Nr. 172 Drittes Blatt. Somit«, d« 25. Juli 1897 Der AteKener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener Af««4kienStälter werden dem Anzeiger «vöchentlich dreimal beigelegt. Gießener Anzeiger Kenerak-Mnzeiger. Vierteljähriger Aöonnementspreisr 2 Mark 20 Pfg. mit Bringcrlohn. Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Pfg. Redaction, Expedition und Druckerei: Kchntstraße Ar.7. Fernsprecher 5^ lUtritt). 6821 Geisse, Seltnrmg, Marktstraße 17, lass unser ter feinste ndeste ist dritten — mnt. Methode" ’ohlthätigen iac erreicht, teise & 'atis. H- 6.-. hliCo. a. M. alauis aten. 7051 Both Um ahnhofstr. s Nacht) ft Iler Art reise, und franco. eihanstalt zaben. 20L chuleZerb* tuscbule • mettir 4. *^ 3 re! jht 1897. Stlberratte [biente 'm °sck»°««“1887 stmtenb. Obi Dbl Btttf jioten o. nni> »urück !« 87 20 MN 2330 97.35 29.70 1OL60 1(0 101" 101." $5 S°g Al 415 31415 S>J d*^’ ft- 2lnrts- und 2lnzeigeblntt füv den Ttveis Gieren. Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für de» folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Borm. 10 Ubr. chratisbeikage: Gießener Kamilienötätter. Bekanntmachung Betreffend: Aufsicht über dar Faselvieh rc. Nachstehend bringen wir das Ergebniß der durch die Körcommission Grünberg im laufenden Jahre vorgenommenen Besichtigung der Gemeinde-Bullen, -Eber und -Ziegenböcke zur öffentlichen Kenntniß. Gießen, den 18. Juli 1897. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Gagern. Ergebniß der Besichtigung der Gemeinde-Bullen, -Eber und -Ziegenböcke in 1897. £ Name« Beschreibung der Gutachten der Commission über Bemerkungen Ordn.-Nr. Namen Beschreibung der Gutachten der Commission über Bemerkungen i ber Q Gemeinden der Halter Rasse Farbe Körperbau Nähr- zustanb Hautpflege Gesunb heilS- zustanb der Gemeinden der Halter Rasse Farbe «A ntxj »ladagy NSHr- zustanb o» Gesunb- helta- zuslanb 1 Mendorf a. d. Ld. w ft Eber Ziegenbock 2 Allertshausen Eber Ziegenbock 3 Beltershain Eber 4 Bersrod w er Ziegenbock 5 Beuern ff ff Eber Ziegenbock 3 Climbach Eber 7 Ettingshausen Eber Ziegenbock 8 Geilshausen Eber Ziegenbock 9 Göbelnrod Eber 10 Gründers ff ff ff Eber Ziegenbock 11 Harbach w Eber <12 Hattenrod w Eber Ziegenbock Gemetndebullenstall Dieselbe Dieselbe Hrch. Wagner VL Severin Franz Johs. Römer VI. Johs. Nachtigall IV. Ludwig Nachtigall Heinrich Klös III. Wilhelm Aff III. JohS. Becker I. Phil. Bötz II. Joh. Schmitt IV. Jakob Noll Gemeindebullenstall Dieselbe Dieselbe PH. Sommerlad VII. Joh. Stein II. Wwe. Heinrich Konrad Jost Stein Gemetndebullenstall Dieselbe Georg Kühn Heinrich Vogler Heinrich Pfeif Karl Wagner Ludw. Hillgärtner Heinrich Rüb Konrad Schepp Derselbe Hermann Kreuder l. Derselbe Derselbe Derselbe Hermann Christ Derselbe Derselbe Jost Albert II. Derselbe JohS. Schmidt IV. Johs. Seip I. Konrad Roth Heinrich Dörr Heinrich Seip IV. Stmmth. Kreuzung dto. Vogelsb. Engl. Kreuzung Saaner Bastard sSimmth. Kreuzung Engl. Kreuzung Landrasse Vogelsb. Vogelsb. Stmmth. Reinzucht Landrasse Stmmth. Kreuzung dto. Vogelsb. Engl. Kreuzung Landrasse Vogelsb. Engl. Bastard Stmmth. Retnzucht Stmmth. Kreuzung