einen 189? Freitag dm 26. Februar Lieber Amts- iiitb Anzsigrblatt für ben Krci» ließen iuse ellen-Gesuche. । Uunahme von «njcigen zu der Nachmittag» für bex foTgenben Tag rrfdjeinenbtn Nummer bis Bonn. 10 Uhr. schuß prs Jahr meist die Zahl von 200 Stück, ja im letzten Jahr wesentlich mehr erreichte. Der Mangel an Bahn- verkehr war seither Ursache, daß diese Jagd nur wenig Lieb- Haber sand, und so mag eS sich auch erklären, daß der Pacht« preis derselben bis zum Jahre 1885, 40 Gulden bezw. 70 Mk., und in den letzten 12 Jahren 310 Mk. pro Jahr betrug. Jetzt, nachdem die Oberhessische Nebenbahn Gedern —Stockheim ihrem baldigen Wetterbaue bis Lauterbach entgegengeht, und das in Rede stehende Jagdgebiet dann, wenn nicht durchschnitten, so doch Han gestreift wird, heute schon die Station Gedern nur 1 Stunde von dem Jagdgebiet entfernt liegt, kann jeder Jäger von Gießen, Hanau, Offenbach, Frankfurt a. M., Darmstadt rc. tn wenigen Stunden da» Gebiet erreichen. Der Vogelsberger Höhenclub hat mitten im Gebiet ein herrliches ClubhauS errichtet, in welchem ganze Jagdgesellschaften für Tage und Wochen billige Unterkunft inden. Ebenso ist man tn den Orten durchweg sür gutes Quartier und Verpflegung besorgt. SS kann darum die in Rede stehende Jagd nicht warm genug empfohlen werden. Jagdgenoffenschaften, wie einzelne Jäger, welche auf die Jagd reflectiren und ihr Anliegen unter H. W. Nr. 4670 postlagernd Gedern vorbringen, erhalten bereitwilltgst nähere Auskunft durch den Schreiber dieses, kostenlos." H. Mainz. 23. Februar. Die dieser Tage in Berlin zusammengetretenen Bürgermeister deutscher Festungs- städte haben nach dem „Mainzer Journ." beschloffen, den ehemaligen Verein „Norddeutscher Festungsstädte", der in den 70er Jahren bestand, wieder aufleben zu laffen. Der Verein hat den Zweck, den Bürgern der betreffenden FestungS- städte Erleichterungen zu schaffen. Zum Vorsitzenden des Vereins wurde Oberbürgermeister Dr. Becker-Köln, und zum Schriftführer Oberbürgermeister Dr. Gaßner-Matnz ernannt. . Mainz. 24. Februar. Heute Nachmittag sprang ein Soldat eines hessischen Regiments von der Eisenbahnbrücke in den Rhein und ertrank. Mütze und Säbel ließ der Unglückliche am Thatorte zurück. ~ △ A«8 dem Grotzherzogthnm Hessen, 24. Februar. Die Mitglieder der EentrumSsractton in der zweiten Kammer haben der Regierung über folgende Gegenstände Anträge und Interpellationen unterbreitet: 1. Anfrage bezüglich der Auslegung und Verordnung vom 27. Februar 1826, die religiöse Erziehung der Kinder auS gemisch« ten Ehen betreffend. 2. Anfrage bezüglich der Anstellung von Militäranwärter im Gemetndedienst. 3. Anfrage bezüglich der Errichtung von Waarenhäusern. 4. Antrag auf Einführung directer Wahlen zum hessischen Landtag. 5. Anfrage bezüglich des Fortganges der Vorarbeiten zur Einführung des bürgerlichen Gesetzbuches. 6. Antrag auf Ermäßigung der Gericht-- und Stempelgebühr beim Eigenthumswechsel von Grundstücken. 7. Antrag auf Aufhebung deS Brückengeldes an den staatlichen Brücken und Fähren in Heffen. 8. An- trag auf Erlaß einer Vorlage über Wahlvorfchriften, durch welche die Verpflichtung der Wahlberechtigten zur Stimmen- abgabe bei allen Wahlen ausgesprochen wird. — Die Strafkammer des hiesigen Landgerichts verurtheilte heute den Metzger Hessent Haler aus dem nahen Castel wegen Wurstverfälschung zu 100 und zu 50 Mark Geldstrafe. ’ Neben Kartoffelmehl hat Heffenthaler erwiesenermaßen der- ’ dorbeneS Fleisch bet der Zubereitung von Wurst verwendet. : Einer sehr zu lobenden Praxis der hiesigen Gerichte ent- 1 sprechend, wurde außer den erkannten Geldstrafen auch eine ' Publication des UrtheilS in zwei Zeitungen ausgesprochen. Vierteljähriger Aöonnementspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit. Bringcrlohn. Durch bie Post bezogen 2 Marl 50 Pfg. Rebaction, Expedition unb Druckerei: Kchukstraße Kr.7. Fernsprecher 51. MsmannLÄ oirisi, Büreackmr, $ortl» n Auslauf" oder HaMunL. t unter A.H. 1887 «C' i b. dl. 1K Nr. 48 «weites Blatt. -h- An8 dem Kreise Büdingen, 22. Februar. Seitdem sich tn den letzten Jahren mehr Auswärtige an den Jagd- Verpachtungen in unserer Gegend bethetligeu, werden noch nie dagewesene Preise erzielt. So wurde die DüdelSheimer Jagd, deren seitheriger Preis 400 Mk. betrug, sür 1136 Mk. und die Calbacher, welche bisher sür 220 Mk. verpachtet »ar, sür 800 Mk. jährlichen Pachtpreis an eine Offenbacher Gesellschaft abgegeben. Die Pachtsumme der Lorbacher Jagd, welche im Besitz deS seitherigen Pächters, Sr. Durchlaucht des Fürsten Bruno zu Ysenburg und Büdingen blieb, wurde von 153 aus 315 Mk. gesteigert. Lauter, 20. Februar. Aus Grund einer schon mehrfach bei ähnlichen Gelegenheiten erprobten trügerischen Rechnung S au s g a b e erlebte dieser Tage ein hiesiger Einwohner einen Reinsall. Er ging eine ihm von einem anderen an- X« X ein, d°-z»!°lg- er iefien 30 Schaft kauft- und sür das erste Stück 1 Pfg., für das zweite 2 Pfg. und so fort sür jedes weitere Stück den doppelten Preis des vor- hergehenden bezahlen wollte. Froh war aber der unvorsichtige Käufer, daß er sich von dem Handel drücken konnte, als er das Ergebniß der alsbald aufgestellten Rechnung wahr- nahm, welches zu ermitteln den sich hierfür interesfirenden Lesern wohl ein angenehmer Zeitvertreib sein wird. 4- Uj,selb, 23. Februar. Der erst vor Kurzem tn den Ruhestand getretene srühere Kreisrath des Kreises Alsseld, Herr Conr. v. Grolman, ist vorgestern in Darmstadt Der -ietzeuer Anzeiger erscheint täglich, »il Ausnahme deS MontagS. Die Gießener IamitieuVkätter »erben bem Anzeiger wöchentlich breimal beigelegt. Gießener Anzeiger chmeral-Mnzeiger. 88 HartmaunShain, 23. Februar. Wie den Lesern deS Gießener Anz." bekannt sein dürfte, wird am 4. Marz, Morgens 10 Uhr, die hiesige Feldjagd, sowie die der Ge« markung Sichenhausen auf eine weitere Bestandzeit verpachtet werden. Beide Feldgemarkungen bilden zusammen den dritten Domanialjagd'Bezirk der Obersörsterei Grebenhain und bestehen aus 33,54 Hectar Wald, 835,01 Hectar Feld, Wiesen und Oedungen, zusammen 868,55 Hectar. Diese sehr er« «lebige Jagd kostete seither nur einige Mark und soll diesmal eine bedeutende Preiserhöhung erfahren. Ferner wird an demselben Tage die große „OberwaldS -Jagd, Domanialjagd- Bezirk 1 der Oberförsterei Grebenhain, bestehend aus 1865 35 Hectar Wald, 222,47 Hectar Wiesen, zusammen 2087,82 Hectar, verpachtet. Der seitherige i betrug 310 Mk Jaadpächter waren Bürgermeister Schmalbach in Erainseld unt? Obersörfter Weber in Grebenhain. Bei der großen Waldfläche und dem schönen Wildstand haben die väckter alljährlich einen bedeutenden Gewinn erjtelt. — Vogelsberg" geschrieben: „Sehr wtcktia sür Jäger und solche, die eS werden wollen. Dnnnerötaa der? 4. März d. IS. kommt in der Wirthschaft der Johs. Ruhl Wwe. zu Grebenhain die