iesuche. hsen 5 Simmet, gabhtet, tot *«&• 43 S^nasr ÄÄ» r ssn ®»&S I« ÄtjJ'. neu I 2 lfl neu h»ö^tr »"l tten, Schilfrohrs 481 nariuS loiihnitt, 5”l6a* jmtylirtH ikplatteu Maßt- .rtikel UJ( m#* >6'*' U" Ickalk W«**' m) M« . ei««1 :jen b‘cg,ltLulir nl#”' mtgftfpP6®' f||rinP Rr. 147 Erstes Blatt Samstag de» 26, Jmi 189» Der ^Ujentr Anjeiger erscheint täglich, »it Ausnahme drS Montags. Dir Gießener Aa«itie«vtä1ter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger Kmerak-Wnzeiger. vierteljähriger Aöonaementspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit vringerlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Schutstraße Hlr.7. Fernsprecher 51. Asnts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr. Gratisbeilage: Hießener Kamilienötätter. Alle Annoncen-Bureaux deS In« und Auslandes nehm« i Anzeigen für den „Gießener Anzeiger* entgeg«. vom zur Ge- Ge- Poiizetgefinnung, von der auch die Soctaldemokraten angesteckt sind. (Heiterkeit, Widerspruch Singers.) Ja, Sie wollen ein schneidiges Aastreten der Polizei nicht gegen sich selber, aber gegen Andere, gegen die Arbeitgeber! (Heiterkeit.) Gegen die Unternehmer kann Ihnen die Polizei nicht schneidig genug sein! t „ Abg. Friedberg wendet sich ebenfalls gegen Singer, demselbm eine anständigere Art zu reden empfehlend. (Unruhe links.) Präsident v. Buol erblickt hierin den mittelbaren Vorwurf der Unanständigkeit und ruft den Vorredner hierfür zur Ordnung. Der Antrag Auer wird theils abgelehnt, theilS zurückgezogen. Die Commission hat noch zwei Resolutionen beantragt, eine brtr. Geldunterstützung für die Innungen zur Aussührung der ihnen obliegenden Aufgaben. Die Annahme erfolgt debattelos. Die zweite Resolution will Einsührung des Befähigungsnachweises für daS Bau- und andere mit erheblichen Gefahren verknüpfte Gewerbe. Ein Amendement Hitze hierzu will dasselbe für alle Gewerbe. In dieser Fassung wird die zweite Resolution mit 166 gegen 126 Stimmen angenommen. Dafür Conservative, etwa die halbe Reichspartet, Antisemiten, Welfen und das Centrum mit Ausnahme v. Hertltngs. Die Polen stimmten mit der Linken. Die Gesammtabstimmung über das ganze Gesetz wird noch ausgesetzt. Es folgt die dritte Berathuog des Nachtragsetat für die Besoldungs Verbesserungen. In der Generaldebatte plädirt Abg. Dr. Schaedler (Ctr.) wieder sür warme Abendkost für die Soldaten. ____ , Schatzsecretär Graf PosadowSky: Mittel für die warme Abendkost werden in den nächsten Etat eingestellt werden. Die oer- bündeten Regierungen haben beschlossen, diesem vorliegenden Nachtragsetat in der Fassung, die er bet der zweiten Lesung erhalten hat, zuzustimmen. , , Abg. v. Kar dorff legt den Regierungen dringend ans Herz, endlich etwas für die Landwirthschast zu thun. (Gelächter links.) Der Nachtragsetat wird unverändert in der Fassung zweiter ! Lesung bewilligt. , _ , Sodann wird die Servistaris-Vorlage ohne General- l discussion en bloc angenommen, unter Ablehnung zweier Lotzen und Mtlitsch betreffenden Anträge. Nunmehr erfolgt die Gesammtabstimmung, die eine namentliche ist, über die Handwerker-Vorlage. Dieselbe wird mit 183 gegen 113 Stimmen angenommen. Mit nein stimmten Freisinnige, Soctaldemokraten, süddeutsche Volkspartet, Antisemiten, Polen, ein kleiner Thetl der Nattonalltberalen, Metzner vom Centrum, Prinz Alexander zu Hohenlohe und v. Dallwitz. Morgen 12 Uhr: Dritte Lesung der noch unerledigten Nach- I tragSetat?. Schluß 41 < Uhr. _____________________________ zur Kenntniß der Interessenten, daß die Abstimmung am 30. Juli l. Js. nicht auf dem Rathhause zu Bellersheim, sondern auf dem Rathhause zu Utphe stattfindet. Gießen, den 24. Juni 1897. Großherzogliche- Kreisamt Gießen, v. Gagern. Deutsche» Reich. Berlin, 23. Juni. Der Verband der deutschen SittlichkeitSvereine wird in diesem Jahre seine Allgemeine Conferenz in der Zeit vom 20. bir 22. September ia Hamburg abhalten. Es find Vorträge über die Gefahren und Mißstände des Seemannslebens, über die Mißstände unserer Specialitäten- und Variete Bühnen, über das Familien« leben der Großstadt, über die sociale Stellung der Frau in ihrer Bedeutung für die Sittlichkeit u. A. in Aussicht genommen. — „Made in Germany“, das Zeichen, da- mau in England für alle deutschen Maaren anordnete, um sie womöglich unverkäuflich zu machen, — den Kainsstempel, wie sich ein englisches industrielles Blatt ausdrückte — ist zu einem Ehrenzeichen ersten Ranges geworden. Einen drastischeren Ausdruck aber hätte, so schreibt die „Voss. Ztg.", die Ueberlegeuheit des „Made in Germany“ nicht finden können, als durch die heute eiugetroffene Jubiläumsbeilage der „Times". Das Weltblatt bringt seinen Lesern einen prächtigen Farbendruck, die Königin Victoria darstellend. Als wir schon der englischen Kunst unsere Anerkennung zollen wollten, fanden wir unten den Vermerk: „Painted by Ino J. Offord.“ Und an der rechten Seite: „Otto Troitzsch, Royal Art Institute Berlin.