Meißner Bastard Landraffe Stmmth. Reinzucht Vogelsb. Engl. Bastard Landrasse Vogelsb. Yorksh. Bastard Stmmth. Original Vogelsb. dto. dto. Aorkshire Landrasse Saaner Original Stmmth. Kreuz. Vogelsb. Engl. Kreuz. Stmmth Kreuz. Vogelsb. Yorkshire Bastard Lanvrasse gelbroth- scheckig falbscheckig roth weiß w gelbscheckig weiß schwarzgrau roth roth hellfalbscheckig grauscheck. falbscheckig gelbscheckig roth weiß chocolade- braun roth weiß falbscheckig weiß schwarz- grau Falb roth weiß schwarzscheckig roth weiß falbscheckig gelbroth roth roth weiß grauscheck. weiß falbschecktg roth weiß gelbscheckig gelbroth weiß weiß 2Vs 2Vi 2Vi 8 k Vie 2 V/t 1 IVs 38/. 2 V« Vk 3Vi 3 Vs 2V, 1 3Vs 2 V« Vk 4 3 Vs 1 Vs 2 Vs 3 1 Vs 2 8/s Vi 3 3 2 18/4 l’s 2 Vs 2 3», 1 2 Vs 4 Vs 1 3V, recht gut genügt) genügb genügb genügt) genügb gut gut genügb gut tt zieml gut genügb gut genügb schlecht sehr gut gut genügb schlecht gut H ft genügb gut • sehr gut zieml. gut bis gut gut sehr gut vor- jügl. gut sehr gut genügb gut recht gut gut recht gut sehr gut * genügb genügb genügb gut gut recht gut genügb recht gut sehr gut recht gut gut u uns genügb sehr gut gut schlecht recht gut n gut * genügb gut sehr gut sehr gut gut recht gut gut •t u recht gut gut icnügbj recht gut sehr gut genügb genügb gut i» u II genügb recht gut genügb recht gut sehr gut recht gut genügb gut H un- genügb sehr gut ii u schlecht recht gut gut genügb gut sehr gut w ff ff recht gut gut ii * g enfigb gut recht gut gut chlechl gut ii mangb hast genügb genügb gut H H ff gut gut H H U II n ii genügb gut w V genügb gut ■ ii n w H II II II ff II H W tf w n genügb gut " I Ist abzuschaffen. Lahmt. Eber kastrirt. Ziegenbock wird nicht gehalten. Eber kastrirt. Durch einen leichteren zu ersetzen. Ziegenbock wird nicht gehalten. Durch einen jüngeren zu ersetzen GrauerStaar.Jfl abzuschaffen. Ziegenbock wird nicht gehalten. Eigenthum der Stadt. Ziegenbock wird, nicht gehalten. Lahmt. 13 14 15 16 17 18 19 .20 21 22 23 ■24 •25 Kesselbach Eber Ziegenbock Lauter H Eber Ziegenbock Lindenfiruth Eber Ziegenbock Londorf H Eber Ziegenbock Lumda Eber Ziegenbock Münster Nieder-Besstngen w Eber Nonnenroth Eber Ziegenbock Ober-Bessingen w Eber Ziegenbock Odenhausen Eber Queckborn u tf Eber xi O ber Gemeinden der Halter Raffe Farbe “ ~ L - = « ei s Nähr- justanl uoilnl «6))jd 'im>$ Q Gemeinden Halter Rasse s a 26 Rüddingshausen Heinrich Magel VI. Heinrich Sohl IX. VogelSb Bastard VogelSb. rolh 3 recht gut 27, „ recht gut ff recht gut gut Wegm Bösartigkeit abzuschaffen. 30 I Trei« Eber JohS. Becker VIII. Derselbe Simmth. Kreuzung 'Yorkshire Falbscheck weiß 27. 17. gut sehr gut gut e gut gut Lahmt Eber Heinrich Magel VL Yorkshire weiß 17« , w * ff Ziegenbock Ludw. Schönberger Landrasse schwarzscheckig 17. gntügb genflgb genüg» • Ziegenbock Heinrich Werner Bastard Saaner Bastard W 1 gut gut gut , 31 V Illing en Heim. Nürnberger Simmth. Kreuzung gelbscheck. 17» iieml. gut bis gut recht gut recht gut 27 Saasen Peter Aff HI. VogelSb. roth 3<. , ff ff '• Fr. W- Leidner dio. Hellialb 17. ■ gut gut M Bastard Eber Derselbe Engl. weiß 1‘ i gut gmfigb genüg» ■ Derselbe VogelSb. 