Jagd der Domauial- waldbeztrks der Sro&l;. Dberfätfietei @«6*1« n* nnf w-itere 12 Jahre zur Verpachtung. Diese Jagd, dft et-nFch-nnhai. bon 890 Morgen W.eftn und von 4«0 M°rke° W°-d ausw-tst, gehör. ,u den «ildre.chsten v,. KroßberzogthumS. ES klingt wie Jägerlatein, ist aber nachweislich ^flliue Wahrheit, datz der Rehstand b-sagter Jagd regelmäßig ein ganz eminenter ist, und daß der Ab Betreffend: Die Revision der Hypothekenbücher de» Amtsgerichtsbezirks Gießen aus dem Geschäftsjahr 1896/97. N« fämmtliche Ortsgerichte des Amtsgerichtsbezirks Gießen. Wir benachrichtigen Sie, daß wir in der Kürze mit der Revision der Hypothekenbücher beginnen werden und for« lern Sie daher auf, die seit der letzten Revision vorgenom- »enen Einträge in Spalte A und B einer sorgfältigen Durchsicht und Vergleichung mit den amtsgerichtlichen Verfügungen zu unterziehen und die dabei in Bezug auf die Form sich ergebenden Anstände, insoweit dies ohne unsere Mitwirkung geschehen kann, - z. B. Berichtigung von Schreibfehlern. Nachholung von fehlenden Unterschriften und dergl., zu beseitigen. — Sie wollen sich davon überzeugen, saß die Einträge und Löschungen im Namensverzeichniß und in dem topographischen Pfandregister nach Vorschrift vollzogen worden sind. Das Protocoll über die erfolgte Vor- reviston ist unfehlbar in dem Revisionstermin vorzulegen. Die Termine werden Ihnen noch bekannt gegeben werden. Gießen, den 20. Februar 1897. Großherzogliches Amtsgericht. Langer mann. fchretbung die wichtigsten Impulse gegeben und den bistorichenSüin der namentlich in den Städten am Rheine selbst in der schlimmsten Zeit nationaler Erniedrigung und der Fremdhnrschaft nie ganz erloschen, kräftig belebt. Die Art und Weise, wie der Verfasser die Gedanke« darlegt, die ihn bet seiner Arbeit leiteten, wie er sozusagen eine Geschickte der Geschichte" gibt, wirkt onregenb und belehrend ^ugleE sie läßt auch erkennen, welcher Mühen und Ausdauer im Erforschen von Quellen e8 bedurfte, welche fcinbetniffe »u überwinden waren, ehe ein Werk wie das vorliegende zu Stande kam. Der uns vorliegende erste Band behandelt ersehend folgende Capilel Die Vorzeit. — Die Romanisirung der Rheinland«. — Der Kamps um den Rhein. - Das Reich der Burgunder in Worms. - Das Chrtstenthum und die Gründung deS Fränkischen Reiches. — Die Eultur der Germanen am Rhein. -DaS Reich Karls deS Großen (a. allgemeine Verhältnisse, b die Kirche, o. d^vsta^ - Die Begründung der bischöflichen Herrschaft. - Bischof Burchhard von Worms. — Die kirchlichen Ordnungen Bischof BmchhardS. Die rechtlichen und wirthschaftlichen Ordnungen Burchhards.DaS Zeitalter der salischen Kaiser. — Die Stadt als Markt. Stadtluft macht frei. — DaS Zeitalter Friedrich« I. — Der Stadtfriede und die Einwohnerstände in der Stadt. - Der Kampf um die Krone. — Die Entstehung deS RatheS. — Türstm und Städte. Die erste Rachtung. — Sturm und Drang. — Bischof Landolf von Worms. — Der große rheinische Städtebund. — Sprache und Schreibweise bewegen sich in edlen Formen, Allen verständlich, der Stoff wirkt anregend und belehrend zugleich und es eröffnet sich dem Leser manch' neuer Gesichtspunkt in klarer Weise, der ihm bisher undeutlich erschien. Den Anforderungen, die man an em Geschichtswerk stellen kann, wird das Buch in vollem Maße gerecht, der Leser ist im Stande, manche Lücke in seinem Wissen auf geschichtlichem Gebiete, das sich bis auf die graue Vorzeit erstreckt, auszufüllen, sich ein Urtheil über bie Zustände früherer Zeiten und die Umstande, unter denen unsere Vorfahren ihr Daseini fristen, ihre Scholle vertheidigen und in Beziehung mit anderen *21*" mußten, zu bilden. Die den Text begleitenden, in mittelalterlicher Manier gehaltenen Illustrationen fördern das Verständniß in hohem Maße. Die Ausstattung des Buches in seinen markiger' Schriftzeichen, seinen Zierleisten, Initialen und Schlußvigne ten macht bas Werk auch für ben Kunstfreund werthvoll, es macht in v'«ser Beziehung den Eindruck, als ob die ohne Zwerset sehr.hohen^Aus- stattungskoften Nebensächliches seien und nur ein Ziel Allen, die daran mitgewirkt, vorgeschwebt, nämlich ein Werk zu schaffen, das, inhaltlich wie äußerlich gleich werthvoll, sich hoch erhebt über die alltäglichen literarischen unb künstlerischen Erscheinungen. DaS Ziel wurde erreicht und somit sei das Buch hiermit bestens empfohlen. L. CHcrotur «ttd Kauft - Unter dem Titel: Geschichte der rheinische« «Adte- dtlhie ist vor Kurzem im Verlag v. I. A. Stargardt in Berlin ein Werk erschienen, das sowohl in Ausführung wie inhaltlich «IS monumental unb wohl einzig in seiner Art bezeichnet werben kann. Das Verbtenst, bem brutschen Volke ein solches Werk bieten zu können, gebührt wohl in erster Linie Herrn Retchstagsabgeorbneten Frhrn. Heyl zu HerrnSheim, und ist es deshalb gerechtfertigt, daß die Stadt Worms besondere Bei ücksichtigung gefunden, ohne daß dadurch die Schilderung des großen Ganzen im Zusammenhänge beeinträchtigt worben. Die Durchsicht des Werkes bring aber^auchdie Er- kenntniß, daß der Förderer d«8 Gedankens einen glücklichen Griff gethan, als er bie Bearbeitung bes gewaltigen Stoffes dem Baseler Professo Herrn vr. Heinrich Boos übertrug, der seinerseits in Joseph Sattler wteber einen Künstler fanb, welcher mit bem Stift dem Gedankengang des SB.ifafierä wie de-nientgen d-s°erdtentm Auftraggebers zu folgen verstand. Freiherr W.^or"eliuS H^yl zu Herrnsheim widmet den Burgern der Stadt Worms dieses Gefckichts- werk, „in welchem der mächtige Einfluß der geliebten Vaterstadu auf die Eulturentwickelung Deutschlands unb die patriotischen Gwß- thaten bet Altvorberen von berufener H-md seschilbert sind. Mit Dank sieht et babei auf bie große Zeit ber Neubegrüudung des Reiches zurück, in welcher es ihm zuerst vergönnt war, bie Vaterstadt im Reichstage vertreten zu dürfen. Die Ereignisse von 1B70 sind es nach Darlegung des Verfassers auch, welche bet Geschichts- sner Goocerteei jiites CoDcert iS. 28. Februar 18S Ebenda 5 Uhr, en Saale des Gesellsch't Vereins unter Leitung sh. Univertitäto-Mt* errn Gustav Trautmann. Mitwirkende: %stf**** rt Nr.2 op. 21 f (jto »nm/* 12 R-8cbi:; »oU(op-j’U j ,re \ °k>' 127 förNichi®^ i -ft ilienhandluDg böiger). . (Bud01PKftgie SlU h s der ^aQf, a Vorverk*tflrk zö haben- d PrelBe Z° up HauptPrOm 11 All« Annoncen-Bureaux de« In- und Au-landeS nehmen Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgegen. De«ts»la«d» Export. Spirituose Betrachtung eines Feinschmeckers. Es ist eine erfreuliche Thatsacke, baß ber beutsche Expoit seit etwa einem Jahrzehnt einen bebeutenben Aufschwung genommen hat, einen Aufschwung, der nicht nur in Frankreich , sondern auch in dem industriereichsten Lande der Welt, in England, hochgradigsten Neid unb bissigste Mißgunst erregt hat. Leider ist eS ledoch eine uralte, vielbekritelte