiundeinhalb Meter langen Kiste in den Keller hinein« gebracht worden. Die beiden Kutscher hat man noch nicht ermittelt. Der Mörder ist ein Mann von kleiner schwächlicher Figur mit dunklem Haar und Vollbart, am Halse hat er Narben, die von einer Krankheit herzurühren scheinen. Ob etwas geraubt ist und wie viel, steht noch nicht fest. Der Keller, in dem man die Leichen fand, hat nach der Straße ein großes Ltchtfenster. Die Polizei ließ Montag Morgen zunächst die Müllgrube auSräuwen und dann daS ganze Haus durchsuchen- erst dann fand man die Leichen im Keller. — Bon anderer Seite wird berichtet, daß ein Leichengeruch, der vom Keller au» die Nachbarschaft verpestete, und sogar den Hotelbetrieb deS am ASkanischrn Platze belegeneu Hotels gefährdete, Veranlaffung gab, den Keller zu öffnen. DaS HauS, in dem der Mord verübt wurde, ist ein modernes vierstöckiges Wohngebäude, Ecke Königgrätzer- und Bernburgerstraße am Askanischeu Platz. Gegenüber befindet fich der PalaiSgarten deS Prinzen Albrecht, unmittelbar daneben daS „Hotel Habsburg". In dem Hause befinden fich mehrere Lüden. Vor dem Hause ist ein Dcoschkenhalteplatz, der stets Tag und Rächt gut besetzt ist. Montag Früh war daS Hau- polizeilich gesperrt, eine große Menschenmenge, die allerhand Erlebniffe der beiden Ermordeten eifrig erzählte und belauschte, belagerte die Mordstätte. In dem Laden über dem Keller, in dem die Leichen versteckt waren, befand fich früher eine Restauration, in der hauptsächlich Droschkenkutscher verkehrten. In der Wohnung der Ermordeten in der dritten Etage sieht eS wild aus- dem Anschein nach hat der Mörder alle Möbel und Kisten und Kasten durchsucht. WaS und wieviel geraubt worden ist, ließ sich noch nickt feststellen- auch hat man keinerlei Blutspuren la der Wohnung wahrnehmen können. Die Criminalpolizet gibt folgende Darstellung der Mordthat: Die 71jährige Wittwe Schultze und ihre 51jährige Tochter, Königgrätzer Straße 35 wohnhaft, wurden seit 14 Tagen nicht mehr gesehen. Man nahm an, daß fie verreist seien. Die Frau war sehr wohlhabend, besaß bedeutende GyPSbrüche, anscheinend auch mehrere Häuser, galt aber als geizig. Sie hatte z. B. den Portier entlassen und Haus- und Hofreiniguvg selber besorgt. Beide Frauen gingen höchst selten aus und unterhielten keinerlei Verkehr, weder mit Hausbewohnern noch sonst irgend Jemand. Dor einiger Zeit hatte ein Schuhwaarenhändler Laden und Keller im Hause gemiethet, war aber noch nicht eingezogen, sondern hatte blos die Ladeneinrichtung besorgt. In einer Kellerstube unter diesem Laden wurden heute die Leichen der beiden Frauen in Wachstuch eingewickelt und in Kisten verpackt vorgefunden. Die Kisten waren mit schwarzer Erde bedeckt. Die vorläufige Untersuchung der einen Leiche ergab, daß der Schädel zertrümmert und der Unterkiefer zerschmettert war. Die Erde soll vor acht oder zehn Tagen angefahren und von der Straße aus durch Arbeiter unmittelbar in das Kellerfenster geworfen setn. Berit«, 24. August. Amtlich tst festgestellt worden, daß der Doppelmörder Gönczy am 18. d. M. nach Frank furt a. d. Oder gereist und von da wahrscheiulich nach Dresden weitergefahren ist. Er raubte zwei Brauhaus- actien, womit er die Ladeneinrichtung bezahlte, ferner neun Stück bprocentige Mex tarier vom Jahre 1893 über je 20 Lst. Die Nummern der Stücke find: 11307, 11308, 11309 und 11310, 10756, .7303, 9296, 9297, 9298. Gönczy hat eine kropfartige Narbengeschwulst an der rechten HalSsrite. » Chemnitz, 24. August. Heute Nachmittag machte, wie das „ChemnitzerTageblatt" meldet, ein 19jähriger Commis im Hausflur eines Restaurant- einen Raubmordversuch gegen einen Geldbriefträger und verletzte denselben mit einem Dolchmesser schwer. Der