2 genügt, w • " Bastard schwarz- scheckig gmfigb Eber Heinrich Krug II. Engl. Bastard weiß l1/« gut W tf ■ ■ Ziegenbock JohS. Pfarrer Landrafse 2 gut gut ff We^en Unfruchtbarkeit adzu- Ziegenbock Ludw. Schmitt I. Saaner Bastard n 4 g enügd genügt» schlecht genügd 32 Weickartshain Heinr. Schmidt II. VogelSb. roth 27» gut ■ ff tf 26 Stangenrod Peter Neunobel Simmth. Hellfalb l8/« gut gut gut gut Yorkshire weiß schaffen. Reinzucht Kastrirt. Eber Grorg Schulz 17. * w n ff Ziegenbock nicht (S.htr SXobß. Erb II. —. — — —— — —— - gehalten. Ziegenbock »ug. Ho» st Saaner weiß 17» recht gut recht gut recht gut gut 38 WeiterShain Heinr. Pfaff Simmth. Reinzucht Hellfalbscheck 37, sehr gut sehr gut sehr gut ■ 29 Stockhausen Heim. Jochem I. VogelSb. roth 2®/< genügt» gut gut , Eber und Ziegen ff De, selbe simmth. Kreuzung gelblcheck. 27. gut ff ■ ff Eber und Ziegm- bock nicht gehal- bock nicht ge- ten. halten. 30 TreiS Phil. Wols Simmth. Falbscheck 2>/e gut recht recht „ 34 Winnerod G- C. Zimmer Wilster- roth- 1‘. n recht recht * Kreuzung gut gut marsch braun- gut gut n Derselbe VogelSb. roth l8/. genügt. gut gut „ । scheckig Deutscher Reich. Berlin, 22.Juli. Herr v. Boetticher gedenkt Mitte August uach Naumburg überzufiedeln. Anfang nächsten JahreS dürfte er das Oberpräfidium der Provinz Sachsen übernehmen, da, wie verlautet, Herr v. Pommer-Esche sich von diesem Amt inS Privatleben zurückziehen will. Herr v. Köller dagegen wird wahrscheinlich bereits am 1. October das Oberpräfidium von Schleswig-Holstein aotreten. AurUrud. Brüssel, 22. Juli. Die congofeindlicheu Blätter be- sprechen die Enthüllung mehrer Congobeamten, daß alle Ofiziere, Soldaten, Misfiouäre, Handelsagenten vor ihrer Abreise nach dem Congo einen Eid leisten müßten, niemals etwas «itzutheilen, was dem Congoftaat zum Schaden gereichen könnte. Insrttenfliche. Bon Hermann Greiling. (Nachdruck verboten.) Bor Löwen und Tigern brauchen wir in unserem lieben Heimathland keine Furcht zu haben, auch die Kreuzottern genieren un» nicht allzu sehr. Umsomehr haben wir von gewissen kleinen Plagegeistern zu leiden, die sich blutgierig an unsere Fersen heften und uns die Freuden eines Sommer- spaziergangs mit ihren giftigen Bissen und Stichen oft vollkommen verleiden, gleich als wollten sie uns an die Unvollkommenheit irdischen Glücks mahnen. Ich rede nicht von den häßlichen Schmarotzern unserer Häuser und Körper, sondern von den Miniaturpiraten unserer Wälder und Fluren, den Mücken, Schnaken, Fliegen und ähnlichem Geschmeiß, das wir an manchen herrlichen Sommertageo zu allen Teufeln wünschen. Nur den — wenn ich so sagen darf — salonfähigsten unserer Häuserschmarotzer erlaube ich mir kurz zu erwähnen, Pulex irritans, zu deutsch: den Floh, aber natürlich mit gebührender Bor- und Rücksicht und entsprechender Hochachtung vor den Nerven der Damenwelt. Zu den Thieren, von welchen wir in den Sommermonaten zu leiden haben, gehören vor Allem Schnaken und Mücken, Fliegen, Bienen, Wespen, Hornissen, Bremsen und Ameisen. Die Fliegen- und MUckenplage ist besonders uoleidlich in feuchten, heißen