Eigenart ber Deutschen, baß sie allen Gedrauchs- unb Luxusartikeln bes AuslanbeS gegenüber den iumeift viel gediegeneren heimischen Pcoducten immer noch den Vorzug geben. Insbesondere auf einem Gebiete der heimischen Production ist noch immer sehr wenig von einer Besserung zu spüren, und zwar auf jenem Gebiet, auf welchem Deutschland zur bominirenben Führung tm Weltverkehr einzig unb allein berufen ist: auf dem Gebiet ber svirituosen Getränke. Wohl ist in der Geschmacksrichtung bere ts eine bedeutende Schwenkung zu verzeichnen; es haben sich beispielsweise süße „Liqueure" fast ganz überlebt. Trotzdem bekommt man in den Kreisen unserer sogenannten "besseren Gesellichaft- einen wahren Horror, wenn irgend Jemand das Wort „Branntwein über seine Lippen bringt, und solches Plebejer-Naß gar zu trinten, wäre eine unsühnbare Versündigung gegen guten Ton und gute Sitte. Ja - „Cognac", „Genever", „Whisky", "Wutt st" uswi. zu trink»> -, ja Bauer, das ist ganz was Anderes', bas ist selbst in ben seinste" Salons schon längst modern geworben. Unb was sind»benn diese ausländischen Getränke anders, als Branntw^n? Was sind selbst Rum und 2Iroc? Branntwein! nichts als Branntwein. Diesem leidigen, anererbten Vorurtheil zu begegnen, hat die s/ii anderthalb Jahrhunderten bestehende, weltberühmte Sornbranntrodnbrenneret i Magerfletsch in Wismar a. d. Ostsee mit vielversprechendem Erfolge begonnen. Diese schon durch ihren unübertrefflichen, unver- süßten, alten Kornbranntwein in weitesten Kreisen hochangesehene Firma erzeugt schon seit einiger Zeit ein köstliches, hocharomatisches Dessertgetränk, dem sie, um den oben gekennzeichneten Vorurtheilen die Spitze abzubrechen, den gesetzlich geschützten Namen »Malz-Cognac beigelegt hat, einen Namen, den baS Probuct mit Fug unb Recht führen barf. An chemisch erprobter Reinheit, welche burch Analyse hervorragendster Cepacitäten festgestellt wurde Wohlgeschmack, und was bie Hauptsache ist, an biättscher Bekömmlichkeit übertrifft bie» Malz-Cognac alle in Betracht tommenben Spirituosen, er M auch infolge feiner Billigkeit geeignet, ein allgemein beliebtes Getränk selbst^ ber Minberbegüterten zu werden. Schon hat sich ber Malz- Cognac zahlreiche Freuabe biesseitS unb jenseits deS Oceans erworben unb wer nur ein einziges Mal eine Probe mit biesem M°lz Cognac gemacht hat, der unterläßt eS sicher nicht, fortlaufenbe Nachbestellungen zu machen. (Siehe heutige Annonce.) Verfälschte schwarze Seide. ^Müst^rchen ZS verW baw und hinterläßt wenig Asche von ganz hellbrauulicher Farbe. — Verfälschte Seide (die At speckig wrrd und bricht) brennt langem fort (namentlich slünmen Re „SchußsLdm weiter, wenn sehr mit Farbstoff erschwert), unb hinterlaöt eine dunkelbraune Asche, die sich im Gegensatz zur ächten Seide nicht kräuselff "ondern krümmt. Zerdrückt man di- Asche der ächt^n LLL Ä^ber«(t. «’Ä* ÄÄ fenben gern Muster von Ihren echten Seidenstoffen »n Jedermann Luesen, einzelne Roben und ganze Stücke porto- u.d rt.ii.rfnM ins Haus. 1910 24 aus. 1664 117 I io 15 Ihitihgt. 1879 19 Knüppelholz, // Henkel A Co., Düsseldorf. 730 700 rm Buchen Eichen - und Schellfisch n. Cabliau 80 und Eichen- 384 frisch im ,8te6öo?"vetgerung bestimmt. 1876 Gagel, Gerichtsvollzieher Gutachten. 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Bürgermeisterei Hungen. ___________Buttr o n. 1823 Kmglichk ©brrförpttri Krostorf. Holzverkauf a« d. März d. I., Vormittags 10 Uhr, in der Weisbrod'schen Wirthfchaft zu Salzbödeu: Forstort Gehren 69a, b; A. Nutzholz. Cichen: 3 Abschn. — 0,76 fm, 34 rm Schichtnutzholz, 2 und 4 m lang. Fichten: 123 Derbholzstangen, 730 Reiserholzstangen (Bohnen, stangen rc.). Brennholz. Buchen: 170 rrn Scheit u. Knüppel, 1037 rm Reiser, 2. u. 3. Kl. Horstort Haseugarten 80b VI] (am Fronhäuser Wege). Erichen: 177 rm Reiser 3. Kl. Lärchen: 26 rm Knüppel, 5 rm Reiser 3. Kl. Aiorstort Haseugarten 82III. Eichen: 135 rm Reiser 3. Kl. Buchen: 688 rm de«gl. 1896 Der Königliche Ovkrsöryer. Toilelte-Cream Nur echt mit ■irt.„PfeilrJnR ilarki ktklttlizWWW In Dosen i /(*, iou.6o Pj In den Apotheken und Drogerien. inet er ata’ ui lerieg, tU »BleichEl. Ift au« ctfc. tüa bt-. iall-Eoda flleiifonnntn, urer bezahlt werben unb en »Henkel* nnb tnm Dasseldorf. Elegaate unb i«! Domwos uj verleihen und fertigt A. 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All« Annonccn-Bureaux des In- und Auslandes nehm« Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgeg«. Amtlicher Theil. Bekanntmachung, betreffend: Staub und Klauenseuche zu Reiskirchen. Nachdem die zu Reiskirchen auSgebrochen gewesene vkaul« und Klauenseuche wieder erloschen ist, werden die an» geordneten Sperrmahregeln hterm t ausgehoben. Gtehen, den 26 Februar 1897. GroßherzoglicheS KreiSamt Gtehen. v. Gagern. Deutfd^er ReichstcrA. 185. Sitzung. Donnerstag, den 25. Februar 1897. Bei Anwesenheit von etwa 30 bis 40 Abgeordneten beginnt bk erste Berathung des Antrages Colbus betr. Neuregelung der Wahlen zum Landesausschusse von Elsaß - Lothringen. Der Antrag verlangt allgemeine, dtrecte und geheime Wahl und je «inen Abgeordneten auf 30,000 Einwohner. Abg. Win ter er (b. k. Fr.) begründet den Antrag. Die jetzt bestehende tndirecte und corporattve Wahl bringe die wirklichen An- ßichten der Bevölkerung nicht zum Ausdruck. Abg. Prettz (b. k. Fr.) äußert sich in gleichem Sinne. Die gegenwärtige Landesvertretung in Elsaß-Lothringen sei lediglich ein Scheinparlament ohne Macht und Machtgefühl. Bet den Wahlen pptelten nur Rücksichten auf persönliche Freundschaft und Bekannt- itchaft und sehr oft auch kleinlicher Ehrgeiz mit, und wie die Majo- »ität im LandeSausschusse bestehe aus abhängigen Beamten, so daß Wer Ausschuß nur das ironische Bild einer Volksvertretung darstelle, Wer jede stolze und nöthigenfalls auch einmal trotzige Sprache ab- «ehe. Redner kommt dann auf die bekannten Vorgänge an der Universität Straßburg zurück. Da« Verhalten der dortigen ein- Wetmtschen Studenten sei rühmlich, dasjenige der Untversitätsbehörde dagegen unrühmlich gewesen. Geh. Ob-r-Reg.Rath Halley widerspricht den Angaben der Vorredner. Der Landesausschuß sei durchaus kein bloßes Rentner- ■nb Beamten-Parlament und er sei auch keineswegs im Lande unpopulär; dem widerspreche z. B., daß die »maßgebenden Mitglieder Immer wieder gewählt würden. (Lachen 6fr den Elsässern.) Von keinen Ausführungen neulich über die Vorgänge an der Universität Straßburg habe er nichts zurückzunehmen. Die betr. Studenten hätten in übertriebenem Selbstgefühl zu spielen geglaubt, seien aber doch nur geschoben worden. Preiß habe auch aus eine Rede des Statthalters Bezug genommen. Welcher Art die in dieser Rede erwähnten Maßnahmen betreffs der Preffe sein würden, werde jedenfalls davon abhängen, wie die Preffe sich nach den Mahnungen des Statthalters richten werde. Abg. Bueb (Soc.) verbreitet sich ausführlich über den Dic- taturzustand tu den Reichslanden. Nicht einmal ihren Bürgermeister Würsten sich die Gemeinden frei wählen; man zwinge ihnen einen tewesenen Unteroffijier auf. Zu dem Landesausschusse, der nur nach er Pfeife der Regierung tanze, habe die Bevölkerung nicht das mindeste Vertrauen. Geh. Rath Halley: Daß die Gemeinden dergestalt, wie der Vorredner es behauptet, von der Landesverwaltung bevormundet werden, ist durchaus unrichtig. Die elsässischen Gemeinden find nie selbstständiger, nie freier gewesen, als seit Erlaß der neuen elsäs- -sischen Gemeindeordnung. Auch die Presse ist in zunehmendem Maße in ihrer Sprache freier und ungebundener geworden. Abg. Lieber (Ctr.) bedauert, daß den Beschlüssen des Reichstages in Betreff der Auib-bung des Dictatur-Paragraphen sowie betreff« Ausdehnung des Retchspreßgesetzes auf Elsaß-Lothringen noch immer keine Folge gegeben sei. Auf wiche Weise werde man zur Versöhnung der Bevölkerung in den Reichslanden wahrlich nicht beitragen. Das Centrum schließe fich dem vorliegenden Antrag durchaus an. Der Landesausschuß in Elsaß-Lothringen habe auch nicht die geringste Aehnlichkeit in Bezug auf die Art feiner Zufammen- letzuvg mit dem, was man sonst unter einem Parlament verstehe. Die stete Wiederwahl bei Mitglieder deS Landesausschusses beweise oS war persönlich dem Feuer ausgesetzt. In seiner nächsten Nähe wurde ein Offizier getödtet. Koustautiuopel, 25. Februar. Hier circulirt daS Gerücht, die Türkei beabstchttge ein Ultimatum an Griechenland zu stellen, um Klarheit in die Situation zu bringen. Man vermuthet, daß das ein russischer Rathschlag sei. Berlin, 26. Februar. Die gegenwärtige Verständigung der Mächte in der Kreta»Frage bafirt, der „Nat.-Ztg." zufolge, auf einem Vorschläge Rußlands, dem Deutschland sofort ohne Vorbehalt zustimmte und dem fich dann auch die anderen Mächte angcschloffen haben, erst Oesterreich und dann Frankceich und England. Berlin, 26. Februar. Die Belohnung für die Ergreifung des Willi Große, des zweiten Mörders deS Justtzrath Lewy, wird so stattfinden, daß auf den Anthetl des Posthilfsboten Große und des ArzteS Dr. Rubinstein je 1250 Mark entfallen. Ferner wird dem Gendarmen, welcher den Bruno Werner in Zehlendorf verhaftete, die Hälfte der Belohnung von 2500 Mark ausbezahlt. Kopenhagen, 26. Februar. König Georg von Griechenland telegraphirte dem Kronprinzen, er sei fest entschlossen, abzudanken, wenn er seinen Willen in der Kreta- Frage nicht durchsetzen könne. Petersburg, 26. Februar. Rußland hat Griechenland durch seinen Athener Gesandten auffordern lassen, innerhalb drei Tagen seine Truppen und Schiffe von Kreta zurückzuberufen. Im Weigerungsfälle erfolge die Blokade der griechischen Häfen. Athen, 26. Februar. Der König äußerte, er werde keinen Schritt zurückwetchen. Sein ganzes Vertrauen ruhe jetzt auf der Armee. Äonen, 26. Februar. Nach einem gemeinsamen Beschluß der fremden Capitäne wird die Verbindung zwischen den gelandeten griechischen Truppen und dem Heere durch ein englisches Torpedoboot vermittelt. Die Stimmung Hierselbst ist beruhigter. Die Türken verstärken andauernd die Grenzbesatzungen. Saloniki, 26. Februar. Die Besetzung der Gebiete an der griechischen Grenze wird stark beschleunigt. Militärzüge verkehren Tag und Nacht. AuS Ober-Albanien treffen ebenfalls Truppen-TranSporte ein. WB. Berlin, 26. Februar. Der ReichSbankd iscont wurde auf 3/*,pCt., der Lombardzinsfuß auf 4 bezw. 4>/,pCt. herabgesetzt. WB. Kanea, 26. Februar. Die vor Kanea lagernden Türken griffen gestern die Christen an, welche die weiße Fahne hißten, um den Admiralen zu zeigen, daß nicht sie heraussorderten. WB. Athen, 26. Februar. Die Stimmung gegen dieAuSläuder ist sehr erregt. Eine Petition circulirt, wonach den Ausländern der Zutritt zur Akropolis verwehrt werden soll. Einige Hoteliers verweigern den Fremden die Aufnahme. — AuS Newyork verlautet, Olney weigerte sich, den Sympathiebeschluß des Senats an Griechenland zu übermitteln. Gießen, den 26. Februar. ♦* OeffeuUiche Ansrkennung einer edlen Thal. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben dem Schreiner- Lehrling Jacob Herr in Mainz tn Anerkennung de- von demselben bei der am 15. Juli v. IS. unter eigener Lebensgefahr auSgeführten Rettung eines siebenjährigen Knaben vom Tode des Ertrinkens bewiesenen besonnenen und muth- vollen Verhaltens die Rettungsmedaille zu verleihen geruht. Parlamentarisches. Folgende Anträge find bei der Zweiten Kammer der Staude eingelaufen. 1) Des Abg. Wefternacher, dahingehend, die Kammer wolle Groß- Herzog!. Regierung ersuchen, alle Kosten, welche durch gesetzliche Maßnahmen zur Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche entstehen, auf die StaatSkaffe zu übernehmen. 2) Der Abgg. Schmitt und Genossen, die Großh. Regierung zu ersuchen, der Kammer noch in dieser Session eine Vorlage zugehen zu laffen, wodurch bet allen Wahlen (Gemeinde-, KreiS- unb Landvertretung) a. die Verpflichtung der Wahlberechtigten zur Abgabe ihrer Stimmeu ausgesprochen und b. alle Beschränkungen des Wahlrecht» wegen Nichtheranziehung zur Steuerzahlung, namentlich auch der noch im Haushalte der Eltern befindlichen Haussöhne, beseitigt werden, c. eine gleichmäßigere Bertheilung aller Wahlkreise auf das ganze Land und damit eine gerechtere Vertretung der größeren Städte herbeigeführt, endlich d. die Geheimhaltung der Stimmabgabe durch Einführung amtlicher Wahlcouveris gesichert wird. Gleichzeitig wird an die Großb. Regierung das Ersuchen gerichtet, der Frage der Proportionaloertretung näher zu treten und eventuell auch dieserhalb der Kammer Vorlage zu machen. 3) Der Abgg. Wasserburg und Genossen, die Großh. Regierung zu ersuchen, der Kammer noch in dieser Session eine Vorlage zugehen zu lasten, wodurch für die Wahlen zum Landtage da» dtrecte Wahlrecht eingesührt wird. 4) Der Abgg. Schmitt und Genossen, Großh. Regierung um eine Gesetzesvorlage zu ersuchen, wodurch das Brückengeld im Großherzogthum aufgehoben, eventuell wenigstens die Bewohner von Kastel und Kostheim von jedem Brücken- gelbe befreit werden. 5) Der Abgg. Schmitt und Genossen, Großh. Regierung um eine Gesetzesvorlage, eventuell um den Erlaß einer Verordnung zu ersuchen, wodurch die Kosten beim EigenthumSübergang von Grundstücken nach Möglichkeit ermäßigt werden, namentlich aber bei Refillations- urtheilen die Erhebung der vollen GertchtSgebühr und des vollen Stempels für den EigenthumSwechsel beseitigt wird. 6) Der Abgg. Cramer und Genossen dahingehend, dem Artikel 54 deS Gesetzes vom 17. Juni 1874 folgenden Wortlaut zu geben: Artikel 54. Die Mitglieder der Ständeversammlung erhalten während der Tagung der Kammer auS der StaatSkaffe täglich 10 Mark und wird den Mitgliedern für die Zeit — 8 Tage vor der Eröffnung bis 8 Tage nach der Auflösung (Artikel 57) freie Fahrt auf allen Bahnen des GroßherzogthumS gewährt. 