“ Also die Jubiläumsbeigabe der „Times", von der eS ausdrücklich am Kopfe deS vorzüglichen Bildes heißt: „Presented with The Times of June 21th 1897“ ist tu Berlin angeferttgt. Nebenbei er- wähnt sei noch, daß der größte Thetl der JubiläumS-Er- tnnerungsartikel, die jetzt in London verkauft werden, in deutschen Fabriken gearbeitet wurden. Auf telegraphische Bestellungen wurden von Berlin auS in vierzehn Tagen unter Vertragsstrafe zehutausende von bestimmten Exemplaren eines Artikels nach London geliefert, während eine englische Fabrik es als unmöglich erklärt hatte, vor dem JubiläumStage den Auftrag auszuführen. — In seinem neuesten Bericht bedauert der englische Consul auf Samoa, daß der Handel zumeist durch coloniale Firmen besorgt wtrd, die entweder Deutsche find, oder doch als Commtsfionäre für den deutschen Handel arbeiten. Wie er versichert, würden geeignete Maßnahmen der britischen Ausfuhrhändler diesen Firmen bald die Macht nehmen, den britischen Handel zu beeinträchtigen. Dabei behauptet er, eS seien englische Firmen, die durch deutsche Vermittler englische Erzeugnisse seit Jahren zu beziehen glaubten, nunmehr zu der Einsicht gelangt, daß sie durch unmittelbaren Verkehr mit den englischen Großhäusern nicht nur wirklich eng- lische Maaren, sondern auch bessere Erzeugnisse zu günstigeren Bekanntmachung, »etr.: Bildung einer öffentlichen Wassergenossenschaft Be- und Entwässerung in den Fluren 1 bis 7 der rnarkung Feldheim und eines Theiles der Flur 8 der markung Bellersheim. Unter Bezugnahme auf die in rubricirtem Betreffe 18. L Mts. erlassene Bekanntmachung bringen wir hiermit Deutscher Netch»t«g 236. Sitzung. Donnerstag, den 24. Juni 1897. Am Bundesrathstische: Staatssecretär v. Bötticher. I Die Berathung der Gewerbenooelte (Organisation des I Handwerks) wird fortgesetzt bei Artikel 10, welchen ein Antrag Auer neu einzusügen beabsichtigt. Der Antrag will die Bestimmungen der dem Reichstage noch vorliegenden, bet der Geschäftslage aber | atcht mehr zur Erledigung kommenden, durch die Vethältntffe in I der CsnfectionStndustrie veranlaßten (zweiten) Gewerbenovelle in die vorliegende Novelle aufnehmen. r c er . _ . Präsident o. Buol macht vorweg darauf aufmerksam, daß der I Antrag Auer demgemäß ja auch Abänderungen des Krankenver- I sicherungSgesetzes vorschlage, was jedenfalls mH dem Rahmen der naenwärtigen Vorlage nicht zu vereinigen set. (Rufe: Sehr richtig!) I 368 tarier Debatte hierüber wtrd zunächst in bie Debatte Über S H4a etngetreten, demzufolge der BunbeSrath für bestimmte I Gewerbe Lohnbücher oder Arbettszettel solle vorschre den können. I in denen Art und Umsang der Arbeit, Lohnsätze, Bedingungen für I Lieferung von Werkzeugen und Stoffe rc^zu beurkunden sind. I Nachdem Abg. Molkenbuhr den Antrag empfohlen, erklärt I Aba. Frbr. v. Hertltng, er wolle nicht in die Materie ein- I treten. Die Commission für die zweite Gewerbenooelle habe eS ebenfalls für richtig gehalten, angesichts der Geschäftslage diese I Materie nicht noch zu berathen. Die Regierungsvorlage wäre er selber geneigt gewesen, pure anzunehmen, und er glaube, dasselbe jon seiner Partei sagen zu können. Aber der jetzige Antrag Aue,: mt- halte doch Manches, was man ablehnen müsse. Und da sei eS das Beste, nicht erst Einzelnes herauSzugreifen, sondern für jetzt den An- lrag Auer abzMhnem^ H^rrnSheim schließt sich dem an, dabei noch ausführend, daß der Antrag Auer in vieler Beziehung den Wünschen der Arbeiter selbst nicht genügen wurde. Seine Freunde lebnten es auch ab, in so überstürzcnder Weise vorzugehen. Abg.Gamp erklärt sich gleichfalls gegen den Antrag, weil se ne | Freunde keinesfalls dem Bundesrath so weitgehende Vollmachten «eben wollten. . Abg v Levetzow äußert sich ebenfalls gegen Vornahme der Berathung dieser Materie bei der jetzigen Geschäftslage. Aba. Singer spricht sein Bedauern darüber aus, daß die anderen Parteien nicht ihre Sehnsucht nach den Sommerfellen noch ein v-ar Tage unterdrücken könnten. Den Gründen namentlich des Herrn von Hevl werde Niemand im Lande Glauben schenken, denn man wisse zur Gmüge, wie die Nattonalltberalen jedem gesch- geberischen Fortschritt auf socialem Gebiete hinderlich seien. So lanae auf diesem Gebiete Stumm Trumpf set, musie man für die Arbeiter Alles zu retten suchen, was irgend gerettet werden könne. Wer wisie denn, wie der BunbeSrath später denke, wenn erst für Herrn v. Bötticher die Scheidestunde geschlagen haben werde. Aba Richter: Die Soctaldemokraten besitzen einen Glauben an die Heilkraft solcher etnschränkenden Bestimmungen, den wir durchaus nicht theilen können. Mit solchen Vollmachten für den Bundesrath können Sie den Arbeitern unter Umständen mehr schaden, als nützen. Und da sollten wir jetzt im letzten Augenblicke so wichtige Beschlüsse überstürzt fassen? Nun sagt freilich Herr Sinaer: Stumm set Trumpf; ja, wenn das wahr wäre, dann würde ia Herr Stumm doch nicht von diesen Vollmachten Gebrauch machen (bäterkeit), denn um Vollmachten handelt es sich ja überhaupt nur, und nicht um bindende Vorschristen. In solchem Augenblicke, bet solchem Kladderadatsch innerhalb der Regierung gibt man überhaupt keine Vollmachten. (Heiterkeit.) Abg. Friedberg (n.-l.): Singer meint, im Lande glaube man Herrn v. Heyl nicht. Ja, Ihre Soctaldemo raten im Lande freilich nicht, die sind ganz urthetlslos geworden (Lachen und Beifall). Die ganze Rede Singers sei lediglich ein agitatorischer Vorstoß gewesen und zeuge nur von völligem Mangel an politischer 9trt^e Abg H?tze"(Ctr.) fragt die Soctaldemokraten, ob sie denn, fall« ihrem Wunsche stattgegeben w-rde, dann für dieses ganze Gesetz stimmen würden. (Große Heiterkett. Rufe "nks . Nein!) * Abg. Singer verlangt Aussetzung der Schlußabsttmmung über das ganze Gesetz bts zur Erledigung der Materie deS Antrages Auer/ (Gelächter im Centrum und rechts.) Richter babe mit seinen Ausführungen gegen die Vollmachten darin Recht, daß der Reichstag ebenso klug sei wie der Bundesrath. (Richter: Keine Schmeichelei für den Reichstag! Heiterkeit.) Aber auf soctalpolitischem Gebiete traue er dem Bundesrath jedenfalls viel mehr Verstandntß zu als 6er ^Abg."Httze?