1§97 Mittwoch den 26 Mai M. 122 Erstes Blati Aints- und Anzeigeblntt für den Uveis Gieren 4462 chratisöeitage: Hießener Aamilienölatter. r Pfeil. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Sonn. 10 Uhr. Alle Annoncen-Bureaux deS In- und AuSlande- nehme» I Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgeg«. Nedactton, Expcditto» und Druckerei: Schutstratze Ar.7. Fernsprecher bl. Vierteljähriger Avonnementsprelsr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen 2 Mark 50 Pfg. Die Gießener A««ikie»0tS11er werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelrgt. Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, Wit Ausnahme deS Montags. / ießener Anzeiger Keneral-Mnzeiger. 16 Marke. »«■Räder raohloet.^htit ene Medaille. r* .. c692 enamker. weg <6. 4462 i Preisen die Druckerei ml. Amtlich«Theil. Lekanntmachung, betreffend: Die Maul« und Klauenseuche,- hier Abhaltung von Btehmärkten. DaS Großh. Ministerium deS Innern hat die Abhaltung eines Viehmarktes zu Büdingen am 29. Juni l. I. unter nachstehenden Bedingungen genehmigt : 1. Für Auf- und Abtrieb ist je eine bestimmte Stelle zu schaffen. Der Marktort hat daS nöthige Auf- fichtSpersonal zu stellen, damit den getroffenen An orduungen genau nachgekommen wird. 2. Auf den Markt dürfen nur Thiere aus unverseuchten Orten des GrohherzogthumS Hessen, Thiere von Händlern nur dann, wenn fie mindestens sieben Tage in unverseuchten hessischen Orten in seuchefretem Zustande zugebracht haben, aufgetrieben werden. Beim Auftrieb der Thiere ist durch eine streng zu handhabende Controle der betreffenden Ursprungs- scheine zu verhüten, daß andere Thiere auf den Markt gebracht werden. 3. Außer der Controle der Ursprungszeugnisse hat selbstverständlich auch die thierärztliche Besichtigung vor dem Auftrieb zu erfolgen. Büdingen, den 17. Mat 1897. Großherzogltches KreiSamt Büdingen. ______________________Klietsch.________________________ Bekanntmachung, betreffend: Die Maul- und Klauenseuche- hier die Abhaltung von Viehmärkten. Das Großh. Ministerium des Innern hat die Abhaltung eines Viehmarktes zu Echzell am 31. Mai l. I. unter den nachstehenden Bedingungen genehmigt: 1. Für Auf- und Abtrieb ist je eine bestimmte Stelle zu schaffen. Der Marktort hat das nöthige Aufsichtspersonal zu stellen, damit den getroffenen Anordnungen genau nachgekommen wird. 2. Auf den Markt dürfen nur Thiere aus unverseuchten Orten des Großherzogthums Hessen, Thiere von Händlern nur dann, wenn sie mindestens sieben Tage in unverseuchten hessischen Orten in seuchefteiem Zustande zugebracht haben, aufgetrieben werden. Beim Auftrieb der Thiere ist durch eine streng zu handhabende Controle der betreffenden Ursprungsscheine zu verhüten, daß andere Thiere auf den Markt gebracht werden. 3. Außer der Controle der Ursprungszeugnisse hat selbstverständlich auch die thierärztliche Besichtigung der Thiere vor dem Auftriebe zu erfolgen. Büdingen, den 17. Mai 1897. Großherzogliches Kreisamt Büdingen. Klietsch. 146.20 130. 33.2ä 139 70 136'- 129.- 140 SS ki is^ 12».'' 2Sü- 155' 136 5» 114« 1634 100- 23.50 106.50 56.- 27.30 12.30 22-- 23,5° 22.10 Lsurs« 15.5- 22 51 67 'h 229.- ! 58.4'' 136.50 115 — 9570 96.30 40- «J 45 K«J 561 12.30 2?." 2.80 >db.(Lb4. or^bahn- .Crntt-l i.'Jlorboii niriiAb.) iilH ßwctfll«- LH.I00 ' rrh^OO ti M • hinten- IP00 & mH«!1 S*} ft«? «»“■ 230. Sitzung. Montag, den 24. Mai 1897. Präsident v. Buol genehmigt einige Urlaubsgesuche wegen Krankheit, schlägt aber vor, ein Urlaubsgesuch des Abg. Schneider (srs. Vp) zu verweigern. t n Abg. Richter (srs. Vp.) beantragt Genehmigung des Gesuches, da Schneider als Genossenschafts-Revisor augenblicklich dringend zu thun habe. Derselbe habe nach dem bekannten Beschluß des Seniorenconvents von neulich nicht muthmaßen können, daß die Handwerkervorlage noch zur Berathung kommen werde. Abg. Gröber ((Str.) beantragt, das Urlaubsgesuch abzulehnen. Die Handwerkervorlage wäre längst erledig', wenn nicht gerade die Freisinnigen solche ObstructtonSpolttik getrieben hätten, insbesondere mi< °Ab^ÄÄer stellt dies auf das entschiedenste in Abrede. Wenn daS Haus nicht beschlußfähig gewesen sei, so liege das vor Allem daran, daß von Freitag zu Samstag die Zahl der Conser- vaiiven und Centrumsabgenrdneten nach Ausweis der Zählung von 169 bis auf etwas über 1OO abgenommen habe, es seien also 60 und mehr abgeretst gewesen. ■ Abg. Pieschel (nl.) bemerkt, nachdem wegen der vorgestrigen Borgänge auch bereits den Schriftführern ein Vorwurf gemacht sorbtn sei, müsse er doch feststellen, daß der freisinnige Schriftführer Hermes selber die Obstructionspolink zugegeben habe. Abg. Singer rügt, daß Pieschel dergestalt Prtoatäußerungen astedergebe. Abg. Hermes bestreitet nachdrücklich, dem Abg. Pieschel ein solches Geständniß gemacht zu haben. Pieschel habe eine scherzhafte Amßerung von ihm für Ernst genommen. Abg. Gröber stellt nachdrücklich in Abrede, daß vom Centrum so» Biele abgereist seien, das Centrum sei vollzählig zur Stelle. Daß bie Freisinnigen Obstructionsvoltttk getrieben, stehe sest, denn hätten st« daS nicht beabsichtigt, so hätten Diejenigen, welche an der Zählung nicht theilnehmen wollten, also sich der Stimme enthielten, sich beim Surcflu melden müssen. 