7) Der Abgg. Köhler und Genossen, die Zweite Kammer wolle ein Ersuchen an Großh Regierung richten dahingehend, den Ständen alsbald Vorlage zugehen zu laffen, betreffend die Abänderung der seither gültigen Bestimmungen über die Ver- werthung tuberculösen Fleisches, und zwar im Sinne der zur Zeit in Preußen und in Bayern gültigen gesetzlichen Bestimmungen, sowie entsprechend den auf dem thierärztlichen Eongreffe in Bern festgelegten Grundsätzen. 8) Der Abgg. Köhler und Genossen, die zweite Kammer wolle — im Anschluß an die Berathung des Hauptvoranschlags gegenwärtiger Finanzpertode — ein Ersuchen an Großh. Regierung richten, die gesetzliche Steuer auf Hirtenhunde fürderhin nicht mehr zur Erhebung zu bringen, und in Ausführung dessen bis zu je 150 Stück Schweine und Schafe einen Hund steuerfrei zu lassen, sowie dem 30. Landtage eine Gesetzvorlage zwecks Abänderung deS Hundesteuergesetzes vom 16 November 1874 — und zwar im Sinne des hier Beantragten — alsbald zugehen zu laffen. 9) DeS Abg. Ulrich, die Kammer wolle beschließen, die Großherzogliche Regierung zu ersuchen, in Offenbach a. M. ein Landgericht zu errichten. 10) Der Abgg. Bähr und Genossen, die Kammer wolle Großh. Regierung ersuchen, alsbald dem Landtage eine Vorlage, betreffend die Erbauung einer normalspurtgen Stichbahn von Großen Buseck nach Beuern zugehen zu laffen. • • Parlamentarisches. Das Verzeichntß der Parteien tn der Zweiten Kammer erbringt folgendes Bild: National- liberale: 24 Mitglieder der Fraktion und 2 Mitglieder, die zwar der Partei angehören, aber sich der Fractton nicht förmlich augrfchloflen haben, zusammen 26, Antisemiten 7, Freisinnige 6, Ultramontane 6, Soctaldemokraten 5, inS- gesawmt 50. * * Militärisches. Morgen SamStag Vormittag 10 Uhr werden 25 Offiziere und 1050 Mann des Jnfanterie-Regi- wentS Kaiser Wilhelm, und 14 Pferde nebst 6 Fahrzeugen mittelst Eisenbahn in die Gegend von Butzbach befördert. Die Rückfahrt erfolgt um 12*/z Uhr, bet gutem Werter um 4 Uhr. Zulassung zur Rechtsanwaltschaft. Am 9. Februar wurde der GertchlSaffeffor Cu,t Schtmmelpfen g tn Darm- stadt zur Rechtsanwaltschaft bet dem Landgericht der Provinz Starkenburg zugelaffen. * * Schuldienst-Nachrichten. Am 30. Januar wurde dem Schullehrr Heinrich Weiß zu Laudenau eine Lehrerstelle au der Gemeindeschule zu Worfelden, Kreis Groß-Gerau, — an demselben Tage wurde dem SchulamtSaSpIrauteu Conrad Wilhelm auS Freimersheim die Lehrerstelle au der Ge- meindeschule zu Rabertshausen, Kreis Gießen, — an demselben Tage wurde dem SchulamtSaSpiraoten Ferdinand Bach aus Büdingen eine Lehrerstelle au der Gemetndeschule zu Großen Linden, Kreis Gießen, — am 8. Februar wurde dem SchulamtsaSpiranteu Peter Schuster auS Fürth eine Lehrerstelle au der Gemetndeschule zu Unter-Schönmattenwag, Kreis Heppenheim, — an demselben Tage wurde dem Schul- amtsaspirauten Daleotin Diehl auS Lorsch die Lehrerstelle an der Gemeiadeschule zu Gadern, Kreis Heppenheim, — am 13. Februar wurde dem SchulamtSaSpiranteu Nikolaus BleS aus Heppenheim a. d. B. die 2. Lehrerstelle an der Gemetndeschule zu Unter-Hambach, Kreis Heppenheim, — am 19. Februar wurde dem Schullehrer Heinrich Quick zu Ober-Mumbach eine Lehrerstelle au der Gemewdefchule zu Schaafheim, Kreis Dieburg, übertragen. *♦ Erledigte Lehrerstelleu. Erledigt find: Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Fleschenbach, Kreis Lauterbach, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende 2. Lehrerstelle an der Gemetndeschule zu Laugen-Brombach, Kreis Erbach, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Die, mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Usenboro, KretS Büdingen, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Dem Herrn Fürsten zu Stolberg-Wernigerode Gedern steht das Präsentationsrecht zu derselben zu. Die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Schöllenbach, Kreis Erbach, mit einem jährlichen Gehalte von 900 Mk. Dem Herrn Grafen zu Erbach-Fürstenau steht das Präsentationsrecht zu derselben zu. An der Ge- meindeschule zu Pfuugstact, Kreis Darmstadt, zwei mit evangel. Lehrern zu besetzende Lehrerstellen mit einem nach dem Dienftalter sich bemeffenden jährlichen Gehalte von je 1000 bis 1800 Mk. Mit beiden Stellen ist Organtsten- dienst verbunden. Dem einen der zu ernennenden Lehrer können die Functionen eines Oberlehrers an genannter Schule gegen besondere Vergütung übertragen werden. Eine mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Weiterstadt, Kreis Darmstadt, mit einem jährlichen Gehalie von 900 Mk. ** Gewerbegertcht. Als Beisitzer für das Gewerbe- gertcht werden für den Monat März thälig sein für die Arbeitgeber Schuhmachermeister Karl Berg, für die Arbeitnehmer Jacob Dillmann. •• Akademische Vorträge. Der letzte der augekündigteu akademischen Vorträge muß leider wegen unerwartet etn- gerretener Htnderniffe verschoben werden. Voraussichtlich wird er zu Anfang des Sommersemesters statlfiaden. ** Eoncertvereiu. Der nächste Sonntag verspricht unserm musikltebenden Publikum abermals einen großen Genuß. Die jugendliche Clavierspielertn, die vor nahezu 4 Jahren zum ersten Mal im Gießener Concertveretn auflrat und durch ihr herrliches, sinniges Spiel alle Herzen im Sturme eroberte, erfreut uns wieder durch ihr Erscheinen und ihre Kunst wird bet so manchem Hörer die Sympathien wachrufen, die ihr von damals her bewahrt blieben. ** Zuukerwauas Fritz Reuter • Abead. Mittwoch den 3. März veranstaltet Herr Junkermann im GesellschaftS- hause einen Reuterabend. In einer Zett, tn welcher der wirkliche dichterische Humor erschreckend dünn gesäet ist, thut eine Erquickung an trefflichem W.tz und köstlicher Frische doppelt gut. Eine solche verschafft uns, wie kaum ein zweiter Dichter, Fritz Rrmer, dessen Werke es verdienten, neben der Bibel tn jcoem Bücherschrank zu stehen- zudem ist bekanntlich Juukermann der berufenste Interpret dieses deutschen Humoristen, denn er bringt unS seine Schöpfungen nahe, macht sie uns wirklich lieb und veranlatzt unS, sie alsdann auch zu lesen. ** Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde. Einer Anregung aus dem Schooße der Gesellschaft folgend, hat der Vorstaad in der Ricker'schen Buchhandlung eine Lifte aufgelegt, in der Beträge für den von Herrn Prem. Lieutenant Schlotfer geplanten Tanganika-Dampfer gezeichnet werden können. Da das Reich für diesen nützlichen Zweck keine Mittel bewilligt hat, so ist private Bereitstellung der nöthigen Gelder um so erwünschter. ** Maskenball. Mit den für SamStag uad Sonntag vorgesehenen Maskenbällen hat die diesjährige Saison endlich ihr Ende erreicht. Um der Saison zu einem würdigen Abschluß zu verhelfen und noch etwas Gediegenes zu leisten, bemüht sich der