^Mt't dnn^Antrage Auer wtrd anscheinend nur bezweckt, die Zahl der Gegner deS ganzen Gesetzes zu vermehren und «s dadurch zu Fall zu bringen. . Abg. Richter: DaS Verlangen nach Vollmachten für den BunbeSrath ist nur ein Ausfluß der in Deutschland verbreiteten Bedingungen erlangen können. Diese Behauptung bei britischen EonsulS überschreitet die Grenze deS Völkerrecht- lichen Anstandes. In demselben Bericht spricht der Consul auch die Ansicht auS, daß mit nur geringer Anstrengung der Haupthandel im Stillen Meere von englischen Fabrikanten in Beschlag genommen werden könnte, falls zu diesem Zwecke alle fünf bis zehn Jahre HandelSmtsstonen veranstaltet werden von Agenten, die den Händlern ihre Muster vorlegen und die Erfordernisse auf den verschiedenen Inselgruppen prüfen. Neriepe WolffS telegraphisches Correspondenz-Bureau. Berlin, 24. Juni. Dem „Reichsanzeiger" zufolge ist der Saatenstand im Deutschen Reiche von Mitte Juni folgender: Winterwetzen zu 2,2, Sommerweizen 2,6, Winter- spelz 2,2, Sommerspelz 1,0, Winterroggeu 2,3, Sommerroggen 2,4, Sommergerste 2,4, Hafer 2,6, Kartoffeln 2,6, Klee 1,9, Wiesen 2,0, wobei 1 sehr gut, 2 gut, 3 mittel bedeutet. DaS in der Berichtsperiode eingetretene warme Wetter begünstigte die Entwicklung der Feldfrüchte und Wiesen sehr. DaS günstige allgemeine Urtheil gilt nicht in gleicher Weife sür alle Bezirke, da in manchen Gegenden die Ernte- auSfichten durch Nachtfröste, Wolkenbrüche und Hagelwetter geschädigt find. Bern, 24. Juni. Unter Vorbehalt der Genehmigung durch die Bundesversammlung ermächtigte der BunbeSrath den schweizerischen Gesandten in Parts, mit Vertretern anderer der lateinischen Münzunion augehöreuden Staaten einen Zusatzvertrag zum Zwecke der Erhöhung des Kontingent» von Silberscheidemünzen zu unterzeichnen. Brufiel, 24. Juni. Der unabhängige Congostaat stellt in aller Form die von der „Reforme" verbreitete Nachricht in Abrede, wonach die Expedition D'HaniS gänzlich niedergemetzelt worden sein sollte. Der Congostaat hat vielmehr im Widerspruch zu der Meldung der „Reforme" keine Nachricht über diese Angelegenheit erhalten. Loudon, 24. Juni. In Uebereinsttmmung mit dem von der Prinzessin von Wales angeregten Plane wurden heute an verschiedenen Stellen der Stadt 300 000 arme Leute, darunter viele Kinder gespeist. Die Prinzessin von Wales erschien selbst an den Stellen, wo Speisungen stattfanden. „ Windsor, 24. Juni. Die Lords der Admiralität trafen heute Vormittag hier ein, um der Königin ihre Auf- Wartung zu machen und begaben sich unter Regen und heftigem Sturm in geschlossenen Königlichen Wagen nach dem Schloß. Etwa zu gleicher Zeit trafen von Portsmouth aus die Admirale der in Spithead vor Anker liegenden fremden Kriegsschiffe ein und begaben sich zum Frühstück bei der Königin nach dem Schloß. Die in Portsmouth in Garnison liegenden Marinesoldaten mit dem Mufikcorps des Schiffes „König Wilhelm" bildeten die Ehrenwache. Nach dem Frühstück im Schloß wurden die fremdländischen Admirale, die große Uniform mit den Ordensauszeichnungen angelegt hatten, der Königin vorgestellt. Windsor, 24. Juni. Die Königin Victoria fuhr heute Vormittag mit der Prinzessin Heinrich von Battenberg nach Frogmore, wo sich Ihre Majestät Kaiserin Friedrich den Herrschaften anschloß. — Heute Nachmittag wurde die SchiffS- capelle des „König Wilhelm" von der RegimentSmusik der zweiten Coldstream Garde mit klingendem Spiel in daS hiesige Schloß geleitet, wo erstere vor der Königin in Gegenwart Ihrer Majestät Kaiserin Friedrich, Sr. König!. Hoheit Prinzen Heinrich von Preußen, des Herzogs von York und der Lords der Admiralität spielte. Bukarest, 24. Juni. Heute begannen die Confereuzeu von Vertretern der deutsch - österreich-ungarisch- rumänischen Vereinigung von Eisenbahnen zur Berathung von Tariffragen. Depeschen deS Bureau »Herolds Berlin, 24. Juni. Im Abgeordnetenhause ist heute von der gejammten conservativen Fraetion und anderen Mitgliedern deS Hauses eine Interpellation eingebracht worden mit dem Wortlaut: „Ist die königliche Staatsregierung be- reit, Mittheilungen darüber zu machen, aus welchem Grunde die Berliner Getreide-Frühbörse weder als Börse, noch im Sinne deS Gesetzes als Markt behandelt wird." Von der Einbringung einer gleichen Interpellation auch im Reichstage wird man absehen, da man allgemein der Ansicht ist, daß sich ein beschlußfähiger Reichstag nicht mehr lange zusammen- halten läßt. T ipp ,,, Berlin, 24. Juni. DaS Landgericht I veröffentlicht nunmehr einen Steckbrief gegen den Schriftsteller Ernst Schumann, genannt Normanu-Schumauu, «egen wiederholter MajestätSbeleidigung. Berlin, 24. Juni. I« Herrenhause wurde heute die BeretuSgesetz - Novelle au eine Eommisfion von 15 Mitgliedern, welche sofort im Plenum gewählt wurde, verwiesen. Im Laufe der Debatte erklärte Minister v. d. Recke, die Regierung lege den größten Werth darauf, die Vorlage zum Abschluß zu bringen und würde noch iu dieser Sesfiou die Vorlage zur auderwetteo