13"' 93.30] J’J oo 25 34* 146* I 161.901. 120.20 11»' Abg. Richter bestreitet, daß dies Gepflogenheit sei. Die Zahl der freisinnigen Abgeordneten sei auch viel zu gering, als daß gerade die Abwesenheit eines ThetlS von ihnen die Beschlußunfähigkett verschuldet hätte. DaS Urlaubsgesuch Schneiders wird abgelebnt. Der am Samstag noch unerledigt gebliebene Rest der Servis- tarif-Vorlage wird angenommm, ebenso die von der Commission beantragte Resolution betr. anderwette Regelung der Wohnungsgeldzuschüsse. Aus Anregung Hammachers wiederholt Schatzsecretär Graf PosadowSky seine schon in der Commission abgegebene Erklärung, daß die WohnungSgeldzuschüffe nach anderen Grundsätzen zu regeln seien, als die Entschädigungen für militärischts Naturalquartier. Erhebungen über die Höhe der Wohnungsmtethen in den einzelnen Orten seien bereits eingeleitet und je nach deren Ergebniß werde alsdann mit der Neuregelung vorgegangen werden. Dann wird die Berathung der Handwerker-Dorlage fortgesetzt. r Zunächst wird in wiederholter Abstimmung der Antrag Schneider-Richter zum S 100a gegen die ganze Linke abgelehnt. Bei S 100b beantragt Abg. Richter Streichung deS Absatzes 4, wonach nach Bildung einer Zwangsinnung eine etwaige in demselben Bezirk für denselben Gewerbezweig bestehende andere Innung zu schließen sei. Abg. Gamp (Rp.) widerspricht dem Anträge, unmöglich könnten noch neben der Zwangsinnung freiwillige Innungen bestehen bleiben. Abg. Richter: Mindestens müßten doch dann Bestimmungen getroffen werden, welche einer solchen Innung das Fortbestehen wenn auch nicht als Innung, so doch in irgend einer korporativen Form ermöglichen. Redner beantragt ferner zum Abs. 5, daß auch diejenigen bisherigen Innungen sollen fortbestehen dürfen, welche im Wesentlichen Handwerker ohne Gesellen und Lehrlinge zu Mitgliedern zählen. Beide Anträge werden gegen die gesammte Linke abgelehnt. Nach S 100c befürwortet Abg. Reißhaus die Einschaltung eines neuen Paragraphen, der die Zwangsinnungen zur Erstattung von Jahresberichten an die Handwerkskammern verpflichtet. Der Antrag wird nach kurzer Debatte gegen Socialdemokraten und Freisinnige abgelebnt. , Bei S 100f empfiehlt Abg. Richter einen Antrag Schneider: den Abs. 2 zu streichen, demzufolge durch Zwangsinnungestatut mit Genehmigung der Behörde bestimmt werden kann, inwieweit Handwerker, die in landwirthschastlichen ober gewerblichen Betrieben, gegen Entgelt beschäftigt sinb unb ber Regel nach Gesellen ober Lehrlinge halten, sowie Hausgewerbetreibenbe der Innung anzugehören haben. Man könne unmöglich zulassen, daß die Innungen kommen und große Gewerbebetriebe sowie Gutsbezirke, weil sie vielleicht einen Böttcher, einen Schmied usw. beschäftigen, revidiren, inspiciren und sonstigen Aussichtsrechten unterwerfen. Abg. Gamp erklärt sich mit der Herauslassung der landwirth» schafilichen Betriebe einverstanden. Abg. Bachem bittet den Präsidenten, die Namen derjenigen Abgeordneten zur Kenntniß des Hauses zu bringen, welche den inzwischen eingegangenen Antrag auf namentliche Abstimmung unterschrieben haben. Es bestehe ein öffentliches Interesse daran, zu wissen, ob etwa auch Mitglieder, die zu Hause spazieren gehen, durch solche Anträge in den Gang der Verhandlungen verzögernd eingreifen. Abg. Richter: Ein Antrag auf namentliche Abstimmung sei nach altem Gebrauch zulässig auch mit Unterschriften Abwesender, sofern es sich nicht um Debatteschluß ober Vertagung bonbeit. Präsident v. Buol erklärt, ber Wunsch, bie Unterschriften kennen zu lernen, sei jedenfalls ein berechtigter. Abg. v. Cuny (nat.-lib.): Die Ansicht Richters sei ganz unrichtig, daß nur bei Anträgen aus Vertagung oder Debatteschluß die Unterschriften Abwesender unzulässig seien. Abg. Richter: Der Antrag auf namentliche Abstimmung wird ja dem Protocoll einverleibt, jeder kann die Unterschriften dort einsehen unb abschreiben. Das Lanb dankt es uns jedenfalls, wenn wir jedes Mittel der Geschäftsordnung ergreifen, um ein solches Gesetz zu verhindern. (Lebhaftes Gelächter sowie Beifall links.) Der Präsident verliest die Unterschriften, unter denen sich verschiedene Abwesende befinden, so der Abg. Schneider. Der Antrag Schneider auf Streichung deS Abs. 2 wird mit 143 gegen 62 Stimmen ab gelehnt. Beim S 1001 entsteht eine längere Debatte über einen Antrag Auer unb Genossen, die Bestimmung der Regierungsvorlage wiederherzustellen, wonach eine Jnnungtz Krankenkasse auch dann behördlich geschlossen werden kann, wenn die concurtirenbe Ortskrankenkasse durch Verminderung der Mitgliederzahl gefährdet erscheint. Für den Antrag treten außer den Abg. Schmidt-Sachsen unb Richter auch UnterstaatSsecretär Lohmann ein, währenb Abg. Gamp ihn bekämpft. lieber ben Antrag wirb roieber von Freisinnigen, Socialbemo- kraten unb süddeutsche Volkspartei namentliche