Gesangverein Heiterkeit, der morgen Abend im Festsaale des Cafs Leib seine Narren versammelt. Wie man uns versichert, hat der Verein keine Kosten gescheut, um den Besuchern einige genußreiche Stunden tn Aussicht stellen zu können. Ganz besonders sei auf die Gruppenaufführuugen, deren das Programm eine Auzayl aufzuwetseu hat, aufmerksam gemacht. ** Befihwechsel. Die Loeber'sche Hofratthein der Neustadt ging gestern für den Preis von 65,000 Mk. durch Kauf tn den Besitz deS Herrn Bauunternehmer Wenn über. — Ferner wurde der Stadt, welche ca. 34,000 Quadrat- Meter Gelände, den Loeber'ichen Erben gehörig, für Zwecke des neuen Friedhofes benölhigt, das Gelände zum offertrten Preise tim Mk. 1.50 pro Quadrat-Klafter zugesagt. — Die Uhl & Meyer'sche Besitzung, SelterSweg 68, ohne die dabei befindliche Baustelle, wurde dem Restaurateur SlgeS (Restaurant Busch) für den Preis von 70,000 Mk. verkauft. ** BevölkerougrstatistifcheS. Die Resultate der Volkszählung vorn 2. Dezember 1895, wie solche durch die Centralstelle für LandeSftatistik ermittelt und veröffenilicht worden sind, lassen ebenfalls wieder eine unaufhaltsam fortschreitende Verminderung der Bevölkerung einer großen Anzahl der eigentlichen Landgemeinden erkennen. DaS „Darmft. Tagbl." schreibt hierzu: Während die Städte und die tn der Nähe derselben liegenden, durch Verkehr und Industrie ausgezeichneten Ortschaften eine rapide Bevölkerungszunahme ausweisen, geht die Einwohnerzahl vieler Bauerndörfer stetig zurück und zwar um so sicherer, je mehr dieselben vom großen Verkehr entfernt liegen, und nur auf Landwirth- fchaftSbetrleb angewiesen sind. ES haben in unserem Großherzogthum Bevölkerungsabnahmen zu verzeichnen: Im KretS Darmstadt von 22 Gemeinden und Gemarkungen nur 2 (Eschollbrücken und Waschenbach)- im Kreis BenSheim (von 54 Gemeinden) 18; i. K Dieburg (von 73) 31 - t. K. Erbach (von 111) 51 - i. K. Groß Gerau (von 42) 5- i. K. Heppenheim (vou 76) 37 - i. K. Offenbach (von 43) 5- i. K. Gießen (von 92) 40- i. K. Alsfeld (vou 85) 52; i. K. Büdingen (von 88) 38; i. K. Friedberg (von 77) 24; i. K. Lauterbach (von 69) 40; t. K Schotten (von 57) 34; i. K. Mainz (von 23) 8- i. K. Alzey (von 50) 20- i. K. Bingen (von 26) 9- i. K. Oppenheim (von 44) 14- t. K. WormS (von 43) 12. Bon Landstädtchen und bedeutenderen Dörfern, die bei der Bevölkerungsabnahme betheiligt find, seien erwähnt: Groß-Rohrheim, Babenhausen, Beerfelden, Erbach, Hammelbach, Lich, Homberg, Schlitz. Ober-Olm u. a. m. •• Waareahäuser, Berkaufshäuser. Die Abgg. Schmitt und Genoffen haben bei der Zweiten Kammer folgende Anfrage gestellt: „1. Ist der Regierung bekannt, welche Gefahren für die Existenz und gedeihltche Fortentwickelung unseres ansäsfigen — namentlich kleineren — Kaufmanns- und Handwerkerstandes durch die Errichtung der ungeheueren, groß- capitalistifchen Waareuhäufer, Berkaufshäuser u. dgl. entstehen? 2. Ist die Regierung nicht gewillt, durch die Landesgesetzgebung oder etientL im BundeSrathe dahin zu wirken, daß diese Gefahren für unseren tüchtigen kaufmännischen und gewerblichen Mittelstand beseitigt oder doch wenigstens nach Möglichkeit eingeschränkt werden?" •• Wegen Anstellung von Militäraawärteru im Gemeinde- dienst haben die Abgg. Schmitt und Genoffen folgende An» frage an die Zweite Kammer gestellt: „1. Wie stellt sich die Regierung zu der Frage der Anstellung der Milnär- anwärter im Gemeiudedlenste? 2. Ist die Regierung nicht gewillt, durch ihren Vertreter im BundeSrathe gegen die diesbezügliche Vorlage zu stimmen und dahin zu wirken, daß daS Selbstverwaltungsrecht der Gemeinden im weitesten Umfang gewahrt wird und die Gemeinden vor schweren finanziellen Opfern bewahrt werden?" ** Wetterbericht. Unter dem Einfluß eines neuen Minimums, welches nördlich der britischen Inseln vorüber zieht, wehen über England, Irland und dem Canal lebhafte, stellenweise stürmische Winde. In den continentalen Lagen, sowie im Süden de« ErdtheilS dauert die Herrschaft de« hohen Druckes an. Jndeffen verliert daS Maximum lang um an Umfang und Intensität. Die Witterung ist meistenor:S, von localen Morgen-und Abend-Nebeln abgesehen, vorwiegend heiter- unter TagS ausnehmend mild. — Voraussicht! che Witterung: Zunächst noch wenig Aenderung. — Alleudors a. b. Lda., 25. Februar. Durch Herrn Kaufmann Moll bahter würbe für unsere Gegenb ein „Verein zur Hebung der Geflügelzucht" inS Leden gerufen. Der neue Verein, dessen Begründer und Leiter auf dem Gebiete der Geflügelzucht sehr umfaffende Kenntniffe und reiche practische Erfahrungen besitzt, erstrebt zunächst cie Züchtung und Verbreitung einer Hühnerraffe, welche sich besonders durch Eier Produclivität auSzeichner, sowie einer Raffe, die zur Fleisch Erzielung am besten geeignet ist. In mehrfacher Hinsicht • darf bei dergleichen Bestrebungen eine allgemein segenSreiche^Wlrksamkeit erhofft werden. § Bobenhausen (Kr. Schotten), 25. Februar. Unser gestriger „Petrimarkt" glich nicht im Entferntesten seinen Vorgängern, ihm fehlte, der leidigen Maul- und Klauenseuche wegen, der Viehmarkt, und dadurch der früher gewohnte starke Leuteverkehr. Der Krämermarkt nahm einen befriedigenden Verlauf. Gleichzeitig fand auf dem benachbarten Oberseener Hof eme große Viehverstetgerung statt, welche der derzeitige Besitzer wegen GutSaufgabe abhalten lieh. Es gelangten zum Verkauf 9 Pferde, 54 Milchkühe, 18 Stück Jungvieh, 8 schwere Zugochsen und zwei Bullen. Die Preise, welche für diesen respectablen Viehstand bezahlt wurden, müffen al« gut bezeichnet werden. Im Vergleich zu den seither üblichen Preisen des Rindvieh- zeigten sie sogar eine Steigerung. DaS Näherrücken deS Frühling-, wie auch der milde Verlauf dcs Winters wirkt befferud auf die Preise für da« Bieh ein. M. W. AuS bet mittleren Wetterau, 24. Februar Jh e Warnung in Nr. 45 des „Gießener Anzeigers" vom 23. d M. vor PreiS-Vextrbtldern hat in unserer Gegend einen sehr guten Eindruck gemacht und vielen Leuten die Augen geöffnet. Der in Darmstadt erscheinende „Tägl. Anzeiger" brachte nämlich vor etwa 14 Tagen ein ähnliche« Vorbild. Die Leute gingen dutzendweise darauf ein und waren auf den Erfolg gespannt, denn in der Anzeige heißt eS: Derjenige, der da« Vexirbild richtig herauSfindet, erhält schon gegen 25 Pfennige als Geschenk gratis (fettgedruckt) da« soeben erschienene äußerst humorvolle Buch: Ernst und Laune von Johanne« Lauterborn. Ladenpreis 1,50 Mk. Großartig geeignet zum Bortragen in jeder Gesellschaft. — Die Gesichter hätten Sie sehen sollen, al« der erbärmliche Schund ankam, der thatsächlich keine 10 Pfennige werth ist- Viele Leute erhielten aber gar nichts, denn sie fanden da- Vexirbild nicht richtig heraus, die eingrfandten 25 Pfg. waren daher für die Berlagöhandluug, die Ihren Namen in der Anzeige nlchr nannte, verfallen. Die Adresse der Verlags anftalt ist Kiel, Holtenauerstraße Nr. 45 Mainz, 24. Februar. Die in WormS und Offenbach garnisonirenden beiden Bataillone vom Infanterie- Regiment Nr. 118 treffen -wischen dem 18. und 20. März in Mainz ein und exercieren mit dem hier garnisonirenden ersten Bataillon auf dem großen Sand bis Ende März. Die beiden Bataillone werden in den Rheiuthorbaracken und anderen verfügbaren militärischen Gebäuden einquartirt. DaS ganze Regiment marschirt dann auS Main- auS und hält am 1. April seinen Einzug im neuen GarnisouSort WormS. Alzey, 25. Februar. Der Plan, in Alzey eine rheinhessische Gewerbe-AuSstellung zu veranstalten, scheint nicht zur Ausführung zu kommen. Kürzlich sand in Alzey eine Versammlung von Interessenten unter schwacher ^iWnett: cv • (4 ? 