Beschlußfassung 'dem Abgeord- neteuhause vorlegen, wenn daS Herrenhaus eine Aenderuog im Sinne der Regierungsvorlage beschließt. Nächste Sitzung Samötag. «leine Vorlagen. Berit«, 24. Juni. Wie die „8off. Zig." hört, ist Finaozmioister v. Miquel heute nach RUI abgereist, wohin er vom Kaiser berufen ist. Berlin, 24. Juni. Zu dem Essen beim HaudelSminister Brefeld hatten sich, wie die Blätter melden, gestern Abeud in Folge der ergaugeuen Einladung gegen 200 Gäste ein- gefunden. Auch der Reichskanzler und viele active höhere Würdenträger des Reichs und Staats waren erschienen. Im Laufe der geselligen Unterhaltung wurden die verschiedensten Themata der commerciellen Politik berührt. DaS Gespräch wendete sich namentlich dem Schicksal der Novelle zum Ver- eiuSgesetz zu. Vertreter der StaatSregieruug befürworteten in den Unterredungen mit hervorragenden Mitgliedern des Herrenhauses die Wiederherstellung der Regierungsvorlage und ließen durchbltcken, daß die Staatsregierung andernfalls die Vorlage zurückziehen werde. AuS dem Schooße des Herrenhause- wurde diesem verlangen entgegeugetreteu und nur die Eoocesfion gemacht, daß auf die fretconservattven Anträge deS Abgeordnetenhauses eine Mehrheit sich vereinigen lassen werde. Ein anderes Gesprächsthema bildete daS Börsengesetz. ES erweckte den Anschein, als ob dem Minister Brefeld eine Besprechung im Parlament nicht unerwünscht sein würde. Zugleich gewann mau die Neber- zeuguug, daß Minister Brefeld mit der verfügten Schließung der Börseuversammlungen im Feenpalast völlig einverstanden sei. ES scheint ausgeschlossen, daß die StaatSregieruug die Abficht hege, die unterbrochenen Verhandlungen mit Vertretern der Landwirthschaft und der Börse wieder auf- zunehmeu. Berlin, 24. Juni. Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet auS Wien: Nach einer bet dem htefigen Naturheilvereiu eiogetroffeuen Nachricht ist der Pfarrer Stöckle iu WSrriS- Hofen zum Universalerben des großen vermögens KneippS bestellt worden. — Dasselbe Blatt meldet aus Wien: Nach auS Kissamo hier aulangenden Nachrichten beginnen die Insurgenten neuerdings aggresfiv vorzugeheu. Wiesbaden, 24. Juni. DaS Eudergebutß der gestrigen ReichStagS-Stichwahl stellt fich, in runden Zahlen ausgedrückt, wie folgt: Wiutermeher (frf. vp.) 13,600, Frhr. v. Fugger (Ctr.) 8800 Stimmen. Wiutermeher ist somit gewählt. Weißenfels, 24. Juni. Auf 15 Gruben striken bis jetzt 1500 Bergleute. Einige Bergwerke mußten geschlossen werden, da die nothwendigen Arbeitskräfte fehlen. Die Bewegung nimmt immer größere Dimeufionen an. Wien, 24. Juni. Wie der „Neuen Freien Presse" aus Trtkala gemeldet wird, haben die Türken sämmtlicheS Getreide weggenommen und der Stadt eine schwere Son* tributiou auferlegt. In einer Proclamation wird von ihnen angedcoht, daß daS Etgenthum sämmtlicher geflüchteter Einwohner, die bis zum nächsten Tage nicht zurückkehren, con- fiScirt werden soll. Die türkischen Truppen seien im An- marsch auf Kardttza und Kalamboka. Die griechische Regierung protestirt gegen diese Verletzung deS Waffenstillstandes. Budapest, 24. Juni. Die Regierung trifft alle Vorbereitungen, um den Gefahren eines ErntestrikeS vorzubeugen. Die Regierungsarbeiten an den Flüssen Theiß und KöröS wurden eingestellt, damit eine genügende Arbeiterreserve iu Bereitschaft steht. Weiter verlautet, daß diejenigen Arbeiter, welche fich an dem Erutestrike bethetligen, nicht mehr von der Regierung au den Strom-RegulirungSarbeiteu angestellt werden. Brussel, 24. Juni. Die gestrige Interpellation über die Rede deS Königs vom 13. Juni hat seftgestellt, daß die Regierung nur eine platonische Vorliebe für die persönliche Wehrpflicht hat, jedoch kein diesbezügliches Gesetz einbringen und vielmehr die Vorlage betreff» Abschaffung deS LoSkaufS-System» bekämpfen wird. Der Militarismus ist vollständig besiegt. BeachteoSwerth ist die kategorische Art und Weise, mit welcher der CabinetSchef die Verdächtigungen der Pariser Boolevard-Blätter, welche von einer Verschwörung mit Deutschland sprachen, abfertigte. Antwerpen, 24. Juni. An Bord eines von Newyork nach Hongkong segelnden Schiffe» brach auf hoher See Feuer au». Die Mannschaft mußte daS Schiff hretSgeben und konnte fich nur mit knapper Roth selbst retten. London, 24. Juni. Die fremden Admirale, welche gestern der Flottenschau beiwohnten, wurden später tu Windsor von der Königin empfangen. Dem Empfange wohnten anßerdem bet Prinz Heinrich von Preußen und der Herzog von Aork. Heute sollen 300,000 Arme gespeist werden. London, 24. Juni. „Standard" meldet au» Konstantinopel, der Frieden»schluß werde am Sam»tag erfolgen. Athen, 24. Juni. Nach hier au» Konstantinopel eiugrlangten Meldungen ist der Stand der Friedens- Verhandlungen ein äußerst günstiger. Der prältminarische Friede dürfte bereits am SamStag unterzeichnet werden. Der Sultan hat in Bezug auf die Kriegsentschädigung seine Forderungen bedeutend ermäßigt. Mau spricht von hundert Millionen, welche in mehreren Jahresraten bezahlt werden sollen. Berlin, 25. Juni. Wie aus Petersburg gemeldet wird, fieht man am dortigen Hoflager dem Besuch des deutschen Kaiserpaares für den 7. August entgegen. E» verlautet, das Zarenpaar habe gebeten, den Kronprinzen und den Prinzen Ettel Fritz «ttzubringeu, doch soll eine end- gülttge Entscheidung hierüber noch nicht getroffen sein. Berlin, 25. Juni. Der „Localaoz." meldet auS PeterS- bürg: Die „Nowoje Wremia" will aus bester hiefiger Quelle wißen, Präsident Faure werde am 20. Juli n. St. auf dem Dampfer „Depuy de Lome" mtt kleiner Begleitung tu Peterhof eintreffen. Die Nachricht ist an auf- fallender Stelle in gesperrtem Druck wtedergegebeu. Der franzöfische Botschafter sagte, Präfident Faure werde nicht vor Mitte August seinen Zarenbesuch machen können, da die Kammern erst im August geschloffen würden, und Faure während der Session nicht außer Landes sein würde. DaS rnsfische Hofministerium erklärt, Definitives sei noch nicht bestimmt. Da Faure unter allen Umstanden eine Begegnung mit dem dentschen Kaiser aus See vermeiden will, was bei einer Reise Mitte August vielleicht nicht möglich wäre, klingt die Nachricht der „Nowoje Wremia" nicht unwahrscheinlich. Kiel, 25. Juni. Auf einem schwedischen Schooner brach eine Meuterei au», die Mannschaft wollte den Steuermann erstechen. Der Bedrohte sprang hinter FriedrichSort über Bord und wurde durch ein Lootsenfahrzeug gerettet. Hamburg, 25. Juni. Der Arbeit er-Ausschuß nahm einstimmig deu von der Handels- und SchtffahrtS-Deputation ausgearbeiteten erhöhten Lohntarif für StacttSquai-Arbeiter an. _____________ B. Mainz, 25. Juni. Wegen Ueberlastung ist die hie- fige Militärschwimmanstalt gesunken und fortgetrieben. Unter Verlust der Kleider retteten fich sämmt- liche Anwesenden und zahlreiche Mannschaften. WB. Helgoland, 25. Juni. AIS Siegerin des Jachtrennens um den JubilämSpokal des Kaisers paffirte 7 Uhr 34 Mtn. früh „Lemonia", Besitzer Lord Jviagh, vier Minuten später „Ariadne". CocaUs unb provinzieller. Gießen, den 25. Juni 1897. • • Militärische». Unser Regiment rückt heute Abend gegen 8 Uhr auS iu daS Gelände in der Richtung nach Marburg zum Zwecke einer Nacht-Felddienstübung gegen die Marburger Jäger. DaS Regiment wird morgen jedenfalls hinter Lollar Biwak beziehen und Abends in die Garnison zurückkehren. * • Kunstvereiu. In der Gemälde-AuSstellung im ThurmhauS am Brand find im Laufe dieser Woche wieder 45 Gemälde neu htnzugekommeu, sodaß die gegenwärtige Ausstellung bereits 120 Gemälde faßt. Gleichzeitig wollen wir auch noch an dieser Stelle bemerken, daß die zur Zeit hier ausgestellten Gemälde nur kurze Zeit hier verbleiben, da voraussichtlich von Mitte deS nächsten MonatS ab die Ausstellung auf einige Wochen geschloffen bleibt. * • Omnibusverkehr Schiffenbergerwald. Infolge der vor- gerückten Jahreszeit fahren die Sommerwagen der OmnibuS- gesellschaft vom kommenden Sonntag ab erft von3Ubr ab nach dem Wald, und von 7 Uhr Abends ab, zurück. An Wochentagen verkehrt nach wie vor ein Wagen um 3 und 3*° Uhr ab Marktplatz nach dem Wald- eingegangenen Wünschen der Bewohner des Süd- und Nordendes der Stadt entsprechend, hat der Vorstand beschloffen, daß im Vorverkauf nach dem Wald gelöste Fahrscheinhefte zur Benutzung jeden fahrplanmäßigen Wagen» in der Zett zwischen 2>/t—3V> Uhr bi» zum Marktplatz ohne besondere Bezahlung berechtigen. • •F. Die Gießener Ruder-Gesellschaft hat anläßlich der am 11. Juli stattfindenden Emser Kaiser-Regatta zu folgenden Neunen gemeldet: 1. Vierer, Preis der Stadt EmS. 2. Vierer, KatserpreiS- Wanderpreis, gestiftet von Sr. Majestät dem hochseligeu Kaiser Wilhelm I. 3. Einer, Preis von der Bäderlah. 4. Achter, Preis deS Deutschen Ruder-VerbandeS- Wanderpreis. Gestern Abend find die Boote unserer Rudergesellschaft nach Frankfurt a. M. abgegangen. Heiße Kämpfe find kommenden Sonntag und Montag dort zu erwarten, denn die ersten Mannschaften Deutschlands, wie „Mainzer Rudervereiu", „Berliner Ruderclub" und „Ruderclub Favorite-Hamonia Hamburg" u. s. w. werden fich mit unseren Ruderern in friedlichem Wettkampf meffeu. Aber gerade deßhalb ziehen die Gießener Mannschaften mtt froher Zuverficht in den Kampf, wollen wir hoffen und wünschen, daß eS ihnen vergönnt sein möge, siegreich daS Ziel zu pasfiren, damit der im deutschen Rudersporte schon so oft gefürchtete Name „Gießen" fich von Neuem seines Ruhmes würdig zeige. * * Weinstatistisches. Die Weinernte im Großherzog- thum Hessen ist für da» Jahr 1896 mit 705,607 Hectoliter Weinmost im Werthe von 13,384,390 Mk. berechnet. Den Löwenantheil beansprucht davon natürlich Rheinhessen mtt 682,708 Hectoliter und 12,980,789 Mk. Werth. Starkenburg verzeichnet 22,731 Hectoliter und 400,552 Mk. Werth - Oberhrssen nur 168 Hectoliter mit 3050 Mk. Werth. Der Hectoliter ist im Einzelnen mtt 14 bt» 30 Mk., im Durchschnitte 19 Mk. berechnet. Die mtt Weinbergen bestandene Fläche beträgt 11,950,6 Hectar, davon entfallen auf Rheinhessen 11,272,,, Starkenburg 665,5 und auf Oberhessen 12,i Hectar. *♦ Berichtigung. Die Gießener Handelsgärtner- Verbindung theilt uoS mit, daß nach den vorjährig gemachten Erfahrungen von einer diesjährigen Gartenbau« Ausstellung, tote im „Gießener Anzeiger" angegeben, keine Rede sein kann. n. Friedberg, 24. Juni. Von unfern 72 Kreisgemeinden find noch 22 mit älteren Kriegsschulden belastet, die in manchen Gemeinden noch recht bedeutend find. ES war hauptsächlich unsre Gegend, die am Ende de» vorigen und am Anfang dieses Jahrhunderts sehr viel von den durch- marschierenden Heeren zu leiden hatte. Der Zuschlag zu den Gemeindesteuern betragt hier und da in diesem Jahr sür die Aufbringung der Zinsen für diese Schuld über 4 Pfg. auf die Mark