Abstimmung beantragt. Abg. Bachem erbittet abermals Verlesung ber Unterschriften, welchem Wunsche Vicepräsident Spahn Folge gibt. Abg. Richter: Mein Name befand fich nicht unter ben verlesenen; ich bemerke baher, baß ich für ben Antrag bin. (Heiterkeit.) Die namentliche Abstimmung über ben Antrag Auer ergibt 62 bafür, 131 bagegen. Das Haus ist also beschlußunfähig. Präsident v. Buol beraumt bie nächste Sitzung auf 4,/t Uhr an (also nur 10 Minuten Pause) mit ber Tagesorbnung: Vorlage betr. Arbeiterschutz in ber Confections-Jndustrie (Novelle zur Gewerbeorbnung unb Krankenversicherungsgesetz). Die neue Sitzung beginnt präciS 4>/« Uhr. In ber General- bebatte geht Abg. Merbach (Rp.) auf bie Verhältnisse in ber Wäsche- unb Confectionsbranche näher ein. Der Schwerpunkt alles UebelS liege in den außerordenUich niebrigen Löhnen bei außerorbentlich starkem Arbeiterangebot. Da könne nichts helfen, als bie Abmahnung von Zuzug nach ben großen Stäbten. Alles Uebrige, was gethan werde, sei ein Schlag ins Wasser. Gegen die Vorlage habe die Mehrheit seiner Freunde sehr ernste Bedenken, gewitzigt durch die Bäckerei- verordnung. Bedenken namentlich gegen das Verbat ber Mitnahme von Arbeit nach Hause, wie auch bie Gewährung von Vollmachten „für bestimmte Gewerbe", statt allenfalls für bie ConfectionSbranche. Abg Quentin (nat.-lib.) äußert ebenfalls Bebenken. ES empfehle sich überhaupt mehr, gleich gesetzliche Vorschriften zu erlassen, statt bem Bunbesrath neue Vollmachten zu gewähren, noch dazu für irgenbwelche nicht ausbrücklich genannten Gewerbe. Nachbcm noch Abgg. Molkenbuhr (Soc.), Rösicke (wild) unb Hitze ((Str.) für bie Vorlage gesprochen, Abg. Richter aber mancherlei Bedenken dagegen geltend gemacht, wird sie an eine Commission verwiesen. r o Morgen 12 Uhr: Handwerkervorlagen, Besoldungsverbesserung. (Schluß 5»/. Uhr.)_____________________ Vesßtsche» Bdd). — Folgende BesolbungSaufbesserungen ber Postunterbeamten beantragen im Reichstage die Socialdemokraten für den nächsten Etat: Bei Klasse 26: 28,475 Unterbeamte den jetzt bestehenden Unterschied zwischen den vor dem 1. April 1895 und nachher etngetretencn Beamten zu beseitigen und für alle Beamten dieser Klaffe die Besoldung auf 700 bis 1500 Mk., in 18 Jahren mit 900, 1000 (nach 3 Jahren), 11OO (nach 6), 1200 (nach 9), 1300 (nach 12), 1400 (nach 15), 1500 (nach 18 Jahren) zu erreichen, festzusetzen- bei Klaffe 26: 17,600 Landbrief, trägem die Besoldung auf 700 bis 1000 Mk., in 18 Jahren mit 700, 750 (nach 3 Jahren), 800 (6), 850 (9), 900 (12), 950 (15), 1000 (nach 18 Jahren) zu erreichen, festzusetzen.________________ tUuefte SkrchOßchchEo ©tiff* telegraphisches Lsreespondenz-Surr«. Cassel, 24. Mai. Die hier tagende Generalversamm- hing des Vereins deutscher Spediteure nahm eine Resolution gegen die Einführung von Staffel-Tarifen für Stückgüter an. Wirfchkowitz, 24. Mai. Der Kaiser ist gestern Abend abgereist. Der Weg zum Bahnhof war durch bengalisches Licht und brennende Holzstöße erleuchtet. Paris, 24. Mai. Wie der Eorrespondent des „GauloiS aus Athen berichtet, herrscht dort gegen ben König und ben Kronprinzen eine allgemeine Erbitterung. DaS Volk würde bereits eine antidynastische Revolution versucht haben, wenn eS nicht befürchtete, die letzten Sympathien der Großmächte dadurch zu verlieren. Indessen sei nach der Rückkehr der Armee der Ausbruch einer Revolution wahr- fcheinlich. Athen, 24. Mai. General SmolenSki hat an die Blätter folgendes Telegramm gesandt: „Jmirdeh, den 20. Mai. Ich habe den Befehl erhalten, meinen Rückzug von HalmyroS auszuführen und ich traf hier ein, wo ich von Seiner Hoheit dem Kronprinzen als dem Chef der Armee empfangen worden bin. Ich stehe unter feinem Befehle und daher bin ich nicht derjenige, der den in Rede stehenden Befehl ertheilt hat. Ich bitte Sie dringend, keine Ungenauigkeiten zu veröffentlichen, die zu Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Armee führen könnten." Athen, 24. Mat. Die zweite VertheidigungSlinie bet den Thermopylen ist sormirt. Athen, 24. Mai. (HavaS.) Die italienische F r e t • willtgenschaar unter Berthet verlangte dringend, nach Athen zu kommen. Da eine Anzahl derselben fich weigert, nach Italien zurückzukehren, weil fie auS dem italienischen Heere desertirt seien, forderte die Regierung von den übrigen die directe Abreise nach Italien und versprach nur, diejenigen in Zaverda und Bonitza zu unterhalten, die als Deserteure nicht zurückkehren können. Solo, 24. Mai. (HavaS.) Die fremden Militar- AttachöS, die fich bisher im türkischen Hauptquartier be- fanden haben, find hier etngetroffen. Infolge der durch die griechische Flotte bewirkten Blokade deS Meerbusens von Dolo ist es vollständig unmöglich, Bolo aus der Wafferseite zu verlassen. Zwei Schisse deS österreichischen Lloyd find von der griechischen Flotte aufgebracht worden. In Bolo ist Alles ruhig. Konstantinopel, 24. Mai. Nach einer Depesche Edhem Paschas an den KriegSmintster wurden in Larissa, Bolo, Pharsala und DomokuS inSgesammt