Sommern, und am fühlbarsten an sumpfigen Orten oder in der Nähe von Sümpfen, Wasserläufen und Weihern. Au schwülen Tagen und vor dem Ausbruch von Gewittern scheinen die kleinen Bestien geradezu rasend zu sein. Maa kann sich kaum vor ihnen retten, und vor Allem der Schweiß scheint eine magnetische Wirkung auf sie auSzuüben. BorbeugungS- und Abschreckungsmittel gibt eS nicht, wenigstens keine unfehlbaren, und es zu wachen wie die Bewohner mancher Tropengegenden, fich den Körper mit Nelkenöl einzureiben, dazu wird wohl Niemand Lust haben. Die Männer zünden in der Regel ihre Cigarren an, ohne aber die blutgierigen Bestien durch den Rauch erheblich zu geniren. Am besten thut man, wenn man eS nicht unbedingt nöthig hat, die Gebüsche nicht auSetnanderzuschlageo, um tiefer in dieselben einzudringen- hat man jedoch diese Abficht, so sollte man fich die Oeffuungen der Beinkleider und Aermel fest zubinden. Die stechenden Mücken gehören — waS wohl den meisten Lesern unbekannt sein dürfte — dem weiblichen Geschlechte an, die Männchen sind harmlos und erfreuen unser Auge mit ihren lieblichen Tänzen. Die Wirkungen der Jnsectenstiche und -Bisse werden am wenigsten durch die feine Verletzung hervorgerufen, vielmehr verursacht daS Gift, das in die Wunde dringt, oder der steckenbleibende Stachel den Schmerz, das Jucken und die Anschwellung. Bei den Mücken besteht der Giftstoff in einer scharfen Drüsenabsonderung, bei den Ameisen und Bienen in Ameisensäure. Die Stiche schmerzen heftiger, wenn man die blutsaugenden Bestien schnell hinwegjagt und bei der raschen Flucht die Spitzen der Stechborsten abbrechen und stecken bleiben. Die Wirkung ist je nach der Empfindlichkeit des Betroffenen verschieden, manche Personen find fast immer unempfindlich, während andere unter den Folgen eines Bienen- oder Schnakenstichs tagelang leiden. Eine wirkliche Gefahr besteht nur dann, wenn der Verletzte eine große Anzahl Stiche auf einmal empfing oder wenn durch den Stich die Übertragung faulender Substanzen und Krankheitskeime erfolgte, waS besonders bei Fltegenfticheu vorkommen kann, oder auch wenn von der Verletzung die inneren Mundtheile betroffen werden. So ist eS z. B. mehrfach vorgekommen, daß Gäste von Biergärten beim Biertrinken eine Wespe oder Biene, die fich im Innern des Glases angesetzt hatte, mit hinunterschluckten. In diesem Falle kann durch starke Schwellung der Zunge und der Schlundgebilde Erstickung eintreten, sofern nicht schnell ärztliche Hilfe zur Hand ist. In den weitaus meisten Fällen genügt es, die verletzte Hautstelle mit einigen Tropfen Salmiakgeist zu betupfen oder mit Collodium zu überziehen, worauf die Schmerzen bald nach- laffeu. Gegen die Entzündung macht man kalte Umschläge oder legt kühle Erde auf, der Stachel muß mit der Hand oder einer feinen Pincette herausgezogen werden. Wer in schnakenreichen Districten lebt oder viel im Freien beschäftigt ist, thut gut, stets ein Fläschchen mit Salmiakgeist bei fich zu führen, man paralysirt damit am besten die Wirkung des JnsectengifteS. Am empfindlichsten schmerzen die Stiche von Bienen, Wespen und Hornissen. Der