Normalsteuercapital. Sämmtliche 72 Gemeinden heben auch tn diesem Jahr Lommunalsteuer. Am höchsten ist der Ausschlag in Bodenrod, wo er 75^ und am niedrigsten tn Nieder-RoSbach, wo er 3,UI Pfg. auf 1 Mk. Normalsteuer- eapital beträgt. Nur in vier Gemeinden beträgt et über 60 Pfg. n. Sin ler Nidda, 24. Juni. In vielen Orten bei nur hat die Heuernte erst begonnen. Die sehr noth- wendigen Hackarbeiten an Kartoffeln und Zuckerrüben ließen bei dem Mangel an Arbeitskräften einen früheren Anfang nicht zv, und aufgeschoben konnten diese Arbeiten auch nicht werden, weil sich jene Pflanzen bei der günstigen Witterung so üppig entwickelten, daß man, ohne Schaden anzurichten, eben kaum noch mit der Hacke daran arbeiten kann. Auch hier fällt die Heuernte quantttativ und, wie eS den Anschein hat, auch qualitattv sehr gut auS. Bei den Versteige- rungen wurden sehr hohe Preise erzielt. Der Centn er Dörr- futter stellt fich ohne Arbeitslohn auf 2 Mk., stellenwesse noch bedeutend höher. Schotte», 22. Juni. In der Nacht vom Montag auf Dienstag ist in hiesiger Dampfbrauerei ein schwerer Unfall vorgekommen. Ein in derselben beschäftigter Arbeiter tft Nachts tn lebhaftem Traum auS dem Fenster feine» im vierten Stockwerk liegenden Schlafzimmer» gesprungen. Der Unglückliche fiel zunächst auf eine am Hause stehende Leiter und dann zur Erde und erhielt einen doppelten Armbruch und mehrere sehr schwere Verletzungen im Becken. Wäre durch die Leiter nicht die Wucht de» Abfalle» gemindert worden, so hätte der Unfall leicht den Tod zur Folge haben können. Der Verunglückte wurde in di: Klinik nach Gießen gebracht. • Der 20. Deutsche FleifcherverblmdStag in Leipzig faßte, wie die „Internationale Fleischer-Zettung" (Leipzig) berichtet, In Sachen deS WurstfärbenS folgende Resolution: „Der Verbandstag steht auf dem Standpunkte, daß die Anwendung von unbedentenden Quanten unschädlicher Farbstoffe tn der Wurstbranche dem Gebrauche der übrigen Nah- rnngSmittelbranche entspricht. Die heute weitverbreitete An- Wendung hat fich im Laufe der letzten 40 Jahre allmählig herauSgebildet und zwar in Folge der fortgesetzt fich steigernden schnellen Ausmästung sowie de» ausgesprochenen nicht zu beseitigeudeu Verlangens des cousumtrenden Publikums nach fleischrother, daS schöne Aussehen im Anschnitt haltender Waare. Eine thatsächliche Erhöhung de« wirklichen Werthe» iu Bezug auf Geschmack, Geruch und Nährwerth kann durch Farbzusatz nie erreicht werden, anderseits können dadurch die Verwendung von schlechtem mtnderwcrthigeu Fleische im Sinne des NahrungSmittelgesetzeS sowie die Folgen unsauberer Behandlung weder verdeckt noch aufgehalten werden. Die Anwendung geschieht nicht, um der Wurst einen über ihren wirklichen inneren Werth hinauSgehenden Werth zu verleihen, sondern um derselben daS ihr zukommende ihrem inneren Werth entsprechende gute Aussehen zu erhalten. Einem etwa zu erlassenden Verbote von Farbstoffen müßte gerechterwaßen ein Verbot der Anwendung sogenannter Kunstfuttermittel, d. h. ein Verbot der zur Zeit üblichen Schnellmast voraus- gehen. Einen etwa zu erlassenden DeclarattonSzwang hält der Verbandstag für praktisch undnrchführbar und in seinen Folgen für die gesummte Nahrungsmittelbranche höchst bedenklich." Univerfttäte - Nachrichten. Marburg. Herr Dr. Oldenberg, bisher Assistent de»Pros. Schmoller in Berlin, ist nunmehr als Prosessor an die hiesige Universität berufen worden, nachdem für Herrn Paasche eine Professur am Polytechnikum in Charlottenburg eingerichtet worden tft. Eine frühere Meldung von dieser Berufung war seiner Zeit dementirt worbat. . — Lic. theol. 8lb. Deifomann, Pfarrer zu Herborn (Nassau) erhielt an Stelle deS im Januar verstorbenen Kirchenrathe» Piofessor D. Karl Holsten einen Ruf al« ordentlicher Professor für neu- testamentliche Exegese an die Universität Heidelberg. Abgesehen von mehreren Beiträgen und Kritiken in wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlichte Teißmann seither folgende Schriften: 1) Die neutestamentliche Formel „in Christo Jesu*, untersucht 1892; 2),Joh. Kepler und die Bibel, ein Btttrag zur Geschichte der Schriftautorttit 1894; 3) Bibelstudien. Beiträge, zumeist aus den Papyri und Inschriften, zur Geschichte der Sprache, de« Schriftlhum» und der Religion deS hellenistischen Judenthums und de» Urchristenthum», zwei Bände 1895 und 1897. — In Berlin hat am Freitag eine Studenten v er samm- lung „mit aller Ehrerbietung, aber mit größter Er.lschie^nhett Protest gegen die unberechtigten Bevormundungsbestrebungen Seiner Magntficenz detz Herrn Rectors der Universttät (Geheimrath Brunner), wie sie in dem Verbot des Vortrag» de» Fräulein Lange, tn der Entfernung der. socialistischen Zeitschriften au» der Lesehalle und in der versuchten Unterdrückung der Ehrengerichtsbewegung zu Tage getreten find, eingelegt-. — Die Versammlung verlief, obwohl der Vorsitzende um Ruhe bat, well mit Magnisicen» nicht zu spaßen sei, sehr stürmisch Als ein Redner für den Rector eintrat, wurde er mit Hallelujahrufen und Ausdrücken wie .Quatsch , Raus! Raus! unterbrochen. „ m Qw Straßburg, 22. Juni. Die „Straßburger Post meldet. Dr. Theodor Ludwig hat sich in der philosophischen Facultät für Geschichte de» Mittelalter» in der Neuzeit babilitirt. Schiffsnachvichten. Norddeutscher Lloyd, tn Gießen vertreten durch die Agenten Earl Loo» und I. M. Schulhof. Bremen, 