erbeutet: 17 Geschütze, 34318 Geschützgeschosse, 95 Munittonswagen, 96 Trainwagen, 3169 Gewehre, 12334 Kisten Gewehrmunition und sonstiges Kriegsmaterial. Depeschen deö Bureau .Herold/ Berlin, 24. Mai. Das Abgeordnetenhaus hat heute die Secundarbahn Vorlage definitiv angenommen. DeS. gleichen «tt einer kleinen Aenderung die Resolution Brokhausen, welche die Verwendung von inländischen Materialien bei dem Bau von Neben- und Kleinbahnen fordert. Hierauf wurden Petitionen erledigt. Ein LeatrumSantrag auf För- I derung des Fachschulwesens der Innungen wird au die Budget-Commission verwiesen. Morgen: Zweite Lesung der Handelskammer-Novelle. — Im Herrenhause wurden kleine Vorlagen erledigt. verlin, 24. Mat. Die Meldung, Finauzminister v. Miquel empfinde krankheitshalber da» BedÜrfniß, fich von der Bürde der Amtsgeschäfte zu entlasten, wird von der „9?orbb. Allg. Ztg." als unbegründet bezeichnet. Berlin. 24, Mat. Der Colonialra rh trat beute Morgen 10 Uhr unter Borfitz deS EolontaldtrectorS Frei- Herrn v. Richthofen zusammen. Nach der Begrüßung wurde tn die Tagesordnung eingetreten und zur Besprechung der Vorlage über die Giusührung der direkten Steuern in Deutsch- Oftafrika geschritten, zu welcher zunächst Major v. Wißmana oaS Wort ergriff. Nach einer eingehenden Gel.eral-DiS- caffion entschied sich der üolonialrath im Princtp für eine Besteuerung der Eingeborenen. Nach 1 Uhr trat eine Pause in den Berathungen ein. Berlin, 24. Mai. Die „Voss. Ztg." erhält die ver- bürgte Nachricht, daß der Plaa, wonach den russischen Herbftmanövern der deutsche und der österreichische Kaiser beiwohnen sollten, nicht zur AuSsühruug kommt. Hamburg, 24. Mat. Heute Morgen 6 Uhr fand in der Nobel-Dynamitfabrik von Krümmel eine furchtbare Explosion statt, bet welcher vier Arbeiter tn die Luft ge- flogen find. Es wurde von ihnen k-tn Atom wiedergesehen. Die Explosion, welche tn dem Gemengeschuppen erfolgte, pflanzte sich auf einen anderen Schuppen fort, in welchem 5600 Pfund Dynamit lagen. Ein dritter Schuppen wurde gleichfalls vom Erdboden wegrafirt. 25 Arbeiter erlitten schwere Verletzungen. Wie», 24. Mai. In einer Versammlung der österreichischen Agrarier wurde beschloffen, bet der Regierung dahtn zu wirken, daß behufs deS Schutzes der einheimischen landwirthschastlichen Produkte gegen die erdrückende ausländische Concurreuz sämmtliche Handelsverträge gekündigt, hohe Schutzzölle eingesührt, die AuSnahmetarise der Bahnen für ausländische Produkte aufgehoben und der Anschluß der Agrarier an die bimetallistische Agitation empfohlen werden sollen. Rom, 24. Mat. Der Fremdenzufluß zu der am Donnerstag tn der Peter-ktrche ftanfiadeuden Feier ist schon j-tzk ein enormer. 60,000 Personen dürften derselben beiwohnen, lieber 200 Bischöfe find schon etngetroffen, darunter viele österreichische,- von den deutschen diejenigen von Mainz, Freiburg, Eichstätt und Straßburg. London, 24. Mai. „Standard" meldet, Griechenland müffe eine Kriegsentschädigung von 8 Millionen Pfund Sterling zahlen. Davon erhalte die Türket 2 Millionen und Rußland die übrigen 6 Millionen als Abschlagszahlung auf die von der Türket noch zu fordernde KrtegSkoften- Entschävigung. Athen, 24. Mat. In der Nähe von Zavarda kam es zu einem heftigen Zusammenstoß zwischen „ita» lteoischen Freiwilligen und Bürgern, wobei zwei Personen getödtet und zehn verwundet wurden. Die Italiener wurden nunmehr unter EScorte zweier anderer Schiffe nach Ihrer Heimath zurückgeschickr. Belgrad, 24. Mat. Die Unsicherheit in Alt- Serbien rümmt gefährliche Dimensionen an. Plünderungen und Ermordungen christlicher Grundbefitzer durch Arnauten nehmen in erschreckender Weise zu. Berlin, 25. Mat. Dem „Localanzeiger" zufolge haben fich beim Pfarrer Kneipp zur AlterSichwäche ein Nierenleiden, sowie ein Blasenleiden gesellt, so daß nach wie vor keine Aussicht aus Genesung besteht. Erfurt, ,24. Mai. Die Bauunternehmer haben wegen deS lange andauernden Strtkes der Zimmerleute alle Bauten gesperrt. 500 Maurer sind arbeitslos. Proceß v. Tausch-Lützow. Berlin, 24. Mai. Bor dem Schwurgericht des Landgerichts I hterselbst begann heute Vormittag 9 Uhr der Proceß gegen den früheren Crimtnal'Commtffar v. Tausch. Die Vorbereitungen, AuS- loosuog der Geschworenen rc. nahmen zwei Stunden tn Anspruch. Unter den auSgeloosten Geschworenen befindet sich auch der Dtrector deS Wolff'schen Telegrapheu-BureauS, Dr. Mantler, der indeß von der Verthetdigung abgelehut wurde, da er im Proceß Zeugntß ablegen soll. Darnach begann die Vernehmung der Angeklagten, welche voraussichtlich den ganzen heutigen und morgigen Tag tn Anspruch nehmen wird. Zu dem großen SchwurgertchtSsaal herrschte schon lange vor 9 Uhr ein großer Andrang. Die EtngangSthuren sind stark von Polizei besetzt. Nur Inhaber von Einlaßkarten erhalten Zutritt zum Zuhörerraum, welcher daher nur schwach besetzt ist. LandgerichtS-Director RoeSler, welcher den Vorsitz sührt, bittet die Geschworenen, alles bisher Gehörte und Gelesene bezüglich dieses ProceffeS ganz unberücksichtigt