Bienenstachel ist mit Widerhaken besetzt und durch einen Canal mit der Giftblase verbunden. Will die Biene stechen, so schnellt fie ihn wie der Ritter sein Schwert kraftvoll au« der Scheide heraus, sie wird aber meist selbst da« Opfer ihrer bösen That, denn der Verlust des Stachels kostet ihr das Leben, und dieses Instrument bleibt in den meisten Fällen in der Wunde stecken. Das Gift besteht aus concentrhter Ameisensäure und wird in besonderen Giftdrüsen erzeugt. An der verletzten Stelle bildet fich eine rothgefärbte Beule, der Schmerz ist ein oft sehr heftiger, ja man spricht sogar von Idiosynkrasie einzelner Personen gegen Bienenstiche und behauptet, daß diesen ein Bienenstich den Tod bringe. Sicher ist, daß der Stich bei empfindlichen »Menschen zu starken, von Fieber begleiteten Entzündungen und selbst unter Erbrechen und Delirien zum Tode führen kann, wenn ein so empfindlicher Mensch viele Stiche auf einmal erhält. Salmiakgeist bildet auch hier baß vorzüglichste Hilfsmittel, auch Tabakssaft wird vielfach empfohlen. Ferner find kalte Umschläge, kühle Erde und ölige kühlende Einreibungen am Platze. Gegen Stiche im Munde wendet man Eisstückchen an, die man im Munde zerschmelzen läßt, sowie Gurgeln mit starker Salzlösung. In schweren Fällen mutz ärztliche Hilfe gesucht werden. Häufig werden unsere Jnsecten auch dadurch lästig, daß sie uns in Augen, Mund, Ohr ober Nase gerathen. Wenn auch baburd) nur selten so erhebliche Gefahren hervorgerufen werden dürften, wie in ein paar von Brehm erwähnten Fällen (in einem derselben verlor ein Knabe, der im Freien ein- geschlafen war und den eine Fleischfliegenlarve den inneren Augenwinkel verletzt hatte, die Sehkraft), so ist eß doch nicht zu rathen, sich im Freien niederzulegen und zu schlafen. In heißen Ländern wird allerdings baß Ungeziefer noch weit lästiger unb gefährlicher als bei un«. In Spanien, Italien unb Südfraukreich werden Mund, Augen, Ohren und Rase voll von Fliegen und der Wanderer ist kaum im Staude, eine Mahlzeit zu halten wegen der schrecklichen Plagegeister. Ja eß kommt vor, daß fie Schlafenden oder Sbranten ihre Eier in Nase und Mund legen und dadurch den Unglücklichen heftige Qualen verursachen. Man kennt sogar Fälle, in welchen die in baß Gehirn eindringenden Maden den Tod des Opserß herbeiführten. Die Stechmücken der Tropen find unter dem Namen Moskitos jedem Leser aus Reisebeschreib- ungen und Abenteuerromanen bekannt. In manchen Gegenden Amerikas fragt man einen Freund nicht: „Wie hast Du diese Nacht geschlafen?" sondern: „Wie haben sich die MoSkitoS diese Nacht aufgeführt?" Große fruchtbare Ländereien der Neuen Welt bleiben der MoSkitoplage wegen unbewohnt. Unser alter HauSfeind, der Floh, besitzt im tropischen Afrika und Amerika einen Verwandten, den Sandfloh. Die Weibchen dieser Art haben die liebenswürdige Angewohnheit, wenn fie befruchtet find, sich in die Haut von Thieren und Menschen und zwar mit Vorliebe unter die Nägel der Füße eiozubohren, um hier in aller Ruhe die Entwickelung ihrer Eier abzuwarten. Ein derartige« Freiquartier mag zwar für die besorgte Mutter seine