42'i V*. ®r‘ 5,’j *• , WH 85) L 'l »• ’tfl (N 77) 94 i R* >n5 J; N. 50) 20- J l4) U/i'a'^tn btbeut{^«n' T?or,n8 MHjt t? Dorserv, ü, BtttS' |eiud dem Canal lebjafte, tn continentolen eajtn, um die HerrW bti das Maxime (onglüoi ^etung iß ailftmoru, u abgrscho, flormlegtnb . -Ssrall-sichtl ihr 3enbming. braut. Durch Herrn r unsere Gegevb ein ig elzuchr" las Leden grüober und Letter ans sassenbe Kenntoiffe und trftribt jiinäiiß bit hnerraffe, welche sich LMner. Wt rwn 4« rtwt \^l. Ja chen Mreduntzen eint choßt Werbern , 25. Februar. Unjtt t im Entferntesten feinen Mol- und Klauenseuche er früher gewohnte starke hm einen befrtebigenben benachbarten Oberseener tt, welche der derMye n lietz. Es Langten it, 18 W tn. Dir Preise, mich- lahlt wurden, müssend i) an den seither üblichen sogar eine Steigerung. wie auch der ailee ««• aus bit Preise für W MM, 24.8=to" N' fnielaerS" vom 23. b »■ in wie« * Vielen Leuten die W .?«» «L. , ntn M>«" ®'f . °°°' -I- «M*. l«>> Ä Ä 1 111 1(r cxbitml« % Winni»' «"'h ' ne W *' tQtibcn bei 1* ll”° 25 Psg. w* ... in«, I" 7n **K llu°» Betheiligung statt und wurde dabei über die Theilnahmlosig- kett der dortigen Geschäftsleute geklagt. Man fand schließlich keinen anderen Ausweg, als den Äumeldetermin zu verschieben. Ob dies was hilft, ist fraglich, denn eß herrscht in weiten Kreisen AusftellungSmüdigkeit, zudem find sich alle Einsichtigen über den zweifelhaften Nutzen einer solchen Ber- nnstaltung, sofern sie nicht in großem Maßstabe und mit genügenden Kräften unternommen wird, längst klar.__________ Sitzung der Stadtverordnete« am 25. Februar 1897. Anwesend: Herr Oberbürgermeister Gnauth, die Herren Beigeordneten Georgi und Wolff, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Adami, Brück, Emmeltuß, Faber, Flett, Grünewald, Dr. Gutfleisch, Habenicht, Haubach, Heichelheim, Helfrich, Heyligenstaedt, Hornberger, Keller, Kirch, Löber, Loos, Petri, Dr. Schäfer, Scheel, Schmall, Bogt und Wallenfels. Herr Oberbürgermeister Gnauth gab vor Eintritt in die Tagesordnung Kermtniß von dem Ableben des Herrn Stadtverordneten Aug. Heß. Der größere Theil der Herren Stadtverordneten habe mit Herrn Heß sowohl als früherem Beigeordneten wie späterem Stadtverordneten gearbeitet, in beiden Stellungen habe Herr Heß sein Bestes gethan, besou' der« auf dem wichtigen Gebiete des städtischen Bauwesens habe Herr Heß die städtischen Interessen zu wahren verstanden, und als Vertreter des Bürgermeisters in den städtischen Verwaltungen nützliche Dienste geleistet. Er hoffe, daß die Versammlung Herrn Heß ein gutes Andenken bewahren werde und bitte die Versammlung zum Zeichen dessen sich zu ergeben. Das unter« 23. Januar von der Stadtverordneten» Versammlung beanstandete Baugesuch der Firma Brüder Schmidt ist von der Letzteren erneut eingereicht worden. Die Beanstandung erfolgte wegen zu geringer Straßenfront, fcegtn Mangel eineß Durchgangs nach dem Hofe, zu geringem Avstaud des Hinterbaues von dem derzeitigen Vorderhaus rnd der in dem festgesetzten Verhältniß zur Straßenbreite zu großen Höhe des Gebäude«. In dem zweiten Gesuch erklären sich die Grsuchsteller bereit, Sicherheitsleistung dafür zu bieten, daß im Gebiete ihres jetzigen Besitzthumö ein das Einbringen von Feuerlöschgeräthen ermöglichender Durchgang belassen wird, fie weisen darauf hin, daß der hinter dem projectirten, zwischen dem alten Schmidt'schen Hause und dem Kowack'jchen Hause am Seltersweg zu errichtenden Gebäude befindliche Hofraum mehr wie den gesetzlichen Raumverhält- vtffeu entspricht, und daß die vorschriftsmäßige Gebäude- hllhe nur um 6 Ctm. überschreiten werde. DaS Stadt- bnuamt hat diese Angaben, als auf unrichtiger Auslegung der Bestimmungen beruhend, zum Theil widerlegt. Die Baudeputation hat beantragt: 1) das angebotene Servitut unter br Voraussetzung zu gewähren, daß dasselbe die Zustimmung der KaufschilltngS- bezw. Hypothrkengläubiger erhält, daß 2) der Hauptbau in 5 Meter Entfernung vom Hintergebäude bleibt, und daß 3) die senkrechte Höhe des obersten Stockte erke« das Maß von 1 Mtr. 50 Clm. nicht überschreitet. Die Versammlung stimmte dem Anträge der Baudeputation nach längerer Debatte zu. Die Baudeputation hat in Rücksicht auf den mißlichen Hustand tn der Löberstraße Asphalttrung des Bürgersteiges auf der Strecke zwischen Bismarck- und Bleichstraße beantragt. Die Versammlung beschloß demgemäß, doch soll von Trottoirasphaltirung vor den Häusern der Herren Hansel und Nauheimer vorläufig noch abgesehen werden, da die Auf- süllung vor diesen Häusern sich noch nicht hinreichend gesetzt hat. (Schluß folgt.) Verwischte-. ♦ Frankfurt a. M, 25. Februar. Das Wronker'sche Geschäftshaus ist nach der „Franks. Ztg." mit 260,000 Mk., daß Lager mit 290,000 Mk. versichert,- in den Schaden theilen sich die „Transatlantische", die „Union" uns die „North-British". An den übrigen Schäden find verschiedene Gesellschaften beiheiligt. - ♦ Ein netter Bruder. Dieser Tage meldete sich auf einem iw Südosten Berlin« gelegenen Polizeirevier ein elf- jähriger Knabe mit einem dreijährigen Mädchen an der Hand und gab an, daß er die Kleine auf der Straße gefunden habe. Da da« gefundene Kind sich in keiner Weise verständlich machen konnte, so wurde die Gefundene sämmtlichen Polizeirevieren Berlin« und Umgegend gemeldet, bi« sich am anderen Morgen die Mutter, eine Wittwe, meldete, welche da« Kind vom Waisenhause au«, wohin e« inzwischen gebracht war, wieder abholte. Inzwischen hatte sich aber auch heran«» gestellt, daß der Junge, welcher die Kleine al« „gefunden" bei der Polizei ablieferte, der eigene Bruder de« Kindes war, dem man die Schwester zur Beaufsichtigung übergeben hatte und der sich ihrer durch Ablieferung bei der Polizei entledigte, um mit anderen Knaben Schlittschuhe laufen zu können. ♦ ßottbon, 22. Februar. Der Weinwirth und frühere Seilkünstler Blondin, der s. Z. auf dem Drahtseil den Niagarafall' überschritt, ist gestern gestorben. Literatur ««- Kauft - Ma« kau« das Gute nicht oft genug lobe« und kommt immer wieder auf die „Romantvelt^ zurück. Nach anderen