zu lassen, und den Spruch nur nach dem in der Hauptverhandlung Wahrgenommenen zu fällen. Ebenso wird v. Lützow dringend ersucht, der Wahrheit voll die Ehre zu geben. Von den 40 geladenen Zeugen ist Frhr. v. Marschall für heute entschuldigt. Dagegen sind die StaatSminister v. Köller, v. Goßler, Bron- sart v. Schellendorf, Polizei-Präfibent von Wtndheim und Geh. RegierungSrath Friedheim sowie der ReichStagS-Abge- ordnete Bebel und der LandtagSabgeordnete Bueck erschienen. Die Zeugen werden zu Dienstag und Mittwoch wieder ent- laffen. Besonderes Jntereffe erweckt die Anwesenheit deS Zeugen Gtngold Stärk. Der Vorsitzende beginnt zunächst mit der Vernehmung des Angeklagten v. Tausch, welcher seine Bekundungen mit fester, ficherer Stimme macht und sich für nichtschuldig erklärt. Er gicbt zunächst Aufschluß über die Functionen, welche er hatte. Er habe eine selbstständige Stellung gehabt und dem Polizei Präsidenten direkt unterstanden. Er habe selbstständig Agenten annehmen können. Der Präsident befragt ihn über Normann'Schumann und beleuchtet dessen verwerfliches Treiben. Davon w ll Tausch erst später erfahren haben, waö sich ge- legentlich eines Artikels der „Saale-Zrg." herauSgestellr habe. Im Jahre 1893 sei Normarn, der der Polizei coloffale Dienste geleistet habe, auSgeschieden. Er selbst, Tausch, habe niemals politische Artikel inspirirt, und er bestreite, Normann- Schumann Auftrag ertheilt zu haben, Artikel oder Notizen über die vom Angeklagten geleitete Untersuchung in dem Spionage Proceß Schoren zu veröffentlichen und dem Nor- wann die Flucht tnS Ausland ermöglicht zu haben. Weitere Bekundungen über Normann macht v. Tausch nicht, weil er dem verstorbenen Polizei Präsidenten von Rtchthofeu sein Wort gegeben habe, keinen Ausschluß darüber zu geben, und uia,tö davon in die Oeffentlichkeit zu bringen. Oberstaatsanwalt Drescher legt drei Briefe von Nor- mann-Schumann vor, in welchen der Briefichretber im November v. I. an Tausch schreibt, daß seine Tage bald gezählt seien und anfragt, ob er noch bleiben soll. Ein Darlehen will er dem Angeschuldigten niemals gegeben haben. Seit dem 7. December v. I. ist nach Angabe des Angeklagten, Normann verschwunden. Daun verhört der Präsident weiter über den Besuch TauscbS bei dem Journalisten HanS Krämer, bei welchem über daS Befinden des Kaisers gesprochen worden sei. Den Artikel über den Gesundheitszustand deS KatsrrS hält von Tausch nicht für einen politischen, sondern nur für einen Hofbericht, der von dem Mitangeklagten v. Lützow erfunden sei. In derselben Angelegenheit sagt v. Lützow aus: Im September v. I., einige Tage nach den Manövern habe ihm v. Tausch gesagt, daß der Kaiser in Ostpreußen ge- wesen sei, wo sich daS Ohrenleiden wieder eingestellt habe. Auch von anderer Seite habe er hierüber verläßliche Nach- richten. Er, Lützow, habe Auftrag erhalten, diese Nachricht unter großer Vorsicht in die Presse zu landren, über den Zweck vermöge er nichts avzugeben. Er habe felsenfestes Vertrauen zu Tausch gehabt. Tausch habe erklärt, der Kaiser sei mit einem Krebsletdeu behaftet, ererbt von seinem Batet. Dasselbe beeinflusse den ganzen Geisteszustand des Kaisers. Er, Lützow, habe fick dieserhalb an verschiedene Zeitungen vergeblich gewandt, v. Tausch bestreitet sämmtliche Angaben, obwohl der Vorsitzende ihn darauf aufmerksam macht, daß v. Lützow jetzt kein Jntereffe mehr daran haben könne, ihn unwahrer Weise zu belasten. Um 12>/zUhr wird eine halb- stündige Pause gemacht. Nach Wiederaufnahme der Verhandlung wird ein Artikel deS „Berl. Tagebl." vom Jahre 1893 über das Kaiser- manöver in Elsaß Lothringen, den v. Tausch inspirirt und v. Lützow geschrieben haben soll, verlesen. Der Artikel geiselt die Schwierigkeiten, die den Besuchern der Manöver seitens der Polizei bereitet worden seien, und die angeblichen Mißgriffe der Sicherheitspolizei. Angeklagter v. Tausch erklärt, er habe diesen Artikel nicht veranlaßt, den Artikel halte er für einen feuilletonisti- schen und nicht für einen politischen. Auf die Bemerkung deS Vorsitzenden, daß ein Brief des v. Tausch au» Köln bet den Acten sei, tn dem v. Lützow aufgefordert werde, ihn, dem v. Tausch und seine Thatigkeit herauszustreichen, betont v. Tausch, er sei vollkommen zufrieden gewesen mit seiner Stellung und hätte keinerlei Jntereffe daran gehabt, durch Kleinlichkeiten andere Beamten herabzusetzen. Angeklagter v. Lützow erklärt, er sei von dem Mitangeklagten v. Tausch beauftragt worden, ein Augenmerk auf die Thätigkeit der politischen Polizei tn den Reichslanden zu richten und ihm darüber zu berichten, was er auch gethan habe. Als er nach Berlin zurückgekehrt sei, habe v. Tausch gesagt, eS ist gut, ziehen Sie nur ordentlich über die dortige Polizei her. Den Artikel werde ich dem großen Generalstabe unterbreiten. ES sei unwahr, wenn Herr v. Tausch bestreite, dem Artikel näher zu stehen. Der Artikel sei ein militärtsch-politischer. Zur Verlesung gelangt hierauf ein Artikel der „Deutschen Warte", der fich über die Vergangenheit