unbestreitbaren Annehmlich- ketten befitzeo, nicht aber für die mit der Ehre der Wohnung»- nähme ausgezeichneten Personen, da der Eindringling bei MiethzinS mit Schmerz unb Entzüubung zahlt. Zuweilen entstehen bösartige Eiterungen und Brand, wodurch Amputationen der betroffeneWGlieder erforderlich werden. Manchmal fällt der Kranke auch ten Folgen zum Opfer. Noch ungemüthlichere Landsleute find der Skorpion und die Tarantel, beide männiglich bekannt und die Helden einer ganzen Reihe von Sagen- und Schauergeschichten. Danach soll der Biß des Skorpions (eine in warmen Ländern, vor Allem auch in Italien, Frankreich, Spanien usw. lebende Gliederspinnenfamilie) unfehlbar tödtlich sein, und die von der Tarantel gestochenen Unglücklichen sollen wahnfinnige Tänze aufführen. Aber auch hier gilt das Dichterwort: Sie find besser als ihr Ruf. Freilich soviel steht fest, beide Spinnenarten find nicht zu Kosethierchen qualificirt. Doch wird der gekrümmte Giftstachel des Skorpions nur seinesgleichen und Thieren feiner Größe absolut tödtlich. Bei großen Thieren und Menschen gehen die meisten Verwundungen ohne anderen Schaden als Entzündung und Schmerzen vorüber, wenn auch nicht in Abrede gestellt werden kann, daß in einzelnen Fällen schwere Krankheitßerscheinungen, Krämpfe, Delirien unb Ohnmächten eintreten unb auch hin und wieder einzelne Verletzte dem Stiche zum Opfer fallen. DaS ist jedoch, wie wir gesehen Haden, unter besonderen Umständen bei unseren Bienen- und Wespenstichen auch der Fall. Der Tarantelbiß dagegen ist harmloserer Narnr unb mit Entzüubung unb Anschwellung in ber Regel abgethan. Die Tanzepidemien, welche der Biß des JnsecteS ehemals verursacht haben soll, gehörten in die Kategorie der Veitstänze, die auch in anderen Ländern, wo eS keine Taranteln gab, epidemisch auftraten. • Verein für Handlungs-Commi« von 1858 (Raufmannb scher Verein) in Hamburg. Wie aus dem soeben erschienenen Berichte über daS erste Halbjahr 1897 hervorgeht, hat der Hamburger 1858 er Verein während dieses ZeitraumeS wiederum gute Erfolge feiner Thätigkeit aufzuweisen. Besonders gilt die« hinsichtlich der kostenfreien Stellenvermittelung, durch welche in den verflossenen sechs Monaten 2692 kaufmännische Stellen besetzt wurden, gegen 2346 in der gleichen Zeit beß Vorjahres. Dem Mitgliederstande wurden im abgelaufenen Halbjahre 5107 neue Mitglieder und Lehrlinge zugeführt- die Gesammtzahl der BereinSangehörigen stellt fich daraufhin auf über 54,000. Auch die PenfionS- Kasse (Invaliden-, Wittwen-, Alters- und Waisenversorgung) hat eine erhebliche Zunahme an Kassenmitgliedern aufzuweisen. Die Gesammtzahl derselben, einschließlich der aufgenommenen Ehefrauen belief fich am 30. Juni auf 6799, gegen 6492 am 1. Januar d. I. DaS Vermögen der Kasse ist von Mk. 3,529,628.50 auf über Mk. 3,900,000.