CommiS wurde fest« genommen. (Nach einer weiteren Meldung ist der Ueber- fillene im Krankenhaule oestorben. Franks. Zw.) vTEl&K Der Wahrheit die Ehre! Die «dlerpfeife „System BergvauS* mit den Kanch nnb Lotter trennenden Abgüssen D. R. G. M. unb dem biegsamen Alnmininmschlanch D. R. P. u. u.R. b. m. ist die beste GefundheitSPfeife. Viele Tau ende Raucher bestätigen dieses. Gold. Medaille Munster 1896. Prospekte mit vielen Anerkennungsschreiben versenden gratis und franco an Jedermann 6607 Eugen Srnmme & Eie., Adlerpfeifenfabrik, Gummersbach, Kheinproolng. 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Aagevot bar Arbeitnehmer r 2 Bäcker, 1 Buchbinder, 1 Schreiner, 1 Maschinenschlosser, 1 Bauschlosser, 1 Reisender, 1 Einkassirer, 2 Ausläufer bezw. Exporteure, 1 Kutscher oder Fahrknecht, 1 Kochfrau, 1 Nähfrau, 4 HauSburschen, 4 Dienstmädchen, 1 Köchin. Nachfrage der Arbeitgeber r 2 Glaser (Rabmenmacher), 1 Weißbinder, 6 Bauschlosser, 14 Maschinenschlosser, 1 Schmied, 1 Wagenbauer für Luxuswagen, 2 Schuhmacher, 1 Hosen- und Wcstenschneider, 1 Rockarbeiter, 1 Schneider nach Auswärts, 3 Bau- und Möbelschreiner, 1 Kubschweizer, 3 Pferdeknechte, 1 Acker- knecht, 1 Taglöhner, 2 Handlanger, 2-3 Fabrikarbeiter im Alter von 1b—16Jahren, 2 HauSburschen, 1 Laufmädchen für den ganzen Tag, 11 Dienstmädchen für Küche und Hausarbeit, 1 RestaurattonSköchin. Bekanntmachung. Samstag, den 28. August l. Js., vou Nachmittags 4 Uhr an, sollen auf dem Vieh' Marktplatz links am Neustädterthor versteigert werden: 30 Pappelstämme, 19 Haufen Pappel-Knüppelholz 5 Haufen Pappel-Stöcke und 12 Haufen Reiser. Gießen, den 25. August 1897. Großh. Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Georgi. 7947 Versteigerungen GrasmsteisttlUls. Montag, den 30. d. Mts., Vormittags 8 Uhr anfangend, soll das Grummetgras von den dem Narienstift Lich zustehenden, etwa 100 Morgen Wiesen in den Gemarkungen Lich, Nieder- und Ober- lef fingen versteigert werden. Der Anfang ist hinter dem Kirchhof an der Straße nach Grünberg. Lich, am 20. August 1897. Winheim. 7930 GrummetgraS- Bersteigeruug. DaS diesjährige Grummetgras von dm Domantalwiesen wird Montag, Nn 30. August d. I. versteigert und war: 1) Vormittags halb 8 Uhr im Schloßhof zu Grünberg von 17,20 ha Wiesen der Gemarkung Grünberg. 2) Vormittags halb 11 Uhr bei HerrnGastwirtb HeinrScheppV. in Saasen von sämmtltchen in eigener Verwaltung befindlichen Domanial- wiesen der Gemarkungen Göbelnrod, Harbach, Ltndenstruth, Queckborn und Saasen. Die betreffenden Wiesenwärter sind beamstragt, auf Verlangen die Grasloose vorder oorzuzeigen «rünberg, den 23. August 1897. Erwßherzogliche Oberförsterei Grünberg. Schober. 7929 Mobiliar-Verßkigttllug. Freitag, den 27. August d. Js., Nachmittags 2 Uhr, werden im Bieker'schen Saale, Neustadt 55 dahier, folgende Gegenstände gegen Baarzahlung versteigert: 1 ovaler Tisch, 1 Schreibtisch (eichener), 6 Polsterstühle, ein Actenregal, 1 vollständige, elec- trische Schelle, Tische, Stühle, Sessel, Commoden, Kleiderschränke, Betten, Weißzeug usw. I. A.: Schneider, 7949 Ger. Taxator. Stöbt. Schlachthaus. Freibank. 7894 Heute uud morgen: 8chmemefleisch nickt ladenrein, per Pfd. 45 Pfg. Soeben erschien in meinem Verlag: Gpecialkarte der Divistons- uud KaisermanSver, reichend von Ems—Fulda. Marburg- Mainz Maßstab 1: 2u0,000. Preis 1 Mk. Genaueste Manöver «. Touristen« karte. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und auch direct gegen Einsendung des Betrages in Briefmarken. Marburg. E. Kraatz, 7936_____________Buchhandlung. FrWPrcWdmei zum Einkochen, eingetroffen bei 7948 Je M. Schulhof, Marktstr. 4. 7946] Im 1. 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