interessanten und (was vtelletcm noch wichtiger ist) gelungenen Versuchen, pflegt sie vorübergehend, abweichend von anderen Unterhaltungs-Zettschriften, auch den historischen Roman. Und zwar stellt sie zwet entgegengesetzte Sttlarten nebeneinander, der Leser kann nach seinem Geschmack wählen. Zuerst kam eine überlieferte, wohleingeführte Stilart. Wilhelm Jensen schrieb einen Roman aus dem dreißigjährigen Kriege romantisch, dunkelgefärbt, eine poetisch- zurechtgemachte Sprache. Dieser Roman heißt „Der Nachbar". Er wird abgelöst von einem neuen historischen Roman, der von dem jungen Autor Hans Sand herrührt: realistisch, spürstnnig, voll socialer Ausblicke. Er heißt „Zwei Erlöser", und obwohl er im alten Rom spielt und einen der Sclavenaufstände zum Gegenstände hat, so merkt man doch schon aus den Anfangscapiteln, daß wir einen völlig modernen Roman vor uns haben, der aus einem historischen Spiegel Licht wirft auf die social, n Kämpfe der Gegenwart. Das verspricht sehr interessant zu werden. Natürlich kann eine Romanzeitschrift über hinorischen Darstellungen und socialen Kämpfen ihr eigenstes Gebiet, die Kämpfe des menschlichen Herzens, nicht vergessen, und gerade die „Romanwelt" hat sich ihren Namen dadurch gemacht, daß sie diese Kämpfe frei sich in ihrem Revier austoben ließ, ohne die Aengstlickkett und Bänglichkeit mancher anderen Zeitschriften, die aus Rücksichtnahme auf das innerlich unfreie Lese- publikum, gerade das psychologisch Interessante und poetisch Er, greifende zu verbannen pflegen. In diesem Quartal hat die „Romanwelt" einen Roman „Rheinlandsiöchter" gebracht, der sich nicht nur durch eine unerschrockene Psychologie der weiblichen eeele auS- zeichnete, sondern au» wieder einmal einen neuen Autor, E. Viebig ttnsührte und zwar mit einem gewissen k-cken Elan, der diesen Autor mit einem Mal in die vordere Reihe unserer Erzähler stellt. Dieser Roman geht nun zu Ende und ein neuer beginnt, der einen den Romanlesern wohlbekannt.n Faden kraus und kräftig weiterspii'nt. Dieser Roman beißt „Einsamkeit" von A. Bock und eine Heldin ist Frau Dora Peters, die pikante und trotzige Dame, die vor emem Jahr in der Romanwelt ihre Visitenkarte abgab. Neben dem Roman pflegt die „Romanwelt" die kurze künstlerisch abgerundete Enäh- lung, die meist in einem Hefte abgeschlossen ist und die Lesebedürfnisse solcher Leser, besonders Männer, befriedigen soll, die zum Lesen in Fortsetzungen keine Geduld haben. An solchen kleinen Kunstwerken bietet die Romanwelt manchmal wahre Perlen. Wir begegnen da Erzählern ersten Ranges, wie Heinrich Seidel, R. Stratz, I. I. David, R. Bredenbrücker. Die Romanwelt hält sich auch tn diesem Quartal auf der Höbe der Zeit, als charactervollste, modern lttterarische Unterhaltungszeilschrtft und wird von ernsten Lesern mit Recht bevorzugt. Schrffsirachrichten. Norddeutscher Lloyd, in Gießen oertreten durch die Agenten Earl LooS und I. M. Schulhof. Bremen, 25. Februar. sPer'transatlanttschen Telegraph.] D« Postdampfer Dresden, Eapitän O. Groß, vom Nordd. Lloyd in Bremen, ist heute 7 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen. kirchliche Anzeige« der Stadt Gietzen. evangelische Gew ein de. Gottesdienst. Sonntag den 28. Februar. Estomibi. I« der Stadtkirche. Vormittags 9‘/i Uhr: Pfarrer Schlosser. Vormittags 11 Uhr: Ktnderktrche. Pfarrer Schlosser. Abends 6 Uhr: siehe Johanneskirche- Mittwoch den 3. März, Abends 6 Uhr: 1. Passion«- andacht. Pfarrer Schlosser. , c r .. . . Die Gemeinde wird darauf aufmerksam gemacht, daß die tret ersten PassionSandachten in der Stadtkirche, die drei letzten in der Johanneskirche gehalten werden. w Die Confirmandenoereinigung der Matthausgemeinde in der Herberge muß noch einmal ausgesetzt werden. , m . Am Sonntag den 7. März findet im Abendgottesdienst Beichte und heil. Abendmahl statt- Anmeldungen zuvor bei dem Pfarrer der Gemeinde erbeten. 2« der Aohou«e«ki»che. Vormittags 9*/s Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die JohanneS- gemeinde. Pfarrer Dr. Naumann. Abends 6 Uhr: Pfarrer Dingeldey. Montag, den 1. März, Abends 8 Uhr: »tbelsi««de.im Confirmandensaal der Johanneskirche. Bergpredigt, Matth- Cap- 7. Pfarrer Dingeldey. ___________ Katholische tzemetude. Samstag, den 27. Februar: Nachmittags um 4 Uhr und Abends um 8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte; Sonntag den 28. Februar. Qutnquagestma. Vormittags von 6'/, Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte; , um 6Vi Uhr erste hl. Meffe; „ um 71/» Uhr Austbeilung der hl. Communion; „ um 8 Uhr zweite hl. Meffe; . „ um 9’/z Ubr Hochamt; Verlesung des Fastenhirtenbrieses. Nachmittags'um b'/s Uhr: Christenlehre; darauf Andacht für die Abgestorbenen- Mittwoch den 3. März — Aschermittwoch — wird nach der hl- Messe um 7u verkaufen. Aoh. Rodrbach, Weserstr. 17. Kaufgesuche. Gesucht: Einige Tausend Reiserbündel von ungefähr ein Meter Länge, zur schnellen Lieferung. 1941 ßnbcm’fdjr ßifriuntrkr, Wetzlar. Stellen-Angebote. 1924 Mehrere tüchtige Ziegler auf sofort gesucht Ziegelei zu Dorlar. Kreis Wetzlar. Inhaber: »arl Schlierbach. Gärtnerlehrling unter günstigen Bedingungen gesucht. Bal. Moser Wwe., 1943 WtefeSerweg. Uhrmachkriehriing Famm-fann unter günstigen Bedingungen in die Lehre treten. 1852 Georg Koch, Uhrmacher. 1588 Für ein Bankgeschäft einer größeren Stadt Süddeutschlands wird auf Ostern eih Lehrling gesucht. Offerten unter 1588 an die Exped. be. Bl. Statt btfaniitrtr Gtinlabung. Unterfertigter^ Vorstand hat auf Sonntag, den 28. Februar, Nachmittags 3 Uhr, in den Räumen des Kaiserhof eine Sitzung anberaumt und gestattet sich hierdurch, die verehrlichen Mitglieder des Gießener laudwirthschaftlichen Localvereius, insbesondere diejenigen Herren, welche Ausstellungen gegen das Geschäftsverfahren unserer Gesellschaft gemacht haben sollen, höflichst einzuladen mit dem Ersuchen, die Ausstellungen zu wiederholen, zu begründen und zur Discusfion zu stellen. 1955 Der Vorstand der Gießener Schlachtvieh-Versicherungs-Gesellschast. Zum Mhnstkia. Sonntag den 28. Februar 1897, von Nachmittags 4 Uhr an: ÄistNgssrß der 6i^rntt3ugnililiaptlle. Entree frei.[1953J Gäste willkommen. PILSNER BIER aus protocouirte der Ersten Pilsner Actien-Branerei Pilsen b—. in Versandt täglich frisch ab Waggon oder ab Eiskeller in Originalgebinden von 25, 50 und 100 Liter. Generalvertreter: M. G, Staudt, Frankfurt a. M. Bczlrkb lern wprccber 1585. 1940 Etiquetten, Brühl’sche Univ.-Druckerei (Pietsch <& Scheyda), Sebuletraeee 7. Damen Zufchneide-Schnle, Weidengasse 1, Gießen. Cafs Krämer. Der Anfang meines nächsten Cursus beginnt am 15. März. Zugleich empfehle ich mich im Anfertigen von Costümen aller Art. 1883 Hochachtungsvoll Frau Es Bernhardts Coursbericht ein J. Kurz & Co., Giessen, AMMaße 63 Frankfurter Börse vom 25. Februar 1897. Sßroctm 3