— gestiegen. Ende Juni waren an bezugsberechtigten Kaffenangehörigen 73 Personen (52 Wittwen, 20 Invaliden und 1 Waise) vorhanden, mit einer jährlichen Gesammtpenfion von Mk. 44,011.52. Allein schon die hier angeführten Zahlen beweisen die hohe Bedeutung der Penfionskaffe beß 58er.VereinS für ben deutschen Kaufmannsstand. Einen Zugang von 527 neuen Mitgliedern hatte sodann die Kranken- und Begräbniß-Kasse, e. H., zu verzeichnen, die am 30. Juni 6721 Angehörige zählte. Die Lrankevkaffe gewährt völlig freie Arztwahl für Rechnung ber Kasse bei Arbeitsunfähigkeit, unb zahlt für ein volles Jahr Krankengeld. Vermehrt hat sich im verflossenen Halbjahre auch die Zahl der BezirkSgeschäftSftellen, deren der Verein jetzt 274 befitzt. Hiervon befinden fich 214 in Deutschland, 24 im Auslande und 36 über See. Alle übrigen Sdtbeilungen und Einrichtungen des Vereins — namentlich die UnterstützungS-Commisfion, die überall hin in verschwiegenster Weise wirkt und besonders bei Stellenlosigkeit eintritt — haben fich in der ersten Hälfte diese« JahreS ebenfall- wieder bestens bewährt. 4pi Pro» iiu W Pub Anteil iq 50000* Hebung ge Pie Schuld „ welchem tnd der noch ni in Giesse bei । in Frankfr und Par eilgelöst. Giessen Wir hab« 3Vproc. Ai eiogetheilt in mit Zinslauf vor Wir bietei auf den 15. h Jahre 1887 de Anleihe unter! 1) Die E: diese« Jahr in Giesse in Frankfr oder Pari 2) Die 31/ icheine zur Aus Obligationen der 3) Die geh per 15. Mai 11 15. November 1 iie*e die vol geniessen. Frankfu Mitteldeul bank von So Äc 3 •OtH; gut =. rtdjt gut M Nt ,» galten. '‘Dafftn. teflenbod n|4| gehalten. 䙓"-«e i»« itrettbaxen Annkhmlich. Ehre der Wohnung-, ter Einbringung bei 6unfl zahlt. Zutveilen raob, wodurch Amp«. A werben. Manchmal t Opfer. fab der Tkotpiou unb it unb bit Heiden einer urrgefchichten. 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Das Anlehen der Stadt Giessen vom Jahre 1887 im Betrage von Mk. 500000 — wird hiermit auf den 15 November 1897 zur Heimzahlung gekündigt. Die Schuldverschreibungen werden auf den 15. November 1897, an welchem Tage der Zinslauf aufhort, gegen Rückgabe derselben und der noch nicht verfallenden Coupons und Talons in Giessen bei der Stadtkasse, sowie bei dem Bankhause Aron Heichelheim, in Frankfurt a. M. bei der Mitteldeutschen Creditbank und der Deutschen Genossenschaftsbank v. Soergel, Parrisius & Co., Commandite Frankfurt a. M. eingelöst. 6722 Giessen, den 12. Juli 1897. Grossherzoglich Hessische Bürgermeisterei, gez : Gnauth, Oberbürgermeister. "Wir haben von der Provinzialhauptstadt Giessen eine neue S^-proc. bis zum Jahre 1903 unkündbare Anleihe von Mk 1000000.— eingetheilt in St. 200 Lit. V ä Mk. 100.—. , 150 „ WA „ 200.-. „ 400 , X ä „ 500.-. „ 450 „ Y ä „ 1000 -. „ 150 „ Z ä » 2000.—. mit Zinslauf vom 15. November 1897 an übernommen. Wir bieten den Inhabern der laut vorstehender Bekanntmachung auf den 15. November 1897 gekündigten 4% Obligationen vom Jahre 1887 den Umtausch gegen Obligationen dieser neuen 3^2 % Anleihe unter folgenden Bedingungen an : 1) Die Einreichung zum Umtausch hat längstens bis 31. Juli dieses Jahres zu geschehen in Giessen bei dem Bankhause Aron Heichelheim, m Frankfurt a. M. bei der Mitteldeutschen Creditbank oder der Deutschen Genossenschaftsbank v. Soergel, Parrisius & Co., Commandite Frankfurt a. M. 2) Die 3V2%igen Obligationen, für welche vorerst Interimsscheine zur Ausgabe gelangen, werden