24. Juni. (Per ttanSallanttschen ^legr-Ph.j Der Schnelldampfer Lahn, Eapt. E. Pohle, vom Norddeutsch« Lloyd tn Bremen, ist heute 4 Uhr Morgen» wohlbehattm tn Newyork angekommen. kirchliche Anzeiger» 6er Stadt «Siehe«. Evangelische Gemeinde. Sonntag, den 27. Juni. 2. Sonntag nach Trinitati» Gottesdienst. Vormittag» 9»/, Uhr: Pfarrer Dingeldey. vormittag» um 11 Uhr: Kinder gotteSdienst für die Luca»- gemeinde. Pfarrer Dingeldey. «t. ■ Jftt 5 8«fej? n°1, Ä-% Ötö 8Bttte:u; L"L L «’ f 2 J*» DSri. Älterer Unfall Wrr Arbrttrr tft Mer fcfate* im "lefprmigtD. Der ’^le stehende Leiter °Mtrn Ärwbrnch 1J® Btckm. ®aie ftbfaUe* gewindelt ^°°,M Folge haben 12 Klinik nach Siehrn Mag in Leipzig 2'Zeitung" (Leipzig) solgeudr Resolution: Punkte, dah die An- । uoschädlichn Färb- che der übrigen Nahte veitverbreitete So- 40 Zahre allwahlig rrtgeseßt fich steigern- Igesprochenen nicht zu nden Publikums nach Anschnitt haltender 6 wirklichen WertheS lahrwrrth kann durch :8 können dadurch die erthigrn Fleische im die Folgen unsauberer zrhalten werden. Die arst einen über ihren in Werth zu verleihen, itnbt ihre« tmeren galten. (Sima etwa lüßte gercchtermaßen ittt WW®M i tzchMmch NvrauS- eclarationszwang hält fithrbar und in seinen gSmittelbranche höchst pichten. bisher Siststmt de? Piof. Pioiessor an die htestge ür Herrn Paasche eine !Nllsung war seiner M :tiSg ys»s »SZÄ M-r S/zSS schen ZeML-crichtS- «* hl *W1 «i.fl“ meldet- Ä’”*' t babllitlN-^-s----^ htell* 6llt ’m**** SÄ«** »■ In der Artedhosleapelle. Vormittags 97t Uhr: Pfarrer Schlosser. 3m «onstrmaudeusaal, Reustadt 6L Vormittags 8 Uhr: Gottesdienst verbunden mtt Christen- lehre für die Neuconfirmirten der MarcuSgemeinde. Pfarrer Dr. Grein. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die MarcuSgemeinde: Pfarrer Dr. Grein. «Rth-lifche Gemeinde. SamStag den 26. Juni. Nachmittag« um 4 Uhr und Abends um 8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte; Sonntag den 27. Juni. Vormittag« von 67, Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; , um 67, Uhr erste hl. Meffe; , um 77, Uhr AuSthetlung der hl. Commuuion; , um 8 Uhr zweite hl. Meffe; w um 97, Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2 Uhr Herz Jesu Andacht. SotteSdittch der israelitisch«« ReNgioasgesellschaft Freitag Abend 8 Uhr, SamStag Vormittag 8 Uhr Predigt, Nachmittag 4 Uhr, Sabbathausgang 9“ Uhr. Nachmittag 3« Uhr LchrtfterklLrurrg Bahnhofstr. 50. Wochengottesdienst Morgens 680 Uhr, Abends 8 Uhr. Verkehr, €awb» rrirb Votkrwirthsehast — Nach dm statistisch« Ermittelungen des Vereins dmtscher Eisen- und Stahlindustrieller belief fich die »ohetseuproduetto« des Deutschm Reiches (einschließlich Luxemburgs) im Monat Mat 1897 auf 579 613 Tonnen, darunter Puddelroheisen und Spiegeleifen 141 689 Tonnen, Beffemerroheisen 50051 Tonnen, Thomasroheism 292 943 Tonnen und Gießereiroheisen 94 930 Tonnen. Die Production im April 1897 betrug 560343 Tonnen, im Mat 1896 544 192 Tonn-n. Vom 1. Januar bts 31. Mat 1897 wurden producirt 2 799 512Tonnen gegen 2580674 Tonnen im gleichen Zeiträume des Vorjahres Temperatur der Lah« und Luft nach Reaumur gemeßen am 25. Juni, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags: Wasser 16°, Luft 23°. Rübsamen'sche Badeanstalt. — Für schwitzende und empfindliche Füße, sowie für Touristen tst von dem Schuhgeschüft Wtlh. Herbert, Marktplatz 2, eine waschbare Schwetßsohle auS Badeschwamm hier etngrfuhrt, deren Benutzung für die wärmere Jahreszeit sehr zu empfehlen tst. Die Sohle saugt den Schweiß vollständig auf und gibt dem Fuße eine außerordentlich angenehme, weiche Unterlage, welche Erkältungen ebenso wie Schmerzen, Brennen und Wundgehen der Füße selbst bei anstrengendsten Märschen sicher verhütet. — Ein eüizigeS SanitätS-Depot bezog innerhalb vier Sommermonatm vom Fabri- kantm 5500 Paar. 6136 — Die allgemeine ««fmertsamkett weudet sich immer mehr -er HaMpstege ,« und fortdauernd treten infolge dessen neue Mittel auf, dte für diesen so überaus wichtigen Zweig der Gesundheitspflege empfohlen werden. Keines dieser Mittel hat sich jedoch einen solch allgemetnm Beifall erwerben können, al« das Lanolin, das mtt dem von Natur tn der menschlichen Haut enthaltenen Fett analog ist und somit in «'Jen Fällen, wo dte Haut durch den Verlust an Fett ihre Geschmeidigkeit und Elasticttät etn- gebüßt hat, über den Mangel wieder hinweghilit. DaS Lanolin findet sich tn Form von »LatrolitoToilette'Erearu-Latloltn tn allen Apotheken und Drogen-Handlungen und wird auch zur Anwendung in der Kinderstube von den Aerzten auf das Angelegentlichste empfohlen. Beim Einkauf des CreamS achte man darauf, daß jede Tube und jede Dose die Schutzmarke „Pfeilring" ttägt, da nur dadurch eine Garantie für die Echtheit geboten wird. 1211 Kellervermiethung. Im neuerbauten israelitischen Gemeindehause an der Lonystraße ist rin gewölbter Keller von 81 Qm Bodenfläche mit 2,00 m breiter EingangSthür zu vermiethen. Reflectanten wollen chre Angebote dem Unterzeichneten bis zum 30. Juni 1897 einreichen. Gießen, den 25. Juni 1897. 6140 Der Vorstand der israelitischen Religions-Gemeinde Gießen. S. Heichelheim. Mckständige Gelder pro 1896 an die unterzeichnete Kaffe können noch bis zum 1. künftigen Monats ohne Kosten anher bezahlt werden. Lich, am 24. Juni 1897. 