deS Grafen Grtebenow de Paderno ausläßt, der seine StandeSauSzeichnung aus San Marino bezogen und nun als coburgischer Kammerherr Hof- chargendtenfte thue. v. Tausch erklärt bezüglich dieses Artikels, er habe einmal dem Angeklagten v. Lützow eine Abschrift au» einem humoristischen Artikel de» „Berl. Tagebl." über die Ordensverleihung des Grafen Grtebenow gezeigt, v. Lützow habe sich daraus Notizen gemacht. Die Art kel halte er für keinen politischen. Betreffs eines Artikels tn der „Welt am Montag" betitelt „Krisengerüchte", desien Bersaffer v. Lützow war, bestreitet v. Tausch, den Artikel vor seinem Erscheinen gekannt zu haben. v. Lützow behauptet immer wieder, er habe stets geglaubt, die ihm von Tausch gegebenen Informationen seien die allerbesten und er diene den SraatSinteressen, wenn er sie zu Artikeln verarbeite. ES folgt noch die Verlesung mehrerer Artikel, darunter auch eine» solchen, der den Abgang deS Freiherrn von ßce und seinen Ersatz durch den Chef deS Mllitär Cabinets von Hahnke behandelt und in der „Tägl. Rundschau" erschienen war. v. Tausch behauptet auch bei diesem Artikel, demselben fern zu stehen, während v. Lützow erklärt, die Informationen dazu von Tausch erhalten zu haben. Auch ein Artikel über Koschemaim, versaht von dem Journalisten Gtngolf Stärk im „Berl. Tagebl." wird verlesen - die beiden Angeklagten geben auch hier dieselbe Erklärung wie bet den anderen ob. Betreffs des Artikel» deS Gingolf Stärk im „Tageblatt", daß Fürst Hatzfeld Reichskanzler werden soll, welche Nachricht v. Lützow gehört haben wollte und von Tausch bestätigt erhielt, erklärt letzterer auf die Frage deS Vorsitzenden, ob er die verschiedenen Artikel mit Stärk besprochen habe, nach langem Besinnen, er könne eS nicht sagen. Nachdem noch v. Tausch über seine Beziehungen zu dem Agenten Sebald vernommen, macht Rechttanwalt Dr. Sello den Gerichtshof darauf aufmerksam, daß v. Tausch ganz erschöpft sei und der Verhandlung nicht mehr folgen könne. Die Sitzung wird abgebrochen und auf Dienstag Vormittag 9 Uhr vertagt. CoceUs «nd prot>ht$kll^ T Gieße», den 25. Mai ♦* Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten- Berfammlnng Freitag den 2 8. Mai 1897, Nachmittags 3'/, Uhr. 1) Gesuch des Johann ReuschUng ih Heuchelheim um Erneuerung eine» BackstciahäuSchenS im Neustädterfeld. 2) DeSgl. des Jean Dem zur Aufführung eines Gartenhäutchens auf dem Hamm. 3) DeSgl. de» Georg Bichler zur Vergrößerung der Waschküche auf der Hardt. 4) DeSgl. des Peter Heinrich Michel zur Errich- tung eines NebenbaurS an der Franksurterstraße. 5) Baugesuch der Baugenoffenschaft de» evang. Arbeiterverein» für die Straße nach den Kohlensträngen und die Crednerstraße. 6) Desgl. deS Peter Senßfelder für die Srephansttaße. 7) DeSgl. des Heinrich Winther für die Eichgärten. 8) Benutzung von Vorgärten; hier: durch I. Atzbach. 9) Gesuch des Apotheker» Dr. Juliu» Cäsar um Verwiethung eine»- Raumes tnt alten Schloßgebäude zum Trocknen von Arznei- kräutern. 10) Decretur von Kostenrechnungen. 11. Erhöhung städttscher TrottotrS- hier: in der Südanlage. 12) Benennung von Straßen. 13) Fahrplan der Main- Weserbahn; hier: Verbefferung der Vormittag - Schnellzug- Verbindung zwischen Caffel und Frankfurt a. M. Schenkung an die Großh. UaiverfitätS vibliothek. Der leider so vorzettig htngeschiedene Profeffor de» SanSkrit und der vergleichenden Sprachwissenschaft an der Lande« -Universität, Profeffor Dr. von Bradke (gest. am 7. März d. I.), hatte durch letztwillige Verfügung den sprachwiffenschaftlichtn, über 1000 Bände umfassenden Theil seiner Bibliothek der Großh. UniverfitätSbtbltothck vermacht. Nachdem die erforderliche landesherrliche Bestätigung eingetroffen, ist die Sammlung in den Besitz der Universitätsbibliothek übergegangen, die durch diese hochfinnige Stiftung eine äußerst, werthvolle Bereicherung erfahren hat. Mtlitardienstnachrichteu. Hof, Oberstlieutenant und etatSmäßiger Stabsoffizier im Jnf.-Regt. Nr. 138, zum Obersten des Inf. -Regts. Nr. 140 ernannt. Freiherr v. Eynatten, Major vom 1. Großh. Heff. Jnfanterte- (Letbgarde )Regtment Nr. 115, unter Stellung zur Disposition mit Pension, znm Commandeur de» Landw.-Bezirk- Friedberg ernannt Freiherr van der Hoop, Sec.-Lt. vom Füs.-Regt. von GerSdorff (Heff) Nr. 80, in daS 5 Großh. Heff. Jnf.-Regt. Nr. 168 versetzt. Kempff, Sec.