den Besitzern der 4°/oigen Obligationen der Anleihe des Jahres 1887 zu 100 ®/o angerechnet 3) Die gekündigten 4®/0igen Obligationen sind mit Coupons per 15. Mai 1898 und Talons einzureichen. Der Coupon per 15. November 1897 verbleibt im Besitz der Obligationäre, sodass diese die vollen Zinsen zu 4% bis zum 15. November 1897 geniessen. Frankfurt a. M, am 12 Juli 1897. Mitteldeutsche Creditbank, Deutsche Genossenschaftsbank von Soergel, Parrisius & Co., Commandite Frankfurt a M. CuSt?*Baus, Fr.Krogmann, Giessen. Erstklassige, deutsche Fahrräder verschiedener Systeme für Herren und Damen Zubehör- und Ersahlhkile. FaMmaße Reparatur. Erlernen unter meiner persönlichen Leitung. 4284 Den geehrten Damen wird auf Wunsch von einer Dame Unterricht ertheilt. Neueste amerikanische ^Msh-Maslhiae« ÜgSB» für Gras, Klee und Getreide. Hkmelider, Hund- nnd Pferderechen empfehle unter Garantie vorzüglicher Arbeit m billigsten Preisen. Beste Zeugnisse aus hiesiger Gegend über gelieferte Maschinen zu Diensten. 4348 M. Rosenthal, Liebigstratze 13 Am 4. September 1897, früh 10 Uhr, findet bei Homburg v. d. H. die grosse Kaiser-Parade 45,000 Mann statt. — Das Paradefeld ist etwa 4’/^ Kilometer von Homburg bezw. Bonames entfernt. Extrazüge zum Paradefeld von allen Richtungen Näheres wird derzeit bekannt gemacht General-Cotomando/wird nurefne ZUSChaU©? - TribÜHO und zwar unmittelbar an der Aufstellung Sr. Majestät, errichtet. Tribüne-Billets nebst Parade-Plan gelangen schon jetzt zur Ausgabe durch die Centralstelle: Reisebureau J. Schottenfels & Co., Frankfurt a. M., Frankfurter Hof, Telephon Nr. 3385. Die Tribüne enthält: 1. Platz, mit Segeltuch überdeckt, nummerirter Sitzplatz mit Rücklehne Mk. 15.—, 2. Platz, numm. Sitzplatz Mk. 9.—, 3. Platz, numm. Sitzplatz Mk. 5.—, Reservirter Stehplatz an der Tribüne Mk.l.—. Keine Equipagenplätze. — Keine Kinderbillets zu ermässigten Preisen. — Versandt von Tribiinebillets nebst Paradeplan gegen Nachnahme. — Badfahrer können, wenn sie Tribünebillets und Abstellmarken (Mk. 1.60) genommen haben, ihre Räder in einem reservirten Raume abstellen. Für Dreiräder und mehrsitzige Zweiräder besonderer Abstellraum, dazu sind 2 Marken zu lösen. 6606 ®as tSf Kathreiner’s ffllalzkaffee? Ein eigenartig praparirtes Malz, das mit einem in den Tropen aus Bestandteilen der Kaffeefrucht gewonnenen Extract getränkt wird. — Durch diese Methode (Deutsches Reichspatent Nr. 65300) nimmt Kathreiner's Kneipp- Malzkaffee Geschmack und Aroma des Bohnenkaffees, nicht aber dessen schädliche Eigenschaften in sich auf, und unterscheidet sich in vorteilhaftester Weise von allen anderen ähnlichen Erzeugnissen, welche nur aus einfach geröstetem Malz oder gebrannter Gerste bestehen. Anweisung zur Herstellung eines guten Kaffees. Man nehme für 6 Tassen 25 gr (2 Esslöffel) gemahlenen Kathreiner's Malzkaffee, setze ihn mit einem Liter kalten Wassers an und lasse ihn einige Minuten mässig kochen; alsdann schüttet man 25 gr (2 Esslöffel) gemahlenen Bohnenkaffee dazu, rührt das Ganze ordentlich um und lässt es absetzen. 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