6114 Fürstl. Rentei Sich. ^^mpfthkmgen^J Neue Vollheringe, per Stück IO Pfg., Nkllk ital. Kartoffel«, per Psd. 10 Pfg., bei Hch. Arnold II., 6142 Marktstraße 28. Täglich frische Sendung h«chf. Taseldiiltki bei A. & G. Wallenfels, 5650 Markt 21. Telephon 46. Erdbeeren sehr schöne, großfrüchtige, werden täglich im Garten Hardthof 18 für 40 Pfg. das Pfund abgegeben. Quantitäten von 5 bis 50 Pfd. frei ins Haus geliefert.6127 IedeIrau gewinnt Beit, Geld und Mühe, wenn sie tdreds-Wichse verwendet, denn dieselbe gtebt rascb einen schönen Glanz und verbraucht sich langsam, weil sie mit Wasser stark verdünnt werden muß. Dosen ä 10 unb 20 Pfg., sowie Holzschachteln i» Sund 10 Pfg. sind zu haben: K. & H. Wallenfels, S. Nort, Ad. Heisse, H. Keröordl, Ah. Kcrrmann, <£. Kohkermaun II., j1, ^rppka, Eö. Metzger, Neustadt 8 und Frankfurterstraße 1. unbedingt feinstes Fabrikat. Basehe m schöne Ansrahrung Stereotypie, fiahanoplastik, Buehbinderei Brühl’sche Dniversitäts-Bueh- und Steindrnekerei (Pietsch dt Scheyda) Verlag des Giessener Anzeigers 7 Schulstrasse 7 empfiehlt «ich zur Anfertigung aller Buchdruck-Arbeiten in elegantem Schwarz- und Farbendruck. Ei« Schuhmacher, guter Arbeiter, gesucht. 6135 ____________». Schulze, Bleichstr. 5. 6051] Ein tüchtiger Fuhrmann kann sofort in Dienst treten bei Ed. Silbereisen, Alicestr. 14. 6143] Ein junges Kausburschlhen gegen hohen Lohn gesucht. Näheres bei 6143 M. Levi, Schirmfabrik. 6131) Ein HauSbursche von 14 bis 16 Jahren sof. gesucht. Marktstr. 11. 6073] Suche sofort einen Jungen von 17 Jahren in ein Flaschenbiergeschäst aufs Land zu zwei Pferden. Näheres bei Karl Müller, Liebigstr. 64._______ 6103} Gutempfohlener, gewandter GeschüftSdursche gesucht. _________________Selterlweg 8V. Zunge Leute von 14—16 Jahren sofort gesucht. F. Habenicht, 6006 Lampenfabrik, Wiesenstr. 4. Samstag, den 26. Juni. Sämmtliche bisher entstandenen Beste wie Schürzenftoffe, HanVtuchftoffe.Wctt reuae, Hcm»cnftoffk, Gardinen, Futterstoffe, Hcmdenstanelle, Stickereien, Spitzen, Seidenstoffe, Seidenbänder und Beiatz-Artikel «. :c. werden an diesem Tage zu Ausnahme-Preisen verkauft. Sämmtliche Reste sind zu Jedermanns Ansicht offen ausgelegt. W aarenhaus Richard Loewenthal & Co. Bahnhofstrasse 1. Giessen. Bahnhofstrasse 1. Moselweine. rohnhäuser Italiener Rheinweine direct bezogen, von ärztlicher Seite empfohlen, zu Preise. (Univers.-Reitinftitut des Herrn Kreutzbnrg, vis-ä-vis der Univ-Bibliothek). Thierarzt Seiderer, | seither Kirchenplatz 11 wohnhaft. Junge kräftige Arbeiter sofort gesucht. 6105 ______________Thiele, Brandgasse 5. Ein Dienstmädchen sofort gesucht. 6096 _______Chirurgische Klinik. Gesucht auf sofort eine tüchtige Näherin, sowie mehrere Lehrmädchen 6072 Henriette Bark, Babnbofsir. 66 Stellen-Gesuche. 6128] Junger Mann mit einjähr. Be- recht, sucht zwecks Erlernung der Buchführung Stelle auf einem Comptoir. Off. unt. A. Y. an die Exped d. Bl- 6128 |Vereinsnachrichterr| CONCORDIA. Sonntag, den 27. Juntr Parthir nach her öadknburg. Zusammenkunft Mittags 2 Uhr aus dem Bahnhofe. 6130 _________________Der Vorstand. Mrlljtzkkits-Vlrein Hikhen. Heute Samstag, bin 26. Juni 1897t Familien 'Abend auf der Schönen «osstcht. Gäste können etngeführt werden. 6121 □ 25 6. 9 Uhr I Gr. Mstrwahl. mH Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme an dem un- betroffenen Verluste, sowie für die vielen Blumenspenden sagt innigsten Dank 6137 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Familie Riising. Gießen, den 25. Juni 1897. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme bei dem mich so schwer betroffenen Verluste, für die überaue zahlreichen Blumenspenden, sowie für die zahlreiche Begleitung zur letzten Ruhestätte, und insbesondere für die tröstenden Worte des Herrn Pfarrer Dr. Grein, sagt innigsten Dank 6126 Amalie Siede, geb. Klappert. Locomobilen « mit selbstlhättgem Expansion- Kurbelwellen-Regulalor, neu patenlirt, Combinirte Dampf-Dreschmaschine» neuester Construction. — ReparatnrwertstLtt«. — Aatalog grat, u frc. v A. Henninger A Co., DarniNtadt. “ MWWWWMWWM «aschinenfabett u. a,stet schmiede AlWpWMWWWWWWW er Srstr »kitsche gklkdl. gkslhüdte JnMmjuiliimSptrialiliil: « KMiil.Aiislottiiiiss-zs i Wnnbfrbarrr 8rfalg! s - UIUIIUHUUHI tUUlH. « L der Küchenkäfer, /Ä - H mittCl Fliegen, sowie VL K o 3- Wanzen, Flöhe, Motten, von Ungeziefer bei den • lin sollte schon al- Bor« keiner Haushaltung fehlen. Thurmelm » « 5 g Hausthierm. Thurme« 2 beuguugsmittel in , , ist nur in Gläsern zu haben k 30 u. 60 1, 2 u. 4 JL, -R Spritzen hierzu, die einzig practischen, k 35 und 50 H. 2» z . In Gieften: Gustav Walter; in Weylar: 8z 2^ Ph. Nöder Inh. A. Bergander; in Lollar: Aug. * ? »st Zimmermann. 3293 aus Stuttgart. 60M Nur noch wenige Tage 5888 • dauert der Dr. Haupt wir- während seiner Abwesenheit vertreten durch: Herrn Dr. Ploch, Asterweg, u. 1 gnt.Dr.Köppe, Iranksurterstr.3. 3T Karten im Borverkauf sind in der Musikalienhandlung Ernst Challier (Rudolphs Rachf.), k 0,60 Mk., zu haben. Abendkasse: 0,7« Mk. Stein’» Garten. Dienstag den 29. Juni, Abends 8 Uhr: Concert des Süddeutschen Männer - SeMt usverksus : _ von • fl. Verner, Marktftratzc 29, • • • d Sonnen- u. Regenschirmen, Corsetten, Unter- G d Zeugen, Herrenwäsche, Cravatten, Hand- G G schuhen, Schürzen, Bändern, Schleiern, G G Spitzen, Blumen, Federn, Tapisserie. 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