-Lt. der Reserve deS Rhein. Train-Bat. Nr. 8, früher tn diesem Bataillon, vom 1. Juni d. I. ab auf ein Jahr zur Dienstleistung bei dem Infanterie-Regiment Nr. 140 commandirt. *• Ueberteagen wurde am 19. Mai dem Lehrer an der Gemeindeschule zu Rockenberg Friedrich Joseph Gröhe die Stelle eines Lehrer» an der Zellenstrasanstalt Butzbach, unter Belassung in se ner Eigenschaft als Volksschullehrer. Ernannt wurde am 19. Mai der Fußgendarm Johann Georg Baum in Nidda zum Amt»gerichtSdiener am Amtsgericht Gernsheim, mit Wirkung vom Tage feines Dienstantritts an. OmnibnSverkehr am HimmelfahrtStage. Um den Früh- ausflüglern Fahrgelegenheit von und nach dem Schiffen-- berger Wald zu bieten, läßt der Vorstand bereit» Morgen» früh einen feiner Sommerwagen von und nach dem Schtffen- berger Wald verkehren. Und zwar fährt derselbe je um bk halbe Stunde vom Marktplatz ab und um die ganze Stunde vorn Wald ab: früh ab Markt 6'/, 7'/, 8'/, 9i/2 Uhr | „ „ Wald 7 8 9 10 „ i Arn gleichen Tage Nachmittag» geht alle V< Stunde ein Wagen von 2i/i Uhr ab vom Markt und Abend» von 6 Ui r ab vom Wald. Der Stadtverkehr wird Nachmittag» tn gewohnter Weise beschränkt. Der Abend-Wagen 6 Uhr 15 Min. nach Wieseck fällt Sonn- und Feiertag» bei günstiger Witterung au». Evang. Lund. Auch im Leserkreise de» „Gießener Anzeiger" wird eS Viele interessiren, daß, wie verlautet, daS Jahres- und Lande-fest des hessischen HauptvereinS de» evangelischen Bunde» Sonnt:g, den 20. und Montag, den 21. Juni d. I. zu Offenbach a. M. gefeiert werden soll. Offenbar ist diese Stadt für diriek Fest gewählt worden, weil dieselbe für die Bewohner Starken- burgS, OberheffenS und Rheinhessens gleich leicht zu erreichen ist, und daher die Versammlung vorauSfichtlich eine sthc besuchte werden wird. Hoffentlich werden demnächst Sn- labungen mit bestimmten unb ausführlichen Angaben in Betreff biefe» Festes ergehen. Nachträgliches vom 17. Hessischen Fenervehrtag in Heppenheim. An ben Verhandlungen des Landesausichusse» am SamStag nahm n Theil lie Herren: Pricken - Mainz, Keller- Mainz, Moller- Wöllstein, Fischer- Darmstadt, Damm-Friedberg, Feller-Lollar, Gail-Gießen, Zi- bulSki-Kletn-Steinheirn, P t er oth-Groß-Umstadt. Eut- schuldigt waren: Vetzberg er-Nidda, Müller-Offenbach, May er-Ober-Ingelheim. De Delegirten-Versammlung fand Nachmittags 2'/z Uhr statt und waren berirtt-.n in derselben 88 freiwillige Wehren. Am Festzug am Sonntag betheiUgten fich außer hesfischen auch badische unb bayerische freiwillige Feuerwehren, im Ganzen 110 freiwillige Wehren mit 14 MufikcorpS. — Herr Bürgermeister Höhn überreichte auf dem Festplatz 27 Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr Heppenheim Diplome für 15jährige Dienstzeit. Die Betheiligung an dem Feste war ungemein groß. •• Wetterbericht. Der Luftdruck ist in Central- und Süd-Europa noch weiter gesunken und treten auf diesem Gebiete zahlreiche kleine Depressionen auf. In Folge dessen ist daS Wetter für Deutschland milde bei stellenweisen Regenfällen und einzelnen Gewittern. Der hohe Druck lagert über dem Norbosten Europas. — Voraussichtliche Witterung: Fortbauer bes bisherigen Witterungs Charakters. Bad-Ranhei«, 24. Mai. Gestern Nachmittag fiel eiv kleines Mäbchen auf ber Ostfeite be» großen Teiche» b> * 25. a»., '»{ft* 4ft* L« >ä«vt ?Ät Mgaxten. 8)gL 9) 6,^ ®«»lt^nn0 tlnte, ,0(fnin v°° a^ntl. ’Wn. 11. r ,er Südanlügk. ^l8B der *HWiUg, oiÄ'Blblwtijtt. $tr : Tanatril unb btT Lnbrr-Umrr. 001 ^Ntj b.J.) °ch»i.ssr°schaftlichln, i°er Bibltorhkk der Nachdem die ersor- 'Settvffen, ist die tStibibliothek über- ^ll°g eine äußerst Oberstlieuteuaul und gt. Nr. 138, jun eroauot. Frcherr h> M' Wanttrlt’ NjurMpofkioo odw.'SkziikS Jlird» op, Eec.'Lt. vvw In das 5 Grotzh. ipss, Brc.Ä. der irilhrr tn dieiem t Jahr zur Dirust- l. 140 rowmudirl. dem Lehrer an der Joseph Grohe die istalt Butzbach, unter sschullehnr. Fußgendarm Johann itMitntr am Ämrd- tage ftlntf Dienst- i0t. UinbwW j M bm TMn" \b btxtht MvWvL ib nach dem Tch'ffin' tt derselbe je um die um die ganze Stunde 11 U6‘ | finfili* Qd/ y, stunit eir nd Mull m6Ur ’b Mch-Mgr6°^' ■ "gl.ll st- „ch Idit I« 1 u iW* (t"'A A."S' *SS- •L’jfss 9.|i*^'sä' .-fts; 4i» “"*11° "ti -* Ö<, fiel i« ^Ä4l/* hil 4* denselben. ES konnte durch den Teichpächter Kramm, der den Vorfall sah, mittelst NachenS noch gerettet werden, obgleich eS längere Zeit dauerte, bis der Nachen an der betr. Stelle sein konnte. Dermifd^its* * Barmen, 23. Mai. Anläßlich der Beerdigung der bei Gerolstein verunglückten Reservisten aus Barmen wurde heute Vormittag .auf dem Platze vor dem Rathhause eine erhebende Leichenfeier veranstaltet. Vor dem dort er« richteten Katafalk hatten die Anverwandten, die Geistlichkeit, die Behörden und daS Offiziercorps Aufstellung genommen. Auch die Kriegervereine bktheiligteu sich mit Fahnen und MufikcorpS an der Trauerfeier. Die Beerdigung selbst sand alsdann unter äußerst zahlreicher Betheiligung der Bevölkerung auf dem reformtrten und dem katholischen Friedbofe statt. dcHffsttadpri^fett* Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch di« Agenten Carl LooS und I. M. Schulhof.! Bremen, 24. Mai. sPer transatlantischen Telegraph.] Der Schnelldampfer Spree, Capt. A. Meier, vom Norddeutschen Lloyd tn Bremen, ist heute 6 Uhr Vormittags wohlbehalten in Newyork angekommen. Bremen, 24. Mai. Mr transatlantischen Telegraph.] Der Postdampfer C"efeld, Capilän H. BrunS, vom Norddeutschen Lloyd tn Bremen, ist heute 7 Uhr Vormittags wohlbehalten in Baltimore avaekommen. Rirehttehc Anzeige« der Stadt Gietzen. Evangelische Semeindr. Himmslfahrtsest, den 27. Mai. Gottesdienst. In der ArtedhofSeapelle. Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. In der JohanneSttrche. Vormittags 9Ve Uhr: Pfarrer Dr. Grein. Sonntag den 30. Mai, Vormittags 7^ Uhr, findet der erste FrübgoiteSdienst mit Christenlehre für die Neuconfirmirten aus der Johannesgemeinde in der Johanneskirche statt. Katholische Gemeinde. Mittwoch den 26. Mai. Nachmittags um 4 Uhr und AbendS um 8 Uhr Gelegenhett zur hl. Beichte; Donnerstag den 27. Mai: Christi Himmelfahrt. Vormittags von 6Vs Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; „ um 67i Uhr erste hl. Messe; „ um 7Vi Uhr Austheilung der hl. Comrnunion; , um 8 Uhr zweite hl. Messe; Militärgottesdienst mit Predigt; w um 97a Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2 Uhr Festandacht. verkehr, Cxmb* unb voUswiethschafi Gieß«,, 2b. Mai. Marktbericht. Auf dem heutig«» Wochenmarkt kostete: Butter pr. Pfd. X 0,80-0 95, Hühneret.r pr. St. 0 4. 2 St. 10-11 Enteneier 2 St 11—12 4, Gänse» eiet pr. St. 00-11 H, Käse pr. St. 5-8 A. Käsematte pr. St. 3 * Erbsen pr. Liter 18 H, Linsen pr. Liter 27 A, Taubm pr. Paar X 0,70 brs 0,90, Hübner pr. Stück 1,10 bis 1,30, Hahnen pr. Stück X 1,20-1,50, Enten pr. Stück X 1,60—1,80, Gänse pr. Pfund X 0 00-0,00, Ochsenfleisch pr. Pfd. 66-74 A. Kuh- und Rindfleisch pr. Pfd. 60—66 H, Schweinefleisch pr. Pfd. 56 bis 66 H, Schweine» fleisch, gesalzen, pr. Pfd. 70 A- Kalbfleisch pr. Pfd. 50—54 Ai Hammelfleisch pr. Pfd. 50—65 A, Kartoffeln pr. 100 Kilo 4,50 bi> 5,00 X, Weißkraut pr. Stück 0—00 A. Zwiebeln vr. Centn« X 8,00—9,00, Milch pr. Lit« 16 A, Kirschen pr. Pfd. 50 A- Temperatur der Lahn und Luft nach Reaumur gemesien am 25. Mai, zwischen 11 und 12 Uhr Mittags: Master 14', Loft 14°. Rübsamen'sche Badeanstalt. Kennen Sie die Königin der Seifen, Doerings Seife mit der Gute? Wern nicht, schieben Sie es nicht auf. Machen Sie einen Versuch mit dieser vorzüglichen Seife, die in letzterer Zeit durch cosmetische Zusätze wesentlich verbessert unb vervollkommnet worden ist, so daß sie mit Recht als die beliebteste und populärste Seife der Gegenwart gelten darf. Füx 40 Psg. überall erhältlich 2094 Geometer. Die Stelle eines Geometers 1.Klaffe, welchem in der Hauptsache die Aus- steinung und Vermessung des Geländes der Kreisftraßen obliegt, soll demnächst besetzt werden und werden Bewerber hiermit aufgefordert, ihre mit Zeugnissen belegten Meldungen unter Angabe der Gehaltsansprüche bis zum 15. Juni l. I. anher ein- zureichen. 5144 Gießen, am 21. Mai 1897. Der Kreisausschuß des Kreises Gießen, v. Gagern. Auf den Preußischen Staatsbahnen und den der Direktion in Mainz unterstellten Strecken, sowie im Verkehr mit der Cronberger-, Kerkerbach-, Brölthaler- unb ber Main-Neckar-Bahn, besgleichen im Verkehr mit der Oldenburgtschen Staatsbahn, mit den Pfälzischen, Badischen, Bayerischen, Württembergischen und den Reichs - Eisenbahnen, ebenso mit der Sächsischen Staatsbahn unb den nieder- länbifchen Bahnen wird zur Erleichterung des Pfingstverkehrs die Geltungsdauer ber am 4. Juni unb an den folgenden Tagen gelösten Rückfahrten von sonst kürzerer Dauer bis einschließlich den 10. Juni verlängert. Die Rückfahrt muß spätestens am letzten Gültigkeitstage bis um 12 Uhr Mitternacht einschließlich anaetrelen unb darf nach Ablauf bieses Tages nicht mehr unterbrochen werben. 5174 Frankfurt a. M, ben 22. Mai 1897. Königliche Eisenbahnbirection. Bekanntmachung. Das Verlassen der Wege, das Sammeln von Ameisen und Ameisen- eiern wird im Revier Arnsburg hiermit untersagt. Arnsburg, den 24. Mai 1897. 5175 Gräfl. Oberförsterei. Versteigerungen Versteigerung. DienStog, den 8 Juni L I., Nachmittags 1 Uhr, lassen die Erben des o rstorbenen Philipp SackH. die in Keuchelheim an b. Bieber» dach gelegene W a l k m ü h l e mit starker Wafferkraft, wo auch ein anderer Betrieb eingerichtet werden kann, auf dem Rathhaus zu Heuchelheim versteigern, ML ZchlMhMS. Freibank. 4971 Heute usb morgen: CWMäfd» nicht ladenrein, per Pfd. 54 Pfg. Schweinefleisch nicht ladenrein, per Pfd. 45 Pfg. la. frifdie fnniiliiitter zum Einkochen, per Pfd 80 Pfg. 5i7o H. F. Nassauer. 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Um Mißverständnissen zu begegnen, wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß außer dem „Curatorium" und den „Wanderern" der Sport- platz incl. Rennbahn auch sämmtlichen anderen Vereinen zur Abhaltung von Festlichkeitm unter entsprechenden, von Fall zu Fall zu verabredende» Bedingungen zur Verfügung steht. 5177 Marktstrasse 29 A. Werner Marktstrasse 29 dauert nur noch kurze Zeit, da der Laden vermiethet und bald geräumt werden muss. Alle bereits im Winter bestellten Neuheiten sind jetzt eingetroffen und in reicher Auswahl vorhanden, da best-llte Waaren noch alle annehmen musste. Besonders reichhaltig sind vorhanden und werden zu jedem Preise theils weit unter Einkauf abgegeben: Damen-, Mädchen- u- Knabenhüte, Bänder, Blumen, Federn etc., Handschuhe (Stoff u. Glac6), Regen- u. Sonnenschirme, Cravatten, Kragen, Manschetten, Serviteurs, Hemden, Strümpfe, Socken, Unter zeuge etc. etc. Nähartikel u. 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